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Alt 18-11-2007, 02:10
siggi
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Eine Kommentar zur Kölner Situation im Kölner Bürgerhaushalt

Zitat:
Überlebender | 06.11.2007 | 14:11
Wo gibt's Radwege ???


Es wird von Seiten der Stadt und anderer unbedarfter Kreise immer wieder vom Kölner Radwegenetz gesprochen. Ich bin seit 45 Jahren notorisch und maßlos auf Kölner Straßen mit dem Rad unterwegs, überwiegend rechtsrheinisch, und ich suche das Kölner Radwegenetz noch immer.

Ich habe in Köln keine Radwege gefunden.

Ich fand Teststrecken für die Haltbarkeit von Fahrradfelgen und Rahmen mit rasant überraschenden Höhenunterschieden bis 15 cm (leider ist die kölntaugliche Felge noch immer nicht auf dem Markt);
Ich fand Gassistreifen für Hund und Herrchen, durch Häufchen und quergespannte Hunde-Ausziehleinen interessant belebt;
ich fand Reservate für Strassenbäume mit einem Stammdurchmesser von 60 cm, um die dann rechts und links ein rotgemaltes Streiflein von jeweils 30 cm Breite herumführte (wer zu lange überlegte, ob er rechts oder eher links vorbeipasst, hatte halt Pech gehabt) ;
ich fand Poller in tarnfarben grau auf Asphalt in ebensolchem grau (bzw. ich fand sie zweimal erst recht spät und fand mich danach in ärztlicher Behandlung);
ich fand Radverkehrsleitspuren, die Radler von einer bevorrechtigten Hauptstraße zwangsweise so umleiten, dass sie dreimal an roten Ampeln warten müssen, um eine einzige Kreuzung zu passieren, damit das Radfahren auch ja nicht zur Gewohnheit wird;
ich fand Ausstellungsflächen für die Gemüsekisten unserer türkischen im Handel tätigen Mitbürger und Versammlungsorte für das Samstagabendfamilientreffen;
ich fand Mülltonnenstellplätze für Tonnen in inzwischen vier frischen Farbgebungen und kostenlose Lagerstätten für den Sperrmüll der kommenden zwei Monate;
ich fand Park- und Ladezonen für Pkw und Lkw;
auch Endlagerstätten für Scherben, Kronkorken und Laub und das ganze Jahr über abgefallene oder abgerissene Äste, stellenweise bedeckt mit bei Regenwetter schmierigem Schleim, weil hier ja eine Fahrbahnreinigung unnötig ist, weil es sich ganz offensichtlich nicht um Fahrbahnen handelt;
ich fand Materiallager von Strassenbaufirmen , die etwa in den 70er Jahren in Konkurs gegangen sein müssen;
ich fand Beschleunigungsspuren für Autofahrer, die zuvor in der Nähe geparkt hatten und nun wieder wenigstens auf 40 kommen möchten, bevor sie in den fließenden Verkehr zurückkehren oder gerade von selbigem kommen und nun 300 Meter weiter parken möchten. Da es sich ja nicht um Radwege handelt, muss man als Autofahrer gegenüber solchen Zweiradexoten, die dort überlebensinteressenwidrig herumgeistern, auch keine falsche Rücksichtnahme zeigen.

Die rote Färbung auf einigen dieser Mehrzweckstreifen bedeutet offenbar: Hier fließt regelmäßig Blut.

Oder: bitte die Autotür hierhin auframmen, dieser unverschämte radfahrende Kotzbrocken hat noch eigene Zähne.

Oder: Hier verkehrende Radfahrer haben nie und nimmer Vorfahrt.

Vielleicht bedeutet sie aber auch : hier müssen Radler zu Fuß gehen, weil sie seitlich zu den parkenden Autos keine 70 cm Mindestabstand einhalten können, zu denen sie nach einschlägigen Gerichtsurteilen verpflichtet sind.

Hauseingänge grenzen unmittelbar an hubbelige Furten mit Wasserablaufrinnen in der Mitte, die per Verkehrsschild als „benutzungspflichtige Radwege“ ausgewiesen sind (Köln-Rath,Rösrather Strasse).
Tja – die Kölner sind eben flexibel, was die alles „Radweg“ nennen - da ist gleich zu Fuß gehen fast schneller, als alle 100 Meter anzuhalten, um die unbewaffnet aus dem Hauseingang auf den „Radweg“ tretende Omi nicht auf den Lenker zu nehmen.

Vielleicht hat die Stadt Köln ja auch ein fehlerhaftes Exemplar der StVO abbekommen und dort steht unter dem einschlägigen Schild statt „benutzungspflichtiger Radweg“ „benutzungspflichtiger Radschiebeweg“.
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