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  1. #1
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    Exclamation Radverkehrspolitik in Deutschland

    Ich starte diesen Beitrag, um im Petitionsthread nicht allzu oft am Thema vorbei zu gehen. Mit der Mitbegründung der Initiative Cycleride (IC) war mir bewusst, dass ich mit dem Thema Radverkehrspolitik ein heißes Eisen anfasse, da die Meinungen und Interessen der Radfahrer deutlich auseinander gehen, teilweise sogar völlig gegensätzlich sind. Da ich versuchen möchte, diplomatisch und korrekt zu bleiben und alle Facetten zu beleuchten, versuche ich hier herauszufinden welche gesamtheitlichen Verkehrslösungen für alle Verkehrsteilnehmer je nach Lokalität praxistauglich sind und entsprechend dazulernen. Mir ist klar, dass man es niemals allen recht machen kann, denn die Radfahrer zählen zu den inhomogensten Gruppen überhaupt. Manche brauchen nichts außer der Fahrbahn, andere wiederum kommen ohne Bordsteinradwege überhaupt nicht klar, dritte wiederum nutzen gerne Schutzstreifen oder Radstreifen und wieder andere entscheiden sich je nach Lokalität.

    Welche Verkehrslösungen sind in Deutschland (derzeit, also mit RWBP) möglich und/oder notwendig sind, damit:

    -Radfahrer zügig und sicher voran kommen (also auch Rennradfahrer).
    -Mehr Menschen Rad fahren (und dies möglichst auf den sichersten Wegen).
    -Wie Radfahrer, die fast nur auf Radwegen fahren wollen, umgestimmt werden können (oder muss man sie dazu gesetzlich zwingen?).
    -Wie Fußwegradler, die Fußgänger und korrekt Rad fahrende Kinder gefährden (zumindest bei uns passiert hier relativ oft was), auf den richtigen Weg geleitet werden können.
    -Wie das Thema Geisterradler ausgeschaltet werden kann.
    -Die Stimmung zwischen motorisiertem Verkehr und Radfahrern deutlich verbessert bzw. das Ansehen der Radfahrer gesteigert werden kann.
    -Kfz-Fahrer nicht ständig in gefährliche Fallen laufen (z.B. versteckte Radwege beim Abbiegen).
    -Verkehrsplaner dazu zu bewegen sind, zumindest in Zeiten der RWBP sich grundsätzlich an die StVO und deren VwV zu halten (derzeit machen die meisten, was sie wollen bzw. für richtig halten)
    -Der motorisierte Verkehr an verkehrsreichen Straßen möglichst wenig ausgebremst wird (und zwar *ohne* Radfahrer zu knapp zu überholen)

    Welche Mittel haben wir innerorts und außerorts in Zeiten, in denen die meisten Radwege in Deutschland unzulässig (nicht ausreichender Verkehr), falsch (zu schmal, zu unstetig etc.) oder untauglich (zunehmende Verschmutzung, hohes Fußgängeraufkommen, Falschparker, Mülltonnen etc.) sind. Was muss anders werden, was gehört grundsätzlich abgestellt oder verboten? Bitte auch die unterschiedlichen Örtlichkeiten, Verkehrsaufkommen, Verhaltensweisen (aggressive Autofahrer im Südwesten z.B.) berücksichtigen.

    Jeden Mitschreiber möchte ich bitten, jegliche Polemik möglichst zu unterlassen und sachlich zu bleiben. Jeder sollte frei seine Meinung kundtun, denn nur so funktioniert Demokratie. Bitte an folgende Verkehrsgruppen denken:

    „Normale“, gemütliche und schnelle Radfahrer, Kinder, Fußgänger, Kfz-Fahrer und auch die Verkehrsplaner, die es mit der derzeitigen StVO nicht immer einfach gemacht bekommen. Ich danke Euch für Eure konstruktive Mitarbeit.
    .
    Geändert von Don Jusi (31.10.2008 um 23:44 Uhr)
    Gruß, DJ

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  2. #2
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    So, jetzt hab ich noch kurz Zeit, Euch meine heutige Geschichte zu erzählen, die mich bewogen hat, diesen Beitrag zu eröffnen. Ich wollte einfach wissen, wie in aller Welt das weitergehen soll, was die richtigen Ansätze sind und was man radverkehrspolitisch keinesfalls tun sollte.

    Heute auf dem Weg zur Arbeit. Ich werde in Nürtingen das erste Mal von einem Kleinlaster überholt, der auf der breiten Fahrbahn noch während des Überholvorgangs - übrigens völlig unnötig - wieder nach rechts zieht. Ich fahre ca. 40, neben mir ist ein abgesetzter, viel zu schmaler Rad- und Fußweg, der grundsätzlich von Geisterradlern besiedelt ist (morgens hauptsächlich Gegenverkehr - auf der falschen Seite!). Nach heftigem Geschimpfe geht es in die L1205 hinauf nach Wolfschlugen - meine Horrorstrecke, wie ich hier ja schon oft geschrieben hatte. Zu überwinden sind hier etwa 100 HM, die ich mit sportlichen 15 km/h nehme (soll heißen, andere bremsen noch mehr aus). Diese Fahrbahn hat übrigens 13.000 Kfz/Tag. Nicht wenig, aber für unsere Breiten auch nicht allzu viel.

    http://maps.google.de/maps?q=N%C3%BC...23153&t=h&z=16

    Auf dieser Strecke hatte ich schon diverse Extremdichtüberholer angezeigt, mit mäßigem Erfolg. Aber eigentlich komme ich da nie hoch, ohne wenigstens ein Mal ordentlich gefährdet zu werden. Heute aber kam was spezielles. Ich huschte, einen Kieslaster hinter mir, gerade noch bei Spätgelb über die Ampelkreuzung (zur L1185) und verschaffte mir so etwas Luft. Der Laster holte mich dann bald wieder ein und harrte ordentlich hinter mir aus. Die Strecke ist sehr unübersichtlich und ein Überholen ist auf der schmalen Straße v.a. für LKW ein Vabanquespiel. An einer etwas längeren übersehbaren Strecke kam dann ein lautes Geräusch - ich hatte jedoch keinen Laster beschleunigen hören - von hinten. Verdutzt sah ich einen offensichtlich leeren 40-Tonner (also ein 18-Meter-Teil!!) mit Vollgas an mir vorbeirauschen, der doch glatt den Kieslaster auf diesem Extremstück überholt hatte! Gegenverkehr kam, musste heftig *bis zum völligen Stillstand* abbremsen (!), und der LKW rauschte unverdrossen weiter. Das hätte wirklich blutig ausgehen können! Es ist hier übrigens 50 wegen Fahrbahnschäden (die werden bald beseitigt, dann - oweh...). Hier gibt es nur links einen Gehweg und ich hatte beim Regierungspräsidium schon mehrfach gefordert, diesen (kaum benutzten und wenn dann durch ängstliche Radfahrer - auch bergab!!) Gehweg auf ein Mindestmaß zu reduzieren und die Breite der Bergauf-Seite zuzuschlagen. Abgelehnt.

    Weiter oben (ab Hardt) beginnt ein linksseitiger mehrfach fehlerhafter Rad-/Fußweg für beide Richtungen, den ich aus diversen Gründen meiden will/muss. Auf halber Strecke Überholt mich ein Astra mit einem Affenzahn und zwar mit minimalstem Abstand! Das war wirklich extrem eng, meine gefährlichste Situation seit Wochen. Ich flippe wieder rum, hoffe dass der Astrafahrer und auch die Nachfolgenden aufmerksam werden. Das nächste Fahrzeug überholt besser, das dritte muss wegen Gegenverkehrs bremsen - und macht es dann glatt dem Astrafahrer mit Vollbeschleunigung nach! Leute, hab ich mich heute aufgeregt!

    Jetzt die Moral der Geschichte dieser 3 km: Ich will dort hoch keine Radwege benutzen, schon gar keine linksseitigen. Nicht nur wegen der diversen Umständlichkeiten, sondern auch weil sie durch Missbrauch einfach zu gefährlich sind. Wer mir da bergab entgegenschießt riskiert mein Leben. Aber ich will auch nicht jeden Morgen diese Mörderstraße mit Beinaheunfällen hoch fahren! Alternativstrecken gibt es nur mit reichlich Umweg und v.a. (in Hardt) mit saftigen 15 %.

    Es gibt also folgende Möglichkeiten:

    - Nicht mehr Rad fahren - Auto fahren.
    - Nur noch in der Freizeit fahren - andere Strecke (habe keine Freizeit, also gar nicht).
    - Auf dem Gehweg fahren und mit anderen Bergab-Gehwegradlern rechnen. Bei einem heftigen Schlenker lande ich allerdings im Blech-Gegenverkehr auf der Fahrbahn.
    - Mittig fahren (habe ich schon getestet, der Terror (drangsalieren und hupen) ist unerträglich und man wird bei dann freier Gegenfahrbahn mit voller Absicht geschnitten - zur "Strafe"!?).
    - Oben auf den Radweg fahren und aufgrund der fehlenden Furtmarkierungen (beim Industriegebiet) warten bzw. Risiken eingehen.
    - Dem Staatsministerium mein Leid klagen, Abhilfe fordern (und Streckensperrung riskieren).
    - Aufklärungsarbeit betreiben (Flyer an der unteren Ampel verteilen).
    - Den Helm absetzen (laut einigen Privatuntersuchungen wird man helmlos vorsichtiger überholt).
    - Ein Samuraischwert flexibel am Lenker nach links gerichtet montieren (in der Stadt rollen dann die .....)

    Es fährt übrigens fast kein Schüler von Wolfschlugen in die benachbarte Schulstadt Nürtingen, alle fahren Bus oder Mama-Taxi. Letzte Woche sah ich zwei vollbesetzte Gelenkbusse (also locker 3-stellige Passagierzahlen) da runter fahren, dann kamen zwei Autos und ein Roller und direkt danach ein dritter voller Gelenkbus. Also alles auf ca. 150 Meter. So siehts aus!

    Jetzt frage ich Euch, was ist an dieser Stelle praktikabel? Wie bekommt man hier zudem Menschen aufs Rad? Selbst Polizisten sagten mir, dass sie dort nie mit dem Rad fahren würden, schlicht zu gefährlich. Mein Problem aber ist, dass dies bei weitem nicht die einzige gefährliche Strecke bei uns ist.

    Ich sterbe dort noch....
    .
    Gruß, DJ

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  3. #3
    siggi Gast
    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Jetzt frage ich Euch, was ist an dieser Stelle praktikabel? Wie bekommt man hier zudem Menschen aufs Rad? Selbst Polizisten sagten mir, dass sie dort nie mit dem Rad fahren würden, schlicht zu gefährlich. Mein Problem aber ist, dass dies bei weitem nicht die einzige gefährliche Strecke bei uns ist.

    Ich sterbe dort noch....
    .
    Wenn ich ein Auto oder einen LKW Fahre habe ich nicht das Bedürfnis einen Radfahrer vor mir umzufahren, egal wie eng oder wie steil die Strasse gerade ist.
    Das viele Kraftfahrer heute überfordert sind, wenn sie hinter Radfahrern hinterher fahren müssen, ist das Ergebnis dieser ganzen Reviertrennung.

    Zuerst mal schaff dir einen Helmspiegel an - das meine ich ernst.

    Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kannst Du ganz genau abschätzen in welchem Abstand man dich gleich überholt. Wenn Du merkst es könnte eng werden fahre dann ganz einfach unberechenbar die Strasse dort hoch, mache Schlenker o.ä..

  4. #4
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    Zitat Zitat von siggi Beitrag anzeigen
    Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kannst Du ganz genau abschätzen in welchem Abstand man dich gleich überholt. Wenn Du merkst es könnte eng werden fahre dann ganz einfach unberechenbar die Strasse dort hoch, mache Schlenker o.ä..
    Also ich glaube, wenn ich den Astrafahrer soo kommen sehen hätte, wäre ich in den Graben abgebogen - freiwillig!!
    .
    Gruß, DJ

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  5. #5
    Avatar von UK_Uli
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    Teste mal: wenn sich ein Auto nähert kurz nach links den Kopf drehen... ich merke bei uns da schon einen Unterschied wie dicht man dann anschliessend überholt wird... ich habe den Eindruck es wird dann mehr Abstand eingehalten.

  6. #6
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    Zitat Zitat von UK_Uli Beitrag anzeigen
    Teste mal: wenn sich ein Auto nähert kurz nach links den Kopf drehen... ich merke bei uns da schon einen Unterschied wie dicht man dann anschliessend überholt wird... ich habe den Eindruck es wird dann mehr Abstand eingehalten.
    Diesen Eindruck hatte ich so auch schon. Allerdings haben mir wieder andere gesagt, "mach das bloß nicht, sonst denken die, "er hat mich ja gesehen" und überholen trotz aller Enge".

    Aber die Frage ist ja auch, was macht die Radfahrende Bevölkerung bei so einem ständigen Terror in Sachen Radverkehrspolitik, was machen die Verkehrsplaner, was darf sein, was nicht?
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    Gruß, DJ

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  7. #7
    Avatar von UK_Uli
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    ich denke dass Autofahrer durch die leichte Kopfbewegung den Eindruck bekommen du willst abbiegen, oder du merkst dir das Kennzeichen.... , auf jeden Fall bekommt der Autofahrer mit, daß da jemand fährt...

  8. #8
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    Nun, mein persönliches Problem an der Strecke betreffend müsste ich bei 13.000 Kfz/Tag quasi permanent Kopf schütteln und Schlenker fahren.

    Aber eine Dauerlösung wird das natürlich nicht, schon gar nicht für alle Sorten von Radfahrern. Es sei denn, der Bundesverkehrsminister gibt ebenfalls solche Tipps. Und wenn es dann alle tun, wirkt es nicht mehr.
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    Gruß, DJ

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  9. #9
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    Zitat Zitat von UK_Uli Beitrag anzeigen
    ich denke dass Autofahrer durch die leichte Kopfbewegung den Eindruck bekommen du willst abbiegen, oder du merkst dir das Kennzeichen.... , auf jeden Fall bekommt der Autofahrer mit, daß da jemand fährt...
    Ich habe das auch schon bemerkt, führe das aber eher auf die Tatsache zurück, dass man beim Umdrehen unweigerlich etwas von seiner Spur abweicht, vor allem bei langsamerer Fahrt. Dadurch fällt es manchen Autofahrern auf, dass ein größerer Abstand vielleicht angebrachter wäre.

    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Also ich glaube, wenn ich den Astrafahrer soo kommen sehen hätte, wäre ich in den Graben abgebogen - freiwillig!!
    .
    Nach Gehör reicht auch schon manchmal. Schon 'ne Weile her: Auf einer kurvigen Landstraße, leicht bergauf, hör ich hinter mir plötzlich heftiges Reifenquietschen. In dem Moment hätte jeder gewagte Blick nach hinten eventuell wertvolle verlorene Sekundenbruchteile bedeutet. Ich also direkt ab zur Seite aufs rettende Grün. Zum Glück war da keine Leitplanke. Der Fahrer hatte wohl gepennt. Aber was hätte mir das auf der Fahrbahn Bleiben genutzt, wenn ich zwar im Recht aber dann tot gewesen wäre?

    Radfahrer sind Teil des Straßenverkehrs. Damit's keine Probleme gibt, müssen die Fahrbahnen breit genug sein. So einfach!

    Beispiel: Gestern bin ich ein Stück auf einer Bundesstraße ohne(!) Radweg gefahren. Erstens war die Fahrbahn breit genug, dass einen Autos problemlos überholen konnten, auch bei Gegenverkehr. Zweitens war die rechte Fahrbahnmarkierung in großzügigem Abstand vom Asphaltrand angebracht, wodurch ein gut befahrbarer Seitenstreifen (oder heißt's offiziell Randstreifen?) entstand, der ja für KFZ tabu ist, aber von Radfahrern befahren werden darf (aber nicht muss). War ideal, keinerlei Stress. Bin mehr oder weniger auf dieser Markierung entlang gefahren. Bis dann dieser Abschnitt zuende war und links ein Radweg anfing. Die Gesamtstraßenbreite (Fahrbahn + grüner Trennstreifen + Radweg) war deutlich breiter als vorher, während die Fahrbahn selbst schmaler wurde, aber immer noch gerade ausreichend breit war für Fahrrad und überholende Autos bei Gegenverkehr. Der Randstreifen war dann auch noch zu minimaler Breite geschrumpft. Radweg wie üblich in eher mittelmäßigem Zustand (bzgl. Breite, Schlaglöcher etc.) und natütlich in gefährlicher Art und Weise über Knotenpunkte geführt. Bin da auf der Fahrbahn weitergefahren, aber erstens war es wieder ein Stückchen unangenehmer mit den überholenden Autos als auf dem radwegfreien Stück vorher und zweitens war immer wieder dieses ungute Gefühl, da jetzt regelwidrig zu fahren.

    Wäre doch wirklich so einfach!

    Besser und gleichzeitig billiger.


    .

  10. #10
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    So jetzt mal mein Beitrag zum Thema Radverkehrspolitik:

    Zitat Prof. der TU Dresden in der Vorlesung Raum- und Verkehrsplanung: "1,2m Radweg ist besser wie kein Radweg schließlich wollen wir die ganzen Älteren und Kinder nicht wegdrängen. Auch wenn wir wissen das das fahren auf dem Radweg gefählicher ist wie auf der Straße"

    Dann wurde das ganze noch mit ner Powerpoint untermalt: wo die Breite des Radweges auf 1,2m begrenzt war und direkt an eine Parkspur vorbei führte.

    Ich frage mich wie kann es besser werden, wenn man schon der Uni solchen Unsinn verbreitet.....
    "ey ein 42er Schnitt.................weißt du wie schlecht das ist?" Erik Zabel in Höllentour

  11. #11
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    @50: Es ist halt so, dass wir in D wirklich viel Flächenversiegelung betreiben. Aus diesem Grund hatten die Grünen vor Jahren sogar mal beantragt, die Autobahnspuren zu verschmälern, was jedoch - zum Glück - aus Sicherheitsgründen abgelehnt wurde.

    Da scheint es zu gehen.

    Wenn die Kfz-Fahrer nicht innerorts immer rechts dichtmachen würden, hätte ich eigentlich kein Problem, überbreite Fahrbahnen als DIE Lösung zu betrachten, gerade bei stark befahrenen Strecken. Bei hohen Tempi der Kfz(außerorts) ist mir aber auch hier schon zu viel passiert, teilweise mit voller Absicht. Außerdem überholt dann der Gegenverkehr öfters, obwohl Du ja entgegenkommst (und die Familie hinter Dir her).

    Du scheinst Seitenstreifen mit Standstreifen verwechselt zu haben? Seitenstreifen haben fast alle Fahrbahnen.
    .
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  12. #12
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    Zitat Zitat von Seniorenzivi Beitrag anzeigen
    So jetzt mal mein Beitrag zum Thema Radverkehrspolitik:

    Zitat Prof. der TU Dresden in der Vorlesung Raum- und Verkehrsplanung: "1,2m Radweg ist besser wie kein Radweg schließlich wollen wir die ganzen Älteren und Kinder nicht wegdrängen. Auch wenn wir wissen das das fahren auf dem Radweg gefählicher ist wie auf der Straße"

    Dann wurde das ganze noch mit ner Powerpoint untermalt: wo die Breite des Radweges auf 1,2m begrenzt war und direkt an eine Parkspur vorbei führte.

    Ich frage mich wie kann es besser werden, wenn man schon der Uni solchen Unsinn verbreitet.....
    Da muss man sich ganz einfach sofort und vehement dagegen wehren! Wenn meine Mitarbeiter und ich die Zeit hätten, könnten wir jeden Tag offizielle PM und Gegendarstellungen an die Presse mailen.
    .
    Gruß, DJ

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  13. #13
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    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Du scheinst Seitenstreifen mit Standstreifen verwechselt zu haben? Seitenstreifen haben fast alle Fahrbahnen.
    .
    Nein, ich meine die Seitenstreifen StVO §2 (4). Möglicherweise ist das das selbe wie Standstreifen (nennt man wohl so auf Autobahnen)?

    Diese Seitenstreifen können durchaus breiter sein. Sie sind außerhalb der rechten Fahrbahnbegrenzung, also nicht mehr Teil der Fahrbahn, sind aber keine 'Radfahrstreifen'. Autos dürfen da keine drauf, dürfen da also auch nichts dicht machen. Radfahrer dürfen diese Seitenstreifen aber benutzen. Wenn die Fahrbahn dann auch noch breit genug ist, ziehen überholende Autofahrer normalerweise auch noch etwas nach links, so dass Du da als Radfahrer insgesamt wirklich ausreichend Sicherheitsraum hast.

    Das mit dem Versiegeln von Flächen ist ja Humbug. Zusätzliche Radwege benötigen ja auch Fläche. Und ob nun eine Straße ein, zwei Meter breiter ist oder nicht, wird wohl kaum einen Unterschied machen. Nach meiner Einschätzung ging (geht) es den Grünen eher um das Durchsetzen der Ideologie, den Autofahrern den Spaß zu vermiesen. Dass die Radfahrer jetzt die leidtragenden sind, zeigt mal wieder wie derartige ideologischen Ansätze auch nach hinten losgehen können.

  14. #14
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    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    ..., was machen die Verkehrsplaner, ...?
    Die stellen dir einen Radweg neben der Fahrbahn zur Verfügung. Don, Don, Don? Jetzt klingelt's bei mir - Don Quichotte! Bedenke, der hatte immer eine Art Schutzengel bei sich mit dem Namen Sancho Pansa. Wie heisst dein Schutzengel, den du m.E. dringend braucht bei deinen beschriebenen selbstgefährdenden rechtswidrigen Handlungen...?

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  15. #15
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    Zitat Zitat von Seniorenzivi Beitrag anzeigen
    ... gefährlicher ist wie auf der Straße"...
    Hat der echt "wie" im vergleichenden Nebensatz gesagt? Toll! Kann der auch Deutsch?

    RREbi
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  16. #16
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    für mich sind diese Seitenstreifen das Ideal:
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  17. #17
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    Zitat Zitat von marakash Beitrag anzeigen
    für mich sind diese Seitenstreifen das Ideal:
    Jedenfalls besser als vieles, was man uns sonst so zumutet.

    Aber das, was Du da zeigst, sieht schon wieder mehr nach einem 'Radfahrstreifen' aus (2 Begrenzungslinien), wo dann ein übereifriger Verkehrsplaner auf die Idee kommen könnte, da unnötigerweise ein Blauschild aufzustellen, bzw. übereifrige Autofahrerschulmeister sich genötigt fühlen könnten, Dich auf jeden Fall auf diesen Streifen zu drängen, vor allen Dingen auch auf anderen Straßen, wo dann nicht mehr so viel Platz ist, wie auf Deinem Bild.

    Etwas unauffälliger wäre mir lieber, nur ein Strich mit großem Abstand zum rechten Asphaltrand. Dann mit dem Rad immer am Strich entlang fahren mit Ausweichraum nach rechts. Und die Fahrbahnspur müsste ausreichend breit sein, so dass Autofahrer zum rechten Randstrich (und dem Radfahrer) problemlos Abstand halten können, auch bei Gegenverkehr. Bei schmalerem Seitenstreifen würde ich entsprechend meinen Abstand zum rechten Asphaltrand beibehalten und dadurch automatisch wieder etwas weiter auf die Fahrspur kommen. Der wichtigste Aspekt wäre, dass ich mit dem Rad nie auf einer gesonderten Spur fahren müsste, an Knotenpunkten wäre alles viel klarer und einfacher.

  18. #18
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    Zitat Zitat von RREbi Beitrag anzeigen
    Hat der echt "wie" im vergleichenden Nebensatz gesagt? Toll! Kann der auch Deutsch?

    RREbi
    Offensichtlich nicht so gut wie Du. Bekommst ein Bienchen.

  19. #19
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    Zitat Zitat von Thomasch Beitrag anzeigen
    Offensichtlich nicht so gut wie Du. Bekommst ein Bienchen.
    Habe ich ja auch lange dran gelernt...oder ist das mit dem "wie" sächsisch? Solche sprachlichen Gemeinheiten kenne ich sonst nur aus Bayern, die mich auch regelmäßig verwirren mit ihrem "Deutsch".
    Was ist ein Bienchen? Die fiesen sechsbeinigen Honigproduzenten, die gerne mal in den Helm fliegen?

    RREbi
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  20. #20
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    Zitat Zitat von RREbi Beitrag anzeigen
    Hat der echt "wie" im vergleichenden Nebensatz gesagt? Toll! Kann der auch Deutsch?

    RREbi
    Hast heute Montagslaune??
    .
    Gruß, DJ

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