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  1. #141
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    Zitat Zitat von seep Beitrag anzeigen
    Ich mache das übrigens auch, wenn mir auf solchen einspurigen Wegen jemand entgegenkommt. Es gibt reichlich Autofahrer, die dir mit 75 km/h oder noch schneller entgegengeheizt kommen. Wenn ich mich da an den Rand verkrümeln würde, würde beim Autofahrer ein Gedankenprozess "passt das? ach, hat bisher immer gepasst" einsetzen und er hält drauf. "Blockiere" ich die gesamte Fahrbahn, kommt er gar nicht auf die Idee und wird langsamer. Wenn er dann 30m vor mir ist, fahre ich rechts ran, alle sind entspannt, alle freuen sich, keiner hat Schrammen am Lack und alle haben überlebt.
    Ganz mein Stil. Bei manchen Halbdackeln hilft aber auch nicht mal das. Einer hat mal voll draufgehalten, unsere Gruppe ist halb im Waldboden versunken.
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    Gruß, DJ

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    "Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht!" Ulrich Kasparick, ehem. parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums

  2. #142
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    Zitat Zitat von Thorsten Beitrag anzeigen
    ... Der Hammer war aber, das die Frau selber in Radklamotten gekleidet war und im Kofferraum ein Rennrad lag. ...
    Glaubt wirklich jemand, dass Rennradfahrer weniger egoistische Menschen seien und nicht auf ihren eigenen, minimalen (Zeit-)Vorteil bedacht sind wie heutzutage sehr viele Zeitgenossen? Wie schon mal an anderer Stelle geschrieben, mein Aha-Erlebnis diesbezüglich war die Heimfahrt per Rad nach einem Alpen-Marathon. Noch nie wurde ich von so vielen Autofahrern so extrem eng überholt wie dort - und 90% davon hatten die Rennräder auf dem Dach oder im Kofferraum.
    Viele Grüße, Birdman

  3. #143
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    Mit "Zeichen" geben habe ich schlechte Erfahrungen: Der Typ hielt an und wollte es wissen ...da habe ich gesagt "Hey, ich wollte nur prüfen woher der Wind weht."

  4. #144
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    Zitat Zitat von Birdman Beitrag anzeigen
    Glaubt wirklich jemand, dass Rennradfahrer weniger egoistische Menschen seien und nicht auf ihren eigenen, minimalen (Zeit-)Vorteil bedacht sind wie heutzutage sehr viele Zeitgenossen? Wie schon mal an anderer Stelle geschrieben, mein Aha-Erlebnis diesbezüglich war die Heimfahrt per Rad nach einem Alpen-Marathon. Noch nie wurde ich von so vielen Autofahrern so extrem eng überholt wie dort - und 90% davon hatten die Rennräder auf dem Dach oder im Kofferraum.
    Das kann fast nur der Dolomiten-Radmarathon in I gewesen sein, stimmt's?

    Bei mir ist es jedenfalls gerade andersrum. WEIL ich weiß, wie unangenehm und gefährlich knappe Überholmanöver für Radfahrer sind, überhole ich extra großzügig und bin z.T. auch richtig penetrant, wenn sich hinter mir Autos sammeln, weil es nicht so 100% einwandfrei zu überholen geht. Deren Fahrer köcheln dann etwas. Dann: Blinker raus, ganz nach links und ab.

    Diese "passive" Erziehung ist momentan die einzige Möglichkeit, die unsereins anwenden kann, um die Rechtslage salonfähig zu machen.
    .
    Gruß, DJ

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  5. #145
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    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Das kann fast nur der Dolomiten-Radmarathon in I gewesen sein, stimmt's?
    Nee, war im Tannheimer Tal. Okay, ob das schon richtige Alpen sind, kann man sich drüber streiten (auch wenn ich da letzte Woche schon mit dem Crosser im Schnee rumgefahren bin).

    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    Bei mir ist es jedenfalls gerade andersrum. WEIL ich weiß, wie unangenehm und gefährlich knappe Überholmanöver für Radfahrer sind, überhole ich extra großzügig und bin z.T. auch richtig penetrant, wenn sich hinter mir Autos sammeln, weil es nicht so 100% einwandfrei zu überholen geht. Deren Fahrer köcheln dann etwas. Dann: Blinker raus, ganz nach links und ab.
    Genau so praktiziere ich das auch. Das gibt fast jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit dann immer eine nette Schlange hinter meinem Auto, wenn ich die teils unübersichtliche, kurvige 11%-Steigung hinter einem Radler herfahre.

    Andersrum finde ich es aber auch nur fair, wenn man als Radfahrer vor allem auf unübersichtlichen Bergstrecken den Autofahrern Zeichen zum Überholen gibt oder wenn möglich auch mal 'nen Laster an einer Ausweichstelle vorbeiziehen lässt. Fast alle bedanken sich hierfür auch in der Regel.
    Viele Grüße, Birdman

  6. #146
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    Zitat Zitat von Birdman Beitrag anzeigen
    Das gibt fast jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit dann immer eine nette Schlange hinter meinem Auto, wenn ich die teils unübersichtliche, kurvige 11%-Steigung hinter einem Radler herfahre.
    Grünwald? Das ist die Pest mit dem Fahrrad.
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  7. #147
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    Zitat Zitat von Birdman Beitrag anzeigen
    ....
    Andersrum finde ich es aber auch nur fair, wenn man als Radfahrer vor allem auf unübersichtlichen Bergstrecken den Autofahrern Zeichen zum Überholen gibt oder wenn möglich auch mal 'nen Laster an einer Ausweichstelle vorbeiziehen lässt. Fast alle bedanken sich hierfür auch in der Regel.
    Klar ärgern tue ich mich manchmal auch. Aber was du machst, ist die beste Reklame für uns. Mach ich auch so.
    On cesse pas de pédaler quand on vieillit … on vieillit quand on cesse de pédaler. (Anonyme)

  8. #148
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    So reagiert man richtig

    http://youtu.be/Pn6ie1zCkZU?t=37s


  9. #149
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    Zitat Zitat von Chris_2014 Beitrag anzeigen
    So reagiert man richtig

    http://youtu.be/Pn6ie1zCkZU?t=37s
    Was alles passieren kann, wenn man einfach bei rot über die Kreuzung fährt! (selber Trailer kurz vor Ende: http://youtu.be/Pn6ie1zCkZU?t=2m16s)

  10. #150
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    Zitat Zitat von seep Beitrag anzeigen
    Was alles passieren kann, wenn man einfach bei rot über die Kreuzung fährt! (selber Trailer kurz vor Ende: http://youtu.be/Pn6ie1zCkZU?t=2m16s)
    gute Beobachtung.


    Ich setze auf Deeskalation



    Cooler Film gibts bei http://www.fratelli-cycle.de/

    ok ist Werbung. Aber der Film hat eine entspannende Wirkung und ist sozusagen geschichtsträchtiges Kulturgut. Der echte Brügelmann taucht auf. Walter Röhrl und auch Peter Konopka!

  11. #151
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    Von den Knapp-Überholern gibt es nach meiner bisherigen Erfahrung mehrere Typen:

    Typ A: völliges Fehlen von räumlichen Denkvermögen, hat einfach keinen Plan wie groß sein Auto inkl. Seitenspiegel ist und überholt halt wenn er denkt es passt.

    Typ B: überholt trotz durchgezogener Mittellinie, aber im Stile der guten, alten Fahrschuldoktrin "Stellen Sie sich vor, die weiße Linie ist eine Mauer! Sie darf in keinem Fall überfahren werden!" Der Radfahrer aber wohl schon, denkt der Autofahrer und überholt engstmöglich, aber die weiße Linie bleibt unberührt. Seltsamerweise ist Typ B oftmals weiblich...

    Typ C: der mit Zorn im Bauch. Weit und breit kein Gegenverkehr, Platz zum Überholen ohne Ende, sieht aber beim Anblick eines Helmes und Trikots rot. Der ( vom Landwirt völlig verdreckte und prinzipiell somit unbefahrbare) Radweg ist letztendlich der Anlass nochmals kräftig aufs Gas zu treten und hauchdünn am Zweirad vorbeizudonnern. Mein ist die Strasse lautet hier das Motto...

    Ich habe mir angewöhnt, bei zu engem Überholen mit der Hand in der Hoffnung auf einen Blick in den Rückspiegel ein Zeichen zu geben, dass das so nicht in Ordnung ist. Ob es hilft... Da kann ich nur von mir ausgehen. Auch ich muss mit dem Auto Radfahrer überholen, bin aber im Gegenzug entsprechend sensibilisiert. Will heißen, großzügig überholen und anschließend Blick in den Rückspiegel.
    “Gar nichts erlebt. Auch schön.”

  12. #152
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    Zitat Zitat von rumplex Beitrag anzeigen
    Grünwald? Das ist die Pest mit dem Fahrrad.
    Yepp, genau dort. Wobei es sich minimal entspannt hat, seit auf beiden Uferseiten jetzt Tempo 30 gilt. Wobei ich seither auch eine Menge neuer Freunde gewonnen habe, weil ich auch im Auto da mit maximal 40 hoch und runter bewege.
    Viele Grüße, Birdman

  13. #153
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    Zu dicht überholt werden ist ein leidiges Thema. Ich habe mich in dem jetzt schon recht langen Fred oft wiedergefunden. Abgesehen davon, dass ich fest der Überzeugung bin, dass ein Glück nur eine Minderheit von Autofahrern uns Radfahrer – gleich welcher Art – gefährdet, sind es immer noch zu viel zu viele, die aus diversen Gründen zu dicht überholen.

    Sich dagegen zu wehren ist offenbar sehr schwierig. Der Versuch jeden Autofahrer, der einen gefährdet hat, zur Rede zustellen, wie auch immer, ist einfach viel zu zeitaufwendig. Anderseits sollte man es auch nicht stillschweigend geschehen lassen, sonst ändert sich da ja nie was. Wenn ich im Alltag unterwegs bin, habe ich mittlerweile eine Airzound dabei. Nach dem Ton kann man sich wenigstens sicher sein, dass es wenigstens einen Blick in den Rückspiegel gibt. Es ist immerhin ein kleines „Hallo du Idiot!“

    Ich möchte aber noch eine Story platzieren, die ich schon bezeichnend finde und an die ich immer wieder mal denken muss:

    Ich war mit einer 3-Mann Rennradgruppe auf einer zügigen Ausfahrt. Auf einer Landstraße mit linksseitig geführtem, abschnittsweise benutzungspflichtigem Radweg. Wir sind auf einem Abschnitt dieser Landstraße unterwegs, bei der keine Benutzungspflicht besteht. Die Straße ist quasi leer, kein Verkehr. Wir fahren hintereinander. Unsere Gruppe hat sich gerade etwas verloren, daher mit einem Abstand von ca. je 50–100 Metern. Ich fahre hinten: Plötzlich rauscht ein Kleintransporter mit langem beladendem Anhänger extrem dicht, also wenige Zentimeter an mir vorbei. Ich erschrecke sehr, schwanke und denke mir natürlich „so ein *********“. Da sehe ich, dass er genau das gleiche bei meinen Vorausfahrenden durchzieht. Nachdem er den letzten, von uns, den an der Spitze Vorausfahrenden auch noch offensiv geschnitten hatte, bremst er relativ scharf und fährt mit seinem Vehikel auf einen Wertstoffhof.

    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“. …

    Wir haben ihm dann erzählt, dass das was er da macht, im Grunde ein Angriff war. Er hat uns bewusst gefährdet. Ob der Radweg benutzungspflichtig ist oder nicht (was er ja noch nicht mal war), spielt dabei überhaupt gar keine Rolle.
    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.

    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?

  14. #154
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?
    Na klar hätte das was gebracht. An so einen Ochsen-Polizisten kann man hierzulande gar nicht geraten, dass so was im Sande verläuft. Vor allem, wenn Ihr unisono so was zu Protokoll gebt:

    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.
    Ich könnt damit übrigens das Leben von einem Radfahrer retten. Das ist kein Petzen oder so sondern eine echte Notwendigkeit! Ich mache so was immer online. Natürlich nur die gröbsten Kracher, sonst wäre ich permanent am tippen.
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    Gruß, DJ

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  15. #155
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    @Haifischzahn.


    gebracht hätte es warscheinlich nur was für die Staatskasse wenn der Mann wie auch immer verurteilt worden wäre. Bestraft werden bedeutet ja nicht gleich auch einsehen, das man was falsch gemacht hat.

    Für sein Bewustsein würde es meiner Meinung nach nur was bringen wenn er die Situation mehrmals von der anderen Seite erleben dürfte.

  16. #156
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    @Don Jusi hier in Bayern kann man, soweit ich weiß, Strafanzeigen leider nicht online erstatten. Ja, wenn es dafür eine App gäb könnte man das gleich unterwegs machen ;-)

  17. #157
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    @Don Jusi hier in Bayern kann man, soweit ich weiß, Strafanzeigen leider nicht online erstatten. Ja, wenn es dafür eine App gäb könnte man das gleich unterwegs machen ;-)
    Eine App? Also bei einer Anzeige muss man schon einigermaßen tippen können, sonst dauert das zu lange und dann kann man besser gleich zur Polizei. Am Besten gleich nach dem Vorfall zu dritt!

    Stimmt, Bayern geht noch nicht:

    http://www.online-strafanzeige.de/in...e-strafanzeige

    Das Ganze klingt so, als als sollten die Opfer möglichst nicht auf die Idee kommen, die Polizei zu "belästigen".

    Unser Ratschlag: Eine Strafanzeige ist in der Regel ein schwerwiegender Eingriff in den persönlichen Lebensbereich anderer Menschen. Bedenken Sie bitte gründlich, ob Sie wirklich eine Online-Strafanzeige stellen möchten. Wir empfehlen, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen und mit Freunden oder der Familie zu sprechen. Zudem sollten Sie sich durch einen spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen!

    .
    Gruß, DJ

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  18. #158
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    ...
    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“
    ...
    Ja, solche Erlebnisse kommen gelegentlich vor, zum Glück aber doch recht selten. Ganz Ähnliches hatte ich auch schon mal erlebt. War sogar noch etwas krasser, denn das dichte Überholen war ein überdeutliches Abdrängungs-Drohmannöver, das so eng geriet, dass es sogar zu einer "Feindberührung" an der Seitenwand des Sprinters kam. Ich (außer mir und auf 180 - mindestens, und nicht mehr so ganz besonnen), nachdem ich ihn kurz darauf an seiner nächsten Lieferstelle eingeholt hatte: "Willst du mich umbringen??!!!!", er: "Du bringst dich ja selber um! Fahr gefälligst auf dem Radweg!" und "Du hast ja keine Zeugen". Von ruhiger Frage und Antwort, vernünftiger Argumentation und eventueller Einsicht war unsere "Unterhaltung" weit entfernt. Da regiert das Adrenalin pur.

    Zunächst wollte ich Anzeige erstatten, hatte aber erst mal was Dringenderes und Wichtigeres zu erledigen. Dann wurde mir klar:
    1. Ich hatte keinen nachweisbaren Schaden, mir war körperlich nichts passiert, weil ich einen Sturz hatte verhindern können.
    2. Er würde seine Tat nicht zugeben, Aussage gegen Aussage, keine Zeugen.

    Ich habe mich dann damals gegen eine Anzeige entschieden, unter anderem auch deshalb, weil mir das für mich als zu aufwendig und wenig aussichtsreich vorkam (selbst als Online-Vorgang). Möglicherweise würde ich es heute anders entscheiden, aber nur bei einem wirklich ähnlich massiven Angriff.


    An dieser Stelle als Tipp noch ein (manchmal) wirksames Argument, das durch einen leichten Überraschungseffekt den "Helden" unmittelbar recht kleinlaut werden lassen kann, wenn es gelingt, es möglichst ruhig vorzutragen: "Brauchen Sie Ihren Führerschein denn noch (beruflich)?"



    Zitat Zitat von Don Jusi Beitrag anzeigen
    ...
    Das Ganze klingt so, als als sollten die Opfer möglichst nicht auf die Idee kommen, die Polizei zu "belästigen".
    Unser Ratschlag: Eine Strafanzeige ist in der Regel ein schwerwiegender Eingriff in den persönlichen Lebensbereich anderer Menschen. Bedenken Sie bitte gründlich, ob Sie wirklich eine Online-Strafanzeige stellen möchten. Wir empfehlen, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen und mit Freunden oder der Familie zu sprechen. Zudem sollten Sie sich durch einen spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen!
    .
    Naja, das Adrenalin erst mal verpuffen zu lassen, ist schon ein sinnvoller Vorschlag. Das Internet rennt ja nicht weg.

  19. #159
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    Zitat Zitat von haifischzahn Beitrag anzeigen
    Zu dicht überholt werden ist ein leidiges Thema. Ich habe mich in dem jetzt schon recht langen Fred oft wiedergefunden. Abgesehen davon, dass ich fest der Überzeugung bin, dass ein Glück nur eine Minderheit von Autofahrern uns Radfahrer – gleich welcher Art – gefährdet, sind es immer noch zu viel zu viele, die aus diversen Gründen zu dicht überholen.

    Sich dagegen zu wehren ist offenbar sehr schwierig. Der Versuch jeden Autofahrer, der einen gefährdet hat, zur Rede zustellen, wie auch immer, ist einfach viel zu zeitaufwendig. Anderseits sollte man es auch nicht stillschweigend geschehen lassen, sonst ändert sich da ja nie was. Wenn ich im Alltag unterwegs bin, habe ich mittlerweile eine Airzound dabei. Nach dem Ton kann man sich wenigstens sicher sein, dass es wenigstens einen Blick in den Rückspiegel gibt. Es ist immerhin ein kleines „Hallo du Idiot!“

    Ich möchte aber noch eine Story platzieren, die ich schon bezeichnend finde und an die ich immer wieder mal denken muss:

    Ich war mit einer 3-Mann Rennradgruppe auf einer zügigen Ausfahrt. Auf einer Landstraße mit linksseitig geführtem, abschnittsweise benutzungspflichtigem Radweg. Wir sind auf einem Abschnitt dieser Landstraße unterwegs, bei der keine Benutzungspflicht besteht. Die Straße ist quasi leer, kein Verkehr. Wir fahren hintereinander. Unsere Gruppe hat sich gerade etwas verloren, daher mit einem Abstand von ca. je 50–100 Metern. Ich fahre hinten: Plötzlich rauscht ein Kleintransporter mit langem beladendem Anhänger extrem dicht, also wenige Zentimeter an mir vorbei. Ich erschrecke sehr, schwanke und denke mir natürlich „so ein *********“. Da sehe ich, dass er genau das gleiche bei meinen Vorausfahrenden durchzieht. Nachdem er den letzten, von uns, den an der Spitze Vorausfahrenden auch noch offensiv geschnitten hatte, bremst er relativ scharf und fährt mit seinem Vehikel auf einen Wertstoffhof.

    Wir sind direkt hinterher gefahren und haben den Menschen gefragt, was das für eine Aktion war. Er, ein Handwerker, steigt aus seinem Kleintransporter mit doppelbereiften Hänger aus und meint original: „Ihr dürft da gar net fahren!“ Ist Ihnen klar, dass sie uns bewusst geschnitten und massiv gefährdet haben? Fragen wir ihn. „Ja, klar, ihr müsst auf den Radweg“. …

    Wir haben ihm dann erzählt, dass das was er da macht, im Grunde ein Angriff war. Er hat uns bewusst gefährdet. Ob der Radweg benutzungspflichtig ist oder nicht (was er ja noch nicht mal war), spielt dabei überhaupt gar keine Rolle.
    Interessant war, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst war. Das Gespräch hat sich im Kreis gedreht. Und ich bin mir ziemlich sicher, er wird es wieder tun, wenn sich die Gelegenheit bietet.

    Das Wetter war topp, wir sind direkt weitergefahren. Meint ihr es hätte etwas gebracht, wenn wir zu dritt direkt eine Anzeige aufgegeben hätten? Oder hätte wir da eine Stunde für nichts investiert?
    Vorsätzliche Tat und ihr ward zu dritt. Da bringt es mit Sicherheit was. Ich nicht nachvollziehen warum ihr keine Anzeige erstatttet habt??
    Geändert von Coswiger (25.11.2014 um 12:39 Uhr)
    Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

  20. #160
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    Yep, direkt zu nächsten Polizeidienststelle und Anzeige machen. Uneinsichtigkeit gehört bestraft.
    Da er als Handwerker sicherlich auf den Lappen angewiesen ist, dürfte das ganze recht unangenehm für ihn werden, zumal Aussage Drei gegen Einen.
    Hätte er allerdings auf die Ansprache hin anders reagiert -sprich Einsicht bekannt- na ja, müssig darüber zu diskutieren...
    “Gar nichts erlebt. Auch schön.”

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