heute möchte ich eine Idee zur Diskussion stellen, die uns vielleicht bei dem leidigen Thema RWBP weiterhilft. Das Thema wird hier im Forum immer wieder diskutiert und die vorherrschende Meinung ist eindeutig. Allerdings ist den meisten von uns wohl klar, das sich wenig verändert, solange nur die Betroffenen (wir) das Thema diskutieren.
Konkrete Initiativen zu einer Verbesserung der Situation richten sich zumeist, an die Verantwortlichen vor Ort, die sich wiederum gerne hinter der Gesetzeslage verstecken. Diese zu ändern ist nicht ganz einfach, würde im Idealfall aber den nachhaltigsten Erfolg bedeuten.
Das normale Gesetzgebungsverfahren erfordert Politiker, die sich für ein Thema engagieren und ausreichend viele Kollegen übverzeugen. Nun gut, da brauchen wir derzeit wohl nicht viel Hoffnung haben.
Nun zur Idee. Wenn diejenigen hier im Forum, die sich qualifiziert mit der RWBP auseinander gesetzt haben eine sachlich fundierte Petition einbringen und wir und andere Radfahrer(verbände) diese durch Unterzeichnung unterstützen, sollte es möglich sein ausreichenden Druck und Medieninteresse zu erzeugen, um endlich voran zu kommen.
Nur zum Vergleich, die Idee kam durch einen Pressebericht, der über eine Petition mit 10.000 Unterstützern berichtete. Die sollten wir doch wohl mindestens zusammen bringen. Oder?
Was müsste als nächstes passieren?
1. Eine Gruppe von Fachleuten verfasst eine Petition und stellt diese hier ggf. zur Diskussion.
2. Die Petition wird online eingebracht
3. Alle Radfahrer(verbände) werden informiert und um Unterstützung (geht auch online) gebeten
heute möchte ich eine Idee zur Diskussion stellen, die uns vielleicht bei dem leidigen Thema RWBP weiterhilft. Das Thema wird hier im Forum immer wieder diskutiert und die vorherrschende Meinung ist eindeutig
Aus unserer Sicht natürlich nichts, aber laut Gesetz, abgesehen von wenigen Ausnahmen, muß ein vorhandener Radweg auch genutzt werden. Die Probleme / Gefahren findest du per SuFu in anderen Threads.
"Zitat aus: "Fit und gesund mit dem Rad" von Barmer EK
"Radwege müssen laut Straßenverkehrsordnung zwar benutzt werden, es liegt jedoch im Ermessen eines jeden Einzelnen, ob er sich im Stadtverkehr der zusätzlichen Gefährdung durch das Benutzen eines Radwegs aussetzen will.""
"Zitat aus: "Fit und gesund mit dem Rad" von Barmer EK
"Radwege müssen laut Straßenverkehrsordnung zwar benutzt werden, es liegt jedoch im Ermessen eines jeden Einzelnen, ob er sich im Stadtverkehr der zusätzlichen Gefährdung durch das Benutzen eines Radwegs aussetzen will.""
j.
Wird ja auch langsam mal Zeit, dass es noch andere merken. Wahrscheinlich war es aber nur die Einzemeinung eines Redakteurs...
Nun zur Idee. Wenn diejenigen hier im Forum, die sich qualifiziert mit der RWBP auseinander gesetzt haben eine sachlich fundierte Petition einbringen und wir und andere Radfahrer(verbände) diese durch Unterzeichnung unterstützen, sollte es möglich sein ausreichenden Druck und Medieninteresse zu erzeugen, um endlich voran zu kommen.
Danke für die Eingebung!
Da sind wohl etliche Mitglieder unserer Initiative sicher dabei.
Mein letztes Lokalgespräch mit den ötlichen Verkehrsplanern, Polizisten und Gemeinderäten (insgesamt 7 Leute gleichzeitig gegen mich) zeigt nämlich ein recht eindeutiges Bild. Von der RWBP wird in meinen Breiten (südlicher Großraum Stuttgart / LKR Esslingen) rege Gebrauch gemacht. Und man ist selbst bei wirklich schikanösen Radwegen nicht abgeneigt, diese auch generell linksseitig benutzungspflichtig auszuschildern. Kommt man dann mit dem Zitat: "Hier wird man gefährdet und unnötigerweise aufgehalten", schlagen die Herren die Hände über dem Kopf zusammen und antworten zumeist unisono: "Wenn es gefährlich wird, müssen Sie halt langsam tun und auch mal anhalten, aber Sie können doch deswegen nicht einfach auf die Straße ausweichen". Man geht also immer davon aus, dass ausgerechnet die radelnden Verkehrsteilnehmer genügend Zeit mitbringen - oder noch schlimmer - alle Radfahrer nur zum Vergnügen in der Freizeit unterwegs sind.
Gerichtsurteile bestätigen diese Haltung oft auch noch. Mitunter wird man bei einem unverschuldetem Zusammenstoß schuldig gesprochen, weil man schneller als 20 bzw. 25 km/h fuhr. Das fahren einige von uns bergauf, meine Mutter allerdings auch bergab! Fazit: Mit der derzeitigen Gesetzeslage und Verkehrsplanung können wir nicht leben!
Das schlimmste sind ja auch die Feinheiten der RWBP. Mit Schild 240 (Blauschild) ausgeschilderte Rad-/ Fußwege werden als benutzungspflichtig angesehen. Etliche wissen nicht, dass dies nur bei straßenbegleitenden und zumutbaren Wegen der Fall ist. Nun drehen die Behörden den Spieß dahin, dass sie einfach behaupten, er sei benutzungspflichtig und von der Zumutbarkeit solle man sich nicht so anstellen. Auch Wege mit 15 Metern abseits der Straße gelten bei einigen noch als straßenbegleitend, v.a. bei Autofahrern, die nicht vom Gas gehen wollen.
Wobei: Die Behörden lassen mich eigentlich in Ruhe auf der Straße fahren, aber die Autofahrer oft genug nicht. Passiert wohl in jedem Ballungsraum.
Ich habe mit Hr. Tiefensee ein paar Worte gewechselt und er versteht die Problematik RWBP - Radwegsbeschilderung mit Benutzungspflicht. Es müsste ein zusätzliches "Kann"-Radwegsschild geben, doch das steht wohl (auch wegen der EU) in den Sternen. So lange werden wir bei jedem Blauschild Probleme bekommen.
Dabei ist es so einfach: Mofas dürfen legal auf der Straße fahren. RR-Fahrer sind zumeist mind. genauso schnell. Zudem verbrauchen Sie im Vergleich zu Traktoren und Kleinwagen 25 wesentlich weniger Verkehrsfläche. Kein Autofahrer wird hier moralisierend-hupend überholen.
Diese Tatsache bedeutet, dass die RWBP für Radfahrer die durchschnittlich Mofageschwindigkeiten oder mehr fahren, diskriminierend und ungerecht ist. V.a. innerorts, wo Radwege noch wesentlich gefährlicher sind und die Durchnittsgeschwindigkeit bei Kfz eher niedriger liegt, als die der Radfahrer!
Deshalb denke ich, könnte man relativ problemlos die RWBP für alle sportlichen Radfahrer sofort fällen. Gute Radwege werden immer gerne benutzt!
Im zweiten Schritt müsste man die Unzumutbarkeit von Radwegen heranziehen. Um alle Radwege gemäß der Verwaltungsvorschriften auszuführen, wären etliche Milliarden Euros fällig. Entweder Bund, Länder und Gemeinden stellen diese zur Verfügung, oder ausnahmslos alle nicht einwandfreien Radwege müssen abgeschildert werden. Das wären wohl 80%. Und weil dies nicht gehen wird, wäre auch hiermit die RWBP zu fällen.
Siehe hierzu auch die Artikel "Steuer für Radfahrer", "Die Zusammenstöße häufen sich.." und die Bilder in unserem Pannenflicken auf der Homepage.
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Gruß, DJ
Cycleride - eine Initiative von Radfahrern für praxistaugliche Radverkehrspolitik. www.Cycleride.de - Fragen und Antworten: kontakt@cycleride.de
"Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht!" Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums
Auch für die unsportlichen die sowiso meist Radwege benutzen.
Felix
Ich glaube, dass hier die Behörden Angst bekommen könnten, dass sich fortan alle, auch die Kinder und Langsamradler, auf der Straße tummeln könnten. Natürlich wird das vermutlich nicht so sein, wenn man sich z.B. bei uns die vielen Straßenradfahrer anschaut. Aber wenn ich schon die Argumente von Verkehrsplanern höre "ich kann doch die Schüler hier nicht auf der Straße fahren lassen...." glaube ich nicht, dass sich aufgrund des Tempoarguments Mofa die RWBP abschaffen lässt. Bei uns werden sogar bergab stark frequentierte, enge und unübersichtliche 9%ige Waldstücke (straßenbegleitend!) mit Drängelgittern und ohne Vorfahrtsberechtigung benutzungspflichtig ausgeschildert. Argument der Behörden: "Wir wollen nicht, dass die vielen Schüler die Straße benutzen!" Obwohl das sicher besser wäre!
Ich glaube, wenn wir mit dem Argument "Alles oder nichts" kommen, werden die Radwege viel eher ausgebaut und benutzbar gemacht, als wenn man sich Stück für Stück herantastet und die Autofahrer erst mal wieder an die Radfahrer als Verkehrsteilnehmer gewöhnt. Dazu zählen auch "Normalradler" an starken Gefällen. Die gehören einfach nicht auf einen engen Zwei-Richtungs-Rad-/Fußweg!
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Gruß, DJ
Cycleride - eine Initiative von Radfahrern für praxistaugliche Radverkehrspolitik. www.Cycleride.de - Fragen und Antworten: kontakt@cycleride.de
"Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht!" Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums
Nur zum Vergleich, die Idee kam durch einen Pressebericht, der über eine Petition mit 10.000 Unterstützern berichtete. Die sollten wir doch wohl mindestens zusammen bringen. Oder?
Nur wenn man größere Verbände hinter sich weiß, die auch ihre Mitglieder öffentlichkeitswirksam zur Unterzeichnung der Petition aufrufen.
Mit einem Forum wie diesem hier hast Du keine besonders große Reichweite. Dein Aufruf wird von einigen hundert Leuten gelesen, ein Teil davon unterzeichnet mit, vielleicht noch ein paar Bekannte, das war's dann auch. Ich würde mal vermuten, daß man über die größeren radsportspezifischen Diskussionsforen sowie USENET-Newsgroup de.rec.fahrrad vielleicht 1000 Stimmen in Summe zusammenbekommen kann, mehr aber auch nicht.
Zitat:
Zitat von fredel00
Was müsste als nächstes passieren?
1. Eine Gruppe von Fachleuten verfasst eine Petition und stellt diese hier ggf. zur Diskussion.
2. Die Petition wird online eingebracht
3. Alle Radfahrer(verbände) werden informiert und um Unterstützung (geht auch online) gebeten
Was meint Ihr?
Andere Reihenfolge. Ausarbeiten, dann Schritt 3. und schauen wo Rückendeckung, mit denen ggf. versuchen gemeinsame Sache zu machen. Ggf. auch bereit sein, textuell noch ein paar Details zu schleifen. Und erst dann einreichen, versuchen mit "Verbündeten" dann die Pressetrommel zu rühren.
Das Problem mit den sportlichen Radfahrern ist die Definition von "sportlich". Das kann nicht klappen.
Auf der anderen Seite ist es völlig realitätsfremd zu glauben das mit einer Abschaffung der Benutzungspflicht plötzlich alle 2jährigen auf der Autobahn radeln.
Erwachsene fahren auf Gehwegen, so siehts doch aus. Die Argumentation könnte man eventuell noch belegen für so eine Petition. Sichere Radwege werden gerne benutzt, das muss das Motto sein!
Will man das Ganze mehrheitsgerecht umsetzen kann das Ziel nicht die Abschaffung der Radwege sondern nur mehr Sicherheit für Radfahrer sein. Bisher gibt es nur ein Gerichtsurteil wo einem Radfahrer rechtgegeben wurde weil er sich situationsabhängig gegen die Benutzungspflicht entschieden hatte. Denn wer kann einen Menschen dazu zwingen seine Gesundheit zu gefährden? Das übersteigt die Rechte von Verkehrsplanern und Polizei. Es geht um Selbstbestimmung.
Nur wenn man größere Verbände hinter sich weiß, die auch ihre Mitglieder öffentlichkeitswirksam zur Unterzeichnung der Petition aufrufen.
Mit einem Forum wie diesem hier hast Du keine besonders große Reichweite. Dein Aufruf wird von einigen hundert Leuten gelesen, ein Teil davon unterzeichnet mit, vielleicht noch ein paar Bekannte, das war's dann auch. Ich würde mal vermuten, daß man über die größeren radsportspezifischen Diskussionsforen sowie USENET-Newsgroup de.rec.fahrrad vielleicht 1000 Stimmen in Summe zusammenbekommen kann, mehr aber auch nicht.
Also ich wüßte da ein paar Leute die dafür gerne Werbung machen würden
Bei Radmarathons, in Fahrradläden, Veranstaltungen (sechs Tage Rennen) oder bei Radsport- und Triathlonvereinen.
Hat nicht z.B. die Tour jedes Monat 280000 Leser?
Mit der Unterstützung einer Fahrradzeitschrift könnte man doch den nächsten Schritt machen.
Wäre das nicht eine ganz große Werbung für eine Zeitschrift?
Dann kann man größere Verbände ansteuern.
Hoffe das alle die, die hier immer fleißig über Ihre negativen Verkehrserlebnisse berichten sowie die über 200 Ja Stimmen im "Wollt Ihr sicherer unterwegs sein? JA oder NEIN?? " sich an der Geschichte beteiligen!
Das Problem mit den sportlichen Radfahrern ist die Definition von "sportlich".
Sehe ich nicht so. Eine Unterscheidung gibt es in der StVZO jetzt schon, und zwar, wenn es um die Beleuchtungseinrichtung an Fahrrädern geht. Diese Unterscheidung muss eigentlich nur auf die RWBP übertragen werden.
Ja, so könnte es klappen. Aber was soll eine Unterscheidung bringen? Das gibt doch nur wieder böses Blut gegen Rennradfahrer weil die ne Extrawurst möchten.
Für eine erfolgreiche Petition muss vorher gut recherchiert und überzeugend argumentiert werden.
Ein kleiner Einblick in die Denke von Verkehrspolitikern (natürlich nicht meine Meinung):
Autos sind volkswirtschaftlich wichtig.
Fahrräder als Fortbewegungsmittel sind volkswirtschaftlich unbedeutend.
Fahrräder als Sportgeräte sind von geringer Bedeutung.
Fahrradfahrer auf der Fahrbahn gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer. Beispiel: Landstraße, Radler vor einer Kurve, von vorn und von hinten kommt ein Auto mit 120 angebrettert.
Auf einem Radweg ist ein Fahrradfahrer geringeren Gefahren ausgesetzt als auf der Straße.
Aus dem Stehgreif wüsste ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, wie ich dagegen argumentieren sollte. Es stimmt ja alles.
Das Problem ist, dass man auf 90% der Radwege keinen Radsport betreiben kann (Fußgängergruppen über die ganze Breite, auf Hollandrädern von rechts nach links schwankende Senioren, Tiefe Schlaglöcher, usw.). Man könnte höchstens darauf abheben, dass Radsport als Breitensport wichtig ist oder der Radsport als Leistungssport im internationalen Vergleich von nationalem Interesse ist.
Auf jeden Fall kann es helfen, wenn der Petition einige Bilder vom Zustand von "Radwegen" beigefügt werden. Nehmt mal ne Kamera mit und haltet die Hubbelpisten im Bild fest, auf denen wir fahren müssten. Posten könnt Ihr die Bilder in diesem Thread.