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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entwicklungspotential



messenger
23.10.2002, 13:08
Wo seht ihr eigentlich noch grundlegendes Entwicklungspotential am RR (also nicht bißchen leichter oder steifer und so)?

- Getriebenabe von Rohloff find ich nen interessanten Ansatz
- innenverlegte Hydraulikleitungen statt Bowdenzügen
- Schlauchlossysteme

mehr Vorschläge?

Gruß mess.

Windfänger
23.10.2002, 13:34
Original geschrieben von messenger

- Getriebenabe von Rohloff find ich nen interessanten Ansatz
- innenverlegte Hydraulikleitungen statt Bowdenzügen
- Schlauchlossysteme

mehr Vorschläge?

Gruß mess.

Was mir so spontan einfällt:

- Getriebekurbel
- Kardanantrieb (gab's schonmal)
- assymetrischer Hinterbau für symmetrische Hinterräder
- stufenlose (Automatik) Getriebe
- mal 'ne moderne automatische Kupplung statt des klickenden Sperrklinkenfreilaufs.

Wobei ich jetzt nicht behaupte, dass das alles sinnvoll ist oder technisch umsetzbar ist ;)

Aber auf die schlauchlosen Reifen freue ich mich schon, für Mountainbikes gibt's da ja bereits. Das sollte die Zahl der Platten deutlich reduzieren.

Aber ich denke, viele Innovationen am RR scheitert daran, dass die meisten derjenigen, die die teuren Räder kaufen (und alles neue ist nunmal zunächst teuer) ultrakonservativ sind und jeglichen Fortschritt mit Pseudoargumenten oder den Worten "sieht sch***e aus" o.ä. niedermachen. Siehe dreifach Kurbel, siehe Sloping Rahmen, siehe integrierte Steuersätze, siehe Alu-Oversized usw.

theodor
23.10.2002, 14:00
das wichtigste in meinen Augen wäre die Entwicklung von Rahmenformen, die Bequemlichkeit und Aerodynamik von Liegerädern mit der notwendigen Dynamik des Rennradfahrens verbinden. Ein Rennrad ist in der jetzigen Form aerodynamisch im Vergleich zum Tief(f)lieger eine Katastrophe, aber bergauf oder beim Sprint diesem wegen der besseren Ausnutzung der Körperdynamik überlegen. Eine Kompromißform ohne Beachtung irgendwelcher UCI Normen (Ingenieure vor!!!) würde sofort mein Kaufinteresse wecken. Das spezielle Rennen dann spezielle Rahmenformen erforderten, also das Materialwettrüsten im Profibereich wahrscheinlich ziemlich groteskeFormen annähme ( das Gegenargument der UCI) ist mir als Hobbyradler eigentlich egal.

Gruß

Theodor

wotan71
23.10.2002, 14:58
ich bin auch der meinung,das diese uci-normen innovationskiller sind.
für den hobby/freizeitfahrer theoretisch egal,aber der kauft meistens eh nur das,was die profis so fahren.

day
23.10.2002, 15:16
also ich hätte was dagegen das es nur noch kardan gibt, und bei den bisherigen versuchen war die ganze kardan welle mit allem drumm und drann ja sogar schwerer als n normales system....

find so wies jetzt is is am besten - brauch da gar nirgdens mehr - mir fehlts an nichts

SteelRose
23.10.2002, 15:27
Das einzige, was ich bräuchte wäre ein:

Schönwettertagesverlängerungsautomat.


Ansonsten ist das RR so gut wie es ist.
Vielleicht ein besserer Verbraucherschutz durch Prüfsiegel und Normen.

Aber sonst:
Wird das Rad aerodynamischer, wird es auch schneller.
Die nötige Leistung für die Geschwindigkeit sinkt.
Radfahren wird damit weniger anstrengend.
Das gleiche passiert bei:
- besserer Kraftübertragung und
- Vollfederung.
Gleichzeitig wird die Sache aber gefährlicher - da höhere Geschwindigkeit.

Ich fahre aber Rennrad, um mich anzustrengen und nicht um von A nach B zu kommen.
Die Distanz ist dabei sekundär. Eher zählt die Belastungsdauer.

Und da ist das RR aktuell perfekt.
Danach kommen MTB und Laufschuhe.

Ciao,

SR

theodor
23.10.2002, 17:00
@ steelrose
Rennräder werden gebaut, um, möglichst schnell von A nach B zu kommen ( einfacher heißt das "Rennen").
Perfekt sind sie überhaupt nicht, jeder Tief(f)lieger ist aerodynamisch himmelweit überlegen und der Luftwiderstand überlagert zumindest jenseits der 30 Km/h alle anderen Widerstände um ein vielfaches.

gruß

THeodor

SteelRose
23.10.2002, 17:33
@theodor

Rennräder sind in erster Linie Sportgeräte.
Es zählt die KÖRPERLICHE Leistung und nicht
die Geschwindigkeit, die Distanz oder sonst was.

Wenn ich fahre, MÖCHTE ich mich anstrengen und nicht rumeiern.

Ich liebe GEGENWIND.
Ich liebe BERGE.
Ich fühle gerne den RAUHEN ASPALT.

Gibt genug andere Sportarten, wo man es sich mit einer anderen Technik einfacher machen könnte.
Beim Schwimmen könnte man ja Flossen erlauben,
beim Marathon Rollschuhe,
usw.

Aber wozu?
Es geht doch darum, sich sportlich zu messen.
Das Rennrad bietet da eine günstige und einfache Basis.
Jeder kann es sich leisten und fahren und mit dem Radsport identifizieren!
Und das ist gut so.

Abgesehen davon ist das Rad eine interessante Alternative zum Auto:
Ein Liegerad mit Dach, Gepäckraum und richtiger Beleuchtung und dazu
ein breites Netz von Radwegen, das fände ich wirklich nicht schlecht.
Nur muss man dies ganz klar vom Sportgerät zur Leistungsmessung unterscheiden!

Ciao,

SR

theodor
23.10.2002, 19:00
und wie bitteschön mißt man die körperliche Leistung, wenn nicht in der Geschwindigkeit und/oder Zeit von A nach B.
Messenger hat nach den Entwicklungsmöglichkeiten des Systems "Rennrad" gefragt. Sich körperlich verausgaben, kann man auch mit jedem x-beliebigen Klapprad. Eine Kettenschaltung ist zwar eine einfache, aber auch sehr verschleißintensive Technik, da einfach eine Kette entgegen des bestmöglichen Kräfteverlaufs ausgelenkt wird. Zusätzlich läuft das Schaltgetriebe des Fahrrads spätestens nach der ersten Regenfahrt in geöltem Sand. Also sind Kardanwelle und gekapselte Schaltung sowie geschützte Kette durchaus ernster Überlegung wert, unabhängig vom größten , von mir bereits angesprochenen Faktor, Luftwiderstand.

Abgesehen davon gibst natürlich kaum was schöneres als die Anstrengung gegen Wind und Wetter, die Freude eine lange Steigung souverän gemeistert zu haben ( egal in welcher Zeit) etc... also schlicht "Rennradfahren"

Gruß


Theodor

SF_
23.10.2002, 19:16
Als Sportmaschiene im Rennen:
-"selbstheilende" Reifen,
- stufenfreies "Schalten".

Im normalen Straßenverkehr zusätzlich (ist eher eine Verbesserung für Autos):
-Automatisches System für Autos, LKWs usw. das in die Brems- und Lenkeigenschaft eingreift, so daß das Schneiden, Ausbremsen, Vorfahrtnehmen oder Überfahren von Radlern selbst für volltrunkene oder tagträumende Möchtegern-Formel 1-Fahrer verhindert wird.

Für mich zusätzlich:
- Eine Kette, die keinen zusätzlichen Schmierstoff braucht.
- Schläuche die man noch seltener nachpumpen muß.
- Schmutzabweisende Schaltung und Leuchten (die einzigen Teile die ich am Fahrrad putze - sonst stellen sie irgendwann die Funktion ein).
- Brille auf der die Wassertropfen nicht hängenbleiben und sich kein Atem niederschlägt (und im Extremfall gefriert).
- Dünnes Felgenband, das trotzdem zuverlässig mindestens 11 bar aushält, damit ich nicht irgendwann meine unbenutzten 2 (?) schmalen "Grand Prix"-Mäntel in den Mülleimer werfe.
- Langlebigere Verschleißteile (z. B. durch neue Härtungstechniken)

Für das Reiserad zusätzlich:
Packtaschen so leicht und praktisch wie die alte, rote Serie von Cannondale und trotzdem vollständig wasserdicht (wie Ortlieb?).

AndreasIllesch
23.10.2002, 21:03
ich meine nicht kohlefasern ö.ä., sonder richtige "plastik"-rahmen aus einem ähnlichem (noch zu entwickelnden) zeug wie die griffkörper von shimano sti's.
das ganze in uci-konformer 5-eck form, aber nicht unbedingt rohre. wenn uci vorgaben keine rolle spielen -> noch besser. solche rahmen wären leicht, ausserdem billig im spritzgiessverfahren in grosser stückzahl herzustellen. es gibt wohl schon einige cheetaa tria-bikes aus plastik.

Graf Cannondale
23.10.2002, 21:18
Da bekanntlich Deutschlands Straßen immer besser werden wäre eine blockierbare Federgabeldämpfung sehr sinnvoll.
Abgesehen davon werden alle Teilnehmer in diesem Forum auch nicht jünger. Wahrscheinlich werden irgendwann viele über ein sauber gedämpftes Rennrad glücklich sein. Dann wird ein Dämpfer anstelle der Bandscheiben die Stöße absorbieren. Dabei darf natürlich der Hinterbau (wie derzeit üblich) keine kostbare Kraft fressen.

Gruß Graf Cannondale

MacGyver
24.10.2002, 20:11
An den Bremsen gibt es auch noch viel Entwicklungspotenzial. Die Dual-Pivotbremsen "fressen" aufgrund der umständlichen Kostruktion und ungünstigen Hebelverhältnisse viel Kraf auf und haben nur eine geringe Bremskraft. Leicht sind sie auch nicht, Top-V-Brakes sind leichter als Rennradseitenzugbremsen bei deutlich besserer Bremsleistung. Eine Adaption der Magura Firm-tech-Bremsen auf Rennräder würde das Gewicht senken und die Bremskraft erhöhen.

Vollfederung wird sich früher oder später auch beim Rennrad durchsetzen. Wenn die Technik besser wird, werden viele Traktion, Komfort und Sicherheit bergab dem Mehrgewicht vorziehen. Ein aktueller High-End MTB-Fully-Rahmen wiegt 2100g, eine Federgabel 1200g. Da man beim Rennrad alles etwas leichter bauen kann, kommt man bestimmtz auf ein Gewicht von ca 3000g. So kann man immernoch ein 8kg-Rad bauen.

wotan71
26.10.2002, 15:11
ein thema wird leider nie so oft erwähnt:die bekleidung!
wenn ich noch an die fetzen denke,die ich vor ca.12 jahren auf dem bock an hatte,prost mahlzeit!!
die aktuelle funktionsbekleidung ist wirklich spitze,die preise natürlich auch....

MacGyver
28.10.2002, 12:11
an den Kurbelbieger
Du kannst die Rohloff durchaus mit einem größeren (z.B. 52) Kettenblatt an Rennradübersetzungen anpaassen.