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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Komplettrad oder basteln?



Nippes
11.08.2003, 13:56
hallo zusammen!

ich habe mir gerade die diskussion bzgl. steuersätze durchgelesen. die überwiegende mehrheit tendiert ja wohl dazu, nicht den integrierten steuersatz zu verwenden. daher werde ich diese frage nicht mehr stellen. obwohl sie stark mit meinem eigentlichen anliegen in verbindung steht. ;)

was würdet ihr sagen, würdet ihr zurzeit zum komplettrad tendieren oder würdet ihr euer rad selber zusammenstellen und und zusammenbauen? würdet ihr das komplettrad in einem zweiten schritt dann nach und nach verfeinern? wenn ihr zum zusammenbauen tendiert, welche rahmen-gabel-steuersatz-kombi würdet ihr empfehlen?

info: ich fahre sowohl flaches als auch bergiges gelände. ungefähr 10.000km pro jahr, falls das für die rahmenentscheidung wichtig ist.

gruß

nippes

ps: schaltgruppe soll shimano sein, laufräder hab ich schon.

53/11
11.08.2003, 14:42
Hi,

wenn Du in Wetter lebst dann fahr wegen eines Rahmens mal rein informativ in Bochum beim Krautscheidt vorbei, Krabo baut klasse Rahmen. Oder in Wülfrath der Ziemen, auch gute Rahmen. Zur Info und eventuellem Kauf sehr hilfreich. Genaue Adresse via rumgoogelei.
Ansonsten soviel zur Frage Komplettrad oder Basteln:
Informier Dich mal wie teuer ein z.B. Mercedes in Einzelteilen ist und wie teuer einer vom Band...
ist eine Frage der persönlichen Gewichtung und des Geldbeutels. Habe ich die nötigen fin. Mittel so fange ich an mir erlesene Teile aus dem Gesamtfundus der Komponentenindustrie zu holen, muss ich etwas auf Kohle achten dann ordere ich mir ein Rad beim Versand wie z.B. Canyon oder auch Bike-Discount in Bonn. Deren Radon-Sonderangebot dürfte z.Zt. ca. alles toppen im Vergleich Preis/Leistung.
Ansonsten dürfte wohl immer gelten:
Was will ich, einen supergeilen Italiener für viel Geld und oft fragwürdiger Qualität (und wieder Preis/Leistung) oder was unbekannteres aber vielleicht mind. gleich Gutes? Wenn ich mich so im Bekanntenkreis umsehe dann gefällt mir bei meinen Kollegen am ehesten ein Müsing, die Dinger sind wirklich leicht und sehr stabil.
Schritt für Schritt verfeinert sich meiner Erfahrung nach ein Rad quasi von selbst, die Dinger sind Dauerbaustellen. Wichtig wie ich meine (insbesondere bei höherer Jahreskilometerzahl) ist erstmal ein solider Rahmen nebst Gabel, dann eine Gruppe auf mind. Ultegra Niveau und ein Paar stabiler Laufräder.
Tipps zum Rahmenset sind schwer abzugeben, kommt halt auf die Kohle an und was für einen persönlich wichtig ist (wie Gestaltung, Image und sowas alles).
Die gängigen Marken sind bekannt, da hilft nur Marktbeobachtung und dann da zuschlagen wo man`s am günstigsten bekommt.
Gruss

procycling
11.08.2003, 15:05
Hallo,

ich denke ein individueller Selbstaufbau ist unersetzbar!Das gibt auch einem ein ganz andere Beziehung zum Rad!

MrBurns
11.08.2003, 15:18
Original geschrieben von Nippes
hallo zusammen!

ich habe mir gerade die diskussion bzgl. steuersätze durchgelesen. die überwiegende mehrheit tendiert ja wohl dazu, nicht den integrierten steuersatz zu verwenden. daher werde ich diese frage nicht mehr stellen. obwohl sie stark mit meinem eigentlichen anliegen in verbindung steht. ;)

was würdet ihr sagen, würdet ihr zurzeit zum komplettrad tendieren oder würdet ihr euer rad selber zusammenstellen und und zusammenbauen? würdet ihr das komplettrad in einem zweiten schritt dann nach und nach verfeinern? wenn ihr zum zusammenbauen tendiert, welche rahmen-gabel-steuersatz-kombi würdet ihr empfehlen?

info: ich fahre sowohl flaches als auch bergiges gelände. ungefähr 10.000km pro jahr, falls das für die rahmenentscheidung wichtig ist.

gruß

nippes

ps: schaltgruppe soll shimano sein, laufräder hab ich schon.


ist ja auch durchaus 'ne preisfrage - komplettrad mit gruppe und laufraedern (auch wenn du sie nicht mehr brauchst - 2. satz kann ja nie schaden) ist immer preisguenstiger als kauf von einzelnen komponenten.

Greif
11.08.2003, 18:45
Kommt unter anderem darauf an ob du gern basteln möchtest.

Ein selbst aufgebautes Rad, möglichst mit selbst eingespeichten Laufrädern, das ist etwas völlig anderes als ein Renngerät aus dem Laden. Du kennst jede Schraube, du weißt daß alle Teile ordentlich und sauber verbaut sind und daß keine Schlampigkeiten unbekannter Werksschrauber auftreten können.

Auch mental.

Ein Komplettrad ist etwas da man im Laden kauft. Ein individueller Aufbau heißt sich mit allen Teile einzeln auseinanderzusetzen - ein Prozeß des Erwerbens. Das ist für die Schrauberseele ein Akt höherer Reinheit als das Aufbappen der Banknoten auf den Ladentisch.

Da ein Rennrad nun technisch nicht ganz so arg komplex ist wie, sagen wir ein Atom-U-Boot, finde ich lohnt sich das Selbstbauen.

Rahmen und Gabel sollten aus Stahl sein. Oder aus Titan. Aber da könnte man evtl. Kompromisse machen.


Greif

messenger
11.08.2003, 19:01
Das mit dem höheren Preis für den Eigenbau relativiert sich schnell, wenn man anfangen würde, ein Stangenrad umzurüsten.
Wenn man genau weiß, was man will und braucht, läßt sich über Versand günstig kaufen.
Der Preis für den Spaß, sich sein Rad bis zur letzten Schraube nach eigenen Vorstellungen aufzubauen, ist eh unbezahlbar...

Gruß mess.

53/11
11.08.2003, 19:47
@ Greif,
100% Zustimmung, keine Frage, ein selbsteingespeichtes Laufrad ist schon was, da putzt man gleich jede Speiche viel lieber, da steckt nicht nur Geld drin, da vereinigt sich Liebe zum Sport mit Liebe zum Detail, da wird das eigene Rad auf eine ganz andere Stufe gehoben. Gleiches gilt auch für für alle anderen Teile.
Abgesehen von der Flexibilität die man sich durch das KnowHow aneignet. Ich halte auch nichts von der Denkweise "wenn was kaputt ist bring ich die Kiste zum Händler, leg dem die Kohle auf den Tisch und dann soll der machen".
Für mich ist Radsport schon noch mehr als nur das Fahren selber. Habe auch keinerlei Verständnis für irgendwelche Profis die bei Rennen ihr defektes Rad einfach so in die Gegend werfen, das war mal anders, auch die hatten mal mehr Respekt vor dem Rad als solches.
Trotzdem muss man schon sagen das bei begrenzten fin. Mitteln Versandhändler unschlagbar sind mit Angeboten.
Als Bastler bleibt mir ja beinahe nur die Möglichkeit alle Teile mühsam zusammen zu kaufen wenn ich`s billiger haben möchte.
Da bleibt nicht viel anderes übrig als permanent das Internet zu durchforsten auf der Suche nach billigen Teilen, mal hier was ordern, mal da, mal mit Glück bei ebay was billig ergattern (ist ja mittlerweile fast nicht mehr drin) und wenn dann alles da ist dann kann ich wieder weiterbasteln.
Oder ich verzichte darauf stets auf dem Stand der Dinge zu sein und organisiere mir Auslaufmodelle/Parts.
Nun denn,
Gruss an die Gemeinde

Christoph
11.08.2003, 21:10
Hallo,
wenn Dein Traumrad am Ende mit so ziemlich den gleichen Komponenten ausgestattet ist wie vom Versand-Händler, ist es wohl günstiger, sich für das Komplett-Rad zu entscheiden.
Willst Du jedoch unterschiedliche Komponenten haben, wirst Du wahrscheinlich keinen Händler finden, der Dein Traumrad mit genau diesen Teilen anbietet.
Die Händler beziehen die Räder von den Firmen, die werksseitig schon mit bestimmtenTeilen ausgeliefert werden.
Wenn das Rad für Dich so in Ordnung ist greif zu.
Willst Du jedoch einen anderen Steuersatz, Tretlager,Vorbau, Stütze etc.,wird es kaum eine Alternative zum Selbstaufbau geben.
Ersparnis vielleicht 20%, wenn Du geschickt und ohne Zeitdruck die Materialien kaufst.
Denk auch an das benötigte Werkzeug und an einen guten Montageständer.
Christoph

Nippes
11.08.2003, 22:44
hmmmm

aber dann habe ich doch noch mal eine frage. bezieht jetzt erst einmal nur auf den rahmen. bisher war es immer so! ich fahr zum händler und das rad wird bei einem bestimmten rahmen auf meine körpergröße angepasst. wie schließe ich nun aus, dass ich beim kauf eines rahmens auch den richtigen auswähle? da gibt es doch tendentiell ein paar masse, die wichtig sind. allein von der schrittänge her, kann man doch nicht den optimalen rahmen auswählen. welche erfahrungen habt ihr beim kauf eines rahmens gemacht?

ich sitze beispielsweise liebe auf einem rahmen mit etwas kürzerem oberrohr und dafür längerem vorbau. das rad läßt sich dann leicht lenken, ist kompakt und ist angenehm steif.

ich kann soetwas von internetseiten her schwer bis gar nicht beurteilen. da sehen alle rahmen toll aus!

vorm basteln hab ich keine angst. habe nicht gerade zwei linke hände!

gruß

nippes

AndreasIllesch
11.08.2003, 22:47
Original geschrieben von Nippes
wie schließe ich nun aus, dass ich beim kauf eines rahmens auch den richtigen auswähle?

ich glaube, das willst du nicht wirklich wissen.

ansonsten sind auf den herstellerseiten auch geometrietabellen drauf.
bei kurzen rahmen ist das oberrohr mitte-mitte kürzer als das sattelrohr von tretlager mitte bis oberkannte oberrohr.

Nippes
11.08.2003, 22:50
Original geschrieben von Gandalf


ich glaube, das willst du nicht wirklich wissen.

ansonsten sind auf den herstellerseiten auch geometrietabellen drauf.
bei kurzen rahmen ist das oberrohr mitte-mitte kürzer als das sattelrohr von tretlager mitte bis oberkannte oberrohr.

siehst du, genau das meinte ich! da ist man doch schon beim kauf verunsichert, ob das was man kauft auch dem entspricht, was man sich vorstellt! :(

AndreasIllesch
11.08.2003, 23:03
Original geschrieben von Nippes


siehst du, genau das meinte ich!

was meintest du jetzt?

53/11
11.08.2003, 23:15
Wirklich etwas verwirrende Aussagen von Dir...,
O.K., wenn ich das alles richtig deute dann suchst Du einen Rahmen der Deinen Geometrievorstellungen entgegenkommt und dazu allen Ansprüchen in punkto Steiffigkeit, Gewicht und so weiter gerecht wird.
Meines erachtens nach hast Du 2 Möglichkeiten:
Entweder Du gehst zu einem Rahmenbauer und lässt Dich komplett vermessen und besprichst dann auf dieser Grundlage Deine persönlichen Wünsche,
oder,
Du schnappst Dir einige Tests (z.B. aus der Tour), arbeitest Dich dadurch und entscheidest dann welcher Rahmen Deinen Wünschen am nahesten kommt.
Ob Du dann den Rahmen eine Nummer kleiner oder wie auch immer kaufst ist letztendlich Deine Entscheidung.

Nippes
11.08.2003, 23:17
was ich meinte, ist, dass man bei den rahmen sehr viele dinge berücksichtigen muß. ergo, man kann viel falsch machen. von allen dingen am rennrad, ist der rahmen das zentrale herzstück. wenn der nicht passt, kannst du den rest auch mit besten komponenten vergessen. spätestens wenn der rücken die ganze zeit schmerzt ;)

wenn du beim händler kaufst, kann man den wenigstens nachher "verhaften" :)

Greif
11.08.2003, 23:51
Also, du fährst doch schon 10000km/Jahr. Dann kannst du dich doch was die Geo deines neuen Projekts angeht relativ zuverlässig an dem bisherigen Material orientieren.

Zentral sind Sitzhöhe (Sattel - Tretlagergehäuse), Sitzlänge (Sattelnase - Lenker) und die Überhöhung des Lenkers sowie der Sitzwinkel. Genaugenommen geht's um das Dreieck Sattel - Lenker - Tretlager. Also die Stellen an denen der Körper Kontakt mit dem Rad bekommt. Das kann man verhältnismäßig einfach ausmessen.

Banal formuliert, man soll sich das Oberrohr nicht in die Ei... äh, Weichteile rammen und man soll den Lenker erreichen können.

Alles andere ist Geschmackssache. Speziell spirituelle Sachen wie "Steifigkeit" und "STW".


Greif