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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlauchreifen / Drahtreifen



Merlin
27.08.2003, 23:07
Gibt es eigentlich irgenwo meinetwegen wissenschaftliche Daten, die belegen welche Reifen besser rollen? Oder behauptet jeder nur, das was er fährt, ist das Beste.

effedeluxe
27.08.2003, 23:08
Original geschrieben von Merlin
Gibt es eigentlich irgenwo meinetwegen wissenschaftliche Daten, die belegen welche Reifen besser rollen? Oder behauptet jeder nur, das was er fährt, ist das Beste.

jetzt fängt das schon wieder an :o

schlauchreifen sind einfach die besseren reifen und werden es immer bleiben. rollen besser und haben mehr haftung und sind leichter.

effe

kuestenphil
27.08.2003, 23:09
Original geschrieben von Merlin
Gibt es eigentlich irgenwo meinetwegen wissenschaftliche Daten, die belegen welche Reifen besser rollen? Oder behauptet jeder nur, das was er fährt, ist das Beste.

Die wären bei dem "Pannensicherheits-Thread" wahrscheinlich genannt worden. . .

Merlin
27.08.2003, 23:31
Nein da steht nichts Gescheites. Gab es in der Tour nie einen Test Schlauchreifen - Drahtreifen mit Rollwiderstandsmessung und so?

tigerchen
27.08.2003, 23:38
Original geschrieben von Merlin
Nein da steht nichts Gescheites. Gab es in der Tour nie einen Test Schlauchreifen - Drahtreifen mit Rollwiderstandsmessung und so?

auf dem Rollenprüfstand von Conti und wer hat gewonnen, natürlich...... Conti.

Aber Schlauchreifen rollen einfach besser, durch die Konstruktion und die besseren Dämpfungseigenschaften

bißchenrumrolln
27.08.2003, 23:55
kann mir das mal einer erkären? wie muss nen reifen konstruiert sein damit er gut rollt?

also er sollte nicht zu klebrig(weich) sein, ein formel1 reifen wird also eher schlecht rollen....aber das mit der form kapier ich nicht.
bitte erklären. und was hat dämpfung mit leichterem rollen zu tun? bitte auch erklären.......

tigerchen
28.08.2003, 00:13
1. Schlauchreifenfelge an
2. Schlauchreifen an
3. Drahtfelge
4. Drahtreifen
dann verstehst schon wenn die Fantasie reicht
5. Du hast nicht mal 1 PS, der Ferrari vermutlich über 900

tigerchen
28.08.2003, 00:17
z. B. 1 Schlauchreifen mit 7 bar rollt über Hindernisse weg
(kleine Steinchen, Risse in der Strasse o h n e zu springen.
Ein Drahtreifen mit 9 bar "prallt" dagegen, springt darüber, wenn der Reifen in der Luft ist, bist langsamer als wenn Du rollst, klar??
Oder auch nicht! Wenn Du viel gefahren bist, hast das Gefühl im "Hintern" und merkst sofort, ob Du Schlauchreifen oder Drahtreifen fährst.

messenger
28.08.2003, 00:18
Zitat aus Smoliks HP:

Zum Vergleich: Während Drahtreifen bei allen Fahrradtypen eingesetzt werden, sind Schlauchreifen dem Rennsport vorbehalten, wo sie früher ausnahmslos dominierten. Schlauchreifen besitzen leichte Gewichtsvorteile und einen etwas besseren Fahrkomfort. Letzteres resultiert daraus, daß der unter Luftdruck gesetzte Reifen nicht die Spannungsspitzen des Drahtreifens im Bereich des Reifendrahtes besitzt, dadurch in sich homogener ist und die Fahrbahnunebenheiten etwas günstiger auspuffern kann. Daraus, sowie aus der Verwendung dünnerer und leichterer Schläuche ergeben sich weiterhin leichte Vorteile hinsichtlich des Leichtlaufes für den Schlauchreifen.


Mehr zum Thema:
http://smolik.de/laufrad/07reifen.htm

Gruß mess.

bißchenrumrolln
28.08.2003, 00:19
ich weiß wie das aussieht...nen schlauchreifen ist kreisförmig...blablabla....aber nen drahtreifen ist doch auf der profilierten seite auch kreisförmig, zumal auf so nen ding 8 bar raufkommen muss der unterschied doch winzig klein sein....also die innere reibung beim drahtreifen ist höher (falls der begriff innere reibung hier angebracht ist) das ganze laufrad ist nen bißchen schwerer aber das kann doch nicht spürbar sein oder doch?

bißchenrumrolln
28.08.2003, 00:20
ok, scheint also die summer vieler winzig kleiner faktoren zu sein die nen schlauchreifen leichter rollen lassen......

ChristophBM
28.08.2003, 09:23
Der mögliche Gewichtsvorteil der Schlauchreifen/Felgen-Kombination hat immerhin zwei Aspekte:

Einerseits verringert sich natürlich die "statische" Masse des Rads, man "schleppt" also weniger Gewicht die Berge rauf -

Andererseits verringert sich die "dynamische" Masse, das bedeutet, daß jede Beschleunigung des Hinterrads umso leichter ist, je weniger träge Masse Reifen/Felge haben. Hier spielen auch geringe Masseunterschiede schon eine spürbare Rolle, da Felgen/Reifen weit außen sind und ihre Masse exponentiell mit dem Abstand zum Mittelpunkt das Trägheitsmoment erhöhen. Beim Vorderrad ist das weniger bedeutsam, da hier das Rad immer vom Reifenaufstandspunkt aus beschleunigt wird, also der Kraftarm gegenüber dem Lastarm mächtig größer ist.

Man kann das leicht spüren, wenn man mal das Hinterrad über den Antrieb bei am Montageständer o.ä. hängenden Rad beschleunigt und bremst - und diese Kraft muß jedesmal aufgebracht werden, wenn man beschleunigt, ganz unabhängig vom Steigungsgrad der Fahrbahn.

Deswegen "gehört" auch auf das Hinterrad immer der leichtere Reifen, falls man verschiedene Reifen aufzieht. So habe ich es gelernt von "Bubi" Giebken, dem Vater von Dieter Giebken.

Gruß, Christoph

Schellerer
28.08.2003, 09:37
Hallo,

ich habe einen Tune Laufradsatz für Schlauchreifen und einen für Drahtreifen. Ich fahre Tufo Schlauchreifen und auf der Drahtreifenfelge die Veloflex Corsa und ich finde, dass die Veloflex Drahtreifen besser laufen und etwas besser dämpfen als der Schlauchreifen. Allerdings leichter sind die Schlauchreifen natürlich (215g gegen 160g (Corsa) + 65g (Michelin Latex Schlauch). Allerdings dürfte der S3 lite pannensicherer sein...

Außerdem sind die Schlauchreifenfelgen gut 100g leichter (Ambrosio Crono gegen Open Pro).

Gruß
Peter

messenger
28.08.2003, 12:57
Original geschrieben von ChristophBM
.........

Beim Vorderrad ist das weniger bedeutsam, da hier das Rad immer vom Reifenaufstandspunkt aus beschleunigt wird, also der Kraftarm gegenüber dem Lastarm mächtig größer ist.

.....................

Gruß, Christoph


:D Höchst gewagte Theorie....

Die Kraft ist völlig egal, es geht nur um die L E I S T U N G, die nötig ist, um das Laufrad zu beschleunigen. Im Hinblick auf Felge und Reifen ist das vorne und hinten Jacke wie Hose.

Gruß mess.

AndreasIllesch
28.08.2003, 13:37
nach mehrmaligem lesen glaube ich, verstanden zu haben, was er meint.
wenn das fahrrad in der luft hängt, braucht man das selbe drehmoment -> selbe leistung, um vr und hr zu beschleunigen, bei gleichen felgen, reifen, schläuchen usw.
aber:
der hebelarm zur beschleunigung des vr ist gross, nämlich der halbe raddurchmesser.
der hebelarm zur beschleunigung des hr ist klein, nämlich der halbe ritzeldurchmesser.
wenn man, ie christoph schon schreibt, das fahrrad aufhängt, merkt man den unterschied.
das hr, am ritzel angefasst, ist schwerer zu drehen als das vr am reifen angefasst.
zur erzeugung des selben drehmoments für vr und hr braucht man beim hr mehr KRAFT.
beim hr wirkt zusätzlich noch ein moment gegen die drehrichtung und zwar aus der reibkraft,die am bodenkontakt des hr-reifens angreift und verhindert, dass dieser durchrutscht.

daher könnte es vielleicht sinn machen, das trägheitsmoment des hr zu verkleinern.

messenger
28.08.2003, 15:05
Natürlich braucht man auf dem Pedal mehr Kraft als am Radumfang. Das ist aber egal, da man diese Kraft auch nur einen entsprechend kürzeren Weg aufwenden muß.
Wenn man auf dem Montageständer mal die Gänge durchschaltet, merkt man auch, wie sich die nötige Kraft verändert, aber immer (umgekehrt) proportional zum nötigen Weg bzw. Drehwinkel. An der Leistung ändertsich nichts.

Richtig ist schon, daß ein schwerer Reifen / Felge mehr Energiezufuhr benötigt, um auf die gleiche Geschwindigkeit beschleunigt zu werden. Und da es ein konstantes Tempo nicht gibt, kommen da viele kleine und größere Beschleunigungen zusammen.
ABER: Fairerweise muß man auch sagen, daß man bei jedem Trittauslassen, bei jedem kleinen Hügel, diese Mehrenergie 1:1 zurückbekommt, indem der Tempoverlust entsprechend geringer ausfällt.

Solange man nicht bremst, bleibt es energetisch ein Nullsummenspiel. Siehe auch Satz von der Erhaltung der Energie.

Gruß mess., der immer bemüht ist seine "schweren" Aerolaufräder zu verteidigen.

pete
07.09.2003, 20:28
Also wo Ihr da von den Schlauchreifen sprecht, kommt mir die Situation der heurigen TdF 03 in den Sinn, wo Beloki abwärts der Reifen vom Hinterrad gegangen ist und er dadurch ...wuaaaa, darf gar nicht dran denken. :(

Light-Bikes
07.09.2003, 20:36
Original geschrieben von pete
Also wo Ihr da von den Schlauchreifen sprecht, kommt mir die Situation der heurigen TdF 03 in den Sinn, wo Beloki abwärts der Reifen vom Hinterrad gegangen ist und er dadurch ...wuaaaa, darf gar nicht dran denken. :(


boaaaaaaaaaah....

ja ja, der böse schlauchreifen war es !!! :D

das thema ist schon langsam durchgekaut

ChristophBM
08.09.2003, 00:04
Danke Gandalf, genau das ist der Punkt -

macht natürlich nur Sinn, wenn häufige Tempowechsel vorkommen, und also immer wieder beschleunigt werden muß. Bei gleichmäßig schneller Fahrt würde ein hohes Trägheitsmoment eher stabilisierend wirken (wie ein Schwungrad) - sowohl beim Vorder- wie Hinterrad.


Gruß, Christoph

ChristophBM
08.09.2003, 00:08
@messenger. Klar, da hast Du Recht, es ist Überalles gesehen ein Nullsummenspiel - aber beim Sprint z.B. geht es nur um jenen Teil des "Spiels" in welchem die Beschleunigungsphase stattfindet, und da (erst nach dem Zielstrich wird gebremst :-)) verhilft ein leichtes Hinterrad zu schnellerer Beschleunigung.

Gruß, Christoph