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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfall: Wie gehen Versicherungen mit dem Zeitwert um?



Waldoblau
02.12.2007, 15:21
Mich würde interessieren, ob jemand Erfahrungen gesammelt hat, wie gegnerische Versicherungen sich verhalten, wenn man über einen Händler den Zeitwert seines geschrotteten Rennrads feststellen lässt. Vorgeschichte: Schuldlos am Unfall, acht Jahre altes Rennrad defekt, Händler erstellt Kostenvoranschlag in Höhe von 1460 € und gibt Totalschaden an, gegnerische Versicherung verlangt Rechnung (2500 €), da nichts mehr vorhanden, überweist sie 200 € (Zeitwertbegründung). Nun präsentierte ich ihr den festgestellen Zeitwert von 800 €. (Die Erstattung läuft für mich mit Unterstützung eines Rechtsanwalts).
Wer weiß, wie im allgemeinen Versicherungen mit einem derart festgestellten Zeitwert (=Wiederverkaufswert vor dem Unfall) umgehen?

Casapollo
02.12.2007, 15:53
ich hoffe, du hast die 200€ noch ncith eingelöst.
das ist nämlich nur ein trick, denn wenn du das einlöst, hast du damit sozusagen deren abgaba an dich akzeptiert. also erst den restbetrag fordern und dann zusammen einlösen!
einfach immer druck machen, kenne das problem nur zu gut.
rechne immer so 2/3 vom zeitwert... dann kannst schon gut dabei rauskommen


ciao, casapollo

Algera
02.12.2007, 17:11
ich hoffe, du hast die 200€ noch ncith eingelöst.
das ist nämlich nur ein trick, denn wenn du das einlöst, hast du damit sozusagen deren abgaba an dich akzeptiert.

Das ist schlicht unzutreffend. ;)

In Deinem Fall liegt ein sogenannter wirtschaftlicher Totalschaden vor. D. h. die Reparaturkosten liegen erheblich über dem Wert des Rades vor dem Unfall. In dieser Situation ist man als Geschädigter nicht besonders gut gestellt, da der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts gezahlt wird.

D. h. im Streitfall errechnet ein Sachverständiger den Wiederbeschaffungswert, d. h. den Betrag, den man heute für ein vergleichbares Rad in gebrauchtem Zustand zahlen müßte. Abgezogen wird dann (sofern vorhanden) der Restwert. Das ist der Wert des unfallbeschädigten Rades.

Grundsätzlich ist es allerdings nicht auszuschließen, daß die Versicherung mit ihrer Einschätzung richtig liegt. Darüber hinaus steht Dir noch eine Nebenkostenpauschale in Höhe von 25,00 € zu.

Casapollo
02.12.2007, 17:36
nagut...
bei mir wars da kein totalschaden...vllt verhält sich das dann anders. dachte das wäre dann immer so.

habe mom auch einen totalschaden von meinem rad.
also wieviel soll das nun wert sein? würde mich mal interessieren. bisher hat mein händler den schaden eben beschrieben, neuwert des rades dargelegt und wie berechent sich dann der zeitwert? gibts da pro jahr soundsoviel abschlag oder wie wird das gemacht?

Bikenstoffel
02.12.2007, 17:57
In der Regel ziehen die Versicherungen bei der Zeitwertermittlung im Haftpflichtschadenbereich 1 % vom Neupreis pro Monat ab. In Deinem Fall wären das schon 96 % Abzug.

Gut das Du einen Anwalt eingeschaltet hast, da in den meisten Fällen noch mehr rauszuholen ist.

bernhard67
02.12.2007, 18:07
Es ist so, wie Algera schreibt. Das Problem ist allerdings die Bestimmung des Wiederbeschaffungswerts, also die Summe, die man bei einem seriösen Händler hinblättern müßte, um ein technisch gleichwertiges Objekt bekommen zu können. Bei Autos ist das kein Problem, da es einen gut funktionierenden Gebrauchtmarkt gibt und sich der Wiederbeschaffungswert vernünftig ermitteln läßt. Bei Rennrädern ist das nicht so. Ich glaube kaum, daß Du für 200 Euro was gleichwertiges finden kannst.

Letztendlich wirst Du wohl einen Gutachter bemühen müssen, der sich mit dem Rennradmarkt auskennt. Das Gutachten müß die gegnerische Versicherung bezahlen

Alternativ kann Dein Anwalt versuchen, mit dem Sachbearbeiter der Versicherung was auszuhandeln, daß ein Gutachten nicht billig ist. Bei meinen kleineren Autounfällen hat das immer ganz gut funktioniert.

Herzliche Grüße,
Bernhard

Black Mamba
02.12.2007, 19:55
ich hatte vor einiger Zeit ähnlich gelagerten Schaden.
Wert des Neurades ca.3000 €.Zum Zeitpunkt desUnfalles
etwa 6Jahre.Habe mit Neuanschaffungsbeleg des Händlers
fast 90% des ursprünglichen Preises bekommen.

mfg
(Bedenke nur der Schwache ruft nach Helfer):ft:

RobBj123
02.12.2007, 20:07
Hallo,

hatte mal ein ähnliches Problem. Habe dann bei der Versicherung angerufen und sie haben meine Forderungen zu 100% erfüllt und noch ein paar Euro Schmerzensgeld mitgeschickt. Ging auch "nur" um 500€, aber ich hatte das Gefühl, dass der Sachbearbeiter das selbst entscheiden durfte und dann auch schnell entschieden hat. Also vielleicht einfach mal anrufen. Ich hatte selber zusammengesucht was die Reparatur kosten würde (neuer Lenker, Schalthebel usw.) und dann Preise aus dem Internet hinzugefügt. Erst wollten sie auch ablehnen, aber nachdem ich dann am Telefon angeboten hatte, von einem Händler einen Kostenvoranschlag anfertigen zu lassen, der bestimmt um einiges teurer ausgefallen wäre, hat er meiner Forderung zugestimmt.

Viel Erfolg,

Robert

Casapollo
02.12.2007, 20:16
bei mir gehts aktuell um einen sturz im rennen.
klagen derweil gegen den veranstalter... naja mal sehen, was draus wird.
ist aber meiner meinung nach eine frechheit, dass aus einer eindeutigen situation eine ganz andere gemacht wird. da sieht man doch immer, was die versicherungen für leute sind. mit dazu die sportverischerung, wie heir die arag.
alles nicht ganz geheuer!

E.T.
02.12.2007, 21:43
bei mir gehts aktuell um einen sturz im rennen.
klagen derweil gegen den veranstalter... naja mal sehen, was draus wird.
ist aber meiner meinung nach eine frechheit, dass aus einer eindeutigen situation eine ganz andere gemacht wird. da sieht man doch immer, was die versicherungen für leute sind. mit dazu die sportverischerung, wie heir die arag.
alles nicht ganz geheuer!
Du klagst weil du in nem Rennen das du zum Spass bestreitest auf die Nase geflogen bist und dein Rad Schrott ist?!

Casapollo
02.12.2007, 22:06
naja...es haben sich absperrgitter gelöst, auf die ich dann frontal im sprint mit kanpp 50 sachen zugefahren bin. das ganze vor den augen des wa. da geht es jetzt mehr um fahrlässigkeit des veranstalters.
und ich sage dir, da kann man überhaupt nichts machen; vielmehr. "ah, gleich gegens gitter!"

über einen normalen rennüblichen sturz würde ich mich nicht beklagen...
aber sowas liegt ja nunmal nicht in der hand der fahrer!

robby_wood
02.12.2007, 22:52
Habe bei 2 unverschuldeten Unfällen mit Autos und einem Diebstahl jeweils den vollen Preis für ein neues Ersatzrad bekommen.

M.E. ist das mit dem Zeitwert ja so eines Sache, weil Räder, zumindest wenn es Markenware ist, meist fast unwiderbringliche Unikate sind, für die es gar keinen Markt gibt: bei mir wurde bspw. ein TREK 970 mit gemufften in USA handgelöteten Rahmen, der zum Unfallzeitpunkt gar nicht mehr so hergestellt wurde oder ein Stevens mit Ritchey Logic Rahmen, den es auch nur eine Zeitlang gab, geschrottet.

LKG
03.12.2007, 08:48
Das Problem ist allerdings die Bestimmung des Wiederbeschaffungswerts, also die Summe, die man bei einem seriösen Händler hinblättern müßte, um ein technisch gleichwertiges Objekt bekommen zu können. Bei Autos ist das kein Problem, da es einen gut funktionierenden Gebrauchtmarkt gibt und sich der Wiederbeschaffungswert vernünftig ermitteln läßt. Bei Rennrädern ist das nicht so.

So sehe ich das auch. Das Problem ist, daß die Versicherungen die Marktverhältnisse bei KFZ auf Fahrräder übertragen und zudem keine Ahnung haben, was gute Räder kosten.

Wenn sich die Versicherung übrigens darauf versteift, das Rad sei "nur" diesen oder jenen Preis wert gewesen, dann mag sie doch mal nachweisen, wo man für diesen Preis ein gleichwertiges Rad erwerben kann - sie kann ja mal 3 Händler nennen. Ich würde in diesem Fall übrigens auch die Fahrtkosten zu dem Händler geltend machen, die sind vom Schadensersatz ebenfalls umfaßt! Die Aufwandspauschale ist eine Pauschale, wenn der Geschädigte keine Lust hat Belege zu sammeln und zusammenzustellen, es kann im Grundsatz auch der tatsächliche Aufwand geltend gemacht werden (wobei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu beachten ist: Der Geschädigte muß schon die im Ergebnis günstigste Lösung wählen)

Gruß LKG

E.T.
03.12.2007, 19:03
naja...es haben sich absperrgitter gelöst, auf die ich dann frontal im sprint mit kanpp 50 sachen zugefahren bin. das ganze vor den augen des wa. da geht es jetzt mehr um fahrlässigkeit des veranstalters.
und ich sage dir, da kann man überhaupt nichts machen; vielmehr. "ah, gleich gegens gitter!"

über einen normalen rennüblichen sturz würde ich mich nicht beklagen...
aber sowas liegt ja nunmal nicht in der hand der fahrer!
So hört es sich gleich ganz anders an.....

Algera
03.12.2007, 22:47
Wenn sich die Versicherung übrigens darauf versteift, das Rad sei "nur" diesen oder jenen Preis wert gewesen, dann mag sie doch mal nachweisen, wo man für diesen Preis ein gleichwertiges Rad erwerben kann - sie kann ja mal 3 Händler nennen.
Gruß LKG

Das Problem ist nur, daß der Anspruchsteller die Beweislast hat. ;)