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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorbauwechsel nach zwei Jahren oder 5000 Km? Ist das so?



Luke
13.09.2003, 21:46
Im Roseversand wird empfohlen, den Vorbau Ritchey Pro Road spätestens nach zwei Jahren oder nach 5000 Km zu ersetzen. Ist das nicht übertrieben? Der Pro Road von Ritchey ist ja schwerer und sollte ja robuster sein als der WCS. Aber auch ein WCS nach 5000 Km wechseln? Ich habe mein ganze Rad-Karriere lang, das sind mittlerweile bald 30 Jahre, noch nie Vorbau und Lenker mehrmals während der Saison (fahre immer noch gegen 9000 Km im Jahr) gewechselt. Noch dubioser ist die Zeitangabe. Wenn jemand im Jahr nur 1000 Km fährt, warum soll er den Vorbau und den Lenker nach zwei Jahren wechseln? Kann es sein, dass die Händler nach den ganzen "Vorbau/Lenker-Diskussionen" im "Tour" die Situation wo möglich ausnutzen, um mehr Teile zu verkaufen?

Eigentlich nervt die ganze Vorbau/Lenker-Geschichte langsam, aber eure Meinung dazu würde mich schon interessieren, da die ganze Sache unheimlich verunsichert.

Gruss, Luke

Abbath
13.09.2003, 23:14
also mit den 5000km, daß halte ich auch für sehr knapp bemessen...
ich tausche alle zwei jahre obwohl ich nicht glaube, daß meine guten syntace teile dann wirklich schon in einem rahmen verschlissen sind, der das notwendig machen würde...

core 22
13.09.2003, 23:28
Wer sich's leisten kann...

Weiß nicht, ob das wirklich sein muss, kommt darauf an, wieviel Du pro Jahr fährst. Habe meinen Vorbau jetzt seit vier Jahren dran und noch keine Probleme obwohl no name. Keine Ahnung, ob das jetzt schon gefährlich ist. Hängt wahrscheinlich auch von Stürzen ab. Der Rose-Versand freut sich natürlich, wenn man alle 5000km einen neuen Vorbau bei ihnen kauft:D

core 22
13.09.2003, 23:30
@procycling: Meine PM erhalten?

Frank Schmidt
14.09.2003, 11:46
Hallo,
ich halte die Wechselintervalle für Blödsinn! Mindestens 5 Jahre
sollten Lenker und Vorbau schon aushalten!

Gruß FRANK

Bastler
14.09.2003, 15:37
Seit Anfang letzten Jahres müssen auf solche Teile 2 Jahre Garantie gegeben werden. Was nicht mindestens so lange Hält (ausser Verschleissteilen) darf schlicht und einfach nicht verkauft werden oder muss bei Defekt kostenlos ersetzt werden. Dann frag doch mal bei Rose, ob Du nach 5000 km einen kostenlosen Ersatz kriegst (haha).

Bastler

nimmersatt
14.09.2003, 16:36
steht im Faltblatt zum F99 folgendes:

"Ein regelmässiges Auswechseln (z.B. alle 2 Jahre) von Lenker und Vorbau ist nach dem momentanen Stand unserer Erkenntnisse nicht erforderlich...".
Natürlich mit der Anleitung zur öfteren Kontrolle auf Beschädigungen etc. und dem sofortigen Austausch im Falle geringster Anzeichen auf selbige.

bei meinem alten Syncros Rennradvorbau war nach Beiblatt ein Tauschen nach 20Tkm vorgesehen bzw. einer Saison bei Renngebrauch. Ich hab ihn dann auch nach etwa 25Tkm abgebaut, vor allem weil ich keine Lösung mehr hatte ihm das Knarzen abzugewöhnen.

Also keine Panik, lieber ein paar Jahre fahren und dann ohne Kompromisse entsorgen, wenns einen Crash o.ä. gegeben hat.

tigerchen
14.09.2003, 17:23
da hatten doch E X P E R T E N in einem anderen Thread behauptet, bei Metall gibts generell k e i n e Ermuedung, warum sollte ich dann ueberhaupt den Lenker oder Vorbau austauschen, wenn er nicht beschaedigt ist ???? Dann muesste er doch 5, 10, 20 oder mehr Jahre halten!!! Wo sind diese Experten??

Trias
14.09.2003, 17:44
Die wichtigsten Grundsätze für ein schnelles Wirtschaftswachstum

1. Beim Fahrrad den Vorbau regelmäßig nach 5000 Kilometern wechseln.

2. Noch besser ist es, das Rennrad alle 2000 Kilometer zu wechseln. Das spart spätere teure Reparaturen

3. Nicht vergessen: Neues Auto kaufen, wenn der Aschenbecher voll ist.

Trias

core 22
14.09.2003, 18:38
@tigerchen: die hatten dann ja besonders viel Ahnung. Warum bitteschön bricht ein Metallstab unter schwingender Beanspruchung nach so und soviel Lastwechseln? Wie nennt man das dann? Es gibt bei jedem(!) Material Ermüdungserscheinungen durch Beanspruchung und/oder andere Vorgänge im Material (z.B. Setzen bei Schrauben und andere Sachen, die ich in der Werkstoffkunde-Vorlesung hatte, aber schon wieder vergessen habe:) ).

@Trias: Deshalb empfiehlt das der Rose-Versand auch. Nichts anderes als Geldmacherei. Das ist individuell ganz verschieden wie lange ein Vorbau hält (Gewicht des Fahrers, Stürze, Rennen, Wiegetritt oder nicht, Pflege, ...), das kann man nicht so pauschal sagen (es sagt ja auch keiner: Dieses Rennrad hält sieben Jahre, danach isses Müll!).

tigerchen
14.09.2003, 18:49
haelt auch schon 19 Jahre und weit ueber 90.000km und sieht immer noch aus wie neu! Nach Rose haette ich schon 18 x den Vorbau gewechselt:D Haette mich alleine 1000 EUR gekostet!! Lenker nochmals 1000 EUR, Stuetze auch 1000 EUR, Kurbeln auch 2500 EUR, aber alles haelt, alles wie neu, nur der Rahmen ist weicher geworden, was die Experten auch verneinen, ein Rahmen wird nicht weich??? Aber ja doch!!

core 22
14.09.2003, 19:43
Natürlich wird ein Rahmen auch weich, das ist halt mal leider so. Nix hält ewich!

tigerchen
14.09.2003, 20:48
ich bin dessen auch sicher, aber hier pappeln immer welche Experten der Tour nach, die behauptet, ein Rahmen wir nicht weich....Metall veraendert sich nicht und ermuedet nicht...

Frankworks
14.09.2003, 21:07
Ein Rahmen wird nicht weich. Er kann reissen. Er kann Beulen kriegen. Er kann rosten, wenn er aus Stahl ist. Er kann errodieren, wenn er aus Alu ist. Manche Händler erzählen diesen Schwachsinn, um neues Zeug verkaufen zu können. Jeder Metallphysiker wird das bestätigen.

Gruß Frankworks

triduma
14.09.2003, 23:47
Hallo,
Habe auf meinem Cube Rennrad jetzt 26000 km. Immer noch erster Vorbau und auch erster Lenker. Ich hab auch nicht vor die Teile auszuwechseln so lange ich keinen Riss oder so sehe.
Gruß
triduma

tigerchen
14.09.2003, 23:52
von Tour immer was von Vorbau und Lenker auswechseln nach spaetestens 2 Jahren??

Unregistered Member
15.09.2003, 01:21
Metallphysiker + Tour = LOL

Bastler
15.09.2003, 08:13
An Tiegerchen:

Kein Mensch hat behauptet, dass es bei Metall keine Ermüdung gibt, bitte genau lesen. Es wurde gesagt, dass man Metall nicht weichtreten kann. Das sind definitiv zwei paar Stiefel. Ist aber ein schönes Beispiel, wie durch falschverstandenes Halbwissen Meinungen verbreitet werden, die u.U. später fest in den Köpfen haften.

Bastler

Sausewind
15.09.2003, 09:34
Moin Zusammen!!!

Es ist KEIN Gerücht mit dem Weichtreten, allerdings tritt ein spürbares Nachlassen der Festigkeit erst kurz vorm dem Bruch auf, relativ betrachtet auf die gesamt Lastwechsel. Kann jeder ganz einfach ausprobieren: Man nehme ein Stück etwas stabileren Draht und biege diesen immer kräftig hin und her bis er bricht. Deutlich spürbar, daß ein paar Lastwechsel vor dem Bruch die benötigte Kraft zum Biegen deutlich geringer wird.

Bei Aluminium wird eines häufig vergessen: Fast alle Alulegierungen härten aus, und zwar ganz einfach mit der Zeit. Ohne Wärmebehandlung oder sonstige Bearbeitung. "Auslagern" heisst das Härteverfahren für Aluminium in der Fachsprache. Zu deutsch: Liegen lassen und warten (Monate bis Jahre) . Aluteile am Fahrrad altern also auch mit der Zeit, ganz ohne Belastung.
Übrigens: Härte und Festigkeit sind grundverschiedene Eigenschaften, sie werden hier oft verwechselt oder gleichgesetzt. Wenn Festigkeit nicht näher definiert ist, ist immer die ZUGfestigkeit gemeint. Es gibt auch noch Druck-, Biege-, Torsionsfestigkeit etc. Neben etlichen weiteren relevanten Eigenschaften (z.B. Kerbschlagzähigkeit, Scherstabilität u.v.a.m.) ist die Härte schlicht und einfach ein Mass für den Widerstand den ein Werkstoff dem Eindringen eines Prüfkörpers entgegensetzt. Gummi, Harze etc, sind weiche Werkstoffe, Glas, Keramik besonders Harte. Bei den Metallen gehören z.B. Blei, aber auch reines Aluminium zu den weichen Vertretern, Chrom z.B. zu den Harten. Auch viele Oxyde wie z.B. Aluminiumoxyd und vor allem Titanoxyd sind äusserst hart. Vorteil von Härte ist vor allem Abrieb- und Verschleissfestigkeit, grösster Nachteil die mit zunehmender Härte ansteigende Sprödigkeit (empfindlichkeit gegen stossartige Belastung). Kennt auch jeder, der schonmal ein Glas hat fallen lassen...

Den Vorbau betreffend ist die mit der Zeit zunehmende Härte (und damit auch Sprödigkeit), gepaart mit der realtiv geringen Schwingfestigkeit von Aluminium ein Problem, daher ist es durchaus richtig, eine Austauschempfehlung von X km ODER X Jahren zu geben. Leichtbauteile sind in der Regel niemals dauerfest konstruiert, sondern lediglich BETRIEBSfest. D.h., sie sind den Betriebsbelastungen gewachsen, jedoch nicht auf Dauer und unterliegen einem Austauschintervall. Dies ist kein Zeichen schlechter Qualität oder Konstruktion, entspricht schlicht den Grundsätzen des Leichtbaus. Ist bei Flugzeugen nicht anders...
Falsch wäre es, von dem Gewicht des Vorbaus auf die max. Lebensdauer zu schliessen. Massgeblich ist nicht, wieviel er wiegt, sondern wie stark er dynamisch unter Belastung schwingt und wie stark das Aushärteverhalten ist. Das alles hängt z.B. auch von der verwendeten Legierung, der Konstruktion und der Art der Fertigung ab. Ein leichter Vorbau kann durchaus steifer, fester und langlebiger sein als ein Schwerer. KANN...muss nicht!

Soweit zu den Hintergründen. Ohne den betreffenden Vorbau nun explizit zu kennen halte ich 5000km oder zwei Jahre aber für ein sehr kurzes Intervall. Wer extrem viel fährt, ist bestimmt gut beraten, nach zwei Jahren pauschal zu wechseln, ansonsten sollten aber einige Jahre mehr drin sein. Ein Vorbau bricht auch nicht von jetzt auf gleich einfach weg, "Nimmersatt" hat völlig Recht, einen nähernden Ermüdungsbruch kann man tatsächlich sehen, und zwar rechtzeitig. Man muss einfach nur vor jeder Fahrt mal den Blick über kritische Bauteile schweifen zu lassen und nach Haarrissen suchen, ein geübtes Auge erkennt die Gefahr früh genug.

@Frankworks: Nahezu alle Metalle können oxydieren, also eine Verbindung mit Sauerstoff eingehen, Rost ist nur der spezifische Name für Eisenoxyd während man Aluminiumoxyd z.B. manchmal als Eloxal bezeichnet. Erosion ist etwas ganz anderes. Und vom Beruf eines "Metallphysikers" hab ich auch noch nie gehört...

Frankworks
15.09.2003, 12:27
@ Sausewind

Es gibt das Fachgebiet der Metallphysik. Deshalb gibt es selbstverständlich auch Metallphysiker.

Die Ermüdungserscheinungen in der Geldbörse des Händlers führen irgendwann zwangsläufig zu der Aussage, das jetzt alles weich sei und was Neues her muß.

Gruß Frankworks

Luftschnapper
15.09.2003, 12:54
Ich weis nicht, Ich weis nicht

mein erstes Rad war aus Stahl =ewig

jetzt fahr ich Alu =2 Jahre

Dann kommt Carbon =vieleicht ein bis 2 Jahre

Was kommt dann ? = vieleicht 6 Monate


Wenn ich mir heute also ein Top Carbon oder Alu - Rad von 3-4000 € muss ich es in ein bis zwei Jahre resturieren.
Weil wen der Vorbau so nachlässt tut es der Rest vom Rad ja wohl auch.


mach den ganzen Scheiss nicht mit !!!!!!!!!!!!!!!!!


mfg Luftschnapper

Kind der Sonne
15.09.2003, 12:57
Hallo
der Roseversand sichert sich so doch nur ab. Wenn Dir der Vorbau bricht muss er dann nicht für denn zertrümerten Kiefer aufkommen.

Viele Grüsse




Original geschrieben von Luke
Im Roseversand wird empfohlen, den Vorbau Ritchey Pro Road spätestens nach zwei Jahren oder nach 5000 Km zu ersetzen. Ist das nicht übertrieben? Der Pro Road von Ritchey ist ja schwerer und sollte ja robuster sein als der WCS. Aber auch ein WCS nach 5000 Km wechseln? Ich habe mein ganze Rad-Karriere lang, das sind mittlerweile bald 30 Jahre, noch nie Vorbau und Lenker mehrmals während der Saison (fahre immer noch gegen 9000 Km im Jahr) gewechselt. Noch dubioser ist die Zeitangabe. Wenn jemand im Jahr nur 1000 Km fährt, warum soll er den Vorbau und den Lenker nach zwei Jahren wechseln? Kann es sein, dass die Händler nach den ganzen "Vorbau/Lenker-Diskussionen" im "Tour" die Situation wo möglich ausnutzen, um mehr Teile zu verkaufen?

Eigentlich nervt die ganze Vorbau/Lenker-Geschichte langsam, aber eure Meinung dazu würde mich schon interessieren, da die ganze Sache unheimlich verunsichert.

Gruss, Luke