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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Problem mit RX100-STI



Noryn
22.05.2008, 11:19
Hallo,

baue gerade ein Rennrad auf. Und da ich nur schmales Geld zur Verfügung habe, muss ich auf gebrauchte Teile zurückgreifen.

Nun habe ich gestern nach der Rahmenlakierung alles wieder angebaut und auch meine neuen gebrauchten RX100-STI Schalt-Bremshebel angebaut.

Das Problem: Ich kann zwar schalten (den Umwerfer über den Zug bewegen) aber die Hebel rasten nicht ein, der Werfer geht wieder in die Ausgangstellung zurück. Das Ganze sowohl vorn wie hinten.

Kann mir jemand sagen, woran das liegt? Sind die Schalthebel defekt? Ist die Rasterung kaputt oder gibt es eine Einstellungsmöglichkeit dafür?

Als ich die Hebel bekam waren Sie demontiert und so fest angezogen, dass sich der Hebel garnicht bewegen lies. Habe dann die Halteschraube gelockert und sie flutschten ganz butterweich.

Die Hebel sehen einwandfrei aus: Keine Kratzer oder Schläge, sogar die Aufkleber sind noch dran.

Ich würde mich dran setzen und die Hebel zerlegen um zu sehen, ob was defekt ist, aber: krieg ich die dann auch wieder zusammen? Ich hab mal die Schalthebel (XT) meines MTB zerlegt und hatte gut zu fummeln, um die Rückholfeder wieder richtig zu platzieren.

Wer kann mir Mut machen? Hab keine 100 Euro übrig für neue STIs.

Tom
22.05.2008, 12:04
Als ich die Hebel bekam waren Sie demontiert und so fest angezogen, dass sich der Hebel garnicht bewegen lies. Habe dann die Halteschraube gelockert und sie flutschten ganz butterweich.

Hallo Noryn,

willkommen im Tour-Fprum. Hier
Tour Magazin Forum > Teile, Test & Technik > Klassiker >
wirst Du vermutlich wenig Antworten auf eine Frage zu STI bekommen. Einen Tip kann ich Dir aber geben:

Meines Wissens gibt es bei den STIs keine Klemmung, die man strammer oder lockerer einstellen kann. Du hast vermutlich eine Schraube gelöst, die dafür sorgt, daß sich der Hebel unabhängig vom Schaltmechanismus bewegen läßt.

Wie hast Du denn die Schaltzüge eingefädelt? Ging das problemlos?

Tom

Noryn
22.05.2008, 13:02
Hallo Noryn,

willkommen im Tour-Fprum.
Danke, sehr freundlich.


Hier Tour Magazin Forum > Teile, Test & Technik > Klassiker >
wirst Du vermutlich wenig Antworten auf eine Frage zu STI bekommen.
Warum nicht hier? Wo denn dann?



Einen Tip kann ich Dir aber geben:

Meines Wissens gibt es bei den STIs keine Klemmung, die man strammer oder lockerer einstellen kann. Du hast vermutlich eine Schraube gelöst, die dafür sorgt, daß sich der Hebel unabhängig vom Schaltmechanismus bewegen läßt.
Ich meine die zentrale Schraube, die alle Komponenten zusammenhält (von vorn zu sehen). Die war hart angezogen. Als ich die gelöst habe, ließ sich auch der Hebel wieder bewegen. Erstaunte mich allerdings auch, dass diese Schraube alles festklemmen kann.


Wie hast Du denn die Schaltzüge eingefädelt? Ging das problemlos?
Alles andere ging völlig problemlos. Wie schon gesagt: die Hebel sehen aus wie neu. Gummis ohne Abnutzungserscheinungen oder Risse, auch innen kein Staub oder Dreck.
Kenne den vorherigen Besitzer leider nicht und weiß nicht, was er damit gemacht hat. Im schlimmsten Fall hat der die Hebel vorm Verkauf zur Reinigung zerlegt und dabei etwas vergessen/beschädigt. Dagegen spricht aber, dass er die Hebel ursprünglich mangels Verwendung an einen gemeinsamen Freund verschenkte. Erst der verkaufte mir das Paar für einen kleinen Schein.

Tom
22.05.2008, 13:12
Danke, sehr freundlich.

Bitte :D


Warum nicht hier? Wo denn dann?

Da: Tour Magazin Forum > Teile, Test & Technik



Ich meine die zentrale Schraube, die alle Komponenten zusammenhält (von vorn zu sehen). Die war hart angezogen. Als ich die gelöst habe, ließ sich auch der Hebel wieder bewegen. Erstaunte mich allerdings auch, dass diese Schraube alles festklemmen kann.


Falsche Schraube, definitiv. Du hast den Hebel gelöst, nicht den Mechanismus entspannt. Jetzt läßt sich zwar der Hebel bewegen, aber er bewegt sonst nichts mehr.

--> Schraube wieder anziehen!

Danach:

1.) Läßt sich der Hebel zum Hochschalten bewegen (großer STI-Hebel zum Wechsel auf das jeweils größere Zahnrad)?
2.) Wenn ja: Er rastet nur nicht ein? --> Mechanik mit WD40 spülen und so lange rumspielen, bis es wieder rastet.
3.) wenn nein: Ist der Mechanismus bereits im größten Gang? Kannst Du, wenn Du den Hebel zum Bremsen ziehst, den Kopf des Schaltzugs sehen (von außen, genau gegenüber vom Abgang des Schaltzugs)
4.) so lange runterschalten (kleiner STI-Hebel zum Wechsel auf's jeweils kleinere Zahnrad) bis Du im kleinsten Gang bist. Kannst Du jetzt den Kopf des Schaltzugs sehen?
5.) weiter mit 1.)

Viel Erfolg!

Tom

Noryn
22.05.2008, 13:25
Ok, Schraube wird angezogen.

1.) Läßt sich der Hebel zum Hochschalten bewegen (großer STI-Hebel zum Wechsel auf das jeweils größere Zahnrad)?
Nein. Der große Hebel bewegt sich nicht/kaum. Der kleine Hebel (runter) funktioniert einwandfrei - man hört auch die Klicks der Rastung.


2.) Wenn ja: Er rastet nur nicht ein? --> Mechanik mit WD40 spülen und so lange rumspielen, bis es wieder rastet.
Bin z.Zt. nicht zu Hause, werde ich aber machen.


3.) wenn nein: Ist der Mechanismus bereits im größten Gang? Kannst Du, wenn Du den Hebel zum Bremsen ziehst, den Kopf des Schaltzugs sehen (von außen, genau gegenüber vom Abgang des Schaltzugs)
Wie gesagt: der kleine Hebel ist i.O. und schaltet runter. Großer Hebel kann also nicht am Anschlag sein.
Wenn ich die Bremse ziehe kann ich den Kopf der Schaltung sehen. So habe ich ihn ja auch eingefädelt/eingezogen.


4.) so lange runterschalten (kleiner STI-Hebel zum Wechsel auf's jeweils kleinere Zahnrad) bis Du im kleinsten Gang bist. Kannst Du jetzt den Kopf des Schaltzugs sehen?
Ja, siehe oben.


5.) weiter mit 1.)
Wie gesagt, habe gestern viel rumgespielt. Wenn ich nachher daheim bin werde ich mal die WD40-Spülung durchführen und die Schraube wieder anziehen.

Sonst noch Ideen?

Tom
22.05.2008, 13:29
Nein. Der große Hebel bewegt sich nicht/kaum. Der kleine Hebel (runter) funktioniert einwandfrei - man hört auch die Klicks der Rastung.

Wie geht das?
Du bist im kleinsten Gang. Das Hochschalten funktioniert nicht. Du kannst runterschalten. :confused::confused:

Tom

Noryn
22.05.2008, 13:39
Wie geht das?
Du bist im kleinsten Gang. Das Hochschalten funktioniert nicht. Du kannst runterschalten. :confused::confused:

Richtig. Die Hebel sind definitiv im kleinsten Gang - sonst hätte ich die Züge nicht einfädeln können.

Nachdem ich also die Schraube gelöst hatte, ließen sich die großen Hebel bewegen und sie zogen auch die Umwerfer mit - hielten halt nur nicht fest.

Bei Betätigung der kleinen Hebel bewegten sich die Umwerfer nicht (Zug war ja auch entspannt) aber es war dennoch aus der Mechanik des Hebels ein Klicken zu hören - immer. Auch nach 20x runterschalten. Evtl. ist das eine Art "Anschlag" oder die letzte Rastung/Gang in den die Mechanik beim Noch-weiter-runterschalten zurückspringt.
Quasi von 1 weiter runter springt zurück auf 1 und klickt.

Noryn
22.05.2008, 17:02
Ok, folgendes gemacht:

- Schraube wieder angezogen (handfest)
- WD40 rein und die Hebel bewegt

Die linke Seite (Umwerfer vorn) funktioniert nun so wie sie soll.

Der große Hebel der rechten Seite (Schaltwerk hinten) ist fest, läßt sich nur mit Kraft bewegen und bleibt an der Stelle stehen - springt also nicht zurück.
Der kleine Hebel ist freigängig, zeigt aber keinerlei Widerstand und klickt auch nicht (wie oben beschrieben klicken die kleinen Hebel obwohl man schon im kleinsten Gang ist).
Wenn ich die Schraube leicht löse, wird der Hebel leichtgängiger und schwingt dann auch wieder zurück. Er rastet aber nicht ein, egal wie weit ich ihn nach links rüberdrücke.
Wenn ich den Hebel rüberdrücke kann ich in die Mechanik reinschauen und sehe eine Art Zahnrad. Ich denke mir, dass das die Rasterung ist. Die Zähne daran sehen gut aus - nicht rund oder abgenutzt. Aber es ist keine Feder zu sehen, die in die Zähne einrastet.

Ideen?

PS: Kann ein Mod diesen Thread evtl. in das richtige Forum schubsen? Danke.

drexl
26.05.2008, 10:23
Das Problem bei Shimano STI Hebeln ist, dass man sie selbst nicht reparieren kann. Sind die Hebel defekt, da z.B. die Klinke klemmt oder eine Feder gerissen ist, muss man sie einschicken oder die ganze Hebeleinheit austauschen. Bei Campa kann man dagegen alles auseinandernehmen und reparieren. Ich hatte ähnliche Probleme auch schon und habe immer, wie bereits empfohlen, mit WD 40 o.ä. gespült und wenn das nicht ging ausgetauscht.

hate_your_enemy
26.05.2008, 20:02
Das Problem bei Shimano STI Hebeln ist, dass man sie selbst nicht reparieren kann. Sind die Hebel defekt, da z.B. die Klinke klemmt oder eine Feder gerissen ist, muss man sie einschicken oder die ganze Hebeleinheit austauschen.

na ja,

reparieren bzw. öffnen kann man die schon, nur gibts nicht alle ersatzteile und man muss evtl. improvisieren. da soll man aber nur tun, wenn man definitv keine zwei linken hände hat. kann lange dauern die wieder zusammenzukriegen. :)
einschicken kann teuer werden.

WD40 ist meines erachtens ein recht billiges Öl, ich nehm immer dynamics kettenfett (das ist total dünnflüssig und verharzt nicht) oder neoval.

Panchon
26.05.2008, 22:53
Erst mal hallo Noryn,

zunächst kann man sagen, daß bei RX100 STIs und STIs identischer bzw. gleicher Baureihen (teilweise identisch bei RSX, identisch bei 105, Mechanik identisch bei 600) so gut wie nichts kaputt geht. Man kann sie, falls man sie zerlegt hat, höchstens falsch zusammenbauen. Ansonsten verharzt üblicherweise das Fett, was speziell bei einer bestimmten Klinke, die - von vorne gesehen - ganz hinten oben rechts in der Mechanik plaziert ist, gar nicht gut ankommt, denn diese Klinke klebt schlicht irgendwann fest und kann deswegen nicht mehr einrasten.

Bei Rennrad-News haben einige User und auch ich dazu in mehreren Threads Beiträge geschrieben, die dir vielleicht hilfreich sein können. Hier die entsprechenden Links:

Brauche Hilfe bei STI-Hebel: ST 6400 und ST 1055 (http://www.rennrad-news.de/forum/showthread.php?t=22298&highlight=Brauche+Hilfe+bei+STI-Hebel%3A+ST+6400+und+1055)

Schalthebel (http://www.rennrad-news.de/forum/showpost.php?p=548018&postcount=11)

Shimano 105 7fach: Hebel zum hochschalten greift nicht (http://www.rennrad-news.de/forum/showthread.php?p=673575#post673575)

Übrigens, die Schraube ganz vorne im großen Hebel sollte fest angezogen sein. Wenn sich die Mechanik nach dem Anziehen dieser Schraube nicht mehr bewegen läßt, dann drängt sich mir der Verdacht auf, daß der betreffende STI zumindest teilweise zerlegt war und der große Hebel nun nicht korrekt sitzt.

Viel Erfolg bei der Wartung und viele Grüße
Franz

Noryn
28.05.2008, 21:21
Die gute Nachricht zuerst: Problem gelöst! JEAH!
Ok, ich beschreibe erst einmal was genau passiert ist - feiern mach ich zum Schluß.

Zunächst erst einmal vielen Dank für die zahlreichen Tipps und guten Ratschläge. Leider hat alles nicht geholfen und ich habe gewagt was sich sonst kaum jemand wagt - ICH HABE DEN SCHALTHEBEL GEÖFFNET!

Zuvor dem gehörnten Fahrradgott noch etwas Blut geopfert (Finger am scharfen Bowdenzug geschnitten) und dann die zentrale Imbusschraube gelöst. Als ich die Kappe abnahm kam zuerst eine Spannfeder zum Vorschein. Dann den eigentlichen Hebel vorsichtig abgezogen und ... nix! Die gesamte Mechanik ist auf der zentralen Achse fixiert.

Nun ging es an die Fehlersuche. Zuerst stellte ich fest, das der Hebel im größten Gang war - wie ich so die Züge einziehen konnte ist mir ein Rätsel, aber es ging. Ich habe dann mittels Schraubenzieher die "Trigger" angehoben und der Hebel schnellte zurück in Ausgangsposition (kleinster Gang).
Ok, so weit so gut. Der Fehler lag also offensichtlich am kleinen "runter"-Hebel. Habe dann ein paar Mal rauf und runter geklickt um den "Trigger" für "runter" zu finden. Als ich ihn hatte war auch schon klar, warum der nicht so mitspielte wie er sollte - die kleine Feder, die ihn unter Spannung auf sein Ritzel drückt war abgesprungen. Dadurch hatte der "Trigger" keinen Kontakt und wurde beim Betätigen des kleinen "runter"-Hebel ohne Effekt am Ritzel vorbeibewegt.

Ich schnappte mir also zwei Pinzetten, griff mir diese Feder und brachte sie mit wenigen Handgriffen zurück in Position (sie verbog dabei - musste sie wieder geradebiegen, muss eine Feder nicht starrer sein um überhaupt eine Feder zu sein?).
Jedenfalls war die Feder wieder in Position, der gesamte Hebel funktionierte wieder einwandfrei: rauf wie runter sauber gerastet.
Jetzt nur noch zusammensetzen und Züge wieder rein: Voila!

Ne Menge Geld gesparrt und mit 20min Fummelei die Technik zu funktionieren überredet.

Habe unten mal ein Bild des geöffneten Hebels und die strategischen Teile farbig markiert.
Grün = Trigger für den kleinen "runter"-Hebel (verdeckt das dazugehörige Ritzel)
Blau = Das Ritzel für den "hoch"-Hebel (keine Zähne zu sehen weil im größten Gang)
Pink = Trigger für den "hoch"-Hebel
Rot = Die alles-entscheidende Feder (ca. 2mm Durchmesser, Draht ist ca. 0,3mm dick)

Wie man auch schön sieht ist noch jede Menge Fett in der Mechanik, obwohl die Hebel schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben und ich eine ausgiebige Spülung mit WD40 durchgezogen hatte.

Nun, was soll ich sagen? Hätte ich auf Euch gehört, wäre ich weiterhin ein trauriger Mann mit kaputter Schaltung. Aber nun bin ich ein glücklicher Bastler, übrigens ohne irgendeine Mechaniker- oder Ingenieursausbildung. Fehler gefunden mithilfe eines überragenden Geistes. ;)

Ich wünsche Euch allen nun einen schönen Abend - ich werde noch ein kleines Freudentänzchen zelebrieren.:Bluesbrot