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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diesel als Kettenreinigungsmittel



K. Thomas
04.11.2002, 23:08
Hallo Zusammen!

Ich benutze seit einiger Zeit Diesel (auf einem Lappen) zur Kettenreinigung. Danach öle ich die Kette und konserviere sie mit Sprühwachs.
Spricht eigentlich irgendetwas gegen Diesel?
Wäre Petroleum besser geeignet?

gluecifer
04.11.2002, 23:49
wollte mich vorher nicht äussern doch jetzt ist es egal ;-)

benutze auch diesel und habe damit sehr gute erfahrungen gemacht. n bissl diesel auf eine socke, paar mal hin und her reiben und schon sieht die kette aus wie neu.

was haltet ihr eigentlich vo teflon sprays ?

chubika
05.11.2002, 11:39
Hallo,

im allgemeinen wird von Diesel abgeraten, weil es zu leicht fluechtig ist. Waescht die Kette zu sehr aus und wenn sofortige Nachoelung vergessen wird, kann man am naechsten Tag entrosten.

Ich bleibe beim guten alten Petroleum.

hth
Ciao
C.

Ikarus
05.11.2002, 12:24
Ich habe mir auch Teflon Spray zugelegt, Doch auf der Dose steht
das die zu reinigende Teile sauber und Fettfrei sein sollen.
Wie soll man das machen. Wen du jetzt die Kette mit einem
Fettentferner behantelst dürfte in den Gelenken wohl kein Fett
mehr sein. Doch kriecht das Teflonspray auch so weit?
Laut Dosenbeschreibung ist es ein Trockenschmiermittel,was also
nicht schlecht wäre. Doch wie es mit der krichfähigkeit aussieht?
Hatte mal vor Jahren nen Testbericht von Mbike gelessen.
Hatte nicht besser abgeschnitten.
Also probieren
:)

Windfänger
05.11.2002, 13:28
Original geschrieben von chubika
im allgemeinen wird von Diesel abgeraten, weil es zu leicht fluechtig ist. Waescht die Kette zu sehr aus und wenn sofortige Nachoelung vergessen wird, kann man am naechsten Tag entrosten.


Meine Meinung dazu (bin aber kein "Diesel/Petroleumreiniger"):

Die Flüchtigkeit ist gar nicht so schlecht: Nimmt man die Kette runter und schüttelt sie in einer Flasche mit Diesel (noch besser wäre IMHO Benzin), so kann bei dieser Brachialreinigungen fast das gesamte alte Öl/Fett mitsamt dem in ihm klebenden Dreck rausgewaschen werden. Das Lösungsmittel verdunstet dann recht schnell und schaft so Platz für das neue Öl/Fett. Petroleum bleibt länger in den Gelenken und da wird es schon schwerer, anschliessend das neue Schmiermittel dorthin zu bekommen, wo man es braucht.

Beim Oberflächlichen Reinigungen mit in solchen Lösungsmitteln (egal was, Terpentin, Benzin, Diesel, Petroleum etc.) getränkten Lappen bleibt die Frage, ob durch den dabei in die Kette gespülten Dreck nicht mehr Schaden als Nutzen durch den außen entfernten Dreck entsteht.

Ich bin jedenfalls auf Empfehlung hier im Forum (Thread irgendwas mit "schwarze Kette") versuchsweise auch auf eine Fettfreie Trockenschmierung umgestiegen. Und zwar mit "KryTech" von Finish Line.

Positiv:
Die Kette bleibt definiv viel sauberer und das bischen Dreck , was sie trotzdem auffängt, läßt sich mit 'nem einfachen Lappen runterwischen (so wie Sand von einem gut gewachsten Rahmen runtergeht). Und nicht nur die Kette, der gesamte rechte Hinterbau, Speichen und Felge bleiben frei von dem schwarzen Dreck und lassen sich leichter reinigen.

Außerdem ist das Zeuch superflüssig und dringt leicht in alle Gelenke ein, darum benutze ich es auch um die Lager von Bremse, Schaltwerk usw. zu "ölen". Ich denke mal, die haben die eigentlichen Schmiermittel (Paraffine und Krytox) in einem leicht flüchtigem, niedrig viskosem Lösungsmittel aufgelöst.

Negativ:
Das Zeuch wird bei Feuchtigkeit (nichtmal Regen!) superschnell rausgewaschen. Also nichts für lange Touren bei ungünstigem Wetter, es sei denn, man plant "Schmierpausen" mit ein.

Und natürlich der astronomische Preis: Das grosse Fläschchen (120ml) kostet um die 8 Euro, auf die Strecke umgerechnet komme ich schätzungsweise auf vielleicht 2-5 Euro (je nach Wetter) auf 1000km.

J.G.
05.11.2002, 17:23
Von solchen Brachialreinigungen ist eigentlich abzuraten. Du entfernst damit nur das Fett/Öl. Der Dreck bleibt trotzdem an Stellen, die du später nur schwer erreichst. Ich versuch ca. alle 200-300km meine Kette neu zu schmieren und dabei auch noch zu reinigen. Geht eigentlich recht gut. Danach ist sie immer sehr sauber und die Schmierwirkung an den schwer erreichbaren Stellen bleibt vorhanden.

lancer
05.11.2002, 19:17
diesel ist super

Hedleg
05.11.2002, 22:26
Habe vorher alle möglichen Schmiermittel ausprobiert:
z.B. mit Teflon: das Resultat war eine schmierige klebrige schwarze Schicht auf der Kette.
Seitdem ich mit Diesel schmiere, ist die Kette prima sauber und läuft trotzdem völlig geschmeidig.
Einziger Nachteil besteht darin, dass sie halt öfter gewartet werden muss, ist aber mitlerweile nur ein Handgriff.
Fazit: unbedingt empfehlenswert, obwohl ich den Tip mit dem Petroleum auchmal ausprobieren werde

Opa-Bernie
05.11.2002, 22:26
Ich reinige meine Ketten seit Jahren mit Diesel. Ich verwende dazu ein handelsübliches Bürstenset mit Plastikkasten, in den Diesel eingefüllt wird.

Die Kette ziehe ich mehrmals durch das Dieselbad und öle sie anschließend gleich ein. Rost an der Kette habe ich dabei nie festgestellt und die Kette ist sauber.

Diesel hat gegenüber Benzin oder gar Lackverdünnug den Vorteil nicht zu stark zu entfetten.

Bernd

Jockel
05.11.2002, 23:43
Hallo zusammen !


Habe vorher alle möglichen Schmiermittel ausprobiert:
z.B. mit Teflon: das Resultat war eine schmierige klebrige schwarze Schicht auf der Kette.
Seitdem ich mit Diesel schmiere, ist die Kette prima sauber und läuft trotzdem völlig geschmeidig.
Einziger Nachteil besteht darin, dass sie halt öfter gewartet werden muss, ist aber mitlerweile nur ein Handgriff.
Fazit: unbedingt empfehlenswert, obwohl ich den Tip mit dem Petroleum auchmal ausprobieren werde

Achtung DIESEL ist KEIN SCHMIERMITTEL !!!
Es ist sehr gut geeignet um Fette und verharzte Öle zu lösen, aber nicht zum schmieren. Die Schmierwirkung von Diesel ist genauso schlecht (gut) wie von Wasser nämlich einfach nur eine dünne hochviskose Flüssigkeit ohne jeglichen "schmierenden" Anteil.

Wenn eine Kette komplett in Diesel gelegt wird sollte man sie nach dem abtropfen ein paar Stunden an einem gut belüfteten Ort hängen. Diesel ist eine relativ leicht flüchtige Flüssigkeit (auch noch ein Grund weshalb man mit Diesel nicht schmieren kann). Erst nachdem die Kette gut abgelüftet ist sollte man sie neu Schmieren. Unter neu Schmieren verstehe ich übrigens ein komplettes eintauchen in die Schmierflüssigkeit. Ich gehe sogar so weit das ich sie nach jedem Dieselbad (bei einer Kettenlebensdauer von ca 5k km ca 2 mal, je nach wetter beim fahren) IN Öl auskoche denn nur so kann man wirklich sicher sein das an die kritischen Stellen Öl Kommt. Wenn mann sich mal klar macht wo an einer Kette eigentlich Öl gebraucht wird ist das ziemlich einleuchtend.

Braucht man an der Oberfläche der Rollen und Glieder Öl?
Ja aber nur etwas, denn ein Kettenglied rutscht jedesmal wenn es in ein Ritzel oder Kettenrad einfädelt leicht auf dem Zahn in das Tal zwischen 2 Zähnen.

Braucht man zwischen Niet und Rolle Öl?
Ja sehr dringend sogar, denn bei jedem Kontakt mit einem Kettenrad oder Ritzel (vor allem an der kettenradoberseite) wird die Rolle auf den Niet gedrückt. Und genau Hier ist der extrem kritsche Punkt für jedes Schmiermittel, denn hier ensteht zwischen der Rolle und dem Niet eine sehr hohe Flächenpressung d.h. wenn das Schmiermittel nicht stark genug haftet wird es an dieser Stelle weggedrückt und genau hier entsteht "trocken" -reibung. Das der Abrieb (verschleiß) bei Trockenreibung viel größer ist bedarf glaube ich keiner erwähnung

Desweiteren beim Enfädelvorgang in den Zahn wird die Rolle meist noch ein bisschen von Zahn mitgenommen d.h. sie dreht sich um dem Niet dabei ensteht natürlich Reibung und die versucht man mittels eines geeigneten Schmiermittels zu minimieren.

Credo:
Ein Schmiermittel für eine Kette MUSS hochviskos sein denn wie soll es sonst in den relativ kleinen Schlitz zwischen Rolle und Niet kommen.

Ich persönlich benutzte bei meinem Stadtrad für kurze zeit sog. Teflonspray "Kettenfett", dies ist ein niedrig Viskoses Sprühfett das nur an der Oberfläche haftet es hat aber nicht die geringste Chance zwischen Rolle und Niet zu kommen denn es fließt überhaupt nicht. Es ist sehr gut geeignet um die Kette außen zu Schmieren denn es besitzt eine hohe Haftfähigkeit und ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die gerine "Anziehung (bindung)" von Staub.
Ich kann dieses Mittel aus den o.g. Gründen allerdings nicht zur alleinigen Kettenpflege empfehlen, denn es fehlt ja die Schmierung zwischen Rolle und Niet.
Deshalb empfehle ich ein hochviskoses Öl mit einer hohen Haftfähigkeit zu verwenden.

Achja noch was bevor ich es vergesse. Der mit Diesel getränkte Lappen (so lange er nicht Tropfnass ist) eignet sich gut um die Kette oberflächlich von Schmutz zu befreien, allerdings kann es dabei natürlich auch passieren das man beim Durchziehen der Kette durch den Lappen das eine oder andere Dreckpartikelchen zwischen Rolle und Niet drückt. Deswegen empfehle ich die Kette nur bei starker Verschmutzung mit einem Lappen abzuwischen! Das man danach die Kette wieder Ölen muss ist ja selbsverständlich, dabei sollte man darauf achten das auch wirklich Öl zwischen Kettenglied und Rolle geträufelt wird so das es überhaupt eine möglichkeit hat zur eigentlichen Schmierstelle, zwischen Niet und Rolle, zu gelangen.

Gruß
Jockel
P.S. Es gibt heutzutage auch Hochleistung Schmierstoffe (Öle) auch Raps, ich kann nur empfehlen solche einzusetzen da diese bei einem Regen bzw. beim Nachölen keine Schäden am Boden anrichten.

Luigi Fox
06.11.2002, 08:22
Hallo zusammen!

Meine Erfahrung:
Diesel zur Kettenreinigung eignet sich sehr gut. Ich benutze dabei einen mit Diesel getränkten Lappen, mit dem die Kette oberflächlich gereinigt wird. Die Kette in Diesel zu baden zahlt sich meiner Meinung nicht aus, lieber alle 3000 km die Kette wechseln.

Nach der Reinigung mit dem Ölen einige Stunden warten. Im Sommer zäheres Öl verwenden, in den kühlen Jahreszeiten dünnflüssigeres.
Wichtig: nach dem Ölen die Kette durchdrehen, sodass das Öl in die Zwichenräume gelangt. Danach das überschüssige Öl mit einem trockenen Lappen abwischen! Das vermeidet Fettspritzer an Rahmen und Felge.

Vorteil von Diesel: billig und wirkungsvoll.
Nachteil: muss als Sondermüll entsorgt werden.

Also: wer schmiert, der fährt.

siggi
06.11.2002, 22:38
Hallo

Zum Reinigen ist Diesel oder Petroleum gut geeignet, da es das Öl nur verdünnt aber nicht auflöst ( knackt ). Hier wurde auch im selben Atemzug Terpentin genannt, das ist genau wie Kaltreiniger für eine Kette tödlich, denn wo sich das Zeug reinsetzt wird jeder Ölfilm sofort wieder zerstört. In der Industrie werden z.B. Getriebe nie mit Kaltreiniger gespült, sondern immer mit Spülöl. Eine mit Diesel oder Petroleum gereinigte Kette nimmt dann wieder sehr gut das Öl an.

siggi

Frank
07.11.2002, 21:59
Hi,

Diesel ist für die Kettenreinigung nicht geeignet !!!

Es löst das Fett in den Gliedern auf und die Kette ist zerstört.
Es ist natürlich zum reinigen Einfach aber das Fett bekommt keiner mehr in die einzelnen Glieder.
Besser Ihr säubert Sie nur mit einem trockenen Lappen und oelt sie nachher mit dem Oel of Rohloff.

Wichtig nur ein paar Tropfen das reicht.

Übrigens eine Kette tauscht man lieber öffter und Kauft sich eine preiswertere das spart am Ende noch Geld.

80% aller Freilaufkörper geben durch die Verwendung von Reinigungsmitteln wie Diesel , Petrolium , Heizöl und Benzin ihren Geist auf.

Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten um die Kette zu reinigen. Aber der Hochdruckreiniger darf es nicht sein !!!

Frank