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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radial eingespeichte Laufräder, Warum?



Opa-Bernie
10.09.2002, 22:29
Kann mir jemand von den "Techno- Freaks" unter Euch erklären, welche Vorteile radial eingespeichte Laufräder haben sollen.

Die Gründe, die mir selbst einfallen, überzeugen mich nicht auf den besseren Komfort tangential eingespeichter Räder zu verzichten.

Die beiden vermeintlichen Vorteile geringeres Gewicht und kleineres Massenträgheitsmoment sollten in der Realität für fast alle Rennradler ohne Bedeutung sein. Mag sein, dass Zabel bei seinen Sprints jedes Gramm zählt und den Anteil der rotierenden Massen klein halten will, aber wer will oder kann schon mit Zabel mithalten.

Sind also radial eingespeichte Laufräder nur ein Werbegag.

Ich glaube es war ca. 1880 da hat man sich beim Bau der ersten Hochräder darüber gefreut Tangentialspeichen erfunden zu haben.

Bin gespannt auf überzeugende Argumente und einen technischen Disput.


Bernd

Jogi
10.09.2002, 23:21
Sieht einfach viel besser aus.

coffee
11.09.2002, 09:02
Hi,

also Radial eingespeichte Laufräder (vorne) bringen nix. Man hat weniger Komfort als mit der gekreuzten Version. Und hinten bringt es eh nix.

coffee

DADDY@KOOL
11.09.2002, 12:32
Technisch:
Die einzelne Speiche verträgt eine höhere Speichenspannung, dadurch wird das Laufrag insgesamt steifer. Mit entsprechend belastbaren Flanschen (z. B. bei Tune-Naben) ist das überhaupt kein Problem.
Praktisch:
Es läßt sich viel besser putzen. Für Allwetterfahrer wie mich ist das ein Argument.
Optisch:
Es sieht schöner aus.
Fazit:
3x Plus - was will man mehr?:cool:

Jogi
11.09.2002, 13:23
Original geschrieben von Effedeluxe


aber im alltag??
und am hinterrad hats echt nix zu suchen..

Stimmt, hab ich vergessen zu schreiben. Taugt natürlich nur etwas am Vorderrad.

onkel
11.09.2002, 18:44
Original geschrieben von Effedeluxe


aber im alltag??
und am hinterrad hats echt nix zu suchen..

Man sollte doch versuchen, immer gut auszusehen, gerade im Alltag!

Opa-Bernie
11.09.2002, 22:33
Ihr habt meine Meinung weitestgehend bestätigt. An einen technischen Vorteil bezüglich der Fahrleistung glaubt so keiner wirklich.

Dass es soviele gibt, die auf eine gutes Aussehen Wert legen, finde ich interessant. Das paßt gut zu rasierten Beinen.

Das Thema Wartungs- und Pflegeaufewand bei "Alltagsradlern" ist meiner Meinung nach wichtig. Ich sehe nur die Schwachstellen heute beim Antrieb:
- Reinigung der Kette inkl. Ritzel, Kettenblätter und Umlenkrollen
- Tausch der Kette nach 3000 - 4000 km
- Tausch der Ritzel- Kasette nach ca. 9000 km
- Tausch der Kettenblätter nach ca. 15.000 km
- durchgebremste Felgen spätesten nach 20.000 km
- u.a.m.
Dies sind die Themen, die mich als Alltagsradler mit einer Fahrleistung von von ca. 12.000 km im Jahr stören.

Vielleicht gibt es in diesen Punkten zukünftig bessere Komponenten, die man auch noch bezahlen kann.


Bernd

messenger
12.09.2002, 02:14
Durch die kürzeren Speichen und die daraus resultierende geringere Hebelwirkung müßten radiale Laufräder seitensteifer sein. Früher hat man das gleiche mit Hochflanschnaben erreicht.
Bei Laufrädern mit wenig Speichen dürfte es zusammen mit hoher Spannung also ein bißchen Sinn machen.

Zur Wartungsfreundlichkeit: Für den, der alles beim Händler machen läßt, ist es in der Tat aufwendig und teuer. Selbstgemacht gehts doch wirklich schnell (vom Umfelgen mal abgesehen) und macht den meisten ja auch Spaß.
Ärgern tut mich eher, daß die Verschleißteile nach den 8-fach-Gruppen so extrem teuer geworden sind.

Gruß mess.

Quasi Modo
12.09.2002, 10:13
Original geschrieben von Effedeluxe
aber wer sieht denn beim fahren, ob radial oder dreifach gekreutzt. zumindest bei etwas schnellerer fahrt sieht mans nicht mehr.

Ich sag nur Eisdiele :D

SF_
12.09.2002, 11:59
Original geschrieben von Opa-Bernie
Ihr habt meine Meinung weitestgehend bestätigt. An einen technischen Vorteil bezüglich der Fahrleistung glaubt so keiner wirklich.

Dass es soviele gibt, die auf eine gutes Aussehen Wert legen, finde ich interessant. Das paßt gut zu rasierten Beinen.

Das Thema Wartungs- und Pflegeaufewand bei "Alltagsradlern" ist meiner Meinung nach wichtig. Ich sehe nur die Schwachstellen heute beim Antrieb:
- Reinigung der Kette inkl. Ritzel, Kettenblätter und Umlenkrollen
- Tausch der Kette nach 3000 - 4000 km
- Tausch der Ritzel- Kasette nach ca. 9000 km
- Tausch der Kettenblätter nach ca. 15.000 km
- durchgebremste Felgen spätesten nach 20.000 km
- u.a.m.
Dies sind die Themen, die mich als Alltagsradler mit einer Fahrleistung von von ca. 12.000 km im Jahr stören.

Vielleicht gibt es in diesen Punkten zukünftig bessere Komponenten, die man auch noch bezahlen kann.


Bernd

Gutes Aussehen o. ä. nichttechnische Kriterien dominieren eben den Markt. Die Leute kaufen sich z. B. gerne noch mehr Gänge an das Fahrrad, auch wenn es den wenigsten was bringt. Die Industrie freut sich dann über eine verkürzte Gebrauchsdauer.
Was Deine km Angaben im einzelnen anbelangt, hängt dies natürlich sehr stark von der Fahrweise und vom Material ab. (km-Angaben kann ich nur noch schätzen, weil ich meinen Tacho weggeschmissen habe.) Was die Ritzel anbelangt, wechsle ich z. B. öfter nur diejenigen, auf denen ich am häufigsten fahre. Es bringt auch was, wenn man höhere Zähnezahlen bei ca. gleichem Verhältnis fährt (z.B. 42 vorne und 24 hinten anstatt 39 vorne und 22 hinten). Bei den Kettenblättern hatte ich früher (ca. 15 - 20 Jahre her) die Erfahrung gemacht, daß bei Shimano für Vielfahrer alles unter Dura Ace nichts taugt. Ob das heute noch so ist, kann ich nicht sagen (ich fahre nicht mehr viel und nun vorwiegend Campa). Bei Felgen gibt es welche mit Keramikbeschichtung die angeblich länger halten - ich habe damit aber selber keine Erfahrung. Scheibenbremsen (zur Schonung der Felgen) würde ich noch keine kaufen. Wenn ich in MTB-Foren schaue, habe ich das Gefühl, daß die noch nicht optimal ausgereift sind.
Zumindest die Reifen halten länger als vor 20 Jahren. Es gibt zwar leider den Wolber "Invulnerable" mit dem Stahlgürtel nicht mehr, aber besonders der Specialized "Turbo Armadillo" oder auch der Michelin "Axial Carbon" halten recht lange und sind ziemlich unempfindlich.

Opa-Bernie
13.09.2002, 21:18
Ihr habt schon recht, Kilometerleistungen, bis Verschleißteile ausgetauscht werden müssen, sind schon sehr unterschiedlich. Einerseits bestimmt der Fahrstil (Trittfrequenz oder Kraft) aber auch das Wetter (Sonne, Regen, Schnee, Sand und Salz) bei dem man fährt die Standzeiten der Komponenten.

Der Tipp mit größeren Ritzeln oder Kettenblättern zu fahren ist technisch gesehen total okay. Auf flachen bis hügeligen Stecken (und dies sind ca. 90 % meiner Kilometerleistung) benutze ich die Übersetzung 42/ 11 oder 42/ 12. Ich bräuchte also auf meinem Trekkingrad Kettenblätter, wie Sie auf Rennrädern üblich sind.

Bisher habe ich kein alltagstaugliches Fahrrad gefunden mit einem großen Kettenblatt (ca. 53). Die neueren, sogenannten Fitnessräder die solche Ausstattungen serienmäßig haben, halte ich für nicht alltaugstauglich.

Also bleibt einem nur der regelmäßig Tausch.

Bernd

Kai Pirinha
15.09.2002, 22:04
Geht mal auf WWW.Smolik.de der weiß ALLES über Laufräder!!

AndreasIllesch
15.09.2002, 22:46
vielleicht entspricht das deinen Vorstellungen von einem alltagstauglichen rad :

http://patria.net/bikes/roadster/set_roadster.htm

http://www.wanderer-fahrraeder.de/html/rennrad.html

Opa-Bernie
15.09.2002, 22:59
Original geschrieben von Kai Pirinha
Geht mal auf WWW.Smolik.de der weiß ALLES über Laufräder!!


Vielen Dank für den interessanten Link. Habe mir den Abschnitt zum radialen Einspeichen kurz durchgelesen.

Zwei Vorteile werden da neben verschiedenen Nachteilen genannt:
- radial eingespeichtes Hinterrad: Vergleichmäßigung der Antriebsraft durch bessere Federwirkung zwischen Felge und Nabe über die Speichen. Ich habe angenommen, dass diesbezüglich zwischen gekreuzt (tangential) oder radial eingespeichten Rädern kein Unterschied besteht. Ich will mir dies aber noch einmal in Ruhe ansehen.
- radial eingespeichte Räder allgemein: bessere Aerodynamik als gekreuzte Speichen. Das können nur Präzisionsmessungen ergeben und ich vermute, dass die Angaben unter dem Link aus solchen stammen.

Was mich insbesondere bezüglich des ersten Vorteils wundert ist, dass bei dem RR mit radial eingespeichten Rädern, dass ich bei einem Händler gesehen habe, nur das Vorderrad in dieser Technik ausgerüstet war.

Aber nochmals vielen Dank für den interessanten Link.

Bernd

Opa-Bernie
15.09.2002, 23:13
Original geschrieben von Gandalf
vielleicht entspricht das deinen Vorstellungen von einem alltagstauglichen rad :



... der Roadstar von Patria gefällt mir sehr gut. Dieses Rad habe ich bisher noch nicht entdeckt. Die Leute, die dieses Rad zusammengestellt haben kennen scheinbar die Probleme/ Nöte von Vielfahrern, die keine Zeit haben nach jeder Regenfahrt das Rad zu putzen.

Danke Bernd