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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rahmen zu klein verkauft?



Hendrik II
05.09.2008, 15:27
Hallo,

als Alternativtraining zum Laufen habe ich mir ein Crossbike gekauft (Grafik zeigt das Rad ohne die Modifikationen, s. u.). Bringt mir echt Spaß und ich sehe mich fortan auf dem Weg zum Triathlon (Rennrad kommt später).

Eine Frage beschäftigt mich jedoch: Wurde mir das Rad zu klein verkauft? Ich messe 185cm und habe ein Schrittmaß von 94cm (Hacke/Oberkante W-Waage). Der Abstand Pedale/Sattel beträgt 97cm.

Nach allem, was ich lese, sollte ich eine Rahmengröße zwischen 58 und 62 wählen. Da ich das Rad sportlich nutzen wollte, hat der Verkäufer den 55er Rahmen gerechtfertigt (?). Als Ausgleich wurden der Sattel geringfügig nach hinten und der Lenkervorbau gegen einen etwas längeren (11cm) ausgetauscht. Der Sattel wurde höher platziert und befindet sich ca. 5cm über Lenkerhöhe.

Ich fühle mich nach Eingewöhnung zwar wohl mit dem Rad (und schnell :)), habe aber keine konkrete Bemessungsgrundlage, da ich vorher wenig, noch dazu ein 20 Jahre altes Standardrad gefahren habe. Meine Frage an Euch: Wurde mir das Rad vielleicht verkauft, da kein größeres vorrätig war (mag ich eigentlich nicht glauben, denn bei dem Geschäft handelt es sich um das kompetenteste im Ort) oder bin ich richtig bedient worden?

Dank für im Voraus für jede Antwort.

Kathrin
05.09.2008, 15:31
:welcome: im Forum.

Ob das Rad her von der Größe passt, machst du am besten mal ein Bild vom Rad mit der aktuellen Einstellung und ein Bild, wo du mit enganliegender Kleidung (wenigstens die Hose ;)) drauf sitzt.

Hendrik II
05.09.2008, 15:42
Hallo Kathrin,

die 1. Antwort noch vor endgültiger Fertigstellung meiner Frage!!!

Die "Ansicht" scheint wohl ein aussagekräftiges Kriterium zu sein. Danach wurde mein Rad auch eingestellt. Ok, ich werde mal ein Foto machen lassen und nachliefern.

Danke!

prince67
05.09.2008, 15:49
Wie wurde die Rahmenhöhe gemessen?
Ende Sattelrohr, Oberkante Oberrohr oder Oberkante virtuelle horizontales Oberrohr.

Wie lang ist das (virtuelle horizontales) Oberrohr?

hamsterschreck
05.09.2008, 15:51
Willkommen im Forum!

Der Rahmen muss nicht zu klein sein, ist aber grenzwertig, zum Vergleich: bin unwesentlich kleiner als Du, 182 cm bei 92 cm Schrittlänge und fahre ebenfalls einen 55er-Rahmen bei eher sportlichen 14 cm Überhöhung. Viel entscheidender als die Rahmenhöhe ist die Oberrohr- und Steuerrohrlänge.

Das Steuerrohr entscheidet darüber, welche Überhöhungen Du fahren kannst. Die Länge des Steuerrohrs begrenzt die maximale Überhöhung. Wenn man wie ich (und Du?) eher lange Extremitäten hat und überhöht sitzen möchte, ist man auf ein kurzes Steuerrohr angewiesen. Im Laufe der Zeit sind meine Rahmen deshalb immer kleiner geworden, 60er, 58er, jetzt 55er.

Die Oberrohrlänge ist da eher unkritisch: zwar wird das Oberrohr zu kleineren Rahmengrößen kürzer, allerdings sitzt man durch die weiter ausgezogene Sattelstütze weiter hinten.

Grüße
Philipp

tailwind
05.09.2008, 16:10
Ehrlich gesagt verstehe ich dein Problem nicht ... Du fühlst dich wohl auf dem Rad, auch ist der Kraftfluss offenbar kein Problem - wo bitte gibt es dann Anhaltpunkte für einen nicht passenden Rahmen ? :confused:

Ein Rahmen ist m. M. n. nur dann zu groß/klein, wenn eine erforderliche Anpassung an den Fahrer nicht mehr vorgenommen werden kann.

Gruß

Hendrik II
05.09.2008, 17:12
An prince67: Siehe http://www.stevensbikes.de/2008/index.php?bik_id=374&sect=geometry&lang=de_DE

An hamsterschreck: Du verwendest Fachausdrücke (bin doch Neuling). Vielleicht wirfst Du auch einen Blick auf den obigen Link. Ansonsten hat mir Deine Antwort schon geholfen.

An tailwind: Die Anhaltpunkte für einen nicht passenden Rahmen ergeben sich aus der Abweichung von den Empfehlungen zahlreicher Publikationen. Nirgens wird mir zu einem 55er Rahmen für meine Bedingungen geraten. Mit meiner Vorgeschichte hätte sich vermutlich jeder auf "seinem neuen Rad" wohl gefühlt. Wenn mir der Verkäufer (der Chef ist weltweit triathletisch aktiv) ein 52er empfohlen hätte oder gar ein 48er, dann hätte ich das zwar für (sehr) komisch empfunden, aber ich hätte mich als Debütant der Kompetenz unterworfen. Immerhin gibt es ja auch BMX-Räder, auf denen sich Leute wohl fühlen :D

Dank an alle.

prince67
05.09.2008, 19:20
An prince67: Siehe http://www.stevensbikes.de/2008/index.php?bik_id=374&sect=geometry&lang=de_DE


Alles Klar.
Die 55 Rahmenhöhe bezieht sich auf die tatsächliche Sitzrohrlänge A2. Dein Rahmen hat ein abfallendes Oberrohr. Die meisten Berechnungsmethoden, die du finden kannst, gehen aber von einem horizontalen Oberrohr aus, sodass der Rahmen eigentlich einem Rahmen der Größe 61 (A1) mit horizontalen Oberrohr entspricht.

Cubeteam
05.09.2008, 19:31
Das Rad passt.
11er Vorbau ist auch nicht grad lang, sondern eher normal-kurz bei deiner Körpergröße

hamsterschreck
05.09.2008, 19:39
An hamsterschreck: Du verwendest Fachausdrücke (bin doch Neuling). Vielleicht wirfst Du auch einen Blick auf den obigen Link. Ansonsten hat mir Deine Antwort schon geholfen.

OK, probiere ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen:

"Überhöhung" ist die Höhendifferenz Sattel-Lenker, bei Dir 5cm. Eine größere Überhöhung führt zu einer "sportlicheren" Sitzposition. Weil die Sattelhöhe durch die Beinlänge festgelegt ist, lässt sich die Überhöhung nur über den Vorbau einstellen, indem Distanzringe unter dem Vorbau montiert werden.

Das heißt, man kann theoretisch den Vorbau beliebig hoch montieren mit entsprechend vielen Spacern, aber nicht beliebig niedrig: wenn alle Spacer raus sind, wird die Höhe des Vorbaus durch die Länge des Steuerrohrs und der Gabel festgelegt. Bei gleicher Anzahl an Spacern bedeutet ein längeres Steuerrohr bzw. eine längere Gabel (z.B. eine Federgabel!) eine höhere Vorbauposition und somit weniger Überhöhung, denn die Sattelhöhe ist ja fix.

Sprich: auf einem kleineren Rahmen mit kürzerem Steuerrohr kann man potentiell sportlicher sitzen.

Wenn man zudem wie Du und ich ein "Elch" ist mit sehr lange Extremitäten (ich gehe einfach davon aus, Du hast zumindest lange Beine, Deine Arme werden ja nicht unproportional kurz sein), dann muss man die Arme irgendwo verstauen, d.h. weiter nach vorne und unten greifen. Und "weiter nach unten greifen" heißt wieder: mehr Überhöhung.

Ich gehe davon aus, dass Dein Radhändler "sportlich sitzen wollen", "lange Arme" und "Federgabel" zusammengezählt hat deshalb eher auf einen kleinen Rahmen gesetzt hat.

Cheers,
Philipp

robby_wood
05.09.2008, 19:47
M.E. grenzwertig, 58 wäre mir lieber.

Wenn du dich wohlfühlst aber ok, hast halt mehr Überhöhung. Zudem ist das Rad in 55 etwas leichter und durch den längeren Vorbau etwas stabiler im Geradeauslauf und leicher lenkbar (Servo, wg. erhöter Hebelwirkung).

bauing
05.09.2008, 19:56
...längeren Vorbau...

Es ist schon fast schwer, kürzere Vorbauten zu bekommen. Ich würde einen 110er Vorbau auch als kurz bis normal bezeichen, wie bereits oben geschrieben.
Außerdem geht der Trend ja eindeutig zu kleineren Rahmen. Wenn das angegebene Maß sich sogar noch auf die Slopinggeometrie bezieht, dann ist doch alles im Lot.

robby_wood
05.09.2008, 21:18
Es ist schon fast schwer, kürzere Vorbauten zu bekommen. Ich würde einen 110er Vorbau auch als kurz bis normal bezeichen, wie bereits oben geschrieben..

Für RR sind 110 sicher sehr kurz, ok. In letzter Zeit werden bspw. an ALL Mountain oder Frreeride MTB extrem kurze Vorbauten, 80 und kürzer genommen.
Das Stevens ist auch mit so einem kurzen Stummelvorbau abgebildet, oder? Der Kaüfer hat gesagt, dass er den 110er als längeren Vorbau bekommen hat. Darauf bezog sich meine Aussage "lang" ... bzw. "längerere Vorbau"

Zudem muß ich ergänzen, dass ich der "große Rahmen" Typ bin, und Rahmen lieber eine Nummer größer als zu klein fahre. Ist eben wie vieles Geschmacksache. Die 55 sind schon ok.

tailwind
05.09.2008, 23:23
Die Anhaltpunkte für einen nicht passenden Rahmen ergeben sich aus der Abweichung von den Empfehlungen zahlreicher Publikationen.

Ja dann ist ja alles klar ... :D

... aber trotzdem noch ein Beispiel zum Nachdenken:

Bei meinem Renner stellte ich die Sattelhöhe auch nach den Empfehlungen div. Publikationen ein und empfand sie immer als zu hoch.

Du würdest trotzdem diese Einstellung beibehalten - schließlich wird es so publiziert. Ich hingegen würde die Einstellung wählen, die mir am besten taugt - schließlich muß ich fahren und nicht die Publikation.

Gruß

Hendrik II
06.09.2008, 12:38
Schau tailwind, Du musst nicht von dir auf mich schließen: Ich hab' mich nicht wie Du nach den Publikationen gerichtet, sondern meinem Rad-Fachverkäufer vertraut. Ich wollte als Einsteiger nur mal prüfen, was von den "allgemeinen Richtlinien" zu halten ist. Jetzt weiß ich, ich habe sie lediglich falsch verstanden.

Letztlich würde ich ganz gewiss eher auf 'nem Hollandrad 'ne Lachnummer abgeben, als meine Bestzeit gefährden :D

Vielen Dank an alle! Die Frage hat sich für mich erledigt. Ich habe wieder 'was gelernt.