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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich suche aus der Tour einen Bericht über unsichtbare Carbonschäden



Lapierre
14.02.2009, 18:06
Hallo

Einem Freund ist ein Unfall mit seinem Rennrad passiert. Nun möchte der Gutachter von der Gegnerischen Versicherung nicht glauben das die Gabel am Schaft einen nicht sichtbaren Schaden hat. Ein Radgeschäft hatte im Gutachten die Gabel erwähnt weil es zu unsicher ist damit weiterzufahren. Habt ihr irgendeinen Bericht den ihr mir zukommen lassen könnt der die Gefahr der unsichtbaren Schäden bestätigt.

MfG

Mr.Hyde
14.02.2009, 18:09
Am Rad gibt es praktisch keine unsichtbaren Schäden. Der Austausch der Gabel ist rein präventiv, weil die Gabel eben so mit das sicherheitsrelevanteste Teil ist am Rad. Kannst dir von der Versicherung bzw. deren Gutachter unterschreiben lassen, dass sie vollumfänglich haften, wenn Dir die Gabel wegbricht. Dann überlegen die sich das sicher noch mal.

Algera
14.02.2009, 18:17
Es dürfte fraglich sein, ob die gegnerische Versicherung aufgrund eines Artikels in der Tour Schadenersatz wegen der Gabel leistet.

Wenn man Schadenersatzansprüche geltend macht, ist der Eintritt eines Schadens die erste Voraussetzung. Mutmaßungen, ob ggf. ein Schaden eingetreten sein könnte reichen nicht aus, um das Vorliegen eines Schadens annehmen zu können.

Im vorliegenden Fall müßte der Geschädigte den Nachweis führen, daß der Eintritt eines Schadens an der Gabel bereits so wahrscheinlich sei, daß es nur noch von der Zeit abhänge, wann sich dieser Schaden konkretisiere. Wenn die Versicherung eine Regulierung bezüglich der Gabel ablehnt, muß der Geschädigte also den Nachweis erbringen, daß die Gabel durch den Unfall beschädigt worden ist. Dies geschieht durch Einholung eines Sachverständigengutachtens. Ob diese Verfahrensweise noch mit dem Wert der Gabel in Einklang zu bringen ist, steht auf einem anderen Blatt.

hage
14.02.2009, 18:39
Anfang November hatte ich mit dem Rennrad einen unverschuldeten Unfall.
Es war für die gegnerische Versicherung kein Problem, dass die sicherheitsrelevanten Teile wie Lenker, Vorbau und Gabel (Carbongabel mit Stahlschaft) nach Kostenvoranschlag meines Radhändlers ausgetauscht wurde, obwohl keine Schäden sichtbar waren.
Zusammen mit meiner Unfallbeschreibung habe ich die Versicherung gleich über einen solchen Sicherheitsaustausch hingewiesen. Der Sachbearbeiter teilte mir mit das für Schäden bis 1000.-€ kein Sachverständiger hinzugezogen wird. Für allgemeine Auslagen bekam ich dann auch noch 25.-€ gutgeschrieben.
Zwischenzeitlich habe ich auch erfahren das der Nutzungsausfall eines Rades auch in Rechnung gestellt werden kann, ich glaube mit ca. 8.-€/Tag.
Grüße und viel Erfolg
Hans-Georg

Algera
14.02.2009, 18:43
Das ist die Situation, wenn die Versicherung "unproblematisch" reguliert. Legt sich der Versicherer quer, sieht es halt anders aus.

Die Nebenkostenpauschale in Höhe von 25,00 € steht dem Geschädigten bei einem Verkehrsunfall zu.

OCLV
14.02.2009, 18:47
Wenn man Schadenersatzansprüche geltend macht, ist der Eintritt eines Schadens die erste Voraussetzung. Mutmaßungen, ob ggf. ein Schaden eingetreten sein könnte reichen nicht aus, um das Vorliegen eines Schadens annehmen zu können.

Und warum zahlen die Versicherer dann auch, wenn bei einem leichten/mittleren Autounfall der Sicherheitsgurt mit getauscht wird? Da geht man ja auch davon aus, dass er nicht mehr die volle Sicherheit bieten kann.

hage
14.02.2009, 18:55
Im Tour-Heft 2000/02 steht ein Bericht über Bruch-Risiken bei Gabelschäften aus Carbon. Hier geht es jedoch vor allem um die Klemmung, Risiken nach Stürzen wurden nicht angesprochen. Ich werde jedoch übers Wochende die Inhaltsverzeichnisse durchgehen und melden , wenn ich etwas gefunden habe.

hage
14.02.2009, 19:19
Hallo Lapierre,
in der Tour 2005/08 ist ein Bericht über Carbon, auf Seite 59 seht was man nach einem Sturz mit den betroffenen Teilen machen soll, z.B. Ultraschalluntersuchungen, Steifigkeitsprüfungen oder thermografische Verfahren, jedoch alles sehr teuere Verfahren, so dass im Normalfall ein Tausch billiger und sicherer ist.
Wenn Du mir über eine PM Deine Email-Adresse zukommen lässt, schicke ich Dir diesen Bericht als pdf-Datei.

FrankDrebin
14.02.2009, 19:32
Gut beraten und "laiengünstig" erklärt, Herr Kollege! :Applaus:


Es dürfte fraglich sein, ob die gegnerische Versicherung aufgrund eines Artikels in der Tour Schadenersatz wegen der Gabel leistet.

Wenn man Schadenersatzansprüche geltend macht, ist der Eintritt eines Schadens die erste Voraussetzung. Mutmaßungen, ob ggf. ein Schaden eingetreten sein könnte reichen nicht aus, um das Vorliegen eines Schadens annehmen zu können.

Im vorliegenden Fall müßte der Geschädigte den Nachweis führen, daß der Eintritt eines Schadens an der Gabel bereits so wahrscheinlich sei, daß es nur noch von der Zeit abhänge, wann sich dieser Schaden konkretisiere. Wenn die Versicherung eine Regulierung bezüglich der Gabel ablehnt, muß der Geschädigte also den Nachweis erbringen, daß die Gabel durch den Unfall beschädigt worden ist. Dies geschieht durch Einholung eines Sachverständigengutachtens. Ob diese Verfahrensweise noch mit dem Wert der Gabel in Einklang zu bringen ist, steht auf einem anderen Blatt.

Algera
14.02.2009, 19:59
Und warum zahlen die Versicherer dann auch, wenn bei einem leichten/mittleren Autounfall der Sicherheitsgurt mit getauscht wird? Da geht man ja auch davon aus, dass er nicht mehr die volle Sicherheit bieten kann.

Es gehört zu den technisch anerkannten Tatsachen, daß ein Gurt nach einem Unfall im Regelfall seine Funktion nicht mehr seinem Zweck entsprechend erfüllen kann.

Eine solche allgemeingültige Sachlage gibt es bei Carbon-Fahrradgabeln (noch) nicht.

OCLV
14.02.2009, 20:34
Eine solche allgemeingültige Sachlage gibt es bei Carbon-Fahrradgabeln (noch) nicht.

Gut, dann warten wir noch solange. :D