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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Versandrad 1. Inspektion der Schrauben - Was beachten?



Roadliter
22.03.2009, 21:25
Hallo Leute,

ich wollte euch mal zu zwei Dingen befragen:

1.) Ich habe vor einiger Zeit ein Canyon erworben und hab es nun "eingefahren". Nun will ich mit Hilfe meines Drehmomentschlüssels alle Schrauben checken. Die Bedienungsanleitungen geben alle Infos her, bzw. die meisten stehen sogar direkt auf den Bauteilen. Habe nur Alu, kein Carbon.

2.) Den Vorbau hab ich im Laufe der Zeit mal getauscht und der neue Vorbau war vom Hersteller bereits gefettet an den Gewinden und dem Schraubenkopf, natürlich nicht am Schaft oder an der Lenkerklemmung. Ich hab das so gelassen und zusammengeschraubt. Dazu gabs in einem anderen Forum ziemlich kontroverse Ansichten, was meint ihr dazu:
http://www.rennrad-news.de/forum/showthread.php?t=55308

3.) Die meisten Schrauben hab ich schon gesehen, sind bereits gefettet. Gibts noch was zu beachten?

Oliver73
22.03.2009, 22:49
Schaden kanns natürlich nicht mal alle Schrauben nachzusehen.

Wenn irgendwo herstellerseitig schon eine gewisse Grundfettung vorhanden ist, ist das doch praktisch und alles zu entfernen um dann irgendwann festzustellen das es umter Umständen doch seinen Nutzen gehabt hätte wäre unsinnig. Da scheinen sich die Geister zu scheiden. Bei Sachen wie Pedalgewinden oder Tretlager wäre nicht fetten bei einer Demontage nach längerer Zeit mühsam.
Wer mal ein trocken montiertes Tretlager nach zig Jahren entfernen wollte wird wissen warum:)

Je nachdem kann sich die Schaltung nach einer gewissen Laufleistung geringfügig verstellen wenn die Züge sich etwas längen. Das merkst du ja.

Heidenei
22.03.2009, 23:05
Ohje, das Rennrad Brett, Heidenei, ich bin dort nicht angemeldet und weiß jedesmal, dass das gut so ist. Denn jedesmal wenn ich dort was lese, muss ich mir die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, was da an Halbwissen verhunzelt wird.


Trocken montieren :eek: ich fahre MTB, Crosser und Rennrad und nicht gerade zimperlich. Ich fette jede Schraube, bevor sie reingeschraubt wird.

Ich will es mal wenig wissenschaftlich machen, eher pragmatisch.

Ich habe anfangs sehr viel rumgeschraubt, weil ich nicht sicher war, wie ich den Vorbau nun platzieren sollte, das Gewinde hab ich dadurch ruiniert und bei Syntace angerufen, die mir einen neuen Vorbau schickten und mir telefonisch rieten, unbedingt Fett zu verwenden, da die Gewinde immer minimale Toleranzen aufweisen und durch das Auf/Zumachen kaputt gehen können, wenn man das trocken macht. Waren übrigends Stahlschrauben.

Der gleiche Tipp kam von Paul Lange bezüglich der Gewinde, man sagte dort, das schone die Kontakte und verbessert die Haltbarkeit.

Wer mal Kurbeln ohne Fett oder Pedale oder Innenlager montiert hat, der weiß, was los ist.

Gelockert hat sich bei mir noch nie etwas. Die erste Montage meines Rades verlief ohne einen Tropfen Fett und ich hab bei fast jedem Bauteil geflucht. Man muss nichtmal bei Regen fahren, auch so kommt Dreck rein, Kondenswasser insbesondere im Winter und zudem das bekannte Anbacken.

Es steht tatsächlich in den meisten Anleitungen der Vorbauhersteller, dass man mit Fett montieren sollte. Daran halte ich mich. Ich weiß, dass es gerade in vielen Deutschen Köpfen drinnensteckt, den "Besserwisser" raushängen zu lassen, ich käm nie auf die idee, Fett vom Hersteller zu entfernen, im Gegenteil gehen die gerade viel zu sparsam damit um. Bei meinem rechten Kurbelarm war kein Fett drauf, dafür an dem linken. Auf Nachfrage wurde mir empfohlen, handelsübliches Fett auch bei der Montage der rechten Kurbel zu verwenden.

Es gibt an meinem Rad keine Schraube, die nicht gefettet ist und ich hab schon mehrfach laut geflucht, wenn ich mal wieder ein Rad eines Bekannten da hatte, um mal eben Pedale zu wechseln oder mal eben die Gabel rauszuholen, um sie zu kürzen.


Einmal mussten wir die Gabel mit einem Gummihammer der Größe eines Vorschlaghammers raushauen mit viel Holz dazwischen, kein Tropfen Fett war dran.

Mein neuer Händler übrigends fettet vorher um Quietschen, Knistern, Knacken zu vermeiden übrigends fast jeden Kontakt und der weiß wirklich, was er tut. Ihm mach ich es gleich und fahr damit im wahrsten Sinne super.

martl
22.03.2009, 23:57
@Heidenei: 100% unterschreib (auch das über das Rennradlerbrett).

Drehmomentschlüssel brauchst Du auch nicht unbedingt, einfach ein bißchen Nachziehen...

Apac
23.03.2009, 07:57
Ich denke bei Schrauben oder alles mit Gewinde sollte man Montagepaste nehmen.Die hat einen Keramikanteil und man verfälscht nicht das Drehmoment .
Bei Lagern usw natürlich Fett nehmen.

Gruss
Andreas

martl
23.03.2009, 09:29
Da wird nix verfälscht. Auf Konstruktionszeichnungen steht bei Drehmomentangaben immer "geölt" dabei.

Beast
23.03.2009, 09:36
Ich denke bei Schrauben oder alles mit Gewinde sollte man Montagepaste nehmen.Die hat einen Keramikanteil und man verfälscht nicht das Drehmoment .
Bei Lagern usw natürlich Fett nehmen.

Gruss
Andreas

Schrauben brauchen auch keine Montagepaste.

Wie lange gibt es Schrauben? Wie lange gibt es Montagepaste? :rolleyes:

Fett (auch Titanfett), evtl. mal Schraubensicherung, Kupferpaste kann auch mal sein, Wachs.

Mehr muss nicht.

Ich verwende zu 95% Galli Fett, blaue Schraubensicherung für schmale Schraubverbindungen, Wachs und Ballistol. Kette ist ein anderes Thema.

monoklonius
23.03.2009, 09:40
Im Sommer habe ich mein erstes Mountainbike aufgebaut, als Basis wollte ich den "alten" Rahmen nehmen. Der Rahmen war erst ein Jahr in Gebrauch. Ich habe bei den meisten Teilen viel Geduld und WD40 bzw. MOS2 benötigt, weil nichts geölt war. Das Knacken hab ich irgendwann ignoriert.

Hin und wieder hab ich einen Blick ins Parktool Buch geworfen. Dort steht irgendwo, dass Schrauben bzw. Gewinde beim Zusammenschrauben einem Abrieb unterliegen, das hört man sogar häufig, leises Knistern. Um das zu vermeiden und das Gewinde lange zu erhalten etc. wird empfohlen, die Schraube zu fetten oder mit Montagepaste zu verwesen. ich fette jedenfalls, da ich keine zig Pasten mehr lagern möchte.

Außerdem direkt zur Vorbaufrage, dort steht im Parktool Buch zur Steuersatzeinstellung:

a. .....
b. Lösen Sie die Klemmschraube(n) am Vorbau und fetten Sie diese
c. .....

Also für mich macht es keinen Sinn, dort eine Ausnahme zu machen. Gerade da "schwitze ich häufig hin" und meine letzten Schrauben sahen überhaupt nicht mehr gut aus am Vorbau, da man die ja nicht ständig raus und reinschraubt, wenns einmal passt, ist mir doch lieber, wenn ich da etwas vorbeuge ;)

Kann aber jeder halten wie er will. Drehmomentschlüssel halte ich auch für nicht zwingend nötig bei Alu.

xrated
23.03.2009, 11:00
@Heidenei: 100% unterschreib (auch das über das Rennradlerbrett).

Drehmomentschlüssel brauchst Du auch nicht unbedingt, einfach ein bißchen Nachziehen...

Beispiele der Reibungszahlen im Gewinde (Müh ges.):
- schwarz: ungeschmiert 0,14-0,18 / geölt 0,14-0,17 / MoS2 0,10-0,12
- galv.verzinkt: ungeschmiert 0,125-0,17 / geölt 0,14-0,19

Das mit der längeren Haltbarkeit des Gewindes durch fetten hört sich für mich sinnig an, daran habe ich noch nicht gedacht. Ich würde dennoch Montagepaste empfehlen. Die von Parktool hat Graphit und Alupartikel.