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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zugmaschine für Kinderradanhänger - was ist am besten?



Ostfilderner
26.03.2009, 20:01
Hallo,

wer hat Erfahrung im Fahren mit Kinderanhänger?

Gewöhnlich sieht man solche Gespanne nur in Kombination mit MTB oder Trekkingrad.
Mich interessiert ob jemand damit auch regelmäßig mit dem Rennrad unterwegs ist, vielleicht hat der-/diejenige ja auch ein MTB und kann was vergleichend sagen.

Ich wohne hier auf der Schwäbischen Alb, also durchaus hügeliges Gelände - daher interessiert mich speziell, wie es sich mit dem Bremsen verhält, benötigt man also unbedingt ein MTB mit Scheibenbremsen oder geht auch ne Felgenbremse (hab Dura Ace am Rad).

Und interessant wäre noch zu wissen, wie es sich mit Wiegetritt verhält, geht das dann noch eigentlich? Hängt das vom Kupplungstypen ab?

Klar ist mir jedenfalls schon einmal, dass der Anhänger von vernünftiger Qualität sein muß, da habe ich schon Tests gefunden.

Danke und Grüße
Mark

diddlmaedchen
26.03.2009, 20:26
Ich habe den Hänger immer mal am Rennrad, allerdings nur zur Fahrt zur Oma, so richtige Touren mache ich nicht damit. Wiegetritt solte kein Problem sein, habe ich schon gemacht. Mein Hänger hängt an der Weber Kupplung für den Schnellspanner (Typ E), da treten eigentlich nur Zugkräfte auf, da die Verbindung flexibel ist.

Ein Problem ist das Bremsen bei Nässe, da haben die Rennreifen einfach nicht genug Grip. Dann fühle ich mich auf dem Trekkingrad schon sicherer...vom Bremssystem ist das meiner Meinung nach nicht abhängig, da gehen alle eigentlich Bremsen (ok, keine Stempelbremse). ;)

Muß aber dazu sagen, das unser Gespann relatv leicht ist...

pinguin
26.03.2009, 20:49
wer hat Erfahrung im Fahren mit Kinderanhänger?


Flossehochheb...


Gewöhnlich sieht man solche Gespanne nur in Kombination mit MTB oder Trekkingrad.
Mich interessiert ob jemand damit auch regelmäßig mit dem Rennrad unterwegs ist, vielleicht hat der-/diejenige ja auch ein MTB und kann was vergleichend sagen.


Unser Hänger hängt hinter allem, was rollt. Damenrad, Stadtrad, Rennrad und MTB sowie Tandem. Mir taugts am besten, wenn wir Tandem fahren. Danach kommt das MTB. Rennrad eher weniger schön, weil dann Plackerei wg. Eingang. Am Schalterrennrad kann ich nicht ziehen wg. 3D-Ausfallende. Die Kupplung passt da nicht.



Ich wohne hier auf der Schwäbischen Alb, also durchaus hügeliges Gelände - daher interessiert mich speziell, wie es sich mit dem Bremsen verhält, benötigt man also unbedingt ein MTB mit Scheibenbremsen oder geht auch ne Felgenbremse (hab Dura Ace am Rad).


Mein MTB ist mit V-Brake versehen. Das geht schon. Aber 8 km Abfahrt runter von der Alb oder sowas vergleichbares würde ich damit nicht machen wollen. Eher MTB + ordentliche Scheibe benutzen.



Und interessant wäre noch zu wissen, wie es sich mit Wiegetritt verhält, geht das dann noch eigentlich? Hängt das vom Kupplungstypen ab?


Geht nach etwas Gewöhnung recht gut und harmonisch. Der Hänger zwingt einen, sauber zu treten, ist eine gute Rückmeldung.

geod
26.03.2009, 21:26
Hallo,

wer hat Erfahrung im Fahren mit Kinderanhänger?

Hier,
ich auch.

Zugrad:
Gewöhnlich nutze ich ein sportlicheres Trekkingrad (gerade Lenker, V-Brakes oder mit RR Lenker und STI und Miniv, Reifenbreite so 32-37mm).

Ich war aber auch mal mit dem RR unterwegs.
Mit dem RR war ich aber nur kurz und nur im flachen unterwegs, ich muss mit der Übersetzung ja erstmal einen Berg hochkommen :0 Das soll dieses Jahr mit 3fach aber realisiert werden wenn denn mal der Regen aufhören würde...

Egal mitwelchem Rad, abseits der Straße auf schön glatt aspahltierten Wegen und mit nur wenig Fußgängerverkehr macht Tempobolzen richtig Spass, bei 30km/h steht der Hänger gut im Wind.

In meiner Gegend (Siebengebirge bei Bonn, Siegburg) komme ich mit RR Bremsen noch zurecht, Abfahrten sind kurz und selten sehr steil.

Kupplung:
Ich habe einen Burley d'lite. Angeschafft hatte ich mir extra die vermeintlich beste Kupllung von Weber - die Funktion ist gut, die Montage aber sehr fummelig und die Optik sehr klobig.
ICh habe dann Zurück/Aufgerüstet auf die Burley Kupllung, die klemmt man einfach unter den Schnellspanner dazu oder, noch besser, ein spezieller Schnellspanner hat die Kupplungsaufnahme integriert.

Wiegetritt geht relativ gut, da das Gewicht an der Hinterradachse angreift und sich da neutral zeigt. Zu starkes Vor- und Zurückschwingen des Zugrades (Laterale Schwingung) fühlt sich jedoch unangenehm an.

Gewicht auf dem Gepäckträger oder in Ortlieb- Taschen fühlt sich jedenfalls unangenehmer an.

Fahrverhalten:
Ich habe mir gleich einen zweiten alten Burley als Transporthänger umgebaut. Damit, da ohne Kind, kann ich es so richtig fliegen lassen berab und um die Kurven brausen - und der Hänger liegt wie ein Brett auf der Straße, schnelle Kurven und Richtungswechsel sind kein Problem, das Fahrverhalten des Zugrades sind tadellos.

PS: Ich habe ggf. einen alten vergammelten Burley d'lite ohne Verdeck und auf einer seite defekter Seitenverspannung abzugeben.


Gruss
geod

PS:
Stimmt, eine Ausfahtr mit Tandem und Hänger steht noch aus :) da freue ich mich drauf.

Frühaufsteher
26.03.2009, 21:34
Damit es Spaß macht:
Man brauch einen nicht zu filigranen Rahmen, günstigerweise MTB-Triple und V- oder SCheibenbremsen. Und, wenn man dem Junior einen Gefallen tun will, heruntergezogene Schutzbleche. Erst nach längeren Kinderanhängertouren merkt man, wieviel Dreck der Hinterreifen so von sich gibt. Vor allem an den neuen Sommersprossen der Kinder.....

Rennrad halte ich für quatsch. Um aus dreissig runterzubremsen muß man schon einigermaßen Reifenauflagefläche und vernünftige Bremsen haben. Und wenn es halbwegs bergauf geht, ist man um eine vernünftige Übersetzung froh.

Ich bin trotz mit Anhänger nicht langsamer als der sonstige Sonntagsausflugstrott. Aber wirklich schnell kann man nicht fahren: Wenn man seinem Nachwuchs nicht einen Bandscheibenschaden auf seine jungen Jahre mitgeben will, braucht man einen Hänger mit Federung (schwer) oder einen niedrigen Luftdruck in den Anhängerreifen (auch langsam).

Kupplung (wenn man öfter hin- und her wechselt) gibt es nur eine: Weber. Alles andere ist bestenfalls Improvisation.

Anhänger: Ich würde wieder einen mit Federung kaufen. Hab den Ritschie2, damals schon sauteuer, aber jetzt nach 10 jahren immer noch gut verkäuflich und stabil.

srix
26.03.2009, 21:56
Am Schalterrennrad kann ich nicht ziehen wg. 3D-Ausfallende. Die Kupplung passt da nicht.
Hab ich mit einem ca. 2 cm dicken Abschnitt von einem Alurundstab + Bohrung behoben, funktioniert einwandfrei.

Ziehe bisher aber lieber mit dem Trekker, das Gewichtsverhältnis Rad-Anhänger ist beim Renner irgendwie ungünstig, es rollt zu wenig. Bei längeren Abfahrten von der Alb hätte ich zudem Bedenken bzgl. der Bremsleistung, aber das hängt ja auch von der Kombi Laufrad-Bremsbelag ab.

Kupplung geht auch die "normale" von Chariot gut, d.h. sie ist alltagstauglich während des ganzen Jahres an drei unterschiedlichen Rädern.

götterbote
26.03.2009, 22:02
ich hab den anhänger entweder an einem trekkingrad oder am crosser hängen. der crosser bremst schon ohne hänger schlecht (bitte keine canti-diskussion :D), mit anhänger heißt es sehr vorausschauend fahren. geht aber. im straßenverkehr bin ich kaum unterwegs, da ich das glück habe, 100m neben dem donauradweg zu wohnen.
wiegetritt ist gewöhnungsbedürftig bzw. eine gute übung auch dort einen gleichmäßig runden tritt zu erlernen.

Dynatronic
26.03.2009, 22:06
Ich ziehe am Rennrad einen Chariot cugar I durch den Spreewald. Mit Dura Ace Bremsen überhaupt kein Problem. Allerdings habe ich hier im Flachland kein Gefälle.

Ich habe mich aber aus meinem "Fuhrpark" für ein Bike mit Alurahmen entscheiden, weil ich nicht weiß ob die atypischen Zugkräfte vom Anhänger den Carbonrahmen schädigen. Für solche Kräfte sind sie ja nicht konzipiert!

:5bike:

miki.epic
27.03.2009, 08:41
Ich würde meinen Cougar wohl nicht an meinen guten Wetkampf-Carbon-Renner hängen, aber ansonsten hab ich da keine Skrupel. Bis zu meinem Unfall (ohne Anhänger) vor zwei Jahren habe ich meinen "Großen" meistens mit meinem C'dale Alurenner spazierengefahren, nun ist es ein Ridley Crosser, übrigens mit Cantis. Ich komme so einfach schneller vorwärts, und jeden Berg bin ich damit bisher auch immer hochgekommen (36-27 reicht mir zumindest in unseren sanften Mittelgebirgen aus). Am MTB habe ich den Chariot ungern, und lieber nur dann, wenn ich Slicks am Rad aufgezogen hab.

Was die Bremsen angeht - man gewöhnt sich auch an Cantis (früher gab's an MTB's nix anderes, und es ging auch), man muss nur damit umgehen können. Und vorrausschauend fahren sollte man sowieso, vor allem wenn man noch für das Leben der Knirpse hintendrin verantwortlich ist.

Ich fahre übrigens die normale Chariot-Kupplung und hatte da noch mit keinem meiner Räder Probleme.

tvaellen
27.03.2009, 09:55
Mir waren -ehrlich gesagt- meine beiden Wettkampfräder (MTB, RR) zu schade, um sie zur Zugmaschine umzufunktionieren, sondern habe ihn an mein "Drittrad", ein altes Stahl MTB von GT ohne Federgabel angehängt.

Das funktionierte wunderbar, gerade das hohe Eigengewicht des Stahlrahmens führte dazu, dass man den Hänger im Fahrbetrieb -abgesehen vom Anfahren- kaum merkte.

Bremsen war kein Problem, die LX Cantis haben immer gereicht, das Gespann rechtzeitig zum Stand zu bringen, auch wenn ich keine Alpenpässe o.ä. gefahren bin.

reinerweste
27.03.2009, 11:56
Da habe ich auch mal eine Frage: Ich habe vor Jahren einmal gesehen wie jemand mit Rennrad und Kind im Anhänger nach Álpe d`Huez hochgefahren ist. Hat jemand sowas schonmal gemacht? Ist ein Traum von mir. Oben würde ich Kind und Anhänger dann meiner Frau übergeben...

Hochpass
27.03.2009, 12:03
Das ist ein Anhänger. Den Hänger habt ihr in der Hose! :hidesbehi

götterbote
27.03.2009, 12:12
Da habe ich auch mal eine Frage: Ich habe vor Jahren einmal gesehen wie jemand mit Rennrad und Kind im Anhänger nach Álpe d`Huez hochgefahren ist. Hat jemand sowas schonmal gemacht? Ist ein Traum von mir. Oben würde ich Kind und Anhänger dann meiner Frau übergeben...

hab ich noch nicht gemacht. bedenke, dass du hinten ca. 20kg hängen hast. mit entsprechenden muskeln kann man sicher alpe d'huez hochfahren. soll ja auch leute geben, die mit trekkingrad und gepäck über den glockner fahren.

diddlmaedchen
27.03.2009, 12:23
Da habe ich auch mal eine Frage: Ich habe vor Jahren einmal gesehen wie jemand mit Rennrad und Kind im Anhänger nach Álpe d`Huez hochgefahren ist. Hat jemand sowas schonmal gemacht? Ist ein Traum von mir. Oben würde ich Kind und Anhänger dann meiner Frau übergeben...

Davon würde ich nicht träumen...ist dann wohl mehr als Quälerei. Evtl. auch fürs Kind (je nach Wetter).

Viel mehr als Fußgängergeschwindigkeit wird dabei nicht rauskommen. ;)

mgabri
27.03.2009, 12:47
soll ja auch leute geben, die mit trekkingrad und gepäck über den glockner fahren.
Geht auch. Alles eine Frage der Übersetzung.

Zum Thema: Kinderanhänger hab ich nicht, aber einen Transportanhänger fürs Bierholen :Angel:
Schmale Reifen sind da nicht soo der Knüller, da so ein Teil ja runter ordentlich schiebt. Bremsen an sich sind weniger das Problem.

Ostfilderner
30.03.2009, 18:40
...merci für euere ganzen Erfahrungsberichte, :Applaus:

Bin ja schon mal gespannt, wie dann das Fahrgefühl ist, wenn man wieder ohne Anhänger auf dem Renner unterwegs ist.

:D

fiesoduck
05.04.2009, 22:25
Hercules Monte Carlo + Kindercar (breite Variante mit Alu-Sicherheitswanne!)

Als Kupplung kann ich nur solche empfehlen die auf den Schnellspanner gehen und die Kraft damit direkt an der Achse einleiten!

Hatte es vorher mal mit einer probiert, die hinten an den Rahmen geschraubt wird, siehe Bild. Das ging zwar auch brachte aber erheblich Unruhe ins Fahrwerk so daß Geschwindigkeiten über 45 km/h nicht mehr zu empfehlen waren.Jetzt ist das ganze auch bei 60 km/h noch beherrschbar (probiere ich natürlich ohne Kind mit Ballast, mit Kind dann selbst auferlegte Vmax =45 km/h).

Schutzbleche : Empfehlenswert sind Bluemels, wie auf dem Bild, da sie sehr weit herabreichen. Leider an modernen Rennrädern nicht zu montieren, da zu wenig Platz. Hier gibt es aber auch von SKS entsprechendes. Hier besser die breite Variante wälen.

Übersetzung hatte ich anfangs vorne 52-42 und 14-24 hinten. War aber nur bis ca. 6-8% tauglich. Alles darüber eher langsam und eine Qual fürs Material und die angeschlagenen Kniegelenke! Bin jetzt vorne auf 39, hinten auf 14-28 gegeangen und siehe da, für 8-10% ist es o.K.. Für mich in Oberfranken taugt es, steilere Anstiege plane ich von vornherein nicht ein und fahre lieber einen kleinen Umweg.

Bremsen, speziell die beim Hercules eher grenzwertig und erfordern sehr vorrausschauende Fahrweise. Stabile Rennradbremsen sollten es aber grundsätzlich packen. Nicht über den Berg "drüberdrücken", bergab aufrecht sitzen für hohen Luftwiderstand+Luftwiderstand Anhänger und rechtzeitiges Bremsen ohne "Dauerbremsung", um die Teile nicht heiß werden zu lasssen bringen auch schon einiges.

Dann macht auch der Anhängerbetrieb mit RR sehr viel Spaß!

Gruß

Axel

klappradl
05.04.2009, 23:05
Den Anhänger kann man alles hängen was rollt, sogar an ein Faltrad.

Du solltest nur darauf achten, dass das Fahrzeug nach Möglichkeit einen Motor hat.

stubenhocker
06.04.2009, 09:08
Hallo,

wer hat Erfahrung im Fahren mit Kinderanhänger?


Ich!

Hab jetzt die Antworten nicht gelesen, also kanns sich doppeln.
Wir haben seit 5 Jahren einen Chariot Cougar (mit einstellbaren Blattfedern), erst fürs erste, dann fürs zweite Kind. Meistens hängt der hinter meinem Stadt-/Trekkingrad, oft aber auch hinter einem MTB und, was dem RR sehr nahe kommt, hinterm Crosser. Als Kuplung habe ich eine Weber, die man an der Schnellspannachse befestigt und dort bombenfest sitzt. Funktioniert alles problemlos, Wiegetritt geht auch, nur nicht so rumschlenkern, der Anhänger machts mit. Die Bremsen machens auch problemlos mit, ich fahre damit manchmal recht schnell, aber vorausschauend, so das Vollbremsungen fast ausgeschlossen sind. Beim FAhren merkt man den Anhänger kaum, ausser er ist voll bepackt und es geht berghoch :heulend:. Unsere Kinder fahren/fuhren gern mit und für uns ist es ein besseres Gefühl als im Sitz.
Alex