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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : bikefitting, verlässlich?



wilson
30.06.2009, 10:35
Nachdem ich bezüglich der Rahmengrösse unsicher war (vgl. http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?t=170759), entschloss ich mich, mein neues Rad nach einer profimässigen Ausmessung doch beim Händler zu kaufen. (Andere Gründe, kein Canyon zu kaufen waren auch ausschlaggebend). Das Ergebnis war interssant. Meine Schrittlänge ist deutlich grösser (84cm) als bei der Selbstmessung (81cm), habe whs zuwenig stark gegen die empfindlichen Weichteile gedrückt ;). Dabei kam heraus, dass ich einen 56er und keinen 54er Rahmen benötigte, was mich doch etwas überrascht hatte. Offenbar fuhr ich bisher immer zu kleine Rahmen. Der Händler hatte mir aber mit Nachdruck empfohlen, der bikefitting Empfehlung zu folgen. Etwas unsicher bin ich dennoch, denn eigendlich fühlte ich mich eigentlich immer wohl auf meinen Rädern. Deshalb meine Frage:Wer hat sich mit diesem System ausmessen lassen und dementsprechend sein Rad gekauft? Wie sind die Erfahrungen damit?

bernhard67
30.06.2009, 13:16
Meine Erfahrungen findest Du in diesem Thread:
http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?t=112362

Zusammengefaßt: ich habe mein Rad nicht danach gekauft, sondern die ca. 30 Euro spendiert, um mich vermessen zu lassen und das Ergebnis als Kontrolle meiner derzeitigen Sitzposition / vorhandenen Radgröße zu nehmen. Das Ergebnis ist, daß bikefitting mir fast genau die über Jahre durch Trial & Error entwickelte Sitzposition empfiehlt. Also halte ich bikefitting für verläßlich.

Zum Thema Rahmenhöhe: ich finde, dem wird zuviel Bedeutung zugemessen. Wichtiger ist die Sitzposition. Wenn Du diese mit vernünftiger Sattelstellung und Vorbaulänge, Spacerzahl usw. einstellen kannst, ist die Rahmenhöhe zweitrangig. Sie ist auch der Mode unterworfen. Früher ist man generell größere Rahmen gefahren.

Rex Felice
30.06.2009, 17:44
(...) Also halte ich bikefitting für verläßlich. (...)

Geht mir auch so.

Was mir bei deiner Vermassungstabelle auffällt: Die Art der Vermassung und die Angaben unterscheiden sich: Es fehlt im Vergleich zu meinen die konkreten Masse für Vorbaulänge und Oberrohrlänge, dafür sind Sattelstützenoffset, Sattelüberhöhung, Kurbellänge, Pedalhöhe etc. angegeben.

Ob das an den unterschiedlichen Varianten liegt? Ich habe "Strasse Komfort" und "Strasse Sport".

supertester
30.06.2009, 18:34
Wichtig ist die Oberrohrlänge und dem entsprechend der Vorbau. Vor Rahmenneukauf würde ich mir Rat von Experten holen. Ergebnis bei mir ist, dass ich nun einen recht kurzen Vorbau bei kurzem Lenker fahre, obwohl der Rahmen sonst für meine Größe passt. Mir wäre es das Geld wert!

bernhard67
30.06.2009, 23:26
Was mir bei deiner Vermassungstabelle auffällt: Die Art der Vermassung und die Angaben unterscheiden sich: Es fehlt im Vergleich zu meinen die konkreten Masse für Vorbaulänge und Oberrohrlänge, dafür sind Sattelstützenoffset, Sattelüberhöhung, Kurbellänge, Pedalhöhe etc. angegeben.
Die Oberrohrlänge und Vorbaulänge lassen sich aus den Angaben errechnen. Für die Sitzposition entscheidend ist ja nur die Summe der beiden. Die Oberrohrlänge kann man i.d.R. nicht frei wählen. Solange man mit einem vernünftigen Maß für die Vorbaulänge hinkommt, paßt das Oberrohr.

Die angegebenen Werte braucht man, um seine Sitzposition korrekt einstellen zu können. Die Rahmenmaß sind bis zu einem gewissen Grad irrelevant.

wilson
01.07.2009, 16:21
Verstehe ich. Allerdings fahre ich bisher einen 54er Rahmen mit einem 90er Vorbau. Kürzer geht somit nicht. Der vorgeschlagene Rahmen inkl errechnetem 100er Vorbau würden dann etwa 3cm mehr Oberrohr ergeben, als ich bisher fahre. Lag ich bisher so daneben? Dazu ist zu sagen, dass ich meine RR bisher immer selber aufgebaut habe. Die gelegentlichen Verspannungen im Rücken und Nackenbereich habe ich quasi als naturgegeben erachtet. Vielleicht lag da der Fehler. Bin gespannt, wie sich das anfühlen wird. Hoffentlich kann ich den Rahmen noch umtauschen, falls sich herausstellen sollte, dass die Messung fehlerhaft war.

innensechskant
01.07.2009, 16:47
Verstehe ich. Allerdings fahre ich bisher einen 54er Rahmen mit einem 90er Vorbau. Kürzer geht somit nicht.
RR-Vorbauten gibt es ab 60mm.


Lag ich bisher so daneben?
Das kann dir hier wohl niemand ad hoc beantworten. Unmöglich ists sicher nicht, man kann auf der Straße ja mitunter die absonderlichsten Positionen bewundern.

Eine ganz entscheidende Frage wird aber sicher sein, ob du dich (falsche Postion, Buckel, vorausgesetzt) an die neue Position gewöhnen kannst oder willst. 3cm sind schon sehr viel, da ist uU erst mal ein Zwischenschritt erforderlich.


Hoffentlich kann ich den Rahmen noch umtauschen, falls sich herausstellen sollte, dass die Messung fehlerhaft war.
Das kann ich mir allerdings schwer vorstellen.

wilson
01.07.2009, 20:38
Gut, ich habe noch ein älteres zum Stadtrad verdammtes Rennrad, ein Allegro aus Stahl, das inkl Vorbau auch etwa ein 2-3 cm längeres Oberohr hat, als mein aktuelles Rennrad. Kann ich schon fahren. Ist sicher auch eine Gewohnheitssache. Was natürlich auch sein kann, ist, dass die beiden Hersteller die Oberrohrlänge anders messen. Ich denke, ich vertraue der Messung mal. So daneben wird sie wohl nicht liegen und ich bin von den Massen her ziemlich 08/15, werde also nicht gross von der Masse abweichen.

XTR_Chris_XTR
01.07.2009, 20:46
Hab mich auch mit bikefitting vermessen lassen bevor ich mir mein Rad gekauft habe. Bei mir wars ähnlich...selber gemessen hatte ich 78cm Schritthöhe, 81 warens bei der Messung.

Meine Sitzhöhe hatte auch ungefähr gepasst. 70,5 kam nach bikefitting raus, fahren tu ich mit 72,5...hab die 70,5 dann getestet und hab mich mit den 72,5 wohler gefühlt.

Die restlichen Werte die bei der Vermessung raus kamen, hab ich fast alle ungefähr übernommen. Und die passen auch!

wilson
01.07.2009, 21:40
Danke, die Antworten beruhigen mich. Hatte schon Angst, ich hätte einen Seich bestellt.