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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leichter Schlag in der Felge trotz 2´maligem zentrieren



AKW
10.09.2009, 17:45
Hey,

habe letztens einen kleinen Sturz gehabt, anschließend einen kleinen " 8´er" im Hinterrad. Mußte die Bremse hinten weiter aufmachen, sonst hats leicht gestriffen......

Habe das Rad dann beim zentrieren gehabt, anschließend wars aber noch nicht perfekt sondern immer noch einen kleine Unwucht drin.

Anschließend die Felge zu dem Händler gebracht wo ich sie gekauft habe und dort nochmals zentrieren lassen.
Jetzt stelle ich aber fest, wenn man auf den Abstand Bremse / Felge schaut, dass die Felge immer noch " eiert "
Ist zwar minimal, vielleicht 0,5 mm -> 1,0 mm , aber ist das so ok?

Bei dem LR handelt es sich um ein DT Swiss Mon Chasseral


Viele Grüße vom AKW

frankie-w
10.09.2009, 17:52
Hi,

gerade bei Sturzschäden ist das normal. Wenn die Felge mechanisch verbogen ist, läßt sich das meistens über die Speichenspannung nicht mehr ganz ziehen.

meint der frankie

AKW
10.09.2009, 17:57
Danke für die schnelle Antwort.

Muß ich mir also keine Sorgen machen....?


Gruß vom AKW

frankie-w
10.09.2009, 18:24
Hi,

keine Sorge, nur beobachten.

meint der frankie

Kjeld
10.09.2009, 18:48
Meine Glaskugel sagt, daß der Mensch, der das Rad zentriert hat, das nicht sehr gut kann. Er hat nur auf die Seiten- und Höhenschläge geachtet, sich aber nicht darum gekümmert, daß die Speichen alle einigermaßen gleich gespannt sind. Und er hat das Rad nur ohne draufmontierten Reifen zentriert.

Folge: Der montierte Reifen drückt die Felge zusammen, sobald Du ihn aufgepumpt hast. Die Speichen werden unterschiedlich stark entlastet, abhängig von ihrer Vorspannung. Außerdem gibt die Felge auch nicht an allen Stellen gleich viel nach.

Und dann hast Du eben wieder Schläge drin, wenn der Reifen aufgepumpt ist.

Da hilft nur, die letzten kleinen Seitenschläge mit montiertem und aufgepumptem Reifen zu zentrieren. Ist eigentlich eine normale Vorgehensweise.

K,-
10.09.2009, 19:06
Meine Glaskugel sagt, ...

Nicht mehr Aussagekraft hat der Rest deines Postings. Pure Vermutung.
Da halte ich Frankies Aussage schon für wahrscheinlicher. Sagt meine Kugel.

OCLV
10.09.2009, 19:11
Mich deucht der Kjeld hat seine Glaskugel genau so wenig abgedrückt wie er es mal bei LR besser getan hätte. Dann gibts da auch keine Probleme. :rolleyes:

In Zeiten von AMOLED und Plasma ist ne Glaskugel aber eh out. :D

Kjeld
10.09.2009, 19:17
Kennt Ihr das nicht? Auch perfekt abgedrückte Laufräder bekommen wieder Seitenschläge, wenn man sie aufpumpt, und verlieren sie wieder, wenn die Luft abgelassen wird? Würde mich wundern, vor allem bei leichter gebauten Felgen (namentlich OpenPro) habe ich das eigentlich immer. Und deshalb zentriere ich sie immer mit montiertem Reifen zu Ende.

Na ja, wahrscheinlich stellt ihr keine so großen Ansprüche und seid mit +- 1 mm zufrieden. :rolleyes:

EDIT: OCLV, Du kannst mir glauben, ich habe schon eine Menge Laufräder gebaut, und die meisten davon sind sehr gut geworden. Einige fahren seit Jahren über Stock und Stein und gehen einfach nicht kaputt. Aber eigentlich ist mir auch egal, was Du so glaubst.

@AKW

Versuch's einfach mal. Schaden kann es nicht.

i-flow
10.09.2009, 19:27
Kennt Ihr das nicht? Auch perfekt abgedrückte Laufräder bekommen wieder Seitenschläge, wenn man sie aufpumpt, und verlieren sie wieder, wenn die Luft abgelassen wird? Würde mich wundern, vor allem bei leichter gebauten Felgen (namentlich OpenPro) habe ich das eigentlich immer. (...)
Waer mir jetzt neu, aber wieso nicht mal drauf achten. Ich kannte das eher so, dass bei nicht oder nicht ausreichend abgedrueckten Laufraedern beim Aufpumpen sich sozusagen dieses Versaeumnis selbst nachholt und man dann genau die Brezen drin hat, die eigentlich das Abdruecken zum Vorschein gebracht haette, und die man dann wieder rausgezogen haette.

Was immer mal vorkommen kann, ist, dass man nach ein paar Ausfahrten nochmal ein paar Speichen nachziehen muss. Das mache ich dann aber ohne LR-Ausbau ueber Waescheklammer am Rahmen/Gabel (und somit zwangslaeufig mit aufgepumptem Reifen).
Aber wenn ich mind. dreimal abgedrueckt habe beim Laufradbau, dann brauchts eigentlich nicht mal das.

LG ... Wolfi ;)

Parsec
10.09.2009, 19:31
Kennt Ihr das nicht? Auch perfekt abgedrückte Laufräder bekommen wieder Seitenschläge, wenn man sie aufpumpt, und verlieren sie wieder, wenn die Luft abgelassen wird?

Nicht, dass ich es noch nie (minimal) hatte, vllt. 1 - 2 mal bei mindestenswennnichtnochmehr ;)
aufgebauten Lr. & Lrs.



Würde mich wundern, vor allem bei leichter gebauten Felgen (namentlich OpenPro) habe ich das eigentlich immer. Und deshalb zentriere ich sie immer mit montiertem Reifen zu Ende.

Ich habe gerade für mich einen Open Pro Lrs. aufgebaut. Deine Erfahrung teile ich nicht. Hr. musste, trotz mehrmaligen Abdrückens gaaanz leicht an einer Stelle nachzentrieren, Vr. "steht". :toppiejop



Na ja, wahrscheinlich stellt ihr keine so großen Ansprüche und seid mit +- 1 mm zufrieden. :rolleyes:

Vorsicht! :viking::knipoog:

Um auch etwas zum eigentlichen :ü Thema beizutragen.
TE wie wärs, Du besorgst Dir einen Speichenschlüssel, z. B. Spokey (4-5 €), und drehst einfachauf der entgegengesetzten Seite wo es schleift, an der Stelle1/2 Umdrehung? Aber rechts wenn ich bitten darf.;)
Die Bremsbeläge kannste als Begrenzung nehmen.

Kjeld
10.09.2009, 19:32
Wenn man nicht ordentlich abgedrückt hat, hört man das doch. Pingpingping ...

Das Geräusch kommt übrigens vorwiegend von verdrehten Speichen, die sich wieder zurechtdrehen, wenn sie durch Entlastung die Gelegenheit dazu bekommen. Man kann das beim Abdrücken sehr schön beobachten.

Nachzentrieren nach den ersten Runden ist auch normal, das liegt daran, daß die Speichen geschmiedet sind und Spannungen im Material haben, die sich erst langsam abbauen. Bau mal ein älteres Laufrad auseinander und vergleiche die Speichen in der Länge. Du wirst merken, daß es da teilweise sehr große Unterschiede gibt. Bei DT Revo habe ich schon 2mm und mehr gesehen. Die längen sich einfach, einige mehr, andere weniger.

Aber was ich beschreibe, bleibt mir sogar bei älteren Laufrädern erhalten. Eben vor allem bei solchen mit leichter Felge und eher wenig Speichen (HR mit OpenPro und 32 Speichen).

Kjeld
10.09.2009, 19:35
Ich habe gerade für mich einen Open Pro Lrs. aufgebaut. Deine Erfahrung teile ich nicht. Hr. musste, trotz mehrmaligen Abdrückens gaaanz leicht an einer Stelle nachzentrieren, Vr. "steht". :toppiejop


Räder ohne diesen Effekt habe ich kürzlich auch gebaut. Das waren aber 28 mm hohe Remerx Rapid Felgen. Die ich übrigens gut finde, nur am Felgenstoß haben sie doch ein recht großes Rundheitsproblem. Das man aber in den Griff bekommt.

AKW
10.09.2009, 19:42
Super! Vielen Dank!

Werde dann mal mit montiertem Reifen zu meinem Händler fahren, dann soll der das ganze nochmal machen.

Besten Dank und noch nen schönen Abend

AKW

Parsec
10.09.2009, 19:45
Wenn man nicht ordentlich abgedrückt hat, hört man das doch. Pingpingping ...

Das Geräusch kommt übrigens vorwiegend von verdrehten Speichen, die sich wieder zurechtdrehen, wenn sie durch Entlastung die Gelegenheit dazu bekommen. Man kann das beim Abdrücken sehr schön beobachten.


Gut das wir Dich als Erklärbären haben, da wäre keiner der Beteiligten drauf gekommen. :Applaus: ;)

Geh davon aus, das die anderen Diskussionsteilnehmer, ausser dem TE,
vermutlich mehr als 5 Lr. :D:D aufgebaut hat. :respekt::drinken2::Angel:

K,-
10.09.2009, 20:10
Ich wage mal die Behauptung, dass das Zentrieren mit Luft technischer Blödsinn ist. Wenn ich Räder mit einer satten Spannung aufbaue ind dann gut und konsequent abdrücke, laufen die Dinger anschliessend im Zentrierständer rund. Daran ändert sich auch nach dem Pumpen und nach eineigen Fahrten nix.
Mein Paradebeispiel: Ein Satz ging aus der Werkstatt ans Rad und dann 6 Wochen mit Gepäck durch Portugal. Selbst danach wäre ein richten nicht wirklich nötig gewesen.

garbel
10.09.2009, 21:10
Kennt Ihr das nicht? Auch perfekt abgedrückte Laufräder bekommen wieder Seitenschläge, wenn man sie aufpumpt, und verlieren sie wieder, wenn die Luft abgelassen wird?

Noch nie was davon gehört und auch noch nie gehabt. :kweetnie:

Freakazoid
10.09.2009, 21:21
Meine Glaskugel sagt, daß der Mensch, der das Rad zentriert hat, das nicht sehr gut kann. Er hat nur auf die Seiten- und Höhenschläge geachtet, sich aber nicht darum gekümmert, daß die Speichen alle einigermaßen gleich gespannt sind. Und er hat das Rad nur ohne draufmontierten Reifen zentriert.

Folge: Der montierte Reifen drückt die Felge zusammen, sobald Du ihn aufgepumpt hast. Die Speichen werden unterschiedlich stark entlastet, abhängig von ihrer Vorspannung. Außerdem gibt die Felge auch nicht an allen Stellen gleich viel nach.

Und dann hast Du eben wieder Schläge drin, wenn der Reifen aufgepumpt ist.

Da hilft nur, die letzten kleinen Seitenschläge mit montiertem und aufgepumptem Reifen zu zentrieren. Ist eigentlich eine normale Vorgehensweise.

Du bist jan Profi, mach bitte in Zukunft meine LR. Ich habe weder davon gehört (und im TF sind ja schon einige Technik-p*mmel unterwegs) noch etwas davon gemerkt (etwa ein halbes Dutzend LR selbst eingespeicht). Aber ich habe auch keine Messuhr. Wahrscheinlich merke ich das ohne nicht.

OCLV
10.09.2009, 21:30
Aber ich habe auch keine Messuhr. Wahrscheinlich merke ich das ohne nicht.

Im 1/1000er mm Bereich vielleicht. Wenn man ordentlich aufbaut gibt das auch keine Schläge wenn man den Reifen aufpumpt.

hage
10.09.2009, 21:36
Also wenn ich meine Schlauchreifen aufgeklebt habe ist nichts mehr mit zentrieren, da sich meine Shamals nur über Löcher im Felgenbett zentrieren lassen.

Cubeteam
10.09.2009, 22:09
Lieber Kjeld, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, oder dich in irgendeiner Weiße beleidigen, aber leider sind 99% deiner Beiträge völlig sinnfrei.

Min. 2 der Poster hier sind Fahrradmechaniker, min. ein weiterer ist oder war Verkäufer in nicht ganz unbekannten Radläden.
Alle widersprechen dir völlig.
Und das ist nicht der erste Thread, in dem das passiert.

Denk da mal bitte drüber nach.

Liebe Grüße

Cubeteam

Kjeld
10.09.2009, 22:25
Tut mir leid, aber ich bleibe dabei. ;)

Heidelfix
11.09.2009, 08:25
Tut mir leid, aber ich bleibe dabei. ;)

Und damit hast Du auch ganz recht.

Sinnvollerweise macht man die letzten Feinkorrekturen beim Zentrieren und die finale Spannungserhöhung mit aufgelegter Decke und ordenlich Druck drauf. Der aufgepumpte Reifen nimmt deutlich merkbar die Spannung aus dem System, die letzten Arbeitsschritte lassen sich materialschonender durchführen. Und bei einer nicht ganz runden bzw vorgeschädigten Felge läßt sich auch nur so das bestmögliche Ergebnis erzielen.

Daß offensichtlich auch Leute mit viel Erfahrung diesen Kniff nicht kennen, macht es um so wahrscheinlicher, daß das bisher beim Laufrad des TE nicht beachtet worden ist...

Gruß, H.

OCLV
11.09.2009, 08:29
*raschel, raschel*

Ja ich glaube ich höre wirklich langsam wie das Gras wächst... :D

Heidelfix
11.09.2009, 08:42
*raschel, raschel*

Ja ich glaube ich höre wirklich langsam wie das Gras wächst... :D

Mal ernsthaft: Das ist jetzt wirklich kein besonders esoterischer Trick - ich weiß von einigen, die das auch so machen. Bei langweiligen 36 Speichen/OpenPro-Laufrädern ist es vermutlich nicht nötig, aber wenn man etwas ambitioniertere Geschichten baut, ist es praktisch unerläßlich.

Vorschlag: Wenn Du das nächst Mal ein Laufrad aufbaust und Du kommst an den Punkt, an dem Du bisher immer gedacht hast "Naja, besser geht´s halt nicht", dann machst Du es mal so wie oben skizziert... und dann freust Du Dich darüber, daß man immer auch im gesetzten Alter immer noch was dazu lernen kann! :)

Gruß, H.

OCLV
11.09.2009, 08:55
Ich sitze zwar gerade, bin aber erst 22. :D

Als "Trick" würde ich das nicht bezeichnen und ich habe bisher JEDES LR auch im eingebauten Zustand (also mit Reifen und Kassette) noch im Rahmen kontrolliert und fahre die kurz ein. Jedes LR. Von mir bekommt keiner LR die nicht schon ein paar m Straße gesehen haben. Und die liefen alle rund - auch mit Reifen drauf. Da hat sich nichts geändert wenn ich 8bar Druck drauf gebe.

Heidelfix
11.09.2009, 09:24
Ich sitze zwar gerade, bin aber erst 22. :D.

Beneidenswert... ;)


... ich habe bisher JEDES LR auch im eingebauten Zustand (also mit Reifen und Kassette) noch im Rahmen kontrolliert und fahre die kurz ein. Jedes LR. Von mir bekommt keiner LR die nicht schon ein paar m Straße gesehen haben. Und die liefen alle rund - auch mit Reifen drauf. Da hat sich nichts geändert wenn ich 8bar Druck drauf gebe.

Vielleicht meinen wir ja das gleiche: Wenn ich Dich richtig verstehe, läuft das bei Dir so:
1. Aufbau und zentrieren des LR incl Abdrücken etc.
2. Reifen druff und "einfahren"
3. (das hast Du nicht erwähnt, aber ich nehme an, Du machst es: ) Kontrolle und letztes Nachzentrieren

Wenn das bei Dir so abläuft, findet einfach ein Teil dessen, was bei Dir in Schritt 2 abläuft, bei mir in Schritt 1 statt. No big deal. Wahrscheinlich muß ich dann bei Schritt 3 weniger machen, aber watt solls.

Wenn Du aber tatsächlich sagst, nö, Schritt 3 hab ich nicht erwähnt, weil es nach Schritt 2 keines Nachzentrierens bedarf... (und das auch wirklich nicht nur für 32/36er Speichengewitter, sondern für 16/20/24 - Speichen-LR gilt) ja, dann müßte ich sagen: Respekt, Du bist ein ganz Großer! Bei allen, die ich kenne, setzt sich das Material noch etwas. Mein Tip an den TE würde sich aber nicht ändern, weil dessen Mechaniker im Zweifel nur ein Normalo ist... :)

Gruß, H.

OCLV
11.09.2009, 09:34
Bei den ganzen flachen LR (Open Pro, Mavic Reflex, Ambrosio Nemesis, etc) kann es schon mal sein, dass ich da nochmal nachzentrieren muss. Liegt an der elastischen Felge.

Aber sobald da ne CPX33 oder Velocity Fusion drin ist und ich auch noch Sapim CX Ray Speichen nehmen darf, baue ich das LR auf, fahre damit und muss dann nix mehr tun. Die stehen so wie sie sind.

Ist auch gut für mich. So kann ich mal verschiedene LR in mein Rad reinhalten. Da fällt es immer verdammt schwer sich sowas nicht auch selbst aufzubauen. :D

Heidelfix
11.09.2009, 10:08
Die stehen so wie sie sind.

Gut, wenn Du das so sagst, glaube ich das natürlich. Meine Erfahrungen sind andere, aber das kann ja nun an verschiedenen Dingen liegen...

Zurück zum LR des TE. Das hat ne leichte Felge, aber immerhin 28 dünne und vermutlich hochgespannte Speichen. Entweder die Felge hat einfach einen nicht mehr rauszentrierbaren Schlag, dann isses hin, wenn man sich mit nem 1mm-Taumler nicht abfinden will oder kann - oder aber man probiert halt mal etwas, was bei den beiden bisherigen Versuchen nicht gemacht worden ist...

*Hust* Mal mit aufgelegter Decke und 10 Bar Druck in den Zenrierständer!

Gruß, H.

OCLV
11.09.2009, 10:38
Wenn die Felge dabei leicht verzogen wurde kannste rummachen wie du willst, das bekommt man zwar rund aber dann sind die Speichen ungleichmäßig gespannt. Dann hält es auch nicht lange.

Also immer ein Kompromiss aus Spannung der Speichen und Rundlauf. Beides optimal geht nicht, schon bei neuen Felgen nicht. Gerade bei Mavic. :rolleyes:

Rex500
11.09.2009, 12:59
Bei bereits montiertem Reifen halte ich aber die Kontrolle des Höhenschlags für schwierig.

OCLV
11.09.2009, 13:04
Dazu hat der Kjeld dann wieder seine Glaskugel zur Hand. ;)

Heidelfix
11.09.2009, 14:12
Bei bereits montiertem Reifen halte ich aber die Kontrolle des Höhenschlags für schwierig.

Messerscharf erkannt! Deshalb schrub ich:


Sinnvollerweise macht man die letzten Feinkorrekturen beim Zentrieren und die finale Spannungserhöhung mit aufgelegter Decke...

OCLV hat es doch schon erklärt: Im Anforderungsdreieck "Gleichmäßige und hohe Speichenspannung/Höhenschlagsfreiheit/Seitenschlagsfreiheit" suchen wir nicht nach einem perfekten Ergebnis, sondern nach einem optimalen Kompromiss. Im Verlauf des Zentrierens wechselt die Aufmerksamkeit immer mal wieder von einem Aspekt zum anderen. Am Ende geht es dann aber nicht mehr darum, daß man stolz sagen kann: Speichenspannung perfekt gleichmäßig und hoch! - sondern darum, daß das Ding rund ist, bei möglichst hoher und gleichmäßiger Spannung natürlich. Also: Rund ist letztlich wichtiger als perfekter Spannungsausgleich.

Wenn ich an dem Punkt bin, an dem die Speichenspannung schon sehr hoch und das Rad mehr oder weniger rund ist (was weiß ich, sagen wir: deutlich weniger als 0.5mm Höhenschlag und 1mm Seitenschlag), DANN kommt der Reifen und Druck drauf. Dann stellen wir fest, daß das die Speichenspannung deutlich spürbar absenkt - und u.U. auch den Zentrierungszustand verändert (wenn das Material i.O. ist und man reichlich abgedrückt hat, sollte sich da allerdings nicht viel tun).
Weil die Spannung nun nicht mehr sehr, sehr hoch, sondern nur noch sehr hoch ist, fällt das Zentrieren etwas leichter; die Nippelgewinde danken es, und - Achtung, jetzt kommt´s - weil jede Viertel- oder Achtelumdrehung eines Nippels den seitlichen Zentrierungszustand der Felge viel stärker beeinflußt als den Höhenschlag, konzentrieren wir uns ganz auf die Seitenschläge.

Übrigens kann man, wenn man keine Kosten-Nutzen-Überlegungen anstellen muß, z. B. weil man für sich selbst oder für Freunde baut und nicht für Kunden, diesen Prozeß ja auch (mehrfach) wiederholen. Zeit ist nun wirklich die Resource, die ein Amateur als Selbstbauer großzügig einsetzen kann. Und das tut man ja gerne, wenn man eine ganz bestimmte, vielleicht unkonventionelle Lösung im Kopf hat und verwirklichen will, weil man die eben nicht einfach so von der Stange kaufen kann und auch die meisten professioneller Laufradbauer so etwas nicht anbieten (können).

Also: Man muß diesen Aufwand nicht treiben, man kann ihn als Profi wahrscheinlich auch gar nicht rentabel treiben - aber deshalb müssen wir Amateure uns ja nicht von den Profis einreden lassen, daß er am Ende nicht zu besseren Laufrädern führen würde...

Gruß, H.

Rex500
11.09.2009, 14:23
...Am Ende geht es dann aber nicht mehr darum, daß man stolz sagen kann: Speichenspannung perfekt gleichmäßig und hoch! - sondern darum, daß das Ding rund ist, bei möglichst hoher und gleichmäßiger Spannung natürlich. Also: Rund ist letztlich wichtiger als perfekter Spannungsausgleich...


Das Gegenteil ist richtig. ;)

Heidelfix
11.09.2009, 14:25
Das Gegenteil ist richtig. ;)

Fahr halt mal ein Rad mit Felgenbremsen.

Patrice Clerc
11.09.2009, 14:26
Das Gegenteil ist richtig. ;)

Stimmt.

In der Praxis ists aber wurscht, weil halbwegs gutes Material so oder so zu hinreichendem Rundlauf (Abweichungen kleiner als 0.5 mm) und gleichzeitig fast perfekt gleichmässiger Speichenspannung führt.

i-flow
11.09.2009, 14:29
Dazu hat der Kjeld dann wieder seine Glaskugel zur Hand. ;)
Meine Frau hat glaub ich irgendwo in einem der Kuechenoberschraenke so eine kugelfoermige Vase rumfliegen. Die stell ich jetzt in den Keller neben meinen TS-2.

Dort scheint ja solch ein Werkzeug zu fehlen, und in der Kueche ist eh alles voller Geraffel, Zeit dass da mal was verschwindet :D :icon_mrgr

LG ... Wolfi :)

Heidelfix
11.09.2009, 14:36
...weil halbwegs gutes Material so oder so zu hinreichendem Rundlauf (Abweichungen kleiner als 0.5 mm) und gleichzeitig fast perfekt gleichmässiger...

Wie soll ich´s sagen? Wir haben, glaube ich, unterschiedliche Erwartungen an das Ergebnis unserer Bemühungen. Aber das ist ja wahrscheinlich auch normal.

Ich wär aber gerne dabei, wenn ein Kunde sein Laufrad im Empfang nimmt, einen Seitenschlag bemerkt und moniert und der LR-Bauer dann mit Chris O. erklärt, daß aber die Speichenspannung total gleichmäßig sei - und darauf käme es an... :Applaus:

Patrice Clerc
11.09.2009, 15:11
Wie soll ich´s sagen? Wir haben, glaube ich, unterschiedliche Erwartungen an das Ergebnis unserer Bemühungen.Das glaube ich nicht. Beide wollen wir doch guten Rundlauf und lange Lebensdauer.


Ich wär aber gerne dabei, wenn ein Kunde sein Laufrad im Empfang nimmt, einen SeitenschlagVon wieviel Seitenschlag sprichst du da? Ein Kunde wird einen Seitenschlag von 0.5 mm i.a.R. weder bemerken noch monieren. Eine Felge, die nicht recht gleichmässige Speichspannung und Abweichungen <= 0.5 mm zulässt, ist IMO schlecht (was selten vorkommt, siehe unten).


bemerkt und moniert und der LR-Bauer dann mit Chris O. erklärt, daß aber die Speichenspannung total gleichmäßig sei - und darauf käme es an... :Applaus:Wieso sollte das so sein? Mit üblichen Felgen lassen sich hinreichend rund laufende Räder bauen, die eine gleichmässige Speichenspannung aufweisen. Natürlich habe ich auch schon vereinzelt Felgen erlebt, mit denen nicht beides unter einen Hut zu kriegen waren, aber das waren die Ausnahmen.

Im übrigen ist es eine andere Sache, ob du ein technisch gutes Rad willst, oder eines, von dem der Kunde meint, es sei gut.

pinguin
11.09.2009, 15:24
Ich persönlich mach's so:

Aufbauen, grob zentrieren, fein zentrieren, abdrücken, korrigieren, Reifen montieren, einfahren, korrigieren. Danach habe ich lange Ruhe.

Im Endeffekt kommt es mir auf absolut höhenschlagsfreies Ergebnis (inkl. Bereifung) an. Denn das ist das, worum es geht, saubere, ungestörte Fahrt. Minimalen Seitenschlag kann ich verkraften.

OCLV
11.09.2009, 15:57
absolut höhenschlagsfreies Ergebnis (inkl. Bereifung)

Dann scheidet Schwalbe für dich ja schon mal aus! :Applaus:

Heidelfix
11.09.2009, 16:30
@Patrice Clerc

Ok, noch einmal ernsthaft. Natürlich erhebe ich mich nicht über Deinen Anspruch, ein "hinreichend" rundes, "fast" perfekt spannungsgleiches Rad aus "halbwegs" gutem Material zu bauen. Das habe ich ja oben selbst geschrieben: Perfektion ist nicht erreichbar, wir sind auf der Suche nach dem optimalen Kompromiss. Den Weg dahin, so wie ich ihn gehe, hatte ich ausführlich beschrieben. Wenn dann einer nur schreibt "Das Gegenteil ist richtig" und sonst nix, ist das ein bißchen ärgerlich.



Von wieviel Seitenschlag sprichst du da? Ein Kunde wird einen Seitenschlag von 0.5 mm i.a.R. weder bemerken noch monieren. Eine Felge, die nicht recht gleichmässige Speichspannung und Abweichungen <= 0.5 mm zulässt, ist IMO schlecht (was selten vorkommt, siehe unten).

Vorweg: 0,5mm Seitenschlag wäre auch der Wert, den ich erreichen möchte. Wenns besser geht, ists schön, aber dahin muß man mindestens kommen.
Das zunächst größere Problem ist ja häufig der Höhenschlag am Stoß. Egal ob geschweißt, gestiftet oder gesteckt - da sind Felgen eigentlich fast immer kapriziös. Während die Spannung insgesamt erhöht wird, bessert sich das häufig - völlig verschwinden tut es selten. Dann suche ich da einen Kompromiß; der wird darin bestehen, daß ich den Schlag dort nicht völlig, aber etwas herausziehe...
Ganz gegen Ende des Zentriervorganges, wenn die Spannung wirklich hochgefahren wird, verschechtert sich ja je nach Felge und Speichenzahl/Einspeichart auch wieder das Seitenschlagsverhalten bis hin zu den angeführten 0,5mm. Auch das muß man ggf hinnehmen, wenn man eine bestimmte (hohe) Spannung erziehlen will. Auch hier wieder Suche nach einem Kompromiß.


Beide wollen wir doch guten Rundlauf und lange Lebensdauer.

Das stimmt, aber das ist nicht alles. Wir wollen auch noch einen leichten, lateral steifen, torsional verwindungsfesten und gut rollenden LRS, am besten noch mit guter Aerodynamik.
Das ist jetzt nicht so trivial wie es sich anhört, denn auch das sind ja Eigenschaften, die wir nicht alle zugleich optimieren können und deren Verfolgung uns möglicherweise Kompromisse bzgl "Rundheit" und "Dauerhaftigkeit" aufzwingt.
Ein VR-LR mit hoher, schwerer Felge und 36 Speichen ist sehr einfach rund und dauerhaltbar hinzukriegen. Ein 20- oder 24-Speichen-HR, vielleicht noch l und r verschieden eingespeicht, das auch noch einigermaßen leicht sein soll, ist eine ganz andere Herausforderung, auch und besonders bzgl "Rundheit" vs "Spannungsgleichheit".
Natürlich wird man auch da lange auf Spannungsgleichheit achten, aber am Ende muß die Sache eben erst einmal rund werden! Entschuldigung, aber es ist doch Unsinn zu erzählen, die gleichmäßige Spannung stünde im Vordergrund. Sitzt Ihr am Ende mit dem Spannungsmesser da und achtet auf seine Ausschläge, wenn Ihr an den Nippeln dreht? Oder schaut Ihr doch eher auf die Felge und die Taster des Zentrierständers? Mal ehrlich jetzt!


Im übrigen ist es eine andere Sache, ob du ein technisch gutes Rad willst, oder eines, von dem der Kunde meint, es sei gut.

Absolut. Anders lassen sich viele System-LRS (und ihre Preise...) nicht erklären!

Patrice Clerc
11.09.2009, 17:22
Sitzt Ihr am Ende mit dem Spannungsmesser da und achtet auf seine Ausschläge, wenn Ihr an den Nippeln dreht? Oder schaut Ihr doch eher auf die Felge und die Taster des Zentrierständers? Mal ehrlich jetzt!Ich achte darauf, dass die Speichenspannung einigermassen gleichmässig bleibt (Schwankungen kleiner als 10, vielleicht 15 %) und kriegte in der letzten Zeit mit einer Ausnahme auf diese Weise runde Laufräder hin. OK, ich baue auch nicht 20-Loch-Laufräder mit CXP33-Äquivalent. Aber einigermassen steife 28-Loch-Hinterräder mit OpenPro sind auf diese Weise keine Hexerei.

Die Ausnahme betraf übrigens eine neue Mavic GP4 (Produktionsjahr vermutlich um 1990) mit 32 Loch, die ich vor zwei Jahren baute. Die war am Felgenstoss so schlecht, dass ich keinen akzeptablen Kompromis zwischen Höhenschlag und gleichmässige Speichenspannung hinkriegte. Da kommt irgend wann (TM) eine Reflex als Ersatz rein.

pinguin
11.09.2009, 17:54
Dann scheidet Schwalbe für dich ja schon mal aus! :Applaus:

Teilweise ja. Spielst du auf Ultremo an? Habe ich noch nie verbaut und werde ich auch nicht. Der aktuell laufende Satz Stelvios ist hingegen rund, aber nicht haltbar... :D

Bursar
11.09.2009, 18:06
Ein Kunde wird einen Seitenschlag von 0.5 mm i.a.R. weder bemerken noch monieren.
Man sieht es auf jeden Fall deutlich und es sieht schlecht aus.
Ob der Kunde das bemängelt, hängt vom Kunden ab.
Mir ist es zuviel.

Hochpass
11.09.2009, 19:12
Schon mal DIN 79100 nachgelesen? ;)

Und unter 0,5 mm ist wohl ausreichend genug und absolut nicht spürbar. Vielleicht noch beim drehen im Rahmen ohne Belastung mit Reifen in der Luft beobachtbar.

Und wem 1mm Seitenschlag auffällt, dem kann man nur zum selbermachen Raten. Ist ne meditative Aufgabe und von der Schwierigkeit wird das überbewertet.

kiko
11.09.2009, 19:28
...wenn den ganzen krummen schaltaugen mal auch solche bedeutung beigemessen würde, ...

Bursar
11.09.2009, 20:18
Schon mal DIN 79100 nachgelesen? Nee, was steht denn drin?


Und unter 0,5 mm ist wohl ausreichend genug und absolut nicht spürbar. Spürbar ist es nicht und aus technischer Sicht auch absolut ausreichend.
Aber 0,5mm sind für mich noch zu deutlich zu sehen, da ist Krise bei mir.



Und wem 1mm Seitenschlag auffällt, dem kann man nur zum selbermachen Raten.
Wem 1mm Seitenschlag nicht auffällt, der sollte dringendst zum Optiker.

Hochpass
11.09.2009, 20:24
Wem 1mm Seitenschlag nicht auffällt, der sollte dringendst zum Optiker.
Türlich sehe ich einen mm seitenschlag. Ob ich davon ne Kriese bekomme :rolleyes:. Eher nein. Bei Gelegenheit wird das rauszentriert und gut is.

Wer 1 mm Seitenschlag nicht selber rausbekommt, der sollte das Hobby wechseln. :rolleyes:

Rex500
12.09.2009, 13:12
Fahr halt mal ein Rad mit Felgenbremsen.

Woran erkenne ich das? :D

Rex500
12.09.2009, 13:17
Wie soll ich´s sagen? Wir haben, glaube ich, unterschiedliche Erwartungen an das Ergebnis unserer Bemühungen. Aber das ist ja wahrscheinlich auch normal.

Ich wär aber gerne dabei, wenn ein Kunde sein Laufrad im Empfang nimmt, einen Seitenschlag bemerkt und moniert und der LR-Bauer dann mit Chris O. erklärt, daß aber die Speichenspannung total gleichmäßig sei - und darauf käme es an... :Applaus:

Letztlich ist ein gutes Laufrad ohnehin ein Kompromiss aus Rundlauf und Speichenspannung, wie Du auch schon geschrieben hast. ;)

Oberste Priorität hat aber die gleichmäßige Speichenspannung. Man muss das auf lange Sicht betrachten. Bei ungleichmäßiger Speichenspannung ist das Risiko für Speichenbrüche höher und auch der Rundlauf wird leiden.