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Richie392
17.03.2004, 22:50
Hi,

ich habe heute abend einen Diavortrag von zwei Weltenbummlern gehört, die mit Fahrrädern den Himalaya (Nordindien) zum Teil überquert haben. Die beiden waren mit mehr oder weniger gewöhnlichen MTBs unterwegs, allerdings mit sehr viel Gepäck beladen.
Auf der Reise ist dem einen mitten in der Pampa die hintere Felge an der Nahtstelle aufgerissen, sodaß diese nur noch für den Mülleimer getaugt hat. Darauf hin haben sie sich mit TNT eine Felge aus Deutschland für 300 EUR Versandkosten in das indische Bergkaff bringen lassen (knapp 5 Tage Lieferzeit) und waren froh, die Reise fortsetzen zu können. Einige Tage später ist dem anderen Fahrer dasselbe passiert, nur daß diesmal die Felge längs eingerissen war, sodaß man langsam weiterfahren konnte.

Was ich aber eigentlich wissen wollte: Selbst in indischen Bergdörfern gibts Radläden, diese haben aber idR nur 36-Loch Stahlfelgen im Angebot, die beiden Kameraden hatten aber 32-Loch-Naben. Hätte es grundsätzlich keine einzige Möglichkeit gegeben, die Nabe mit der 36er Felge zu verbinden? Ich denke mal, die beiden werden sich darüber auch den Kopf zerbrochen haben, drum staunte ich, daß sowas nicht mögich ist.

Richard



PS Als Grund für das Einreißen der Felgen gaben sie an, daß sie die Pässe (bis über 5600m) vom Tal aus hochgefahren seien, ohne definiert Luft abzulassen, und der somit angestiegene Luftdruck im Schlauch die Felge zum bersten gebracht habe. Darüber gab es hier neulich schonmal einen Thread. Interessanterweise hatten die betroffenen Felgen zum Beginn der Reise schon 5000 bzw. 10000km hinter sich!

Schnellster
17.03.2004, 23:16
Hi

Original geschrieben von Richie392


Kameraden hatten aber 32-Loch-Naben. Hätte es grundsätzlich keine einzige Möglichkeit gegeben, die Nabe mit der 36er Felge zu verbinden? Ich denke mal, die beiden werden sich darüber auch den Kopf zerbrochen haben, drum staunte ich, daß sowas nicht mögich ist.

Richard

Beginn der Reise schon 5000 bzw. 10000km hinter sich!

Verbinden schon, aber das hätte, m. E. auf einem richtig schlechtem Weg nicht länger gehalten, als du gebraucht hast deinen Beitrag zu schreiben.
32 Löcher bohren wäre vielleicht! etwas besser gewesen, da sie einen halbwegs gleichmäßigen Abstand gehabt hätten.

Bedenke bitte:
Riesengepäck, sehr schlechte Wege und eine unvollständige Nabe - Rad Verbindung. Das ganze noch, wo der nächste Arzt vermutlich weit weg ist. :eek:

Was haben wir gelernt?
In Nordindien nur mit (fast) neuen, geschweißten! 36L Felgen fahren.
Aber dieses Problem wird bei uns wohl relativ selten auftauchen.
:cool: :p

S.

ps. Neulich habe ich auch angefangen eine 36L Schlauchreifenfelge mit einer 32l Nabe einzuspeichen. Sah nicht so gut aus.
(die felge war mir als 32er verkauft worden). :o :D :D

s1520146
17.03.2004, 23:29
doch das geht, man kann die Felgen von 36 auf 32 einspeichen, allerdings muss man wissen wie und man braucht eine andere Speichenlänge.
In einer seeeehr alten tour-Ausgabe gabs dazu mal eine Einspeichbeschreibung.
Um dem Unwissen über Überdruck und Unterdruck ein Ende zu bereicten, der Druck nimmt nicht gleichförmig geradlinig ab, aaaalso rechnen:

http://www.shv-fsvl.ch/d/wetter/archiv/0602.htm

vergleichen:

http://www.lsg.musin.de/rubenbauer/Beispiele/Fachschaft/Grundwissen/gwp8_wbg.htm

und ihr wisst, was Sache ist.

So ein Unfug hab ich selten gehört,

Differenz von 494mNN auf 5580mnn = 456hPa
also,
1 bar = 105 Pa = 100 000 Pa = 1000 hPa

das macht::
round about n halbes bar,
hat da jemand Einwände?

s1520146
17.03.2004, 23:44
also mich wundert das sowieso, dass die Leute da nicht auch platzen....

Morchel
17.03.2004, 23:49
wie gesagt, der Durck nimmt mit steigender Höhe ab =>
Wenn die den Reifen unten aufpumpen, haben sie oben einen niedrigeren Reifendruck.

Das einzige was falsch gelaufen sein kann, wäre wenn sie ihn oben voll aufgepumpt hätten und runter gefahren wären.

@S15*
Du darfst nicht den Temperaturunterschied zwischen Berg und Tal vernachlässigen, der ist denke ich sogar ausschlaggebender als der normale Schweredruck.

Grüße Holger

s1520146
18.03.2004, 00:02
Hallo Morchel,
das stimmt, trotzdem sollte doch allen klar sein, das der Luftdruck dafür nicht ausschlaggebend sein kann, dass ein Reifen platzt.
In der Siedlungswasserwirtschaft z.B. wird deshalb immer mit einem Vordruck von 1bar gerechnet

s1520146
18.03.2004, 00:09
ganz einfaches Beispiel ,"ne Tüte Chips",
ihr kauft eine in Genua und fahrt dann mit einem Auto über einen hohen Pass, sagen wir mal Stilfser Joch, dann beult die Tüte aus, sie wird aber nie platzen, auch nicht, wenn der Pass auf 3500mnn oder höher wäre (gut irgendwann ist schon die Luft raus). Daran sieht man, wie minimal die Luftdruckänderung ist.
Sie kann maximal 1bar betragen., weil sie gemessen im Weltall gegen null geht.

s1520146
18.03.2004, 00:24
also nochmal zum Thema Temperatur,

bei +30 Grad C 4244Pa
- 20,9 Grad C 94Pa

Diff ~ 4144Pa



4144/100 000 ~ 0.41bar

Bei der Tabelle, die ich zur Berechnung hatte, war aber die Temp. schon berücksichtigt.
Falls ich jetzt einen Fehler gemacht habe dann bitte korrigieren

harrz
18.03.2004, 00:46
der luftdruck auf meereshöhe beträgt doch 1 bar, oder?
wenn ich jetzt einen berg hinauf fahre, soweit das der luftdruck um einen halbes bar verringert wird (habe keine ahnung wie weit ich hoch fahren müsste, würde ich wohl auch nicht schaffen), würde doch die belastung des reifens zunehmen, da dem druck im inneren des reifens ein geringerer wiederstand durch den druck von aussen entgegenwirken würde. also auch die belastung der felge würde steigen. THEORETISCH. Ich würde allerdings einen reifen oder eine felge die ein halbes bar unterschied umbringt sofort in die tonne werfen. also alles quatsch!
Nur meine Meinung!
Gute Nacht

Andi Arbeit
18.03.2004, 06:10
Moin zusammen,

also es ist schon so, dass der Druck im Reifen steigt, wenn der umgebende Außenluftdruck abnimmt, weshalb man ja auch die Luft aus den Reifen lassen soll, wenn das Rad im Flieger mit nach Malle (oder sonstwo hin) genommen wird.

Das hat für mich aber nichts mit dem Problem der Reisenden zu tun, sonst hätten ja beide Felgen und nicht nur die Hintere reißen müssen; 32-Loch-Felgen an einem schwer beladenes MTB halte ich für nur begrenzt haltbar, außerdem sollte man sein Rad so ausrüsten, das es mit den Mitteln vor Ort reparierbar ist, und in Ländern der "3. Welt" ist mit HiTech nicht zu rechnen.

Ich habe mal einen Bericht eines Westafrikaradlers gelesen, der feststellen musste, dass in den ehem. frz. Kolonien sämtliche Eratzteile (Innenlager, Felgen, etc.) nur mit frz. Einbaumaßen zu bekommen waren. Auch lässt sich zB ein Riss im Rahmen, wenn der aus Stahl ist, von jedem Dorfschweißer zusammenbraten (Erfahrung von W. Reiche, Weltumradler). Sowas muss bei der Planung einer Welt-Tour berücksichtigt werden.

Gruß, Andi

Richie392
18.03.2004, 08:46
Hi,

so in die Richtung wie Ihr hier alle hatten wir gestern nämlich auch gedacht. :p
Ich sprach den einen dann mal kurz darauf an, warum er keine Stahlfelgen für derartige Unternehmen wählt (das Mehrgewicht ist bei dem Gepäck und der Fahrweise zweitrangig) und da konnte oder wollte er mir keine rechte Antwort geben. Vor allem würde ich nicht mit Felgen starten, die schon 10000km (Reiserad!) runter haben.
Übrigens, ich hab das noch nicht geschrieben: Die beiden haben später 'errechnet', daß aufgrund der extremen Höhe der Reifendruck um das doppelte zugenommen haben soll!!! LOL
Dann hätten sie wohl so ca. 6-8 bar auf normalen MTB-Reifen gehabt.
Aber trotzdem eine reife Leistung, wie ich finde. Vermutlich wird man nie an 'alles' denken können, wenn man so ein Unternehmen startet.

Richard

PS Wer mal in der Region radeln will: Unterkünfte für die Nacht gibt es ab 50 Cent pro Person.

s1520146
18.03.2004, 11:04
PS Wer mal in der Region radeln will: Unterkünfte für die Nacht gibt es ab 50 Cent pro Person. [/B][/QUOTE]


Oh,
wenn das so ist, dann könnte das ja ein richtig preiswerter Urlaub werden .......

:p

Trirunner
18.03.2004, 14:40
Original geschrieben von s1520146
PS Wer mal in der Region radeln will: Unterkünfte für die Nacht gibt es ab 50 Cent pro Person.


Oh,
wenn das so ist, dann könnte das ja ein richtig preiswerter Urlaub werden .......

:p [/B][/QUOTE]

es sei denn du lässt dir was hinterheschicken... lieblingshandschuhe oder so..., da lohnen sich nur sammelbestellungen

greyscale
18.03.2004, 14:55
Original geschrieben von Morchel
wie gesagt, der Durck nimmt mit steigender Höhe ab =>
Wenn die den Reifen unten aufpumpen, haben sie oben einen niedrigeren Reifendruck.


Sagen wir es wie es ist: Die Aussage ist Quatsch (p=nkT/V). T, etwas unrealistisch, konstant gesetzt.

V wird durch den Mantel konstant gehalten. Sollten sich n oder k ändern, würde es mich wundern.

Damit bleibt p was? Richtig, konstant!

Der Relativdruck gegenüber der Umgebung steigt geringfügig an.

P.

SF_
22.03.2004, 18:40
Original geschrieben von Richie392
Hi,

... Die beiden haben später 'errechnet', daß aufgrund der extremen Höhe der Reifendruck um das doppelte zugenommen haben soll!!! LOL
Dann hätten sie wohl so ca. 6-8 bar auf normalen MTB-Reifen gehabt.
....


Ich habe gerade Mal sinnigerweise
www.luftdruck.de
eingegeben.
Unter Lexikon - Luftdruck steht dort, daß bei 5500 m Höhe der Luftdruck noch gut 0,5 bar beträgt.

Wenn die also auf Seehöhe (lach) mit 1 bar Außendruck losgefahren sind, beträgt die äußere Druckänderung 0,5 bar. Zum Verdoppeln muß der Druck im Reifen also 1,5 bar betragen haben. (Vereinfachung: Druckverlust vernachlässigt)

Probe für Pisageschädigte:
auf 0 m: 1,5 - 1 = 0,5
auf 5500 m: 1,5 - 0,5 = 1
1 / 0,5 = 2

So weit - so unglaubhaft.

Das Problem dürfte wohl eher sein, daß hier zwei Leute am Werk waren, die viel Pech oder wenig Erfahrung mit Gepäcktouren hatten.