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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fußgröße Kurbellänge



Gizmo123
24.05.2011, 23:01
Hi zusammen,

da ich derzeit etwas mit meiner Sitzposition und der gesamten Rad-Ergonomie spiele, habe ich eine Frage an die "Pysiker" unter euch.

Es gibt zahllose Argumente für und gegen längere oder kürzere Kurbeln. Es gibt Theorien, die keiner nachvollziehen kann - andere, die sinnvoll erscheinen und nicht zuletzt gibt es zahlreiche Formeln zur Berechnung der idealen Kurbellänge, welche dann der individuellen Anatomie und der Bewegungsökonomie am gerechtesten werden soll.

Überzeugt hat mich nichts davon, am Ende bleibt es für mich Glaubens- und Fahrstilsache.

Allerdings ist es natürlich keine Glaubenssache, wie sich die einzelnen veränderbaren Faktoren pysikalisch auswirken (biomechanisch ist das natürlich wieder ein anderes Thema).

Daher nun meine Frage:

Welchen Einfluss nimmt die Länge des Fußes im Hinblick auf die Kurbellänge? Welche relevanten Größen/Kräfte könnten eine Rolle spielen? Es muss doch einen Einfluss auf die Kraftübertragung haben, ob sich das Fußgelenk bei größeren Füßen weiter und bei kleineren näher an der Pedalachse befindet? (Ich habe z.B. 90er Beinlänge und Schuhgröße 42-43. Mein Trainingspartner 81er BL und Schuhgröße 45-46)

Es geht hier nicht um die Frage, ob man das tatsächlich berücksichtigen muss (man muss die Sache ja nicht übertreiben) - es geht einfach um die Überlegung selbst.

Vielen Dank schon im Voraus für eure Überlegungen.

Gruß Gizmo

Undercover007
24.05.2011, 23:13
Also ich sag mal so, nach über 25 JAhren Radpsort...

Was? Fußgröße? Denke bei größerem Plattfuß kann man mehr kraft auf Pedal bringen?!? Aber sonst...

Längere Kurbeln für Straßenrennen oder Touren am berg etc.

kürzere Kurbeln für Rundstreckenrennen oder viel Fahren ind er Stadt auch wegen aufsetzen etc.

Und zur Not kann man zu lange Kurbeln mit Sitzhöhe ausgleichen oder andersrum...

Cover

Holsteiner
25.05.2011, 07:46
Bedenke:

Je größer der Fuß, umso länger der Zehenüberstand vor dem Pedal, was im Extremfall, in Verbindung mit einer laaangen Kurbel, zu Kontakt mit dem Vorderrad, bei Kurveneinschlag in langsamer Fahrt, führen kann! ;)

(Das ist die Kehrseite der Medaille.)

Dragan
25.05.2011, 08:01
Bedenke:

Je größer der Fuß, umso länger der Zehenüberstand vor dem Pedal, was im Extremfall, in Verbindung mit einer laaangen Kurbel, zu Kontakt mit dem Vorderrad, bei Kurveneinschlag in langsamer Fahrt, führen kann! ;)

(Das ist die Kehrseite der Medaille.)



Meine Erfahrung auf meinen Körper bezogen entspricht oben genannten.
Grosse Füsse,kurzer Radstand und hohe Cadence=kurze Kurbel(170)
Reiserad=172,5

Patrice Clerc
25.05.2011, 08:31
Die Fusslänge trägt grundsätzlich noch etwas zur Kurbellänge bei - je grösser, desto grösser der Einfluss des Fusses, der beim Pedalieren rauf und runter gedrückt wird.

Aber: alle Kurbellängentheorien sind genau das - Theorien. Ich bin über den Umweg des Bahnfahrens bei allen Rädern von 175er-Kurbeln wieder zu 170ern zurückgegangen. Zwischenzeitlich fuhr ich von 1987 (20jährig) bis 2007 ausschliesslich 175er.

Da Radsport nicht kraftlimitiert ist, sind die ganzen Hebelüberlegungen sinnlos. Die einzige Fragestellung, die bleibt, ist die des Beinwinkels der optimalen Leistungsentfaltung. Und da schneiden lange Kurbeln schlechter ab, weil das Bein "oben" stärker angewinkelt und unten stärker gestreckt wird; die Unterschiede nehmen zu und damit ist man die meiste Zeit weiter vom optimalen Winkel entfernt.

Siehe auch http://rennerei.blogspot.com/2010/10/kurbellange.html .