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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlauchreifen beim Zentrieren demontieren?



pirat
18.08.2011, 19:29
Hallo,

kurze Frage, muss bzw. soll beim Zentrieren einer Schlauchreifenfelge auch der Reifen abgenommen werden? Beim Zentrieren von „normalen“ Laufradsätzen mit Draht- bzw. Faltreifen sollen die ja demontiert werden, ist dies bei Schlauchreifen auch der Fall.
Bin mir nicht ganz sicher, aber ich würde behaupten der kann ruhig auf der Felge kleben bleiben.

dom_one
18.08.2011, 19:31
kommt einfach nur darauf an ob die Nippel Innen oder Außen liegen...;)

fastbikinglady
18.08.2011, 20:32
Bei meiner Carbonfelge musste ich den Schlauchreifen runter machen... ich glaub die meisten (Hochprofil)Carbonfelgen haben innenliegende Nippel wegen der Aerodynamik. Da brauchst du auch ein spezielles Werkzeug.
Bei meiner Mavic Reflex Felge sind es normale außenliegende Nippel.

vorTrieB
18.08.2011, 21:22
Wenn's geht, ist Zentrieren mit Reifen & so viel Luft drin wie möglich günstig, um eine möglichst hohe Vorspannung der Speichen zu erreichen. 10 oder gar noch mehr Bar, die von außen auf die Felge drücken, machen schon was aus...

pirat
18.08.2011, 22:13
Danke für die Tipps, sind außenliegende Nippel.

schnellerpfeil
19.08.2011, 00:14
Wenn's geht, ist Zentrieren mit Reifen & so viel Luft drin wie möglich günstig, um eine möglichst hohe Vorspannung der Speichen zu erreichen. 10 oder gar noch mehr Bar, die von außen auf die Felge drücken, machen schon was aus...

Hi,

dann bist Du aber fern ab jeglicher Gewährleistung und setzt die Lebensdauer der Felge drastisch herab. Die Herstellerangaben bezüglich der max. Speichenvorspannung beziehen sich auf den Wert der ohne Reifen erreicht werden darf. Du hast schon recht, das 10Bar ne Menge ausmachen. Mit Deiner Methode wird dieser max.-Wert heftig übertroffen. Und vor so einem Humbug muss dringend abgeraten werden.

Grüße
Thomas

dual
19.08.2011, 08:13
Hallo,

kurze Frage, muss bzw. soll beim Zentrieren einer Schlauchreifenfelge auch der Reifen abgenommen werden? Beim Zentrieren von „normalen“ Laufradsätzen mit Draht- bzw. Faltreifen sollen die ja demontiert werden, ist dies bei Schlauchreifen auch der Fall.
Bin mir nicht ganz sicher, aber ich würde behaupten der kann ruhig auf der Felge kleben bleiben.

Beim Drahtreifen übt der aufgepumpte Schlauch Druck auf die Felge aus, deswegen sollte er vor dem Zentrieren entfernt werden. Beim Schlauchreifen übt der Schlauch keinen Druck auf die Felge aus, kann also von daher auf dem Laufrad bleiben. Aber: Eine genaue Prüfung auf Höhenschläge geht nur mit demontierten Reifen.

schnellerpfeil
19.08.2011, 08:32
Hi,

beim Drahtreifen werden die Felgenhörner gespreizt. Beim Schlauchreifen passiert das nicht. Verschnürt wird die Felge bei beiden Reifenarten trotzdem.

Grüße
Thomas

bergschnecke
19.08.2011, 09:11
Hi,

dann bist Du aber fern ab jeglicher Gewährleistung und setzt die Lebensdauer der Felge drastisch herab. Die Herstellerangaben bezüglich der max. Speichenvorspannung beziehen sich auf den Wert der ohne Reifen erreicht werden darf. Du hast schon recht, das 10Bar ne Menge ausmachen. Mit Deiner Methode wird dieser max.-Wert heftig übertroffen. Und vor so einem Humbug muss dringend abgeraten werden.

Grüße
Thomas

Da komme ich nicht ganz mit.
Sobald der Schlauchreifen aufgepumpt wird erzeugt er eine Kraft die radial Richtung Nabe auf die Felge wirkt. Da dies vollumfänglich geschiet, wird die Felge zusammengedrückt und der Umfang verkleinert. Somit reduziert sich der ERD und die Speichen werden entlastet.
Wenn man nun das Laufrad mit aufgepumptem Reifen zentriert und dabei bis zur maximal zulässigen Speichenspannung spannt, kann eine Erhöhung dieser nur durch Entlastung des Reifendrucks geschehen. Da aber in der Regel nicht mit paltten Reifen gefahren wird, sehe ich das als eher unkritisch.
Gruß bergschnecke

dual
19.08.2011, 09:24
Hi,

Verschnürt wird die Felge bei beiden Reifenarten trotzdem.




Sobald der Schlauchreifen aufgepumpt wird erzeugt er eine Kraft die radial Richtung Nabe auf die Felge wirkt. Da dies vollumfänglich geschiet, wird die Felge zusammengedrückt und der Umfang verkleinert.

Jein. Durch das Aufpumpen fügt der Reifen sich zwar mehr oder minder stramm an die Felge. Die Kraft, die er dabei auf die Felge ausübt, wird aber zu gering sein, um diese zu verformen. Der Druck des Schlauches wird komplett vom nichtelastischen Mantel aufgenommen und wirkt nicht auf die Felge. Man kann z.B. einen vollaufgepumten, nichtgeklebten Schlauchreifen relativ mühelos seitlich von der Felge drücken. Sässe der SR "mit Druck" auf der Felge, wäre das nicht ohne Weiteres möglich.

bergschnecke
19.08.2011, 09:42
Jein. Durch das Aufpumpen fügt der Reifen sich zwar mehr oder minder stramm an die Felge. Die Kraft, die er dabei auf die Felge ausübt, wird aber zu gering sein, um diese zu verformen. Der Druck des Schlauches wird komplett vom nichtelastischen Mantel aufgenommen und wirkt nicht auf die Felge. Man kann z.B. einen vollaufgepumten, nichtgeklebten Schlauchreifen relativ mühelos seitlich von der Felge drücken. Sässe der SR "mit Druck" auf der Felge, wäre das nicht ohne Weiteres möglich.

Hallo, ich weiß ja nicht wie stark du bist, aber ich habe bei einem nicht geklebten, voll aufgepumpten Reifen massive Schwierigkeiten ihn mit den Daumen seitlich von der Felge zu drücken. Und ich würde mich nicht als "Schwächling" bezeichnen.
Wenn du die Möglichkeit hast die Speichenspannung eines Laufrades mit aufgeklebtem Reifen zu messen, dann nutze dies und vergleiche die Spannung in drucklosem und aufgepumptem Zustand. Du wirst einen Unterschied feststellen!
Gruß Armin

Bleiente
19.08.2011, 10:15
Ich kann Armin nur zustimmen. Mein Conti GP4000SR sitzt auf meinen Lightweights bombenfest, wenn er nicht geklebt, aber auf 10 bar aufgepumpt ist. Ich würde zwar keine längere Ausfahrt wagen, aber von Hand lässt er sich niemals demontieren.

Die Reduzierung der Speichenspannung durch aufgepumpte Schlauchreifen würde ich aber auch vernachlässigen. Der Wert liegt im Bereich weniger Newton.

Bei Bodenunebenheiten oder Schlaglöchern ist die Änderung der Speichenspannung ein vielfaches höher im Bereich von mehreren 100 bis 1000 N. Sie schlägt sowohl, nach oben, als auch nach unten aus. So geht bei Schlaglöchern die Speichenspannung sehr häufig auf 0 zurück. Damit hatten z. B. die Mavic R SYS ein Problem, welche in so einem Fall teilweise komplett kollabiert sind.

Jürgen

Titan
19.08.2011, 10:41
Wie kannst du den Hoehenschlag kontrollieren wenn der Reifen noch drauf ist?

vorTrieB
19.08.2011, 10:43
(...) vor so einem Humbug muss dringend abgeraten werden (...)

Klar: Wenn Du mit exakt gemessener Speichenspannung & verlässlichen Herstellervorgaben arbeitest, wird Dir die Vorspannung beim Zentrieren unter Druck zu hoch geraten. Das gibts hier aber nicht so häufig. Für das Einspeichen zuhause nach Gefühl ist zu empfehlen: Einspeichen, zentrieren, Reifen & Druck drauf machen und dann noch etwa eine viertel Umdrehung je Speiche nachspannen. Bei mir hat sich das so bewährt. Erfahrungsgemäß gilt: Zu wenig Vorspannung ist häufiger & das größere Problem.

Abgesehen davon: Mit der Garantie auf Speichen-, Felgen- oder Nabenflanschausrisse bei selbstgebauten Rädern wird's völlig unabhängig davon, wie Du gebaut hast, immer Schwierigkeiten geben

dual
19.08.2011, 10:46
Gut, manche Reifen, Conti z.B., sitzen strammer, Andere lockerer. Gut vorgedehnte Veloflex drückt man selbst mit >10 bar noch easy von der Felge.

Wie auch immer: Der Unterschied zwischen der "Kraft", die ein (stramm sitzender) SR in aufgepumptem Zustand möglicherweise auf die Felge ausübt, und einem nichtummantelten Schlauch beträgt Welten. Im letzteren Fall reden wir bei 8 bar immerhin von 80 N/cm².

schnellerpfeil
19.08.2011, 11:42
Die Reduzierung der Speichenspannung durch aufgepumpte Schlauchreifen würde ich aber auch vernachlässigen. Der Wert liegt im Bereich weniger Newton.


Jürgen

Mit Schlauchreifen werde ich das bei nächster Gelegenheit mal nachmessen.
Aktuell gemessen bei einer ZTR Flow und 2bar Druck reduziert sich die Speichenvorspannung um ca. 8%. Ich finde das nicht sooo wenig.

Grüße
Thomas