PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Technik-Sinnkrise



Dramato
04.03.2012, 14:23
Rennrad fahren ist für mich durchaus die Kombination aus Technik-Affinität und Sport. Dazu rauskommen aus der Stadt, Natur, Jahreszeiten, auspowern, Birne durchpusten...

Aber all die Technik-Neuerungen, egal ob 11-fach, elektronische Schaltung oder Scheibenbremsen, wecken bei mir überhaupt keine Begierden. Noch nicht einmal Lust. Selbst Carbon-Felgen machen mich nicht an.

Ich kann mir nicht einmal vorstellen, daß das noch kommen wird.

Kommt jetzt also die Zeit, um mir einen normalen Vamoots-Rahmen zu kaufen, oder auch einen Mootour, eine 7800er Gruppe dran zu montieren, o.k. vielleicht die 7900er, und damit ist es gut für die nächsten Jahrzehnte?
Wenn sich in den nächsten Jahren dazu noch die Kassettenbreite ändern sollte, dann irgendwann noch zwei Sätze Chris King Naben ergattern, vielleicht einen Cosmic-Carbon Laufradsatz für 10 Mal im Jahr, und gut ist es?

Wird man so zum Retro-Fahrer?

Liegt es daran, daß ich jetzt auf die 40 zugehe?

Oder daran, daß ich gegenwärtig im Flachland wohne? Mit einer 12-23 Kasette schalte ich höchstens zweimal die Woche (ungefähr 200 km) aufs kleine Blatt?

Oder ist mein Vorstellungsvermögen einfach gerade zu beschränkt?

Gibt es noch mehr Fahrer, denen es im Augenblick (extrem) so geht?

Und: Wie sind die Erfahrungen von den alten Hasen, die damals keine Lust auf die Weiterentwicklungen hatten?

Da bin ich mal gespannt. Auf Eure Antworten, und darauf, wie ich wohl in 20 Jahren dasitze, wenn ich wieder mal über diesen Thread stolpern werde. :D

PAYE
04.03.2012, 14:34
Wenn der persönliche Leistungszenit bereits überschritten wurde, so stellt sich zwangsläufig die Frage, was danach noch "kommen" soll?

a) technische Spielereien?
b) größere Genügsamkeit beim "Material"?

Schneller werden die alten Herren trotz neuer Räder meistens nicht mehr ... ;)


Ich habe mir gerade mein Dritt-Rennrad technisch wieder etwas aktualisiert, d.h. an einen 10 Jahre alten vorhandenen Rahmen aktuelle Komponenten geschraubt. Damit sollten die nächsten 10 Jahre problemlos zu bestreiten sein. Meine 3 Rennräder sind nun zueinander voll kompatibel, alles ist untereinander tauschbar.

Elektrische Schaltung, Hydraulikbremsen am RR etc. überlasse ich gerne anderen.
Titan juckt mich aber ebenso wenig wie Retrozeug und Unterrohrhebel. Alter muss nicht zwingend zum Klassiker verleiten.

el_tribun
04.03.2012, 14:35
ich denke, mit 40 hat das nix zu tun, da fangen die meisten erst an durchzudrehen und fahren highend vom feinsten!

scheibenbremsen od. hydraulik jucken mich auch nicht, Carbon LRS find ich geil, aber zu teuer, da der Nutzen überwertet ist im amateurbereich,

ne Dura ace 7800 od. 7900 KANN man sicher den Rest seines Lebens fahren, weils einfach gut ist,

denke nicht, dass Du damit zum Retro-aktivisten mutierst!

wenn ich das dreifache verdienen würde wie jetzt, würden die 2/3 sicher in Material und Trainingslager wandern, da bin ich sicher!

habe mir übrigens gerade eine Strassenrenner aufgebaut, komplett, obwohl es erst nur ein neuer Rahmen werden sollte, und ein Tria-Rad baue ich auch noch auf, also somit drehe ich auch eher am rad als ruhier zu werden!

le_routinier
04.03.2012, 14:40
Wenn der persönliche Leistungszenit bereits überschritten wurde, so stellt sich zwangsläufig die Frage, was danach noch "kommen" soll?

...

Schneller werden die alten Herren trotz neuer Räder meistens nicht mehr ... ;)

...



vooorsicht, vorsicht ...

gaaanz dünnes eis !

PAYE
04.03.2012, 14:42
vooorsicht, vorsicht ...

gaaanz dünnes eis !

Eigene Erfahrung mit bald 50 Lenzen.
Wer andere Erfahrungen gemacht hat darf diese gerne vorbringen. :Angel:

Clouseau
04.03.2012, 14:45
Wird man so zum Retro-Fahrer?


Vermute eher du hast die immer kürzeren Abstände zwischen den "Innovatitionen" und dem marktschreierischen Gehabe der ganzen Marken satt. :)

i-flow
04.03.2012, 14:57
(...) Aber all die Technik-Neuerungen, egal ob 11-fach, elektronische Schaltung oder Scheibenbremsen, wecken bei mir überhaupt keine Begierden. Noch nicht einmal Lust. Selbst Carbon-Felgen machen mich nicht an. (...)
+1

Das weitaus allermeiste von dem, was neu rauskommt, ist total unnuetz. Es gibt aber wohl genug *******, die das wollen bzw. die es sich zumindest aufschwatzen lassen.
Ist wie beim Auto mit der Klimaanlage, die braucht auch keine Sau in einem Land, wo es in gefuehlt 80% der Naechte Frost gibt, trotzdem gibts keine Autos mehr ohne.

Bei mir bleibt es bei achtfach. Die meisten Kilometer fahre ich sowieso mit den SSP-Raedern und dem einen Dreigang-MTB.

Aergerlich finde ich, dass gleichzeitig sinnvolle und notwendige Sachen fehlen. Feststellbremse -> Fehlanzeige. In der Schatzkiste hab ich gepostet, wie man sich eine selbst konfigurieren kann, wenn man Campa Hebel mit Shimano Bremsen kombiniert. Oder eine elektronische 'Klingel': Ein kleiner Knotzen zur Befestigung am Lenker, oben Solarzelle, das Trum selber als ein grosser Taster ausgefuehrt, innendrin ein Kondensator wie in den Standruecklichtern und ein Soundchip. Tageslicht fuellt den Kondensator, beim Druck auf den Taster entlaedt sich derselbe mit infernalischem Laerm ueber den Soundchip. Davon wuerde ich sofort zehn Stueck kaufen, bin nur noch am Ueberlegen, ob ich die Soundversion '3er BMW tiefer, sehr breit' oder 'zwei Dampfloks BR44 mit 2000 Tonnen Zug auf der schiefen Ebene im Anstieg' waehlen wuerde ... Oder vll 'Tiger, der seit drei Tagen nix gefressen hat' :icon_mrgr

Aber auch hier die Analogie zum Auto - Kaum eines hat eine Standheizung, die man bei 80% der Fruehstarts braeuchte ...

LG ... Wolfi ;)

UK_Uli
04.03.2012, 15:02
Ich denke bei mir Campa 10-fach reicht - wenn ich daran was ändere müsste ich das bei meinen 3 Rädern die damit ausgestattet sind ändern. Ich kann Laufräder etc untereinander auswechseln... das ist mir wichtig

nafetsgurk
04.03.2012, 15:37
Vermute eher du hast die immer kürzeren Abstände zwischen den "Innovatitionen" und dem marktschreierischen Gehabe der ganzen Marken satt. :)

das triffts m.mn. nach am besten + gilt defintiv auch für viele bereiche unserer sich immer schneller drehenden, vom grenzenlosen wachstum ausser kurs gebrachten gesellschaft...:(

Machiavelli
04.03.2012, 15:46
Die Ursache hierfür ist, dass du (un)bewußt festgestellt hast, zu viel Zeit in einem Forum verschwendet zu haben.
Einem Forum in dem alles kaputt geredet wird, jede noch so kleine Schraube diskutiert wird und das immer wieder.

... und täglich grüßt das Murmeltier.

da du das erkannt hast, darfst du das nicht negativieren... von wegen Krise!

du bist geheilt!

Hans_Beimer
04.03.2012, 16:24
Rennräder sind seit 20 Jahren perfekt, MTBs seit 10. Und wenn ich heute ein Traumrad aus älteren Jahrgängen Neu oder kaum benutzt für einen Appel und ein Ei bekomme, warum sollte ich für aktuelles Material utopische Preise bezahlen. Sowas ist einfach vernünftig und hat mit Retro, Klassik nichts zu tun.

855
04.03.2012, 17:09
schönes Thema!
und schön zu merken, man ist nicht allein. ich werde ebenfalls in wenigen Wochen 40, aber ich glaube, daran liegt es nicht ;)

irgendwann weiß man einfach, was man braucht und was nicht. und gewisse Sachen kann man sich einfach sparen am Renner, für mich sind das z.B. Hydro, Elektro und Scheibe.
Carbon-Laufräder reizen mich, ich lasse aber die Finger davon.
für mich stehen neben schönen Material (auch ich bin ein großer Moots-Freund) die Erholung, sportliche Ertüchtigung, Natur, Touren mit Freunden und das Auspowern nebst Kopf freibekommen im Vordergrund.
Leistungsdaten, Wattmesser, Laktat- und Pulsdiskussionen können mich mal.

Retro ist man deswegen lange nicht. man sollte auch weiterhin frisch im Kopf bleiben und die Augen offen halten. es gibt auch heute noch gute, neue Dinge. für mich sind das z.B. Sram´s DT-Shifter. simpel und clever!

am Ende ist es eh meist egal, auf welchem Material man sitzt. ab und zu mal ssp fahren hilft da ungemein :D

niconj
04.03.2012, 17:23
Ich bin da eher auf der anderen Seite. Mich reizen die Sachen schon und wenn ich das Geld hätte, dann wäre das schon längst alles meins. :)

Ich bin aber auch irgendwie mehr am Schrauben von Rädern als am tatsächlichem Fahren. Bin halt eher der Technik Freak, der weniger mit dem Rad unterwegs ist. Ich habe ja auch erst mit 29 mit dem RR Fahren angefangen und bin durchs "Ach da bau ich mal ein RR auf" dazu gekommen.

Nico.

btw.: Ich fahr auch gern retro und fixie. Mich begeistert auch die alte Technik. Mein Surly z.B. habe ich explizit mit Rahmenschalthebeln aufgebaut. Das lag nicht daran, dass das Geld für STIs nicht da war.

Amigo123
04.03.2012, 17:39
Mir geht es ähnlich, wie dem TE.

Mein Geschmack scheint seit etwas über zehn Jahren eingefrohren zu sein.

Das gilt sowohl für das technische, wie auch für alles optische.

Alu, STI, Shimano 9fach, Schlanke Rohre.


Obwohl ich mir aus OPTIK überhaupt nichts mache, mag ich die ganzen Freien/Modernen Formen überhaupt nicht.

Es ist natürlich angenehm, wenn man sich nicht bei seiner Brägel-Gemeinde rechtfertigen muss. Dadurch wird man richtig frei. Man kann irgendwas gebrauchtes anschaffen.


Ich finde diese Entwicklung ziemlich gut. Leider findet man oft nicht so einfach etwas nach dem eigenen Geschmack (blöde Langbeiner-Geometrie)

Gilgamesch
04.03.2012, 17:41
Ob man zwangsläufig zum Retro-Fan wird, weiß ich nicht. Ich habe die Entwicklung der letzten mind. 15 Jahre an mir vorbeiziehen lassen, weil mich die Häßlichkeit moderner Komponenten abstößt.
Ist sicherlich Geschmacksache, aber mir gefällt der kotzschwarze Kohle-Look ebensowenig wie die immer futuristischeren Designs moderner Teile.
Und die Sinnhaftigleit der technischen Entwicklungen - darüber darf jeder selbst entscheiden.
Für Rennfahrer mögen sie noch Sinn machen, aber für mich als Breitensportler brauche ich das alles nicht.
Fahre immer noch 7-fach Uniglide-Kränze, die ich noch zuhauf auf Lager liegen hab. Lediglich die (Rohloff)-Ketten gehen mir aus. Werde dann mal Wippermann versuchen. Auch schmale Reifen gibt es kaum noch; 20er Conti nur noch in komplett schwarz. Würg....
Die Kränze halten recht lange und lassen sich nachher noch umdrehen; bei 7-fach auf 130mm-Achse ist das Hinterrad sehr symmetrisch. Speichenbrüche kenne ich nicht.
Auch mein "Pöppes" bevorzugt einen bleischweren und aitiquierten Brooks-Ledersattel.
Wenn ich mir zudem die astronomischen Preise für moderne Teile ansehe, die oftmals in Sachen Qualität und/oder Langlebigkeit Eintagsfliegen sind, ist mir mein Geld dafür auch zu schade.

Altmodisch? Konservativ? Spleenig? Mir egal. Ich hab Freude daran, und das ist ausschlaggebend.

medias
04.03.2012, 17:45
Reifen mit 20mm sind zu Recht ausgestorben.

Gilgamesch
04.03.2012, 18:10
Reifen mit 20mm sind zu Recht ausgestorben.

Macht wenig Sinn, an dieser Stelle darüber zu diskutieren.
Aber je schmaler ein Reifen, desto höher der mögliche Luftdruck. Und damit laufen die ebenso leicht wie breite Schlappen, sind resistenter gegen Durchschläge und - weil schmaler und weniger Materialeinsatz nötig - leichter.
Die Laborwerte der tour lassen mich dabei kalt, die sind reine Theorie.
Flache, klassische felgen bieten selbst mit Schmalreifen und hohem Druck weit mehr Komfort.
Jedem das seine....

medias
04.03.2012, 18:16
Natürlich, genau. Deswegen werden sie nicht mehr hergestellt.

PAYE
04.03.2012, 18:23
...

Aergerlich finde ich, dass gleichzeitig sinnvolle und notwendige Sachen fehlen. Feststellbremse -> Fehlanzeige. ...

Bei Shimano RR-Bremsen ist das eigentlich keine Affäre:
du stellst die Bremsen so eng ein, dass sie bei offenem Exzenter richtig bremsen. Bei geschlossenem Exzenter hast du deine Feststellbremse, die auch [dumme] Diebe abschrecken kann.
Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen das Laufrad aus dem Rahmen muss kannst du dies durch die Verstellschraube an der Bremse justieren, ohne Luft ablassen zu müssen.

Vermutlich hast du das aber alles eh selbst gewusst ... ;)

Herr Sondermann
04.03.2012, 18:23
Hm...bin da sehr gespalten.

DI2, Hydraulische Scheibe, 700g Rahmen...alles schön und gut.

Aber ich merke, dass mich das nach wie vor alles interessiert aber nicht reizt im Sinne von "das hätte ich gerne!".
Null.

Ich schätze, dass ich die nächsten Jahre wohl auf dem Stand von heute verharren werde:
Dünne Carbonrohre am Rahmen, wahlweise Stahl, Campa 10 fach in allen Variationen. Alufelgen an den Laufrädern.
Fertig.

Schnecke
04.03.2012, 18:27
Ich dachte schon ich bin der einzige. Eines vorneweg: Ich kann mir nichts schoeneres vorstellen als mich ca. 2/3 meiner Freizeit mit Radfahren zu beschaeftigen, entweder beim Fahren, Schrauben, oder drueber reden. Da ich knapp 2 Jahre darauf verzichten musste aufgrund von Umzug, Berufseinstieg etc. hab ich das erst wieder richtig zu schaetzen gelernt. Bis vor kurzem haette ich zu der Liste oben noch "mich ueber neue Teile informieren" hinzugefuegt, aber die momentane Entwicklung finde ich grauenhaft. An die elektronische Schaltung hab ich mich mittlerweile gewoehnt auch wenn sie mir nicht ans Rad kommt, aber Scheibenbremsen etc. da werde ich mich am Rennrad nicht dran gewoehnen koennen. Dazuhin noch Rahmen die haesslicher werden und so teuer wie vor 10 Jahren ein kompletter Nachbau einer Profi-Rads. Ich hab mir vor kurzem (m)ein (Traum)Rad aufgebaut, das ich wohl laenger als die ueblichen 4 bis 5 Jahre fahren werde und zwar so lange bis sich der Markt beruhigt hat und hoffe darauf, dass sich ein Grossteil der Dinge nicht durchsetzen wird, (wie z.B. Scheibenbremsen bzw. dass normale Bremsen weiterhin angeboten werden). Und wenn das nichts wird, dann werd ich mir danach ein letztes Rad zulegen bei dem ich nicht auf den Preis schauen werde (d.h. massgefertigter Titanrahmen, mechanische Topgruppe und Felgenbremsen)

chriz
04.03.2012, 18:28
Macht wenig Sinn, an dieser Stelle darüber zu diskutieren.
Aber je schmaler ein Reifen, desto höher der mögliche Luftdruck. Und damit laufen die ebenso leicht wie breite Schlappen, sind resistenter gegen Durchschläge und - weil schmaler und weniger Materialeinsatz nötig - leichter.
Die Laborwerte der tour lassen mich dabei kalt, die sind reine Theorie.
Flache, klassische felgen bieten selbst mit Schmalreifen und hohem Druck weit mehr Komfort.
Jedem das seine....

:nonono:

Ianus
04.03.2012, 19:12
Rennrad fahren ist für mich durchaus die Kombination aus Technik-Affinität und Sport. Dazu rauskommen aus der Stadt, Natur, Jahreszeiten, auspowern, Birne durchpusten...

Aber all die Technik-Neuerungen, egal ob 11-fach, elektronische Schaltung oder Scheibenbremsen, wecken bei mir überhaupt keine Begierden. Noch nicht einmal Lust. Selbst Carbon-Felgen machen mich nicht an.

Ich kann mir nicht einmal vorstellen, daß das noch kommen wird.

:Applaus::Applaus:

Geht mir genauso..... die Radtechnik wird mir mittlerweile zu komplex. Auch wenn die modernen Rahmen, Fahrwerke und die leichter werdenden Komponenten immer mehr möglich machen, für mich definiert sich ein Fahrrad auch durch überschaubare Technik und geringen Wartungsaufwand. Mittlerweile hat sich bei mir auch der Spaß an meinen Disc-Crossern merklich eingetrübt... weiss nicht wieso, aber momentan ist der Anreiz die Teile zu fahren sehr gering.


Wird man so zum Retro-Fahrer?



Zumindest ich habe das auf diese Weise kompensiert und nicht bereut. Übrigens, wer denkt mit alten Rädern wird das Hobby finanzierbarer, der irrt gewaltig.

i-flow
04.03.2012, 19:48
Ich bin da eher auf der anderen Seite. Mich reizen die Sachen schon (...)
Du bist ja noch jung :D :icon_mrgr

(...) Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen das Laufrad aus dem Rahmen muss (...)
OT, aber dennoch: Genau das ist bei mir wg. haeufiger Bahn- und gelegentlicher Autotransporte eben nicht 'selten' ... ;)

LG ... Wolfi :icon_mrgr

Gilgamesch
04.03.2012, 20:00
Übrigens, wer denkt mit alten Rädern wird das Hobby finanzierbarer, der irrt gewaltig.

"Jein".
Bei mir haben die alten Sachen eine beachtliche Lebensdauer. Gute Pflege vorausgesetzt.
Und mit etwas Fingerspitzengefühl macht man bei ebay so manches Schnäppchen.
Hab vorhin 2 flache Campagnolo Omega hardox Felgen (NOS!) abgeschossen; mit 75 Euro noch recht günstig und heute fast nicht mehr zu bekommen. Und ich muß keine Teile prophylaktisch austauschen, weil nach einiger Zeit das Bruchrisiko durch Materialermüdung zu hoch wird.
Mein Brooks-Sattel hat rund 20 Jahre auf dem Buckel und hält noch....

Ianus
04.03.2012, 20:24
Ich bin da eher auf der anderen Seite. Mich reizen die Sachen schon und wenn ich das Geld hätte, dann wäre das schon längst alles meins. :)



http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?248466-Klemmspuren-Vorbau-am-Carbonlenker


Und wenn dann sowas bei rauskommt. Wenn das 'Schadensbild', so wie es sich ja darstellt, durchaus normal ist dann lange ich mir da an den Kopf. Mit so einem Scheiss oder gar Drehmomentschlüsseln muss ich mich an den alten Rädern nicht rumärgern.

Mountidiedreiundzwanzigste
04.03.2012, 20:32
Liegt wohl am Alter, geht mir genauso. Vamoots hab ich seit 8 Jahren, wird gerade restauriert und dann hab ich wieder 8 Jahre Ruhe. Campa 10-fach gefällt mir persönlich auch wesentlich besser als die 11-fach. Irgendwann ist auch mal wieder ne neue Gruppe fällig, mal sehen wie die DA 11-fach wird, ansonsten wird's wieder ne Campa 10-fach. Das einzige was mich noch juckt ist ein Laufradsatz mit der ZTR Alpha, da werde ich dieses Jahr wohl noch schwach.

Herr Sondermann
04.03.2012, 20:39
http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?248466-Klemmspuren-Vorbau-am-Carbonlenker


Und wenn dann sowas bei rauskommt. Wenn das 'Schadensbild', so wie es sich ja darstellt, durchaus normal ist dann lange ich mir da an den Kopf. Mit so einem Scheiss oder gar Drehmomentschlüsseln muss ich mich an den alten Rädern nicht rumärgern.
Ich hatte vorhin kurz überlegt, ob ich meinen eigenen Beitrag in dem von dir verlinkten Thread hier ebenfalls reinbringen soll. Hat sich ja jetzt erledigt. :D

Das ist für mich auch so ein Beispiel des Unsinns am Rad.
Ich habe immerhin draus gelernt.

Auf die Fahreigenschaften meiner beiden älteren Time (VX Pro und VXRS) wollte ich allerdings nicht mehr verzichten wollen.
Bin in Stahl oder Alu noch nichts Vergleichbares, geschweige denn Besseres gefahren. :ü

Bursar
04.03.2012, 20:45
Hab vorhin 2 flache Campagnolo Omega hardox Felgen (NOS!) abgeschossen; mit 75 Euro noch recht günstig und heute fast nicht mehr zu bekommen.Ich würde dafür auch nicht mehr zahlen als den heute üblichen Preis für diese Art Felgen.
Sie sind nicht besser oder halten länger als einige aktuelle Felgen.



Und ich muß keine Teile prophylaktisch austauschen, weil nach einiger Zeit das Bruchrisiko durch Materialermüdung zu hoch wird.
Das Bruchrisiko durch Materialermüdung ist bei klassischen Teilen genauso vorhanden, vorausgesetzt, dein Klassikrenner steht nicht nur zur Ansicht rum.

Dramato
04.03.2012, 20:45
ZTR Alpha Felgen werde ich mir wahrscheinlich bei Gelegenheit auch holen. Erstmal sind meine Chris King Open Pro Ceramic Laufräder noch neu.
An Neuerungen im Licht-, Reifen-, Navigations-Bereich usw. bin ich natürlich weiterhin interessiert. Da fallen mir sicher noch mehr Bereiche ein.
Auch Q-Rings kann ich mir vorstellen...
Wenn was spannendes auf den Markt kommt, dann gibt es das sicher auch für mich.

Mein Ziel ist es ja nicht, in 40 Jahren ein Schweinegeld für den 2010er Rose Katalog zu zahlen.

Oliver73
04.03.2012, 21:04
Der neue Rose müsste eigentlich auch bald mal wieder aufschlagen:hmm:

Ansonsten:

Meine Lust auf Technik wird meistens durch den Geldbeutel beschränkt. Aber selbst wenn, ich schaue mir den ganzen neuen Kram interessiert an, gefällt mir auch hier und da recht gut.

Nur, fahre ich damit besser? Auch ein Rad, vollgestopft mit neuer Technologie und trotzdem halb so schwer wie das was ich fahre, kann ich nur von a nach b bewegen.

Und für diesen Zweck reicht mir das was ich habe, meistens zumindest. Ich kann alles noch selber machen:D

Und günstig ist das ganze obendrein, neue Reifen, neue Schläuche, hier und da eine Kette und ab und an mal abstauben. Der Rest ist einfach nur fahren, fahren, fahren.:)

Das macht mich hoffentlich nicht zu einem schlechten Menschen:D

LanceARoute
04.03.2012, 21:23
Als Dino von fast 62 Lenzen hab´ich einige Phasen zwangsweise mitmachen dürfen: mein erstes Rad hatte noch Körbchenpedale, an die Biopace-Diskussion erinnere ich mich noch mit Grausen.:D Früher war nicht alles besser, auch wenn die Veteranen gern vom Krieg erzählen. Ich möchte nicht verzichten auf Schalten vom Lenker aus,
25mm-Puschen find ich toll, Compakt-Kettenblätter hab`ich verinnerlicht. Meine Räder heute kaufe ich nicht zum Schrauben (auch wenn ich das beherrsche), mir ist die Zeit dazu einfach zu schade, ich will fahren und nur fahren.
Deshalb sind die Hobel auch alle nur zweckmäßig ( wobei mir ein optisch schiaches Rad nicht in den Keller kommt).
Schaltung beschränkt sich deshalb auf Ultegra oder Athena ( gut, robust und bezahlbar), das Rahmenmaterial ist überwiegend Alu, was meinen Erinnerungen aus der Wettkampfzeit geschuldet ist: wenn in der Wechselzone was umgefallen ist, hatten die Coladosen den geringsten Schaden, und 7,5 Kilo geht auch mit Alu (hab ich dann Systemgewicht von 72 kg).
Ich könnt`s mir ja leisten, aber ich weiss nicht, warum ich mit Di2, einem gerade noch alltagstauglichen 5,5kg Carbonrenner zufriedener sein sollte.
Das heisst ja nicht, dass ich mir nicht gerne Sahnestücke in der Bike-Galerie anschaue. Auch der Skoda Suberb-Fahrer hält es mit Ferraris genau so.:D

grumbledook
04.03.2012, 21:26
Liegt wohl am Alter, geht mir genauso. Vamoots hab ich seit 8 Jahren, wird gerade restauriert und dann hab ich wieder 8 Jahre Ruhe. Campa 10-fach gefällt mir persönlich auch wesentlich besser als die 11-fach. Irgendwann ist auch mal wieder ne neue Gruppe fällig, mal sehen wie die DA 11-fach wird, ansonsten wird's wieder ne Campa 10-fach. Das einzige was mich noch juckt ist ein Laufradsatz mit der ZTR Alpha, da werde ich dieses Jahr wohl noch schwach.

OMG, Shimano 11fach? Dann muss ich mich ja für den Rest meines Lebens mit 10fach Ersatzteilen eindecken,
... oder auf Singlespeed wechseln. Bin leider überhaupt nicht im Bild. Soll die 11fach mit den aktuellen Naben kompatibel sein?

Bursar
04.03.2012, 21:37
In 10-15 Jahren wird es möglich sein, ein Riesengeschäft aufzuziehen mit haltbaren, gut gemachten Felgen (ohne Ösen, geschweißt, 3mm Boden), 8- und 9fach Gruppen und sauberen Aluminium Rahmen mit BSA oder ITA Standard, für nicht integrierte Steuersätze.

Mountidiedreiundzwanzigste
04.03.2012, 21:38
OMG, Shimano 11fach? Dann muss ich mich ja für den Rest meines Lebens mit 10fach Ersatzteilen eindecken,
... oder auf Singlespeed wechseln. Bin leider überhaupt nicht im Bild. Soll die 11fach mit den aktuellen Naben kompatibel sein?

Yepp, wird 11-fach, gibt schon einige Threads dazu. ;) Aber was soll es dir besser als mir gehen, ich muß mich bis ans Lebensende mit 9-fach MTB-Teilen eindecken...

Gilgamesch
04.03.2012, 22:08
Hab vorhin 2 flache Campagnolo Omega hardox Felgen (NOS!) abgeschossen; mit 75 Euro noch recht günstig und heute fast nicht mehr zu bekommen.
Ich würde dafür auch nicht mehr zahlen als den heute üblichen Preis für diese Art Felgen.
Sie sind nicht besser oder halten länger als einige aktuelle Felgen.
Mir kam es dabei in erster Linie auf die vertikale Elastizität an. Die ist mit hohen Aero-Felgen nicht zu vergleichen.




Und ich muß keine Teile prophylaktisch austauschen, weil nach einiger Zeit das Bruchrisiko durch Materialermüdung zu hoch wird.
Das Bruchrisiko durch Materialermüdung ist bei klassischen Teilen genauso vorhanden, vorausgesetzt, dein Klassikrenner steht nicht nur zur Ansicht rum.
Sicher, nichts hält ewig. Konstruktionstechnisch sind die älteren Teile aber nicht auf Teufel-komm-raus auf Minimalgewicht ausgelegt und sicherheitstechnisch weniger bedenklich.

campatobi
04.03.2012, 22:09
Mit meinen jungen 35 Jahren bin ich soweit, dass ich für mich Stahlrahmen + Campa Record 10fach ins kleinste Detail (außer die UT-Kurbeln...die gefallen mir nicht) entdeckt habe. Fahre damit für mich sehr gut und mir gefällts (z.B. die 11fach-Ergos sehen aus wie Kamel - oder Dromedarhügel). 11fach und das ganze Elektrogelumpe mit Akku und el- Motoren, bei denen man nicht wirklich mehr drinne steckt...gefällt mir nicht.

So ist mein Lager gut gefüllt mit der guten Campa Record Gruppe...sollte bis zum bitteren Ende reichen (denke so die 70-80ig werde ich noch auf dem Drahtesel rumreiten...:5bike::Bluesbrot!

Grüßli.

Tobi

F4B1
04.03.2012, 23:38
Mit meinen jungen 35 Jahren bin ich soweit, dass ich für mich Stahlrahmen + Campa Record 10fach ins kleinste Detail (außer die UT-Kurbeln...die gefallen mir nicht) entdeckt habe.
Ich fühl mich grad alt. Fahre mit 25 Jahren eigentlich nur noch Stahl. Bis auf den Crosser, der hat noch einen Alurahmen, Stahl aber geplant. Eine UT Kurbel ist aber doch verbaut worden, macht sich auch am Stahlrahmen mit Zona OS Rohren ganz gut.

Trotzdem, auch wenn ich nicht im Traum darauf käme darein zu investieren, finde ich die Carbon Leichtbauteile schon interessant. Elektrische Schaltung hab ich auch schon mal getestet, aber da mir das nix bringt auch kein Kaufplan.

Scheibenbremse am Crosser wird aber umgesetzt. Am MTB hab ich den direkten Vergleich zwischen Scheibe und V-Brake, hat mich überzeugt. Allerdings will ich auch da keine Hydraulik. Komme mit einer gut eingestellten Mechanischen wunderbar zurecht.

Technisch in meinen Augen sinnvolle Sachen kommen mir halt ans Rad (auch semi-integrierte Steuersätze an Geländerädern, egal ob Crosser oder MTB, wenig Dreck im Steuersatz), alles andere wird nicht angeschafft. Da bin ich ganz rational, die Zeit, die ich mit sinieren über irgendwelche Neuerungen verbringen könnte, verbring ich lieber auf Fahrrädern.

Clouseau
05.03.2012, 08:10
Mir kam es dabei in erster Linie auf die vertikale Elastizität an. Die ist mit hohen Aero-Felgen nicht zu vergleichen.


Sicher, nichts hält ewig. Konstruktionstechnisch sind die älteren Teile aber nicht auf Teufel-komm-raus auf Minimalgewicht ausgelegt und sicherheitstechnisch weniger bedenklich.

DAS würde ich so nicht unterschreiben.


grumbledook
05.03.2012, 08:36
Yepp, wird 11-fach, gibt schon einige Threads dazu. ;) Aber was soll es dir besser als mir gehen, ich muß mich bis ans Lebensende mit 9-fach MTB-Teilen eindecken...

Hab gerade das hier gefunden:
"- The cassette and freehub body are wider: 10-speed cassettes will work on 11-speed wheels (with a spacer), but not vice versa. Rear hub spacing remains 130mm."

Da ich auf meine geliebten Chris King Naben in den nächsten Jahr(zehnt)en nicht verzichten will, fällt
dieser 11fach Schnickschnack für mich aus. Es wird Zeit, dass die Konsumenten die
Hersteller durch bewusstes Kaufverhalten abstrafen. Denn eins ist sicher klar: länger
halten werden die 11fach Teile nicht. Shimano hat es ja nicht einmal fertig gebracht
wirklich haltbare 10fach Ketten zu produzieren. Da werde ich mich wohl auch für
viele Jahre mit Verschleissteilen eindecken müssen bzw. hoffen, dass Hersteller wie Marchiso
die Versorgung mit entsprechendem Material auf lange Sicht sicherstellen.


EDIT: Bleibt die Option von den 11er Kassetten ein Ritzel wegzulassen und mit einem entsprechenden Spacer
auf die "alte" 10x Nabe zu montieren. Aber eben: die 11fach Ketten werden sicher so katastrophal sein,
dass man wenigstens 3 pro Jahr auf der Strasse verheizt, vom Cross gar nicht zu reden.

götterbote
05.03.2012, 08:40
ich bleibe mit meinen zarten 40 auch eher ruhig, wenn diverse marketingabteilungen wieder ein neues wunderrad präsentieren. nicht dass mich neue technik (eps als stichwort) nicht reizen würde, aber bei mir zählt eher optik und preis. erst wenn die beiden faktoren passen, darf der stw-wert und ähnlicher blödsinn mitspielen. immerhin bin ich auch schon vor 20 jahren diverse alpenpässe rauf und runtergefahren, da hat nix geflattert (außer der windjacke) und die 2kg-laufräder hab ich auch raufgebracht.
ansonsten hab ich mich in den letzten jahren interessensmäßig vom leichtbau über stahlrahmen zu oldtimern und nun zum selberlöten entwickelt. wird interessant, was dann das nächste ist .....

lucabrasi
05.03.2012, 08:57
sehr schöner thread für fortschrittsverweigerer und selbsternannte stilisten.

aber es ist so wie bei der britischen queen:

warum in aller welt werden bei den royalen paraden kostüme und uniformen von 1863 (annahme) und nicht beispielsweise von 1923 oder gar von heute getragen???
bei karnevals- oder schützenvereinen verhält es sich ähnlich

irgendwer legt fest dass nach dem zeitpunkt xy sowieso nichts besseres mehr kommt.

also warum will man bei einem 10-fach ritzel stehenbleiben und nicht bei einem 5-fach ritzel?

zum leidwesen aller fortschrittszweifler muss allerdings erwähnt werden, dass sich die welt weiterdreht

gridno27
05.03.2012, 09:08
... mit was wir uns vor Jahren noch die Pässe raufgequält haben und danach runtergerauscht sind ... u.a. 200g leichte Schlauchreifenfelgen, Columbus Stahl Rahmen - alles das wäre nach heutigem Standard und Verständnis vermutlich .... l e b e n s g e f ä h r l i c h - quasi kurz vor der eigenen Vorsätzlichen Körperverletzung

sollten wir doch froh sein dass wir's überlebt haben. Aben nein - Spaß beiseite die Entwicklung der neuen Materialien und Technik hat schon seinen Sinn. Ich denke in einer Welt in der wir uns immer stärker die Technik und Elektronik zunutze machen, werden wir nicht umhin kommen gegenüber den neuen und noch kommenden Technologien mehr Aufgeschlossenheit zu zeigen da wir ansonsten schnell selbst zum "Alten Eisen" werden. Zudem hat dieser Aspekt mit diesen High-Tech-Materialien, die vor Jahren nur der Raum-und Luftfahrt sowie einigen ausgesuchten Profis vergönnt waren durchaus etwas faszinierendes.

Clouseau
05.03.2012, 09:09
sehr schöner thread für fortschrittsverweigerer und selbsternannte stilisten.

aber es ist so wie bei der britischen queen:

warum in aller welt werden bei den royalen paraden kostüme und uniformen von 1863 (annahme) und nicht beispielsweise von 1923 oder gar von heute getragen???
bei karnevals- oder schützenvereinen verhält es sich ähnlich

irgendwer legt fest dass nach dem zeitpunkt xy sowieso nichts besseres mehr kommt.

also warum will man bei einem 10-fach ritzel stehenbleiben und nicht bei einem 5-fach ritzel?

zum leidwesen aller fortschrittszweifler muss allerdings erwähnt werden, dass sich die welt weiterdreht

Es ist doch ähnlich wie bei der Mode. Die wenigsten wechseln ihre Gaderobe ständig nach den neusten Trends der Designer. Irgendwann hat man seinen "Stil" (oder auch nicht) der einem taugt. Das spricht aber nicht dagegen auch neues zu wagen.
Man muss einfach (aus)filtern, das ist ja Zweiradbereich recht einfach im Gegensatz zu anderen Bereich.

Genauso wenig ist man ein Fortschrittzweifler wenn man nicht jede Strömung mitmacht (genauso wenig wie die wenigsten ihre Gaderobe immer auf dem neusten Stand der Designer halten), aber du hast Recht die Grenze zwischen "ich habe meine Meinung" und "verbohrt" ist sehr schmal.

Gruß

C. <- der 10fach fährt, aber eben "nur" die 2te Reihe...

grumbledook
05.03.2012, 09:35
sehr schöner thread für fortschrittsverweigerer und selbsternannte stilisten.

aber es ist so wie bei der britischen queen:

warum in aller welt werden bei den royalen paraden kostüme und uniformen von 1863 (annahme) und nicht beispielsweise von 1923 oder gar von heute getragen???
bei karnevals- oder schützenvereinen verhält es sich ähnlich

irgendwer legt fest dass nach dem zeitpunkt xy sowieso nichts besseres mehr kommt.

also warum will man bei einem 10-fach ritzel stehenbleiben und nicht bei einem 5-fach ritzel?

zum leidwesen aller fortschrittszweifler muss allerdings erwähnt werden, dass sich die welt weiterdreht

Ich bin kein Fortschrittsverweigerer. Aber in dem Fall 11x habe ich die nicht ganz unbegründete Vermutung,
dass man in Sachen Zuverlässigkeit (wieder) erhebliche Abstriche wird machen müssen. Ich habe auch nur zu 10fach gewechselt, weil ich von den ja keinesfalls altmodischen SRAM DT Hebeln überzeugt bin. Ich habe mir zwei ziemlich wartungsfreie Räder aufgebaut, weil ich keine Lust und Zeit habe, ständig herumzuschrauben oder verschlissene Teile auszutauschen. Und mein "Konzept" ging bislang sehr gut auf, nicht zuletzt dank der haltbaren Wippermann Connex Ketten. (Sonst würde ich wahrscheinlich noch 9fach fahren.) Man muss also nicht jeden Trend mitmachen. Und das Konzept der Hersteller ist ja klar. Mit dem Wechsel auf 11fach, muss der Kunde nicht nur häufiger Verschleissteile tauschen, sondern braucht auch noch neue LR bzw seinen alten mit anderen Naben neu einspeichen lassen. Und das HR wird durch die neue Kassettenbreite sicher nicht stabiler. Im nächsten Schritt (12x/13x Konzepte liegen bestimmt schon in einer Schublade bereit) kommt dann der Wechsel auf 135 bzw. 140 mm Einbauweite für Strassenrahmen und das Spiel geht von vorne los, nur dass man auch noch einen neuen Rahmen braucht. Nach 25 Jahren Rennradfahren und -schrauben kann ich sicher ziemlich gut beurteilen, was für mich(!) noch sinnvoll ist und was einfach nur noch Spielerei. Und 11x ist so überflüssig wie ein Kropf.

tomb
05.03.2012, 10:03
Ich bin kein Fortschrittsverweigerer. Aber in dem Fall 11x habe ich die nicht ganz unbegründete Vermutung, dass man in Sachen Zuverlässigkeit (wieder) erhebliche Abstriche wird machen müssen.
Ja, das ist vermutlich so. "erheblich" ist dann Definitionssache.


[...] Und mein "Konzept" ging bislang sehr gut auf, nicht zuletzt dank der haltbaren Wippermann Connex Ketten. (Sonst würde ich wahrscheinlich noch 9fach fahren.)
Die halten bestimmt nicht länger als eine CN-7901.


Man muss also nicht jeden Trend mitmachen.
Das stimmt. Aber dass Shimano die Breite der Kassette für 11fach ändern muss, dürfte klar sein - sonst wäre es um die Haltbarkeit evtl. noch schlechter bestellt...

Clouseau
05.03.2012, 10:16
Das stimmt. Aber dass Shimano die Breite der Kassette für 11fach ändern muss, dürfte klar sein - sonst wäre es um die Haltbarkeit evtl. noch schlechter bestellt...


Campa hat die Freiläufe vor Jahren doch auch geändert und da kräht mittlerweile kein Hahn mehr danach.

tomb
05.03.2012, 10:25
Campa hat die Freiläufe vor Jahren doch auch geändert und da kräht mittlerweile kein Hahn mehr danach.
Ja, genau. Irgendwann muss(te - es ist ja noch nicht soweit -) Shimano es machen. Bin auch kein Fan davon, aber das 10fach-Zeug hört ja nicht mit dem Tag der Vorstellung von 11fach auf zu funktionieren. Wenn es für 10fach keine Ersatzteile mehr zu kaufen gibt, kann man ja darüber nachdenken, was man machen will und ob bei den anderen Herstellern alles besser ist.

Efix
05.03.2012, 10:34
Liegt es daran, daß ich jetzt auf die 40 zugehe?
Ja, denn ich stelle mir dieselbe Frage auch bereits. Ich will 'Technik', die ich selber noch irgendwie beherrschen (und bezahlen) kann, ohne zum Diagnose-Center rennen zu müssen, weil an der elektrischen Schaltung ein Drähtchen zerbröselt ist.

grumbledook
05.03.2012, 10:39
Die halten bestimmt nicht länger als eine CN-7901.


Doch, das tun sie. Ich fahre allerdings auch nur die zwei teuren, nicht-rostenden Varianten. Und während mir bereits drei Shimano 10x (DA bzw Ultegra) gerissen sind (und zwar nicht am Verschlussglied), ist für mich der Fall klar. Die Connex laufen vielleicht im Neuzustrand nicht ganz so leise wie die Shimano, aber halten tun sie deutlich länger (erprobt in drei CX Saisons mit Schlamm, Salz und Hochdruckreiniger). Dank dem zuverlässigen "Link", kann man Kette und Rad auch leichter reinigen und vor allem die Kette auch wenden, sodass man sie noch länger fahren kann. Aber das ist nur ein "Nebenkriegsschauplatz" und hat ja nur bedingt etwas mit der Grundsatzdiskussion hier zu tun.

tomb
05.03.2012, 10:45
Doch, das tun sie. Ich fahre allerdings auch nur die zwei teuren, nicht-rostenden Varianten.
Nun gut, die Erfahrung (auch anderer) deckt sich nicht damit.


Aber das ist nur ein "Nebenkriegsschauplatz" und hat ja nur bedingt etwas mit der Grundsatzdiskussion hier zu tun.
"Krieg", soso - wusste nicht um den Stellenwert dieser Diskussion für Dich. ;-)

Clouseau
05.03.2012, 10:46
Ja, genau. Irgendwann muss(te - es ist ja noch nicht soweit -) Shimano es machen. Bin auch kein Fan davon, aber das 10fach-Zeug hört ja nicht mit dem Tag der Vorstellung von 11fach auf zu funktionieren. Wenn es für 10fach keine Ersatzteile mehr zu kaufen gibt, kann man ja darüber nachdenken, was man machen will und ob bei den anderen Herstellern alles besser ist.


Ja irgendwann muss man halt den unbequemen Schritt und Schnitt machen.

Und Shimano nehme ich sogar ab das dies nicht (nur) aus Marketinggründen geschieht sonder auch eine technische Notwendigkeit hat.

Gruß

C.

Marco Gios
05.03.2012, 10:52
zum leidwesen aller fortschrittszweifler muss allerdings erwähnt werden, dass sich die welt weiterdreht

Gar keine Frage, aber die Intention des Threads war ja weniger Komplettverweigerung als vielmehr das hier als Kernaussage:


Aber all die Technik-Neuerungen .. wecken bei mir überhaupt keine Begierden.

Und das kann ich auch gut verstehen: Die Radbranche feiert eben auch in immer kürzeren Zyklen die Neuerfindung des Rades. Was vor 2 Jahren noch die alsolute Kracher-Neuheit war wird heute vom noch steiferen, noch areodynamischeren noch sonstwas gehypeten Teil abgelöst.
Das erinnert mich an die It-Branche wo eben ein dynamisch unrasierter BigBoss mit schwarzen Rolli und Jeans superdupergutgelaunt auf einer großen Bühne vor einer noch größeren Leinwand herumssprang und die neue i-Errungenschaft präsentierte - die dann ein Dreivierteljahr später bereits veraltet war (Echt? Das Ding läuft noch? Boa ey!) und ihren Nachfolger gebahr.

Ich denke schon, dass es zumindest ein Stück weit mit einer gewissen Lebenserfahrung zu tun hat, dass man solche Entwicklungssprünge zumindest kritisch hinterfragt und nicht mehr ganz so hochgradig begeisterungsfähig ist. Vielleicht macht man sich auch einfach mehr Gedanken darum, welches tolle Teil einem wirklich einen wie auch immer geartete Vorteil bringt (sei es nun nur optisch, ergonomisch oder in welcher Form auch immer), eben weil man nach zig-Jahren des Rennradelns schon viel ausprobiert hat und weiß, das nicht alles Gold ist was glänzt.

Und mit der Darreichungsform der Neuheiten hat es möglicherweise auch zu tun: Die Zeiten, als jede Firma noch brav bis zur nächsten großen Messe gewartet hat und man erst dort die Neuheiten sehen konnte und sie im Monat drauf dann in den Fachzeitschriften dem breiten Publikum präsentiert wurden sind wohl ein für alle Mal vorbei. Jetzt prasselt es das ganze Jahr über Neuheiten, angefangen von "Erlkönigfotos" bis hin zu wohldosierten offiziellen Informationen der Hersteller - so hat das neue Jahr und die neue Saison noch gar nicht angefangen, schon steht die 2013er Schaltgruppe kurz vor der Markteinführung. Auch sowas stumpft die Geschmacksknospen auf Dauer ab, es gibt praktisch nie mehr "aktuelles" Material sondern immer nur das noch Neuere in der Pipeline.

Clouseau
05.03.2012, 10:56
Gar keine Frage, aber die Intention des Threads war ja weniger Komplettverweigerung als vielmehr das hier als Kernaussage:



Und das kann ich auch gut verstehen: Die Radbranche feiert eben auch in immer kürzeren Zyklen die Neuerfindung des Rades. Was vor 2 Jahren noch die alsolute Kracher-Neuheit war wird heute vom noch steiferen, noch areodynamischeren noch sonstwas gehypeten Teil abgelöst.
Das erinnert mich an die It-Branche wo eben ein dynamisch unrasierter BigBoss mit schwarzen Rolli und Jeans superdupergutgelaunt auf einer großen Bühne vor einer noch größeren Leinwand herumssprang und die neue i-Errungenschaft präsentierte - die dann ein Dreivierteljahr später bereits veraltet war (Echt? Das Ding läuft noch? Boa ey!) und ihren Nachfolger gebahr.

Ich denke schon, dass es zumindest ein Stück weit mit einer gewissen Lebenserfahrung zu tun hat, dass man solche Entwicklungssprünge zumindest kritisch hinterfragt und nicht mehr ganz so hochgradig begeisterungsfähig ist. Vielleicht macht man sich auch einfach mehr Gedanken darum, welches tolle Teil einem wirklich einen wie auch immer geartete Vorteil bringt (sei es nun nur optisch, ergonomisch oder in welcher Form auch immer), eben weil man nach zig-Jahren des Rennradelns schon viel ausprobiert hat und weiß, das nicht alles Gold ist was glänzt.

Und mit der Darreichungsform der Neuheiten hat es möglicherweise auch zu tun: Die Zeiten, als jede Firma noch brav bis zur nächsten großen Messe gewartet hat und man erst dort die Neuheiten sehen konnte und sie im Monat drauf dann in den Fachzeitschriften dem breiten Publikum präsentiert wurden sind wohl ein für alle Mal vorbei. Jetzt prasselt es das ganze Jahr über Neuheiten, angefangen von "Erlkönigfotos" bis hin zu wohldosierten offiziellen Informationen der Hersteller - so hat das neue Jahr und die neue Saison noch gar nicht angefangen, schon steht die 2013er Schaltgruppe kurz vor der Markteinführung. Auch sowas stumpft die Geschmacksknospen auf Dauer ab, es gibt praktisch nie mehr "aktuelles" Material sondern immer nur das noch Neuere in der Pipeline.

:Applaus: :goodpost:

Schön geschrieben.

Danke

Ziggi Piff Paff
05.03.2012, 11:01
:Applaus: :goodpost:

Schön geschrieben.

Danke

ja finde ich auch...

wobei ich die elektrischen Schalthebel für mein Triathlon Rad schon gerne hätte...:)

Grüße
Wolfgang

grumbledook
05.03.2012, 11:03
Nun gut, die Erfahrung (auch anderer) deckt sich nicht damit.

"Krieg", soso - wusste nicht um den Stellenwert dieser Diskussion für Dich. ;-)

:drinken2:

Clouseau
05.03.2012, 11:07
ja finde ich auch...

wobei ich die elektrischen Schalthebel für mein Triathlon Rad schon gerne hätte...:)

Grüße
Wolfgang

Das eine schliesst das andere ja nicht aus.

Wie M.G. so schön geschrieben hat:
Ich denke schon, dass es zumindest ein Stück weit mit einer gewissen Lebenserfahrung zu tun hat, dass man solche Entwicklungssprünge zumindest kritisch hinterfragt und nicht mehr ganz so hochgradig begeisterungsfähig ist. Vielleicht macht man sich auch einfach mehr Gedanken darum, welches tolle Teil einem wirklich einen wie auch immer geartete Vorteil bringt (sei es nun nur optisch, ergonomisch oder in welcher Form auch immer), eben weil man nach zig-Jahren des Rennradelns schon viel ausprobiert hat und weiß, das nicht alles Gold ist was glänzt."

(Ich denke das Elektro und Hydraulik ein größeres Thema sein wird als die momentane Aero respektive Komfort-"Sau". Vergleichbar mit der Ablösung von Alu durch Carbon, das ist ja mittlerweile auch schon wieder einige Jahre her).

Gruß

robby_wood
05.03.2012, 11:14
Obwohl Mitte 50 kaufe ich mir jetzt ein DI2-Carbonrad, weil es mich reizt, und weil ich aufgrund eines Uhrenverkaufs "überraschend" zu Geld gekommen bin, was ich jetzt wieder unter die Leute bringen möchte ;-). Sonst wäre das ausgefallen, 4200 Euro find ich schon arg happig ...

Ansonsten bin ich preisbewußt mit meinem 30 Jahre alten Rahmenschalthebel-Stahlrenner mit ewig haltenden UG-Ritzel, die man dann auch nochmal umdrehen kann, für Winter und Regen.

Der Reiz für mich ist es, eine möglichst breite Palette zu probieren, mit Hydralikbremesen (die am MTB bspw. genail sind), Scheiben (womit ich mich nicht wirklich anfreunden konnte), Campa und Shimano (wobei mir 11 fach wg. preisbewußtheit zu schmal ist). Hab auch Scram ausprobiert, sagt mir aber nicht so zu.

DI2 stell ich mir toll vor, möchte es allerdings bspw. nicht im Winter und bei Regen fahren. Muß man aber sicher nicht haben, evtl. bereu ich es auch, mal schauen.

greyscale
05.03.2012, 11:23
Macht wenig Sinn, an dieser Stelle darüber zu diskutieren.
Aber je schmaler ein Reifen, desto höher der mögliche Luftdruck. Und damit laufen die ebenso leicht wie breite Schlappen, sind resistenter gegen Durchschläge und - weil schmaler und weniger Materialeinsatz nötig - leichter.
Die Laborwerte der tour lassen mich dabei kalt, die sind reine Theorie.
Flache, klassische felgen bieten selbst mit Schmalreifen und hohem Druck weit mehr Komfort.
Jedem das seine....

Ich fürchte du hast die Physik dahinter nicht verstanden...

g.

G.Fahr
05.03.2012, 11:25
(Ich denke das Elektro und Hydraulik ein größeres Thema sein wird als die momentane Aero respektive Komfort-"Sau". Vergleichbar mit der Ablösung von Alu durch Carbon, das ist ja mittlerweile auch schon wieder einige Jahre her).

Beide "Neuerungen" sind ja auch im Vergleich zu den Placebos Aero und Komfort substanziell untermauert und bieten unbestreitbare Vorteile, die verschiedenen Anwendern neue/verbesserte Bedienmöglichkeiten eröffnen (z.B. Triathlon/Zeitfahren, Behindertensport, mit Einschränkungen Cross). Ob "man" sie braucht, sei dahingestellt, jedoch haben sie im Gegensatz zu dem o.g. Kreationen der Marketingabteilungen einen nachvollziehbaren Mehrwert. Großflächig werden sie einfache mechanische Lösungen dennoch nicht ersetzen. Übertriebene Lagerhaltung erübrigt sich daher.

trümmer
05.03.2012, 11:33
Ich find das mit den neuen Komponenten prima. Die Auswahl an verfügbaren Teilen und Techniken steigt. Bin auch Neuerungen gegenüber aufgeschlossen solange ich diese für sinnvoll halte. Ich suche mir einfach aus was ich für den Zweck als besten geeignet erachte, fertig. Kein Fundamentalismus oder Ideologie.
Wie schon mehrfach geschrieben gibts ja neben dem neuen Material nach wie vor reichlich "alte" Komponenten, ist also für jeden was dabei.

Patrice Clerc
05.03.2012, 11:35
Rennräder sind seit 20 Jahren perfektVöllig richtig, hätte ich nicht schöner schreiben können.

gridno27
05.03.2012, 11:48
... als nächstes können wir uns dann voll uns ganz auf's pedalieren konzentirieren, die neuen E-Schaltungen werden irgendwann in der Lage sein aufgrund des gemessenen Widerstandes selbstständig zu schalten und das noch in verschiedenen Varianten, evtl. sogar eine selbst programmierbare AUTOMATIK - aus heutiger technischer Sicht ist das nur noch eine Frage der Zeit ... ob's angenommen wird entscheidet dann der Markt.

Fortschritt lässt sich bewiesenermaßen nicht mehr rückgängig machen nur ggfs. umleiten - treten müssen war dann immer noch!

Marco Gios
05.03.2012, 12:03
... selbstständig zu schalten ... eine selbst programmierbare AUTOMATIK ... Fortschritt lässt sich bewiesenermaßen nicht mehr rückgängig machen nur ggfs. umleiten ...

Gerade da liegt der Fortschritt im Auge des Betrachters und wie weit der Wunsch oder die Bereitschaft geht, sich durch die Technik leiten zu lassen: Im Kfz.-Sektor greifen die Assistenzsysteme immer mehr um sich, der sog. Fahrer kann bald über vieles nicht mehr entscheiden - da stimmt dann der Begriff Auto-Mobil bald 1:1 mit der Wirklichkeit überein. Ich persönlich bin sehr glücklich darüber, dass es noch solche low-Tech-Nischen wie ein mechanisch betätigtes Rennrad gibt. Dass es durchaus sinnvolle Einsatzgebiete der Di"/EPS-Technik gibt (z.B: Zeitfahrrad) ist dann eben wieder die Sicht aus einem anderen Blickwinkel.

Distel
05.03.2012, 12:34
Ich bin in den 90gern bei 2x8 "hängengeblieben". Zuerst, weil ich kein Geld hatte, um auf 9fach aufzurüsten, als das Geld vorhanden war, kam 10fach raus. Und ich hatte nicht das Gefühl, etwas versäumt zu haben.
Was mich bei den heutigen Autos nervt (ohne Diagnosegerät keine Fehlerbehebung mehr; für den Wischwassertank gibts nur 'ne Leuchtdiode, aber keine Sichtkontrolle mehr; für Blinkerbirnenwechsel muss die Stossstange abgeschraubt werden) will ich bei meinen Rädern vermeiden.
Ich bekomme relativ einfach alle Ersatzteile, kann sie als gelernter Metaller z.T. selber nachbauen und muss bei meinen Laufrädern nicht wochenlang auf eine Ersatzspeiche warten. Ich bin mit dieser Einstellung und Beschränkung unabhängiger als viele Fahrer von modernem Material. In in paar Wochen erhält ein zwanzig Jahre alter Stahlrahmen von mir neue Sitzstreben eingelötet. Wer wird sich in 20 Jahren noch an die Reparatur eines Carbonrahmens von heute wagen?
Ich habe nichts gegen (technischen) Fortschritt. Nur den Sinn und den Nutzen einer Entwicklung muss jeder für sich selbst beurteilen. Bei sinnvollen Entwicklungen (z.B. Nabendynamos) bin ich dabei, bei geschätzen 90% des Fortschritts nicht.
Gruß D.

speedy gonzalez
05.03.2012, 13:09
ich warte noch auf die klimaanlage fürs fahrrad plus eine automatik fürs rennrad, damit so etwas auf dem amerikanischen markt dann auch ein voller erfolg wird...:rolleyes:

zur elektronischen schaltung gehören auch noch entsprechende bremsen dazu, hier bin ich gespannt, wann shimano was komplettes anbieten wird oder sram...

hauptsach die preise bei den mechanischen gruppen bleiben im grünen bereich, mehr als 1500 euro muss man für ein richtig gutes rad eigentlich eh nicht mehr ausgeben, carbon wird überbewertet, titan und stahl unterbewertet, alu ist im grünen bereich.

i-flow
05.03.2012, 13:51
(...) Ich habe nichts gegen (technischen) Fortschritt. Nur den Sinn und den Nutzen einer Entwicklung muss jeder für sich selbst beurteilen. Bei sinnvollen Entwicklungen (z.B. Nabendynamos) bin ich dabei, bei geschätzen 90% des Fortschritts nicht.
Gruß D.
Genau :toppiejop

Im Gegensatz uebrigens zu vielen, die sich hier kritisch ueber Scheibenbremsen geaeussert haben, bin ich auch bei denen gerne dabei. Vll nicht unbedingt beim Strassenrennrad, aber ueberall anders: Das MTB hat sie schon lang, jetzt kommt ein Crosser, Reiserad und Stadt-MTBs sind ebenfalls heisse Kandidaten - und selbst das naechste Auto wird wohl welche haben :icon_mrgr

LG ... Wolfi ;)

Speichennippel
05.03.2012, 15:12
Wirkliche Meilensteine, die das Hobby voranbringen, kann es auf dem Technik-Sektor kaum noch geben. Zu ausgereift sind Rennräder. Ob das Teil nun 8 oder 9 Kg wiegt ist mir egal.

Die besten Dinge der letzten Jahre waren LED-Scheinwerfer und GPS Geräte. Das hat noch mal neue Dimensionen eröffnet.

Anstatt immer leichter, wäre mal ein Rahmen nett, in dem man Pumpe und Erstatzschlauch unterbringen kann. Das hat man immer dabei und meist in einem hässlichen Täschchen. Irgendwo dezent im Rahmenknoten eine kleine Transportbox integriert, das fände ich toll.

Tom vom Deich
05.03.2012, 15:39
Da ich auch schon länger Rennrad fahre und die Entwicklung beobachten konnte, gab es in den letzten 30 Jahren nur 2 wirkliche Highlights:
1. Dual Pivot Bremsen von Shimano Ende der 80er. Endlich genug Bremspower bei guter Dosierbarkeit.
2. Shimano Dura Ace STI, die ersten Bremsschalthebel Anfang der 90er, danach folgten die Ergopower von Campa.

Alles andere ist so unerheblich, dass man darüber nicht weiter zu diskutieren braucht. Die Firmen wollen Sachen verkaufen und bringen deshalb mit großem Markting Geschwätz jährlich neue Wunderwaffen heraus und die Presse spielt meist mit, weil sie Anzeigenkunden behalten will. Bestes Beispiel sind die Aerorahmen. Die gab es auch schon in den 80er Jahren. Nur dass in den letzten Jahren die Steuerrohre bei Carbon und Alu solange aufgeblasen wurden, bis die Front eines Rennrades der eines VW Multivans glich. Stahlrahmen mit 1" Steuerrohr oder Titanrahmen hatten das Problem nie, die boten immer wenig Stirnfläche. Also gutes Timing oder Strategie, erst auf zu blasen, jetzt wieder schmaler zu werden. Macht sich im direkten Vergleich natürlich super.

Ebenso ist Carbon der Werkstoff, bei dem ein Mehrpreis vom Durchschnittskunden akzeptiert wird. Weltraum und Formel 1 sei Dank. Nur dass die gepressten Fasern in Plastiktunke damit zum Teil nichts zu tun haben und nicht besser sind als irgendwas anderes aus Plastik, dass merkt man erst, wenn die Schaltwerke sich in Luft auflösen. Sicherlich ist die Herstellung sogar günstiger bei diesen Pressteilen aus Carbonfasern als bei polierten Aluteilen. Aber da Preise und Wertigkeit nicht mehr zusammen hängen, sondern Blabla und Marketing die Preise diktieren, zahlt man für solche Ware mehr.
Es gibt natürlich auch perfekt gelegte Carbonmatrizen bei handgemachten Bauteilen, deren Nutzen im Vergleich zum Preis aber sich nur für Profis und "Profi Material Nachahmer" lohnt. natürlich fährt man dann Compact aus Gewichtsgründen. Meist das eigene Kraft/Gewichtsverhältnis. :D

Wer einfach nur gerne Rennrad fährt ohne Ambition auf Elite Amateur oder Halbprofi, der käme mit einen Rad aus Mitte der 90er mit 9fach STI Antrieb, Dual Pivot Bremsen und Stahlrahmen genauso gut klar, wie mit den allerneuesten Wundergeräten für 15000€. Im Endeffekt geht es bis auf wenige Poser doch den meisten darum, an der frischen Luft etwas für ihre Kondition zu tun. Dafür braucht man nicht mehr als ein Rad aus der 1500€ Klasse.

medias
05.03.2012, 15:42
Und die Klickpedale nicht vergessen.

Quarkwade
05.03.2012, 15:45
Ihr seid alt :D

Hans_Beimer
05.03.2012, 15:50
Ihr seid alt :D

Dafür müssen wir nicht in Bonn leben...

Tom vom Deich
05.03.2012, 15:50
Und die Klickpedale nicht vergessen.

Stimmt, vor 28 Jahren.

Ruhrradler
05.03.2012, 15:55
Wirkliche Meilensteine, die das Hobby voranbringen, kann es auf dem Technik-Sektor kaum noch geben. Zu ausgereift sind Rennräder. Ob das Teil nun 8 oder 9 Kg wiegt ist mir egal.

Die besten Dinge der letzten Jahre waren LED-Scheinwerfer und GPS Geräte. Das hat noch mal neue Dimensionen eröffnet.

Anstatt immer leichter, wäre mal ein Rahmen nett, in dem man Pumpe und Erstatzschlauch unterbringen kann. Das hat man immer dabei und meist in einem hässlichen Täschchen. Irgendwo dezent im Rahmenknoten eine kleine Transportbox integriert, das fände ich toll.

Schön gesagt. Wenn ich mit meinem Crosser im dunklen Wald meine 900 Lumen der Sigma Powerled evo anknipse und diese Leistung auch mit einem vergleichsweise kleinen und leichten Akku habe, dann freut mich der Fortschritt aber richtig. Da vermisse ich meine Funzeln der 80er/90er Jahre überhaupt nicht.

Ansonsten entscheidet ja der Markt über alles weitere. Was der Kunde nicht will, das wird nicht gekauft und irgendwann auch nicht mehr produziert. Und ich als knapp ü50 muss über meinen modernen Ultegra-Plastikrenner sagen, dass es das beste Rad ist, das ich je besessen habe. Ob man allerdings immer sofort das Allerneueste haben muss, ist dann eine Abwägungssache. Wer es zuerst haben will, zahlt auch am meisten. Später, wenn es preiswerter wird, ziehen dann doch die meisten nach.

Natürlich ist vieles vergleichsweise nutzlos am Fortschritt; wer z.B. braucht an einem Auto eigentlich elektrische Fensterheber? Trotzdem wäre ein neues Auto ohne diese Dinger heute so gut wie nicht mehr zu verkaufen. Ich werde die nächsten Jahre wahrscheinlich weder Shimano-elffach noch elektrisch schalten, da eine Neuanschaffung nicht ansteht. Aber wenn es dann soweit ist und die Sacghen sind ausgereift, haltbar und bezahlbar, würde mich aber auch nichts von einem Kauf abhalten.
Auch wenn mich in meinem Alter das nicht mehr schneller macht, mir reicht es wenn ich nicht langsamer werde!:D

klaus.viper
05.03.2012, 16:05
Ich fürchte du hast die Physik dahinter nicht verstanden...

g.
...na dann erkläre es uns/mir mal!

k.

LINN
05.03.2012, 16:11
"Brauche ich nicht" denke ich auch oft genug.

Aber vieles ist über die Jahre eben doch besser geworden:
- Die Reifen, und zwar in jeder Hinsicht (Rollwiderstand, Pannenschutz, Haftung)
- Die Lenkerformen, weil eben viele Formen erhältlich sind, so dass jeder das passende findet
- Ahead-Vorbau Systeme finde ich auch deutlich besser als Schaft-Systeme
- Die Übersetzungsbandbreite ist heute viel größer, gerade wegen 10/11fach und wahlweise Compact-Kurbel
- Beleuchtungssysteme
- Kleidung, Helme


Den generellen Fortschritt zu bezweifeln halte ich daher für kleinmütig, den blinden Fortschrittsglauben für Aberglauben.
Nicht immer alles gleich haben zu wollen, sondern frühestens, wenn man alte Räder oder Teile verschlissen hat, ist durchaus ein Zeichen von gesundetem Konsumverhalten. Insofern Glückwunsch an den TE.

PS: Das einzige, worauf ich mich freue: DI2. In ein paar Jahren werde ich das dann haben...

martl
05.03.2012, 16:49
mir geht es soähnlich wie so manchem hier.
Nach dem Einstieg mit Papis altem Motta ungefähr 1993 konnte ich mir 1996 mein erstes richtiges schönes Rennrad leisten, ein Principia RSL. Damals habe ich Brügelmann, Rose und "Tour" auswendig gekannt und von Tune-Naben und Ergopowers geträumt (das Principia war noch mit Rahmenschalthebeln ausgestattet).
Die Technik war damals für mich einfach faszinierend. Dann schrittweise der Ausbau des Rades bis hin zum REX mit Tune-Laufrädern. Dann fing die Leichtbauwelle an,und ich kannte von jedem Teil das Gewicht und wußte, welches vertrauenswürdig ist und welches nicht. Das gipfelte im Aufbau eines 6,4 kg-Rades auf Basis des Scott Team Scandium 2003, mit Original-Lighties. War ein schönes Rad.
Zu der Zeit begann der Carbon-Trend, noch im selben Jahr gab es das erste CR1. Immer noch war ih regelmäßig Gast bei den Weight Weenies und kannte alle Gewichtsdaten und neuesten Trends.
So um 2004/05 herum setzte die Ernüchterung ein. Erstens waren alle Leichtbauräder, die von Leuten mit Ahnung aufgebaut waren, ähnlich wie ein schwarzes Scott/Obermayers/AX Clavicula/AX Stütze/Sattel/Gabel dem anderen. Zweitens setzte sich die ernüchternde Erkenntnis durch, dass es ein Heidengeld kostet, da immer am Ball zu bleiben, und der Effekt nur noch akademisch ist.
Kurz noch der nicht mehr realisierte Gedanke, auf Basis Spin noch was richtig Tolles aufzubauen, aber der richtige Drive war nicht mehr dahinter.
Der Mehrwert von 11-fach, elektrisch, Komfortrahmen, häßlichen Oversized Lenker-Vorbaukombis ist nicht erkennbar. Ein 6000€-Rad von 2012 fährt sich nicht anders als mein 2001er Rex, und mein Ti-Bolide ist zeitloser.
Ein bißchen wie bei Alpinski, irgendwann erkennt man, dass tatsächliche Inovationen alle 10-15 Jahre passieren (in meiner Zeit waren der Völkl P9, der erste Salomon Monocoque-Ski und dann die Carver die einzigen Quantensprünge), dazwischen steht jedes Jahr eine neu designte Oberfläche auf dem Vorjahresmodell und jede Menge heiße Luft aus den Marketingabteilungen.

Klassiker machen mehr Spaß fürs Geld, für die erwähnten 6000 Steine bekomme ich 3 Traumklassiker, oder 10-15 spannende Restaurierungsobjekte. Und je mehr man sich mit alter Rennradtechnik auseinandersetzt, desto deutlicher kannman den Bullshit von der echten Verbesserung unterscheiden.

altmeister
05.03.2012, 17:08
Und die Klickpedale nicht vergessen.

Das war meines Erachtens der größte Fortschritt überhaupt. Dieses elende Gewürge mit den Riemchen...mein erstes Rennrad (1983) hatte die noch. Meine ersten Lookpedale gabs dann 2 Jahre später, das war schon klasse, ganz neues Gefühl.

Ansonsten seh ich wie Tom: gescheite Bremsen und die STIs, das waren die Meilensteine. Seitdem geht es vor allem um Verfeinerung (Reifen sind so ein Beispiel, die sind kontinuierlich besser geworden) des Rennrades. Manches ist Marketingquatsch, manches auch sinnvoll. Kann jeder selbst entscheiden. Ich finde jedenfalls die Vielfalt des Angebotes gut; Rahmen aus Stahl, Titan, Alu, Carbon, drei Hersteller von Komponentengruppen und und und. Nie war die Auswahl so groß wie heute, da ist für jeden was dabei.

Gruß
Altmeister

FiorenzoMagni
05.03.2012, 17:20
Mein aktuelles Rennrad ist ein Trek 2300 mit der 7800er Dura Ace. Seit 2003 reicht mir das. Ich habe viele Verbesserungen seit 1981 erlebt. Wurde die Kassettennabe schon erwähnt? Leichte und schnell trocknende Materialien (Hosen, Trikots, Schuhe) haben für mich den Komfort eklatant erhöht. Inbusbefestigung der Bremskörper, teflonbeschichtete Außenhüllen für Bremse und Schaltung, Bremszugverlegung am Lenker etc. nicht zu vergessen.

medias
05.03.2012, 17:24
Kassettennabe, sehr wichtig.
Wenn ich an das Gewürge mit den Schraubkränzen denke wenn man was wechseln wollte.

tango@team_bt
05.03.2012, 17:39
+1

Das weitaus allermeiste von dem, was neu rauskommt, ist total unnuetz. Es gibt aber wohl genug *******, die das wollen bzw. die es sich zumindest aufschwatzen lassen.
Ist wie beim Auto mit der Klimaanlage, die braucht auch keine Sau in einem Land, wo es in gefuehlt 80% der Naechte Frost gibt, trotzdem gibts keine Autos mehr ohne.

Bei mir bleibt es bei achtfach. Die meisten Kilometer fahre ich sowieso mit den SSP-Raedern und dem einen Dreigang-MTB.

Aergerlich finde ich, dass gleichzeitig sinnvolle und notwendige Sachen fehlen. Feststellbremse -> Fehlanzeige. In der Schatzkiste hab ich gepostet, wie man sich eine selbst konfigurieren kann, wenn man Campa Hebel mit Shimano Bremsen kombiniert. Oder eine elektronische 'Klingel': Ein kleiner Knotzen zur Befestigung am Lenker, oben Solarzelle, das Trum selber als ein grosser Taster ausgefuehrt, innendrin ein Kondensator wie in den Standruecklichtern und ein Soundchip. Tageslicht fuellt den Kondensator, beim Druck auf den Taster entlaedt sich derselbe mit infernalischem Laerm ueber den Soundchip. Davon wuerde ich sofort zehn Stueck kaufen, bin nur noch am Ueberlegen, ob ich die Soundversion '3er BMW tiefer, sehr breit' oder 'zwei Dampfloks BR44 mit 2000 Tonnen Zug auf der schiefen Ebene im Anstieg' waehlen wuerde ... Oder vll 'Tiger, der seit drei Tagen nix gefressen hat' :icon_mrgr

Aber auch hier die Analogie zum Auto - Kaum eines hat eine Standheizung, die man bei 80% der Fruehstarts braeuchte ...

LG ... Wolfi ;)

Wolfi,
wenn du je in Betracht ziehen solltest, so was zu verkaufen: ich bin ein hundertprozentiger Abnehmer (nahezu preisunabhängig). Deine PN: "Tango, deine Hupe ist soeben versendet worden" würde ich mir ausdrucken und golden einrahmen :Applaus:

Ziggi Piff Paff
05.03.2012, 17:49
ja die Hupe macht mich auch neugierig.

855
05.03.2012, 17:51
schön, wenn man beides hat.
das zeitlose Rad für die schönen Touren.
und die moderne Maschine für die Hatz mit den Freunden.

einige Entwicklungen bedaure ich aber sehr: das Verschwinden von silber polierten Teilen im RR-Sport z.B.
ich würde gern Campa aufkaufen, die EPS stoppen und die Gruppen neu sortieren: Record Carbon als technische Topgruppe, die SR silber hochglanz :D

würde mir am liebsten noch ein Colnago Master in PR82 kaufen und auf Tasche legen. doof, daß mir die Geo nicht passt...

Sigi Sommer
05.03.2012, 17:58
Technische Entwicklung kann ruhig weitergehen, ich such mir das Zeugs davon raus, was mir taugt, ansonsten greife ich in die Kiste für Anachronisten und solange da noch was für mich drin ist, wie

- Rahmen aus Blech mit horizontalen OR
- Brems-/Schaltgriffe, die nicht aussehen wie aus dem Sanitätshaus

ist meine kleine Fahrradwelt in Ordnung :Angel:

Insbesondere Klamotten haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert, da empfinde ich den größten Nutzen, die Saison hat seither 12 Monate.

Echte Highlights am Rad sind für mich Klickis, weil mir vorher regelmäßig die Zehen eingepennt sind sowie breitere Brems-/Lenkergriffe für ein sattes Griffgefühl. Sättel fand ich zu Concor-Zeiten schon gut - wenn die drei Kontaktstellen am Rad passen, empfinde ich den Rest als 'nice to have' wobei min. 8 Ritzel schon ganz gut wären :Angel:

Ein feines Zubehör für Touren in unbekanntem Terrain sind für mich GPS-Geräte, hat mir einige neue Gegenden problemlos ohne Verfahren, lästiges Kartengefalte oder Rumfragen näher gebracht - Gadget mit Lustgewinn :Bluesbrot

nafetsgurk
05.03.2012, 18:04
wenn der autoverkehr in den nächsten jahren so zunimmt wie vorhergesagt, dann ist es in vielen gegenden eh bald aus mit dem rennradfahren - da nützt der ganze fortschritt nix...:5bike:

PAYE
05.03.2012, 18:05
wenn der autoverkehr in den nächsten jahren so zunimmt wie vorhergesagt, dann ist es in vielen gegenden eh bald aus mit dem rennradfahren - da nützt der ganze fortschritt nix...:5bike:

Aufm Radweg sollte dann noch a bisserl was gehn ... :D

Gilgamesch
05.03.2012, 18:08
Aber je schmaler ein Reifen, desto höher der mögliche Luftdruck.

Ich fürchte du hast die Physik dahinter nicht verstanden...

ICH schon.....


wenn der autoverkehr in den nächsten jahren so zunimmt wie vorhergesagt, dann ist es in vielen gegenden eh bald aus mit dem rennradfahren - da nützt der ganze fortschritt nix...

Wenn die Spritpreise in den nächsten Jahren weiterhin so steigen wie zur Zeit, sehe ich dem gelassen entgegen….. http://wuerziworld.de/Smilies/lol/lol4.gif

medias
05.03.2012, 18:09
Du meinst, du hättest.

Gilgamesch
05.03.2012, 18:13
Hast hier die Gelegenheit, zu erläutern, was an meiner Aussage falsch sein soll.

Aber das wirst du ohnehin nicht können.
Physikalische Gesetze gelten auch für dich, ob du willst oder nicht.

medias
05.03.2012, 18:17
Du sagst es ja, macht wenig Sinn.

Gilgamesch
05.03.2012, 18:23
Ist schon dumm, daß du es nicht kannst, nicht wahr? http://wuerziworld.de/Smilies/lol/lol28.gif

ColnagoTreter
05.03.2012, 18:33
Ich hätte gerne eine Neuauflage meiner Polar Accurex Plus. Hab ich im Schrank liegen aber das Armband und eine Taste sind kaputt.

Radtechnisch denke ich, dass man alles was mit Internet zu tun hat davon festhalten sollte. Naturschutzgebiet sozusagen. SRM ist erlaubt.

medias
05.03.2012, 18:36
Ist schon dumm, daß du es nicht kannst, nicht wahr? http://wuerziworld.de/Smilies/lol/lol28.gif

Denkst du du bist der einzige der eine Schule besucht hat? Du willst deine 20 fahren, da nützen keine Argumente.

Gilgamesch
05.03.2012, 18:44
Wenn von dir denn mal Argumente kommen würden.....

Dramato
05.03.2012, 18:48
Da eröffne ich einmal im Jahr einen Thread im Technikforum, und Ihr...

Hättet Ihr nicht vielleicht eventuell Lust, oder könntet es Euch möglicherweise vorstellen....

Eure Meinungsverschiedenheiten außerhalb dieses Fadens zu erörtern?

:) Dankeschön! :Angel:

Ziggi Piff Paff
05.03.2012, 18:57
Da eröffne ich einmal im Jahr einen Thread im Technikforum, und Ihr...

Hättet Ihr nicht vielleicht eventuell Lust, oder könntet es Euch möglicherweise vorstellen....

Eure Meinungsverschiedenheiten außerhalb dieses Fadens zu erörtern?

:) Dankeschön! :Angel:



ich machs:

http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?248705-Kann-man-auf-d%FCnnere-Reifen-mehr-Druck-pumpen&p=3874940#post3874940


mit der Bitte um ernsthafte Antworten, zumindest solange bis ich es verstanden habe.

Grüße
Wolfgang

i-flow
05.03.2012, 19:32
wenn der autoverkehr in den nächsten jahren so zunimmt wie vorhergesagt, dann ist es in vielen gegenden eh bald aus mit dem rennradfahren - da nützt der ganze fortschritt nix...:5bike:
Wer sagt denn sowas vorher? ADAC? :smileknik - Die wahren Experten :ä

Der Autoverkehr kann eigentlich nicht mehr weiter zunehmen, der hat laengst die Grenzen des Wachstums erreicht, Geld fuer noch mehr Strassen ist auch keins da und wenn, dann tobt der Widerstand (voellig zu Recht), der Sprit ist auch bald alle ...
Erhoehen koennte man hoechstens noch die Zeit, die jeder im Auto hockt aka im Stau verbringt :icon_mrgr :ä

Ja, ich sehe mit Freude, die Elektronikhupe findet Anklang. Die Klangvarianten 'Titanic kracht auf Eisberg' oder 'Boeing 707 beim Start' waeren noch eine gute Idee. Jaja, der A380 ist viel groesser ... aber nicht so laut! :D

LG ... Wolfi ;)

Ziggi Piff Paff
05.03.2012, 19:53
die Elektronikhupe findet Anklang

und wo kann ich bestellen oder zumindest begutachten.

Ich hab mir mal so eine Alarmsirene von Rose gekauft. Die wollte ich immer als Klingel verwenden... ist aber im Versuchsstadium gescheitert oder besser eingeschlafen.


Grüße
Wolfgang

OCLV
05.03.2012, 19:57
Erhoehen koennte man hoechstens noch die Zeit, die jeder im Auto hockt aka im Stau verbringt :icon_mrgr :ä

Deswegen gibt es heutzutage auch Autos mit Abstandsregelautomat, Massagesitzen, Sitzklimatisierung und Entertainmentsystemen. So hat man es im Auto z.T. bequemer als auf der heimischen Couch. Keine echte Fahrmaschine mehr.

Beim RR gibt es mittlerweile Leistungsmessysteme, GPS-Navis, elektronische Schaltungen und komplette Räder, die ein normaler Fahrradhändler ohne tiefgreifende Erläuterungen in Form von Bedienungsanleitungen nicht mehr reparieren kann. Ein unbedarfter RR-Fahrer, der nicht gerade technikversiert ist schon gar nicht. (ich rede vom Trek SpeetConcept mit Di2 und bauchigen Felgen von Zipp, andere werden hier nachziehen)

Für mich hat es seit 2004/2005 beim RR keinen nennenswerten Fortschritt mehr gegeben. Ob ein Rad nun nochmal ein Pfund leichter wird oder nicht, interessiert mich nicht.

Clouseau
05.03.2012, 20:00
Wer sagt denn sowas vorher? ADAC? :smileknik - Die wahren Experten :ä

Der Autoverkehr kann eigentlich nicht mehr weiter zunehmen, der hat laengst die Grenzen des Wachstums erreicht, Geld fuer noch mehr Strassen ist auch keins da und wenn, dann tobt der Widerstand (voellig zu Recht), der Sprit ist auch bald alle ...
Erhoehen koennte man hoechstens noch die Zeit, die jeder im Auto hockt aka im Stau verbringt :icon_mrgr :ä

Ja, ich sehe mit Freude, die Elektronikhupe findet Anklang. Die Klangvarianten 'Titanic kracht auf Eisberg' oder 'Boeing 707 beim Start' waeren noch eine gute Idee. Jaja, der A380 ist viel groesser ... aber nicht so laut! :D

LG ... Wolfi ;)

Mit autonomen Autos ist noch ziemlich Luft für dichteren Verkehr. :)

Thunderbolt
05.03.2012, 20:12
Ihr geht von falschen Vorraussetzungen aus.

Egal, was es zu kaufen gibt, ihr Rennradjunkies kauft doch sowieso was fahrbares.

7-8-9-10-11-16-fach. Egal. Ihr seid angefixt, gebt einen gewissen Betrag regelmässig aus. Und wenn es nur für Reifen, Ketten und Klamotten und Trinkflaschen ist.
Bestand. Keine Werbung oder sonstige Maßnahmen erforderlich.

Interessant sind nur die Neulinge. Die neuen Zielgruppen. Wachstum.
Die den Frühjahrstest mit 15 Rennrädern in der Tour lesen.

Die jungen, die mit dem Rennrad zum Sportplatz fahren.
Der gelangweilte Juppie.
Die Frauen. Nein, nicht die ambitioniert fahren. Die eins haben wollen, weil sie es können.
Ist Euch schon mal aufgefallen, wieviel Frauen-Klamotten im Herbst im Angebot sind?
Die, die sonst alles haben.

Da gibt es noch Potential, da muss man Carbonunterhosen dazu haben und Wurstblinker.

Dramato
05.03.2012, 20:17
Für mich hat es seit 2004/2005 beim RR keinen nennenswerten Fortschritt mehr gegeben. Ob ein Rad nun nochmal ein Pfund leichter wird oder nicht, interessiert mich nicht.

Genau das ist für mich einfach das Ungewohnte. Mein Traum von einem Rennrad sieht für mich genau so aus, wie 2005. Damals war das ungefähr so: Vamoots - 7800 Gruppe, bis auf die Kurbel - mindestens zwei klassische Laufradsätze, davon mindestens einer mit CK Classic, mindestens einer mit Open Pro Ceramic Felge, mindestens einer mit 28er Reifen, mindestens einer mit Vittoria open Reifen...

Klar, wahrscheinlich hätte ich heute einen anderen Lenker dran, als ich damals rangebaut hätte, anderes Lenkerband, anderes Licht... aber das ist ja normal.

Der für mich sehr ungewohnte Gedankengang ist vor allem, daß ich mir ganz gut vorstellen kann, an meinem nächsten Rad keine aktuellen Komponenten zu verbauen. Oder viel mehr anders herum: Ich kann mir zum ersten mal nicht vorstellen, daß ich aktuelle Komponenten verbauen werde.

Clouseau
05.03.2012, 20:18
Genau das ist für mich einfach das Ungewohnte. Mein Traum von einem Rennrad sieht für mich genau so aus, wie 2005. Damals war das ungefähr so: Vamoots - 7800 Gruppe, bis auf die Kurbel - mindestens zwei klassische Laufradsätze, davon mindestens einer mit CK Classic, mindestens einer mit Open Pro Ceramic Felge, mindestens einer mit 28er Reifen, mindestens einer mit Vittoria open Reifen...

Klar, wahrscheinlich hätte ich heute einen anderen Lenker dran, als ich damals rangebaut hätte, anderes Lenkerband, anderes Licht... aber das ist ja normal.

Der für mich sehr ungewohnte Gedankengang ist vor allem, daß ich mir ganz gut vorstellen kann, an meinem nächsten Rad keine aktuellen Komponenten zu verbauen. Oder viel mehr anders herum: Ich kann mir zum ersten mal nicht vorstellen, daß ich aktuelle Komponenten verbauen werde.

Gewöhn dich daran. :)

voiture_balai
05.03.2012, 20:30
So 'ne solarbetriebene Hupe nehm' ich auch!

Und dann hätt' ich gern, daß mir die aktuelle Wattleistung als Head-up Display in das Visier meines Zeitfahrhelms projiziert wird - dann brauch ich nicht immer runtergucken, denn das kostet wieder 0,05 Sekunden......
:D

Auf mich übt das Ausprobieren neuer Technik und das Tüfteln an innovativen Lösungen eine große Faszination aus und motiviert mich, zu versuchen, noch ein wenig schneller zu fahren. In welchem Sport sonst kann man sich mit einigermaßen vertretbarem finanziellen Aufwand und ein wenig Bastelei dasselbe Material zusammenstellen, das auch die absolute Weltspitze fährt? Mag sein, daß der Vergleich hinkt, aber Zeitfahren und das dazugehörige Material ist für mich die Formel 1 des kleinen Mannes - aber bezahlbar. Ich habe mein letztes Auto 2006 verkauft, das Geld in Carbon auf zwei Rädern investiert und halte mich seither an den Grundsatz, pro Jahr nicht mehr (in DM) in Radfahren zu investieren, als ich km auf der Straße zurücklege.
Und mein Fahrradhändler soll ja auch leben......;)

OCLV
05.03.2012, 20:45
Genau das ist für mich einfach das Ungewohnte. Mein Traum von einem Rennrad sieht für mich genau so aus, wie 2005. Damals war das ungefähr so: Vamoots - 7800 Gruppe, bis auf die Kurbel - mindestens zwei klassische Laufradsätze, davon mindestens einer mit CK Classic, mindestens einer mit Open Pro Ceramic Felge, mindestens einer mit 28er Reifen, mindestens einer mit Vittoria open Reifen...

Klar, wahrscheinlich hätte ich heute einen anderen Lenker dran, als ich damals rangebaut hätte, anderes Lenkerband, anderes Licht... aber das ist ja normal.

Der für mich sehr ungewohnte Gedankengang ist vor allem, daß ich mir ganz gut vorstellen kann, an meinem nächsten Rad keine aktuellen Komponenten zu verbauen. Oder viel mehr anders herum: Ich kann mir zum ersten mal nicht vorstellen, daß ich aktuelle Komponenten verbauen werde.

Wenn du dir meine Räder anschaust: genau das ist der Fall!
Hatte ja bis vor kurzem nen Giant TCR Advanced SL mit allem Schnickschnack der hip und modern ist.

Hat mir aber nicht so gut gefalen, wie mein De Rosa Merak, mein Trek Madone 5.9, Madone SL 5.9 oder die anderen Räder die ich immer mal wieder fahren durfte.
Also wurde es verkauft.
Was ist dafür gekommen. Ein Colnago Bj. 2003 (neu!) mit 10fach Record.
Die einzigen Teile, dies nicht schon bis 2005 Gab sind die Deda Superzero Stütze und der lackierte WCS 4-Axis Vorbau.
Jetzt kommt noch ein 05er Madone dazu, ok nicht wie damals mit der 7800, sondern der 7900. Aber ansonsten auch wieder nur mit "alten" Teilen. Die sind aber aus meiner Sicht wertiger als der neue Kram. Es ist wie mit den Frauen: wenn man weiß, was man dran hat, macht der Ritt irgendwie mehr Spaß! :D


Wie du sehe ich den Mehrwert der aktuellen Teile nicht.
Man schaue sich mal so Gestalten wie den 2012 Giant TCR Advanced SL an. Oder die LR von 3T, die extra seitliche Öffnungen in dem Felgen haben, damit man die Speichen schneller tauschen kann (:rolleyes:) Oder die 2013er SRAM Red, die schon im Februar 2012 vorgestellt wurde...

Bin zwar noch keine 30, aber wenn das so weiter geht, kaufe ich nur noch "altes" Zeug.

Ahnungsloser
05.03.2012, 21:23
ein hochinteressantes thema dass mich schon seit geraumer zeit beschäftigt und gerade wieder bei mir an aktualität gewinnt. ich fahr seit 2006 mit einem carbon cinelli, das ich im lauf der zeit immer weiter verbessert hab. angefangen mit chorus und zonda, fsa kurbel sowie im rahmenset enthaltenen anbauteilen bin ich nun bei fast komplett 10s record, boras und relativ leichten 3t anbauteilen. jetzt stehe ich vor der entscheidung mir zu meinem 40er ein neues rad zu gönnen (das ich überhaupt nicht brauch aber will :D). nach langen überlegungen bin ich zu dem entschluss gekommen dem cinelli eine neue 11s record zu gönnen damit ich unter 7kg komm (bei rahmengröße xl), aber wohin soll die reise bem neuen rad gehen? bestellt hab ich mir nun einen handgefertigten stahl italiener auf mass, den ich mit den 10s record teilen und custom lrs aufbauen werd. damit bin ich am zenit dessen angelangt was ich an technikspielerei für mich zulassen möchte.

btw.: hab auch einen garmin gps ein paar jahre verwendet den ich mittlerweile eingemottet weil ich das ding nie wirklich ausgereizt hab und der akku schwächelt.

mit diesen entschlüssen ist es für mich fix, mich für längere zeit aus dem fortschrittswahn rauszuhalten, die beiden räder werden mich sicher noch lange begleiten und mit denen kann ich mein potential mehr als auschöpfen. und spass am radfahren werd ich massig haben.
mein bahnrad ist selbergebruzzelt und das bottecchia mit dem ich ende der 80er in die schule gefahren bin nutze ich auch noch regelmäßig. der van nicholas titan crosser der 2008 die chorus abbekommen hat, ist fürs durchs gelände heizen vorzüglich geeignet. und für die eroica borg ich mir das dusika eines freundes aus, ins klassikerthema werd ich deshalb auch nicht reinkippen.

bitte was brauch ich mehr? elektronik, dísk und hydraulik und immer leichtere teile sicher nicht!
ich klink mich aus, aus der leichte besser teurer thematik und geh mit meinem fuhrpark in den aktiven radsportruhestand :D

baron
05.03.2012, 21:51
ja finde ich auch...

wobei ich die elektrischen Schalthebel für mein Triathlon Rad schon gerne hätte...:)

Grüße
Wolfgang



Kassettennabe, sehr wichtig.
Wenn ich an das Gewürge mit den Schraubkränzen denke wenn man was wechseln wollte.




Und die Klickpedale nicht vergessen.


Irgendwie musste ich da spontan an das hier denken...... :D

http://www.youtube.com/watch?v=7ddc9vv1Uwo

Was hat die Rennradindustrie je für uns getan....?

Rotalis
05.03.2012, 22:46
Irgendwie musste ich da spontan an das hier denken...... :D

http://www.youtube.com/watch?v=7ddc9vv1Uwo

Was hat die Rennradindustrie je für uns getan....?

Danke! You made my day! Lange nicht mehr gesehen, sehr gelacht und so passend :Applaus:

Ich selbst habe auch schon die Vierzig durchschritten, bin aber zum Glück bisher vom technischen boreout verschont geblieben. Ist immer auch eine Frage, wie man sein Hobby sieht und lebt. Für mich zum Beispiel macht das Schrauben am Drahtesel 50% des ganzen Spaßes überhaupt erst aus. Das ist für mich nicht - wie bei einigen -störendes Beiwerk, sondern überhaupt erst das Salz in der Suppe. Freue mich jedes Frühjahr wie ein Kleinkind, wenn ich die Räder stundenlang bis auf die kleinste Schraube und Feder auseinander nehmen und wieder zusammensetzen kann, Teile austausche, neues probiere. Je mehr, desto besser. Ich will gar kein no-problem Rad für die Ewigkeit!! Von daher bin ich allem neuen nach wie vor aufgeschlossen. Diese "brauche ich"-Frage stelle ich mir auch tendenziell sehr selten. Entweder löst etwas den "haben wollen"-Reflex aus oder eben nicht. Das ist mein Hobby, das darf und muss ganz sinnlos und unvernünftig sein. Und ich hoffe, dass dies genau so noch ganz lange anhält. Das heißt nicht, dass ich alles dranbaue, was man bekommen kann. Eine DA Di2 fand und finde ich toll und weiterbringend, bei einer Scheibenbremse würde ich streiken, 11-fach...warum nicht. Egal was, ich gebe mich jedenfalls nie der Illusion hin, dass ich dadurch auch nur eine Sekunde schneller bin, als mit einem meiner jeweils älteren Räder, muss auch gar nicht sein. Ist einfach der pure Spaß an der Freud eines leidenschaftlichen Hobbys!

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ursprünglich aus der MTB Ecke komme, aber die Rennradler gehen das Thema neue Techniken nach meiner Beobachtung manchmal etwas zu ideologisch verkrampft an. Im MTB aber auch Tri-Sektor ist man da viel aufgeschlossener und gelassener.

Tom vom Deich
05.03.2012, 23:48
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ursprünglich aus der MTB Ecke komme, aber die Rennradler gehen das Thema neue Techniken nach meiner Beobachtung manchmal etwas zu ideologisch verkrampft an. Im MTB aber auch Tri-Sektor ist man da viel aufgeschlossener und gelassener.

MTB fahre ich auch seit es 7fach STI gibt. Und gerade den MTBlern wurde wirklich jeder Mist schon verkauft, auch von den Magazinen, der sich später als der absolute Müll heraus stellte. MTBs sind auch bei vielen ohne sportlichen Ehrgeiz als Prestige Objekte begehrt, dagegen sehe ich im Rennradbereich mehr Leute, die wirklich trainieren wollen und ein Sportgerät benötigen und sich durch hohe Kosten nicht abschrecken lassen, solange sie denken, es macht etwas schneller. Also im Grunde etwas konservativer mit mehr Fokus aufs Training. Klar die Trias, die um jede Sekunde und jeden Platz kämpfen, sind bei ihrer Eitelkeit noch anfälliger für zeitsparende Anbauteile, weil ein Zeitfahrenen eben auch nur ein kleines Spektrum des eigentlichen Rennradfahrens ausmacht, wo man sich mit Material wirklich Sekunden erkaufen kann, die sich aber bei Gruppenfahrten bergauf und bergab wieder neutralisieren würden.
Jeder muss selber heraus finden, ob es für ihn Sinn macht, sein Geld für fiktive "Sekunden-Sparerei" zu verballern. Denke, in 98% liegt der Grund bei Spinnerei, Werbungsgläubigkeit/-verblendung, Akzeptanzsuche im Umfeld und einer Illusion, die vom Alltag ablenkt und Eitelkeiten.

SpacemanSpiff
06.03.2012, 00:33
Irgendwie musste ich da spontan an das hier denken...... :D

http://www.youtube.com/watch?v=7ddc9vv1Uwo

Was hat die Rennradindustrie je für uns getan....?
:Applaus::Applaus::Applaus:
Danke!!! So treffend!:D

Rotalis
06.03.2012, 00:43
MTBs sind auch bei vielen ohne sportlichen Ehrgeiz als Prestige Objekte begehrt

Das dürfte sich mindestens die Waage halten, eher sogar umgekehrt...mit nem MTB kann man heute eigentlich niemanden mehr in großes Staunen versetzen, muss man aber auch nicht.


dagegen sehe ich im Rennradbereich mehr Leute, die wirklich trainieren wollen und ein Sportgerät benötigen

Gaaaanz dünnes Eis...dann siehst du zu wenig echte MTBer, die machen nämlich gar keine Gefangenen :D Wir reden hier nicht über Stadtparkradler ;)


Und gerade den MTBlern wurde wirklich jeder Mist schon verkauft, auch von den Magazinen, der sich später als der absolute Müll heraus stellte.

Ja, eine gewisse trial and error Phase (undichte Dämpfer, nervtötend quietschende Scheibenbremsen mit Dauerfading) hat es da wohl gegeben :D Aber die Entwicklungsfortschritte hatten dafür auch eine vergleichsweise rasante Geschwindigkeit.

Clouseau
06.03.2012, 07:38
MTB fahre ich auch seit es 7fach STI gibt. Und gerade den MTBlern wurde wirklich jeder Mist schon verkauft, auch von den Magazinen, der sich später als der absolute Müll heraus stellte. MTBs sind auch bei vielen ohne sportlichen Ehrgeiz als Prestige Objekte begehrt, dagegen sehe ich im Rennradbereich mehr Leute, die wirklich trainieren wollen und ein Sportgerät benötigen und sich durch hohe Kosten nicht abschrecken lassen, solange sie denken, es macht etwas schneller. Also im Grunde etwas konservativer mit mehr Fokus aufs Training. Klar die Trias, die um jede Sekunde und jeden Platz kämpfen, sind bei ihrer Eitelkeit noch anfälliger für zeitsparende Anbauteile, weil ein Zeitfahrenen eben auch nur ein kleines Spektrum des eigentlichen Rennradfahrens ausmacht, wo man sich mit Material wirklich Sekunden erkaufen kann, die sich aber bei Gruppenfahrten bergauf und bergab wieder neutralisieren würden.


Ich weiß ja nicht aber für mich sind Rennradfahrer deutlich selbstverliebter als Mountainbiker.


Gaaaanz dünnes Eis...dann siehst du zu wenig echte MTBer, die machen nämlich gar keine Gefangenen :D Wir reden hier nicht über Stadtparkradler ;)

Ja, eine gewisse trial and error Phase (undichte Dämpfer, nervtötend quietschende Scheibenbremsen mit Dauerfading) hat es da wohl gegeben :D Aber die Entwicklungsfortschritte hatten dafür auch eine vergleichsweise rasante Geschwindigkeit.

Na ja beim Mounti wird jedes Jahr eine neue Federung als der Weisheit letzter Schluss verkauft. Einmal ist ein Eingelenker, dann 4fach dann wird VPP wieder bejubelt und so weiter. Zur Zeit toppt der Wirbel um die 29er und 2fach vorne...

Gruß

C.

Marco Gios
06.03.2012, 08:08
Ja, eine gewisse trial and error Phase ...

Elevated Chainstays. :D

Rotalis
06.03.2012, 09:52
Elevated Chainstays. :D

Gott, gab's da hässliche Teile :ü :D

mendel
06.03.2012, 10:28
Gott, gab's da hässliche Teile :ü :D

282038

:D

ProKalorie
06.03.2012, 10:37
ich habe die Diskussion auch ne Weile verfolgt und musste immer wieder schmunzeln. Sie könnte auch heissen: Campa oder Shimano, Carbon oder Alu...oder wie auch immer.
Es kommen immer die gleichen Lager zustande, wobei es diesmal relativ gemäßigt zugeht.

Denn es gibt keine Antwort auf die Frage Technik oder nicht.
Für den einen mag es sinnvoll sein (warum auch immer) für den anderen nicht. Und das ist auch ok.
Zum Beispiel Scheibenbremsen: Es gibt Leute die sagen, das ist Blasphemie oder vollkommen unsinnig.
Aber andere sagen im Winter, mit Schutzblechen wie auch immer macht es Sinn. Und wer hat Recht??

Kann man nicht sagen.
Einen Post weiter oben fand ich sehr gut, da stand sinngemäss drinne: Es gibt viele neue Erfindungen / Produkte, ich such mir die raus, die ich möchte oder brauche. Und genau so sieht es aus.
Man darf nicht jeden Müll glauben, aber es gibt wirklich auch immer sinnvolle Produkte.
Ich bin von 3 Wochen im Schneeregen gefahren, im Dunkeln. Und es ging ganz gut.
Vor 15 Jahren wäre es ein Kraus gewesen mit den alten klamotten, Halogenlampen mit Bleiakku usw.
Jeder hat seine Bedürfnisse und sucht sich das raus, was er wil.

Mein aktuelles Projekt ist einen alter Straßenrenner aus Stahl ganz einfach für die Stadt/ Kurzstrecken. Brauch ich nicht, ist mein Hobby. Und da kommt auch nur billiges und gebrauchtes Zeug dran...weil es mir Spass macht zu schrauben.
Könnte gut auf den Begriff Technikkrise passen.
Aber:
Im Herbst wird ein Scheibencrosser gebaut, weil ich die Schnauze voll hab mit den aktuellen Bremsen, NAchts den ´Taunus runterzubügeln. Diesen Winter gemacht. mein Kumpel hatte ne Scheibenbremse und der konnte so locker bremsen und ich hatte bald einen Krampf im Arm.
Andere malen, kochen, lesen, guggen Fernseh ...wir befassen uns mit radeln und Rädern.

Und sicher:
es gibt Quatsch. Aber wenn ich mir den alltäglichen Müll in der Glotze oder in Zeitungen sehe, ist unser Hobby nicht so schlecht.

In diesem Sinne;)

PiratPilot
06.03.2012, 10:45
Wer immer den neuesten Mist kauft, ist freiwilliger Testfahrer für die Industrie und bezahlt auch noch dafür. Meine Räder waren alle beim Kauf schon länger auf dem Markt und sind ausgereift. Sinnvolle Neuerungen der letzten Jahre waren meiner Meinung nach:
1. Garmin mit OSM-Karten
2. LiIo-Akkus und die Wirkungsgradsteigerung bei den LEDs

mendel
06.03.2012, 10:50
Ich glaube, den meisten geht es hier nicht um sinnvoll oder nicht.

Was ist denn bei einem Hobby schon wirklich sinnvoll oder rationell?

Wir waren / sind immer bereit gewesen, für unser Hobby eine Stange Geld hinzulegen für nur akademische Vorteile.

Was den meiste, denke ich sauer aufstösst, ist das Verhalten der Fahrradindustrie. Und ich verwende absichtlich das Wort Industrie.

Es scheint nur mehr darum zu gehen, dem Kunden einen Reiz zu schaffen, sich ein Neues Fah´rrad zu kaufen, und nicht mehr um Verbesserungen.

Meines Erachtens fällt auch im MTB Bereich das ganze Zinober um die Laufradgrößen genau darunter.
Aero, Komfort, STW -geschichten ebenfalls.

Und was auch zu beobachten war. Die Preisentwicklung war zunächst immer moderat ( ein schönes Rennrad haben zu wollen war schon immer teuer), aber in den letzten Jahren ist sie geradezu explodiert.

Früher hatte man für DM 5.000.- das Non-plus-Ultra. Dann für € 5.000.-

Jetzt bekommst du für die € 5.000.- mehr oder weniger Massenware, und die Spitzenmodelle sind in Regionen um die € 15.000.-

Da mag auch ein Teil der Technikverdrossenheit herkommen. Denn für marginale Verbesserungen ( und wir wissen alle, dass es sich nur in diesem Bereich abspielt) ein halbes Vermögen auszugeben, sind die meisten nicht mehr bereit, und reden sich die "Klassiker" schön.

wilson
06.03.2012, 11:02
IMHO gibt es kaum ein Produkt, dass so wenig innovativ ist, wie das Rennrad. Das Basiskonzept (Diamantrahmen mit Drahtbremsen und -schaltungen) ist eigentlich immer noch das selbe wie vor hundert Jahren. Geändert haben sich lediglich die Materialien und auch das nur sehr langsam und zögerlich und alle Jahre mal einen Gang mehr auf dem Ritzel kann man auch nicht wirklich als Innovation bezeichnen.

Beim MTB ist das schon etwas Anderes, wenn man bedenkt, mit was man noch in den 90ern den Berg runtergefahren ist.

PAYE
06.03.2012, 12:53
...

Wir waren / sind immer bereit gewesen, für unser Hobby eine Stange Geld hinzulegen für nur akademische Vorteile.
...
Und was auch zu beobachten war. Die Preisentwicklung war zunächst immer moderat ( ein schönes Rennrad haben zu wollen war schon immer teuer), aber in den letzten Jahren ist sie geradezu explodiert.

Früher hatte man für DM 5.000.- das Non-plus-Ultra. Dann für € 5.000.-

Jetzt bekommst du für die € 5.000.- mehr oder weniger Massenware, und die Spitzenmodelle sind in Regionen um die € 15.000.-

Da mag auch ein Teil der Technikverdrossenheit herkommen. Denn für marginale Verbesserungen ( und wir wissen alle, dass es sich nur in diesem Bereich abspielt) ein halbes Vermögen auszugeben, sind die meisten nicht mehr bereit, und reden sich die "Klassiker" schön.



Da ist viel Wahres dran.
Besser als "hervorragend" können auch neue Schaltungen nicht mehr funktionieren. Und "hervorragend" haben wir schon seit mindestens 5 Jahren, jedenfalls IMHO mindestens seit der 10fach Ära. Gilt auch für Bremsanlagen.
Gewicht: da hat sich in den letzten 5 Jahren eben nur noch marginal was getan, Carbon wurde flächendeckend eingeführt und zur Massenware.
Laufräder: war da was Wesentliches in den letzten 5 Jahren? :confused:

Insofern ist neben der Preissteigerung v.a. nur noch das Design ein echtes Thema gewesen.
Komfort, Aero etc. waren doch eher akademische Aspekte.

Lediglich das Thema elektrische Schaltung ist mal wieder ein richtiger Generationswechsel, der technisch interessant scheint. Ob man allerdings auf diesen Zug aufspringen mag muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Ob man fünfstellige Eurobeträge für ein attraktives Rennrad hinblättern kann & mag ist ebenfalls arg fraglich.

mendel
06.03.2012, 13:28
Lediglich das Thema elektrische Schaltung ist mal wieder ein richtiger Generationswechsel, der technisch interessant scheint. Ob man allerdings auf diesen Zug aufspringen mag muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
Ob man fünfstellige Eurobeträge für ein attraktives Rennrad hinblättern kann & mag ist ebenfalls arg fraglich.

Das schöne am Rennrad war ja immer seine relativ einfach zu handhabende Technik.
Dass man immer selber daran schrauben und tunen konnte.
Außerdem stand es immer einsatzbereit in der Garage. Keine leere Batterie, kein Diagnose-Gerät nötig.

Andererseits sollen die elektrischen ja schon sehr gut funktionieren.......

Muß wahrscheinlich, abseits des finanziellen, wohl jeder selbst entscheiden, was einem das wert ist.

skoon
06.03.2012, 14:07
Außerdem stand es immer einsatzbereit in der Garage. Keine leere Batterie, kein Diagnose-Gerät nötig.

Wenn ich einmal kostbare Zeit fürs Radfahren hab, laufe in die Garage und da ist die Batterie von der Schaltung leer, fliegt das Teil ...

Beaver
06.03.2012, 15:05
1994 ging es bei mir mit einem Hercules Titanal mit Ultegra 6400 8fach und Atlanta Felgen mit 32 Speichen los. Das Ganze wog gut 9kg, war bretthart und nicht gerade stabil (bei >70km/h mussten wegen des Flatterns die Knie ans Oberrohr), die Schaltung und Bremsen waren nicht schlecht aber auch nicht gerade perfekt.

18 Jahre später ist mein Renner gut 2,5kg leichter (ja, das merkt man dann doch :D ) und es gibt nichts mehr zu meckern: Steif, vibrationsdämpfend, Schaltung perfekt, Bremsen bissig - ausgereift eben.

So gesehen ein deutlicher Fortschritt, wenn auch dreimal so teuer...

Die Räder haben inzwischen einen Level erreicht, der alle "Grundbedürfnisse" erfüllt und nun kommen eben die Sachen, von denen wir bisher noch nicht gewusst haben, dass wir sie brauchen. :D Ist bei den Autos ja nicht anders.

Trotzdem stehe auch ich (vielleicht wegen des fortgeschrittenen Alters) den meisten Neuerungen skeptisch gegenüber und es will sich kein "will haben Reflex" einstellen.

Carbonfelgen hatte ich schon (Zipp 303), aber habe mich wieder davon getrennt. Bremsleistung, Empfindlichkeit und Schlauchreifen sind für mich nicht "alltagstauglich". Solche Räder sind gut fürs Psychotuning bei Rennen.

Eine digitale Schaltung macht für mich keinen Sinn, die mechanischen funktionieren doch tadellos, warum schwerere, hässlichere, stromabhängige Teile ans Rad schrauben, die auch noch komische Geräusche machen? ;) :D

Scheibenbremsen zerstören die filigrane Rennradoptik und das Hauptproblem ist doch, die Bremsleistung mit den schmalen Reifen auf die Straße zu bringen. Auf nassem Laub oder Sand kann das doch nur schief gehen.

11fach brauche ich nicht, mir fehlt kein Gang - das war bei 8fach noch anders. :D

Tja, also momentan bin ich auch schwer am Überlegen, mich mit Ersatz- und Verschleißteilen einzudecken und so lange wie möglich weiterzufahren. Bisher dachte ich immer, dass das neue Zeug dem aktuellen bestimmt überlegen sein wird, aber momentan glaube ich nicht, dass ich das brauche...

[ri:n]
06.03.2012, 15:14
Mich persönlich reizt das Neue auch nur bedingt. Columbus Stahl und Campa 10-fach reichen mir eigentlich dicke.

Man kann aber nicht von der Hand weisen, dass es eine Menge Neuerungen gab und gibt, die das Rennradfahren und das Drumherum wesentlich erleichtern. Hier wurde ja schon eine Menge aufgezählt. Die wesentlichen Verbesserungen sind für mich deshalb die unscheinbaren Dinge... Licht, GPS, Pedale, Lenkerformen, Sättel...

Schaltung und Rahmen bieten für mich erstmal keine neuen Reize, im Gegenteil. Was da in den letzten Jahren für ein Wust an Undurchsichtigkeit entstanden ist... alleine im Tretlagerbereich, da fehlt mir echt der Überblick. Dann die Tapered Steuerrohre, um im Labor besser als die anderen dazustehen. Unten 2", oben wieder 1", das fehlt noch in diesem Sammelsurium. Schade, dass man irgendwann den Kram mehr oder weniger mitmachen muss (oder man deckt sich halt mit Ersatzteilen ein).

Das Ganze ist aber auch hoffentlich eine Chance für die kleinen Unternehmen in der Branche, sich mit den guten alten Standards irgendwie halten zu können.

Bruno
06.03.2012, 15:39
Das Hauptproblem – und ich finde, das zeigen die obigen Beiträge mehrheitlich – ist, dass Neu-/Weiterentwicklungen v. a. Marketing-Erwägungen folgen.

Ist ähnlich wie bei den Computern Ende der 90er: Immer mehr Leistung fürs selbe Geld=effektiv ein Preisverfall.

Wie den stoppen?
Genau, durch neue features. Beim Compter durch die i. d. R. für den Heimanwender völlig überzüchteten Mehrkernprozessoren.
Beim Rennrad eben viel von jenem Gedöns, das über Clickpedale, 10fach Dura Ace etc. hinaus geht.

Denn mal ehrlich: Wie sonst sollte die (inzwischen insbesondere sehr, sehr stark auf englischsprachige Länder schielende) Industrie neue Kaufanreize setzen?
Wer, sagen wir: 1.700 bis 2.400 Euro Euro in die Hand nimmt, dafür bei Randon/Canyon/Rose zuschlägt, hat eigentlich "ALLES" (vom Grundpaket her betrachtet).
Top-Rahmen, absolut taugliche Komponenten, i. d. R. ordentliche LR, die für >20.000 km gut sind.
Und wir wissen es doch: Abgesehen von "haben wollen" oder "schön finden" braucht kein Mensch mehr, der nicht wesentlich mehr als 10 bis 15.000 km im Jahr fährt…

Aber das wäre dann null Wachstum. Und das ist wie in der ganzen Gesellschaft: Wachstum um jeden Preis muss scheinbar sein, wobei ja selbst Ökonomen schon fragen, ob/wo das je sein Ende finden sollte/könnte.

Man könnte x Beispiele finden. Autos z. B., von denen immer mehr bei 250 km/h abgeregelt werden, weil es kaum noch Motoren unter 200 PS gibt in gewissen Klassen.:ü

wilson
06.03.2012, 15:44
Scheibenbremsen zerstören die filigrane Rennradoptik und das Hauptproblem ist doch, die Bremsleistung mit den schmalen Reifen auf die Straße zu bringen. Auf nassem Laub oder Sand kann das doch nur schief gehen.

...

Das Problem hat man beim MTB ebenfalls oder anders gesagt schafft man es auch mit V-Brakes, einen Purzelbaum über den Lenker zu machen. Die Vorteile liegen m.E. nicht so sehr bei der Bremsleistung, sondern bei der besseren Dosierbarkeit und dem Erhalt der Bremsfunktion bei Regen. Zudem wären überhitzte Felgen bei Passabfahrten und deren Abnutzung passé. Auf der Nachteilseite wäre noch das wesentlich höhere Systemgewicht zu erwähnen.

Marco Gios
06.03.2012, 15:54
Die max. Bremsleistung kann man -wie am Crosser- wieder über die Scheibengröße etwas eindämmen, damit geht auch das Gewicht runter. Wenn dann noch die nächste Bremsengeneration abspeckt und es konsequent konstruierte Carbon-Laufräder dazu gibt, dann kann die Sache unterm Strich wirklich Sinn ergeben: Unter allen Umständen souveräne Bremsen, leichte Laufräder mit wenig Masse außen und etwas mehr innen, ... warten wir es mal ab. Aber das alles wird sicher mehr als 1-2 Evolutionsstufen benötigen, bis es wirklich eine "runde Sache" ist.

Lagrange
06.03.2012, 16:21
...Zudem wären überhitzte Felgen bei Passabfahrten passé.
Dafür haste überhitzte Scheiben und kochende Brühe...und danach null Bremsleistung. Mit ein wenig Pech ist dann der Fahrer passé.

robby_wood
06.03.2012, 16:44
Bei elektrischen Schaltungen wollt ich auch nicht nur das eine Rad haben. Andererseits wer im Winter fährt wie ich, muß auch immer schauen, dass der Akku aufgeladen ist, nicht so schwierig.

Ist ja hier ein gewollt philosophische Diskussion: in einer Lehmhütte habe ich natürlich andere Probleme, ob ich jetzt mit Daumen und Hebel, 2 Hebeln, 1 Hebel oder über Knöpfe schalte.

Anderseits, wenn ich nicht in der Lehmhütte wohne, Bock auf irgendetwas angebotenes habe, das Geld dafür, warum nicht.

Letzendlich ist alles eine Zwickmühle auch nicht kommunizieren ist kommunizieren und vermeintlich nicht zu konsumieren ist dann auch wieder das Gegenteil, dann geht man halt der Nostalgie-Welle auf den Leim, auch Moots etc. sind ja nicht preiswert und für alte Teile, zahlt man ja auch schöne Preise.

Denke sich und die Themen nicht zu wichtig zu nehmen, beim RR steht immer noch das Treten, Auspowern und Naturerlebnis im Vordergrund wird der Schlüssel sein.

paulipirat
06.03.2012, 17:03
Soll doch jeder das fahren, wonach ihm/ihr gelüstet bzw. was man sich leisten will oder kann. Es wird niemand gezwungen, eine Entwicklung oder einen Trend mitzugehen. Ob nun aus dem Bauch, mit dem Verstand oder sonst wie entscheiden wird, ist doch Wurscht. Manchmal machen Dinge, die andere für komplett daneben, überteuert, sinnlos oder schwachsinnig halten einfach sau viel Laune. Hauptsache ist doch, dass man Spaß mit seinem Rad und dem Sport hat. Auf welchem Bock auch immer.

bob600
06.03.2012, 17:29
1994 ging es bei mir mit einem Hercules Titanal mit Ultegra 6400 8fach und Atlanta Felgen mit 32 Speichen los. Das Ganze wog gut 9kg, war bretthart und nicht gerade stabil (bei >70km/h mussten wegen des Flatterns die Knie ans Oberrohr), die Schaltung und Bremsen waren nicht schlecht aber auch nicht gerade perfekt.

18 Jahre später ist mein Renner gut 2,5kg leichter (ja, das merkt man dann doch :D ) und es gibt nichts mehr zu meckern: Steif, vibrationsdämpfend, Schaltung perfekt, Bremsen bissig - ausgereift eben.

So gesehen ein deutlicher Fortschritt, wenn auch dreimal so teuer...

Die Räder haben inzwischen einen Level erreicht, der alle "Grundbedürfnisse" erfüllt und nun kommen eben die Sachen, von denen wir bisher noch nicht gewusst haben, dass wir sie brauchen. :D Ist bei den Autos ja nicht anders.

Trotzdem stehe auch ich (vielleicht wegen des fortgeschrittenen Alters) den meisten Neuerungen skeptisch gegenüber und es will sich kein "will haben Reflex" einstellen.

Carbonfelgen hatte ich schon (Zipp 303), aber habe mich wieder davon getrennt. Bremsleistung, Empfindlichkeit und Schlauchreifen sind für mich nicht "alltagstauglich". Solche Räder sind gut fürs Psychotuning bei Rennen.

Eine digitale Schaltung macht für mich keinen Sinn, die mechanischen funktionieren doch tadellos, warum schwerere, hässlichere, stromabhängige Teile ans Rad schrauben, die auch noch komische Geräusche machen? ;) :D

Scheibenbremsen zerstören die filigrane Rennradoptik und das Hauptproblem ist doch, die Bremsleistung mit den schmalen Reifen auf die Straße zu bringen. Auf nassem Laub oder Sand kann das doch nur schief gehen.

11fach brauche ich nicht, mir fehlt kein Gang - das war bei 8fach noch anders. :D

Tja, also momentan bin ich auch schwer am Überlegen, mich mit Ersatz- und Verschleißteilen einzudecken und so lange wie möglich weiterzufahren. Bisher dachte ich immer, dass das neue Zeug dem aktuellen bestimmt überlegen sein wird, aber momentan glaube ich nicht, dass ich das brauche...

Ich fahre parallel die 6400er Ultegra (Schon mit STIs und 2-Gelenkbremsen) und die 7800 DuraAce.
Und schalttechnisch merkt man da echt keinen Unterschied. Funktionieren beide tadellos. 8Gänge reichen eigentlich immer dicke und die Bremsen sind auch nicht schlechter und ich fahr mit denen Alpenpässe samt Gepäck.

i-flow
06.03.2012, 17:41
Deswegen gibt es heutzutage auch Autos mit Abstandsregelautomat, Massagesitzen, Sitzklimatisierung und Entertainmentsystemen. So hat man es im Auto z.T. bequemer als auf der heimischen Couch. (...)
Das ist auch 'folgerichtig', da im Auto mehr Zeit verbracht wird als zu Hause.

Wenn man einen Schritt weiterdenkt, erkennt man allerdings irgendwann, dass eigentlich diese hirn- und ziellose Hin- und Herraserei mit dem MIV irgendwie ziemlich krank ist.

LG ... Wolfi ;)

lucabrasi
06.03.2012, 18:17
IMHO gibt es kaum ein Produkt, dass so wenig innovativ ist, wie das Rennrad. Das Basiskonzept (Diamantrahmen mit Drahtbremsen und -schaltungen) ist eigentlich immer noch das selbe wie vor hundert Jahren. Geändert haben sich lediglich die Materialien und auch das nur sehr langsam und zögerlich und alle Jahre mal einen Gang mehr auf dem Ritzel kann man auch nicht wirklich als Innovation bezeichnen.


einspruch!

ich finde es geradezu faszinierend wie optimierungsfähig diese relativ banale und aus nur wenigen komponenten bestehende konstruktion "rennrad" ist.

die ingenieure überlegen einfach seit 100 jahren wie man eine seilzugbremse, ein speichenrad oder einen diamatrahmen besser machen kann

...super !!!

ein ignorant der dies nicht goutiert

vor allem in den letzten 20 jahren ist der er-fahrbare fortschritt doch eklatant spürbar.

ich freue mich über jedes neue produkt, natürlich gibt es wie in jedem entwicklungswettbewerb auch sackgassen und fehlentwicklungen, aber insgesamt wird alles besser

und da kann man wirklich jedes bauteil nehmen, sättel, lenker, alles ;
anpassbarkeit, die ergonomie, gewicht, die möglichkeiten seine persönlich gewünschten radeigenschaften, ob steif, komfortabel, aero, zu optimieren

wir leben in einem fahrradschlaraffenland!

nicht zuletzt kann man sich in diesem bereich, verglichen mit anderen hobby-spleens,
auch noch vergleichsweise preiswert austoben und es wird eigentlich immer preiswerter.

ein rad in profiqualität kostete vor 30 jahren im verhältnis zum übrigen "warenkorb" eklatant mehr,
wenn ich mich mal ab und zu auf eben dieses colnago super mit campa-sr, bj. 1982 setzte wird mir schlecht :)

und es ist hier nicht so wie z.b. im automobilbereich, wo die fahrt in einem auto aus den 50ern einen völlig anderen sinneseindruck vermittelt

her mit den weiterentwicklungen !

supertester
06.03.2012, 18:54
Zum Preis: Geht da noch mehr? Über 10.000 Euro für Rennrad halte ich dann doch für unangemessen. Selbst wenn man die Kohle über hat. Ich hätte irgendwo dann auch andere Interessen. Für Nobel-Rad bekomme ich auch schon netten Sportwagen.
Und sei es davon 3 Radurlaube zu machen.

Glaubt ihr, dass Markt jenseits der 15000€ da ist?

Oliver73
06.03.2012, 19:26
Ich habs schon hier und da verbreitet und ich bleibe dabei.

Radfahren, speziell Rennradfahren ist einfach nur geil, unabhängig vom Preis des verwendeten Rades.:)

Alles andere ist doch dann nur das suchen des speziellen im sowieso schon genialen:Angel:

lucabrasi
06.03.2012, 19:42
Zum Preis: Geht da noch mehr? Über 10.000 Euro für Rennrad halte ich dann doch für unangemessen. Selbst wenn man die Kohle über hat. Ich hätte irgendwo dann auch andere Interessen. Für Nobel-Rad bekomme ich auch schon netten Sportwagen.
Und sei es davon 3 Radurlaube zu machen.

Glaubt ihr, dass Markt jenseits der 15000€ da ist?


sportwagen für 10.000 ? null vergessen?

OCLV
06.03.2012, 19:52
Ja mindestens eine 0. Und am besten vorne noch die 1 durch ne 2 ersetzen.
Und nein: ein Opel Astra Cabrio ist kein Sportwagen. :D

Der Markt für solche Räder ist aber durchaus da.
Dass das dann meist nicht die U23 Fahrer oder Kilometerfresser sind, sollte klar sein.

Clouseau
06.03.2012, 20:29
Zum Preis: Geht da noch mehr? Über 10.000 Euro für Rennrad halte ich dann doch für unangemessen. Selbst wenn man die Kohle über hat. Ich hätte irgendwo dann auch andere Interessen. Für Nobel-Rad bekomme ich auch schon netten Sportwagen.
Und sei es davon 3 Radurlaube zu machen.

Glaubt ihr, dass Markt jenseits der 15000€ da ist?

Natürlich, sonst gäbe es die Räder nicht.

Kannst davon ausgehen das die Firmen im Vorfeld abchecken ob "Bedarf" an solchen Modellen besteht.

lucabrasi
06.03.2012, 20:36
.....ein Opel Astra Cabrio ist kein Sportwagen. :D....

stimmt :D

DröVoSu
06.03.2012, 20:45
1994 ging es bei mir mit einem Hercules Titanal mit Ultegra 6400 8fach und Atlanta Felgen mit 32 Speichen los. Das Ganze wog gut 9kg, war bretthart und nicht gerade stabil (bei >70km/h mussten wegen des Flatterns die Knie ans Oberrohr), die Schaltung und Bremsen waren nicht schlecht aber auch nicht gerade perfekt.



Auch 94 gab es günstige Räder, die nicht bei über 70 kmh flatterten.
Die Schaltung war zwar nicht so geschmeidig, dafür aber weitaus robuster (Vorallem die STIs und die Verschleißteile. Jedoch sind heutige Umwerfer/Schaltwerke resistenter gegen Ausleiern.).
Die Bremsen kann man mit Koolstop Bremsklötzen pimpen. (Habe ich mit Exage Bremsen gemacht.)
Auch damals gab es schon leichtere Felgen als die Atlanta.

Ich fahre Räder von 8,5 bis 15 kg (beladen noch mehr).
Gewicht wird eindeutig überbewertet.

Aerodynamik ist das Entscheidende. Das konnten die schlanken Rahmen von damals vermutlich besser.
Zudem hatte man auf den schlanken Rahmen mehr Bewegungsfreiheit (Oberschenkel vs. Oberrohr).

ColnagoTreter
06.03.2012, 20:48
Individualisierung fänd ich klasse. Lackierung aussuchen und dazu Maßrahmen, Maßschuhe, Maßsattel und
Maßbremsgriff oder auch Maßlenker. Die beiden letzteren gibt's noch nicht, oder?

FiorenzoMagni
06.03.2012, 21:42
Ich sehe noch Verbesserungspotential in der Haltbarkeit der Komponenten wie Kette, Kettenblatt, Ritzel. Eine Beschichtung mit Nanopartikeln z. B., damit Schmutz nicht so leicht haften kann, wäre auch schön. Einfach mit klarem Wasser abspülen, ohne Reinigungsmittel verwenden zu müssen. Froh bin ich über die Entwicklung der Helme. Peinlich, wie die vor 20 Jahren aussahen. Die vielen Tretlager"standards" und Steuersatz"standards" sind furchtbar. Das zeigen ja auch die vielen Nachfragen im Forum. Hoffentlich gibt es noch lange BSA-Gewinde!

Tristero
07.03.2012, 01:20
mir geht es soähnlich wie so manchem hier.
Nach dem Einstieg mit Papis altem Motta ungefähr 1993 konnte ich mir 1996 mein erstes richtiges schönes Rennrad leisten, ein Principia RSL. Damals habe ich Brügelmann, Rose und "Tour" auswendig gekannt und von Tune-Naben und Ergopowers geträumt (das Principia war noch mit Rahmenschalthebeln ausgestattet).
Die Technik war damals für mich einfach faszinierend. Dann schrittweise der Ausbau des Rades bis hin zum REX mit Tune-Laufrädern. Dann fing die Leichtbauwelle an,und ich kannte von jedem Teil das Gewicht und wußte, welches vertrauenswürdig ist und welches nicht. Das gipfelte im Aufbau eines 6,4 kg-Rades auf Basis des Scott Team Scandium 2003, mit Original-Lighties. War ein schönes Rad.
Zu der Zeit begann der Carbon-Trend, noch im selben Jahr gab es das erste CR1. Immer noch war ih regelmäßig Gast bei den Weight Weenies und kannte alle Gewichtsdaten und neuesten Trends.
So um 2004/05 herum setzte die Ernüchterung ein. Erstens waren alle Leichtbauräder, die von Leuten mit Ahnung aufgebaut waren, ähnlich wie ein schwarzes Scott/Obermayers/AX Clavicula/AX Stütze/Sattel/Gabel dem anderen. Zweitens setzte sich die ernüchternde Erkenntnis durch, dass es ein Heidengeld kostet, da immer am Ball zu bleiben, und der Effekt nur noch akademisch ist.
Kurz noch der nicht mehr realisierte Gedanke, auf Basis Spin noch was richtig Tolles aufzubauen, aber der richtige Drive war nicht mehr dahinter.
Der Mehrwert von 11-fach, elektrisch, Komfortrahmen, häßlichen Oversized Lenker-Vorbaukombis ist nicht erkennbar. Ein 6000€-Rad von 2012 fährt sich nicht anders als mein 2001er Rex, und mein Ti-Bolide ist zeitloser.
Ein bißchen wie bei Alpinski, irgendwann erkennt man, dass tatsächliche Inovationen alle 10-15 Jahre passieren (in meiner Zeit waren der Völkl P9, der erste Salomon Monocoque-Ski und dann die Carver die einzigen Quantensprünge), dazwischen steht jedes Jahr eine neu designte Oberfläche auf dem Vorjahresmodell und jede Menge heiße Luft aus den Marketingabteilungen.

Klassiker machen mehr Spaß fürs Geld, für die erwähnten 6000 Steine bekomme ich 3 Traumklassiker, oder 10-15 spannende Restaurierungsobjekte. Und je mehr man sich mit alter Rennradtechnik auseinandersetzt, desto deutlicher kannman den Bullshit von der echten Verbesserung unterscheiden.


Interessanter Bericht. Bei den Ski muss ich Dich aber korrigieren: Monocoque hat überhaupt nichts gebracht - außer die Herstellung deutlich günstiger zu machen. Das war ein riesen Marketinggag. Zwischen dem P9, der 1985 rauskam und dem ersten guten Carver für Europa, übrigens wieder Völkl, nämlich 1999 (oder schon 1998?) mit dem P30 Racecarver, lag eine sehr lange Zeit. Danach aber ging es deutlich schneller: Zu 2001 kamen die Slalomcarver (Rossignol 9S! - im Design angelehnt an den legendären Alberto-Tomba-Ski 7SK). Ähnliche Ski waren in der Saison davor schon als ausgereifte Funcarver (Atomic 9.11) zu kaufen. Um 2005 haben sich dann die stark taillierten Allmountains durchgesetzt (sehe Fischer mit der Big Stix-Linie hier vorne). Seit letzter Saison sind Rocker das Thema... Das waren alles Entwicklungen, die man mitgehen musste, um am Ball zu bleiben. --- Was ich sagen will: da ist schon mehr Bewegung. Die Entwicklung beim RR ist auch deshalb schleppend, weil die UCI die Tür einfach ziemlich weit zugeworfen hat.

Ob man deshalb gleich in Richtung Klassiker gehen muss, scheint mir zumindest nicht zwingend. Man kann sich auch einfach an der funktionalen Werthaltigkeit seines alten Krempels erfreuen und den einfach weiter fahren. :Applaus:

[ri:n]
07.03.2012, 01:59
Ob man deshalb gleich in Richtung Klassiker gehen muss, scheint mir zumindest nicht zwingend. Man kann sich auch einfach an der funktionalen Werthaltigkeit seines alten Krempels erfreuen und den einfach weiter fahren. :Applaus:

Ja, zwingend ist nichts.
Die Tendenz Richtung klassischer Rennräder zeigt für mich, dass zuletzt nicht wirklich viel aufregendes passiert ist, bzw. passieren konnte - so kompliziert ist das Konstrukt RR ja nicht - dass einem das alte Material madig machen könnte. Scheinbar muss das RR erst kompliziert gemacht werden (Disk und Elektroschaltung), um neue (Schein-)Fortschritte zu erzielen. Nett ist so ein modernes Rad bestimmt, jedoch auch nicht zwingend.

wilson
07.03.2012, 07:22
Dafür haste überhitzte Scheiben und kochende Brühe...und danach null Bremsleistung. Mit ein wenig Pech ist dann der Fahrer passé.

Nach mehr als 10 Jahren Erfahrung mit Scheibenbremsen in den Alpen kann ich nur sagen, dass das überhaupt kein Problem mehr ist. Voraussetzung natürlich, man wendet sie richtig an. Wie bei Felgenbremsen bremst man auch hier wohl dosiert und bei Bedarf und nicht konstant während der ganzen Abfahrt.

medias
07.03.2012, 07:48
Nach mehr als 10 Jahren Erfahrung mit Scheibenbremsen in den Alpen kann ich nur sagen, dass das überhaupt kein Problem mehr ist. Voraussetzung natürlich, man wendet sie richtig an. Wie bei Felgenbremsen bremst man auch hier wohl dosiert und bei Bedarf und nicht konstant während der ganzen Abfahrt.

Mit grossen Scheiben, beim RR sprechen sie von 100/120 Scheiben.

wilson
07.03.2012, 07:53
Richtig. Aber es gibt Konzepte, die zwei Scheiben Scheiben pro Rad vorsehen. Damit die Kraft symmetrisch übertragen und die Energie und Hitze auf zwei Scheiben aufgeteilt wird. Ansonsten wären natürlich grössere Scheiben notwendig.

medias
07.03.2012, 07:56
Richtig. Aber es gibt Konzepte, die zwei Scheiben Scheiben pro Rad vorsehen. Damit die Kraft symmetrisch übertragen und die Energie und Hitze auf zwei Scheiben aufgeteilt wird. Ansonsten wären natürlich grössere Scheiben notwendig.

Ja dann sind wir beim Motorrad, wer will sowas ausser ein paar Verwirrte.

Clouseau
07.03.2012, 07:58
Mit grossen Scheiben, beim RR sprechen sie von 100/120 Scheiben.

Vermute wenn du am Renner mit 140er, 160 oder 180er Scheiben anfängst hast im Bremsfall alles aber keinen Grip mit den Reifen.

hans herbert
07.03.2012, 08:23
bei der technik die es heute gibt muss man sich nur noch auf das fahren konzentrieren. "mehr" fahren.

supertester
07.03.2012, 09:24
sportwagen für 10.000 ? null vergessen?


Ja mindestens eine 0. Und am besten vorne noch die 1 durch ne 2 ersetzen.
Und nein: ein Opel Astra Cabrio ist kein Sportwagen. :D

Der Markt für solche Räder ist aber durchaus da.
Dass das dann meist nicht die U23 Fahrer oder Kilometerfresser sind, sollte klar sein.


Ich dachte freilich daran, das Fahrrad wirklich zu nutzen und nicht als Statusobjekt irgendwo hinzuhängen. 10.000 Euro ist ja auch noch "OK". Aber was ist mit 20.000 Euro? Wird man davon höhere Stückzahl los?

In dem Bereich bekommt man langsam gebrauchten Mustang oder Camaro. Nochmal 10.000 Euro drauf und man kann sich bald Neuwagen leisten.

Sicherlich gibst auch Leute, die 100.000 Euro ausgeben wollen. Aber irgendwann ist doch die Frage da, ob man sich nicht lächerlich macht?
Völlig klar, dass die Hersteller das Rad noch weiter als Statusobjekt etablieren wollen. Ich persönlich empfinde es aber ab gewissem Level als albern.

Albern finde ich dabei nicht mal solche Objekte herzustellen. Angebot und Nachfrage. Mich stört wie einige andere hier, dass die Preise für "normale" Räder im letzten Jahrzehnt explodierten.
In meiner Klasse hatten die ganz Dollen damals 5000 DM Hobel mit Dura Ace Komplett und Carbon Rahmen. Das war um 2001. Was bekommt man heute für 2500 Euro. Selbst wenn man die Inflation dagegen rechnet, frage ich mich, wie man das über Rohstoffe oder Design preislich begründen will.
Heute gibts dafür Carbonrahmen mit Trainings-LRS und ggf. Ultegra. Wollte man das Rad heute nachbauen, wäre man bei ca. 5000 Euro.

Clouseau
07.03.2012, 09:43
@Supertester

Bei der Euroumstellung wurde im Radsektor doch (gefühlt) 1:1 umgerechnet und danach ordentlich an der Preisschraube gedreht. :)

speedy gonzalez
07.03.2012, 10:25
man sollte nur noch in räder bis max. 1500 euro investieren! anschliessend wäre ich mal gespannt, was die hersteller dann in ein bis zwei jahren auf der eb präsentieren würden, da wären ü 2.000 euro räder vermutlich nur noch kleine randnotizen, weil sich kein schwein für interessiert...

speedy gonzalez
07.03.2012, 10:27
Und nein: ein Opel Astra Cabrio ist kein Sportwagen. :D



ein aktueller golf gti auch nicht.:D

ProKalorie
07.03.2012, 10:32
Niemand zwingt einen mehr als 2000 Euro auszugeben.

;)

Ich persönlich glaube auch nicht allen Marketingmüll den ich lese. Mittlerweile funktioneiren doch alle Firmen nach dem gleichen Modus: Maximum Rendite. Ist so.

Aber gerade beim Rennrad kann jeder auch für 1500- 2000€ einen guten Bock kaufen. Einer der besser läuft als früher die MAschinen. Das ist auch Innovation.
Und wer will gibt mehr aus. Wobei ich den Excess jenseits der 10000 Euro auch pervers finde.

Zum Thema: Verbesserungen, die ich regelmäßig nutze:

Li-Ionen Akku für die Lampe. Ich hab zuhause noch einen BLT Bleiakku und einen NiNM Akku von Lupine (Nightmare). Ich muss im Dunkeln trainieren und das auch auf schlechten Wegen. Da brauch ich gutes Licht. Abgesehen davon ist es geil.
Und da sind die neuen Lampen plus die Akkus einfach geil. Beim Handy meckert auch keiner über gute akkus.
Und passend zum Akku die LAmpen. Für 100 Euro gibt es Nachbauten von Lupine die abgehen.
Bekleidung: Windstopper. Für mich der Burner schlechthin. Ich bin ein schwitzer im Namen des Herrn und Windstopper membranen sind viel besser als die Dinger früher...Brügelmann Thermojacken.Jo;)
Die Laufräder. Ich hatte in den 90.igern viel mehr defekte als heute. Und ich war 5-10 kilo leichter und die straßen besser. Die Reifen sind besser und die Felgen auch. Ich bügel mit meinem 6,8 kg Rad durch den wald. Und es hält.

Die computer. Ob Sigma, Polar oder Garmin. Kein vergleich. Und es gibt für 20 euro einen TAcho.

Schaltung/Antrieb. Ist mittlerweile der HAmmer. Bei allen dreien. Und da ist auch das Problem. Die Firmen wollen überleben und müssen was verdienen. Und viel besser geht es nimmer....aber jeder kann ne Athena oder ne ultegra kaufen Niemand muss mehr ausgeben
Rahmen: es gibt gute Rahmen aus allen Materialien. Ob Stahl, Titan, carbon, Bambus oder Alu...

Mein Resumme. Wir regen uns machmal über etwas unnötig auf und dann wird übertrieben. Emotional überreagiert. Weil es kann doch jeder kaufen was er will. Und man kann heute für ein überschaubares Geld einen guten renner kaufen. Ob mein Nachbar das dreifache ausgibt ist doch wurscht. Wenn es ihm gefällt, soll er.Und wenn jemand glücklich ist mit einem 10fach Campa rad ist es auch gut.
Ich werde mir keine elektrische Schaltung kaufen. Aber ich warte ab, wie es sich entwickelt.
Die ganze westliche Welt tickt nach Konsum - pur. Wenn ich meinen Bekanntenkreis anschaue...was die einen technikmüll kaufen.
Dann lieber ein satz laufräder für 600-1000 euro und sich selbst bewegt. Plus ein schnitzel:D

greyscale
07.03.2012, 10:34
@Supertester

Bei der Euroumstellung wurde im Radsektor doch (gefühlt) 1:1 umgerechnet und danach ordentlich an der Preisschraube gedreht. :)

Das halte ich für (entschuldige bitte) dummes Zeug und allgemeinen Weltschmerz.

Die Brot-und Butterklasse (Alu, Ultegra) liegt nach wie vor bei ~1500 Euronen, Reifen kosten ~ das gleiche, Komplettgruppen sind eher billiger geworden.

Es gab da neulich auch eine ganz aufschlussreiche Aufstellung.

Dass die High-End-Boliden mittlerweile zum Teil € 15.000,- kosten sollen ist doch reines Marketing ohne jede technische Substanz.

g.

Beaver
07.03.2012, 10:48
Das geht hier gerade in eine falsche Richtung: Niemand wird kritisiert, weil der das neue Zeug kauft. Nur scheinbar gibt es immer mehr Leute, die den Sinn darin nicht mehr nachvollziehen können. Man braucht es einfach nicht.

Ich bin auch der Meinung, dass es viele neue Entwicklungen gibt, die einem das Radfahrerleben leichter gemacht haben - Gore Klamotten, Beleuchtung (war in den 90ern eine Katastrophe :) ), Fahrkomfort usw. Aber bei vielen Dingen ist es eben nicht so. Jeder kann natürlich kaufen, was er will.

Zur Preisentwicklung: Rennräder sind gerade bei Bänkern und sonstigen Neureichen (will hier niemandem auf den Schlips treten :D ) "in" - wenn man schon genug Autos hat, kauft man sich eben noch einen Renner dazu. Auf ein paar Tausend mehr oder weniger kommt es da nicht an. Die 15T€ Räder sind oft ja auch teurer als die Summe der Einzelteile. Bei Statussymbolen ist der Preis aber wichtig. :D

nafetsgurk
07.03.2012, 11:54
so isses, während der immer noch dauernden, sogenannten krise verkauft porsche mehr autos denn je und bei den rädern siehts im 5-stelligen preisbereich wohl ähnlich aus. gehts wieder " aufwärts " normalisiert sich wieder so manches - hahaha - schön wärs...:D:D:D

supertester
07.03.2012, 12:04
Die ganze westliche Welt tickt nach Konsum - pur. Wenn ich meinen Bekanntenkreis anschaue...was die einen technikmüll kaufen.
Dann lieber ein satz laufräder für 600-1000 euro und sich selbst bewegt. Plus ein schnitzel:D

Ist bei mir noch viel stärker. Obwohl ich entsprechend tätig bin, langweilt mich die ganze Technik. Wenn mans beruflich braucht, OK. Aber ich will kein Smartphone, keinen Tablet, keinen Ipod. Heimkino kaufe ich mal. Aber mir fehlt derzeit die Zeit dafür.
Zum Programmieren und Arbeiten reicht mein Selbstbau-Rechner von 2008. Den kann ich wenigstens selbst reparieren. Früher machte mich "Mehr Power" an. Heute kaufe ich nur das, was ich benötige. Notebook, Netbook etc. pp. brauche ich. Daher habe ich sowas. Aber gekauft wurde es aus Bedarf, nicht weil es cool ist.

Heute wünschte ich, schon in der Pubertät so gedacht zu haben. Für das Geld lieber Rennrad und Rennen gefahren, als Verletzungen noch "egal" waren.
Das Überangebot ist einfach zu derb mittlerweile. Mithalten ist schon zeitlich unmöglich. Also lässt man es bleiben.

lucabrasi
07.03.2012, 13:10
da wir immer auf die autos zurückkommen und hier irrtümlicherweise alle annehmen dass die räder teurer würden, folgender vergleich:

ein gutes profirad ohne schickimicki kostete 1982 6.000 DM, eine neuer 911er 63.500 DM, also faktor 10

heute gibt es für 6.000 € ein vergleichbares radlevel zu kaufen, ein neuer 911er kostet 120.000 € also faktor 20

Clouseau
07.03.2012, 13:18
Das halte ich für (entschuldige bitte) dummes Zeug und allgemeinen Weltschmerz.

Du hast mein "gefühlt" gelesen? :ü

Mir ist klar das dem nicht so ist, aber manchmal hat man schon ein bisschen den Eindruck wie wenn docht.

(Erinnere mich z.b. wie ich bei nem teuren Radhändler mal ein C40 angeschmachtet hatte, der Rahmen hat ziemlich genau 4000 DM gekostet und sofern ich mich erinnern kann mit das edelste was man kriegen konnte. Heutzutage starten die wirklichen Edelrahmen ja erst bei 4000 Euro).

Und auch Inflationsbereinigt rufen manche Marken mittlerweile Preise auf die bis vor einigen Jahren customgefertigten Titan oder Carbonrahmen vorbehalten waren.


da wir immer auf die autos zurückkommen und hier irrtümlicherweise alle annehmen dass die räder teurer würden, folgender vergleich:

ein gutes profirad ohne schickimicki kostete 1982 6.000 DM, eine neuer 911er 63.500 DM, also faktor 10

heute gibt es für 6.000 € ein vergleichbares radlevel zu kaufen, ein neuer 911er kostet 120.000 € also faktor 20

Profirad für 6000 Euro? Sicher?

martl
07.03.2012, 13:20
da wir immer auf die autos zurückkommen und hier irrtümlicherweise alle annehmen dass die räder teurer würden, folgender vergleich:

ein gutes profirad ohne schickimicki kostete 1982 6.000 DM, eine neuer 911er 63.500 DM, also faktor 10

heute gibt es für 6.000 € ein vergleichbares radlevel zu kaufen, ein neuer 911er kostet 120.000 € also faktor 20

welches rad soll 1982 6000DM gekostet haben?

Marco Gios
07.03.2012, 13:20
Profirad für 6000 Euro? Sicher?

Vielleicht nicht gerade den VengeMcLaren den das werbemäßige Aushängeschild des Teams untern Hinter geschoben bekommt, aber der handelsübliche Profi ist damit mehr als gut bedient.

Quarkwade
07.03.2012, 13:23
Wobei ein 1982 Elfer nur 231 PS hatte und heute 400 aufgerufen werden. Anders beim Fahrrad, durch diese "lästigen" Doping-Kontrollen ist da Leistung kaum höher als 1982 :D

Clouseau
07.03.2012, 13:24
Vielleicht nicht gerade den VengeMcLaren den das werbemäßige Aushängeschild des Teams untern Hinter geschoben bekommt, aber der handelsübliche Profi ist damit mehr als gut bedient.

Na gut,

aber die 6k 1982 waren auch die Edelrenner für den Topstar, oder?


Egal, zurück zum eigentlichen Thema. :)

Stefftschik
07.03.2012, 13:27
Das geht hier gerade in eine falsche Richtung: Niemand wird kritisiert, weil der das neue Zeug kauft. Nur scheinbar gibt es immer mehr Leute, die den Sinn darin nicht mehr nachvollziehen können. Man braucht es einfach nicht.

Ich bin auch der Meinung, dass es viele neue Entwicklungen gibt, die einem das Radfahrerleben leichter gemacht haben - Gore Klamotten, Beleuchtung (war in den 90ern eine Katastrophe :) ), Fahrkomfort usw. Aber bei vielen Dingen ist es eben nicht so. Jeder kann natürlich kaufen, was er will.

Zur Preisentwicklung: Rennräder sind gerade bei Bänkern und sonstigen Neureichen (will hier niemandem auf den Schlips treten :D ) "in" - wenn man schon genug Autos hat, kauft man sich eben noch einen Renner dazu. Auf ein paar Tausend mehr oder weniger kommt es da nicht an. Die 15T€ Räder sind oft ja auch teurer als die Summe der Einzelteile. Bei Statussymbolen ist der Preis aber wichtig. :D

Ich geb dir insgesamt recht, allerdings sehe ich selbst ein 15T€ Rad nicht als Statussymbol. Warum? Weil es keiner erkennt. Eine Rolex oder einen Porsche 911 wahlweise Ferrari kennt im Grunde jeder. Wenn ich auf einem 15T€ Rad sitz, erkennt kaum einer, dass ich da jetzt ein Rad der teuersten Kategorie fahre. Der Normalmensch nicht und auch die meisten Rennradler nicht. Es wird (Gott sei Dank) nicht erkannt und taugt deshalb nicht als Statussymbol. Deshalb ist es auch keins.
Deshalb "buttere" ich lieber viel Geld in ein Rad als in ein Auto, weil es von den meisten eben nicht als extrem teueres "Luxusstück" erkannt wird. Mein Baum hat bisher keine Sau erkannt (Gott sei Dank), die meisten Radhändler kennen es nicht einmal. Einzig ein Mädel das von Rennrädern keinen blassen Schimmer hat, hat mich einmal darauf angesprochen. Sie fand es einfach "hübsch". Das ist mir deutlich lieber als dass es sofort von jedem als teures Stück erkannt wird.

Stefftschik
07.03.2012, 13:33
so isses, während der immer noch dauernden, sogenannten krise verkauft porsche mehr autos denn je und bei den rädern siehts im 5-stelligen preisbereich wohl ähnlich aus. gehts wieder " aufwärts " normalisiert sich wieder so manches - hahaha - schön wärs...:D:D:D

Wahrscheinlich deshalb, weil gerade in der Krise auch den doofen Reichen klar wird, dass Geld im Grunde genommen überhaupt keinen Wert hat, sondern nur das was man damit anfängt.... ;)

Sigi Sommer
07.03.2012, 13:52
so isses, während der immer noch dauernden, sogenannten krise verkauft porsche mehr autos denn je und bei den rädern siehts im 5-stelligen preisbereich wohl ähnlich aus. gehts wieder " aufwärts " normalisiert sich wieder so manches - hahaha - schön wärs...:D:D:D

IMO hat das heutige Kaufverhalten nur bedingt etwas mit Krise zu tun.

Vor 30 Jahren habe ich die Mücken für einen Renner bar auf den Tisch gelegt.

Heute drückst Du auffn Knopp ... 3-2-1 meins :D ... ach so - keine Kohle da :confused: Wurscht - Dispo oder Finanzierung über 96 Monate :5bike: ...

chaval
07.03.2012, 13:55
Freunde,

wir reden hier über ein HOBBY! Und da geht es um SPASS!

Mich fragen auch immer Kollegen: Was, Du gibst 3000 Euro für ein Fahrrad aus? Meine Antwort ist immer, dass es Menschen gibt, die 3000 Euro für eine Uhr ausgeben, und die zeigt auch nur die Zeit an. Oder mein Vater gibt 1000 Euro für eine Briefmarke aus. Und das ist in allen Fällen OK, weil ein es Hobby ist und Spass und Freude bereitet. Einzige Bedingung: Das Geld muss "über" sein.

Und dann ist alles weitere fast egal, Oldtimer mit Rahmenschaltung oder Carbonhobel: Hauptsache sind der Stolz und die Freude. Es gibt kein richtig oder falsch.

Sinnkrisen gibt es immer, die liegen aber im Betrachter. Besonders Männer um die 40/50 (ich auch) neigen dazu. Die Sinnsuche ist generell ein Problem dieses Lebensabschnitts. Das Älterwerden muss man akzeptieren (oder durch eine junge Frau, ein schnelles Auto, Lifting und Fettabsaugen ignorieren). Nachlassende Leistungsfähigkeit kann man auch durch mehr Freude kompensieren. Und da kommt dann wieder das Hobby ins Spiel.

Jedem das Seine, solange es keinem schadet und Spass macht.

Gruß
Chaval

Pedalierer
07.03.2012, 13:59
Wer sein Rad auf Kredit kauft, der ist doch wohl ne arme Wurst (nicht im materiellen Sinne, sondern geistig).

Sigi Sommer
07.03.2012, 14:04
welches rad soll 1982 6000DM gekostet haben?

Wäre damals zu dem Preis als fertiges Handelsprodukt nicht verkäuflich gewesen - '82 hätte ein Rennrad auch nicht für die Symbolik des Establishment getaugt, in der heutigen Freizeitgesellschaft hängt ein Fascenario mit Lighties ganz prima in der Garage zwischen Cayenne und C63 und sendet gewünschte Signale.

lucabrasi
07.03.2012, 14:07
Wobei ein 1982 Elfer nur 231 PS hatte und heute 400 aufgerufen werden. Anders beim Fahrrad, durch diese "lästigen" Doping-Kontrollen ist da Leistung kaum höher als 1982 :D

ein 82er 911sc hatte 204 ps, fuhr aber gefühlt genau so schnell wie ein heutiger
die technische entwicklung auto-rad ist in den letzten 30 jahren aus meiner sicht vergleichbar

welches rad 1982 6.000 DM kostete? meins z.b.: colnago super mit campa superrecord, mavic gp4 felgen, selleitalia turbo-sattel, cinelli lenker/vorbau, alles gutes zeugs aber nicht aussergewöhnliches,

da könnt ihr rechnen wie ihr wollt, vergleichbares radmaterial ist heute im vergleich erheblich günstiger !

Clouseau
07.03.2012, 14:48
Ich geb dir insgesamt recht, allerdings sehe ich selbst ein 15T€ Rad nicht als Statussymbol. Warum? Weil es keiner erkennt. Eine Rolex oder einen Porsche 911 wahlweise Ferrari kennt im Grunde jeder. Wenn ich auf einem 15T€ Rad sitz, erkennt kaum einer, dass ich da jetzt ein Rad der teuersten Kategorie fahre. Der Normalmensch nicht und auch die meisten Rennradler nicht. Es wird (Gott sei Dank) nicht erkannt und taugt deshalb nicht als Statussymbol. Deshalb ist es auch keins.
Deshalb "buttere" ich lieber viel Geld in ein Rad als in ein Auto, weil es von den meisten eben nicht als extrem teueres "Luxusstück" erkannt wird. Mein Baum hat bisher keine Sau erkannt (Gott sei Dank), die meisten Radhändler kennen es nicht einmal. Einzig ein Mädel das von Rennrädern keinen blassen Schimmer hat, hat mich einmal darauf angesprochen. Sie fand es einfach "hübsch". Das ist mir deutlich lieber als dass es sofort von jedem als teures Stück erkannt wird.


Das stimmt auch wieder...

...(bin vor Jahren von nem Schlipsträger auf mein seliges Klein angesprochen worden..."Wie geil ist das Ding denn." :D ).

Aber zurück zum Startthema. Ich denke die Prioritäten ändern sich im Laufe der Zeit auch einfach:

Konnte ich an mir im letzten Jahr beobachten. Das superleichte Rennrad stand wochenlang nur rum. Habe "meine" Kilometer mit dem schweren Arbeitsbock zusammenbekommen und am Wochenende wollte ich mit dem Bike ins Gelände.

Das Arbeitsrad hatte ich schon auf Ultegra-Niveau gebracht und mit guter Beleuchtung ausgestattet was blieb also übrig?

Wie in der Tour beschrieben ein Titan-Winter-Arbeitsrad aufbauen? Dafür fuhr der alte Bock zu gut und macht zu viel Spaß. :ü

Nach wochenlangen Überlegen stand die Entscheidung dann fest. Carbonrenner verkaufen, ein günstiges Spaßmobil für Straße und Gelände aufbauen, das ganze im "Budget"bereich halten und dafür in gute Klamotten (Helm, Brille etc) investieren.

Denke andere haben auch so eine ähnliche Entwicklung erlebt.

Gruß

C.

Marco Gios
07.03.2012, 15:03
aber die 6k 1982 waren auch die Edelrenner für den Topstar, oder?

Mit vergoldeten KB-Schrauben & Gravuren auf Vorbau, Stütze und großem (=52er) Kettenblatt, als Sonderausstattung vllt. noch mit einem 41er Bergblatt ausgerüstet. :D

martl
07.03.2012, 15:18
ein 82er 911sc hatte 204 ps, fuhr aber gefühlt genau so schnell wie ein heutiger
die technische entwicklung auto-rad ist in den letzten 30 jahren aus meiner sicht vergleichbar

welches rad 1982 6.000 DM kostete? meins z.b.: colnago super mit campa superrecord, mavic gp4 felgen, selleitalia turbo-sattel, cinelli lenker/vorbau, alles gutes zeugs aber nicht aussergewöhnliches,

da könnt ihr rechnen wie ihr wollt, vergleichbares radmaterial ist heute im vergleich erheblich günstiger !

die originalrechnung würde ich gerne sehen. die top-raeder im bruegelmann aus der zeit lagen bei 3000~, cirka.
rahmen slx 1400dm
die feinsten lr mit recordnaben: 550dm
super record-gruppe: 1200dm
vorbau, lenker: je 40-60dm sattel vielleicht 70.

wo sind denn da die anderen 3000dm

noch 1993 konnte man sich ein klein quantum 2 mit dura ace für unter 4000 bauen. und der quantum 2 war teurer als jeder zeitgleiche stahlrahmen

Stefftschik
07.03.2012, 15:30
Freunde,

wir reden hier über ein HOBBY! Und da geht es um SPASS!

Mich fragen auch immer Kollegen: Was, Du gibst 3000 Euro für ein Fahrrad aus? Meine Antwort ist immer, dass es Menschen gibt, die 3000 Euro für eine Uhr ausgeben, und die zeigt auch nur die Zeit an. Oder mein Vater gibt 1000 Euro für eine Briefmarke aus. Und das ist in allen Fällen OK, weil ein es Hobby ist und Spass und Freude bereitet. Einzige Bedingung: Das Geld muss "über" sein.

Jedem das Seine, solange es keinem schadet und Spass macht.

Gruß
Chaval

Das steht ausser Frage. :Applaus:

Ianus
07.03.2012, 15:46
Wer sein Rad auf Kredit kauft, der ist doch wohl ne arme Wurst (nicht im materiellen Sinne, sondern geistig).

Heutzutage wird doch jeder Konsumartikel zur Finanzierung angeboten..... Fernseher, Autos, Uhren, Hifi-Anlagen, Küchengeräte.... warum also auch kein Fahrrad. Mein Centurion NoPogo von 1997 war damals eine 12-Monate Finanzierung. Hätte ich natürlich auch ansparen können, aber dann hätte ich ein Jahr kein MTB fahren können.... und was waren das für schöne Touren damals :Angel:

Stefftschik
07.03.2012, 15:52
Heutzutage wird doch jeder Konsumartikel zur Finanzierung angeboten..... Fernseher, Autos, Uhren, Hifi-Anlagen, Küchengeräte.... warum also auch kein Fahrrad. Mein Centurion NoPogo von 1997 war damals eine 12-Monate Finanzierung. Hätte ich natürlich auch ansparen können, aber dann hätte ich ein Jahr kein MTB fahren können.... und was waren das für schöne Touren damals :Angel:

Kommt auch ein wenig drauf an wieviel Fahrräder man schon hat, wie teuer das Rad, wie hoch der Kredit und wieviel Kredite jemand sonst noch am Laufen hat...

ProKalorie
07.03.2012, 15:54
die originalrechnung würde ich gerne sehen. die top-raeder im bruegelmann aus der zeit lagen bei 3000~, cirka.
rahmen slx 1400dm
die feinsten lr mit recordnaben: 550dm
super record-gruppe: 1200dm
vorbau, lenker: je 40-60dm sattel vielleicht 70.

wo sind denn da die anderen 3000dm

noch 1993 konnte man sich ein klein quantum 2 mit dura ace für unter 4000 bauen. und der quantum 2 war teurer als jeder zeitgleiche stahlrahmen

konnten auch richtig kohle kosten.

Wenn man paris Roubaix gefahren ist...die waren sackteuer. Weiss noch!
ich fragte mich immer als bub, wer soviel Kohle ausgeben will...und für was??GP4 waren 40 mark..sind halt abundzu die Felgen gerissen, dann halt neue rein:D

Die reifen waren auch teuer. 60 - 80 mark
Ich hab so 4000-5000 im kopf für einen Top Italorenner.
Aber weiß ich auch nicht so genau.
Die Toprahmen von Colnago waren teurer als 1400.
Für 1400 gab es Basso, ich glaub Pina auch...aber ohne Gewähr.
Ein Look oder TVT Rahmen hat so 3000 MArk gekostet

War auch schon viel Geld.

Sigi Sommer
07.03.2012, 16:01
Heutzutage wird doch jeder Konsumartikel zur Finanzierung angeboten..... Fernseher, Autos, Uhren, Hifi-Anlagen, Küchengeräte.... warum also auch kein Fahrrad. Mein Centurion NoPogo von 1997 war damals eine 12-Monate Finanzierung. Hätte ich natürlich auch ansparen können, aber dann hätte ich ein Jahr kein MTB fahren können.... und was waren das für schöne Touren damals :Angel:

Was hat das Rad seinerzeit gekostet: rund 1.500 DM? Der Lustgewinn ist ja die Triebfeder für schnelle Finanzierungsgeschäfte - ich will gern, hab aber nicht :D - ist in Deinem Fall wohl gutgegangen, aber es sind genau solche relativ bezahlbaren Konsumgüter, welche die Masse (Jugend?) in frühe Insolvenznöte treiben. Der Markt arbeitet nach diesem Prinzip - propagieren sollte man sowas nicht unbedingt :Angel:

Noize
07.03.2012, 16:05
Ein Puch Mistral Ultima mit dem ganzen teuren Schnickschnack von 1984 drauf (Campa Super Record usw..) kostete 29.500 ATS, also 2.150 EUR

Patrice Clerc
07.03.2012, 16:19
konnten auch richtig kohle kosten.

Wenn man paris Roubaix gefahren ist...die waren sackteuer. Weiss noch!
ich fragte mich immer als bub, wer soviel Kohle ausgeben will...und für was??GP4 waren 40 mark..sind halt abundzu die Felgen gerissen, dann halt neue rein:D

Die reifen waren auch teuer. 60 - 80 mark
Ich hab so 4000-5000 im kopf für einen Top Italorenner.
Aber weiß ich auch nicht so genau.
Die Toprahmen von Colnago waren teurer als 1400.
Für 1400 gab es Basso, ich glaub Pina auch...aber ohne Gewähr.
Ein Look oder TVT Rahmen hat so 3000 MArk gekostet

War auch schon viel Geld.

Natürlich hat's Leute gegeben, die damals viel zu viel bezahlt hatten, v.a. für im wahrsten Sinne oberflächlichen Schischi (ausgefräste Kettenblätter mit bemalten Ausfräsungen und ähnliches). Ein Columbus-SL-Rahmen mit Super Record Teilen und den üblichen Verdächtigen bezüglich Anbauteilen hatte gute 2500 CHF (bei Radsport Gerber ca. 2200 CHF gekostet), also ca. 3200 DM (resp. 2700 DM). Brügelmann entsprach preislich Radsport Gerber oder lag noch ca. 10 % darunter.

Wenn man heute bei Discounter kauft, wird man ca. 2500 Euro für ein selbst im Rennsport voll taugliches Gerät bezahlen, also ungefähr Kaufkraft bereinigt nicht mehr aber auch nicht substanziell weniger als damals.

Wenn man auf einen glänzenden Namen auf dem Standard-Rohr verzichtet hatte (es gab ja eigentlich nur Columbus SL oder SP für die schweren und Reynolds 531 resp. ganz selten mal 753) oder heute verzichtet (ein Planet-X-Rahmen für 500 Euro inkl. Gabel ist ja auch nicht schlechter als irgend ein Marketing-Name), dann lässt sich das sehr gut vergleichen.

Mit den Marketing-Produkten, egal ob damals Colnago oder heute Cervelo, zahlt und zahlte man Fantasie-Preise.

lucabrasi
07.03.2012, 17:38
ein blöder superrecord 6-fach schraubzahnkranz kostete 450,- mark (!!!!!), ein paar sr-bremsen 350,- mark, usw.,usw.
dann gab es auch diese ganzen sonderserien superrecord 50anni, superrecord mit colnago-fräs-chichi,
rahmen mit chrom-tralala und fresco-intarsien :), es gab titanfelgen, holzfelgen, laufräder grundsätzlich
custom-made, die laufrad-künstler waren alles diven die sich ihre arbeit gut bezahlen liessen, usw.....

expresionisti
07.03.2012, 17:48
Rennrad fahren ist für mich durchaus die Kombination aus Technik-Affinität und Sport. Dazu rauskommen aus der Stadt, Natur, Jahreszeiten, auspowern, Birne durchpusten...
Dito:Bluesbrot




Aber all die Technik-Neuerungen, egal ob 11-fach, elektronische Schaltung oder Scheibenbremsen, wecken bei mir überhaupt keine Begierden. Noch nicht einmal Lust. Selbst Carbon-Felgen machen mich nicht an.

Na und! Kauf bzw fahr doch einfach das was Dir gerade Freude bereitet, und gut ist es.



Gibt es noch mehr Fahrer, denen es im Augenblick (extrem) so geht?

Jein, zu mindestens bei den ganzen STW-Schleudern, Aero-Gurken, und der wohl neuesten Sau namens Scheibenbremse am RR. Aber irgendwie müssen die Rennradbravos und Foren ja voll werden:D

Marco Gios
07.03.2012, 17:48
...kostete ...,- mark (!!!!!), ...,- mark, usw.,usw.
...sonderserien, ...-fräs-chichi, ... mit chrom-tralala und fresco-intarsien :), ... grundsätzlich
custom-made, ...alles diven die sich ihre arbeit gut bezahlen liessen, usw.....

Im Grunde also alles schon damals genau wie heute: Von einfach über toll und weiter zu edel bis hin zu exklusiv und weiter zu völlig abgehoben ... :D

PAYE
07.03.2012, 18:17
... die top-raeder im bruegelmann aus der zeit lagen bei 3000~, cirka.
...

Ich erinnere mich überhaupt nicht an Preise > 5000 DM im Brügelmann-Katalog, so lange DM noch Zahlungsmittel war.
Also bis inkl. 2001.

supertester
07.03.2012, 18:17
Mich nervt auch, dass die Produkte nicht wertiger werden, sondern meist eher Ärger machen.
Beispiel SPD-SL Pedale.

Kritikpunkt an der 6600/7800er Reihe: Stand sehr gut, aber Achse viel zu kurz für Northwave Schuhe. Anstatt paar Gramm mit Carbon zu sparen hätte ich lieber Achsen zur Auswahl, dass ich mir nicht den Knöchel blutig haue oder Schuhe kaputt schabe.
Zudem habe ich persönlich ohne Modifikation das Gefühl, den Fuß leicht vom Pedal heben zu können.

Was gibts neu: Carbon, weiterhin unfahrbar kurze Achse und Preisaufschlag. Modfikaton unmöglich. Ich war glücklich, die Pedale an wen verschenken zu können, der es verdiente. Danke Shimano.

(Ob er sie noch fährt, weiß ich nicht. Wer stellt schon gerne seine Cleats komplett nach innen und bekommt Schmerzen wegen schlechter Pedalkonstruktion?)

Ianus
07.03.2012, 18:19
Was hat das Rad seinerzeit gekostet: rund 1.500 DM?

Noi, a Schuckerle teurer wars dann scho. Wie immer blieb fast nix serienmäßig :Bluesbrot Bis heute aber meine einzige Finanzierung dieser Art ;)

http://fstatic1.mtb-news.de/f/eq/81/eq81mv4xeg0i/large_Fahrrad282a.jpg?0 (http://fotos.mtb-news.de/p/1074543)

Hans_Beimer
07.03.2012, 18:43
Ich erinnere mich überhaupt nicht an Preise > 5000 DM im Brügelmann-Katalog, so lange DM noch Zahlungsmittel war.
Also bis inkl. 2001.

Ich habe mal in meiner Bibliothek gesucht und den 1999 Prügelmann exemplarisch studiert:

Man muss Räder über 5000 DM wirklich mit der Lupe suchen aber es gab sie:

Grandis Columbus SLX mit Electrons und Record- 5899 DM
Colnago Tecnos mit Electrons und Record- 5999 DM

und als teuersten

Pinarello Paris mit Nucleons und Record für 6999 DM. Das war dann Ulles Material.

Interessanter, dass es kein MTB über 4300 DM gab. Das nennt die Bike heute die Einsteigerfully-Klasse. Mit dem Hinweis, "lieber noch etwas drauf legen, sonst leidet der Fahrspaß"

martl
07.03.2012, 19:28
ein blöder superrecord 6-fach schraubzahnkranz kostete 450,- mark (!!!!!), ein paar sr-bremsen 350,- mark, usw.,usw.
dann gab es auch diese ganzen sonderserien superrecord 50anni, superrecord mit colnago-fräs-chichi,
rahmen mit chrom-tralala und fresco-intarsien :), es gab titanfelgen, holzfelgen, laufräder grundsätzlich
custom-made, die laufrad-künstler waren alles diven die sich ihre arbeit gut bezahlen liessen, usw.....

Du hast schon recht, dass es *möglich* war, 1982 ein 5000DM-Rad aufzubauen, aber da mußte man sich schon richtig antstrengen. So, wie es heute möglich wäre, sich ein 15.000€-Rad zu bauen. Aber da reden wir dan wieder von einem schlappen Faktor 6...
Cluso's gefühlte 1:1-Umrechnung €-DM habe ich auch so empfunden. 1999 war ich auf dem Markt für Aero-Laufräder, und Shamals, unterhalb von Lighties oder Boras, die nicht in freier Wildbahn zu sehen waren, kosteten 1000DM, also 511€. Nach der Euroumstellung, so ca. 2002, füllten sich die Foren mit Threads der Art "suche einfachen Trainingslaufradsatz, so bis 500€...

rumplex
07.03.2012, 19:49
Rennrad fahren ist für mich durchaus die Kombination aus Technik-Affinität und Sport. Dazu rauskommen aus der Stadt, Natur, Jahreszeiten, auspowern, Birne durchpusten...

Aber all die Technik-Neuerungen, egal ob 11-fach, elektronische Schaltung oder Scheibenbremsen, wecken bei mir überhaupt keine Begierden. Noch nicht einmal Lust. Selbst Carbon-Felgen machen mich nicht an.

Ich kann mir nicht einmal vorstellen, daß das noch kommen wird.

Kommt jetzt also die Zeit, um mir einen normalen Vamoots-Rahmen zu kaufen, oder auch einen Mootour, eine 7800er Gruppe dran zu montieren, o.k. vielleicht die 7900er, und damit ist es gut für die nächsten Jahrzehnte?
Wenn sich in den nächsten Jahren dazu noch die Kassettenbreite ändern sollte, dann irgendwann noch zwei Sätze Chris King Naben ergattern, vielleicht einen Cosmic-Carbon Laufradsatz für 10 Mal im Jahr, und gut ist es?

Wird man so zum Retro-Fahrer?

Liegt es daran, daß ich jetzt auf die 40 zugehe?

Oder daran, daß ich gegenwärtig im Flachland wohne? Mit einer 12-23 Kasette schalte ich höchstens zweimal die Woche (ungefähr 200 km) aufs kleine Blatt?

Oder ist mein Vorstellungsvermögen einfach gerade zu beschränkt?

Gibt es noch mehr Fahrer, denen es im Augenblick (extrem) so geht?

Und: Wie sind die Erfahrungen von den alten Hasen, die damals keine Lust auf die Weiterentwicklungen hatten?

Da bin ich mal gespannt. Auf Eure Antworten, und darauf, wie ich wohl in 20 Jahren dasitze, wenn ich wieder mal über diesen Thread stolpern werde. :D

Jo, einfach fahren. Passen musses, feddich.

Marco Gios
07.03.2012, 20:08
...und als teuersten

Pinarello Paris mit Nucleons und Record für 6999 DM. Das war dann Ulles Material.

Da dann noch ein Paar Lighties dran und dann kommt man immerhin schon mal in den 5-stelligen Bereich.

rumplex
07.03.2012, 20:12
Da dann noch ein Paar Lighties dran und dann kommt man immerhin schon mal in den 5-stelligen Bereich.

Offizielle vk.

medias
07.03.2012, 20:13
Mich nervt auch, dass die Produkte nicht wertiger werden, sondern meist eher Ärger machen.
Beispiel SPD-SL Pedale.

Kritikpunkt an der 6600/7800er Reihe: Stand sehr gut, aber Achse viel zu kurz für Northwave Schuhe. Anstatt paar Gramm mit Carbon zu sparen hätte ich lieber Achsen zur Auswahl, dass ich mir nicht den Knöchel blutig haue oder Schuhe kaputt schabe.
Zudem habe ich persönlich ohne Modifikation das Gefühl, den Fuß leicht vom Pedal heben zu können.

Was gibts neu: Carbon, weiterhin unfahrbar kurze Achse und Preisaufschlag. Modfikaton unmöglich. Ich war glücklich, die Pedale an wen verschenken zu können, der es verdiente. Danke Shimano.

(Ob er sie noch fährt, weiß ich nicht. Wer stellt schon gerne seine Cleats komplett nach innen und bekommt Schmerzen wegen schlechter Pedalkonstruktion?)

Da bist du wohl der einzige mit dem Problem

Hans_Beimer
07.03.2012, 20:40
Da dann noch ein Paar Lighties dran und dann kommt man immerhin schon mal in den 5-stelligen Bereich.


Zu Aluzeiten hat doch selbst Ulle keine Lighties gekriegt. Da isser doch Boras gefahren in den Bergen. Heute sieht man doch Lighties auch schon mal bei dem ein oder anderen Crossrennen in der Hobbyklasse. Vielleicht sagt das mehr über damals und heute aus als irgendwelche Katalogpreise.

martl
07.03.2012, 21:18
Da dann noch ein Paar Lighties dran und dann kommt man immerhin schon mal in den 5-stelligen Bereich.

Lighties in der D&O-Zeit: 3800.-DM, und die Nucleons muß man dann wieder abziehen. :D


Offizielle vk.

Nicht beim Obermayer. Da mußte jeder den Listenpreis zahlen und sich hinten anstellen, auch wenn er Cipollini oder Carmichael hieß.
Allerdings dürfte der EK bei Pinarello für Profis etwas verringert gewesen sein.

@Hans_Beimer: doch doch, Ulle 1997 oder 98 auf Alu und Lighties.

rumplex
07.03.2012, 21:21
Lighties in der D&O-Zeit: 3800.-DM, und die Nucleons muß man dann wieder abziehen. :D



Nicht beim Obermayer. Da mußte jeder den Listenpreis zahlen und sich hinten anstellen, auch wenn er Cipollini oder Carmichael hieß.
Allerdings dürfte der EK bei Pinarello für Profis etwas verringert gewesen sein.

@Hans_Beimer: doch doch, Ulle 1997 auf Alu und Lighties.

Ja, aber der Rest. Bei einem VK-10000 DM Rad konnte man damals schon rund 30 Prozent runter, wenn ich mich recht erinnere.

Lighties sind da außen vor.

Joey
07.03.2012, 21:41
@Hans_Beimer: doch doch, Ulle 1997 oder 98 auf Alu und Lighties.Ja, aber dann doch erstmal nicht mehr, weil der Obermayer keine Campa-Aufkleber drauf dulden wollte. Marketingtechnisch trotzdem nicht klug, aber wem's eh wurscht sein kann, der hat's geschafft.

Nachtrag: Und ich glaube, es war 1996, nicht, als er gewonnen hat. Deswegen hat sich ja wohl selbst der Obermayer ein wenig in den Hintern gebissen ob seiner eigenen Sturheit.