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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Rad für einen 150 kg Mann



dAYWALKER
16.01.2013, 16:58
Hallo Forengemeinde,

ich habe heute eine Herausforderung für Euch bei der ich nicht so recht weiterkomme. Mein Vater liebt das Essen über alles (also nix mit schweren Knochen oder irgendwelche Drüsenschäden) und wiegt aktuell um die 150 kg (im Sommer geht es immer etwas runter). Mein Vater ist aber keinesfalls Faul, eher im Gegenteil, es wird viel spazierengegangen und im Sommer versucht er so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren (ca. 14km eine Strecke), er isst halt einfach zu viel. Nun ist es allerdings so, dass er sich bereits seit Jahren mit einem eigentlich viel zu großen MTB-Rahmen (damals von einem "Fachgeschäft" so verkauft) quält und das Rad auch zudem langsam in die Jahre kommt.

Aktuell fährt er einen zu großen Stahl MTB-Rahmen mit 26 Zoll Bereifung.

Ich hab mir überlegt ihm eine Freude zu machen und ein neues Rad aufzubauen (Budget max. 1.000 €, lieber etwas weniger). Hierbei stellt sich natürlich die Frage, womit baut man einem 150 kg Menschen ein möglichst stabiles Rad? Reicht Alu oder doch lieber wieder Stahl, 28 Zoll Bereifung realisierbar oder doch lieber wieder 26 Zoll. Ein super stabiles 28er Trekkingrad wäre in meinen Augen das optimum, demgegenüber stehen aber 150kg.

Was wären Eure Empfehlungen, wie würdet Ihr dieses Projekt angehen? Die Ausstattung und vor allem das Gewicht des Rades ist sekundär (ganz untypisch in diesem Forum ;) ).

Ich danke Euch und hoffe auf gute Ideen und eventuell Erfahrungswerte.

vg
Sascha

Bruder Jakob
16.01.2013, 17:17
Mein Vater hat auch gute 160 Kilo, und hat sich unlängst mit einem Kalkhoff Agattu XXL beschenkt.
Soweit ich weiß is er sehr zufrieden damit.

i-flow
16.01.2013, 17:29
Ein guenstiger (=kein Leichtbau) Alu-MTB-Rahmen duerfte das Stabilste sein. Trekking wuerde ich nicht nehmen, lieber MTB. Bleibt also die Frage 29er oder 'traditionell' 26er.

Ob 29er fuer sehr schwere Leute eine gute Empfehlung sind, weiss ich nicht. Mind. 1,85 Koerpergroesse sollte man dafuer haben. Meine Beobachtung war eindeutig die, dass die 622er Laufraeder nicht so stabil sind wie 559er (26" MTB), aber meine Praxiserfahrungen (mit schwergewichtigen Kunden im Radladen) sind halt lange her. Damals war 622 = Trekking und eindeutig weniger stabil als MTB, es gab damals keine 622er MTBs (29er).

Bei den Laufraedern zum Beispiel Deore XT mit DT AlpineIII (oder vergleichbare) Speichen (2.34 - 1.8 -2.0) und Mavic 521 oder 721 Felge, 36 Loch, Reifen z. B. Schwalbe Marathon Plus.

Keine Federgabel.
Heutzutage Scheibenbremse, eh klar.

LG ... Wolfi ;)

obisk
16.01.2013, 18:15
Hallo Forengemeinde,

ich habe heute eine Herausforderung für Euch bei der ich nicht so recht weiterkomme. Mein Vater liebt das Essen über alles (also nix mit schweren Knochen oder irgendwelche Drüsenschäden) und wiegt aktuell um die 150 kg (im Sommer geht es immer etwas runter). Mein Vater ist aber keinesfalls Faul, eher im Gegenteil, es wird viel spazierengegangen und im Sommer versucht er so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren (ca. 14km eine Strecke), er isst halt einfach zu viel. Nun ist es allerdings so, dass er sich bereits seit Jahren mit einem eigentlich viel zu großen MTB-Rahmen (damals von einem "Fachgeschäft" so verkauft) quält und das Rad auch zudem langsam in die Jahre kommt.

Aktuell fährt er einen zu großen Stahl MTB-Rahmen mit 26 Zoll Bereifung.

Ich hab mir überlegt ihm eine Freude zu machen und ein neues Rad aufzubauen (Budget max. 1.000 €, lieber etwas weniger). Hierbei stellt sich natürlich die Frage, womit baut man einem 150 kg Menschen ein möglichst stabiles Rad? Reicht Alu oder doch lieber wieder Stahl, 28 Zoll Bereifung realisierbar oder doch lieber wieder 26 Zoll. Ein super stabiles 28er Trekkingrad wäre in meinen Augen das optimum, demgegenüber stehen aber 150kg.

Was wären Eure Empfehlungen, wie würdet Ihr dieses Projekt angehen? Die Ausstattung und vor allem das Gewicht des Rades ist sekundär (ganz untypisch in diesem Forum ;) ).

Ich danke Euch und hoffe auf gute Ideen und eventuell Erfahrungswerte.

vg
Sascha

Ich hatte im Anstieg zum Izoard einen Franzosen getroffen. Er hatte auch 150kg und erzählte mir, dass er mit dem Radfahren abspecken möchte.
Er saß auf einem Cervelo vermutl. RS mit den durchgebogenen Streben am Hinterbau.
Ich kann nur sagen, das Carbonteil hatte ihn ausgehalten.
Ein wenig leid tat mir allerdings der Rahmen schon.
aber mit etwas Humor kann ich schon verstehen, dass er überall Gewicht sparen musste um hochzukommen.
Noch besser wäre es natürlich gewesen er hätte in Arvieux nicht so viel gegessen.

Hans_Beimer
16.01.2013, 18:19
Ich hatte im Anstieg zum Izoard einen Franzosen getroffen. Er hatte auch 150kg und erzählte mir, dass er mit dem Radfahren abspecken möchte.
Er saß auf einem Cervelo vermutl. RS mit den durchgebogenen Streben am Hinterbau.
Ich kann nur sagen, das Carbonteil hatte ihn ausgehalten.
Ein wenig leid tat mir allerdings der Rahmen schon.
aber mit etwas Humor kann ich schon verstehen, dass er überall Gewicht sparen musste um hochzukommen.
Noch besser wäre es natürlich gewesen er hätte in Arvieux nicht so viel gegessen.

Hat er dich eingeholt?

obisk
16.01.2013, 18:21
Hat er dich eingeholt?

Meinst du jetzt im Anstieg oder auf der Abfahrt?

Kjeld
16.01.2013, 18:22
Orientiere Dich halt an dem, was Reiseradler so machen. Demnach solltest Du:

26er Räder mit guten, stabilen Felgen, 36 Speichen vorn und hinten, hinten DT Alpine III, nehmen, dazu Naben von Shimano mit Achsen aus Stahl (Tip: aktuelle Deore LX). Als Rahmen schlage ich den MTB - Rahmen von Fort / Intec vor. Alternativ ginge ein älterer guter Stahlrahmen (alter Stumpjumper oder so), den Du neu pulvern lassen könntest. Kurbeln Vierkant mit hochwertigem Innenlager. Keine Federgabel!

PAYE
16.01.2013, 18:24
Ich würde noch eher großvolumige Bereifung ergänzen, die zumindestens mittleren Luftdruck verträgt.

Hans_Beimer
16.01.2013, 18:25
Guck doch mal bei den Briten. on-one.co.uk bieten Stahlrahmen-MTB mit Starrgabel an. Die mögen sowas auf der Insel...

Jule
16.01.2013, 19:18
Für den Weg zur Arbeit würde ich kein MTB empfehlen. Dafür ist die Haltung zu sportlich, also unbequem/unangenehm. Bedenke auch Klamotten und Gepäck. Ich habe für "von A nach B" eine Mischung aus Trekkingrad und Stadtrad. Nabenschaltung, Kettenschutz, Gepäckträger, Lichtanlage, gebogener Lenker, Sofa-Sattel. Und mit 28'' kommt man besser voran.
Die Dinger halten schon auch 150kg, da würde ich mir keine Sorgen machen. Wie schon erwähnt: Stahl oder Massiv-Alu ;).

fatbiker
16.01.2013, 20:43
ich selbst bin im Schwergewichtsbereich..aber gerade hier kann ich 29er empfehlen(vorausgesetzt die Laufräder sind stabil gebaut).
Warum: Schwergewichte haben es schwer am Berg und sind auch keine sehr aktiven Biker im Gelände, also gehen nicht so oft aus den Sattel und sind recht schnell im roten Bereich. Hier ist es dann schwieriger mal die Spur zu halten oder auch (vorausgesetzt man fährt im Gelände) die richtige Linie zu finden. Hier ist ein stabiles 29er eindeutig besser.Und ganz wichtig ist auch die Ritzelabstufung , bei Dreifachkurbel auf jedenfall ein 36er (Rettungsritzel).
Der Puls steigt bei leichten anstiegen sonnst enorm und größere Anstiege sind tödlich ( hier verpufft sonnst der Fettverbrennungseffekt).
Alurahmen, kein Stahl.

Ich fahre auch ein 7 Kilo Rad von Canyon und wiege 110 Kilo..geht Problemlos!

obisk
16.01.2013, 21:53
Ich fahre auch ein 7 Kilo Rad von Canyon und wiege 110 Kilo..geht Problemlos!

Gehst oder Fährst du schon?

marvin
16.01.2013, 22:10
Schauff macht unter dem Namen Sumo eine Linie für grosse und schwere. Vielleicht ist das ja was.

Mr.Scapin
17.01.2013, 08:55
ich wurde mir einen Cube oder ähnlichen Trekkingrahmen kaufen und den als Crosser aufbauen, stabile 32 Speichen Laufrad rein mit 35er Reifen drauf und ab geht die Post.


zb. sowas: http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?216992-Rahmenset-Cube-SL-Cross-(62cm)&

lu-cky
17.01.2013, 12:47
Bei den Tourenradlern zu suchen, halte ich auch für eine exzellente Idee.
Da erreichen die Fahrer und Rahmengewichte ja auch gerne mal 130 Kilo.

Persönlicher Tipp (nicht nur aus Lokalpatriotismus):
http://velotraum.de/modelle/cross-crmo

marvin
17.01.2013, 12:51
...Persönlicher Tipp (nicht nur aus Lokalpatriotismus):
http://velotraum.de/modelle/cross-crmo
Ja, an die dachte ich dann auch. Aber dem steht das eingangs erwähnte Budget von 1000 Euro mächtig im Weg. :heulend:

Wobei ich persönlich es ja schade finde, nur 1000 Euro für ein Rad auszugeben. Es wird höchste Zeit, dass wir reichen Deutschen wieder mehr Geld für Räder ausgeben und sich an anständiger Qualität freuen.

i-flow
17.01.2013, 12:55
(...) Wobei ich persönlich es ja schade finde, nur 1000 Euro für ein Rad auszugeben. Es wird höchste Zeit, dass wir reichen Deutschen wieder mehr Geld für Räder ausgeben und sich an anständiger Qualität freuen.
Ich weiss zwar nicht, wen Du meinst (:ä), mich jedenfalls nicht, ich bin Sozialabgabenzahler und dementsprechend ganz sicher nicht reich, so und jetzt genug OT ... Ich finde 1000.- ausreichend.

Mit den weiter oben genannten Ansaetzen laesst sich das IMHO leicht einhalten.
Ein guenstiger Alu-MTB-Rahmen tuts, einzig bei den Laufraedern muss man ein bissl mehr Geld in die Hand nehmen.

LG ... Wolfi ;)

dAYWALKER
17.01.2013, 16:02
Erstmal vielen Dank für Eure Antworten und Empfehlungen. Einige Empfehlungen helfen mir sehr weiter, vielen Dank. Die Modelle von Schauff sind wirklich interessant, aber leider zu teuer.

Das Budget setzt sich aus zweierlei Gründen zusammen, zum ersten soll es zum größten Teil ein Geschenk sein und andereseits muss das Rad tagsüber an einem Werkstor stehen. Die Raddiebstähle nehmen seit Jahren bei uns auf der Arbeit zu. Leider gibt es keine Möglichkeit das Rad mit auf das Werksgelände zu nehmen.

Ein Pedelec kommt nicht in Frage, er fährt nach anfänglichen Nörgeleien nach einiger Zeit sehr gerne zur Arbeit und er soll davon natürlich auch was merken (Konditions- und Gewichtstechnisch), da ist meiner Meinung ein Pedelec nicht die richtige Wahl.

Wenn Ihr noch mehr Erfahrungen und Empfehlungen für mich habt, immer gerne her damit.

vg
Sascha

marvin
17.01.2013, 16:09
...Ein Pedelec kommt nicht in Frage, er fährt nach anfänglichen Nörgeleien nach einiger Zeit sehr gerne zur Arbeit und er soll davon natürlich auch was merken (Konditions- und Gewichtstechnisch), da ist meiner Meinung ein Pedelec nicht die richtige Wahl...
Gute Entscheidung. Das Pedelec führt die Erfindung des Fahrrads ad absurdum.
Dieser kurze Einwurf sei mir mal gestattet, schliesslich hatte ich neulich Geburtstag. Aber jetzt bitte nicht ins OT bzgl. Pedelec abdriften. :ü

1234blub
17.01.2013, 16:56
Wobei ich persönlich es ja schade finde, nur 1000 Euro für ein Rad auszugeben. Es wird höchste Zeit, dass wir reichen Deutschen wieder mehr Geld für Räder ausgeben und sich an anständiger Qualität freuen.
nur blöd, dass man dann wahrscheinlich nicht lange Freude daran haben wird, wenn man es draussen stehen lassen muß....

Superman_No1
17.01.2013, 20:22
Hallo dayWALKER,

wahrscheinlich bin ich einer der ganz wenigen in diesem Forum der wirklich aus Erfahrung sprechen kann ;)

Vor 3 Jahren habe ich bei 1,81m noch 152 kg gewogen. (Mittlerweile zum Glück nur noch 92kg)

Meine Erfahrung:
28" Alu Rahmen, gute Laufräder 28" mit 36 Speichen, 3-fach gekreuzt. Schwalbe Marathon

- KEINE CHANCE!!!:heulend: In jeder Kurve lebensgefahr


Meine Empfehlung (was ich dann auch gefahren bin, falls du selber aufbauen willst):

Günstiger Alu- oder Stahlrahmen (habe ich bei CNC für 80€ gekauft) 26"
Starre Gabel (auch hier Alu kein Problem)
Laufräder (das wichtigste) breite Felgen, 36 Speichen 3-fach gekreutz, Schwalbe Big Apple Ballonreifen

Ausstattung ganz nach deinem Geschmack. Ich würde bei deinem Budget ne Kettenschaltung und Scheibenbremsen empfehlen.

Kannst mich auch gerne über PN anschreiben, dann kann ich dir noch mehr erzählen.


Grundsätzlich: Mit dem Budget bekommst du ein sehr ordentliches Fahrrad!!!

Beste Grüße