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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorteile radial eingespeichter Vorderräder?



dreamtem
18.09.2013, 20:16
Hallo zusammen,
mich würde es interessieren, welche Vorteile ein radial eingespeichtes Vorderrad mit 28 Speichen im Vergleich zu einem Laufrad mit 32 und klassischer Einspeichung hat, und wie hoch die sind?
Natürlich bei gleichen Felgen/Naben/Speichen.

Das radial eingespeichte LR wird ein bisschen leichter, aerodynamischer und komfortabler sein, aber wie viel macht das aus?

Wie stark nimmt die Seitensteifigkeit ab?

Gibt es hierzu irgendwo einen Test? Ich habe nichts gefunden.

Gruß Martin

Bursar
18.09.2013, 20:22
Es ist nicht komfortabler, im Gegenteil, macht aber nicht viel.
Es ist steifer.

DZug
18.09.2013, 20:27
Jepp, steif und unkomfortabel. Und anfälliger.

Gilgamesch
18.09.2013, 21:33
Jepp, steif und unkomfortabel. Und anfälliger.
Das würde ich so pauschal nicht sagen.
Letztlich kommt es auch auf die Felge, die Speichen und die Vorspannung an.
Ich fahre seit 1993 ein 32-Speichen-Vorderrad, bestehend aus Open-4-Ceramic-Felge, Rödelspeichen und Dura Ace Nabe.
Ist zwar ein Laufrad, welches wenig gefahren wird, aber die Speichenspannung ist recht gering.
Ein Laufrad mit 32 Sapim-Messerspeichen und einer flachen Campa Omega Hardox-Felge fährt sich nicht komfortabler.

DröVoSu
19.09.2013, 01:17
Jepp, steif und unkomfortabel. Und anfälliger.


Anfälliger ist nicht relevant bei 28 Speichen am Vorderrad.
16 Speichen Vorderräder halten schon ewig und 3 Tage auf 25-30 mm hohen Alufelgen.

Unkomfortabel wird es eher wenn es zu viele oder zu dicke Speichen sind.


Man braucht natürlich eine Nabe die radial verträgt.

Tuesday
19.09.2013, 10:19
Radial eingespeichte Vorderräder bieten eine minimal bessere Aerodynamik gegenüber einer klassisch gekreuzten (und unterkreuzten) Version durch den Wegfall der Verwirbelungen an diesen Kreuzungsstellen.
Ebenso ein minimal geringeres Gewicht durch die geringere Speichenlänge.
Nach meiner Meinung ist dies aber nicht entscheidend - es sei denn, es wäre ein spezialisiertes Laufrad (z.B. Laufrad zum Zeitfahren, etc...)

Außerdem sind radial aufgebaute Laufräder in der Regel seitenstabiler; zumindest dann, wenn der Speichenbogen außen liegt (was allerdings die Aerodynamik wieder verschlechtert).
Sie belasten allerdings den Nabenflansch stark, weshalb man hier auf eine Freigabe des Nabenherstellers achten sollte.
Manche Nabenhersteller genehmigen auch die radiale Einspeichung nur mit Speichenbogen innen.
Fraglich ist, ob diese zusätzliche Seitenstabilität nötig ist, da die symetrische VR-Nabe ohnehin schon über einen, im Vergleich zum HR, großen Flanschabstand verfügt.

Bei radial aufgebauten Laufrädern ist in der Regel eine höhere Speichenspannung für sorglosen Betrieb nötig, als bei der klassischen Version.
Dies besonders dann, wenn Felgen mit niedrigem oder gar Kasten-profil eingesetzt werden:
Die bei diesem Felgentyp größere Abflachung im Aufstandspunkt Laufrad/Boden während des Betriebs führt bei der radial eingelegten Speiche in diesem Moment zu einem größeren Spannungsverlust, als bei der unterkreuzten Variante, bei der die entlastete Speiche "im unteren Totpunkt" von der berührten Speiche leidlich "auf Spannung" gehalten wird.
Deshalb muß die Grundspannung der einzelnen Speichen bei radialem Aufbau höher sein, um einen völligen Spannungsverlust sicher ausschließen zu können.
Der Eindruck des "unkomfortablen Radial-VR" kommt in der Regel von diesem Umstand und noch mehr der sinvollen Kombination mit V- und Hochprofilfelgen, welche per se vertikal sehr steif sind.

Möchte man ein komfortables Laufrad bauen, so ist sicherlich die Kombination aus Kastenfelge und gekreuzt/unterkreuztem Aufbau mit relativ geringer Speichenspannung und "elastischen" 1,5 mm Speichen im Mittelteil zielführender.
Ich speiche allerdings auch diesen Laufradtyp bis auf ganz wenige Ausnahmen gewöhnlich mit hoher Speichenspannung auf, um die Dauerhaltbarkeit maximal zu halten und realisiere den Komfort sodann durch andere Maßnahmen (z.B. Reifen etc...).

Beim scheibengebremsten VR ist ein radialer Aufbau durch die nötige Aufnahme der Bremskräfte nicht sinnvoll.

chaval
19.09.2013, 10:39
Und radial sieht geiler aus!

Gruß
Chaval

Pedalierer
19.09.2013, 11:03
Für radial VR braucht es keine höhere Vorspannung. 750 N reichen da in der Praxis, was den Flansch nicht übermäßig stresst. Ob Kopf innen oder außen eingespeicht wird hängt von der Nabengeo ab. Ich habe Wideflange-Naben da passen die Speichen nur mit Kopf außen rein, weil sonst die Speichen am der Gabel schleifen würden. Die Naben sind dann auf max Seitensteifigkeit hin optimiert.


Man bekommt vertikal komfortable radiale VR hin wenn die Felge nicht zu hoch wird (unter 25 mm) und man relativ wenige elastische Speichen wählt.

Douglas Adams
19.09.2013, 11:34
[QUOTE=chaval;4439038]Und radial sieht geiler aus!

:Applaus:

454rulez
19.09.2013, 13:55
Und radial sieht geiler aus!

Gruß
Chaval

und genau deshalb sieht die disc am renner mit 24- oder 28-speichen gekreuzt vorne ausnahmslos zum k....n aus, vor allem in der meist verbauten absurden kombination mit hochprofilfelgen

DröVoSu
19.09.2013, 14:08
Für radial VR braucht es keine höhere Vorspannung. 750 N reichen da in der Praxis, was den Flansch nicht übermäßig stresst. Ob Kopf innen oder außen eingespeicht wird hängt von der Nabengeo ab. Ich habe Wideflange-Naben da passen die Speichen nur mit Kopf außen rein, weil sonst die Speichen am der Gabel schleifen würden. Die Naben sind dann auf max Seitensteifigkeit hin optimiert.


Man bekommt vertikal komfortable radiale VR hin wenn die Felge nicht zu hoch wird (unter 25 mm) und man relativ wenige elastische Speichen wählt.


Kopf außen, könnte schonender für den Flansch sein.

Mit Kopf innen zerrt der gesamte Speichenbogen die Flanschoberkante gen oben + Mitte.
Gab zumindest an meinem Hinterrrad(versuch) links schöne Ausbeulungen oberhalb jedes Nabenloches.