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paoloest
30.12.2013, 06:58
Hallo zusammen,

irgendwann demnächst will ich mir endlich neue LR zulegen, bin aber noch recht unentschlossen. Die LW sind natürlich sehr fein, aber kosten auch richtig Geld.

Scheue immer noch die Schlauchreifenversionen, obwohl ich das Gefühl habe, dass es ab einer gewissen Liga und einem gewissen Gewicht (Suche etwas zwischen 1100-1300g) nur noch SchlauchreifenLRs gibt. Kenne das Handlung gar nicht und bin daher unschlüssig. Hab mir mal diverse Videos angeschaut und der Wechsel bedeutet ja schon recht großen Aufwand im Gegensatz zum Drahtreifen. Auch habe ich schon von einigen gehört, dass es nur ganz wenige gibt, die Schlauchreifen gut kleben koennen. Meint ihr, dass man das als halbwegs begabter auch gut hinbekommen kann - ohne Schlag?
Wie bekommt man Schlauchreifen eigentlich wieder runter und was macht bei einer Panne? dichtmilch wird sicher auch nur bis zu einem gewissen Grade gut sein oder?!

Vielen Dank für eure Erfahrungen

backstrokeboy
30.12.2013, 08:48
Kleben bekommen schon viele hin.

Kannst es mit Kleber (von Conti) machen oder mit dem Klebeband von Tufo.
Einfacher ab geht es mit dem Tufo.
Conti klebt dafür besser.

Hast Du es noch nie selber gemacht, würde ich erstmal zuschauen.
Es ist meist schon ein wenig mit Krafteinsatz verbunden und der Reifen muss richtig ausgerichtet werden.
Zur Erleichterung kann man den Reifen auf der Felge trocken etwas vordehnen.

Ist jetzt eine riesen Abhandlung, die man darüber schreiben kann.
Videos im Netz anschauen bringt da meist mehr.

Runter bekommt man den Reifen mit Krafteinsatz. Etwas Vorsicht nur, dass man nicht das Felgenbett mit runter reißt.
Pannenmilch machen manche präventiv rein, manche im Fall der Fälle.

Wie gesagt: ist ein recht umfangreiches Thema, aber auch nicht zu komplex im Handling.

Schnecke
30.12.2013, 09:09
Mit der Suchfunktion findest Du Lesespass fuer die naechsten 2 Jahre zu dem Thema. Hier nochmal die kurzfassung:

-Kleben bekommt jeder hin, auch schon beim ersten Mal mindestens zufriedenstellend und mit jedem Mal geht es besser.
-Ausrichten geht sehr gut wenn man es auf einem Zentrierstaender macht und den Kleber kurz vor dem aufziehen des Reifens etwas anfeuchtet, dann hat man etwas mehr Zeit zum Ausrichten bevor es klebt.
-Vordehnen auf einer alten Felge erleichtert das aufziehen (kann auch eine normale Drahtreifenfelge sein)
-Die "schwierigkeit" des aufziehens unterscheided sich je nach Hersteller und Modell.
-Abziehen erfordert etwas Krafteinsatz. Ich fahre Schlauchreifen nur auf Alufelgen und da kann man eine Stelle abloesen und dann einen Reifenheber zu Hilfe nehmen. Das duerfte bei Carbon wahrscheinlich nicht gehen.
- Dichtmilch bei Butylschlaeuchen nur im Pannenfall mit Tufo Extreme.

Kind der Sonne
30.12.2013, 09:32
Das Aufkleben von Schlauchreifen ist keine grosse Sache. Bis ca. 1982 gab es praktisch nur echte Rennmaschinen mit Schlauchreifen. Also es klebte jeder seine Reifen auf der Rennen fuhr.
Ich nehme ich immer Contikitt aus der Dose, da ich das Einstreichen mit dem Pinsel sehr praktisch finde. Und wenn du beider Seiten also Felge und Reifen mit Kitt einstreichst, bekommt du den Reifen fast nicht runter, dafür habe ich immer einen Reifenheber aus Kunststoff dabei. Damit bekommt auch die Carbonfelge keinenSchaden. Ich fahre bis heute nur Schlauchreifen.

wolan64
30.12.2013, 09:45
Das A und O ist neue Schlauchreifen auf eine alte Felge ziehen und ablagern, sonst ist es bei Conti zB. fast unmöglich den Reifen auf die Felge zu bekommen.
Hier mal ein Video von der Montage:
http://www.youtube.com/watch?v=xFCqp98fHYI

felixthewolf
30.12.2013, 10:25
Hallo zusammen,

irgendwann demnächst will ich mir endlich neue LR zulegen, bin aber noch recht unentschlossen. Die LW sind natürlich sehr fein, aber kosten auch richtig Geld.

Scheue immer noch die Schlauchreifenversionen, obwohl ich das Gefühl habe, dass es ab einer gewissen Liga und einem gewissen Gewicht (Suche etwas zwischen 1100-1300g) nur noch SchlauchreifenLRs gibt.

Absolut richtig. Das liegt an den Konstruktionseigenschaften von Carbon.
Dieser Werkstoff eignet sich nur mit deutlicher Materialzugabe zur herstellung brauchbarer Clincherfelgen.
Pauschal kann man hier von 100-150gr/Felge Mehrgewicht zwichen den Tubular und dem Clinchermodell ansetzen.
Wer einen richtig leichten LRS will kommt um Tubular kaum herum.
Je nach gewünschter Profilhöhe sind auch Gewichte unter 1000kg kein Problem, die 1100-1300gr auch mit höherem Profil (um 45mm) zu einem Bruchteil des Preises der LW zu erreichen.

Kleben kann tatsächlich jeder.
Es gibt auch noch die Methode, den Reifne mit einem speziellem Klebenand von Tufo auf der Felge zu befestigen.
Dies ist in der Handhabung einfacher, es wird den tapes aber nachgesagt, dass sie nicht so gut halten, wie echter Kitt.
Mit ein bisschen Übung ist das allerdings nicht so schwer und auch keine unglaubliche Sauerei. Wenn man das zum ersten Mal macht, kann man sich ruhig mal dreckige Sachen anziehen und muss auch die felgenflanken danach sicher wieder reinigen, aber so schwierige ists nicht. Ich habe auch eine zeit lang meine Reifen von einem Cross-Profi kleben lassen, der das quasi im Schlaf kann, inzwischen klebe ich aber meine eigenen Reifen auch selbst. Wobei ich nicht mehr viele LRS mit Schlauchreifen fahre (nur noch am Bahnrad, am Crosser und den leichten berg-LRS am Renner).

Gruss, Felix

paoloest
30.12.2013, 12:12
Vielen Dank für die zahlreichen Erfahrungen und Zusammenfassungen vieler Threads ;-)

Hört sich ja so an, als wenn ich mal einen Versuch machen koennte.

Wenn man keine Dichtmilch dabei hat ist es ja quasi unmöglich den Reifen Auf einer Ausfahrt zu wechseln wie ich das verstehe.

medias
30.12.2013, 12:16
Man nimmt einen bereits mal geklebten Ersatzreifen mit plus Pumpe in welcher Art auch immer. So ausgerüstet fährt man nach 5 min. weiter.
Ein Routinier natürlich schneller.

Rolf1
30.12.2013, 12:49
Hallo zusammen,

irgendwann demnächst will ich mir endlich neue LR zulegen, bin aber noch recht unentschlossen. Die LW sind natürlich sehr fein, aber kosten auch richtig Geld.

Scheue immer noch die Schlauchreifenversionen, obwohl ich das Gefühl habe, dass es ab einer gewissen Liga und einem gewissen Gewicht (Suche etwas zwischen 1100-1300g) nur noch SchlauchreifenLRs gibt. Kenne das Handlung gar nicht und bin daher unschlüssig. Hab mir mal diverse Videos angeschaut und der Wechsel bedeutet ja schon recht großen Aufwand im Gegensatz zum Drahtreifen. Auch habe ich schon von einigen gehört, dass es nur ganz wenige gibt, die Schlauchreifen gut kleben koennen. Meint ihr, dass man das als halbwegs begabter auch gut hinbekommen kann - ohne Schlag?
Wie bekommt man Schlauchreifen eigentlich wieder runter und was macht bei einer Panne? dichtmilch wird sicher auch nur bis zu einem gewissen Grade gut sein oder?!

Vielen Dank für eure Erfahrungen

Hallo,

wo ist eigentlich das Problem:

1. Das Aufkleben von Schlaucreifen sollte Jedem mit halbwegs durchschnittlichem IQ nach kürzester Zeit gelingen. Anfangs muss man ggf. nach dem Ausrichten der Reifen die Reifenflanken mit Lösungsmittel säubern. Aber das ist schon das Schlimmste, was passieren kann.

2. Das niedrige Gewicht der Laufradsätze für Schlauchreifen ist eine klassische Mogelpackung! Die wenigsten Freaks benutzen Tufo Elite Jet160 (die sind zwar sensationell leicht, aber rollen zumindest bei erträglichen Drücken nur schlecht) und "normale" Schlauchreifen (200-250g)sind mühelos von leichten Kombinationen aus Schlauch mit Clincherreifen zu unterbieten. Außerdem benötigt man mindestens 2*20g Latexmilch oder besser noch einen Reservereifen (250g ?) und spätestens dann ist man in Summe gewichtsmäßig auf dem Level von Clincherreifen.

3. Es ist überhaupt kein Problem, einen Laufradsatz für Clincher aufzubauen, der zwischen 1100 und 1300g liegt. Mein Laufradsatz (der allerdings "hangetunte" Teile hat) wiegt trotz 24/28 Speichen nur 1086g und kostet (ohne meine Arbeit!) weniger als 1000€. Da denke ich über LW überhaupt nicht nach....
Anmerkung: Der leichteste jemals realisierte Laufradsatz für Clincherreifen wog 866g (siehe Forum FairWheelbikes). Ob der allerdings auch noch dauerhaft fahrbar war, ist leider nicht dokumentiert.

Fazit:
Ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten über Clincher- oder Schlauchreifen. Fakt ist aber, dass ein Rad mit Clincherreifen nicht oder nur ganz unwesentlich mehr wiegt als eines mit Schlauchreifen, zumindest wenn man Latexmilch / Reserveschlauchreifen bzw. Reserveschlauch dazu zählt. Ein Laufradsatz unter 1300g für Clincher ist jedenfalls mühelos selbst für relativ kleines Geld realisierbar (Naben Extralite, KinLin XR200 und 24/28 Speichen Spapim CX-Ray oder Superspoke > ca. 1200g).

Ciao Rolf

medias
30.12.2013, 12:58
Das man immer noch SR hat andere Vorteile, die du sicher weisst, aber immer verdrängst.
SR fährt der Kenner ohne Latexmilch einzufüllen.

Rolf1
30.12.2013, 13:46
Das man immer noch SR hat andere Vorteile, die du sicher weisst, aber immer verdrängst.
SR fährt der Kenner ohne Latexmilch einzufüllen.

Hallo,

ich war mindestens 10 Jahre ausschließlich auf Schlauchreifen unterwegs, weil damals Falt- oder Drahtreifen bestenfalls 2. Wahl waren. Insofern weiß ich, wovon ich rede. Heute ist bei den Schlauchreifen nur noch der Vorteil der besseren Notlaufeigenschaften übrig geblieben. Auf Drahtreifen wäre Olano niemals Weltmeister geworden aber auf Schlauchreifen konnte er die letzten paar km noch bis ins Ziel fahren. Dafür sind Faltreifen im Umgang wesentlich unproblematischer, sie wanderen auf steilen Abfahrten viel weniger und bei Pannen kann man den Schlauch flicken, während ein platter Schlauchreifen häufig (meist oder fast immer ?) ein Totalverlust ist. Die Schlauchreifen erleben m.E. nur deshalb eine Renaissance, weil leichte Carbonfelgen nur mit Schlauchreifen gut funktionnieren. Habe ich etwa noch einen Vorteil von Schlauchreifen übersehen? alles Andere spricht für Faltreifen.... Aber wie bereits gesagt: Ich will hier keine Grundsatzdiskussion anfangen, es geht mir nur um den Vergleich der Gewichte der beiden Systeme.

Ciao Rolf

C

Kind der Sonne
30.12.2013, 16:50
Wenn ich das so lese, kommt es mir aber wie eine Grundsatzdiskussion vor ;)


Hallo,

ich war mindestens 10 Jahre ausschließlich auf Schlauchreifen unterwegs, weil damals Falt- oder Drahtreifen bestenfalls 2. Wahl waren. Insofern weiß ich, wovon ich rede. Heute ist bei den Schlauchreifen nur noch der Vorteil der besseren Notlaufeigenschaften übrig geblieben. Auf Drahtreifen wäre Olano niemals Weltmeister geworden aber auf Schlauchreifen konnte er die letzten paar km noch bis ins Ziel fahren. Dafür sind Faltreifen im Umgang wesentlich unproblematischer, sie wanderen auf steilen Abfahrten viel weniger und bei Pannen kann man den Schlauch flicken, während ein platter Schlauchreifen häufig (meist oder fast immer ?) ein Totalverlust ist. Die Schlauchreifen erleben m.E. nur deshalb eine Renaissance, weil leichte Carbonfelgen nur mit Schlauchreifen gut funktionnieren. Habe ich etwa noch einen Vorteil von Schlauchreifen übersehen? alles Andere spricht für Faltreifen.... Aber wie bereits gesagt: Ich will hier keine Grundsatzdiskussion anfangen, es geht mir nur um den Vergleich der Gewichte der beiden Systeme.

Ciao Rolf

C

Ironkobra
30.12.2013, 17:43
Tufo Extreme benutzen wohl auch einige. Soll ja recht gut halten.

Auch dazu gibt's Videos.

http://www.youtube.com/watch?v=YkW_9vfo3qE

wolan64
30.12.2013, 17:54
Hallo,

wo ist eigentlich das Problem:

1. Das Aufkleben von Schlaucreifen sollte Jedem mit halbwegs durchschnittlichem IQ nach kürzester Zeit gelingen. Anfangs muss man ggf. nach dem Ausrichten der Reifen die Reifenflanken mit Lösungsmittel säubern. Aber das ist schon das Schlimmste, was passieren kann.

2. Das niedrige Gewicht der Laufradsätze für Schlauchreifen ist eine klassische Mogelpackung! Die wenigsten Freaks benutzen Tufo Elite Jet160 (die sind zwar sensationell leicht, aber rollen zumindest bei erträglichen Drücken nur schlecht) und "normale" Schlauchreifen (200-250g)sind mühelos von leichten Kombinationen aus Schlauch mit Clincherreifen zu unterbieten. Außerdem benötigt man mindestens 2*20g Latexmilch oder besser noch einen Reservereifen (250g ?) und spätestens dann ist man in Summe gewichtsmäßig auf dem Level von Clincherreifen.

3. Es ist überhaupt kein Problem, einen Laufradsatz für Clincher aufzubauen, der zwischen 1100 und 1300g liegt. Mein Laufradsatz (der allerdings "hangetunte" Teile hat) wiegt trotz 24/28 Speichen nur 1086g und kostet (ohne meine Arbeit!) weniger als 1000€. Da denke ich über LW überhaupt nicht nach....
Anmerkung: Der leichteste jemals realisierte Laufradsatz für Clincherreifen wog 866g (siehe Forum FairWheelbikes). Ob der allerdings auch noch dauerhaft fahrbar war, ist leider nicht dokumentiert.

Fazit:
Ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten über Clincher- oder Schlauchreifen. Fakt ist aber, dass ein Rad mit Clincherreifen nicht oder nur ganz unwesentlich mehr wiegt als eines mit Schlauchreifen, zumindest wenn man Latexmilch / Reserveschlauchreifen bzw. Reserveschlauch dazu zählt. Ein Laufradsatz unter 1300g für Clincher ist jedenfalls mühelos selbst für relativ kleines Geld realisierbar (Naben Extralite, KinLin XR200 und 24/28 Speichen Spapim CX-Ray oder Superspoke > ca. 1200g).

Ciao Rolf

Im Rennen hat keiner Pumpe,Reserveschlauch oder Milch dabei.
Und im Training ist es wohl schnurz, oder zählst du die Bananen auch mit?

Trotzdem ist mMn nach für Otto Normal der Schlauchreifen kein Vorteil mehr, für Profis bestimmt.

Rolf1
30.12.2013, 21:27
Im Rennen hat keiner Pumpe,Reserveschlauch oder Milch dabei.

Hallo,

das ist natürlich ein Argument! Nur liege ich vollkommen falsch, wenn ich behaupte, dass die wenigsten Benutzer eines Rennrades Rennen fahren und von denen, die Rennen fahren, auch nur die wenigsten einen Begleitwagen mit Reservelaufrädern dabei haben? Seien wir doch mal ehrlich: Für Profis (immer mit Begleitfahrzeug) mögen Schlauchreifen vollkommen unproblematisch sein. Aber leider sind das weniger als 1% der Rennradfahrer. Alle anderen müssen sich Gedanken machen, wie sie nach Hause kommen, wenn sie einen Platten haben. Ich habe wirklich eine sehr liebe Frau, aber die würde mir was erzählen, wenn ich sie anrufen und bitten würde: "Schatz ich stehe irgendwo in der Pampa, habe einen Platten und aus Gewichtsgründen keinen Reservereifen dabei, bitte hole mich ab"..... Sorry, das ist vollkommen daneben, dafür muss man vorsorgen und das bedeutet: Entweder Clincherreifen + Reserveschlauch oder Schlauchreifen + Dichtmilch oder Reservereifen. Beide Systeme wiegen dann etwa gleich viel.

Deutlich unterschiedlich sind eigentlich auf Dauer nur die Kosten: Schlauchreifen sind teurer, weil sie bei einem Platten meist Schrott sind, da man häufig schlicht das Loch nicht findet, weil durch geringe Verschiebung von Schlauch und Mantel die Luft nicht am Loch sondern immer am Ventilloch entweicht. Dann weiß man nicht, wo man den Reifen auftrennen soll. Ich habe das selbst mehrfach probiert, bin immer gescheitert und habe daraufhin platte Reifen ohne Reparaturversuch gleich weggeworfen.

Ciao Rolf

bosshmic
03.01.2014, 11:00
3. Es ist überhaupt kein Problem, einen Laufradsatz für Clincher aufzubauen, der zwischen 1100 und 1300g liegt. Mein Laufradsatz (der allerdings "hangetunte" Teile hat) wiegt trotz 24/28 Speichen nur 1086g und kostet (ohne meine Arbeit!) weniger als 1000€.



Ciao Rolf

Hast du das hier irgendwo dolumentiert? Ansonsten nähm mich das wunder.

wolan64
03.01.2014, 11:46
Hallo,

das ist natürlich ein Argument! Nur liege ich vollkommen falsch, wenn ich behaupte, dass die wenigsten Benutzer eines Rennrades Rennen fahren und von denen, die Rennen fahren, auch nur die wenigsten einen Begleitwagen mit Reservelaufrädern dabei haben? Seien wir doch mal ehrlich: Für Profis (immer mit Begleitfahrzeug) mögen Schlauchreifen vollkommen unproblematisch sein. Aber leider sind das weniger als 1% der Rennradfahrer. Alle anderen müssen sich Gedanken machen, wie sie nach Hause kommen, wenn sie einen Platten haben. Ich habe wirklich eine sehr liebe Frau, aber die würde mir was erzählen, wenn ich sie anrufen und bitten würde: "Schatz ich stehe irgendwo in der Pampa, habe einen Platten und aus Gewichtsgründen keinen Reservereifen dabei, bitte hole mich ab"..... Sorry, das ist vollkommen daneben, dafür muss man vorsorgen und das bedeutet: Entweder Clincherreifen + Reserveschlauch oder Schlauchreifen + Dichtmilch oder Reservereifen. Beide Systeme wiegen dann etwa gleich viel.

Deutlich unterschiedlich sind eigentlich auf Dauer nur die Kosten: Schlauchreifen sind teurer, weil sie bei einem Platten meist Schrott sind, da man häufig schlicht das Loch nicht findet, weil durch geringe Verschiebung von Schlauch und Mantel die Luft nicht am Loch sondern immer am Ventilloch entweicht. Dann weiß man nicht, wo man den Reifen auftrennen soll. Ich habe das selbst mehrfach probiert, bin immer gescheitert und habe daraufhin platte Reifen ohne Reparaturversuch gleich weggeworfen.

Ciao Rolf

Hallo Rolf,

da gebe ich dir Recht.
Ich komme noch aus einer Zeit wo es keine Clincher gab.
Als Schüler und Rennfahrer ohne Geld habe ich die teuren Schlauchreifen noch selber geflickt.
Aber für ein Rennen war ein geflickter Schlauchreifen nicht mehr zu gebrauchen, den habe ich dann nur für das Training genommen.
Im Rennen hatte ich und habe ich auch heute nie Ersatz dabei. Wenn ich einen Platten im Rennen habe, ist das Rennen gelaufen. Zumindest auf Rundstreckenrennen. Bei großen Runden vielleicht nicht wenn man ein Reserverad schnellstmöglich bekommt, aber wenn ich einen Reifen wechsle, dauert es eh zu lange.
Heute fahre ich auf Alu Clincher, auf Carbon Schlauchreifen. Obwohl ich es auf Carbon mühsam finde einen Schlauchreifen zu wechseln. Muß aber auch sagen, das ich nach jeder Fahrt auf Steinchen kontrolliere, während der Fahrt die Reifen säubere wenn ich durch Steinchen gefahren bin, und wenn der Reifen runter ist frühzeitig wechsel. So blieb mir in letzten Jahren ein Platten mit Schlauchreifen erspart.
Und auf flachen Alufelgen wechsel ich einen Schlauchreifen genau so schnell wie einen Schlauch. Trotzdem bevorzuge ich jetzt auch Clincher, aber Vorteile haben beide, die aber so irrelevant sind, das ich zu Clinchern gegangen bin wegen der größeren Auswahl an Relgen und Reifen.

Gruß Carsten

Superhenni
03.01.2014, 11:50
Im Rennen hat keiner Pumpe,Reserveschlauch oder Milch dabei.
Und im Training ist es wohl schnurz, oder zählst du die Bananen auch mit?

Trotzdem ist mMn nach für Otto Normal der Schlauchreifen kein Vorteil mehr, für Profis bestimmt.

Wenn man für sich die Vorteile eines wirklich guten und hochwerigen SR Systems mal analysiert, sollten die Meisten ja auch zu der Erkenntnis kommen, dass es sich dabei auch eher um ein Wettkampfsystem handelt.

Rolf1
03.01.2014, 21:29
Wenn man für sich die Vorteile eines wirklich guten und hochwerigen SR Systems mal analysiert, sollten die Meisten ja auch zu der Erkenntnis kommen, dass es sich dabei auch eher um ein Wettkampfsystem handelt.

Hallo,

hier wird immer von den Vorteilen von Schlauchreifen geredet.

Was sind denn die Vorteile? Ich kenne da nur: bessere Notlaufeigenschaften und u.U. (vor allem wenn der Reifendruck zu niedrig ist) weniger Snake-Bits. Habe ich noch was vergessen?

Nachteile: Kosten, Platten sind nur schwer/kaum zu flicken, Reifen wandern beim Bremsen auf steilen Abfahrten viel mehr als Faltreifen, viel weniger Auswahl, alle einschlägigen Test besagen, dass die Rollwiderstandsbeiwerte höher sind als bei Clinchern

Aber:
Die waren Freaks fahren natürlich Schlauchreifen, schon um sich von allen anderen zu unterscheiden (Motto: Meine Meinung ist gebildet, jetzt soll mich keiner mehr mit Fakten belästigen...).

Ciao Rolf

medias
03.01.2014, 21:35
Das mit den Rollwiederstände auf einer kleinen Stahlrolle ist so ne Sache, nicht so Praxistauglich.

Fahr wieder mal nen guten SR, der rollt einfach anders ab als Draht.

Rolf1
03.01.2014, 22:10
Das mit den Rollwiederstände auf einer kleinen Stahlrolle ist so ne Sache, nicht so Praxistauglich.

Fahr wieder mal nen guten SR, der rollt einfach anders ab als Draht.

Hallo,

ich habe vom Wolber Liberty (rollte wie Beton) über Clement Criterium, über 208g Schlauchreifen aus Seide bis zu heutigen hochwertigen Faltreifen schon alles probiert, daher glaube ich zu wissen, wovon ich rede. Ein Veloflex Record Clincher ist einem guten Schlauchreifen ebenbürtig. Das zeigen alleeinschlägigen Tests, bei denen Rollwiderstände gemessen werden. Ich bin da las Ingenieur auf Messwerte fixiert, Glauben (oder Einbildung) allein zählt da für mich nicht.

Ciao Rolf

medias
03.01.2014, 22:13
Und wie misst du das Rollverhalten?

Rolf1
03.01.2014, 22:13
Hast du das hier irgendwo dolumentiert? Ansonsten nähm mich das wunder.

Hallo,

mein Laufradsatz ist ganz klassisch aufgebaut:

Naben Extralite: 49g / 139g
Felgen: KinLin XR200, neu ca. 370g, beschliffen im Felgenbett um 0,25 - 0,3mm, das ergibt eine Gewichtsreduktion um 14 - 18g.
Speichen: 24 Pillar Titan vorne radial 284mm, hinten 28 Speichen rechts 2-fach gekreuzt 284mm, hinten links 3-fach gekreuzt 296mm, Gewicht der Speichen neu ca. 4,3g bzw 4,5g, Querschnitt neu 2,25*1,62mm, abgeschliffen auf 1,0 - 1,2mm danach 3,0 - 3,3g mit Alunippeln (ca. 0,3g).
Die Teile kosten zusammen < 900€. Meine Arbeitszeit (2 - 3h pro Felge, 25min pro Speiche) darf ich da allerdings nicht rechnen. Das ist halt mein Hobby.

Gesamtgewicht des Laufradsatzes: Vorderrad 492g, Hinterrad 594g (ohne Spanner (22g) und ohne Felgenband (2*4g))
Diese Speichen sind sogar noch etwas dicker als die in Europa leider nirgendwo erhältlichen Pillar Xtra-lite Ti (2,0 * 0,9mm), die noch leichter wären. Selbstverständlich benutze ich superleichte Reifen und Schläuche (Veloflex Record Clincher 142 - 146g und Eclipse-Schläuche, 32 - 35g). Auch die funktionnieren problemlos. Selbst auf dem Hinterrad erreichen bei mir die eigentlich nur fürs Zeitfahrreifen angebotenen Reifen Laufleistungen zwischen 3000km bis über 4000km.

Anmerkungen:
1. Es ist mir vollkommen klar, dass Titan nicht die Festigkeit von hochfestem Stahl erreicht.
Aber:
Weil das so ist und weil der am höchsten beanspruchte Bereich der Speiche im Speichenbogen liegt, ist bei Pillar genau dort der Querschnitt erhöht von 2mm auf 2,15 - 2,2mm. Das Biegewiderstandsmoment steigt aber mit dem Durchmesser in der 3. Potenz, somit ergibt 10% mehr Durchmesser ca. 30% mehr Belastbarkeit. Auf diese Weise wird eine akzeptable Dauerhaltbarkeit erreicht. Bisher habe ich diese Speichen nur vorne und hinten links benutzt. Nachdem ich aber jetzt schon mehr als 4000km positive Betriebserfahrung damit habe, versuche ich es jetzt auch hinten rechts mit Titanspeichen. Und siehe da: Überraschung, es funktionniert!

2. Mit Magnesiumfelgen von American-Classic könnte man sogar unter 1000g bleiben. Die gibt es aber nur mit 24 Loch und das ist mir bei meinem Gewicht (73 -76kg) schlicht zu wenig.

Ciao Rolf

los vannos
03.01.2014, 22:16
Das mit den Rollwiederstände auf einer kleinen Stahlrolle ist so ne Sache, nicht so Praxistauglich.

Fahr wieder mal nen guten SR, der rollt einfach anders ab als Draht.

Eben, SR rollen in der Kurve und auch auf dem geraden deutlich schöner ab.
Und die Rollwiederstandstets sind auch nicht wirklich aussagefähgig, da immer auf ner Rolle gemacht,
was aber sich vom rollen auf der Straße schon irwie unterscheidet.

los vannos
03.01.2014, 22:21
Hallo,

mein Laufradsatz ist ganz klassisch aufgebaut:

Naben Extralite: 49g / 139g
Felgen: KinLin XR200, neu ca. 370g, beschliffen im Felgenbett um 0,25 - 0,3mm, das ergibt eine Gewichtsreduktion um 14 - 18g.
Speichen: 24 Pillar Titan vorne radial 284mm, hinten 28 Speichen rechts 2-fach gekreuzt 284mm, hinten links 3-fach gekreuzt 296mm, Gewicht der Speichen neu ca. 4,3g bzw 4,5g, Querschnitt neu 2,25*1,62mm, abgeschliffen auf 1,0 - 1,2mm danach 3,0 - 3,3g mit Alunippeln (ca. 0,3g).
Die Teile kosten zusammen < 900€. Meine Arbeitszeit (2 - 3h pro Felge, 25min pro Speiche) darf ich da allerdings nicht rechnen. Das ist halt mein Hobby.

Gesamtgewicht des Laufradsatzes: Vorderrad 492g, Hinterrad 594g (ohne Spanner (22g) und ohne Felgenband (2*4g))
Diese Speichen sind sogar noch etwas dicker als die in Europa leider nirgendwo erhältlichen Pillar Xtra-lite Ti (2,0 * 0,9mm), die noch leichter wären. Selbstverständlich benutze ich superleichte Reifen und Schläuche (Veloflex Record Clincher 142 - 146g und Eclipse-Schläuche, 32 - 35g). Auch die funktionnieren problemlos. Selbst auf dem Hinterrad erreichen bei mir die eigentlich nur fürs Zeitfahrreifen angebotenen Reifen Laufleistungen zwischen 3000km bis über 4000km.

Anmerkungen:
1. Es ist mir vollkommen klar, dass Titan nicht die Festigkeit von hochfestem Stahl erreicht.
Aber:
Weil das so ist und weil der am höchsten beanspruchte Bereich der Speiche im Speichenbogen liegt, ist bei Pillar genau dort der Querschnitt erhöht von 2mm auf 2,15 - 2,2mm. Das Biegewiderstandsmoment steigt aber mit dem Durchmesser in der 3. Potenz, somit ergibt 10% mehr Durchmesser ca. 30% mehr Belastbarkeit. Auf diese Weise wird eine akzeptable Dauerhaltbarkeit erreicht. Bisher habe ich diese Speichen nur vorne und hinten links benutzt. Nachdem ich aber jetzt schon mehr als 4000km positive Betriebserfahrung damit habe, versuche ich es jetzt auch hinten rechts mit Titanspeichen. Und siehe da: Überraschung, es funktionniert!

2. Mit Magnesiumfelgen von American-Classic könnte man sogar unter 1000g bleiben. Die gibt es aber nur mit 24 Loch und das ist mir bei meinem Gewicht (73 -76kg) schlicht zu wenig.

Ciao Rolf

So ein Aufwand für dann doch schon aus meiner Sicht recht empfindliche Laufräder, mit Titanspeichen, na ich weiß nicht. :hmm:
Aber das muss jeder für sich selber wissen, was er sich ans Rad baut.
Und 900€ sind dann auch nicht grad wenig, auch wenn das Gewicht schon erste Klasse ist.

Kind der Sonne
03.01.2014, 22:25
Da muss dich dann aber jemand die ganze Zeit geschoben haben, sonst hält der nicht solange...:D

Und die Laufräder sind sich für dich auch super, weil du weisst, wie man damit umgeht. Ich kenne allerdings Fahrer, die kommen damit nicht 100km weit.


...Selbst auf dem Hinterrad erreichen bei mir die eigentlich nur fürs Zeitfahrreifen angebotenen Reifen Laufleistungen zwischen 3000km bis über 4000km....

medias
03.01.2014, 22:27
Da muss dich dann aber jemand die ganze Zeit geschoben haben, sonst hält der nicht solange...:D

Vielleicht dank den Eclipse Schläuchen.:hmm:

Schnecke
03.01.2014, 23:57
Hallo,

mein Laufradsatz ist ganz klassisch aufgebaut:

Naben Extralite: 49g / 139g
Felgen: KinLin XR200, neu ca. 370g, beschliffen im Felgenbett um 0,25 - 0,3mm, das ergibt eine Gewichtsreduktion um 14 - 18g.
Speichen: 24 Pillar Titan vorne radial 284mm, hinten 28 Speichen rechts 2-fach gekreuzt 284mm, hinten links 3-fach gekreuzt 296mm, Gewicht der Speichen neu ca. 4,3g bzw 4,5g, Querschnitt neu 2,25*1,62mm, abgeschliffen auf 1,0 - 1,2mm danach 3,0 - 3,3g mit Alunippeln (ca. 0,3g).
Die Teile kosten zusammen < 900€. Meine Arbeitszeit (2 - 3h pro Felge, 25min pro Speiche) darf ich da allerdings nicht rechnen. Das ist halt mein Hobby.

Gesamtgewicht des Laufradsatzes: Vorderrad 492g, Hinterrad 594g (ohne Spanner (22g) und ohne Felgenband (2*4g))
Diese Speichen sind sogar noch etwas dicker als die in Europa leider nirgendwo erhältlichen Pillar Xtra-lite Ti (2,0 * 0,9mm), die noch leichter wären. Selbstverständlich benutze ich superleichte Reifen und Schläuche (Veloflex Record Clincher 142 - 146g und Eclipse-Schläuche, 32 - 35g). Auch die funktionnieren problemlos. Selbst auf dem Hinterrad erreichen bei mir die eigentlich nur fürs Zeitfahrreifen angebotenen Reifen Laufleistungen zwischen 3000km bis über 4000km.

Anmerkungen:
1. Es ist mir vollkommen klar, dass Titan nicht die Festigkeit von hochfestem Stahl erreicht.
Aber:
Weil das so ist und weil der am höchsten beanspruchte Bereich der Speiche im Speichenbogen liegt, ist bei Pillar genau dort der Querschnitt erhöht von 2mm auf 2,15 - 2,2mm. Das Biegewiderstandsmoment steigt aber mit dem Durchmesser in der 3. Potenz, somit ergibt 10% mehr Durchmesser ca. 30% mehr Belastbarkeit. Auf diese Weise wird eine akzeptable Dauerhaltbarkeit erreicht. Bisher habe ich diese Speichen nur vorne und hinten links benutzt. Nachdem ich aber jetzt schon mehr als 4000km positive Betriebserfahrung damit habe, versuche ich es jetzt auch hinten rechts mit Titanspeichen. Und siehe da: Überraschung, es funktionniert!

2. Mit Magnesiumfelgen von American-Classic könnte man sogar unter 1000g bleiben. Die gibt es aber nur mit 24 Loch und das ist mir bei meinem Gewicht (73 -76kg) schlicht zu wenig.

Ciao Rolf

Ich glaube Modellbau war nicht das Ziel des Threaderstellers. Nimms mir nicht uebel, aber so einen Laufradsatz haette ich vermutlich trozt nur 60 kg innerhalb kurzer Zeit kaputt und ich bekomme fast nie was kaputt, fahre aber da wo ich fahren will und nicht nur ausgesuchte Wege.

Luigi_muc
04.01.2014, 02:10
Ich hätte da zwei Fragen:

Wieso keine Carbon-Felgen oder leichtere Alufelgen, um Arbeit zu sparen?
Wieso nicht einfach weniger Speichen, anstatt die vielen abzuschleifen?

Die Steifigkeit dieses Laufradsatzes kann ich mir vorstellen. Bei dem Fahrergewicht schafft man das aber auch mit deutlich weniger Speichen, wenn man die nicht runterschleift. (und wenn nötig einer steiferen Felge (die Kinlin ist für das Gewicht nicht soo arg steig))

Vllt kann ich aber zum aktuellen Zeitpunkt die Motivation dahinter aber auch nicht nachvollziehen. kA, mein LRS kostete wohl ein Drittel und wiegt 960g. Arbeitszeit: Einspeichen. Ok gut, Tubular da Carbon, aber das ist ja nicht nur schlechter.

Ahja, das wichtigste für die viele Arbeit::oke:
Jeder spinnt ja irgendwie, ich wohl nur etwas anders (grad zB tagelange Arbeit wegen einer simplen Sattelstütze. Aber die kann man so nicht kaufen...)

sick
04.01.2014, 03:09
Ich fahre Schlauchreifen und Clincher...und merke Unterschiede. Auch schon innerhalb der verschiedenen Schlauchreifen- und Drahtreifen-Typen. Ich denke, daß ist nicht zu verleugnen. Kann Rolf1´s Vorliebe für Clincher gut nachvollziehen, es ist halt echt nervig, sich nach tagelanger Montage-Arbeit nach bestem Gewissen direkt nach 24h nen quasi nicht reparablen Platten einzufahren. Oft genug geflucht. Trotzdem fahre ich weiterhin welche...

Ich halte auch seine technischen Fähigkeiten weit oberhalb dessen, was ein Durchschnitts-Forist wie ich hier in der Lage ist zu leisten oder zu bauen. Habe noch vor kurzem wirklich gute und fundierte Tipps und Infos erhalten zum eigenen Laufradbau-Projekt mit wirklich akribischer Detail-Analyse quasi für nen virtuellen Handschlag...ich denke, ihn hier als verpeilten Spinner "durch die Blume hindurch" darzustellen trifft nicht wirklich die Realität...kann seine Argumentation und Erfahrungen voll und ganz verstehen und akzeptiere und schätze sie!

Aber wie so oft hier immer wieder: Es kommt irgendwer recht "grün hinter den Ohren" um die Ecke hier, stellt ne recht blöde Frage statt die Suchfunktion zu bemühen, ist nach einem "Danke" wieder weg und der Thread artet wieder seitenweise in Zank, Besserwisserei und Lebenphilosophien aus...Ende der Geschichte ist dann, daß sich wegen einer Dödel-Frage wieder 3 Leute mehr hassen oder aus dem Weg gehen sinnlos, weil sie sich angepist fühlen. Tolle Sache...

Skadieh
04.01.2014, 07:22
Aber wie so oft hier immer wieder: Es kommt irgendwer recht "grün hinter den Ohren" um die Ecke hier, stellt ne recht blöde Frage statt die Suchfunktion zu bemühen, ist nach einem "Danke" wieder weg und der Thread artet wieder seitenweise in Zank, Besserwisserei und Lebenphilosophien aus...Ende der Geschichte ist dann, daß sich wegen einer Dödel-Frage wieder 3 Leute mehr hassen oder aus dem Weg gehen sinnlos, weil sie sich angepist fühlen. Tolle Sache...

:Applaus:

Aber es ist tatsächlich erstaunlich, wie manche ganze Lebensphilosophien um einzelne Naben spannen können - alles zwischen 18 und 36 Speichen :D

pinguin
04.01.2014, 08:35
Klasse Statement, @sick

Und: geht nix über SR. DR nur, wenns sein muss...

bosshmic
04.01.2014, 09:42
Vllt kann ich aber zum aktuellen Zeitpunkt die Motivation dahinter aber auch nicht nachvollziehen. kA, mein LRS kostete wohl ein Drittel und wiegt 960g. Arbeitszeit: Einspeichen. Ok gut, Tubular da Carbon, aber das ist ja nicht nur schlechter.



Chinaböller? Oder welche felgen?

Rolf1
04.01.2014, 11:08
Ich hätte da zwei Fragen:

Wieso keine Carbon-Felgen oder leichtere Alufelgen, um Arbeit zu sparen?
Wieso nicht einfach weniger Speichen, anstatt die vielen abzuschleifen?

Die Steifigkeit dieses Laufradsatzes kann ich mir vorstellen. Bei dem Fahrergewicht schafft man das aber auch mit deutlich weniger Speichen, wenn man die nicht runterschleift. (und wenn nötig einer steiferen Felge (die Kinlin ist für das Gewicht nicht soo arg steig))

Vllt kann ich aber zum aktuellen Zeitpunkt die Motivation dahinter aber auch nicht nachvollziehen. kA, mein LRS kostete wohl ein Drittel und wiegt 960g. Arbeitszeit: Einspeichen. Ok gut, Tubular da Carbon, aber das ist ja nicht nur schlechter.

Ahja, das wichtigste für die viele Arbeit::oke:
Jeder spinnt ja irgendwie, ich wohl nur etwas anders (grad zB tagelange Arbeit wegen einer simplen Sattelstütze. Aber die kann man so nicht kaufen...)

Hallo,

leichtere Alu- oder Carbonfelgen??? Welche??? Es ist mir nicht bekannt, dass es außer den bereits erwähnten Magnesiumfelgen (nur 24 Loch) leichtere Clincherfelgen gäbe (weder aus Alu noch aus Carbon), falls doch bitte ich um Info, wo man die bekommt.

Was die Anzahl an Speichen betrifft: Natürlich kann man auf 20 / 24 Speichen heruntergehen, aber die Laufradgurus hier im Forum sind sich ziemlich einig, dass das bei meinem Gewicht mindestens grenzwertig ist und bei allem Leichtbaufimmel lege ich größten Wert auf uneingeschränkte Benutzbarkeit. Außerdem wiegen selbst Superspokes in den benötigten Längen bei 44 Speichen (mindestens 4g, ich habe sie bereits auf Lager..) mehr als meine 52 Titanspeichen.

Die Steifigkeit von Laufrädern mit 20 / 24 Superspokes sollte ziemlich identisch sein mit der von meinen Laufrädern mit Titanspeichen und einem Querschnitt von ca. 2.1 * 1,1mm bei 55% des E-Moduls von Stahl. Insofern verstehe ich die Diskussion nicht. Es ist mir aber vollkommen klar, dass derartige Laufräder für schwere Fahrer oder gar Sprinter ungeeignet sind. Ich fahre fast nie im Wiegetritt und komme daher bestens damit klar. Nur böiger Seitenwind zeigt einem dann die Grenzen der Physik auf: Wo nur geringe rotierende Massen vorhanden sind, ist halt auch die stabilisierende Kreiselwirkung gering.

Natürlich war das eine Menge Arbeit, die ich mir gerne erspart hätte. Aber leider sind die Pillar Xtra-lite Ti in Europa nicht erhältlich und leichtere Felgen kenne ich auch nicht. Am Geld hätte es nicht gelegen (es soll sogar Leute geben, die > 4000€ für einen 100g schwereren Laufradsatz von LW ausgeben...). Aber Fahrradbasteln ist eben bei Leichtbaufreaks auch ein Teil des Hobbys.

Reifen:
Natürlich fahre ich natürlich ausschließlich auf geteerten Straßen. Da ich aber auf dem Land lebe, darf daraus nicht geschlossen werden, dass die Straßen auch immer sauber sind. Unsere Bauern haben die seltene Gabe, eine Dreckspur von ihrem Feld bis in ihren Hof zu ziehen, aber die Polizei ist nicht in der Lage, den Verursacher festzustellen... Die hohe Laufleistung der Veloflex Record erfordert, dass man sie mindestens 1 Jahr ablagert. Vorher sammeln sie kleine Steinchen regelrecht auf und gehen dann an kleinen Schnitten kaputt.


Ciao Rolf

dolomit
23.01.2014, 21:24
Hallo,
Ich bin da las Ingenieur auf Messwerte fixiert, Glauben (oder Einbildung) allein zählt da für mich nicht.
Ciao Rolf


Hallo,
Anmerkungen:
1. Es ist mir vollkommen klar, dass Titan nicht die Festigkeit von hochfestem Stahl erreicht.
Aber:
Weil das so ist und weil der am höchsten beanspruchte Bereich der Speiche im Speichenbogen liegt, ist bei Pillar genau dort der Querschnitt erhöht von 2mm auf 2,15 - 2,2mm. Das Biegewiderstandsmoment steigt aber mit dem Durchmesser in der 3. Potenz, somit ergibt 10% mehr Durchmesser ca. 30% mehr Belastbarkeit. Auf diese Weise wird eine akzeptable Dauerhaltbarkeit erreicht.
Ciao Rolf

Hallo
Ingenieur

Dir ist schon klar das Speichen vor allem auf Zug belastet sind.
Das bedeutet: Biegewiderstandsmoment ist nicht relevant.


http://de.wikipedia.org/wiki/Festigkeit

Dir ist schon klar das zum Beispiel:
Federstähle (38Si7 ) eine Elastizitätsgrenze von ca. 1200 N/mm² haben
Titanlegierungen (TiV13Cr11Al3) eine Elastizitätsgrenze von ca. 1207 N/mm² haben.


http://de.wikipedia.org/wiki/Elastizit%C3%A4tsmodul

Dir ist schon klar das zum Beispiel:
Stahl 210 kN/mm2
Titan 105 kN/mm2


Schlussfolgerung:
Bei Zugbelastung (Speichen) ist Stahl die bessere Lösung, Titanspeichen müssen aufgrund ihres niedrigen e Modul die doppelte Querschnittfläche haben.


http://de.wikipedia.org/wiki/Dauerfestigkeit
.........
Kerbwirkung
Oberflächeneinfluss
sagt dir was?


Schlauchreifen Felgen haben bei gleichen Außenmaßen und Gewicht aufgrund des größeren geschlossenen Profils ein höheres Flächenmoment und somit auch ein höheres Widerstandsmoment.
Deswegen:
Sind sie gleich schwer und steifer
oder
Gleich steif und leichter

Unter anderem aus diesem Grund sind Sr + Sr Laufräder leichter als dr + dr Laufräder

Luigi_muc
24.01.2014, 11:14
Chinaböller? Oder welche felgen?

Ja, die mittlerweile im Forum ja auch öfter diskutierten 20mm Yishun-Felgen. Dass solch ein LRS auch nicht unendlich steif ist, ist allerdings selbstredend.



Ansonsten steht ja jetzt alles da. Die Steifigkeit kommt nicht durch die Speichenzahl allein, sondern durch den Querschnitt der Speichen multipliziert mit deren Anzahl (also grob). Heißt, viele dünne Speichen oder weniger dickere sind bei steifer Felge gleichwertig, letzteres dann aber aerodynamischer und weniger Arbeit;)
Viele Speichen machen dann bei sehr unsteifen Felgen sinn. Gut, ist die Kinlin auch, allerdings hätte ich dann direkt eine American Classic genommen.
Titan ist wie bereits erwähnt wurde einfach sehr unsteif, wenn auch relativ zugfest (gute Stahlspeichen sind übrigens deutlich zugfester als die geschriebenen 1200N/mm²).
Fazit ist, dass es nicht die Speichenzahl alleine ist, die man aus dem Fahrergewicht und dem Einsatz ableitet, sondern die Steifigkeit, die die Speichenzahl kombiniert mit deren Dicke und Materialwahl bietet. Die "Laufradgurus" hier beziehen sich bei den pauschalen und sehr kurz gefassten Aussagen zur Speichenzahl dann immer auf original belassene Stahlspeichen. Dass diese Aussage nicht hinreichend ist, beweisen sämtliche Systemlaufräder seit Jahren.