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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Federungseigenschaften eines Rahmens



jenne
22.09.2004, 21:36
Wie sind eure Erfahrungen bezüglich der Federeigenschaften von verschiedenen Rahmen, insbesondere auch bei unterschiedlichen Materialien? Kann es deutliche Unterschiede geben oder ist der Komfort eines Rahmen vernachlässigbar? Merkt man - abgesehen von der Trittsteifigkeit -, ob man auf einem harten Alurad sitzt oder einem dünneren Stahlrahmen? (bei anderen gleichen Parametern wie Reifen etc.) Wenn ja, kann es auch recht deutlich sein?
j.

diddlmaedchen
22.09.2004, 21:52
Stahlrahmen dämpfen merklich...es ist auch schon ein spürbarer Unterschied, ob man eine Stahl- oder Carbongabel drin hat. ;)

Aber auch mit Vollcarbonrahmen kriegt man Komfort hin, wenn es beabsichtigt ist,, denke ich mal..wenn du Wert auf Komfort legst, wäre wohl ein Specialized Roubaix genau richtig...

Alles Training
22.09.2004, 23:11
Stahlrahmen dämpfen merklich...es ist auch schon ein spürbarer Unterschied, ob man eine Stahl- oder Carbongabel drin hat. ;)

Aber auch mit Vollcarbonrahmen kriegt man Komfort hin, wenn es beabsichtigt ist,, denke ich mal..wenn du Wert auf Komfort legst, wäre wohl ein Specialized Roubaix genau richtig...

Habe den Rahmen vor einigen Wochen in einem Radgeschäft gesehen. Wäre auch für mich interessant....
Weisst Du näheres über den Rahmen (Tests usw.)?

jenne
22.09.2004, 23:41
Hui, habe gerade mal nach dem Roubaix googlet (http://www.cyclingnews.com/tech.php?id=tech/2004/reviews/specialized_roubaix_pro) (Test). Das ist also ein ungefederter Rahmen auf Komfort getrimmt. Der beste Beweis, dass man durch einen Rahmen Komfort gewinnen kann, danke! Im Liegeradforum "streiten" wir uns gerade über dies. Einer meinte, dass auch beim Rennrad kein eindeutiger Komfortunterschied auszumachen ist. Ich habe jedoch festgestellt, dass mein aktuelles Stahl-Liegerad komfortabler als mein voriges Alu-Liegerad ist. Ich führe das auf den weicheren Rahmen zurück.
j.

Elwoody
22.09.2004, 23:55
Ich geh mir mal Chips holen, das wird bestimmt wieder lustig.

DerBergschreck
23.09.2004, 09:33
Wie sind eure Erfahrungen bezüglich der Federeigenschaften von verschiedenen Rahmen, insbesondere auch bei unterschiedlichen Materialien? Kann es deutliche Unterschiede geben oder ist der Komfort eines Rahmen vernachlässigbar?
j.

Meine "Bezugspunkt" ist mein Guylaine Reiserad, das ja angeblich sehr komfortabel sein soll.

Verglichen damit ist mein oller Stahlrenner mit nicht konifizierten Mannesmann-Rohren ein wenig härter, aber nicht soviel, als daß ich daraus eine Religion machen würde.

Bin letztens ein Canyon Roadmaster mit F6-Rahmen gefahren, der ja angeblich extrem steif und hart sein soll. Die hohe Tretlagersteifigkeit habe ich sofort gemerkt, aber vom Komfort her (wenn man das überhaupt so nennen kann) liegt er im selben Bereich wie meine beiden Stahlrahmen.

Klar, Menschen reagieren unterschiedlich sensibel und es kann sein, daß jemand anders hier deutlichere Unterschiede bemerkt oder auch bemerken will. Ich jedenfalls habe nach 15 Jahren mit dem Dogma des ach so komfortablen Stahlrahmens gebrochen und werde mir demnächst ein Rad mit Kinesis Alurahmen zulegen (habe ich mal probegefahren und konnte ebenfalls keine "unzumutbare Härte" feststellen).

orchinidis
28.09.2004, 19:44
Habe den Rahmen vor einigen Wochen in einem Radgeschäft gesehen. Wäre auch für mich interessant....
Weisst Du näheres über den Rahmen (Tests usw.)?

Hallo.

Falls es dich interessiert, kann ich dir gerne meine persönlichen Eindrücke über das roubaix pro mailen.

Gerolf
28.09.2004, 19:49
Ich hab den Umstieg von Cannondale-Alu auf Fort-Stahl gemerkt. Kommt mir komfortabler vor.

AndreasIllesch
28.09.2004, 19:50
du kannst deine persönlichen eindrücke auch hier darstellen.

diddlmaedchen
28.09.2004, 19:51
Hallo.

Falls es dich interessiert, kann ich dir gerne meine persönlichen Eindrücke über das roubaix pro mailen.

Würde mich aber auch mal interessieren. Wie ist es ? :Angel:

lambertd
28.09.2004, 20:22
Kann es deutliche Unterschiede geben oder ist der Komfort eines Rahmen vernachlässigbar?

Wenn man die vertikale Nachgiebigkeit eines Systembestandteils beurteilen will, muß man das betreffende Teil isoliert betrachten. Bei einem Fahrradrahmen wären dazu die Ausfallenden des Hinterbaus inklusive der Nabe zu fixieren (nicht in ein Laufrad) und eine Kraft auf das Sattelrohr (nicht die Sattelstütze) zu geben, die in etwa der Last bei der Durchfahrt durch ein Schlagloch entspricht.

Bei einem Diamantrahmen besteht der Hinterbau aus 4 Dreiecken, die sich gegenseitig abstützen (Sattelrohr–Sitzstrebe–Kettenstrebe, Kettenstrebe–Achse–Kettenstrebe, Sitzstrebe–Achse–Sitzstrebe). Eine vertikale Auslenkung wäre nur bei Kompression der Sitzstreben gegeben. Das Maß dieser Kompression – wenn es jemand schafft, sie zu messen – kann dann zum Vergleich des Komforts herangezogen werden.

Selbst wenn man berücksichtigt, daß die relative Steifigkeit des Rahmens weniger vom Material (Aluminium hat einen höheren Elastizitätsmodus als Stahl, ist also weicher) als vom Rohrquerschnitt (größer ist steifer) abhängt, dürfte der geschilderte Versuchsaufbau bereits als Gedankenexperiment zeigen, daß die Größenordnung, in der sich so eine Kompression abspielt, unabhängig von Material und Querschnitten vernachlässigbar gering ist: die Auslenkung durch die Reifen und die Nachgiebigkeit des Sattels sind um Größenordnungen höher.

AndreasIllesch
28.09.2004, 20:28
wer nur die vertikale nachgiebigkeit vom rahmen betrachtet, geht auch davon aus, dass stösse 100%ig vertikal auf den rahmen wirken.

das geht nur im tour-test.

garbel
28.09.2004, 20:37
@Lambertd: Man könnte auch sagen: Alles Einbildung. Die vorhandene geringere Verdrehsteifigkeit filigranerer Rahmen wird oft als größerer Komfort mißinterpretiert...

...behaupte ich jetzt einfach mal ganz kühn :D

klappradl
28.09.2004, 20:38
Ich habe jedoch festgestellt, dass mein aktuelles Stahl-Liegerad komfortabler als mein voriges Alu-Liegerad ist. Ich führe das auf den weicheren Rahmen zurück.
j.
Dein Liegerad hat kein Rahmendreieck. Da ist die Felxibilität des Rahmens vom Rohrdurchmesser, und dieser wiederum vom verwendeten Material abhängig. Stahl kann dann komfortabler sein. Direkt auf ein Rad mit Diamantrahmen kann man das nicht übertragen. Bei letzterem spielt eher die Gabel eine Rolle und da sind Stahlgaben sicher flexibler, da sie "dünner" ausgelegt sind.

Aber wer hat noch Stahlgabeln (ausser mir)?

AndreasIllesch
28.09.2004, 20:46
Die vorhandene geringere Verdrehsteifigkeit filigranerer Rahmen wird oft als größerer Komfort mißinterpretiert

das ist die ursache für den grösseren komfort.

Beast
28.09.2004, 20:47
Also...

Ich bin bis Anfang diesen Jahres nur Stahlrahmen gefahren, seit ca. 15 Jahren. Das war für mich einfach Philosophie.

Da, im Gegensatz zur Bundesregierung, meine finanzielle Lage eher gut ist, habe ich mir dann mal was gegönnt und fahre seit April einen TIME Carbon Rahmen mit entsprechender Gabel.

Wie sind jetzt meine Eindrücke der Materialien?

Stahl ist toll bzgl. des Komforts und des subjektiven Sicherheitsgefühls. Ein Stahlrahmen schwingt, schluckt, lebt, das ist schon was feines. Das Material zeigt absolut gutmütige Dämpfungseigenschaften und erlaubt auch filigrane Formen. Ein schlanker und zierlicher GIOS Rahmen hat schon fast eine sinnliche Ausstrahlung, den möchte man streicheln! :D

Als ich mich mal probehalber auf einen Alurahmen gesetzt habe (vor ca. 3 Jahren, ein Cannondale) war das eher abtörnend. Das Kontaktgefühl zur Strasse ist zwar sagenhaft, aber man kriegte auch jeden sche*** Kiesel mit. No Sir, da musste ich nicht haben.

Der Carbonrahmen kommt am ehesten an mein Traummaterial heran. Superleicht und trotzdem begrenzt arbeitend. Das einzige was mich stört bzw. beunruhigt ist die Tatsache das ein C-Rahmen nur zwei Zustände kennt, heil oder kaputt. Sprich, das Teil reisst nicht mal eben locker ein sondern knackt gleich brutal weg und durch. Aber irgend was ist halt immer...

Ich denke Alu wird mich als Rahmenmaterial nie überzeugen, aber das ist vielleicht nur ein Vorurteil. Das nächste Rad was ich plane ist ein richtig scharfer Renner aus Columbus Foco Stahl. So eine ambivalente Komposition aus Stahlrahmen und Carbongruppe (Record)...

Das wäre Individualismus! :rolleyes:

garbel
28.09.2004, 21:37
das ist die ursache für den grösseren komfort.

Ich halte das eher für die Ursache von unpräziserer Lenkung, Rahmenflattern und 'rumeiern' im Wiegetritt.

AndreasIllesch
28.09.2004, 21:53
unpräziserer Lenkung, Rahmenflattern und 'rumeiern' im Wiegetritt.

hahaha, das liegt garantiert nicht am rahmen.

lambertd
28.09.2004, 22:14
wer nur die vertikale nachgiebigkeit vom rahmen betrachtet, geht auch davon aus, dass stösse 100%ig vertikal auf den rahmen wirken.

Sie würden vertikal auf den Fahrer wirken, wenn er genau über der hinteren Achse säße. Je weiter er davon (horizontal) entfernt ist, desto geringer wirken sich Stöße aus. Ein längerer Hinterbau dürfte damit (bei ansonsten gleicher Position des Fahrers relativ zum Tretlager) ein bißchen komfortabler sein. Damit kommen wir aber zu anderen Einflußfaktoren, die sich durchaus auf das subjektive Empfinden oder als tatsächliche Unterschiede auswirken können. Zum Beispiel

– längere Kettenstreben, wie sie beispielsweise bei klassischen Stahlrahmen vorzufinden sind, geben die Stöße nicht im gleichen Winkel an den Fahrer wie kurze

– eine weniger gestreckte Haltung durch eine geringere Oberrohrlänge, wie sie eher für die italienische (klassische Stahlrahmen) Geometrie als für die amerikanische, häufiger bei Aluminiumrahmen, anzutreffen ist

– die seitliche Auslenkung (wurde schon erwähnt)

– andere akustische Eigenschaften: großvolumige Aluminiumrohre wirken als Resonanzkörper, Karbon ist dagegen akustisch (fast) tot

– der Einfluß unterschiedlicher Reifen, gefahrenem Reifendruck

– subjektive Erwartung des Fahrers (glaubt noch jemand ans Weichtreten von Stahlrahmen?)

– Sattel, Sattelstütze, Vorbau, Lenker, Gabel, Speichenspannung, Felge, Sitzposition

Bei einem Vergleich des Fahreindrucks dürften in den wenigsten Fällen alle diese Parameter bis auf das Rahmenmaterial gleich sein. Man nimmt Unterschiede wahr, aber die Interpretation der Ursachen hierfür ist bei näherer Betrachtung etwas komplexer, als es zunächst den Anschein hat.

Gerolf
28.09.2004, 22:26
Muß man denn diese Komplexität immer durchschauen? Mein Vorschlag: Draufsetzen, Einklicken und ab dafür!

lambertd
28.09.2004, 22:48
Muß man denn diese Komplexität immer durchschauen? Wenn man sich für die Fragestellung interessiert, hilft es, einige der möglichen Fragen zu kennen, bevor man sich an die Antwort schmeißt.


Mein Vorschlag: Draufsetzen, Einklicken und ab dafür!
Mann, da war ich gerade so schön am Theoretisieren und dann kommst Du mit sowas … PRAKTISCHEM!

Gerolf
28.09.2004, 23:00
Schon klar. Ich wollt mich doch nur galant zurückziehen, weil ich hier nicht mehr mitreden kann ;) . ´Türlich ist das interessant, aber letztendlich geht es ja doch um´s Fahren. (http://www.mtb-news.de/forum/showpost.php?p=1488826&postcount=27)

Gut so Lambert, ich sehe Du folgst dem Link. :D

AndreasIllesch
28.09.2004, 23:16
Sie würden vertikal auf den Fahrer wirken, wenn er genau über der hinteren Achse säße. Je weiter er davon (horizontal) entfernt ist, desto geringer wirken sich Stöße aus.

es wird wohl nicht richtig klar, was ich meine.
aber es war ja alles schon mal da:
http://www.dk-forenserver.de/tour/showthread.php?p=40320&highlight=bordsteinkante#post40320

lambertd
28.09.2004, 23:37
Fahren. (http://www.mtb-news.de/forum/showpost.php?p=1488826&postcount=27)

Gut so Lambert, ich sehe Du folgst dem Link.

Guter Link. Wußte nicht, daß Keith Bontrager jemals seine Rahmen mittels Auftragslötung gebaut hat. Mike Ferrentinos Homepage habe ich gefunden. Reichlich zu schmökern. Danke!

Gerolf
28.09.2004, 23:39
Mike Ferrentinos Homepage habe ich gefunden. Reichlich zu schmökern. Danke!

Bitte. Wie ist denn die Adresse seiner Homepage?

lambertd
29.09.2004, 00:10
es wird wohl nicht richtig klar, was ich meine.
aber es war ja alles schon mal da:
http://www.dk-forenserver.de/tour/showthread.php?p=40320&highlight=bordsteinkante#post40320

Den dort erwähnten Link zu Sheldon Brown (http://sheldonbrown.com/frame-materials.html) finde ich durchaus hilfreich. :-)

Die von Dir angesprochene seitliche Belastung (Hindernis wird nicht mittig überfahren) finde ich interessant, aber ich kann von der Größenordnung der seitlich auftreffenden Kräfte (bislang) keinen wesentlichen Einwand erkennen. Der seitliche Winkel, in dem diese Kraft auftritt, ist durch die Reifenaufstandsfläche begrenzt sehr gering, der Impuls wird von dem Reifen aufgenommen, welcher sich dadurch verformt, und an die Felge weitergegeben, über die (auf der Zahnkranzseite steiler als auf der gegenüberliegenden stehenden) Speichen weitergegeben usw. Der Hinterbau – bzw. der gesamte Rahmen – mag gegenüber seitlichen auftreffenden Kräften zwar anfälliger sein als gegenüber vertikal auftreffenden, aber daß der effektive Winkel, in dem diese Kräfte im Falle von Fahrbahnunebenheiten auftreten, ausreicht, um einen Unterschied zu machen, kann ich nicht sehen, insbesondere im Vergleich zu den im Wiegetritt auf das Tretlager einwirkenden Kräften, die bei "weichen" Rahmen durchaus zu einem Spurversatz führen.

Also kein prinzipieller Einwand, aber ein quantitativer.

jenne
29.09.2004, 01:26
Dein Liegerad hat kein Rahmendreieck. Da ist die Felxibilität des Rahmens vom Rohrdurchmesser, und dieser wiederum vom verwendeten Material abhängig. Stahl kann dann komfortabler sein. Direkt auf ein Rad mit Diamantrahmen kann man das nicht übertragen. Bei letzterem spielt eher die Gabel eine Rolle und da sind Stahlgaben sicher flexibler, da sie "dünner" ausgelegt sind.

Das ist auch meine Theorie. Gerade der Hinterbau meines Rades (http://www.jens-seemann.privat.t-online.de) könnte federn. Lieger mit Hinterbau a'la Upright sollen härter sein, aber das lange Rohr zwischen den Beinen federt sicher auch noch etwas.
j.

HeikoP
29.09.2004, 02:04
ei,ei,ei

Bei diesem Thema scheiden sich bekanntlich die Geister. Da sollte man sich wirklich lieber Popcorn holen. Trotzdem versuch ichs mal mit einem Theoretisch-wissenschaftlichen Ansatz:

Ersteinmal ist es Sch..iet-egal, aus welchem Material der Rahmen besteht. Die von irgendwem angesprochenen Resonanzverhalten der verschiedenen Materialien spielen hier erstmal überhaupt keine Rolle. Den Unterschied merkst du nur, wenn du mit dem Finger draufklopfst.

Der Unterschied zwischen Alu- und Stahlrahmen liegt IN DER REGEL (Hiervon gibt es durchaus Ausnahmen) darin, dass der Stahlramen nicht so biegesteif ist wie ein Alurahmen. Allein Deshalb, weil ein zum Alurahmen vergleichbar biegesteifer Stahlrahmen eine ganze Menge mehr wiegen würde.

Jetzt kommt der strittige Punkt:
Ich versuche mal die Ursache von "Komfort" zu definieren:

Stöße, die vertikal vom Nabendrehpunkt auf den Rahmen übertragen werden, durch elastische Verformung und Umwandlung von "Stoß"Energie in Wärmeenergie innerhalb der Materialstruktur, abzudämpfen.

Aufgrund der Konstruktion eines Rahmens üben vertikale Stöße auf die Nabenzentren lediglich Druck-und Zugkräfte auf die jeweiligen Rohre aus. Aber keine Dreh-oder Biegemomente.
Leider ist ein gewöhnlicher Stahlrahmen dermaßen stabil in Punkto Druck- und Zugfestigkeit, dass hier praktisch keine merkliche Energieumwandlung stattfindet. Allein die Diamantform aus zwei dreiecken ohne Bögen und dergleichen läßt die Eigenschaft von Stahl, nämlich wie schon erwähnt, im Verhältnis zu Alu relativ "un"-biegesteif zu sein, vernachlässigbar gering erscheinen.

Weich hingegen wirkt er, wenn um die Längsache des Rahmens ein Drehmoment im Verbindungspunkt der Elemente, dem Tretlager, angreift. Z.B. im Wiegetritt.

Das einzige, was beim Stahlrahmen das "Komfortempfinden" auslößt, ist aber die Stahlgabel. Denn genau hier kommt die relativ geringe Biegesteifigkeit von Stahl zum tragen.
Ein Alurahmen wirkt folglich nur so "hart",weil er immer in Verbindung mit Alu-oder Carbongabel, aber nie mit einer Stahlgabel gefahren wird.

Gruss
Heiko

AndreasIllesch
29.09.2004, 07:36
Das einzige, was beim Stahlrahmen das "Komfortempfinden" auslößt, ist aber die Stahlgabel. Denn genau hier kommt die relativ geringe Biegesteifigkeit von Stahl zum tragen.
Ein Alurahmen wirkt folglich nur so "hart",weil er immer in Verbindung mit Alu-oder Carbongabel, aber nie mit einer Stahlgabel gefahren wird.

Gruss
Heiko


hier stimmt gar nix.

DerBergschreck
29.09.2004, 08:23
hier stimmt gar nix.

Oh, erleuchte uns Unwürdigen mit einer detaillierteren Erklärung.
Das ist dann doch 'n bischen wenig.

garbel
29.09.2004, 10:31
Oh, erleuchte uns Unwürdigen mit einer detaillierteren Erklärung.
Das ist dann doch 'n bischen wenig.

Ich kann die Ausführungen von HeikoP durchaus nachvollziehen. Da bin ich jetzt aber auch mal gespannt, was Gandalf zu sagen hat :ä

mountainbiker
29.09.2004, 11:08
Ich kann die Ausführungen von HeikoP durchaus nachvollziehen. Da bin ich jetzt aber auch mal gespannt, was Gandalf zu sagen hat :ä

Die aussage von HeikoP ist mit Verlaub wirklich der absolute Nonsens. Die Steifigkeit und auch die Spannung eines Bauteils wird nur durch den E-Modul und durch das Trägheitsmoment gegen Biegung bestimmt. Das Trägheitsmoment gegen Biegung wird durch den Rohrdurchmesser (geht in 4.Potenz ein!) bestimmt. Der Grund warum Stahlrahmen und Gabeln "weicher" als die Konkurrenz aus Alu ist liegt daran, daß Stahl die größeren Biegespannungen erträgt und einen 3mal höheren E-Modul hat und somit geringere Rohrdurchmesser für ein und diesselbe Last benötigt werden. Infolge des geringeren Durchmessers ist allerdings die Elastizität höher und somit die Steifigkeit geringer.

klappradl
29.09.2004, 11:18
Gerade der Hinterbau meines Rades (http://www.jens-seemann.privat.t-online.de)
Hallo Jenne,

dein Rad kannte ich schon, aber der Schmuck von deiner Frau (?) gefällt mir besser :ä

klappradl
29.09.2004, 11:22
Die aussage von HeikoP ist mit Verlaub wirklich der absolute Nonsens. Die Steifigkeit und auch die Spannung eines Bauteils wird nur durch den E-Modul und durch das Trägheitsmoment gegen Biegung bestimmt. Das Trägheitsmoment gegen Biegung wird durch den Rohrdurchmesser (geht in 3.Potenz ein) bestimmt. ...
In die Betrachtung geht aber nicht nur das Rohr sondern die Konstruktion des Rades (Rahmendreicke) ein. Aber vielleicht hast du dafür auch 'ne Formel aus deinem Maschinenbaustudium...

garbel
29.09.2004, 12:48
Die aussage von HeikoP ist mit Verlaub wirklich der absolute Nonsens. Die Steifigkeit und auch die Spannung eines Bauteils wird nur durch den E-Modul und durch das Trägheitsmoment gegen Biegung bestimmt. Das Trägheitsmoment gegen Biegung wird durch den Rohrdurchmesser (geht in 4.Potenz ein!) bestimmt. Der Grund warum Stahlrahmen und Gabeln "weicher" als die Konkurrenz aus Alu ist liegt daran, daß Stahl die größeren Biegespannungen erträgt und einen 3mal höheren E-Modul hat und somit geringere Rohrdurchmesser für ein und diesselbe Last benötigt werden. Infolge des geringeren Durchmessers ist allerdings die Elastizität höher und somit die Steifigkeit geringer.

Ist aber nicht viel mit Biegung, zumindest in vertikaler Richtung (ich lass die Gabel mal außen vor). Wenn ich mir einen kleinen Rahmen (mit ganz kurzem Steuerrohr) vorstelle, dann hab ich lauter (unverschiebliche) Dreiecke. Die sind zwar nicht gelenkig aneinander angeschlossen, weshalb auch Momente ich den Rohren entstehen werden, aber wie gesagt, in vertikaler Richtung vernachlässigbar.

HeikoP
29.09.2004, 12:49
:confused:

nichts anderes hab ich gesagt:
"ein vergleichbar steifer Rahmen aus Stahl (zwangsläufig großer Rohrdurchmesser wie beim Alurahmen) wiegt mehr als ein Alurahmen", nicht, dass Alurohr gleichen Durchmessers biegesteifer ist, als ein stahlrohr. Das wäre natürlich Quatsch.
Wie Mountainbiker schon richtig sagte, ist es aufgrund des höheren E-modul von Stahl eben nicht erforderlich, große Rohrdurchmesser zu wählen. Das kommt dem Gewicht zugute, wird aber mit hoher Elastizität erkauft.

Gruss
Heiko

garbel
29.09.2004, 12:56
:confused:

nichts anderes hab ich gesagt:
"ein vergleichbar steifer Rahmen aus Stahl (zwangsläufig großer Rohrdurchmesser wie beim Alurahmen) wiegt mehr als ein Alurahmen", nicht, dass Alurohr gleichen Durchmessers biegesteifer ist, als ein stahlrohr. Das wäre natürlich Quatsch.
Wie Mountainbiker schon richtig sagte, ist es aufgrund des höheren E-modul von Stahl eben nicht erforderlich, große Rohrdurchmesser zu wählen. Das kommt dem Gewicht zugute, wird aber mit hoher Elastizität erkauft.

Gruss
Heiko

Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, warum 'Mountainbiker' deine Aussage als 'absoluten Nonsens' bezeichnet hat :krabben:

mountainbiker
29.09.2004, 13:16
ei,ei,ei

Aufgrund der Konstruktion eines Rahmens üben vertikale Stöße auf die Nabenzentren lediglich Druck-und Zugkräfte auf die jeweiligen Rohre aus. Aber keine Dreh-oder Biegemomente.
Leider ist ein gewöhnlicher Stahlrahmen dermaßen stabil in Punkto Druck- und Zugfestigkeit, dass hier praktisch keine merkliche Energieumwandlung stattfindet. Allein die Diamantform aus zwei dreiecken ohne Bögen und dergleichen läßt die Eigenschaft von Stahl, nämlich wie schon erwähnt, im Verhältnis zu Alu relativ "un"-biegesteif zu sein, vernachlässigbar gering erscheinen.

Weich hingegen wirkt er, wenn um die Längsache des Rahmens ein Drehmoment im Verbindungspunkt der Elemente, dem Tretlager, angreift. Z.B. im Wiegetritt.

Das einzige, was beim Stahlrahmen das "Komfortempfinden" auslößt, ist aber die Stahlgabel. Denn genau hier kommt die relativ geringe Biegesteifigkeit von Stahl zum tragen.
Ein Alurahmen wirkt folglich nur so "hart",weil er immer in Verbindung mit Alu-oder Carbongabel, aber nie mit einer Stahlgabel gefahren wird.

Gruss
Heiko

Also ich bezog meine vielleicht etwas zu hart formulierte Aussage hauptsächlich auf die Aussage von Heiko, daß Stahl eine geringe Biegesteifigkeit hat. Die Steifigkeit (E-Modul) von Stahl ist um ca. 3 mal höher als die von Alu. Nur durch die Tatsache, daß Stahl größere Spannungen erträgt und schwerer ist, leiten sich die "weicheren" Konstruktionen ab.
Desweiteren kann man auch die Rahmendreiecke als Biegeträger in vertikaler Richtung ansehen und auch hier geben die Stahlkonstruktionen durch die dünnen Rohrdurchmesser mehr nach als ihre Kollegen aus Alu da auch bei diesen das Widerstandsmoment gegen Biegung geringer ausfällt. Ob man diese Durchbiegung spüren kann, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Tatsache ist jedoch, daß es zu einer Durchbiegung kommt => immer wenn irgendwo eine Kraft auftritt wird es zumindest zu einer elastischen Verformung kommen. Der Komfortgewinn meines Titanrahmens gegenüber meines Alurahmens läßt mich allerdings darauf schließen, daß es durchaus spürbar ist. Gut man müßte das ganze Ding mal nachrechnen allerdings stecke ich leider auch nicht mehr so in Festigkeitsberechnungen drin, da es mich leider beruflich auf die eher kaufmännische Schiene verschlagen hat...

AndreasIllesch
29.09.2004, 13:27
mir ging auch das mit den gabeln gegen den strich:
"Ein Alurahmen wirkt folglich nur so "hart",weil er immer in Verbindung mit Alu-oder Carbongabel, aber nie mit einer Stahlgabel gefahren wird."

peanut
29.09.2004, 21:47
Also ein Alu-Rahmen mit großen Rohrdurchmessern ist schon knallhart.
Was du auf jeden Fall kaufen solltest, sind
a carbon gabel
b passenden sattel
c gepolsterte handschuhe

das ist meiner meinung nach wichtiger

messenger
29.09.2004, 21:51
Also ein Alu-Rahmen mit großen Rohrdurchmessern ist schon knallhart.
Was du auf jeden Fall kaufen solltest, sind
a carbon gabel
b passenden sattel
c gepolsterte handschuhe

das ist meiner meinung nach wichtiger

...wobei die Bandbreite der Carbongabeln von hammerhart bis labberweich geht...

Gruß mess.

Carbon
30.09.2004, 09:05
Was ist mit dem Komfort bei Rahmen, bei denen die Sitzstreben ein wenig in Richtung Sitzrohr gebogen sind? Da müsste sich doch die grössere Flexibilität von Stahl oder Titan positiv bemerkbar machen, oder?

jenne
30.09.2004, 10:35
dein Rad kannte ich schon, aber der Schmuck von deiner Frau (?) gefällt mir besser :ä

Aber bestimmt nur, weil ich ihn fotografisch so schön in Szene gesetzt habe :-)....
Ja, Vio ist meine Frau. Wir haben halt so unsere Hobbys. Frau tut was für die Schönheit, Mann für den Speed :-).
j.

Beast
30.09.2004, 10:39
Den grössten Komfortzuwachs erreicht man (wie die TOUR ja auch schön getestet hat) über ein kontrolliertes Anpassen des Reifendrucks.

jenne
03.10.2004, 21:02
Den grössten Komfortzuwachs erreicht man (wie die TOUR ja auch schön getestet hat) über ein kontrolliertes Anpassen des Reifendrucks.

Aber sind nicht gerade da die Verluste größer als bei "weichem" Rahmen?
j.

Beast
03.10.2004, 22:01
Aber sind nicht gerade da die Verluste größer als bei "weichem" Rahmen?
j.

Welche Verluste? :confused: