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zip
25.09.2004, 20:08
hallo zusammen,

ich finde die aktuellen preise in der fahrradbranche etwas unverschämt. ich wollte mir ein paar neue schuhe besorgen. ich habe nich nach dem preis geschaut, sondern nur nach der passform. dann schau ich mir den preis an und fall fast vom stuhl.....270 €..... :heulend:. ich kann mich nich erinnern das ich damals schuhe für 500€ gesehen hätte.aber man muss ja neue teile wie kette, reifen, bremsbeläge haben. wenn ich könnte würde ich die ganze sache boikotieren.

in diesem sinne
zip

AndreasIllesch
25.09.2004, 20:14
in wieviel läden warst du denn?
mit 100€ weniger hat man doch schon eine sehr grosse auswahl.

curry
25.09.2004, 20:26
stimmt schon - da war doch was mit dem (t-)euro / 1:1 umrechnungskurs?!

greyscale
25.09.2004, 20:33
Die Frage ist, was du willst...

Natürlich gibt es Top-Teile für irres Geld. In den Regalen unter dem Topper-than-the-Top gibt es sehr brauchbares Material für vernünftiges Geld.

Meine letzte Anschaffung war ein Paar SIDI Bullett für ~ 100,-€. Die sitzen super und sind so schön, dass ich micht nicht traue, sie auch zu benutzen :rolleyes:.

Im Großen und Ganzen ist mein Eindruck, dass in der Mittelklasse die Preise eher nachgelassen haben.

P.

Reifenpanne
25.09.2004, 20:36
Also, wann immer es geht versuche ich, nicht das aktuelle Modell, sondern das Vorjahresmodell zu bekommen. Oftmals liegt der Unterscheid lediglich im Design, während sich technisch nichts oder nur minimal etwas geändert hat. Ansonsten hilft halt nur, nach Sonderangeboten zu suchen. Bei Schuhen ist jedenfall bei 200 € die Grenze für mich eindeutig schon überschritten.

Stewwi
25.09.2004, 20:39
Da krigst du echt mehr für Geld. Was war das denn für ne Marke?Vieleicht hast du die diamant-sohle nicht gesehen :D
Von sidi, shimano,northwave oder DMT bekommst du ganz gute Schuhe . Die passform ist vor allem bei Sidi hervorragend.
270 Euro wär mir wirklich zu teuer.

tourist
25.09.2004, 21:07
schau doch mal unter
www.fabial.de
da habe ich mal günstig zwei Paar ersteigert

Proracer
25.09.2004, 22:06
hallo zusammen,

ich finde die aktuellen preise in der fahrradbranche etwas unverschämt. ich wollte mir ein paar neue schuhe besorgen. ich habe nich nach dem preis geschaut, sondern nur nach der passform. dann schau ich mir den preis an und fall fast vom stuhl.....270 €..... :heulend:. ich kann mich nich erinnern das ich damals schuhe für 500€ gesehen hätte.aber man muss ja neue teile wie kette, reifen, bremsbeläge haben. wenn ich könnte würde ich die ganze sache boikotieren.

in diesem sinne
zip

Du meinst wahrscheinlich über 500,- DM die umgerechnet gut 270,- € ausmachen. Stimmt, das ist verdammt teuer. Aber hier im Forum gibt es jede Menge Leute, die loben immer wieder Assos-Hosen für fast 200,- € oder Gore-Windjacken für 300,- € und mehr in den Himmel. Von sündhaft teuren Komponenten und Fahrrädern wollen wir erst gar nicht reden. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass hier vor allem Händler ihre "Meinung" kundtun. Denn die Fahrradbranche hat Handelsstrukturen von vorgestern. Die unverschämten Preise für Sidi, Assos, Pearl Izumi, Giro, Shimano und vielen anderen sind vor allem das Ergebnis von extrem langen Handelswegen mit bis zu vier Handelsstufen. Jeder will und muss was verdienen, da werden aus 50,- € Fabrik-Abgabepreis schnell 270,- € Endverbraucherpreis. Solche Produkte sollte man ganz einfach meiden, dann werden Markt und Preise sich von selbst regulieren.

Traktor
26.09.2004, 00:34
ja genau. Manche haben hier echt sauteures Zeug. Ich sag nur Lupine. Welcher normale Mensch gibt mehrere 100€ für ne kleine Lampe aus?

fighterplane
26.09.2004, 03:52
Dei Textilien sind ja wohl auch alle 1:1 - DM:Euro umgerechnet worden.

Ich kann mich noch an 1999 erinnern,wo meines Wissens die teuerste Radhose von Pearl Izumi 189DM und die Trikots irgendwas mit 79 DM gekostet haben und heute...... :ybel: billig ist 124€ bei den Top-Hosen(früher 95DM beim Top-Modell) und 59-75€ bei den Trikots..... :eek: :ybel: :ybel:

diddlmaedchen
26.09.2004, 09:55
Ich habe mir mal die EK-Liste von Biemme angeschaut: 54,- € im EK ohne Mwst. für eine kurze Biemme-Trägerhose...das ist doch nicht mehr normal. :mad:

Grimpeur76
26.09.2004, 10:09
Ich verstehe das Problem nicht ganz. Fahrradschuhe zwischen 100 -150 € gibts haufenweise: SIDI, Nike, Northwave...

Ich habe mir Sidi Iron gekauft, bisher zufrieden.

Gute Joggingschuhe kosten auch 120 €, ordentliche Lederschuhe für Anzug o.ä. liegen auch in der Preisklasse. Man muß ja auch nicht das 300 € Sidi Carbon-mit-diesen-Schuhen-kann-man-fliegen-Modell wählen.

Pumi
26.09.2004, 10:17
ich finde die aktuellen preise in der fahrradbranche etwas unverschämt.
...
wenn ich könnte würde ich die ganze sache boikotieren.
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.

diddlmaedchen
26.09.2004, 10:21
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.

Na, das seh ich aber gaaaanz anders...wer kauft denn noch das überteuerte Zeug beim Händler ? Nicht umsonst wird hier jedem Einsteiger ein Canyon- und Co Rad empfohlen...

Die Händler hier im Osten verdienen mittlerweile auch fast nur noch an Oma + Opa, weil jeder der sich auskennt im Internet bestellt. Da gibts wenigstens noch faire Preise... :(

Ich sehe jedenfalls echt nicht ein, für eine Ultegra Kassette beim Händler in DD fast 90 € hinzulegen... :mad:

Die Hersteller mit ihren horrenden Einkaufspreisen machen die Händler kaputt. Meine Meinung.

sunshine
26.09.2004, 10:25
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.

Was soll uns deine Ignorer-Liste mit "9" sagen? Und dann noch der Hinweis, es seien noch Plätze frei....???
Und das alles bei gerade einmal 100 posts....

Das ist nicht witzig, das ist provokant, arrogant anmaßend. Als wenn du die Kompetenz besitzt, Leute als Ignorer-würdig einzustufen....und das streichst du auch noch als etwas so Besonderes heraus (als das du sowas nach entsprechenden Beiträgen machst, Stickwort "plonk", oder aber still und leise), dass du es in dein Signum aufnimmst. Armes Deutschland....macht Spaß, sich mit solchen Usern hier auszutauschen.

Ich finde, du kannst dein Signum jetzt ändern: Mach doch mal eine 10 draus.
Ich würde mich darüber freuen.
sunshine

Grimpeur76
26.09.2004, 10:27
Wer sich auskennt kauft natürlich Teile im I-Net. Z.b. Eurus sagte mir Händler gibts bei ihm für 600 €, im Versand spare ich ca. 100 €, das ist schon was.

Allerdings gibts auch normale Händler, die auch über I-Net verkaufen. Das Ladengeschäft ist natürlich dann auch günstig.

Pumi
26.09.2004, 10:31
Na, das seh ich aber gaaaanz anders...
Das was du schreibst, ist aber genau dasselbe was ich meinte...

Und es geht nicht nur um "Händler - Internet", sondern auch um "Marke - No Name" oder ganz konsequent "brauche ich - brauche ich nicht".

Pumi
26.09.2004, 10:36
Armes Deutschland....macht Spaß, sich mit solchen Usern hier auszutauschen.
Du tauschst dich ja nicht aus!

Du hast zwar meinen Beitrag komplett zitiert, gehst aber mit keinem Ton darauf ein, sondern maulst nur an meiner Signatur rum. Ist es schwer für dich, das einfach so stehen zu lassen?

sch8mid
26.09.2004, 10:36
Ich habe mir mal die EK-Liste von Biemme angeschaut: 54,- € im EK ohne Mwst. für eine kurze Bieme-Trägerhose...das ist doch nicht mehr normal. :mad:


ja , und wo dann die Gewinne hingehen , das ist hier die Frage. Ich bin mir fast sicher , dass nicht unbedingt beim Handel der Grossteil davon liegen bleibt......
Geschweige denn bei den Leuten, die die Sachen oft noch in Handarbeit herstellen

Eine Bekannte von mir ist da ziemlich weit oben in der Management Hierarchie angesiedelt - und was ich da manchmal mitbekomme , da sträuben sich dir schon die Haare.

Da werden in 3 Monaten schnell 3 Fabriken für 1500 Näherinnen in East of Ramadan in Ägypten hochgezogen - 3 Jahre auf Teufel komm raus auf den gleichen Maschinen für Nobelmarken wie Boss, Rene Lezard ,Prada usw. produziert und wenn die Lohnkosten mal die 1 Euromarke übersteigen wird das Ganze dichtgemacht und in Rumänien und Bulgarien neu aufgebaut.

Da ist inzwischen das Lohniveau über 1 Euro und die Karawane zieht weiter
Richtung Moldawien.

Dahinter die Sindflut und vernichtete Existenzen.
Ein Paradebeispiel für die immer größer werdende Perversion unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Aber das ist eine andere Geschichte...

Grüsse

sch8mid

diddlmaedchen
26.09.2004, 10:36
Das was du schreibst, ist aber genau dasselbe was ich meinte...

Und es geht nicht nur um "Händler - Internet", sondern auch um "Marke - No Name" oder ganz konsequent "brauche ich - brauche ich nicht".

Ok, dann hatte ich dich wohl mißverstanden. ;)

robby_wood
26.09.2004, 11:00
ja , und wo dann die Gewinne hingehen , das ist hier die Frage. Ich bin mir fast sicher , dass nicht unbedingt beim Handel der Grossteil davon liegen bleibt......
Geschweige denn bei den Leuten, die die Sachen oft noch in Handarbeit herstellen

Eine Bekannte von mir ist da ziemlich weit oben in der Management Hierarchie angesiedelt - und was ich da manchmal mitbekomme , da sträuben sich dir schon die Haare.

Da werden in 3 Monaten schnell 3 Fabriken für 1500 Näherinnen in East of Ramadan in Ägypten hochgezogen - 3 Jahre auf Teufel komm raus auf den gleichen Maschinen für Nobelmarken wie Boss, Rene Lezard ,Prada usw. produziert und wenn die Lohnkosten mal die 1 Euromarke übersteigen wird das Ganze dichtgemacht und in Rumänien und Bulgarien neu aufgebaut.

Da ist inzwischen das Lohniveau über 1 Euro und die Karawane zieht weiter
Richtung Moldawien.

Dahinter die Sindflut und vernichtete Existenzen.
Ein Paradebeispiel für die immer größer werdende Perversion unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Aber das ist eine andere Geschichte...

Grüsse

sch8mid

Guter Beitrag. Ja, ist m.E. z.Zt. generelles Problem unseres Wirtschaftsystems mit Drang zum Hochkapitalismus von vor 100 Jahren.

Wichtiger Hebel sind eigentlich wir selber als Verbraucher. Dabei ist das Thema Aufklärung wichtig. Ein einfacher Ansatz für die Politik wäre die Auszeichnungsbestimmung aller Waren (Eitikett) dahin gehend zu spezifizieren:
- wo zu welchen Anteilen hergestellt
- Herstellungskosten (objektiver "Wert" der Ware)

Wenn dann bei der Fahrradhose steht "Wert 5 Euro" und sie wird für 129 Euro angeboten, kommen evtl. doch mehr ins grübeln, oder?

Grimpeur76
26.09.2004, 11:06
- Herstellungskosten (objektiver "Wert" der Ware)

Es gibt keinen objektiven Wert der Ware. Herstellungskosten sind nur ein kleiner Teil davon.

Der Wert einer Ware wird vom Kunden eingeschätzt. Entspricht der Preis dem subjektiven Wert wird gekauft. Zur Ware gehört auch Image, Beratung durch Verkäufer, Design, Garantiegeschichten etc.

Abgesehen davon gibts genug Möglichkeiten für einen Hersteller, die Herstellungskosten höher erscheinen zu lassen (Bilanzierung, etc.)

roadrunner77
26.09.2004, 11:58
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.


die verkäufer sind auch schuld....da die ja die teuren dinger selber vom großhandel einkaufen....

roadrunner77
26.09.2004, 12:07
Na, das seh ich aber gaaaanz anders...wer kauft denn noch das überteuerte Zeug beim Händler ? Nicht umsonst wird hier jedem Einsteiger ein Canyon- und Co Rad empfohlen...

Die Händler hier im Osten verdienen mittlerweile auch fast nur noch an Oma + Opa, weil jeder der sich auskennt im Internet bestellt. Da gibts wenigstens noch faire Preise... :(

Ich sehe jedenfalls echt nicht ein, für eine Ultegra Kassette beim Händler in DD fast 90 € hinzulegen... :mad:

Die Hersteller mit ihren horrenden Einkaufspreisen machen die Händler kaputt. Meine Meinung.


das problem liegt doch allgemein an den händlern selbst, händler die online nix anbieten, bzw. zu wenig in werbung investieren bleiben auf der strecke, daran sind diese aber selber schuld, wenn ich nen rad was neu schon über 1000 euro kostet bei Barzahlung 3-5 Prozent günstiger an den mann bringen will, dann brauch ich mich doch als händler nicht wundern, wenn die leute wo anders kaufen, die können dann noch froh sein, das sie an der rep. verdienen...wenn die leute wissen das sie hier und da nen annehmbaren guten preis kriegen und nen entsprechendes rad dafür...dann kaufen die auch beim händler vor ort...und der händler profitiert auch davon...so gering sind die gewinnspannen im Fahrradbereich auch nicht.....

DerBergschreck
26.09.2004, 12:12
Na, das seh ich aber gaaaanz anders...wer kauft denn noch das überteuerte Zeug beim Händler ? Nicht umsonst wird hier jedem Einsteiger ein Canyon- und Co Rad empfohlen...

Klar kenne ich Händler mit Apothekenpreisen, aber es gibt auch andere. Da z.B. im Canyon Sparbuch nichts passendes für mich dabei war, bin ich zu einem kleinen Händler im Nachbarort gefahren. Er könne mir auf Wunsch ein Rad auf Kinesis-Basis zusammenstellen. Tja, und als er mir den Preis nannte, lag der im gleichen Bereich wie bei einem vergleichbaren Canyon-Rad. Und er kann (fast) beliebige Änderungswünsche berücksichtigen :-)

Doch zugegebenermaßen ist das nicht der Normalfall.

roadrunner77
26.09.2004, 12:23
Doch zugegebenermaßen ist das nicht der Normalfall.

-> leider..... :heulend:

S!mon
26.09.2004, 12:48
Ich finde die Preisunterschiede vor allem im Bekleidungsbereich horrend. Da habe ich jetzt bei Ebay schon mehrmals über 50 % gespart. Und da hört für mich die Liebe zum EInzelhandel auf...

geierwally
26.09.2004, 12:57
warum muß es eine Pearl Izumi Hose sein? Warum nicht eine Santini? Da gabs schon ein Profi Set Hose/Trikot für 75,00 EURONEN? und das vor Ort bei einem großen Händler....
:4bicycle:

geierwally
26.09.2004, 13:04
wenn die sogenannten Hersteller die Herstellungskosten und das Land aufs Etikett schreiben würden.......da würden gleich mal 80% der sogenannten Hersteller wegbrechen und ein Wettbewerb wäre auch nicht mehr da. Sagen wir mal du kaufst ein Rad mit Ultegra, bildschöner Carbonrahmen, Carbongabel und da steht drauf: made in China, Herstellungskosten 250 EUR, bist du dann bereit 1000 EUR dafür zu zahlen obwohl das ja ein günstiger Preis wäre? Da würde die gesamte Wirtschaft zusammenbrechen. Denn die sonstigen Kosten die entstehen sind ja nicht übersehbar für den Käufer..
:4bicycle:

Benno
26.09.2004, 13:10
sagen wir mal, da würde dann auch der Anteil draufstehen, den die Arbeiter in China von dem Verkaufspreis des Rad bekommen. Würdet ihr dann z.B. 300 € mehr zahlen, wenn die Arbeiter dann 20% statt 10% bekommen würden? Oder würdet ihr dann trotzdem an euer Wohl und an euer Sparbuch denken und euch sagen, dann kann ich mir noch Schuhe, Trikot & Hose für die 300€ kaufen?
Also ich glaube im Endeffekt würde das ncihts ändern.

Benno

fighterplane
26.09.2004, 18:50
das Problem ist doch,das die die es nicht wirklich brauchen,die Preise hochtreiben und einer der das Hobby ernsthaft betreibt,Wert auf Qualität legen muss,meiner Meinung nach und sich die Pearl Izumi,oder Assos Hose und die Dura Ace Kassette von den Rippen absparen muss.

-aber das tut man ja gerne,zumindest die ersten paar Jahre.... :heulend:

robby_wood
26.09.2004, 19:54
Was ganz anderes: wieso verkauft Bike-o-Bello (in dem Laden kauf ich seit ein paar jahren jedes Jahr für ca. 200 Euro pro Jahr Klamotten) eine weisse Castelli-Hose für 75 Euro, die im italienischen Einzelhandel für 49 Euro zu haben ist? Wobei die 75 in Deutschland auch bei anderen Castelli-Händlern wie Rosso zu zahlen sind. Ist es wie mit den Autos, dass die Sachen in Deutschalnd am teuersten angeboten werden?

Erich5
27.09.2004, 09:06
Ich weiss nicht was IHR über die Preise motzt. Kommt mal in die Schweiz einkaufen...das sind dann Hammerpreise. Leider nicht nur im Velobereich. Deshalb florieren Marktkauf, Aldi und co im Grenzbereich so gut!

Beispiel:
1 Tube Markenzanpasta für 70 Cent (3 Stück demnach 2.10 Euro = ca. 3.20 Fränkli)
Aktion im zweitgrössenten Grossist in der CH: 3 für zwei für sagenhafte 7.60)

Man rechne: in der CH demnach 3 Tuben für 11.40. In der BRD erhalte ich für das Geld genua das gleiche Produkt 10 Stück...

Und leider ist das fast überall so...und wir Schweizer verdienen ja nicht unbedingt das 10fache eines Deutschen.

Gruss Erich

904
27.09.2004, 09:16
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.

Hi,
genau so ist es!
Wenn wir als Käufer bereit sind, die manchmal unverschämten Preise vom Einzelhandel zu zahlen, dann sind wir selbst schuld.

Ich habe allerdings manchmal das Gefühl, das wir aus dem Auge verlieren, wie es uns eigentlich gut geht (man könnte stinknormal sagen, Leute haben zu viel Geld). Und dann werden ohne zu überlegen Preise bezahlt, daß einer nur schaut. Sagt einfach dem Händler, die Ware ist zu teuer und geht weg! Verhandelt über den Preis! Denkt nicht, es wäre was Falsches über den Preis zu reden. Nur so lernen die Händler anders zu denken.

In Italiien und anderen südlichen Ländern ist as absolut normal nach einem Nachlass zu fragen. Nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird wortlos das bezaht, was auf dem Preiszettel im Schaufenster steht.

Diese Meinung bezieht sich nicht ausschliesslich auf Radsportartikel, es hat allgemeine Gültigkeit.

Gruß,
904

Grimpeur76
27.09.2004, 09:26
Ich weiss nicht was IHR über die Preise motzt. Kommt mal in die Schweiz einkaufen...das sind dann Hammerpreise. Leider nicht nur im Velobereich. Deshalb florieren Marktkauf, Aldi und co im Grenzbereich so gut!

Beispiel:
1 Tube Markenzanpasta für 70 Cent (3 Stück demnach 2.10 Euro = ca. 3.20 Fränkli)
Aktion im zweitgrössenten Grossist in der CH: 3 für zwei für sagenhafte 7.60)

Man rechne: in der CH demnach 3 Tuben für 11.40. In der BRD erhalte ich für das Geld genua das gleiche Produkt 10 Stück...

Und leider ist das fast überall so...und wir Schweizer verdienen ja nicht unbedingt das 10fache eines Deutschen.

Gruss Erich

Schweizer können doch für den Großeinkauf in die Nachbarländer fahren, oder? Wenn man da richtig Geld sparen kann...

Erich5
27.09.2004, 09:41
Schweizer können doch für den Großeinkauf in die Nachbarländer fahren, oder? Wenn man da richtig Geld sparen kann...

Machen Sie (wir) auch! Und wenn Du am Zoll durchgewinkt wirst hast Du nochmals 10% (MwSt) gespart. Vor zwei Jahren fuhr durchschnittlich jeder Schweizer 3x im Jahr über die Grenze zum Einkaufen. Heute sind es schon 9x.

Gruss Erich

showdown
27.09.2004, 10:02
Ich weiss nicht was IHR über die Preise motzt. Kommt mal in die Schweiz einkaufen...

Jaja, da haste Recht, dass den gemeinen EU-Nachbarn der Schlag trifft, wenn er seine eidgenössischen Freunde besucht. :eek:

Nur - das sollte man dann aber auch dazu sagen - in der Schweiz selbst verdient man auch entsprechend. :Angel:

(In fast jeder internationalen Einkommensstatistik liegt die Schweiz im pro-Kopf Einkommen zusammen mit Luxemburg weltweit vorn an der an der Spitze ... Man könnte es auch so herum sagen: in kaum einem anderen Land der Welt verdient der Durchschnitts-Normalbürger so viel wie in Luxemburg oder in der Schweiz ... nur mal so nebenbei ... :rolleyes: )

Teuer oder nicht teuer ist ja nicht eine Frage dessen, was an Preis auf dem Etikett steht. Sondern das Verhältnis dessen, was auf dem Etikett steht und dem, was auf der Gehaltsabrechnung steht. Wenn ein Rad in der Schweiz doppelt so viel kostet wie in D, der Kollege in der Schweiz aber auch doppelt so viel verdient, dann ist Radfahren für den Schweizer doch eigentlich nicht teurer als für den Deutschen. Oder ? ;)

Um die Kaufkraft D vs. CH mal richtig miteinander zu vergleichen, hättest Du Dein Beispiel mit den Preisen vielleicht um einen Vergleich der Löhne und Gehälter erweitern sollen, erst so könnte ein Schuh draus werden ... :D

Denn es ist ja ein Unterscheid, ob man bei den Nachbarn einkaufen geht entweder weil einem der turbo-kapitalistische heimische Händler das letzte Hemd ausziehen würde, oder weil´s einem zwar schon ziemlich gut geht, aber man rausholen möchte, was geht. Gell. :Angel:

Wenn Ihr bei uns im Grenzgebiet schon die Preise ruiniert ... :D

diddlmaedchen
27.09.2004, 12:34
Hi,
genau so ist es!
Wenn wir als Käufer bereit sind, die manchmal unverschämten Preise vom Einzelhandel zu zahlen, dann sind wir selbst schuld.

Ich habe allerdings manchmal das Gefühl, das wir aus dem Auge verlieren, wie es uns eigentlich gut geht (man könnte stinknormal sagen, Leute haben zu viel Geld). Und dann werden ohne zu überlegen Preise bezahlt, daß einer nur schaut. Sagt einfach dem Händler, die Ware ist zu teuer und geht weg! Verhandelt über den Preis! Denkt nicht, es wäre was Falsches über den Preis zu reden. Nur so lernen die Händler anders zu denken.

...Gruß,
904

Was soll der Händler denn machen, wenn die EK Preise schon so hoch sind ? Wenn er mit den Preisen im Versandhandel mithalten wollte, müßte er teilweise unter EK verkaufen !

Ich sehe die Preistreiberei echt nicht bei den Verkäufern, sondern die Hersteller machen das. :mad:

Grimpeur76
27.09.2004, 13:22
Wenn er mit den Preisen im Versandhandel mithalten wollte, müßte er teilweise unter EK verkaufen !


Wenn der Versandhandel günstiger wäre als der Großhändler für den Händler um die Ecke, würde er natürlich beim Versandhandel seine Ware besorgen.

Er würde also, wenn er mit den Versandpreisen mithält höchstens keinen Gewinn machen, aber keinen Verlust (es sei denn der Händler ist doof).

Gerolf
27.09.2004, 13:24
...höchstens keinen Gewinn machen, aber keinen Verlust (es sei denn der Händler ist doof).

Klingt ja sehr beruhigend. Das sollte man mal nem Händler vorschlagen.

Grimpeur76
27.09.2004, 15:03
Preiskampf ist keine Alternative für Händler. Nur guter Service kann Alternative sein und eben Mehrwert für Kunden, z.B.

- Sattel, wenn Modell nicht paßt zurückkommen und gegen anderes Modell tauschen
- gut sortierte Klamotten
- beim Radkauf: Vorbaulänge probieren, wenns nicht paßt, mache ich Dir einen anderen drauf
- kompetente Beratung, nimm lieber die Speiche, weil xxx
- Montage gratis dazu, z.B. von neuem Zahnkranz (natürlich nicht gratis, aber in Verkaufspreis schon eingepreist)

Erich5
27.09.2004, 16:18
Jaja, da haste Recht, dass den gemeinen EU-Nachbarn der Schlag trifft, wenn er seine eidgenössischen Freunde besucht. :eek:

Nur - das sollte man dann aber auch dazu sagen - in der Schweiz selbst verdient man auch entsprechend. :Angel:
Wenn nur die Summe angeschaut wird...ja.

(In fast jeder internationalen Einkommensstatistik liegt die Schweiz im pro-Kopf Einkommen zusammen mit Luxemburg weltweit vorn an der an der Spitze ... Man könnte es auch so herum sagen: in kaum einem anderen Land der Welt verdient der Durchschnitts-Normalbürger so viel wie in Luxemburg oder in der Schweiz ... nur mal so nebenbei ... :rolleyes: )
Aber in keinem anderen Land ist alles so teuer wie hier.

Teuer oder nicht teuer ist ja nicht eine Frage dessen, was an Preis auf dem Etikett steht. Sondern das Verhältnis dessen, was auf dem Etikett steht und dem, was auf der Gehaltsabrechnung steht. Wenn ein Rad in der Schweiz doppelt so viel kostet wie in D, der Kollege in der Schweiz aber auch doppelt so viel verdient, dann ist Radfahren für den Schweizer doch eigentlich nicht teurer als für den Deutschen. Oder ? ;)
Das stimmt schon...aber doppelt soviel verdienen wir hier gar nicht.

Um die Kaufkraft D vs. CH mal richtig miteinander zu vergleichen, hättest Du Dein Beispiel mit den Preisen vielleicht um einen Vergleich der Löhne und Gehälter erweitern sollen, erst so könnte ein Schuh draus werden ... :D

Denn es ist ja ein Unterscheid, ob man bei den Nachbarn einkaufen geht entweder weil einem der turbo-kapitalistische heimische Händler das letzte Hemd ausziehen würde, oder weil´s einem zwar schon ziemlich gut geht, aber man rausholen möchte, was geht. Gell. :Angel:

Wenn Ihr bei uns im Grenzgebiet schon die Preise ruiniert ... :D
:D


In der ZDF oder so hatte ich mal ne Sendung gesehen, die genau das Thema aufgriff. Da wurde ein Schreiner und ein Automech als Beispiel genommen. Dann wurden die Saläre mit allem bereinigt; also Krankenkassen, Mieten, Lebensunterhal, Autos (warum zahlen wir für einen VW Golf 33% mehr als Ihr?)
usw. Die die Ende Monat mehr zum Leben hatten, waren die Deutschen!

Gruss Erich

Reifenpanne
27.09.2004, 18:26
Da hilft nur eins:öfter mal bei Aldi kaufen. Letzte Woche hatten die z.B. Regenhosen für ca. 7 € im Angebot. Ich bin gestern mit nem Bekannten 5 Stunden bei strömendem Regen eine MTB-Tour auf der Schwäbischen Alb gefahren, wo er das Ding anhatte. Nach seinen Angaben ist die Hose sehr zu empfehlen. Ich bin jedenfalls nicht so markengeil, dass ich um jeden Preis die Marke xy haben muss. Wenn man auch mal was anderes nimmt, findet man auch in Euro-Zeiten noch vernünftige Ware zu akzeptablen Preisen. Was natürlich nichts daran ändert, dass viele namhafte MArken selbst in letzter Zeit erheblich teurer geworden sind.

Frankworks
27.09.2004, 18:51
So ist das mit der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage machen den Preis.

So lange die Verkäufer noch genügend Käufer finden, so lange ist der Preis richtig.
Der Käufer schaut sich ein Angebot des Verkäufers an und überlegt, ob er zu diesem Preis kaufen will oder eben nicht. Das hat mit Boykottieren nichts zu tun. Das ist nur der Beitrag des Käufers zur Preisgestaltung.

Und falls hier bei der Währungsumstellung von DM in Euro tatsächlich 1:1 umgerechnet wurde, dann sind daran doch nicht die Verkäufer schuld, sondern die Käufer, die zu diesen Preisen kaufen.

So ist es.

Nur der Einzelhandel hat wenig schuld an den Preissteigerungen. Die sind ziemlich runter mit ihrer Marge. Die Hersteller der Markenartikel sind schuld, weil die alte Philosophie," Was nix kostet ist nix wert" bei vielen Kunden immer noch die Maxime ist. Darauf beruht das Marketing der Markenhersteller.
Nur wenn man sucht und Zeit hat und in der Lage ist Qualität anhand von Fakten festzumachen. Dann bleibt der sauteuere Assos-Fummel auf dem Kleiderständer hängen. Wobei ich nicht glaube, daß die Assos-Klamotten schlecht sind. Nur so gut können die garnicht sein, was die kosten.

FW

mrd
27.09.2004, 23:50
So ist es.

Nur der Einzelhandel hat wenig schuld an den Preissteigerungen. Die sind ziemlich runter mit ihrer Marge. Die Hersteller der Markenartikel sind schuld, weil die alte Philosophie," Was nix kostet ist nix wert" bei vielen Kunden immer noch die Maxime ist. Darauf beruht das Marketing der Markenhersteller.
Nur wenn man sucht und Zeit hat und in der Lage ist Qualität anhand von Fakten festzumachen. Dann bleibt der sauteuere Assos-Fummel auf dem Kleiderständer hängen. Wobei ich nicht glaube, daß die Assos-Klamotten schlecht sind. Nur so gut können die garnicht sein, was die kosten.

FW


Man sollte auch bedenken daß in europa arbeiter gefeuert werden weil sie laut management zu teuer sind (löhne, lohnnebenkosten). Die arbeitsplätze werden exportiert, weil's sich im sweatshop in China billiger produzieren läßt, mit lohnkosten => appel&ei und lohnnebenkosten (sozialbeiträge) gleich null. Arbeitsschutz- und umweltrichtlinien übrigens auch gleich null.

Hinterher wird der ganze kram mit einer wahrhaft atemraubenden CO2-bilanz um den halben erdball nach europa zurückgekarrt, wegen "made in germany" noch schnell ein aufkleberchen draufgepappt.

Kaufen soll das dann der vormals entlassene arbeitnehmer - damit die wirtschaft wieder "in fahrt" kommt.

Ich frage mich ab und zu warum in Deutschland die manager eigentlich so sehr über die "mangelnde inlandsnachfrage" klagen?

??!?


beste grüße

Michael (Mr. ;)fftopic)

Gerolf
28.09.2004, 00:02
Man sollte auch bedenken daß in europa arbeiter gefeuert werden weil sie laut management zu teuer sind (löhne, lohnnebenkosten). Die arbeitsplätze werden exportiert, weil's sich im sweatshop in China billiger produzieren läßt, mit lohnkosten => appel&ei und lohnnebenkosten (sozialbeiträge) gleich null. Arbeitsschutz- und umweltrichtlinien übrigens auch gleich null.

Hinterher wird der ganze kram mit einer wahrhaft atemraubenden CO2-bilanz um den halben erdball nach europa zurückgekarrt, wegen "made in germany" noch schnell ein aufkleberchen draufgepappt.

Kaufen soll das dann der vormals entlassene arbeitnehmer - damit die wirtschaft wieder "in fahrt" kommt.

Ich frage mich ab und zu warum in Deutschland die manager eigentlich so sehr über die "mangelnde inlandsnachfrage" klagen?

??!?


beste grüße

Michael (Mr. ;)fftopic)

Stimmt schon. Allerdings kommen die teuren und die billigen Sachen zum Teil aus den gleichen Fabriken. Aldi kann sie zu so niedrigen Preisen verscheuern, weil sie in Zeiten geringer Auslastung riesige Stückzahlen produzieren lassen und damit viel billiger fahren können.

Das macht es für die Sweatshop-Arbeiter nicht besser. Eher schlechter.

showdown
28.09.2004, 13:33
... in europa arbeiter gefeuert werden weil sie laut management zu teuer sind (löhne, lohnnebenkosten). .... in China billiger produzieren läßt, mit lohnkosten ... (sozialbeiträge) gleich null.

Arbeitsschutz- und umweltrichtlinien übrigens auch gleich null.

Hinterher wird der ganze kram mit einer wahrhaft atemraubenden CO2-bilanz ... zurückgekarrt ...

Kaufen soll das dann der vormals entlassene arbeitnehmer - damit die wirtschaft wieder "in fahrt" kommt.

Ich frage mich ab und zu warum in Deutschland die manager eigentlich so sehr über die "mangelnde inlandsnachfrage" klagen?

Also zunächst mal zum gierigen nimmersatten Kapitalisten-Manager, der ständig nur Kohle rafft und pausenlos (im Inland) Leute feuert. :heulend:

Natürlich ist es das Ziel eines jeden Unternehmens, möglichst effizient zu arbeiten und einen guten Gewinn zu erwirtschaften. Was denn sonst ?? Wenn Du 8h am Tag brasselst, dann legst Du Dein Gespartes doch bestimmt nicht da an, wo es besonders wenig Zinsen gibt ... ? Oder wo ein Teil Deiner Altersvorsorge komplett futsch ist, weil die Jungs/Mädels nicht rechnen konnten und der Laden dicht machen mußte ... ?

Und wo kommen die Zinsen her ? Ja, stimmt, die bringt im Märchen der Weihnachtsmann ... aber in der realen Welt bestimmt der Gewinn des Unternehmens, wie Du Deine Kröten verzinst bekommst.

Gewinn ist (sehr grob) Ertrag minus Kosten.

Die Kosten senken darf das Unternehmen schon mal nicht, sonst ist es der feuernde kapitalistische Menschenfeind, der Vaterlands-Verräter (und selbstvertändlich Umweltzerstörer). Am Ertrag darf das Unternehmen aber auch nicht drehen, sonst ist es Wucherer und Abzocker. Also miese machen ? Nix mit Gewinn ? :heulend:

Ja und Du ? Schaust Du nicht auch, daß Du so gut wie möglich Vorteile nutzt ? Wenn Du (sagen wir für Dich, Deine Frau und 2 Kinder) Lebensmittel in gleicher Qualität bekommst, Du gehst nicht zum Aldi sondern mit + 30% Aufschlag zum Edeka ... und streichst dafür den Urlaub ? Wenn Du Dich zwischen 2 Frauen entscheiden könnest - Du würdest freiwillig die weniger nette nehmen ... ;) ??

Was ich damit sagen will: sieh die Welt doch ein klein wenig fairer. Warum darf der Kunde immer möglichst viel wollen, aber sobald ein Unternehmen mal Geld verdienen will, gibt´s gleich was auf die Flossen ?? Warum ist es bei uns ein Problem, wenn ein Unternehmen Gewinn machen soll ??

Abgesehen davon:aus etwas Gegebenem das Beste machen zu wollen ist (sagen alle Sozialwissenschaftler) schlicht die Natur des Menschen. Wer damit nicht einverstanden ist, kann auch der Sonne vorhalten, daß sie Morgens auf- und Abends wieder untergeht. ;)

Und es gibt verdammt schlechtere Steuerungsmechanismen für Wirtschaftssysteme, als den menschlichen Eigennutz spielen zu lassen. Wenn halt nur Asso-"Markenteile" für 275,- am Ständer hängen, wundere ich mich halt (in Gegenwart der Verkäufer :D ) und geh wieder.

Ein Wort noch zum Märchen Inlandsnachfrage und Arbeitslosigkeit wegen feuernden Kapitalisten. Wenn Du erlaubst :) ...

Mangelnde Inlandsnachfrage (und das wissen als allerestes die Manager ... ) kommt weniger davon, daß 10% der Erwerbsfähigen ohne Arbeit kaum Geld hat. Sondern daher (sieh mal den Verlauf der Sparquoten in D an), daß 90% der Erwerbsfähigen das genügend vorhandene Geld aus purer Verunsicherung spart. Weil die Politik die nötigen Strukuturreformen der Sozialsysteme im demographischen Übergang immer nur in Salamitaktik rausrückt. :ü

mrd
28.09.2004, 13:59
Ja, richtig die politik verunsichert die leute und sorgt für miese stimmung im land. Renten unsicher, gesundheitspolitik undurchschaubar, klar überlegt sich jeder durchschnittsverdiener ob er sein geld nicht besser zur risikoabsicherung verwendet.

Mag es aber eventuell auch so sein, daß die erwerbstätigen verunsichtert sind weil möglicherweise ihre arbeitsplätze bald nach Guangdong oder in die Slowakei verlagert werden? Einige konzernherren haben doch schon vorgerechnet daß die ingenieursstunde in tschechien nur etwa 15% von dem kostet was in Deutschland aufzuwenden wäre...

Und vielleicht wäre der unternehmensgewinn auch ein klein bißchen abhängig zu sehen von den, sagen wir mal, etwas übermotivierten akquisitionen der manager? Von einer nicht sonderlich zielgerichteteten unternehmensführung? Wie man aktuell zb bei Kaufhof/Quelle sieht?

Wieviele milliarden hat zb der Benz bis jetzt zum fenster herausgefeuert für Chrysler? Und wie sehen die resultate aus? Und welche Benzmanager jammern über die hohen lohnstückkosten? Und wie effektiv ist die qualitätskontrolle beim Benz? Gibt's sowas überhaupt noch bei denen? Und welche automarke führt die ADAC-pannenstatistik an? Benz? Nein?

Warum werden denn nach einer ganzen reihe von luft- und lachnummern die entlohnungen der arbeitnehmer in der produktion infrage gestellt, die gehälter derjenigen die ohne rücksicht auf verluste ihrer eitelkeit gefrönt haben und eine völlig unsinnige konzernpolitik geführt haben andauernd erhöht? Als trostpflaster?

Ich kauf' im bioladen. Ich bin konsumverweigerer, nicht so sehr aus ideologischen gründen, mehr weil ich den sinn und die notwendigkeit einiger produkte nicht so recht erkennen kann.


MRD

lenni
28.09.2004, 14:18
eine besondere, die ja nunmehr in der "Geiz ist Geil " bzw. "ich bin doch nicht
Blöd" Kampagne gipfelt......

Die meisten nehmen für sich in Anspruch, daß sie den möglichst billigsten aller
Preise bekommen, wenns aber ans verkaufen geht(vielleicht mal das Auto) müssen Höchst Preise her. Das ist schon mal eine Inkonsequenz die uns
von vielen anderen Ländern und deren Kauf/Verkauf Mentalität unterscheidet.

Geld verdienen, Gewinne machen ??? Das ist Sauerei......nicht mit mir......

Und was ist einer einer Assos Hose für 2oo Euro schlimm ???? Wenn es sich
andere Leute leisten können, na bitte schön.... Sollte ich nicht soviel Geld
ausgeben wollen oder können, dann kauf ich halt bei Aldi. Aber warum muß
ich mich beschweren über Leute die diesen Preis für richtig und in Ordnung halten ?? - Kann daß wohl Neid sein......??

Es gibt teure Autos und billige, es gibt teure Armbanduhren und billige, es gibt
teure Räder und Radklamotten und billige, so what....

In anderen Ländern wie Japan, China, Amerika, England etc etc wer gutes
Geld verdient hat leistet sich halt was teueres und wer weniger hat leistet
sich was preiswerteres und da entsteht kein Neid........

Nur bei uns in Deutschland strebt man immer noch ewiger Gleichmacherei. Der
andere darf nicht mehr haben als ich und ich muß genauso gut dastehen
wie der andere. Der Aufschrei vor 14 Tagen durch den Hinweis unseres
Bundespräsidenten daß Ost und West , Süd und Nord unterschiedlich sein wird
ist mir noch in den Ohren - mit Graus.......................

Fireball
28.09.2004, 16:00
...daß 90% der Erwerbsfähigen das genügend vorhandene Geld aus purer Verunsicherung spart. Weil die Politik die nötigen Strukuturreformen der Sozialsysteme im demographischen Übergang immer nur in Salamitaktik rausrückt. :ü

daumen hoch, aber genau so, wie jeder schaut, dass er am meisten bekommt, versucht auch jeder, seine eigene zukunft zu sichern...ich kauf kein teures gore-zeug das ich nicht brauch, weil ich nicht weiß, ob ich nach der ausbildung arbeitslos bin...also spar ich (eigentlich auch nicht wirklich)...aber kauf eben weniger und vor allem günstiger.

Cyclomaster
28.09.2004, 17:30
Wenn der Versandhandel günstiger wäre als der Großhändler für den Händler um die Ecke, würde er natürlich beim Versandhandel seine Ware besorgen.

Er würde also, wenn er mit den Versandpreisen mithält höchstens keinen Gewinn machen, aber keinen Verlust (es sei denn der Händler ist doof).

Anscheined kannst du nicht Rechnen und von BWL hast du überhaupt keinen Plan!!!

Grimpeur76
28.09.2004, 17:56
Anscheined kannst du nicht Rechnen und von BWL hast du überhaupt keinen Plan!!!

Na dann zeig mir mal den Fehler auf!

Fireball
28.09.2004, 17:58
sowas wie miete, strom, seinen eigenen lebensunterhalt muss der händler sicher nicht zahlen... :confused:

Grimpeur76
28.09.2004, 18:02
sowas wie miete, strom, seinen eigenen lebensunterhalt muss der händler sicher nicht zahlen... :confused:
bestreitet das jemand?

Regenhasser
28.09.2004, 18:03
wie hier aus einem kleinen Srräd eine Grundsatzdiskussion über unsere Gesellschaft entsteht.

Ich mach jetzt mal auf salomonisch und sage, jeder hat ein wenig recht:

1. Natürlich darf jeder das Kaufen, was er will und (sich leisten) kann. Ob das aus sachlichen Gründen oder aus Eitelkeit passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Es gibt durchaus Qualitätsprodukte, die ihren Preis wert sind, aber eben auch andere.

2. Das Unternehmen Gewinne machen sollen und müssen ist wohl bei allen unstrittig.
Ebenso, dass einige Cheffes lieber bei den MA's sparen als an protzigen Prestigeprojekten (Phaeton z.B., den keiner braucht und der nur Verluste einfährt;28std.Woche ist auch Schwachsinn), nein, ich arbeite nicht bei VW), über Politiker muss man eh nichts mehr sagen.

Interessant ist aber z.B. das Verhalten bei Shimano (-Großhändlern). Wie Ihr evtl. wisst, wird internat. in Dollar abgerechnet, der steht schon geraume Zeit ziemlich weich dar. Trotzdem ist mir nicht bekannt, dass Shimanoteile im Vergleich zu 2002 deutlich billiger geworden sind.
Wer hat also den Wechselkursgewinn eingestrichen??

Das heisst, es geht schon auch darum, dass hier einige den Hals nicht voll kriegen können.

Auf der anderen Seite sind wir hier in Deutschland durch ebay und Internet ganz gut dran(nicht nur bei Velo-Geschichten). Schaut mal auf die Seiten bei den radsportverückten Franzosen oder Italienern, da gibt es bei weitem nicht so viele Occasions wie bei uns.

Liegt das nun daran, dass die Leutchen da nicht aufmucken und immer noch bei ihrem Schrauberladen um die Ecke kaufenoder mehr Geld haben oder nicht auf dem Geiztrip sind? - ich weiss es auch nicht.

Interessanter Hinweis zum Schluß: Ein Colnago-Mensch hat mir letzten Herbst gesagt, dass 2003 für die ein sehr gutes Jahr in Deutschland war. Kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen :)

Grimpeur76
28.09.2004, 18:10
Interessant ist aber z.B. das Verhalten bei Shimano (-Großhändlern). Wie Ihr evtl. wisst, wird internat. in Dollar abgerechnet, der steht schon geraume Zeit ziemlich weich dar. Trotzdem ist mir nicht bekannt, dass Shimanoteile im Vergleich zu 2002 deutlich billiger geworden sind.
Wer hat also den Wechselkursgewinn eingestrichen??

Shimano ist ein japanisches Unternehmen. Welcher Wechselkursgewinn? Was bitte sollen die in $ abrechnen, Rohöl, Schweinebäuche oder Gold?

capricorn
28.09.2004, 18:12
Die Diskussion um die Preise für Radklamotten ist echt interessant. Ich erkenne mehr und mehr, dass das Thema ganz verschiedene Aspekte hat.
Und zu jedem Aspekt gab es hier wirklich gute Beiträge.

Nehmen wir mal den "wirtschaftlich-globalen" Aspekt. Das kapitalistische Wirtschaftssystem hat tatsächlich seine eigenen Gesetze und seine eigene Dynamik. Bislang hat es sich offensichtlich auf diesem Globus durchgesetzt.
Ethische Normen spielen dabei keine Rolle. Ob bzw. wie lange das System sich halten kann, vermag niemand zu beantworten.

Zum anderen der ganz persönliche Aspekt. Wie verhalte ich mich als kleiner Verbraucher? Kaufen, nicht kaufen, woanders kaufen? Ich habe mich selbst erlebt, wo ich aufgrund meiner finanziellen Begrenztheit lange überlegen musste, mir neue Radschuhe zu kaufen oder nicht. Habe aber auch die Zeiten erlebt, wo ein Paar Radschuhe "peanuts" waren und ich eine Woche später gar nicht mehr hätte sagen können, ob die Dinger 150 oder 180 DM gekostet haben.

Dass mir der Radladen, in dem ich Stammkunde bin, ordentlich Rabatt gibt, akzeptiere ich gern. Aber ich war und bin nicht der Typ von Käufer, der auch den letzten Pfennig oder Cent rausschlagen will. Leben und leben lassen. Auch der Einzelhändler hat ein Recht auf Einkommenserzielung.

Interessant ist auch noch, wieviel Einfluss die Medien, so auch Fachzeitschriften, auf das Konsumentenverhalten haben. Nehmen wir mal die "Tour" für die Radsportler und die "Motorrad" für die Motorbiker. In den Wintermonaten erschienen z. B. in der "Motorrad" ausführliche Testberichte mit Lobeshymnen auf ein bestimmtes Honda-Modell. Genau dieses Modell (Honda CBF 600) hatte im ersten Halbjahr 2004 mit Abstand die höchsten Verkaufszahlen in Deutschland.

Sich über "hohe" Preise (sehr relativ) zu ärgern, ist auf jeden Fall daneben.
Denn in jedem Moment, wo ich mich über irgendetwas ärgere, verliere ich einen kostbaren Moment meines absolut kurzen Lebens. ;)

Regenhasser
28.09.2004, 18:16
@ Grimpeur:

Internationaler Handel zwischen Japan und Euroland wird nunmal in Dollar fakturiert, weil der Dollar (noch) Handelswährung NR.1 ist.

Grimpeur76
28.09.2004, 18:27
@ Grimpeur:

Internationaler Handel zwischen Japan und Euroland wird nunmal in Dollar fakturiert, weil der Dollar (noch) Handelswährung NR.1 ist.

Wenn mich nicht alles täuscht dürfte Shimano in Deutschland den Handel über Paul Lange abrechnen. Warum sollten die das in $ abrechnen. Zuerst Yen in $, dann $ in €??

Bei börsengehandelten Gütern wie eben Rohöl, Schweinebäuche, Edelmetalle, etc stimm ich Dir zu.

Gerolf
28.09.2004, 19:19
Liegt das nun daran, dass die Leutchen da nicht aufmucken und immer noch bei ihrem Schrauberladen um die Ecke kaufenoder mehr Geld haben oder nicht auf dem Geiztrip sind? - ich weiss es auch nicht.

Klingt ja fast so, als würde man von seinem Händler unterdrückt. Was hat es mit Aufmucken zu tun, nur auf den Preis zu schauen (dabei auch noch z.T. häßliches Gerät anschaffen -> selber Schuld)? Klar, ich kauf auch einiges im Netz, Komponenten sind eh überall die gleichen und es gibt auch Idioten von Händlern. Generell find ich den Trend aber bedenklich. Mein nächstes Rad wird nahezu komplett vom Händler ausgestattet. Und um nochmal auf Italien oder Frankreich zu kommen: Vielleicht gibt es sie ja dort, die hier so viel und unverständlich beschworene Radsportkultur?

Regenhasser
28.09.2004, 19:32
Das mit dem Aufmucken war nat. nicht wörtlich gemeint, dachte das käme mit der Geizanspielung rüber.

Man kann aber nicht sagen, daß die Radsportkultur davon abhängt, dass ich immer im kleinen Fachgegeschäft kaufe.

Ich finde es halt erstaunlich, das speziell die Ebay-Schiene bei uns so massiv gefahren wird, auch von Händlerseite(sind natürlich nicht mit klass. Fachhandel zu vergleichen),
während das im Rest von der EU nicht so ist.

poki
28.09.2004, 19:37
Klingt ja fast so, als würde man von seinem Händler unterdrückt. Was hat es mit Aufmucken zu tun, nur auf den Preis zu schauen (dabei auch noch z.T. häßliches Gerät anschaffen -> selber Schuld)? Klar, ich kauf auch einiges im Netz, Komponenten sind eh überall die gleichen und es gibt auch Idioten von Händlern. Generell find ich den Trend aber bedenklich. Mein nächstes Rad wird nahezu komplett vom Händler ausgestattet. Und um nochmal auf Italien oder Frankreich zu kommen: Vielleicht gibt es sie ja dort, die hier so viel und unverständlich beschworene Radsportkultur?

Ich kaufe überhaupt keine Komponenten beim Händler. Ich suche mir den günstigsten Online-Shop - fertig. Mein Giant-Händler repariert, falls was anfällt. Ich hab die schlechte Händler-Erfahrung gemacht, daß ich mit online gekauften Komponenten zu ihm kam und einen Reparaturauftrag hatte. Er sagte nur: "Frag doch den Verkäufer, von dem Du´s gekauft hast!!"
Sowas finde ich furchtbar, sowas gibt´s in Spanien nicht. Da hilft Dir jeder, schließlich bezahle ich ihn dafür. Aber der Typ wollte mein Geld nicht und hat mich aus seinem Laden gejagt.
Natürlich verstehe ich, daß er lieber Kompletträder verkaufen will, aber was soll ich machen!? Ihm das Geld hinterherwerfen, damit ich "einen Stein bei ihm im Brett habe", damit er so gnädig ist, mein Rad zu reparieren!? Wohl kaum!

Gerolf
28.09.2004, 19:46
Kann ich zum Teil verstehen von Händlerseite aus. Ich mach´s so: Was ich im Versand oder via ebay kaufe, montier ich selbst oder zahl im Notfall ordentlich für den Einbau. Und wie gesagt, die Teile die der Händler hat für´s nächste, die kauf ich bei ihm. Montieren will ich bis auf den Steuersatz selbst. Für mich sind Räder mehr als Sportgeräte, daher ist der Preis nicht alles. Allerdings ist es auch schwer, gute Händler zu finden.

huskyblues
28.09.2004, 19:57
Also zunächst mal zum gierigen nimmersatten Kapitalisten-Manager, der ständig nur Kohle rafft und pausenlos (im Inland) Leute feuert. :heulend:

Natürlich ist es das Ziel eines jeden Unternehmens, möglichst effizient zu arbeiten und einen guten Gewinn zu erwirtschaften. Was denn sonst ?? Wenn Du 8h am Tag brasselst, dann legst Du Dein Gespartes doch bestimmt nicht da an, wo es besonders wenig Zinsen gibt ... ? Oder wo ein Teil Deiner Altersvorsorge komplett futsch ist, weil die Jungs/Mädels nicht rechnen konnten und der Laden dicht machen mußte ... ?

Und wo kommen die Zinsen her ? Ja, stimmt, die bringt im Märchen der Weihnachtsmann ... aber in der realen Welt bestimmt der Gewinn des Unternehmens, wie Du Deine Kröten verzinst bekommst.

Gewinn ist (sehr grob) Ertrag minus Kosten.

Die Kosten senken darf das Unternehmen schon mal nicht, sonst ist es der feuernde kapitalistische Menschenfeind, der Vaterlands-Verräter (und selbstvertändlich Umweltzerstörer). Am Ertrag darf das Unternehmen aber auch nicht drehen, sonst ist es Wucherer und Abzocker. Also miese machen ? Nix mit Gewinn ? :heulend:

Ja und Du ? Schaust Du nicht auch, daß Du so gut wie möglich Vorteile nutzt ? Wenn Du (sagen wir für Dich, Deine Frau und 2 Kinder) Lebensmittel in gleicher Qualität bekommst, Du gehst nicht zum Aldi sondern mit + 30% Aufschlag zum Edeka ... und streichst dafür den Urlaub ? Wenn Du Dich zwischen 2 Frauen entscheiden könnest - Du würdest freiwillig die weniger nette nehmen ... ;) ??

Was ich damit sagen will: sieh die Welt doch ein klein wenig fairer. Warum darf der Kunde immer möglichst viel wollen, aber sobald ein Unternehmen mal Geld verdienen will, gibt´s gleich was auf die Flossen ?? Warum ist es bei uns ein Problem, wenn ein Unternehmen Gewinn machen soll ??

Abgesehen davon:aus etwas Gegebenem das Beste machen zu wollen ist (sagen alle Sozialwissenschaftler) schlicht die Natur des Menschen. Wer damit nicht einverstanden ist, kann auch der Sonne vorhalten, daß sie Morgens auf- und Abends wieder untergeht. ;)

Und es gibt verdammt schlechtere Steuerungsmechanismen für Wirtschaftssysteme, als den menschlichen Eigennutz spielen zu lassen. Wenn halt nur Asso-"Markenteile" für 275,- am Ständer hängen, wundere ich mich halt (in Gegenwart der Verkäufer :D ) und geh wieder.

Ein Wort noch zum Märchen Inlandsnachfrage und Arbeitslosigkeit wegen feuernden Kapitalisten. Wenn Du erlaubst :) ...

Mangelnde Inlandsnachfrage (und das wissen als allerestes die Manager ... ) kommt weniger davon, daß 10% der Erwerbsfähigen ohne Arbeit kaum Geld hat. Sondern daher (sieh mal den Verlauf der Sparquoten in D an), daß 90% der Erwerbsfähigen das genügend vorhandene Geld aus purer Verunsicherung spart. Weil die Politik die nötigen Strukuturreformen der Sozialsysteme im demographischen Übergang immer nur in Salamitaktik rausrückt. :ü
Ich gebe dir in manchem recht nur sind deine Schlüsse an der Realität vorbei.
Es ist mittlerweile gang und gäbe das die Gewinne der Großkonzerne zu einem erheblichen Anteil auf Kosten der Zulieferer bzw. Hersteller geht.
Schau dir mal an was ein Bauer heute an einem Liter Milch verdient.
Mit 26cent im Schnitt kann kein "normal" großer Bauer mehr überleben, auch kein Nebenerwerbslandwirt.
Das eingesparte Geld gibt die Handelskette aber nicht an den Kunden weiter sondern streicht es in die eigene Kasse, zur Steigerung des Gewinnes.
Oder ein Beispiel aus meinem Beruf.
Ein Automoblizulieferer, Aktienunternehmen, machte letztes Jahr 100Mio. Netto Gewinn.
Jetzt haben die sich eine Wirtschaftsprüfer geholt um diesen Gewinn auf 130Mio. zu erhöhen.
Alles ok, nur die Krux ist das man die 30 Mio. versucht beim Lieferanten zu holen.
Ohne Abstriche an der geforderten Qualität der Halbzeuge und mit dem Wissen das die Lieferanten preislich mit dem Rücken schon an der Wand stehen.
Und dieses Gewinn machen um jeden Preis ohne dem früher praktizierten Leben und Leben lassen ist das Problem.
Denn das obige Beispiel ist in der Industrie heute die Regel und ein Grund dafür das es mit der Binnennachfrage hapert.
Denn der Großteil der Arbeitnehmer ist nachwievor im Mittelstand und Handwerk beschäftigt und dort geht zur Zeit einfach die Angst
und Unsicherheit um selbst bei Unternhemen denen es noch gut geht.
Und Unsicherheit war noch nie ein Garant für Konsumrausch im Einzelhandel.