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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist Gewichtsoptimierung immer sinnvoll?



Hammerburg
02.10.2004, 20:12
Im Original wog mein Fahrrad (28 Zoll Crossrad) so um die 12 Kg.

Meine Zuladung:

Schwalbe Marathon Smartgard Reifen 1 Kg
Schutzbleche aus Metal 500 g
Sigma Frontlampe 800 g
Deuter Rucksack 1,2 Kg
Fahrradschloß (oder eher Motorradschloß)
mit sage und schreibe 2 Kg,
Getränk 0,75 Liter 800 g
Sportzeug (Schuhe, T-Shirt, Hose, Unterwäsche) 800 g
etwas zu Essen ca. 500 g
Regenzeug 500 g
Shimano Klickpedale 545 450 g

Ich habe also eine Zuladung von ca. 8,5 KG, die ich immer dabei habe, da ich praktisch alle Wege mit dem Bike fahre und nicht ständig für jeden Kleinkram wieder nach Hause fahren will. Dazu noch mein Gewicht von 80 Kg, kommen da so ungefähr 100 Kg zustande.

Da erscheint es mir irgendwie lächerlich Bauteile einzubauen mit denen ich hier und da 50 g einsparen kann.

Wie ist eure Meinung dazu?

curry
02.10.2004, 20:18
richtig, wäre irgenwie quatsch

i-flow
02.10.2004, 20:26
Mein Regensburger Alltagsrad wiegt so ca. 14.5 kilo, da ist nun die Ausruestung mit Schutzblechen, Gepaecktraeger hinten, Licht, Schloesser, etc. alles schon dabei.
Den Rucksack habe ich noch nie nachgewogen, aber am Ende werd ich wohl genauso viel spazieren fahren wie Du.
Wenn ich von Feinkost-Albrecht (http://www.aldi-sued.de) zurueckkomme, sind's noch mal fuenf bis zehn kilo mehr ... ist Trainingsintensivierung, beim Renner geht die Rechnung mit einem deutlich geringeren Basisgewicht los, aber am Ende ist auch Schluss mit super-leicht, deswegen habe ich es auch beim Aufbau nicht uebertrieben mit der Gewichtssparerei ... :)

Prince 62
02.10.2004, 20:26
Totaler Blödsinn, du versuchst da und dort ein paar Gramm einzusparen und dann setzt du dich mit deinem Körpergewicht und wahrscheinlich noch 2 Flaschen zum Trinken aufs Rad, schon spielt das Gewicht von ein paar Hundert Gramm absolut keine Rolle mehr.

Auch bei den Profis wie Armstrong und Ullrich ist das totaler Quatsch, die machen das jedoch hauptsächlich aus psychologischen Gründen, um zu wissen, daß ihr Arbeitsgerät das Optimum darstellt, das macht angeblich bei den Profis den Kopf für das Rennen frei, sagte mal Olaf Ludwig, ansonsten könnten z. b. mal ein Mehrgewicht von 50 Gramm zum Hauptkonkurrenten ja als Entschuldigung für die schwache Leistung hergenommen werden.

Wie gesagt, ist nur Psychologie.

mikkaa
02.10.2004, 20:55
Im Grunde sehe ich das genauso - einzig sehe ich eine Ausnahme bei den beweglichen Teilen. Von der Physik her bringt es immer "leichte" Vorteile leichte bewegliche Teile zu haben, welche direkt durch die Kraft zum Rotieren gebracht werden (z.B. die Kurbel).

Und bei diesen beweglichen Teilen ist gerade bei schwerer Zuladung der Vorteil spürbar.

Aber ansonsten stimme ich zu.

gruß mikkaa

fausto-coppi
02.10.2004, 21:05
wobei der umstieg von meinem alten renner (koga stahlrahmen mit shimano 105, ca. 11kg) auf mein neues rad (bianchi mit campa centaur, ca. 8kg) mir wie der unterschied zwischen tag und nacht vorkam. vor allem reagierte das rad viel prompter auf beschleunigungen. jetzt kann ich auch verstehen, weshalb jan ullrich (zumindest früher) im training einen stahlrahmen gefahren ist und sich das toprad für die wettkämpfe aufgespart hat.
trotzdem ist grammfeilscherei quark, vor allem wenn man die finanziellen dimensionen anschaut, in die das teilweise geht

Hammerburg
02.10.2004, 21:21
Was gehört den alles zu den beweglichen Teilen?

Reifen
Felge
Schlauch
Narbe
(Bremsscheiben Zuladung oder bewegliches Teil)

Innenlager
Kurbel
(Pedal Zuladung oder bewegliches Teil)

Kette
Kassette
Schaltwerk

Ist die Liste soweit korrekt oder liege ich da völlig falsch?

Wonko
02.10.2004, 21:31
Im Grunde sehe ich das genauso - einzig sehe ich eine Ausnahme bei den beweglichen Teilen. Von der Physik her bringt es immer "leichte" Vorteile leichte bewegliche Teile zu haben, welche direkt durch die Kraft zum Rotieren gebracht werden (z.B. die Kurbel).


Wenn Du die Physik als Argument bemühst, solltest Du Dir den Spaß machen, und das mal wirklich nachrechnen. Geh dabei ruhig von extremen Werten aus, also zum Beispiel 250 Gramm Mehrgewicht an der Kurbel (das entspricht etwa dem Unterschied zwischen Dura Ace und Sora), die sich noch dazu weit außen befinden - meinetwegen sogar auf dem Außendurchmesser des größten Kettenblatts.



Und bei diesen beweglichen Teilen ist gerade bei schwerer Zuladung der Vorteil spürbar.


Never! Da glaube ich eher an die Prinzession auf der Erbse, als daran, dass Du, ich oder sonst jemand einen Gewichtsunterschied an der Kurbel spürt. Am allerwenigsten bei "schwerer Zuladung".

Tribikedevil
02.10.2004, 21:41
Totaler Blödsinn, du versuchst da und dort ein paar Gramm einzusparen und dann setzt du dich mit deinem Körpergewicht und wahrscheinlich noch 2 Flaschen zum Trinken aufs Rad, schon spielt das Gewicht von ein paar Hundert Gramm absolut keine Rolle mehr.

Auch bei den Profis wie Armstrong und Ullrich ist das totaler Quatsch, die machen das jedoch hauptsächlich aus psychologischen Gründen, um zu wissen, daß ihr Arbeitsgerät das Optimum darstellt, das macht angeblich bei den Profis den Kopf für das Rennen frei, sagte mal Olaf Ludwig, ansonsten könnten z. b. mal ein Mehrgewicht von 50 Gramm zum Hauptkonkurrenten ja als Entschuldigung für die schwache Leistung hergenommen werden.

Wie gesagt, ist nur Psychologie.


Wie erklärst du es dann, dass man bei einem Berzeitfahren mit einem leichten Rad schneller den Berg hochkommt als mit einem schweren Rad? :rolleyes: Ulle wäre 10 Sek schneller gewesen wenn sein Bike bei Alpe d´Huez 200 g leichter gewesen wäre :rolleyes:

hoshman
02.10.2004, 22:21
ich hab da jeden tag so ne erfahrung:
ich hab meinen stahlrenner schon auf 8,5 kg runterrehungert, fahre aber jeden tag mit meinen schulsachen. durch die tausend bücher, ordner und dann auch noch sportzeug kommen da manchmal locker 7 kilo zusammen. und trotzdem beschleunige ich an der ampel schneller als die komplett professionell ausgestatteten rennradler mit ihren superleicht-rädern. ich denke wenn ein jemand sein rad schon mit super-leicht-und-sau-teuer ausstattet, dann sollte er auch die gewisse muskelleistung besitzen, damit das nicht lächerlich aussieht.
viele verlieren das fundamentale aus den augen: rennradfahren und trainieren um dann richtig stoff geben zu können.
und letztlich hab ich das gefühl, dass es vielmehr um das "haben" als das "machen" geht. es ist ein trend, sicherlich schön, aber teilweise ziemlich bekloppt und manchmal auch gefährlich.
juten abend

C-Lusche
02.10.2004, 22:41
Omtimieren klingt immer gut :-)))

Ich optimiere gerade meinen Trainingsplan...

Mein Bike wird aber nur formal optimiert, Tuning ist was für Nichttrainierer. Also für leute die mehr Zeit an anstatt auf dem rad verbringen!!!

Grimpeur76
03.10.2004, 10:19
Tuning/Leichtbau ist doch eher Hobby. Da gehts nicht darum sec beim Zeitfahren rauszuholen, ist eher zum Spaß.

Slayer
03.10.2004, 10:31
Die einzigen Teile die nicht zu schwer sein sollten sind die Laufräder und alles was dazugehört (Schlauch Mantel etc wobei ich nie auf einen Pannenschuttzgürtel verzichten würde).
Schaut mal bei nen Leistungsrechner (zb www.kreuzotter.de) wie sich die Leistung bei einem Rad mit 11kg und 7kg ändert.
Dess ich wirklich net die Welt

Cato
03.10.2004, 10:39
verlieren das fundamentale aus den augen: rennradfahren und trainieren um dann richtig stoff geben zu können.
und letztlich hab ich das gefühl, dass es vielmehr um das "haben" als das "machen" geht.


Manche fahren Rennrad weil sie Spaß an der Bewegung unter freiem Himmel haben?

Man darf ja auch einen Porsche fahren, ohne daß man verpflichtet ist gleich jedem BMW-Fahrer eine Lektion in überlegener Männlichkeit zu erteilen.

Was den Sinn der Optimierung angeht, man sollte sich eine Grenze setzen von Geld pro gespartem Gramm. Dann kann man gut sehen wo es in die Sektiererei abgleitet.


Oder dort wo man zB ein anderes Rahmenmaterial als Stahl einsetzt. Da ist es dann auch zuende...


MPC

Frankworks
03.10.2004, 10:43
Omtimieren klingt immer gut :-)))

Ich optimiere gerade meinen Trainingsplan...

Mein Bike wird aber nur formal optimiert, Tuning ist was für Nichttrainierer. Also für leute die mehr Zeit an anstatt auf dem rad verbringen!!!

Das ist im Prinzip auch meine Ansicht. Vor allem wenn sich diese Gewichtsfetischisten dann mit Ihren Leichtschläuchen und sonstigen Leichteilen ins Abenteuer Radsport wagen.
Es ist alles grenzwertig nach oben und nach unten. Nach oben kann es auch gefährlich sein, wenn man mit vollen Packtaschen die Pässe runternagelt und die Fliehkräfte die Kontrolle über das Rad verweigern.
Es gibt sicherlich Materialien und Teile die nicht so schwer sind und trotzdem genauso haltbar. Nur ist es für den Einzelnen oft garnicht überprüfbar, weil die Hersteller so viel Zeug als sicher verkaufen, was nun wirklich nicht sicher ist. Und die Deppen schrauben es an ihr Rad, in frommen Glauben an die Technik und dem Hersteller.
Es gilt tatsächlich für jeden Einzelnen seine Begeisterung zu bremsen und sachlich sowie misstrauisch mit dem Angebot der Hersteller umzugehen. Da es manchmal um unser eigenes Leben geht.

FW

Maulwurf
03.10.2004, 10:49
wenn jemand 90kg wiegt fallen natürlich 3kg nicht so sehr auf wie jemand, der nur 60kg wiegt. Ich persönlich fahre einen 9,2kg Renner und würde mal gerne testen, wie es auf einem 6,5kg Radl hobelt. Aber nun nach jeden Gramm zu suchen macht vielleicht rechnerisch nicht viel Sinn, doch für die Moral ist es schon sinnvoll.

Pride-Protz
03.10.2004, 17:52
mal ein genereller einwand:

WAS HAT RENNRADFAHREN MIT VERNUNFT ZU TUN????

teuer, anstrengend, nicht ungefährlich, umständlich (material sperrig), etc.

rennradfahren ist LEIDENSCHAFT, was zugegebenermaßen für das zur-arbeit-allwetter-crossrad weniger gilt!

demzufolge sollte man nicht vordergründig nach rationalen gründen für leichtbau suchen, sondern seinen spaß dran haben (oder auch nicht)! ;)

wenn das rr aber ernsthaft als sportgerät und nicht als alltagstransportmittel eingesetzt wird, lassen sich auch noch andere gute gründe für gewichtstuning finden: ich habe beim umstieg von meinem alten (ca. 10 kilo) auf mein neues (7,2 kilo) rr einen riesenunterschied bei der beschleunigung gespürt - vor allem natürlich am berg :6bike2:

und den mentalen vorteil sollte man nicht unterschätzen :ä