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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrung mit Tubeless



diamond dave
17.11.2015, 12:13
Hallo zusammen

Ich durfte ca. ein halbes Jahr eine Rad/Reifenkombi (Bontrager) als Tubeless-System fahren. Ich möchte hier meine Erfahrungen weitergeben.
Zuerst einmal habe ich die Reifen nicht selber montiert, aber mir fiel immer auf, dass Rückstände zwischen Reifen und Felge ganz leicht sichtbar waren. Da war wohl die Montage nicht so sauber gemacht worden.
Das Pumpen war immer ein Mist, die Dichtmilch ging jeweils durch das Ventil nach aussen, nachdem ich die Pumpe abgezogen hatte. Alles verklebt. Pumpen ging immer schlechter.

Nach nun über 6 Monaten wollte ich den Reifen wechseln, da das Profil nicht mehr so gut war und mir das auf die Nerven ging mit dem Pumpen. Und dann ging es los... Bis nur schon der Reifen runter war... Schlussendlich habe ich ihn mit einem Messer verschneiden müssen, damit er von der Felge gekommen ist.

Und dann diese Sauerei! Die ganz Dichtmilch ergoss sich über die Felge. Den Reifen runtergerupft und zuerst mal die Felge geputzt. Den Kleber kriegt man nicht so leicht weg. Habe mir dann mit WD40 beholfen. Endlich war dann die Felge wieder sauber.

Ich habe mich dann gefragt, was ich wohl mache, wenn ich unterwegs eine Panne habe und ich einen Ersatzchlauch einführen müsste. Vergiss es, dachte ich. Wechsle wieder auf normale Bereifung. Das bisschen mehr Rollwiderstand ist mir wurscht. Mir ist es wichtig, wenn ich z.B. in Südfrankreich fahre, dass ich mit Standard-Mitteln, die ich dort bekomme, mein Rad in Schuss bringen kann.

Also dann ein anderes Felgenband eingesetzt. Das Felgenband für Tubeless ist übrigens viel schwerer und massiver. Keine Ahnung, wo da die Gewichtsersparnis liegen soll.

Nun habe ich wieder die klassische Kombi drauf, Schlauch, Reifen, fertig. Und bin zufrieden damit. Kein Gesaue beim Pumpen, ich kann wechseln, wie und wann ich will ohne Sauerei.

Ich frage mich sowieso, wo beim Rennrad der Sinn sein soll. Auf dem MTB versteh ich es ja noch, wegen Durchstichen (Snakebites) und so. Aber beim Rennrad fahre ich mit 7-8 Bar. Da gibt es keine Durchstiche.

Also für mich ist das Thema Tubeless gegessen.

Grüsse, Dave

Luigi_muc
17.11.2015, 12:28
Du bist wohl schon mit einer negativen Einstellung rangegangen?

Eventuell war einfach ein zu dickes oder gar falsches Felgenband drauf? Die sind nämlich bei Tubelessfelgen nicht dicker. Im Gegenteil, man kann da schön dünne nehmen, da man auch keine Temperaturisolierung braucht (zB 2 Lagen Stans, Tesa sonstwas, Tune usw).
Was die Sauerei angeht: So schlimm ists nun auch nicht, ich mach das immer in der Badewanne. Allerdings ist meine Dichtmilch beim Reifenwechsel meist schon ausgehärtet.

diamond dave
17.11.2015, 12:47
Nein, meine Einstellung war sehr positiv. Einfach die Nachteile sind mir zu gross... Reifenwechsel wird auf einmal ein Abendfüllender Prozess... das bin ich mir nicht gewohnt...

captain hook
17.11.2015, 12:47
Ich hab mir grad mal einen Satz für meinen Crosser besorgt.

Der Reifen ging rauf wie geschmiert (mit Reifenmontageschmierzeug). Felgenband logischerweise Notubes. Sensationell leicht und dünn. Nehm ich am MTB schon immer - erleichtert die Montage auf extrem engen Notubesfelgen ungemein.

Dann mal kurz mit dem Kompressor angesetzt und dann war der Reifen auch schon drauf und auch schon ohne Milch dicht.

Ventilkern rausgeschraubt, Milch rein, Ventilkern wieder rein, aufgepumpt und gut ists. Kein Luftverlust (über 4Tage) und gefühlt geschmeidiger als Drahtreifen mit Schlauch. Aktuell teste ich mich an den minimalen Luftdruck ran. 2,5Bar war mit Schlauch aber immer schon leicht grenzwertig, tubeless noch lange nicht das Ende der Fahnenstange würde ich behaupten. Mal sehen wie wenig am Ende wirklich geht und ob es in den Bereich kommt, der schlauchreifenähnlich wird...

Reifen ist ein WTB.

Der Beschreibung aus #1 liest sich ein bisschen so, als wäre das Felgenband nicht das richtige gewesen. Das kann Montage und Demontage dann natürlich "etwas unangenehm" werden lassen. Wie man freilich die ganze Soße überall verteilt wenn man sich überlegt wie das System funktioniert ist mir etwas unklar. Wenn ich den Reifen natürlich einfach stumpf runterreiß ohne mir zu überlegen, dass da klebrige Latexmilch drin ist... aber dafür kann das System an sich eigentlich nix. Der flüssige Rest läuft ja eigentlich nach unten. Dann mach ich oben den Reifen runter und nehm den Reifen vorsichtig ab (und hab ggf nen bisschen Küchenpapier danebenliegen). Vielleicht war auch noch viel zu viel Milch drin?!

Voreifelradler
17.11.2015, 12:54
Demontage:
- Reifen hinstellen
- "ruhen" lassen
- Unten weghebeln und mit Tuch die Milch aufsagen
- keine Sauerei


Hier mal ne kleine Auswahl an tubeless Themen.
http://forum.tour-magazin.de/search.php?searchid=198

avis
17.11.2015, 13:12
Du bist wohl schon mit einer negativen Einstellung rangegangen?

Eventuell war einfach ein zu dickes oder gar falsches Felgenband drauf? Die sind nämlich bei Tubelessfelgen nicht dicker. Im Gegenteil, man kann da schön dünne nehmen, da man auch keine Temperaturisolierung braucht (zB 2 Lagen Stans, Tesa sonstwas, Tune usw).
Was die Sauerei angeht: So schlimm ists nun auch nicht, ich mach das immer in der Badewanne. Allerdings ist meine Dichtmilch beim Reifenwechsel meist schon ausgehärtet.

Wenn sie hart ist, gibts natürlich keine Probleme.
Nur wenn sie das nicht, aus welchen Gründen auch immer, muss man eben schon ziemlich aufpassen.
Kenne viele, die sich da zumindest hin und wieder etwas einsauen :D

los vannos
17.11.2015, 13:17
...
Der Beschreibung aus #1 liest sich ein bisschen so, als wäre das Felgenband nicht das richtige gewesen. Das kann Montage und Demontage dann natürlich "etwas unangenehm" werden lassen. Wie man freilich die ganze Soße überall verteilt wenn man sich überlegt wie das System funktioniert ist mir etwas unklar. Wenn ich den Reifen natürlich einfach stumpf runterreiß ohne mir zu überlegen, dass da klebrige Latexmilch drin ist... aber dafür kann das System an sich eigentlich nix. Der flüssige Rest läuft ja eigentlich nach unten. Dann mach ich oben den Reifen runter und nehm den Reifen vorsichtig ab (und hab ggf nen bisschen Küchenpapier danebenliegen). Vielleicht war auch noch viel zu viel Milch drin?!

+1

Ein zu dickes Felgenband macht die Montage und Demontage von Reifen, die systembedingt eh schon etwas enger sitzen recht mühselig.
Da der TE aber das Felgenband nicht selber montiert hat, konnte er das aber nicht wissen. Genau wie die Menge der verwendeten Milch.
Macht die Sache aber nicht besser, und etwas Geschick setze ich bei der Montage von Tubeless-reifen schon voraus.

Ich würde es mit einem schön dünnen Felgenband nochmal machen, bevor ich Tubeless komplett aufgebe.
Am Crosser werde ich das auch mal probieren, allein weil ich den Unterschied zum Schlauchreifen mal austesten möchte.

enasnI
17.11.2015, 13:18
Nein, meine Einstellung war sehr positiv. Einfach die Nachteile sind mir zu gross... Reifenwechsel wird auf einmal ein Abendfüllender Prozess... das bin ich mir nicht gewohnt...

Mit Erfahrung bei vielen verschiedenen Tubeless-Systemen am Rennrad kann ich zwar sagen, dass es ein wenig schwieriger geht als bei normalen Reifen, es aber bei geübten Personen nicht in abendfüllenden Orgien ausartet. Auch ist im Fall der Fälle das Einziehen eines Schlauches hinzubekommen.

Wenn man allerdings wie du merkt, dass man das nicht so einfach im Griff hat, ist glaube ich der Rückgriff auf Altbewährtes die richtige Lösung.

Voreifelradler
17.11.2015, 13:20
+1

Ein zu dickes Felgenband macht die Montage und Demontage von Reifen, die systembedingt eh schon etwas enger sitzen recht mühselig. Da der TE aber das Felgenband nicht selber montiert hat, konnte er das aber nicht wissen. Genau wie die Menge der verwendeten Milch.
Macht die Sache aber nicht besser, und etwas Geschick setze ich bei der Montage von Tubeless-reifen schon voraus.

Ich würde es mit einem schön dünnen Felgenband nochmal machen, bevor ich Tubeless komplett aufgebe. Am Crosser werde ich das auch mal testen, allein weil ich den Unterschied zum Schlauchreifen mal austesten möchte.

Bontrager hat ein spezielles Felgenband für deren TL Felgen, welches meiner Meinung nach auch die einzige sinnvolle Lösung ist.

Schwalbe ONE TL ließen sich auch darauf gut auf- und abziehen. Hätte die Felge heute noch, wenn sie 11-fach gewesen wäre. Hutchinson Atom Galaktic ließen sich auch hervorragend drauf montieren, wie auch auf der WH 6800 von Shimano. Probleme bereiteten nur Schwalbe.

captain hook
17.11.2015, 13:24
Schwalbe ONE TL ließen sich auch darauf gut auf- und abziehen. Hätte die Felge heute noch, wenn sie 11-fach gewesen wäre. Hutchinson Atom Galaktic ließen sich auch hervorragend drauf montieren, wie auch auf der WH 6800 von Shimano. Probleme bereiteten nur Schwalbe.

Wie jetzt?

Onkel Hotte
17.11.2015, 13:26
Hätte die Felge heute noch, wenn sie 11-fach gewesen wäre.

You made my day :Applaus:

Voreifelradler
17.11.2015, 13:39
Wie jetzt?

Schlecht ausgedrückt....auf den Shimanos

3RAUM
17.11.2015, 14:12
in einem Punkt kann aber keiner dem TE widersprechen. Wenn ich auf der Strecke doch mal einen Schlauch einziehen muß, ist das eine Sauerei. Gerne mit verklebten Lenkerband (sauber bleiben die Hände dann auch nicht), versauten Felgen und entsprechender Bremsperformance dann...
Schlauchwechsel mache ich in 5 min, aber nicht bei tubeless. Auch mal schnell in 10 min im Keller neue Schlappen draufmachen, geht auch nicht. Und wenn die Suppe mal eingetrocknet ist, ist die Putzerei am Felgenbett auch ein Krampf.
Deshalb fahre ich am MTB und RR kein tubeless.

avis
17.11.2015, 15:15
Ich schriebs ja schon, die Gefahr der Sauerei besteht halt immer wenn die Milch noch nicht zur Gänze ausgehärtet ist.
Bei Pannen, wenn man einfach nen anderen Reifen aufziehen, vorne-hinten tauschen möchte etc..
Klar kann man das Maß an Sauerei mit Geschick reduzieren, aufwendiger und problematischer als beim Clincher bleibt es aber immer.
Glaube es gibt kaum einen TL Nutzer, der nicht wenigstens gelegentlich schonmal mehr Kontakt mit der Suppe hatte als gewünscht war ...;)

schnellerpfeil
17.11.2015, 18:43
Ventil nach oben auf 12Uhr, kurz warten und dann kommt auch keine Milch aus dem Ventil. Da kommt man eigentlich schon bei ersten mal drauf, wenn es auf der 6uhr Position spritzt.
Das es beim Schlauch einziehen etwas siffig werden kann, ist richtig. Ein Haar in der Suppe kann man immer finden. Wie oft kommt das den vor, dass man einen Schlauch einziehen muss?

marcofibr
17.11.2015, 18:50
Bekommt man eine Kinlin279 auf Tubeless umgerüstet?

schnellerpfeil
17.11.2015, 18:53
Vielleicht mit so einem Rim Strip von Notubes. Habe ich aber keine Erfahrung mit.

avis
17.11.2015, 19:31
Ventil nach oben auf 12Uhr, kurz warten und dann kommt auch keine Milch aus dem Ventil. Da kommt man eigentlich schon bei ersten mal drauf, wenn es auf der 6uhr Position spritzt.
Das es beim Schlauch einziehen etwas siffig werden kann, ist richtig. Ein Haar in der Suppe kann man immer finden. Wie oft kommt das den vor, dass man einen Schlauch einziehen muss?

Keine Haarsucherei. Ist halt nicht so einfach wie beim Clincher. Kann man ja dann auch mal akzeptieren.
Wiegesagt, wer, der TL fährt hatte da noch nie Maleste mit? ;)

schnellerpfeil
17.11.2015, 19:43
Ventil nach oben auf 12Uhr, kurz warten und dann kommt auch keine Milch aus dem Ventil. Da kommt man eigentlich schon bei ersten mal drauf, wenn es auf der 6uhr Position spritzt.
Das es beim Schlauch einziehen etwas siffig werden kann, ist richtig.


(...)Kann man ja dann auch mal akzeptieren.
Wiegesagt, wer, der TL fährt hatte da noch nie Maleste mit? ;)

Das tat ich mit dem zugeben. Siehe oben. Bei mir ist es auch gespritzt und siffig beim Schlauch einziehen war es auch. Einmal in 5 Jahren. Kein Vergleich mit dem Stress durch Plattfüße die ich ohne Tubeless hatte. Bin raus aus der Diskussion.

Blechroller67
17.11.2015, 22:38
Nach so ungefähr 5kkm mit 3 TL-Laufradsätzen habe ich genau die gegenteiligen Erfahrungen. Montage ist auch nicht langwieriger oder schwieriger als die Montage mit Schlauch (2x Campa-Zonda, 1x Shimano LR). Luftverlust auch nicht stärker als mit Schlauch. Das erste Aufpumpen mit einer stinknormalen Standpumpe geht auch problemlos, wenn man die Reifenflanke einshamponiert. Da ich bisher keinen Platten hatte, kann ich über eine Unterwegs-Schlaucheinzieh-Aktion auch nicht berichten.
Ich fahre auf allen 3 Laufradsätzen den Schwalbe-One-TL, 2x als 25er, 1x als 28er. Und da fiel auch schon das Problemwort: "Schwalbe". Da sich 3 Reifen nach 1.000 bis 2.000km begannen an der Flanke aufzulösen, musste ich bei noch nicht ausgehärteter Milch da auch mal zur Montage ran. Wenn man kurz wartet und dann ein Papiertaschentuch an die tiefste Stelle stopft, gibt es auch keine Sauerei. Ich bleib bei TL und hoffe, dass Schwalbe... Man soll ja nie die Hoffnung aufgeben ;-)

3RAUM
18.11.2015, 11:05
aufm MTB hatte ich schon mal die Not unterwegs einen Schlauch einziehen zu müssen. Danach gabs keine TL mehr.

Platonk
18.11.2015, 11:41
Da ich seit ein paar Jahren auch TL nutze, möchte ich auch an dieser Stelle meine Erfahrungen posten. Insgesamt bin ich auf TL seit Sommer 2013 knappe 10.000 km gefahren, alle mit Schwalbe Reifen auf Campa Shamal 2 way fit Laufräder. Probleme hatte ich absolut keine. Keine Pannen, keinen nennenswerten Luftverlust (einmal die Woche muss ich nachpumpen, habe ich bei normalen Reifen genauso gemacht). Dass das Ventil beim nachpumpen nicht auf 06:00 stehen soll(damit die Milch nicht spritzt) leuchtet ein, 8:00 Position funktioniert einwandfrei. Reifentausch geht auch wunderbar wenn man es geschickt anstellt. Ich kann innerhalb von 10 Minuten locker einen TL Reifen tauschen, inkl. Milchputzen und nachfüllen.
Der Hauptgrund warum ich TL fahren, ist für mich eindeutig die Sicherheit. Ich hatte mit normalen Reifen zweimal einen Schlauchplatzer bei einer Abfahrt. Beide Male grade noch gut gelaufen, aber sowas macht mir Angst. Bei TL ist es ausgeschlossen.Die Pannensicherheit ist ein zusätzlicher großer Vorteil. Kann ich auch nach 10.000 km absolut bestätigen.

Platon

Pedalierer
18.11.2015, 11:47
10t km ohne Platten hab eich auch mit Faltreifen schön öfters gehabt, das sagt jetzt nicht so viel aus. Bei der Vorgeschichte mit den Schlauchplatzern scheint die Lösung aber sehr vernünftig.

serottasepp
18.11.2015, 12:05
Ehrlich und nüchtern betrachtet.

Ist TL aufwändiger als das einziehen eines normalen Schlauchs, egal ob daheim bei der Montage oder unterwegs.

Kann man drehen und wenden wie man will.

Grüße

Quarkwade
18.11.2015, 12:52
Ehrlich und nüchtern betrachtet.

Ist TL aufwändiger als das einziehen eines normalen Schlauchs, egal ob daheim bei der Montage oder unterwegs.

Kann man drehen und wenden wie man will.

Grüße

...aber seltener

Platonk
18.11.2015, 13:19
...und sicherer....:)

Chris K
18.11.2015, 13:21
...aber seltener

+1

dueckr
18.11.2015, 13:24
We are still confused, but on a higher level.

Luigi_muc
18.11.2015, 13:40
Ehrlich und nüchtern betrachtet.

Ist TL aufwändiger als das einziehen eines normalen Schlauchs, egal ob daheim bei der Montage oder unterwegs.

Kann man drehen und wenden wie man will.

Grüße

Nein

Bei der Erstmontage daheim seh ich das anders. Auch ehrlich und nüchtern betrachtet. Hat man eine gute Spritze für die Milch (und einen Kompressor), gehts einfacher, da man nicht auf den Schlauch aufpassen muss.

Demontage und Schlauch-rein unterwegs sind dagegen aufwändiger, da stimme ich klar zu.