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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Naben für paarweise Speichen in normale Felge einspeichen



nobillings
18.11.2015, 21:40
Hallo zusammen,

da ich noch ein Paar Bontrager Race-X-Lite Naben im Keller hatte, wollte ich mal meinen ersten Laufradsatz einspeichen.
Naiv wie ich war habe ich mir erstmal über die gegenüberliegenden Speichenlöcher in der Vorderradnabe und der paarweise gebohrten Hinterradnabe keine Gedanken gemacht und die Speichenlänge mit dem Sapim Speichenrechner (http://www.sapim.be/speichenrechner) berechnet. Gesagt - bestellt.

Beim radialen Einspeichen der Vorderradnabe fiel mir dann auf, dass die Speichen dann nur auf einer Seite radial sind, und auf der anderen Seite schräg, also nicht senkrecht zur Nabe stehen. Das kommt halt dadurch, dass die Speichenlöcher nicht wie sonst üblich, versetzt sind, sondern direkt gegenüberliegen. Ich vermute aber, dass das nicht so problematisch ist, da der Versatz doch recht gering ist.

Beim Hinterrad wird's schon schwieriger. Da ich schon einen LRS mit 24 Speichen hinten habe, sollte der neue auch so gespeicht werden, nämlich nicht-Freilaufseite radial, Freilaufseite 2x gekreuzt. Jetzt kommt's aber, dass die Speichen viel zu kurz sind weil die Löcher paarweise gebohrt sind. Ausserdem wüsste ich nicht, nach welchem Muster ich die Einspeichen sollte. In den ganzen Youtube-Vidoes gibt es immer nur normale Felgen/Speichen.

Ich sehe da nun zwei Möglichkeiten:
1. Speichenlänge neu berechnen. aber wie??
2. neue Löcher bohren. schwierig.

Wer hat Erfahrung damit und hat evtl. ein paar Tipps für, wie ich das Problem auf die ein oder andere oder noch andere Weise lösen könnte.

VG!

Bursar
18.11.2015, 22:28
dass die Speichenlöcher nicht wie sonst üblich, versetzt sind, sondern direkt gegenüberliegen. Sie sollten eigentlich nicht direkt gegenüber liegen, sondern immer noch einen minimalen Versatz haben, da die Speichenlöcher an der Felge ja auch nicht direkt aufeinander liegen.

Vorne wird es so sein, dass die Speichen auf der einen Seite nach hinten weisen, die Speichen der anderen Seite nach vorn, also die Mitte zwischen radial auf der einen Seite und sehr schräg auf der anderen Seite.

Hinten ist prinzipiell möglich:
Eine Seite gekreuzt, alle Speichen dieser Seite gleiche Länge, daraus folgt Speichen anderer Seite pseudo-radial (stehen sehr schräg) oder auch gekreuzt, dann auf dieser Seite sehr unterschiedliche Speichenlängen.
Durch Verdrehen der Nabe gegenüber der Felge kann man das abschwächen/ausmitteln.

Ich habe im Prinzip dasselbe Problem, wenn ich eine 36Loch Nabe mit einer 24Loch Felge einspeichen will.
Ich verdrehe die Nabe so gegenüber der Felge, dass erstens die Zugspeichen der rechten Seite etwas länger sind als die Druckspeichen und zweitens die Zugspeichen der rechten Seite denselben Tangentialwinkel haben wie die Druckspeichen der linken Seite.
Dann ist der Unterschied der Hebelarme unter 1mm, fällt also nicht ins Gewicht.

Weil deine Bontrager Naben fast keinen Versatz haben, wird der Unterschied der Hebelarme deutlich größer sein, so dass ich diese Nabe nicht verwenden würde.

Wie man für das alles die Speichenlängen ausrechnet, kann ich dir nicht sagen, denn ich benutze dafür CAD:ä

Vielleicht hilft das dir weiter:
http://www.sheldonbrown.com/rinard/36-24.htm

vorTrieB
19.11.2015, 04:32
Richtig: Am Hinterrad sind wohl angepasste Speichenlaengen nötig. Dabei würde ich die Zugspeichen auf der Antriebsseite passend verlängern. Das verbessert die Kraftübertragung von der Nabe zur Felge etwas. Die Berechnung geht mit den Formeln fuer Dreiecksberechnung ausgehend von den mit Speichenrechner ermittelten Normalmaßen, gedachte Hilfslinie: Gerade vom Mittelpunkt des Rades zum Speichenloch, also: Speichenlaenge fuer radial + Nabenlochkreisradius, dass dabei die dritte Dimension auf der Strecke bleibt, macht wegen der in dieser Richtung geringen Winkel nix.

Am Vorderrad ist keine Aenderung der Speichenlaenge nötig. Dafür steht die Nabe auf Dauer unter Spannung. Das summiert sich erheblich, es durften ständig um die 40 Newtonmeter anliegen. Erstaunlicherweise: Macht - jedenfalls bei mir & einer 80 Gramm-Bitex-Nabe mit 20 Speichen & bisher (rund 3000 Kilometer) - nix.

nobillings
19.11.2015, 22:24
Wenn ich es mir einbilde, könnte die Löcher Vorne in der Tat ein klein wenig versetzt sein, aber das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ist aber auch eher egal. Vorne wird schon gehen, denke/hoffe/wünsche ich. Das habe ich auch schon mal in englischsprachigen Foren gelesen.

Hinten denke ich muss auf beiden Seite gekreuzt werden, denn aufgrund der paarweisen Anordnung können die ja nicht radial sein. Die Frage ist halt nur wie weit ich die Nabe im Vergleich zur Felge rotieren muss.
Wenn ich eine Speichenlänge für radial ausgehe kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, wie ich auf die Speichenlänge der "verdrehten" Speiche komme. Denn das Ende der zweiten Kathete hängt ja in der
Es sei denn, ich gehe bis zur Mitte der Achse und im rechten Winkel zum Speichenloch der Nabe. Dann ist die Rotation aber schon gewaltig und ich weiss so aus dem Kopf nicht ob da überhaupt ein Loch ist, d.h. in welchem Winkel die Paare zueinander liegen.

Muss ich morgen mal im Keller schauen (jetzt ist schon zu spät)

VG!

Bursar
19.11.2015, 22:31
Hinten denke ich muss auf beiden Seite gekreuzt werden, denn aufgrund der paarweisen Anordnung können die ja nicht radial sein.
Doch, eine Seite geht immer radial, die andere Seite sieht dann halt bei deiner Nabe schlimm aus mit stark unterschiedlichen Speichenlängen und demzufolge Hebelarmen.

vorTrieB
21.11.2015, 08:22
Die Frage ist halt nur wie weit ich die Nabe im Vergleich zur Felge rotieren muss.
Wenn ich eine Speichenlänge für radial ausgehe kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, wie ich auf die Speichenlänge der "verdrehten" Speiche komme.

Den erforderlichen Winkel kannst Du leicht ausrechnen. Ansatz: 360/(28/2) sinnvoll modifiziert für die verschobenen Löcher; ganz genau bekommst Du es, wenn Du den Abstand des Speichenlochs in der Felge, für die Nabe gedacht ist, von dem in einer ganz normal äquidistant gebohrten Felge des Typs durch den Innenumfang der Felge teilst und das Ergebnis durch 360 teilst. Den errechneten Winkel addierst oder subtrahierst (abhängig von Drehrichtung) Du zu oder von dem Winkel an d er Radachse zwischen der gedachten radialen Speiche & der gedachten Linie zum Speichenloch, dass Du tatsächlich für die Speiche nehmen willst. Dieser Winkel und der Lochkreisradius der Nabe sowie die (radiale Speiche + Lochkreisradius) ermöglichen die Berechnung der gefragten Speichenlänge.

Mir hilft immer sehr, eine kleine Zeichnung der wichtigen Punkte & Linien zu machen :-)

nobillings
22.11.2015, 20:26
Wir haben dann auch mal eine kleine Zeichnung gemacht und gerechnet ... :D:Applaus:

Mal sehen ob berechneten Längen auch passen. Ich werde berichten.

VG!

535971

Bursar
22.11.2015, 20:29
Kannst du mir mal deine Nabenabmessungen geben, auch den Versatz der Speichenlöcher zwischen rechtem und linkem Flansch?

nobillings
23.11.2015, 21:47
Breite 130mm
Flanschdurchmesser (Lochkreis) 46.5mm
Speichenlochdurchmesser 2.5mm
Versatz Nabe li 29mm
Versatz Nabe re 20mm
Versatz der Speichenlöcher zwischen rechtem und linkem Flansch: nicht messbar
Abstand Speichenlöcher (diagonal) 24mm
Abstand zwischen Speichenlöcher (eines Paares) 6mm

ERD der Felge 565mm