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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kurbellänge; 10f.vs 11f; Nachlauf



Rad71
15.03.2016, 10:19
Hallo zusammen,

ich fahre seit einigen Jahren RR und habe vor einigen Wochen angefangen mich intensiver mit der der Technik zu befassen. Ich habe hier ein älteres Cannondale Caad3 (Saeco Replica) stehen, welches ich modifizieren möchte. Momentan ist eine komplette Chorus (silber) 10-fach Gruppe drauf. Die Kurbel ist 172,5mm lang (53/39). Jetzt möchte ich doch gerne eine Kompaktkurbel montieren und habe Probleme eine entsprechende 2x10 Kurbel zu finden. Auf meinem Standard RR fahre ich eine 175mm Kurbel (Schritthöhe: 85, Größe 182cm, ). Das Problem ist allerdings, dass ich jetzt schon mit der aktuellen 172er Kurbel mit der Schuhspitze (Gr.43/44) das Vorderrad, je nach Lage, knapp tuschieren kann.
Die Rahmendaten sind wie folgt:

RH 57
Oberohr 55
Kettenstrebe 41
Radstand 98,5
Nachlauf Gabel 60
Distanz Vorderrad-Tretlager 58

Eingentlich möchte ich eine 175 er Kurbel einbauen, aber das wird dann mit der Schuhspitze eventuell noch heikler. Da ich gedenke die alte Gabel zu tauschen, habe ich überlegt ob eine Gabel mit mehr Vorbiegung die Lösung sein könnte, das würde dann den Rastand erhöhen.

Jetzt zu den Fragen:

1. Eventuell doch eine 172er Kurbel fahren? Der Unterscheid sollte doch in der Praxis nicht groß sein. Bin zweimal auf dem Rad ausgefahren aber nur max 50 km bisher und da war subjektiv alles ok. Gibt es Erfahrungen bei euch? Alle Ratgeber raten mir bei meinen Körperdaten aber zur 175er Kurbel.

2. Da die Auswahl bei 11 fach Kurbeln größer ist könnte ich da ev. etwas auswählen. Mir ist nach Lektüre einiger Foreneinträge immer noch nicht klar wo der Unterschied in den Kurbeln zwischen 10-fach und 11 fach liegen soll? Es sollte doch eigentlich kein Problem sein eine 11 Kurbel in ein 10-fach System zu integrieren? Entsprechend müsste es auch egal sein welche Kette drauf kommt?

3. Eine Gabel mit mehr Vorbiegung ergibt einen geringeren Nachlauf, das Rad wird ev. unruhiger?

Grüße

Rad71

PAYE
15.03.2016, 10:27
... Das Problem ist allerdings, dass ich jetzt schon mit der aktuellen 172er Kurbel mit der Schuhspitze (Gr.43/44) das Vorderrad, je nach Lage, knapp tuschieren kann.
...

Eingentlich möchte ich eine 175 er Kurbel einbauen, aber das wird dann mit der Schuhspitze eventuell noch heikler. ...

Dieser mögliche Kontakt von Schuhspitze-Vorderreifen ist weit verbreitet und in der Praxis völlig unproblematisch.
Lediglich beim Wendemanöver auf enger Straße muss man ein wenig aufpassen.
Darüber solltest du dir keine weiteren Gedanken machen - ist häufig und unkritisch.

Kees52
15.03.2016, 10:28
1-Ich fahre auch 175 mit SL 85, soll kein Problem sein, aber 172 ist sicher auch kein Problem .
Fur's Vorderrrad ist das Wurst , im Fahrpraxis kommt man niet mit die Schuhe dran.
2-Ist alles Wurst , du kannst fahren was du willst.
3 Mit mehr Vorbiegung wird das Fahren bestimmt unruhiger, wenn das Rad jetzt gut gefallt > nichts andern.
Ist nicht notwendig.

kleinerblaumann
15.03.2016, 11:26
Man sollte die Kurbellänge auf keinen Fall davon abhängig machen, ob man mit den Schuhen ans Vorderrad kommt. Die Kurbellänge muss zur Beinlänge und zu den eigenen Vorlieben passen.

Pumare
15.03.2016, 11:51
1. 2,5 mm Kurbellängenunterschied sind imo eher esoterischer Natur. Solltest mit beiden Längen zurecht kommen.
2. Keine Grenzen, fahr was dir gefällt.
3. Ja, Rad wird wohl etwas nervöser oder positiv ausgedrückt wendiger.

Rad71
15.03.2016, 13:24
Danke für die Antworten, das macht es mir leichter. Dann brauche ich auch nicht eine spezielle Gabel suchen.

Da fällt mir aber noch anderes ein:

1.ich möchte ja auf eine Kompaktkurbel (34/50)wechseln. Meines Erachtens müsste es ausreichen den Umwerfer lediglich nach unten zu versetzen und neu zu justieren oder wird ein neuer Umwerfer benötgt?

2. Da der Rahmen selbst von 1998/1999 stammt und sehr gut da steht und auch die Carbongabel eigentlich noch sehr gut aussieht frage ich mich wann man so etwas (aus Sicherheitsgründen)tauscht?. Das gleiche gilt natürlich für die Felgen, wobei ich da demnächst die Felgenwände messen werde.

Ich habe vor, Sattelstütze, Vorbau und Lenker auszutauschen. Gabel wie gesagt eventuell auch.

Habt ihr Tipps für Gabeln, LRS? Ich fahre z.T unterschiedlich, Staffel Triathlon kommt auch mal vor aber in der Mehrzahl RTF/Marathon und auch Berge (Heimatgebiet Schwarzwald/Oberrhein).

Ich will eigentlich auch nicht viel ausgeben, da ich nach einem Rennradsturz letzen Herbst ein neues Rad bekommen habe und das Cannondale als Zweitrad aufbauen will. Zum allem Glück kommt noch hinzu, dass das Sturzrad in einer Carbon-Klinik wieder gerichtet wurde (nur oberflächliche Schäden) und ich es nun doch auch wieder verwenden kann und sozusagen als Dritt-oder Bergrad (Dura-Ace dreifach Kurbel drauf) verwenden kann. Aber auch da müssen aufgrund des Sturzes Lenker, Vorbau und Sattelstütze getauscht werden.

Grüße

Rad71

Pedalierer
15.03.2016, 13:34
Den Werfer tiefer zu stellen reicht. Es braucht keinen speziellen Kompaktumwerfer.

Nach dem Zeitraum ist ein Wechsel von Lenker/Vorbau/Stütze sicher sinnvoll. Felgen einfach mit Tastzirkel messen. Wenn Flanken unter 0,9mm dann weg damit. Wen nicht weiter fahren.

Gabel würde ich mal ausgebaut einer Sichtkontrolle unterziehen und ohne negativen Befund auch weiter fahren.

Alpenmonster
15.03.2016, 13:37
1. 2,5 mm Kurbellängenunterschied sind imo eher esoterischer Natur. Solltest mit beiden Längen zurecht kommen.
2. Keine Grenzen, fahr was dir gefällt.
3. Ja, Rad wird wohl etwas nervöser oder positiv ausgedrückt wendiger.

1) Ich merke den schon - ist bei mir aber so, dass ich 175mm nicht mag (Größe identisch zu TE, SL etwas länger). Aber egal, er soll machen, wie es ihm besser passt. Die Schuhspitze kriege ich auch ans Vorderrad, wenn ich das im Stand drauf anlege - fahrend in der Praxis aber irrelevant.

2) 11-fach Kurbel mit 10-fach Ritzelpaket funktioniert einwandfrei (mit 10-fach-Kette - ob 11-fach könnte hinten beim Schalten Probleme machen, weiß das aber nicht sicher).

3) Das Fahrverhalten bei einem bestimmten Nachlauf lässt sich m.W. nicht generell beurteilen, sondern nur abhängig von der Geschwindigkeit. Ein langer Nachlauf führt dazu, dass das Rad bei hohen Geschwindigkeiten sehr stabil läuft, bei tiefen Geschwindigkeiten aber schwerer in der Balance zu halten ist. Umgekehrt neigen Räder mit kurzem Nachlauf bei hohem Tempo eher zum Flattern, während sie bei tiefer Geschwinidigkeit das besser beherrschbare Fahrverhalten zeigen. Bedeutet für den TE also: Eine Gabel mit mehr Vorbiegung führt dazu, dass das Rad bei hohem Tempo nervöser sein wird, bei tiefem hingegen gutmütiger. In der Regel sind Gabel und Rahmen aber aufeinander abgestimmt. Deshalb - und auch in Anbetracht des unter 1) Gesagten - würde ich ihm raten, die Gabel nicht zu tauschen.

Alpenmonster
15.03.2016, 13:50
Danke für die Antworten, das macht es mir leichter. Dann brauche ich auch nicht eine spezielle Gabel suchen.

Da fällt mir aber noch anderes ein:

1.ich möchte ja auf eine Kompaktkurbel (34/50)wechseln. Meines Erachtens müsste es ausreichen den Umwerfer lediglich nach unten zu versetzen und neu zu justieren oder wird ein neuer Umwerfer benötgt?

2. Da der Rahmen selbst von 1998/1999 stammt und sehr gut da steht und auch die Carbongabel eigentlich noch sehr gut aussieht frage ich mich wann man so etwas (aus Sicherheitsgründen)tauscht?. Das gleiche gilt natürlich für die Felgen, wobei ich da demnächst die Felgenwände messen werde.

Ich habe vor, Sattelstütze, Vorbau und Lenker auszutauschen. Gabel wie gesagt eventuell auch.

Habt ihr Tipps für Gabeln, LRS? Ich fahre z.T unterschiedlich, Staffel Triathlon kommt auch mal vor aber in der Mehrzahl RTF/Marathon und auch Berge (Heimatgebiet Schwarzwald/Oberrhein).

Ich will eigentlich auch nicht viel ausgeben, da ich nach einem Rennradsturz letzen Herbst ein neues Rad bekommen habe und das Cannondale als Zweitrad aufbauen will. Zum allem Glück kommt noch hinzu, dass das Sturzrad in einer Carbon-Klinik wieder gerichtet wurde (nur oberflächliche Schäden) und ich es nun doch auch wieder verwenden kann und sozusagen als Dritt-oder Bergrad (Dura-Ace dreifach Kurbel drauf) verwenden kann. Aber auch da müssen aufgrund des Sturzes Lenker, Vorbau und Sattelstütze getauscht werden.

Grüße

Rad71

Hast Du einen Umwerfer mit Schelle oder einen mit Anlötsockel? Mit Schelle, einfach tiefer stellen, wie schon geschrieben wurde. Anlötmodell: Auch einfach tiefer stellen, kann aber, wenn es dumm läuft sein, dass das nicht passt.

Die Fragen, die Du sonst so stellst, sind unterschiedlich schwer zu beantworten. Bei den Felgen ist ein Tastzirkel eine gute Idee, ja. Es geht natürlich auch anders, aber das ist die sauberste Variante, um die Dinger nicht zu früh zu entsorgen, aber eben bevor es gefährlich wird.
Beim Rest ist es schwer zu sagen. Grundsätzlich gilt es zu bemerken, dass Alu anders als z.B. Stahl eine begrenzte Dauerelastizität hat. Viele Lastwechsel setzen dem Zeug einfach zu. Allerdings ist halt auch die Frage, was damit gemacht wurde. Überspitzt gesagt: Hat der Vorbesitzer das Rad regelmäßig im Cross oder auf üblen Kopfsteinpflasterstrecken gequält oder ist der damit nur bei gutem Wetter auf besten Straßen gefahren? Wie schwer war der Vorbesitzer? Gab es Stürze (ganz wichtig)? Und zuletzt noch: Was ist es für Zeug und wie sieht es aus? War das für damalige Verhältnisse grenzwertiger Leichtbau oder doch eher von der sehr soliden Sorte? Sehr gepflegt oder doch eher mitgenommen bis angegammelt? Ich persönlich würde auch alles ausbauen und mir die Teile genau ansehen. Lenker und Vorbau würde ich vermutlich tauschen, die Gabel hingegen nur, wenn Korrosion oder Spuren da sind, die nicht sein sollten. Die Sattelstütze ist m.E. am unkritischsten (sofern eben solide gebaut). Da würde ich definitiv nur tauschen, wenn sie optisch den Eindruck macht, am Ende zu sein.

Rad71
15.03.2016, 13:55
Nach dem Zeitraum ist ein Wechsel von Lenker/Vorbau/Stütze sicher sinnvoll. Felgen einfach mit Tastzirkel messen. Wenn Flanken unter 0,9mm dann weg damit. Wen nicht weiter fahren.



Danke für die Antwort.
Tastzirkel? nie gehört. Hatte vor dass mit dem Meßschieber zu machen.

Alpenmonster
15.03.2016, 14:13
Danke für die Antwort.
Tastzirkel? nie gehört. Hatte vor dass mit dem Meßschieber zu machen.

Das könnte schwierig werden, Stichwort Felgenhorn... du musst die Wanddicke messen, nicht die Dicke des Felgenhorns. Das geht mit sowas hier:

http://www.veloplus.ch/AlleProdukte/ScheibenbremsenundZubehoer/ZubehoerErsatzteileWerkzeug/BREMSSCHEIBEN-undFELGEN-FLANKEN-LEHRE.aspx

Pedalierer
15.03.2016, 14:18
Günstiger: http://www.amazon.de/InstrumenteNrw-FMZ-KD-112-Tasterzirkel-Iwanson/dp/B00ET2LZNG

Rad71
15.03.2016, 15:29
Hast Du einen Umwerfer mit Schelle oder einen mit Anlötsockel? Mit Schelle, einfach tiefer stellen, wie schon geschrieben wurde. Anlötmodell: Auch einfach tiefer stellen, kann aber, wenn es dumm läuft sein, dass das nicht passt.

Die Fragen, die Du sonst so stellst, sind unterschiedlich schwer zu beantworten. Bei den Felgen ist ein Tastzirkel eine gute Idee, ja. Es geht natürlich auch anders, aber das ist die sauberste Variante, um die Dinger nicht zu früh zu entsorgen, aber eben bevor es gefährlich wird.
Beim Rest ist es schwer zu sagen. Grundsätzlich gilt es zu bemerken, dass Alu anders als z.B. Stahl eine begrenzte Dauerelastizität hat. Viele Lastwechsel setzen dem Zeug einfach zu. Allerdings ist halt auch die Frage, was damit gemacht wurde. Überspitzt gesagt: Hat der Vorbesitzer das Rad regelmäßig im Cross oder auf üblen Kopfsteinpflasterstrecken gequält oder ist der damit nur bei gutem Wetter auf besten Straßen gefahren? Wie schwer war der Vorbesitzer? Gab es Stürze (ganz wichtig)? Und zuletzt noch: Was ist es für Zeug und wie sieht es aus? War das für damalige Verhältnisse grenzwertiger Leichtbau oder doch eher von der sehr soliden Sorte? Sehr gepflegt oder doch eher mitgenommen bis angegammelt? Ich persönlich würde auch alles ausbauen und mir die Teile genau ansehen. Lenker und Vorbau würde ich vermutlich tauschen, die Gabel hingegen nur, wenn Korrosion oder Spuren da sind, die nicht sein sollten. Die Sattelstütze ist m.E. am unkritischsten (sofern eben solide gebaut). Da würde ich definitiv nur tauschen, wenn sie optisch den Eindruck macht, am Ende zu sein.


Danke.

Ist eine Schelle. Tasterzirkel ist unterwegs.

Ja, das habe ich bedacht. Das Rad wurde sehr gegpflegt und nur im Sommer von der Erstbesitzerin gefahren. Den Zweitbesitzer kenne ich von gemeinsamen Ausfahrten und RTFs. Keine Rennen, kein Cross. Der Rahmen ist solides Caad3 und sieht richtig gut aus. Der rote Lack ist sehr gut und sieht auch toll aus. Gabel werde ich demnächst ausbauen und checken.

Danke für die Tipps.

Grüße