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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kostenerstattung bei unverschuldetem Unfall



Teffmann
26.03.2016, 19:23
Hallo Zusammen,

heute hat mir ein PKW die Vorfahrt genommen. Beim Versuch auszuweichen bin ich gestürzt.

Das Wichtigste: ich bin unverletzt (war auch nicht schnell).

Polizei war da, Schuldfrage ist eindeutig zu meinen Gunsten geklärt, Unfallgegner ist aus der erweitereten Nachbarschaft (100 km Tour, Unfall 1 km vor der heimatlichen Garage) und einsichtig.

Mein Rad ist ein Trek Emonda ALR5 mit 550 km auf dem Tacho, gekauft im Februar 2016. Nach meiner ersten Sichtprüfung hat es Kratzer am Schaltwerk, am vorderen Bremskörper, den STis und den Ausfallenden der Gabel. Unter Berücksichtigung, dass man m.E. Vorbau und Lenker als sicherheitsrelevante Teile austauschen sollte, ist der Schaden wohl vierstellig. Das Rad kostet neu 1.499 Euro.

Weiß vielleicht jemand was jetzt passiert?
Reparatur oder vielleicht neues Rad (wenig km und erst etwa 5 Wochen alt)?

Viele Grüße und vielen Dank

Stephan

Beast
26.03.2016, 19:25
...ist der Schaden wohl vierstellig. Das Rad kostet neu 1.499 Euro.

Weiß vielleicht jemand was jetzt passiert?
Reparatur oder vielleicht neues Rad (wenig km und erst etwa 5 Wochen alt)?



Evtl. solltest Du mit dem Rennrad-fahren aufhören. :rolleyes:

prince67
26.03.2016, 19:43
...ist der Schaden wohl vierstellig. Das Rad kostet neu 1.499 Euro.


:confused:
Dann wäre das ein Totalschaden und danach hört sich deine Schilderung nicht an.

Lass den Schaden schätzen oder dir einen Kostenvoranschlag machen. Das reichst du bei der Versicherung ein.

pro99
26.03.2016, 20:03
Was möchtest du denn erreichen?
Das Rad behalten, nur die wichtigsten Teile austauschen (Abrechnung nach KVA) oder ein Neues?

Geh zum Anwalt, den zahlt die gegenerische Versicherung.

Abrechnung bei PKW-Neufahrzeugen
https://www.bussgeldkatalog.org/totalschaden/

Feier
26.03.2016, 20:18
Melde es bei der gegnerischen Versicherung, die schicken dann in der Regel einen Sachverständigen der sich den Schaden anschaut. Der ermittelt dann ob sich eine Reparatur lohnt, sprich den Zeitwert des Rads nicht übersteigt. Andernfalls bekommt man den Zeitwert ausgezahlt. Hatte besagte Situation bereits 2x, zwar in Österreich aber ich denke das wird in deinem Fall nicht anders sein.

Anspruch auf Schmerzensgeld am besten auch gleich bei der Versicherung geltend machen. Leichte Prellungen (sofern vorhanden natürlich) reichen schon.

supertester
26.03.2016, 20:20
Alles ausgiebig mitgemacht. Du bekommst Post von der Versicherung. Die wissen ja nicht, was kaputt ging und auch dann in der Regel nicht so genau, wann ein Carbonrad wie wo kaputt ist.
Wenn denen Deine Schilderung glaubwürdig erscheint, zahlen sie. Wenn nicht, nicht. Vermutlich lassen die Gutachter kommen, wenn es mehr als nur Schaltwerk ist.
Den Fall hatte ich. Dann kommt wer zu Dir raus und schaut sich das Rad an. Am besten das Rad bis dahin nicht mehr fahren oder reparieren. Kann durchaus 4 Wochen dauern.

In meinem Fall schloss man sich meiner Darstellung an. Ich bekam alles bis auf Schaltung und Flaschenhalter ersetzt. Gutachter gab mir bis ins Detail Recht bzw. ging sogar darüber. Das war natürlich optimal. Bei Dir läuft es von Ferne betrachtet auf die beschädigten Teile + Werkstattkosten hinaus. Also Lenker, Sattel, Schaltwerk. Ggf. Kleidung.

Falls Schmerzensgeld gefordert wird, möglichst bald zum Arzt für Attest.
Mein Rat wäre: Transparent begründen und netten Ton mit der Versicherung anschlagen. Gutachter ist aus meiner Sicht immer gut, wenn die Versicherung ihn bezahlt.

martinek1977
26.03.2016, 20:24
So etwas würde ich Cash mit dem Gegner klären und gar keine Polizei rufen. Das gesparte Buß oder Verwarngeld hätte er deinen Teilen beisteuern können.
Zeiten sind das- Versicherung, Anwalt, Sachverständiger... :rolleyes:, dabei kam es noch nicht mal zu einer Kollision, wenn ich das richtig lese.

Beast
26.03.2016, 20:46
Zeiten sind das- Versicherung, Anwalt, Sachverständiger... :rolleyes:, dabei kam es noch nicht mal zu einer Kollision, wenn ich das richtig lese.

Wenn ich bei jedem Sturz, egal ob eigen- oder fremdverschuldet, gleich ein Faß aufgemacht hätte, wäre mir der Spaß schon lange vergangen.

Bei meinem letzten Sturz ist mir ein verpeilter Student mit seinem Hipster-Bike voll in die Seite gefahren. Der fuhr mit seinem Kumpel Schlangenlinien weil sie das lustig fanden.

Nach dem Sturz haben wir geschaut ob alles an uns noch dran ist, dann habe ich gesehen dass die Kratzer an meiner Möhre (Kat. 3k aufwärts) im erträglichen Rahmen waren und dann sind wir weiter. Wichtiger war mir dass er sich entschuldigt hat. :D

martinek1977
26.03.2016, 20:54
Wenn ich bei jedem Sturz, egal ob eigen- oder fremdverschuldet, gleich ein Faß aufgemacht hätte, wäre mir der Spaß schon lange vergangen.

Bei meinem letzten Sturz ist mir ein verpeilter Student mit seinem Hipster-Bike voll in die Seite gefahren. Der fuhr mit seinem Kumpel Schlangenlinien weil sie das lustig fanden.

Nach dem Sturz haben wir geschaut ob alles an uns noch dran ist, dann habe ich gesehen dass die Kratzer an meiner Möhre (Kat. 3k aufwärts) im erträglichen Rahmen waren und dann sind wir weiter. Wichtiger war mir dass er sich entschuldigt hat. :D

Man muß ja auch mal sehen- wenn er die Kurve schneidet oder ähnlich, ist er beim Unfall im Bußgeldbereich, 100 Euro aufwärts, ohne jetzt nachzuschauen, plus Verwaltungsgebühr zu 23,50 oder so etwas, dazu steigt er in der Versicherung- aber gut Hauptsache da haben welche Geld verdient.:rolleyes: Wenn der Radfahrer noch einen Kratzer hat, nehmen die eine Straftat auf, lassen sich die Gerichte schön vergolden, hängt ja ein Führerschein dran.
Klar- heutzutage muß jeder sehen wie er zu seinem Geld kommt, aber irgendwo kann man die Kirche auch mal im Dorf lassen.

HaBe
26.03.2016, 21:37
Was jetzt folgt ist keine Rechtsberatung; Beratung gibt es beim Anwalt!

Hi Stephan,

bei der gegnerischen Versicherung arbeiten Anwälte, schaffe "Waffengleichheit" und nimm dir auch einen!

Wenn du dir die Lauferei zum Anwalt sparen willst, dann mach das online; einfach in Guhgel Fachanwalt Verkehrsrecht und deinen Wohnort eingeben.

Das Rad nicht mehr bewegen bis Schaden von einem Gutachter festgestellt wurde.

Grüße H

magicman
26.03.2016, 21:52
Alles ausgiebig mitgemacht. Du bekommst Post von der Versicherung. Die wissen ja nicht, was kaputt ging und auch dann in der Regel nicht so genau, wann ein Carbonrad wie wo kaputt ist.
Wenn denen Deine Schilderung glaubwürdig erscheint, zahlen sie. Wenn nicht, nicht. Vermutlich lassen die Gutachter kommen, wenn es mehr als nur Schaltwerk ist.
Den Fall hatte ich. Dann kommt wer zu Dir raus und schaut sich das Rad an. Am besten das Rad bis dahin nicht mehr fahren oder reparieren. Kann durchaus 4 Wochen dauern.

In meinem Fall schloss man sich meiner Darstellung an. Ich bekam alles bis auf Schaltung und Flaschenhalter ersetzt. Gutachter gab mir bis ins Detail Recht bzw. ging sogar darüber. Das war natürlich optimal. Bei Dir läuft es von Ferne betrachtet auf die beschädigten Teile + Werkstattkosten hinaus. Also Lenker, Sattel, Schaltwerk. Ggf. Kleidung.

Falls Schmerzensgeld gefordert wird, möglichst bald zum Arzt für Attest.
Mein Rat wäre: Transparent begründen und netten Ton mit der Versicherung anschlagen. Gutachter ist aus meiner Sicht immer gut, wenn die Versicherung ihn bezahlt.

gebe Dir in allen Punkten Recht

hatte selbst auch schon 3x das Vergnügen .
Solange sich die Versicherung nicht quer stellt ist ein Anwalt total nichtig.

HaBe
26.03.2016, 21:52
Was jetzt folgt ist keine Rechtsberatung; Beratung gibt es beim Anwalt!

Hier ist meine laienhafte Einschätzung:

Du bekommst die Teile, Werkstattkosten und beschädigte Kleidung ersetzt. Außerdem bezahlt der Gegner (also die Versicherung) den Gutachter und deinen Rechtsanwalt.

Solltest du Prellungen oder Hautabschürfungen haben, erhältst du dafür Schmerzensgeld. Versicherungen erkennen nur vom Arzt festgestellte Schäden an!

supertester
26.03.2016, 22:49
gebe Dir in allen Punkten Recht

hatte selbst auch schon 3x das Vergnügen .
Solange sich die Versicherung nicht quer stellt ist ein Anwalt total nichtig.

Danke.

Zu den anderen: Es kommt drauf an, was ist. Bei mir war es 2014 Schienbeinbruch und Rahmenbruch. Da fährt man nicht weiter. :rolleyes:

Aber ich denke auch, dass man die Kirche im dorf lassen sollte. Anwalt kann man sich im Streitfall immer noch besorgen. Reich erstmal alles ein, was Du hast. Wie gesagt schau, es möglichst transparent aussehen zu lassen. Das sind keine Radsportler, die wissen meist nicht, was sowas kostet. Nachprüfbare Kostenaufstellung ist das Beste, was Du tun kannst.

magicman
26.03.2016, 22:56
Was jetzt folgt ist keine Rechtsberatung; Beratung gibt es beim Anwalt!

Hier ist meine laienhafte Einschätzung:

Du bekommst die Teile, Werkstattkosten und beschädigte Kleidung ersetzt. Außerdem bezahlt der Gegner (also die Versicherung) den Gutachter und deinen Rechtsanwalt.

Solltest du Prellungen oder Hautabschürfungen haben, erhältst du dafür Schmerzensgeld. Versicherungen erkennen nur vom Arzt festgestellte Schäden an!

muss ich Dir in allen Punkten aus eigener Erfahrung dagegen sprechen.

bei Schwerstverletzung wie auch ich sie hatte , ist natürlich ein Anwalt von Nöten.
aber wie es hier aussieht spricht man von ca. 1500euro Schaden

sick
27.03.2016, 00:34
Hatte mal einen Anwalt (übrigens örtliche Empfehlung der eigenen Rechtschutzversicherung), dem man quasi jede neue Info persönlich per mehrmaliger Nachfrage jedesmal erst aus der Nase ziehen musste. Von alleine kam da nichts oder nur mit mehrwöchiger Verzögerung. Der Mehraufwand durch den Burschen und der unnötige Zeitverlust bei der Kommunikation über drei Ecken mit einer Niete in der Mitte als Vermittler war es nicht wert...selbst die Auszahlung der Schadenssumme hat sich durch den verzögert, weil er sich erstmal seinen fetten Anteil für´s überwiegende Nixtun noch als Erster abgreifen wollte natürlich.

supertester
27.03.2016, 03:36
Das ist kein Streit solange es keinen Streit gibt. Entsprechend auch kein Anwalt. (Kommt natürlich aufs eigene Geschick an.)
Da sitzt ein Sachbearbeiter, der seinen Job machen will. Man geht nicht mit vorgehaltener Waffe in sowas.

Mach Folgendes:
1. a. Gegnerische Versicherung über Auskunft erfragen.
1. b. Den Sachbearbeiter dort zwecks Modalitäten, Formularen etc. freundlich anrufen.
2. Zum Arzt für Feststellung etwaiger körperlicher Schäden. Die Versicherung wird vom Arzt Formular ausgefüllt haben wollen. Lass Dir das ggf. direkt zeitnah schicken.
3. a. Aufstellung aller Teile
3. b. Zu jedem Teil realitsichen belegbaren Preis (Onlineshop, Händler) ermitteln.
3. c. Foto jedes geforderten Teils. (Bei mir waren es etwa Radschuhe, die komplett durch waren.)
3. d. Im Hinterkopf behalten, dass dort der Sachbearbeiter nicht weiß, was so ein Teil kostet. 250€ Radschuhe oder 150€ Trikot erscheint für Außenstehende ggf. als Mondpreis. Also belegen.
4. Alles mit freundlichem Anschreiben eintüten und an die Versicherung

Wenn das völlig schief läuft, ab zum Anwalt Deines Vertrauens.
Bei der Summe von maximal 1500€ + Kleidung + ggf. vielleicht 1000€ Schmerzensgeld ist nicht so spektakulär als dann man direkt mit Artillerie auf Spatzen schießen müsste. Wie das klingt wird das bei 1000€ plusminus abgehen.

Problematisch wird es bei Verletzungen, Verdienstausfall, Folgeschäden etc. pp.
Problematisch sind ungeklärte Schuldfragen. Daher ist Polizei eine gute Idee, wenn Du allein bist. Ggf. um Verständnis beim Verursacher bitten. Beugt Ärger vor.
All das liegt hier nach Schilderung offenbar nicht vor.

(Keine Rechtsberatung.)

martinek1977
27.03.2016, 08:33
Objektiv hat er zunächst ein paar Schmarren am Rad, vom Rahmen war dabei noch gar nicht die Rede, ebensowenig wie von Verletzungen oder Bekleidungsschäden.
Man muß sich dabei mal menschlich vor Augen halten, dass sowohl Versicherungen, als auch Anwälte oder gar Gutachter, nicht für lau arbeiten, im Gegenteil. Ebenso verhält es sich mit Werkstätten/ Händlern, wenn sie etwas von einem Versicherungsschaden hören.
So macht man dann aus 500 Euro Schaden schnell eine Rechnung von 2500 Euro auf. Der Geschädigte ist zufrieden, den Verursacher interessiert die Rechnung nicht, ok.
Man braucht sich aber irgendwann nicht wundern, wenn jeder beim Unfall zunächst die Aussage verweigert, die Ursache nicht einsieht, oder gar weiterfährt ohne Angaben zu hinterlassen. Objektiv ( Spurenlage ) sieht es hier nämlich ohne Kollision ziemlich dünn aus ? Die Polizei vor Ort legt auch keine Schuld fest, maximal eine Ursache. Diese begründet sich im vorliegenden Falle wahrscheinlich reinweg auf den Äußerungen der beiden Beteiligten vor Ort und da soll man doch froh sein, dass der PKW Fahrer scheinbar eine ehrliche Haut war ?

Argonrockt
27.03.2016, 11:08
Bei mir ist durch einen Kostenvoranschlag des Händlers und belegte Aufstellung der defekten Kleidung/Helm alles ohne zusätzlichen Gutachtertermin erledigt worden. Habe allerdings sofort (da Carbonrahmen) einen Anwalt eingeschaltet (Rahmenprüfung oder Neu) und es wurde auch direkt ein neuer Rahmen zugesprochen - die Altteile / Rahmen wurden von der Versicherung nicht eingezogen. Auf benutzte Kleidung / Helm kannst du ca. 50% Zeitwert veranschlagen - für Prellungen und Schürfwunden (beim Arzt dokumententiert) gab es etwas Schmerzengeld... unterm Strich kommt man, wenn man wirklich alles einfordert plus minus 0 aus der Nummer raus - wenn hoffentlich nix schlimmes gesundheitlich passiert ist!

Buggl
27.03.2016, 11:11
Bei der gegnerischen Versicherung melden und Sachverhalt schildern.
Der Unfallgegner hat den Schaden ebenfalls, als Verursacher, seiner Versicherung zu melden.

Falls er das nicht getan hat oder die Versicherung des Unfallgegners nicht feststeht, kann man den "Zentralruf der Autoversicherer" anrufen. Von dort wird man dann mit der Versicherung des Unfallgeners verbunden.

Die Versicherung sagt dann schon, wass sie von dir erwartet oder wie sie sich die Schadenregulierung vorstellt.

Übernommen werden i.d.R. der Schaden in der tatsächlichen Höhe, wenn er den Zeitwert nicht übersteigt, Schmerzensgeld und deine Auslagen als Pauschale (für Telefonate und Briefverkehr).

Solltest du mit der vorgeschlagenen Regulierung nicht einverstanden sein, kannst du auch einen Vorschlag einbringen.

Werdet ihr euch nicht einig, dann erst zum Anwalt. Reicht dann noch dicke.

Am schönsten ist es natürlich, wenn man das am Unfallort unter sich regeln kann. Wichtig ist dabei nur, dass die Personalien wirklich feststehen und das Kennzeichen des Pkw's bekannt ist...für den Fall der Fälle.

supertester
27.03.2016, 17:01
Die Polizei vor Ort legt auch keine Schuld fest, maximal eine Ursache. Diese begründet sich im vorliegenden Falle wahrscheinlich reinweg auf den Äußerungen der beiden Beteiligten vor Ort und da soll man doch froh sein, dass der PKW Fahrer scheinbar eine ehrliche Haut war ?

Das ist richtig. Eine polizeiliche Aussage auf Bericht ist aber deutlich mehr wert als mündliche Erinnerung des Geschädigten, falls der Verursacher doch plötzlich an Gedächtnisschwund leidet.
Die Rolle der Polizei ist quasi die eines "Notars", der die Angaben beider Parteien aufnimmt.

lotusbleu
27.03.2016, 17:13
Aktenzeichen von der Polizei geben lassen.

Großzügig der Versicherung eine Kostenaufstellung machen.

Rahmen evt. Röntgen lassen.

Sollte die Versicherung bocken Rechtsanwalt einschalten.

martinek1977
27.03.2016, 17:24
Das ist richtig. Eine polizeiliche Aussage auf Bericht ist aber deutlich mehr wert als mündliche Erinnerung des Geschädigten, falls der Verursacher doch plötzlich an Gedächtnisschwund leidet.
Die Rolle der Polizei ist quasi die eines "Notars", der die Angaben beider Parteien aufnimmt.

Das stimmt, wobei sich das ,, Notarielle'' auf die begangene Ordnungswidrigkeit bezieht. Das ist nicht deckungsgleich mit der zivilrechtlichen Betrachtung. Normalerweise gibt man auch die Ordnungswidrigkeit vor Ort zu, um Verwaltungsgebuehren zu sparen. Wer sich dort jedoch gleich schriftlich aeussert, dem ist nicht zu helfen;).

eylot
27.03.2016, 19:39
****** Erfahrung, immer gut wenn wenig passiert. Einer der Gründe, wieso ich am liebsten auf abgelegenen Routen fahre und am besten keine Straße, wenn es denn möglich ist.

Persönlich hatte ich so ein Erlebnis einmal, Tausch von Gabel, Lenker, Vorbau waren eben notwendig, anschließend war das Fahrgefühl wieder ok. Teurer Spaß.

Wenn man einige Beiträge hier so liest, versteh ich so manches Rechtsverständnis nicht, fremdverschuldeter klarer Unfall und dann mit einem Lächeln das defekte Rad aufheben? Naja, meine Vorgehensweise wäre das nicht. Eine Entschuldigung ersetzt mein Rad und den finanziellen Schaden auch nicht, wenn man das so liest, scheint es den meisten finanziell doch mehr als noch gut zu gehen, denn ich spare für so manches Komplettrad durchaus mal 6 Monate ohne mich zu kasteien.

Buggl
27.03.2016, 19:47
...Wenn man einige Beiträge hier so liest, versteh ich so manches Rechtsverständnis nicht, fremdverschuldeter klarer Unfall und dann mit einem Lächeln das defekte Rad aufheben? Naja, meine Vorgehensweise wäre das nicht. Eine Entschuldigung ersetzt mein Rad und den finanziellen Schaden auch nicht, wenn man das so liest, scheint es den meisten finanziell doch mehr als noch gut zu gehen, denn ich spare für so manches Komplettrad durchaus mal 6 Monate ohne mich zu kasteien.

Die Abwicklung am Unfallort muss schon korrekt ablaufen.

Das, was du hier schreibst stimmt...da bin ich ganz bei dir.

Jedoch hat man bei anderen Beiträgen das Gefühl, hier sind hauptsächlich Rechtsanwälte im Thread unterwegs, die noch Mandanten brauchen.

Das gesunde (menschliche) Mittelmaß ist hier gefragt. Alles was notwendig ist anleiern, um den Schaden vernünftig ersetzt zu bekommen. Nicht mehr und nicht weniger.

biketiger
27.03.2016, 22:48
Reparatur oder vielleicht neues Rad (wenig km und erst etwa 5 Wochen alt)?


Stephan

Das ist das Gute an Kompletträdern, bei Schäden an Gabel oder Rahmen bekommt man diese meist komplett ersetzt, da hier oft Rahmensets nicht einzeln verkauft werden (wie beim ALR5). Hatte ich vor Jahren mal bei einem Canyon MTB, da war auch der Rahmen beschädigt > nicht einzeln zu kriegen > daher Kostenvoranschlag über neues Rad > wurde auch so von der Versicherung akzeptiert.

supertester
27.03.2016, 23:32
Das stimmt, wobei sich das ,, Notarielle'' auf die begangene Ordnungswidrigkeit bezieht. Das ist nicht deckungsgleich mit der zivilrechtlichen Betrachtung. Normalerweise gibt man auch die Ordnungswidrigkeit vor Ort zu, um Verwaltungsgebuehren zu sparen. Wer sich dort jedoch gleich schriftlich aeussert, dem ist nicht zu helfen;).

Klar. Es geht einfach darum, dass wer bezeugt, wer da war und was passierte. Die Interpretation der Situation obliegt natürlich letzten Endes einem Richter.




Wenn man einige Beiträge hier so liest, versteh ich so manches Rechtsverständnis nicht, fremdverschuldeter klarer Unfall und dann mit einem Lächeln das defekte Rad aufheben? Naja, meine Vorgehensweise wäre das nicht. Eine Entschuldigung ersetzt mein Rad und den finanziellen Schaden auch nicht, wenn man das so liest, scheint es den meisten finanziell doch mehr als noch gut zu gehen, denn ich spare für so manches Komplettrad durchaus mal 6 Monate ohne mich zu kasteien.

:Applaus: Ja, bei Brüchen an Leib und Rahmen sofort wieder drauf und weiter gefahren... Klar.
Das ist in etwa so wie diese facebook Posts angeblich stahlharter Zeitgenossen vom Orthopäden. (Vom Orthopäden, nicht etwa von der Arbeit.) Wegen Schlüsselbeinbruch bleibt man der Arbeit lieber mal fern...

Wie immer im Leben hilft ein gesundes Maß Freundlichkeit dennoch, das zu bekommen, was man möchte.
Der Sachbearbeiter der Versicherung hat durchaus etwas Spielraum. Er kann es durchwinken oder feilschen und verzögern. Setzt man dem jetzt Anwalt vor die Nase, wird er nur das zahlen, was juristisch notwendig ist.

Gleichwohl gibt es natürlich knifflige Fälle, wo Jurist unbedingt notwendig ist.

Zum Thema: Was ist denn nun an Körper und Rad defekt?

avis
28.03.2016, 03:17
Die Drastik der Vorgehensweise (Anwalt, etc) würde ich auch davon abhänig machen, wie groß der Schaden denn ist.
Zumal wenn der Verursacher ja offenbar einsichtig und hilfsbereit ist, wieso nicht erst mal auf kleiner Stufe der Maßnahmen starten?!
Denn wie bei einem 1.500€ Rad, wenn doch nur einige Schrammen dran sind, ein vierstelliger Schaden entstehen kann, das habe ich noch nicht verstanden.....oder überlesen?! :confused:

diwa
28.03.2016, 11:38
So etwas würde ich Cash mit dem Gegner klären und gar keine Polizei rufen. Das gesparte Buß oder Verwarngeld hätte er deinen Teilen beisteuern können.
Zeiten sind das- Versicherung, Anwalt, Sachverständiger... :rolleyes:, dabei kam es noch nicht mal zu einer Kollision, wenn ich das richtig lese.

Ja,

so habe ich das bei meinen bisher 2 Unfällen auch gemacht. Lief völlig problemlos. Ist aber beides auch schon eine Weile her.
ABER: Als meine Frau letzten Sommer von einem Geisterradler (falsche Richtung auf einem Radweg) vom Rad geholt wurde, meinte der sofort, er würde das seiner Versicherung übergeben.
Mit dem Ergebnis, dass nur ein lächerlich geringerb Betrag bezahlt wurde. Das Rad sei halt schon älter und die Erstattung richte sich nach dem Wiederbeschaffungswert. Dass es keinen richtigen Gebrauchtmarkt für Fahrräder gäbe, sei ja nicht Schuld der Versicherung...

So hatten wir Pech und bekamen für ein voll funktionstüchtiges Rad mit diversen - wenn auch schon älteren - Zusatzteilen nur knapp 100 Euro.

Mit einem fast neuen Rad sollte man bessere Karten haben - aber sicher ist das nicht, wie mir ein befreundeter Versicherungsmensch bestätigte.

ciao

dirk

spiderman
28.03.2016, 12:12
Irgendwie schon erstaunlich! Gefühlt geht es sonst bei solchen Freds schnell darum, wie möglichst viel herausgeholt werden kann und jetzt heisst es hier auf einmal "shit happens, Mund abputzen, weiter geht's". Na ja, ich muss ja auch nicht alles verstehen.

martinek1977
28.03.2016, 12:20
Irgendwie schon erstaunlich! Gefühlt geht es sonst bei solchen Freds schnell darum, wie möglichst viel herausgeholt werden kann und jetzt heisst es hier auf einmal "shit happens, Mund abputzen, weiter geht's". Na ja, ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Nein, Polizei muß man rufen- bei körperlichen Schäden, bei unklarer Unfallursache, bzw. Streit darüber vor Ort, bei großen Schäden ( abzusehen das Versicherung notwendig wird), oder wenn ich sehe das der andere Beteiligte halbgewalkt ist und keine 3 Euro in der Tasche hat.

Im vorliegenden Fall jedoch, überschlage ich vor Ort den Schaden, nenne dem anderen Beteiligten die Summe die er ungefähr zu erwarten hat, repariere das Rad oder lasse reparieren und schicke ihm die Rechnung zu, fertig.

Logisch, dass man so etwas nicht im Falle eines Beckenbruches machen kann- Versicherung heißt aber auch nicht immer Geldsegen ;).

Fakt ist nun einmal, dass Versicherung, Anwälte, Gutachter, Polizei bzw. Ordnungswidrigkeit... Geld kosten. Auch muß ich einen Alurahmen nicht röntgen lassen.

Mir geht es nur darum ( ich habe täglich damit zu tun)- die Leute denken beim Unfall unwillkürlich an die 3 Ziffern- nein, Schaden betrachten, miteinander reden, überlegen, Luft holen und dann die 3 Ziffern wählen.

martinek1977
28.03.2016, 12:30
Über viel mehr reden wir ja nicht:
http://www.tnc-hamburg.com/TNC-Shop/Gruppen/Road-Gruppen/Shimano-Gruppen-Road/Shimano-Ultegra-6800-Schaltungskit-11-x-2-fach--26645.html?gclid=CKaK8OOV48sCFWcq0woddqEPjg

Dazu Montage und großzügig Kaffeekasse - bin ich irgendwo bei 6-700 Euro.
Und da kann ich mir schon überlegen, ob ich das ganz große Kino fahre.

kleinerblaumann
28.03.2016, 12:40
Ich hatte genau denselben Fall, neues Rad, <500km gefahren, unverschuldeter Unfall. Da es ein sehr teures Rad war und noch nicht klar war, was mein Körper abbekommen hat, habe ich mir einen Anwalt genommen. Das Rad war kürzlich beim Gutachter. Das Gutachten war allerdings genau so teuer wie dein ganzes Rad. Vor allem nervt mich, dass die ganze Sache jetzt schon ein 3/4 Jahr dauert. Ok, ich war auch nicht immer der schnellste dabei, aber die Versicherung hat sich auch gut Zeit gelassen. Einen Anwalt zu nehmen, war für mich die richtige Wahl. Ich kann jedes Mal davon rennen, wenn ich ein Formular ausfüllen muss und nuss Ahnung von dem Zeug habe.

spiderman
28.03.2016, 12:43
???? Habe ich irgendwo geschrieben, dass man die Polizei hätte rufen müssen/sollen?

martinek1977
28.03.2016, 12:55
???? Habe ich irgendwo geschrieben, dass man die Polizei hätte rufen müssen/sollen?

Nein, um dich ging es ja nicht, du hattest keinen Unfall.
Es geht mir nur um diese heutzutage allgemein verbreitete Denkweise, erstmal alles Aufzufahren und sich dann hier noch eine Beratung geben zu lassen, wie man seine schmutzige Hose auch noch neu abrechnen kann.

Klar- beim Auto weißt du nie so recht, was die Werkstatt mit dir macht. Ich habe dort schon Kratzer mit der Lupe gesucht und die rechnen anschließend 900 Euro ab, inklusive angeblichem Lackieren in einer Fremdwerkstatt usw.
Hier sehe ich aber einen Kratzer am Schaltwerk usw., körperlicher Schaden ist nicht erkennbar, Kollision gab es nicht, der Andere war zu weit links, ich bin gestürzt... .

spiderman
28.03.2016, 13:14
Na ja, hier hat jemand sich - in meinen Augen - einfach nur erkundigt, wie es weiter geht.

Als erste Antwort hat er dann zu hören bekommen, er möge besser mit radeln aufhören. Da ist dann schon mal dass passende Klima geschaffen. Der "Ratgeber" hat dann wenig später auch noch geschildert, wie heldenhaft man mit solchen Ereignissen auch umgehen kann, selbst bei einem deutlich teureren Rad.

Ich kann hier bisher nicht klar erkennen, dass der TE Kasse machen will, eher, dass er seinen Schaden etwas hoch einschätzt. Großartiges "Auffahren" erkenne ich auch nicht.

Sweety2008
28.03.2016, 13:35
Evtl. solltest Du mit dem Rennrad-fahren aufhören. :rolleyes:
Du hast doch n'en Sockenschuss.

Teffmann
28.03.2016, 14:59
Hallo Zusammen,

dann melde ich mich auch nochmal.

Zunächst mal vielen Dank für die vielen Antworten - und richtig ich wollte mal einschätzen, wie es denn so weiter geht....

Ich werde den Unfall nicht nutzen, um Kasse zu machen, macht auch gar keinen Sinn. Das Rad ist ein paar Wochen alt und defacto neu. Im "best case" gibt es ein neues Rad - dann habe ich den Status wie am Samstag um 16:00h. Dazu aber noch Rennerei, Warterei auf das neue Rad etc........

Polizei holen war für mich gesetzt - vor 25 Jahren habe ich das bei einem unverschuldeten Autounfall mal nicht gemacht. Danach hat der Unfallgegener die Tatsachen verdreht und es hat viel Zeit und Nerven gekostet bis ich meinen Schaden ersetzt bekam.

Schmerzensgeld für ein paar Hautabschürfungen am Knie halte ich für Abzocke. Das hatten wir früher beim Fußball auf dem Bolzplatz täglich und schlimmer. Außerdem bemisst sich das Krankengeld nach meiner Auffassung nach der Dauer der Arbeitsunfähigkeit und die ist nicht gegeben. Bei einem Sturz ohne Fremdeinwirkung und gleicher Verletzung wäre ich nie auf die Idee gekommen zum Arzt zu gehen.

Aber klar, ich möchte, dass mein defacto neues Trek Emonda (auch wen es nur das Winter- und Urlaubsrad ist) wieder so wird wie vor dem Unfall - und natürlich ohne Kosten für mich (mit der Rennerei komme ich klar). Bei dem Schaltwerk ist das wohl nur ein optischer Mangel (aber auch den brauche ich bei einem "Neufahrzeug" nicht zu akzeptieren). Ob man für eine zerkratzte Carbongabel (gestern habe ich dort noch diverse Kratzer gefunden) noch die volle Funktionallität garantieren kann stelle ich mal in Abrede.

Heute hat sich die Ehefrau des Unfallgegners persönlich erkundigt wie es mir geht - von daher sehe ich von dort auch - wie am Samstag schon - die notwendige Kooperationsbereitschaft. Anwalt also nur, wenn die Versicherung die beschädigten Teile nicht ersetzen will.

Also morgen in die Werkstatt wo es gekauft wurde und dann gibt es einen Kostenvoranschlag. Der geht dann im Laufe der Woche an die gegnerische Versicherung und dann sehen wir weiter.

Vielen Dank und viele Grüße

Stephan

kleinerblaumann
28.03.2016, 15:51
Mein Rad hat durch den Unfall am Schaltwerk und am Umwerfer auch kleine Kratzer abbekommen. Im Gutachten stand dann, dass solche potischen Mängel dadurch ausgeglichen würden, dass das Rad ja nicht neu war. Der Zeitwert war also zum Zeitpunkt des Unfalls geringer als im Neuzustand. Das Gutachten empfiehlt den Austausch einiger Teile. Die sind dann natürlich neu und keine 500km alt. Das würde die optischen Mägel ausgleichen. Mein Rad war beim Unfall keine 500km alt. Zieh es also auch in Betracht, dass du mit Kratzern leben musst. Außer eine Reparatur wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll, dann gäbe es ein neues Komplettrad.

eylot
28.03.2016, 17:50
Irgendwie schon erstaunlich! Gefühlt geht es sonst bei solchen Freds schnell darum, wie möglichst viel herausgeholt werden kann und jetzt heisst es hier auf einmal "shit happens, Mund abputzen, weiter geht's". Na ja, ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Genau das irritiert mich auch. Aber das gesamte Forum ist sehr konfus. Mal heißt es bei bestimmten Dingen, da wird kein Zehntel Millimeter Toleranz akzeptiert und bei anderen Sachen wird reklamiert was das Zeug hält. Alles sehr konfus. Hier liest man heraus, kurz das Trikot zurecht gezupft und den Schrott in die nächste Tonne und mit Taxi heim, das nächste Neurad steht ja schon im Keller bereit. Und die gleichen Leute pienzen dann rum, wenn sie dann einen Kratzer in der Felge haben nach 10.000km

Schon sehr wenig ernst zu nehmen hier.

supertester
28.03.2016, 18:01
Polizei holen war für mich gesetzt - vor 25 Jahren habe ich das bei einem unverschuldeten Autounfall mal nicht gemacht. Danach hat der Unfallgegener die Tatsachen verdreht und es hat viel Zeit und Nerven gekostet bis ich meinen Schaden ersetzt bekam.


Kenne ich. :D



Schmerzensgeld für ein paar Hautabschürfungen am Knie halte ich für Abzocke. Das hatten wir früher beim Fußball auf dem Bolzplatz täglich und schlimmer. Außerdem bemisst sich das Krankengeld nach meiner Auffassung nach der Dauer der Arbeitsunfähigkeit und die ist nicht gegeben. Bei einem Sturz ohne Fremdeinwirkung und gleicher Verletzung wäre ich nie auf die Idee gekommen zum Arzt zu gehen.


Arbeitsunfähigkeit ist ein großes Wort und weiteres Thema.
Hier geht es um Schmerzensgeld. Also Ausgleich Deiner persönlichen Einschränkung.
Ist löblich, wenn Du wirklich nichts hast. In der Regel würde man Dir Pauschbetrag zahlen für Prellung. Vielleicht 500€.
Die Summe ermöglicht es ggf. bei den Teilen einfacher Kompromiss zu finden.



Also morgen in die Werkstatt wo es gekauft wurde und dann gibt es einen Kostenvoranschlag. Der geht dann im Laufe der Woche an die gegnerische Versicherung und dann sehen wir weiter.

Vielen Dank und viele Grüße

Stephan

Sehr gut.

Reisender
28.03.2016, 23:09
Zieh es also auch in Betracht, dass du mit Kratzern leben musst. Außer eine Reparatur wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll, dann gäbe es ein neues Komplettrad.
Mit Kratzern würde ich unverschuldet ganz sicher nicht leben wollen müssen, wen sie mir von einem verträumten Autofahrer am Rad zugeführt wurden. Lack soll nicht nur hübsch ausschauen, sondern auch das Material darunter vor Korrosion schützen.
Kannst ja mal den Versicherungsfutzi fragen ob ihn eine eigene verkratze Autotür unberührt lässt. Oder auf der teuren Schweizer Automatikuhr, oder...

kleinerblaumann
28.03.2016, 23:41
Mit Kratzern würde ich unverschuldet ganz sicher nicht leben wollen müssen, wen sie mir von einem verträumten Autofahrer am Rad zugeführt wurden. Lack soll nicht nur hübsch ausschauen, sondern auch das Material darunter vor Korrosion schützen.
Kannst ja mal den Versicherungsfutzi fragen ob ihn eine eigene verkratze Autotür unberührt lässt. Oder auf der teuren Schweizer Automatikuhr, oder...

Ich habe nicht geschrieben, dass Kratzer keine Rolle spielen. Lies nochmal, was ich geschrieben habe.

martinek1977
29.03.2016, 06:17
Ja kann man so stehen lassen kleinerblaumann. Wieso kann man fremdverschuldet mit einem Schaltwerkskratzer schlechter leben, als eigenverschuldet ? Es gibt nun einmal Risiken im Strassenverkehr und ein Sturz gehoert beim Rennradfahrer eigentlich zum guten Ruf.

magicman
29.03.2016, 07:19
da das Rad absolut neuwertig ist , sehe ich da keine Probleme das die defekten Teile ausgetasucht werden.
Sollte denoch etwas abgezogen werden und die zerkratzten STI darf man behalten , können diese auch verkauft werden.


das beste Wäre nun hier erstmal abwarten was kommt.

Personenschaden ist keiner , bzw sieht der TE dies als Bagadelle an
und der Sachschaden auch nicht in Millionenhöhe.

Reisender
03.04.2016, 20:42
Ja kann man so stehen lassen kleinerblaumann. Wieso kann man fremdverschuldet mit einem Schaltwerkskratzer schlechter leben, als eigenverschuldet ? Es gibt nun einmal Risiken im Strassenverkehr und ein Sturz gehoert beim Rennradfahrer eigentlich zum guten Ruf.
Hää!
Wenn ich Dir, als Fremder, was kaputt mache willst es nicht ersetzt haben? Echt jetzt, geil! :Applaus:

butzheimer
03.04.2016, 22:21
Ich hatte vor einigen Jahren einen Unfall mit einem Linksabbieger, das Rad war ein Totalschaden. Rechtlich war alles klar, aber die Versicherung hat sich dermaßen quergestellt und versucht den Schaden auf ca. 20 % des Schadens runterzurechnen. Beispielsweise wurde eine zerbrochene Brille, 4 Jahre alt, als verschlissen, Restwert 0 bezeichnet. Hab über ein Jahr und auch eine Klage gebraucht, bis ich mein Recht bekommen habe. Ich müsste mit den Trümmern meines Rades beim Amtsgericht antreten.
Seit der Zeit heist es für mich, sofort einen Anwalt nehmen.

magicman
04.04.2016, 06:30
hatte ich letzten Jahr auch einen Schaden

ich erstellte selbst ein Gutachten , Versicherung bezahlte anstandslos.

andere Fall , meine Nichte legte mein Tablet unsanft zu Boden.
Das Teil war 2 Monate alt , bekamm 60% vom Neupreis und Tablet wurde eingezogen.


Denke mal es kommt auf die Versicherungsgesellschaft an, gibt solche und solche Fälle.

martinek1977
04.04.2016, 13:27
Hää!
Wenn ich Dir, als Fremder, was kaputt mache willst es nicht ersetzt haben? Echt jetzt, geil! :Applaus:

Nein, Sturzgefahr habe ich mit dem Rad immer, ein Radler ohne Sturz, ist wie ein Eishockeyspieler, der noch nie den Handschuh ausgezogen hat. Hier war sicher das Rad neu und der Sturz fremdverschuldet, obwohl eine Versicherung das auch anders sehen kann. Deswegen wuerde ich nicht sofort den kompletten Rechtsweg ausreizen... .

Alpenmonster
04.04.2016, 15:45
Ja kann man so stehen lassen kleinerblaumann. Wieso kann man fremdverschuldet mit einem Schaltwerkskratzer schlechter leben, als eigenverschuldet ? Es gibt nun einmal Risiken im Strassenverkehr und ein Sturz gehoert beim Rennradfahrer eigentlich zum guten Ruf.

Das ist leider ziemlich unsinnig - wie die meisten Dinge, die Du in diesem Thread gepostet hast. Analog könnte man fragen, warum ich denn mit einer Beule im Auto schlechter leben kann, wenn sie mir ein anderer reinfährt, als wenn ich sie selbst verschuldet habe - kann ja auch passieren. Da kann man sich (was ich persönlich völlig überzogen finde) für eine winzige Delle in der Türe dann ein komplett NEUES Blech für mehrere tausend Euro einsetzen lassen, obwohl die Sache mit Smart Repair für vielleicht 200-400 Euro genauso erledigt wäre. Er hat schlicht ein Anrecht darauf, dass der Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung ihm den Schaden ersetzt.

Ob man wegen einem winzigen Kratzer am fünf Jahre alten Stadtrad jetzt gleich ein Fass aufmacht, das sollte man sich schon überlegen. Aber Kratzer quer Verteilt über ein Neurad inkl. der Möglichkeit nicht mehr sicherer Bauteile muss man ganz sicher nicht akzeptieren.

Alpenmonster
04.04.2016, 15:58
Hallo Zusammen,

dann melde ich mich auch nochmal.

Zunächst mal vielen Dank für die vielen Antworten - und richtig ich wollte mal einschätzen, wie es denn so weiter geht....

Ich werde den Unfall nicht nutzen, um Kasse zu machen, macht auch gar keinen Sinn. Das Rad ist ein paar Wochen alt und defacto neu. Im "best case" gibt es ein neues Rad - dann habe ich den Status wie am Samstag um 16:00h. Dazu aber noch Rennerei, Warterei auf das neue Rad etc........

Polizei holen war für mich gesetzt - vor 25 Jahren habe ich das bei einem unverschuldeten Autounfall mal nicht gemacht. Danach hat der Unfallgegener die Tatsachen verdreht und es hat viel Zeit und Nerven gekostet bis ich meinen Schaden ersetzt bekam.

Schmerzensgeld für ein paar Hautabschürfungen am Knie halte ich für Abzocke. Das hatten wir früher beim Fußball auf dem Bolzplatz täglich und schlimmer. Außerdem bemisst sich das Krankengeld nach meiner Auffassung nach der Dauer der Arbeitsunfähigkeit und die ist nicht gegeben. Bei einem Sturz ohne Fremdeinwirkung und gleicher Verletzung wäre ich nie auf die Idee gekommen zum Arzt zu gehen.

Aber klar, ich möchte, dass mein defacto neues Trek Emonda (auch wen es nur das Winter- und Urlaubsrad ist) wieder so wird wie vor dem Unfall - und natürlich ohne Kosten für mich (mit der Rennerei komme ich klar). Bei dem Schaltwerk ist das wohl nur ein optischer Mangel (aber auch den brauche ich bei einem "Neufahrzeug" nicht zu akzeptieren). Ob man für eine zerkratzte Carbongabel (gestern habe ich dort noch diverse Kratzer gefunden) noch die volle Funktionallität garantieren kann stelle ich mal in Abrede.

Heute hat sich die Ehefrau des Unfallgegners persönlich erkundigt wie es mir geht - von daher sehe ich von dort auch - wie am Samstag schon - die notwendige Kooperationsbereitschaft. Anwalt also nur, wenn die Versicherung die beschädigten Teile nicht ersetzen will.

Also morgen in die Werkstatt wo es gekauft wurde und dann gibt es einen Kostenvoranschlag. Der geht dann im Laufe der Woche an die gegnerische Versicherung und dann sehen wir weiter.

Vielen Dank und viele Grüße

Stephan

Also, mal meine Meinung dazu: Du hast bisher eigentlich alles richtig gemacht. Polizei holen ist aus den Gründen, die Du hier selber nennst, immer richtig. Die meisten Versicherungen legen sich ohne Polizeirapport quer und manch ein Unfallgegner will im Nachhinein nichts mehr von seiner am Tatort direkt eingestandenen Schuld wissen.

Problematisch ist, dass Du ohne Berührung durch das Auto gestürzt bist. Das könnte die Versicherung so drehen, dass Du panisch eine Überreaktion gezeigt hast und es ohne diesen Fehler gar nicht zum Sturz gekommen wäre. Sollte der Unfallgegner seine Aussage noch in diese Richtung abändern, dann kann es sein, dass Du komplett leer ausgehst. Es ist leider möglich, dass man dieses Spiel zu spielen versucht.

Es ist aber auch möglich, dass Du ein komplett neues Rad kriegst. Es sind Kratzer quer über das ganze neue Rad verteilt (Du hast hier Anspruch auf Neuteile), dazu müsste der ganze Rahmen geröntgt werden, dazu das Gutachten... kurzum, ein Aufwand, der sich für ein Rad dieser Preiskategorie nicht lohnt. Eine gebrochene Frontschürze inkl. Einbau dürfte oft mehr kosten. Ebenso möglich, dass der Sachbearbeiter die 1500 zahlt, damit keine weiteren Ausgaben (auch in Form von Aufwand, Anwalts- und Gerichtskosten) entstehen.

Zum Anwalt würde ich in diesem Fall erst gehen, wenn sich die Versicherung quer legt - es könnte dann aber auch sein, dass der dazu rät, es auf sich beruhen zu lassen (s. meine Ausführung zum Unfallhergang). Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg! Wäre schön, wenn Du dann noch mal schreibst, wie es ausgegangen ist.

Teffmann
22.04.2016, 00:27
So, in aller Kürze das Ergebnis:

Trek kann die passende Gabel zwar liefern, aber europaweit nicht in passender Farbe. Daher habe ich Anspruch auf Ersatz des Rahmenkits mit Gabel und natürlich der diversen anderen Teile s.o.

Gutachter der Versicherung war vor Ort und hat den Schaden vollumfänglich bestätigt.

Ich habe die Möglichkeit als quasi Totalschaden abzurechnen. Dabei wird die Differenz aus - vom Gutachter ermittelten - Wiederbeschaffungskosten (hier Kaufpreis, da das Rad defacto neu ist und rabattiert war) und vom - Gutachter ermittelten - Restwert erstattet. Außerdem nimmt mir die Versicherung das alte Rad zum Restwert ab und gibt es in eine Verwertungsbörse. Auf gut deutsch, ich bekomme ein neues Rad und mein altes wird von einem Verwerter abgeholt.

Alternative 2: mein Rad wird repariert.

Ich habe mich für ein neues Rad entschieden. Abwicklung läuft.

Vielen Dank für die vielen Tipps und die rege Diskussion

supertester
22.04.2016, 00:29
Das klingt nach sehr zufriedenstellender Lösung ohne graue Haare. :)

magicman
22.04.2016, 09:31
klingt doch gut .
und alles ohne Anwalt und nutzlosen Zeitaufwand