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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie lange wird es wohl dauern, bis Discbremsen am Rennrad standardisiert sind?



ferd
09.05.2016, 10:50
Hallo zusammen,

nach langem melde ich mich hier mal wieder aktiv, und wie könnte es anders sein mit einer Frage: Wie lange wird es wohl dauern, bis Discbremsen am Rennrad standardisiert sind?

Standardisiert bedeutet für mich in diesem Zusammenhang: Einheitlicher (zukunftssicherer) Achsstandard, entsprechend große Auswahl an (leichten) Disc- Laufrädern, gute Auswahl an zuverlässigen Aero Rahmen und Gaben, Gesamtrad unter 7kg.

Natürlich weiß das niemand genau, aber mich würde mal eure Meinung und Vorstellung interessieren, wie lang ihr denkt, dass das noch dauert.

WICHTIG: Es geht hier NICHT UM PRO UND CONTRA DISC am Rennrad. Da sollte jeder seine Meinung haben und damit glücklich sein. Ich habe meine Entscheidung getroffen: Habe Disc probiert, es funktioniert und überzeugt mich- vom System her. Darum wird mein nächster Renner ein Disc-Renner, aber erst wenn das System standardisiert ist. Vielleicht gibt’s für mich inzwischen noch einen schönen Satz (Rim-Brake-)Carbon Hochprofilfelgen… :D

freue mich auf eure Meinungen

Der Ferd

141p
09.05.2016, 11:15
Fahrradindustrie und Standard ist ein Widerspruch in sich :D. Du kannst nur hoffen, dass sich wenigstens eine Mehrheit für z.B. 12mm Steckachsen am VR entscheidet (da geht der Trend wohl hin) welches Gewinde ist dann schon wieder ein ganz anderes Thema. Flat Mount scheint sich langsam auch durchzusetzen. 7kg sind auch jetzt schon kein Problem. Leichte reine Disc Felgen kommen erst langsam. System LR auch.
Wenn du also auf ein Rad mit Standarteilen wartest, wirst du nie eines bekommen, auch keines mit Felgenbremsen :Applaus: . Oder was ist denn der Tretlagerstandard (BSA, BB30, PF 30, usw.) Bremsstandard (normal, Direct Mount, Hydro, Shimano Einholweg oder doch Sram oder Campa?), Steuerkopflager ? usw.

Ich würde auf jeden Fall noch die diesjährige EB abwarten. Vielleicht kristallisiert sich etwas mehr heraus. Vorne 12mm, hinten 142/12 Steckachsen, Flatmount, Shimano bringt evtl. eine neue DA, diverse Rahmen werden sicher auch neu kommen (evtl. endlich der Canyon Ultimate und auch Aerorad). Teilweise gibt ja auch spezielle Disc Felgen (z.B. Enve und diverse China Anbieter). Von Enve sollen etwa Mitte des Jahres noch weitere Felgen kommen (dann hätten sie 3 Sätze)

Mida
09.05.2016, 11:15
Standard? Gibts beim MTB auch nicht, ist nicht absatzfördernd. Du könntest auch fordern das alle PKW die gleichen 5-Schrauben Aufnahme für Felgen bekommen.

Hersteller, Handel, Magazine etc. leben nicht davon zu sagen: So, das ist jetzt gut für alle, das lassen wir dann so.

Mehr Laufräder kommen wenn die Nachfrage steigt.

ferd
09.05.2016, 11:39
Stimmt schon, richtig Standard gibt's nicht, aber grade beim Achssystem ist der klassische Schnellspanner (V:100mm, H:130mm) doch bei LRS mit Felgenbremsen Standard. Damit konnte man praktisch jeden LRS auf jedem Rad fahren. Wenn das bei den RR mit dem Achsstandard so wird wie bei den MTB´s, dann kann das ja heiter werden... Wobei ich dann gespannt bin, wie die das dann bei den Rennen mit dem neutralen Assistenzwagen regeln wollen: hat der Mechaniker dann "Adapter" dabei und fängt in der Rennsituation an zu basteln :eek::D ?

Abstrampler
09.05.2016, 11:41
Geht ja nicht um Profis. Die wollen die Disc eh nicht.

Joule Brenner
09.05.2016, 12:01
Stimmt schon, richtig Standard gibt's nicht, aber grade beim Achssystem ist der klassische Schnellspanner (V:100mm, H:130mm) doch bei LRS mit Felgenbremsen Standard. ...

Das ist Geschichte. Wenn man die Fahrradentwicklung z.B. der letzten 5 Jahre etwas genauer verfolgt, drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass Standardisierung und Kompatibilität systematisch umgangen werden. Oder wieso passen beispielsweise 11fach Shimano RR-Kassetten nicht auf deren 10fach LRs? :rolleyes:

Man kann sich damit abfinden oder man gewöhnt sich ein eher konservatives Kaufverhalten (im Zweifelsfall bis hin zur Konsumverweigerung) an.

Voreifelradler
09.05.2016, 12:05
Ich finde Disc nicht schlecht am RR.
ABER: Wenn man mit Händlern spricht ist der Kunde nicht gerade heiß auf Disc, was man ja hier auch zu Hauf lesen kann.
Daher denke ich, dass es keine einheitlichen Standard geben wird. Bei dem MTB`S schafft man es ja auch seit fast 20 Jahren nicht. Wieso also beim RR?

prince67
09.05.2016, 12:10
UCI is specifying 160mm rotors with 12x100mm front and 12x142mm rear thru axles for pro teams and neutral service for 2016.
http://www.cyclingnews.com/news/campagnolo-turns-up-to-the-road-disc-brake-party-at-last/

Heißt aber nicht, dass sich die Fahrradhersteller daran halten müssen.

Pedalierer
09.05.2016, 12:20
142 Einbaubreite hinten? Nunja das heißt dann auch andere Kettenlinie und tschüß schmaler Q-Faktor.

855
09.05.2016, 12:24
weckt mich, wenn´s vorbei ist...

:new_sleep

Luigi_muc
09.05.2016, 12:24
Ich geh davon aus, dass sich zumindest bezüglich der Durchmesser 12mm und halt vorne 100 und hinten 142mm durchsetzen. Das wird wohl dann auch bei jeder neuen Generation eines Radmodells so sein, klar, was bereits auf dem Markt ist und noch andere Maße hat (zB vorne 15mm) wird ja nicht zwingend sofort geändert.

Ein Standard bezüglich der Stechachsen selbst, ob und welches Gewinde oder ob ein anderer Klemmmechanismus (vgl Tune Patent, glaub Focus, und am MTB Suntour) ist wohl nicht absehbar.

Die meisten Naben sind zudem umrüstbar (wenn man nicht unbedingt Systemlaufräder will), sodass man eigentlich nicht groß warten muss und auch jetzt schon was kaufen kann. Rahmen gibts von einigen Herstellern (nicht alle, zB Scott nicht bei den Topmodellen) und Naben gibts fast alle als Disc-Variante.

Luigi_muc
09.05.2016, 12:26
142 Einbaubreite hinten? Nunja das heißt dann auch andere Kettenlinie und tschüß schmaler Q-Faktor.

Nein. Die Kassette sitzt gleich wie bei 135mm. Unterschied ist nur eine "Einfädelhilfe" in den Ausfallenden, weil die ersten 135mm-Steckachsnaben total beschissen einzubauen waren.

ferd
09.05.2016, 14:16
Das sind ja schöne Aussichten: in 5 Jahren, wenn ich für meinen Renner dann den neuen Laufradsatz XY kaufen möchte, dann kann ich das womöglich nicht weil mein Rahmen die Falschen Steckachsen verwendet... JA, so kann man auch die Wirtschaft ankurbeln.

@prince67: interessantes Zitat. wusste nicht, dass die UCI hier schon Vorgaben gemacht hat.

Patrice Clerc
09.05.2016, 14:40
Das ist Geschichte. Wenn man die Fahrradentwicklung z.B. der letzten 5 Jahre etwas genauer verfolgt, drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass Standardisierung und Kompatibilität systematisch umgangen werden. Oder wieso passen beispielsweise 11fach Shimano RR-Kassetten nicht auf deren 10fach LRs? :rolleyes:Weil zwischen Konus (und damit Ausfallende des Rahmens) und Speichen nicht genügend Platz bleibt. Bei den MTB-Kassetten mit ihren grossen Ritzeln ist das weniger dramatsich (da sind die Speichen schon weiter entfernt).

141p
09.05.2016, 14:57
Das sind ja schöne Aussichten: in 5 Jahren, wenn ich für meinen Renner dann den neuen Laufradsatz XY kaufen möchte, dann kann ich das womöglich nicht weil mein Rahmen die Falschen Steckachsen verwendet... JA, so kann man auch die Wirtschaft ankurbeln.


Steckachsen sind ja nur indirekt Teil des LR. Wenn sich die 12/100 bzw 12/142 durchsetzen, passen die LR ja. Notfalls sind bei einem anderen Rahmen eben neue Steckachsen notwendig. Dem LR ist es ja egal ob das Shimano, Maxle, DT, RAT oder sonsteine Steckachse ist, Hauptsache der Durchmesser stimmt.

Goldfinger10
09.05.2016, 15:35
Weil zwischen Konus (und damit Ausfallende des Rahmens) und Speichen nicht genügend Platz bleibt. Bei den MTB-Kassetten mit ihren grossen Ritzeln ist das weniger dramatsich (da sind die Speichen schon weiter entfernt).

Ich hänge mich kurz mit einer off-topic Frage an:
Vor 1-2 Wochen hat einer der hiesigen Laufradbauer (und ich weiß nicht einmal mehr welcher) geschrieben, der Betrieb einer 11-fach Kassette an 10-fach Freilauf wäre möglich - so ich ihn richtig verstanden haben. Ich vermute zwar, dass dies nur bei Kastration auf 10 Ritzel geht, wäre aber für jeden möglichen Hinweis dankbar.

ad Thema: Vermutlich hätte man noch ein Ritzel auf den 9-fach Freilauf quetschen können, und einen Schaltschritt mehr in den alten Seilweg. Nur irgendwann geht es wirklich nicht mehr. Und knapp davor geht es nicht mehr gut.:ü

Luigi_muc
09.05.2016, 15:42
Es gibt zB bei ebay Kassetten mit ausgedrehtem Spider, sodass diese 11-fach Kassetten auf 10-fach Freiläufe passen.
Es gibt zB von Edco Monoblock Kassetten, welche 11-fach sind und auf 10-fach passen.
Zudem kann man die Naben oft auf Campa 11-fach umbauen, was ebenfalls mit Shimano/Sram funktioniert.
Und man kann manchmal die Freiläufe selbst abdrehen.

Hirschturbo
09.05.2016, 15:44
Aus meiner Sicht nicht in unmittelbar naher Zeit.

Hier haben vermutlich viele Leute alte Hardware so wie ich (6600/7800 oder ähnliche). Das ist gutes Material, da muß es schon einen trifftigen Grund geben (Geilheit). Oder es muß vom Preis-/Leistungsverhältnis gut sein, das kann ich mir aber nicht vorstellen.

Ich bleibe ökonomisch konservativ.

Goldfinger10
09.05.2016, 15:49
Es gibt zB bei ebay Kassetten mit ausgedrehtem Spider, sodass diese 11-fach Kassetten auf 10-fach Freiläufe passen.
Es gibt zB von Edco Monoblock Kassetten, welche 11-fach sind und auf 10-fach passen.
Zudem kann man die Naben oft auf Campa 11-fach umbauen, was ebenfalls mit Shimano/Sram funktioniert.
Und man kann manchmal die Freiläufe selbst abdrehen.

Danke !

Mida
09.05.2016, 16:37
[QUOTE=ferd;5252864]Das sind ja schöne Aussichten: in 5 Jahren, wenn ich für meinen Renner dann den neuen Laufradsatz XY kaufen möchte, dann kann ich das womöglich nicht weil mein Rahmen die Falschen Steckachsen verwendet... JA, so kann man auch die Wirtschaft ankurbeln./QUOTE]

Richtig so. Jeder, der in der Radbranche sein Brot verdient wird das so wollen. Mit Abstrahleffekten sind ja auch die Paketdienste dabei.

Nochmal, wenn alles zusammenpasst und gesagt wird das auch die 5 Jahre alten Parts leistungsfähig sind, wird der Markt einknicken, egal ob Rad, TV oder Turnschuh. Es sind aber auch viele Verbraucher so geil auf jede neue Sau und wollen jeden Schaizz glauben.

Wir sollen 2017 auch weg von diesen wabbeligen 27er Komfortstützen, das taugt nicht und kostet irre Leistung durch Negativflex mit Trittreflex besonders bei Westwind, da können echte Kerle (also alle) die Kraft ihrer Pomuskeln nicht über das Bein übertragen. Das wird die TOUR auf 4 Kommastellen berechnen und endlich wieder 31,6er Stützen propagieren:applaus:

cadoham
09.05.2016, 17:17
142 Einbaubreite hinten? Nunja das heißt dann auch andere Kettenlinie und tschüß schmaler Q-Faktor.

Du gibst dir heute ja richtig Mühe :D ... (siehe Thread "Disc im Pro Peloton")

Pedalierer
09.05.2016, 17:51
Du gibst dir heute ja richtig Mühe :D ... (siehe Thread "Disc im Pro Peloton")

Nein ich geb mir keine Mühe mehr – nach X Pseodonormen bei Tretlagern, Steuerlagern und nun auch bei den Steckachsen hab ichs aufgegeben den Überblick zu behalten. Ich bin wohl zu alt für den Shit, geilt mich alles nicht mehr auf.:rolleyes:

Thunderbolt
09.05.2016, 18:41
Habe jetzt mein erstes MTB mit XT-Scheibenbremsen aufgebaut.
Ja, erst jetzt.
Eine Offenbarung. Nichts quietscht, bremst prima. Keramikkolben, leicht zu entlüften.
Vielen Dank für die zahlreichen privaten Entwickler und Versuchsfahrer, die Unsummen Privatkapital in die Entwicklung gesteckt haben.

Beim Rennrad wird es so 10-12 Jahre dauern, bis keine Gabeln mehr brechen, keine Scheiben mehr abrauchen und alles kaufbar ist.

Leitifax
09.05.2016, 19:00
142 mm hinten heisst dann aber auch, dass aktuelle rahmen auf 135 mm ausgelegt auch nicht mehr 'passen', oder versteh ich da was falsch?

Gesendet von meinem SM-G900F mit Tapatalk

cadoham
09.05.2016, 19:38
Korrekt.

Es sei denn, du möchtest deinen Rahmen an der
Hinterachse um 7mm aufweiten. ;)

Die meisten, aktuellen Disc-Crosser besitzen
bereits einen 142mm Hinterbau.

Frühaufsteher
09.05.2016, 19:48
Ich glaube nicht, dass es absehbar eine Standardisierung geben wird.

Aaaaber: wenn ein Steckachsen-Standard käme, wäre das eine Wohltat für zukünftige Rennräder. Seit ich mein O_o BBB zum ersten Mal getreten habe, weiß ich, wie gut das System funktioniert.

Es ist eben ein Unterschied, ob bei der Gabel der Ansatzpunkt für die Bremse direkt unter dem Lenklager mittig sitzt, oder einseitig rechts unten. Mit der Steckachse wird die Gabel erstaunlich stabiler. (...gefühlt....)

wilson
09.05.2016, 20:24
Habe jetzt mein erstes MTB mit XT-Scheibenbremsen aufgebaut.
Ja, erst jetzt.
Eine Offenbarung. Nichts quietscht, bremst prima. Keramikkolben, leicht zu entlüften.
Vielen Dank für die zahlreichen privaten Entwickler und Versuchsfahrer, die Unsummen Privatkapital in die Entwicklung gesteckt haben.

Beim Rennrad wird es so 10-12 Jahre dauern, bis keine Gabeln mehr brechen, keine Scheiben mehr abrauchen und alles kaufbar ist.

Blödsinn (nur was der zweite Teil angeht. Ich bestätige aber alles was die XT betrifft. Die beste Bremse, die ich je gefahren bin. Und genauso fährt und fühlt sich die aktuelle Shimano RR Scheibenbremse an)

marvin
09.05.2016, 21:03
Geht ja nicht um Profis. Die wollen die Disc eh nicht.
Ha! Wusst ichs doch! Ich bin eigentlich ein Profi! :)
Die Profis und ich - wir sind uns jedenfalls einig in Sachen Scheibenbremse am Rennrad.

Leitifax
09.05.2016, 22:18
Korrekt.

Es sei denn, du möchtest deinen Rahmen an der
Hinterachse um 7mm aufweiten. ;)

Die meisten, aktuellen Disc-Crosser besitzen
bereits einen 142mm Hinterbau.
danke. da ich disc-verwegerer beim rr bin und mir auch kein neuer crosser ins Haus steht, hat sich mir diese Entwicklung noch nicht offenbart.

heisst auch, dass aktuelle disc naben bereits 142 mm breit sind? oder betrifft das nur crosser und (noch) nicht rennräder?

und nein, aufbiegen tu ich bei beinem rad sicher nix.

am mtb würd ich die disc aber tatsächlich nicht mehr missen wollen.

seankelly
09.05.2016, 22:24
Disc kommt mir erst ans Rad, wenn das Gewicht deutlich runtergeht. Ich speck doch nicht seit Jahren für teures Geld meine Räder ab, um mir dann diese sackschweren Scheibenbremsanlagen dranzubauen. Und das nur, um besser zu bremsen! :raar:

DTS
09.05.2016, 22:28
heisst auch, dass aktuelle disc naben bereits 142 mm breit sind? oder betrifft das nur crosser und (noch) nicht rennräder?



Zumindest bei DT Swiss Naben nicht. Da bekommt man eigentlich alles passend für alle Nabenvarianten, bzw., es gibt passende Endkappen, um die Nabe auf die jeweiligen "Standards" anzupassen. Ob es bei anderen Herstellern auch so einfach ist, weiß ich allerdings nicht.

cadoham
09.05.2016, 22:34
@seankelly
Wenn absoluter Leichtbau für dich mehr Priorität hat,
braucht dich das Thema Disc doch gar nicht zu stören? :krabben:

Immerhin wiegt ein fahrfertiger ~3000€ Carbonrenner auch noch +7,x kg.

Eine merkliche Gewichtsreduzierung der Scheibenbremssysteme,
dürfte nicht zu erwarten sein.

Luigi_muc
10.05.2016, 08:02
Die meisten Stechachs-Rahmen sind schon 142mm breit hinten. 135mm ist echt grottig und macht kein Sinn mit Steckachse.
Die Naben lassen sich alle umbauen, also kein Stress.

141p
10.05.2016, 08:41
Die meisten Stechachs-Rahmen sind schon 142mm breit hinten. 135mm ist echt grottig und macht kein Sinn mit Steckachse.
Die Naben lassen sich alle umbauen, also kein Stress.

Beim SCS System von Specialized wird das etwas schwieriger. Aber Speci meint ja wohl die Welt mit etwas vollkommen Neuem beglücken zu müssen.
Bei einem neuen Rahmen würde ich bevorzugt darauf achten, dass die 12/100, 12/142 haben und normale Steckachsen passen und nicht irgendein proprietäres System die Ausweichmöglichkeit auf 0 (oder nahe 0) reduziert.

allgemein:
Und wieso jetzt schon wieder über Sinn und Unsinn oder Gewichtsnachteile diskutiert wird, muss man auch nicht verstehen.

3RAUM
10.05.2016, 10:59
Ich hoffe ja auch, daß wir am Rennrad mit der Disc nicht die Zustände des MTB's (oder noch schlimmer der IT-Branche) übernehmen. Hoffe, daß die UCI sich längerfristig auf einen Achstandard und Disc-Größe und Aufnahme festlegt. Wobei die Discaufnahme egal ist. Der Abstand Nabenanschluß zur Disc-Mitte muß festgelegt sein, dann kann man auch beliebig die Laufräder durchwechseln. Die Dicke der Disc variiert ja nur um max 0,4 mm je nach Typ.

Aber ich denke man wird sich auf jahrlanges Gewurstel einstellen müssen.

Also: einfach mal kaufen. Wenn ich ein neues IT-Gerät brauche, dann lohnt es sich auch nicht immer weiter zu warten, irgendwann muß man halt einsteigen.

cadoham
10.05.2016, 11:55
Die wenigsten hier, benötigen diese Kompatibilität im Alltag.
Steckachsen und Disc sind seit vielen Jahren im MTB-Bereich üblich
und sind keine neue "Innovation", wo man nicht weiß ob das funktioniert.

Selbst wer heute 15mm Steckachse vorn hat, wird kein Problem haben Ersatz zu finden,
sollte sich die UCI auf 12mm vorn einigen.

10fach und 11fach erfordert auch den Neukauf diverse Komponenten,
was die meisten nicht davon abhält.

3RAUM
10.05.2016, 13:06
Da lege ich mal Veto ein: ambitionierte RR-Fahrer haben meistens mehr als ein Rad und für die Maschine fürs Rennen auch mehr als 1 Laufradsatz. Da will man schon einfach "Umstecken" können.
Außerdem wenns mal einen Defekt gibt, ist es auch gut einfach beim anderen Rad mal schnell ein Hinterrad klauen zu können.


Die wenigsten hier, benötigen diese Kompatibilität im Alltag.
Steckachsen und Disc sind seit vielen Jahren im MTB-Bereich üblich
und sind keine neue "Innovation", wo man nicht weiß ob das funktioniert.

Selbst wer heute 15mm Steckachse vorn hat, wird kein Problem haben Ersatz zu finden,
sollte sich die UCI auf 12mm vorn einigen.

10fach und 11fach erfordert auch den Neukauf diverse Komponenten,
was die meisten nicht davon abhält.

cadoham
10.05.2016, 13:23
Das dürfte aber eben nicht die Mehrheit sein,
zumal dann wieder UCI Reglement entscheidend wird.

Pedalierer
10.05.2016, 13:33
Ich denke nicht dass Leute den gesamten Fuhrpark auf Disc umrüsten. Da wird halt ein Gravelbike oder Disc-Renner gekauft und die alten Felgenkneifer laufen parallel.

Dennoch ist der Wildwuchs bei den Systemen schon ärgerlich. Da hat die Bike-Industrie schön von der IT-Industrie gelernt wie man Abhängigkeiten schafft.

cadoham
10.05.2016, 13:36
Ist aber kein Thema was mit Aufkommen der Disc aktuell wurde,
sondern seit Jahren so praktiziert wird.

hholgi
10.05.2016, 13:43
Da hat die Bike-Industrie schön von der IT-Industrie gelernt wie man Abhängigkeiten schafft. Ja ... sie wird aber auch lernen müssen wie schnell man damit untergehn kann.

Wenn das eigene tolle System nämlich nicht mehr angesagt ist ... gehts ganz schnell mal daneben. :ä
Gab es da nich son Smartphone Betriebssystem von Amazon bzw Firexxx irgentwas??? Schon wech ...:D

wilson
10.05.2016, 14:08
Ich kann mein Rad mit einer Serienbremse fahren und habe genügend LRS mit den passenden Steckachsen zur Verfügung. Mehr Standardisierung brauche ich nicht. Und in 5J werde ich eh wieder ein neues Rad kaufen.

Alpenmonster
10.05.2016, 14:25
Ich denke nicht dass Leute den gesamten Fuhrpark auf Disc umrüsten. Da wird halt ein Gravelbike oder Disc-Renner gekauft und die alten Felgenkneifer laufen parallel.

Dennoch ist der Wildwuchs bei den Systemen schon ärgerlich. Da hat die Bike-Industrie schön von der IT-Industrie gelernt wie man Abhängigkeiten schafft.

Natürlich nicht - es sei denn, man ist manischer early adopter und hat soviel Geld übrig, wie ein neuer Kleinwagen kostet... Weil beim Umrüsten auf Scheibenbremsen bis auf den Flaschenhalter eben so ziemlich alles getauscht werden muss, ist das Konzept für die Industrie ja auch so interessant. Da ist nichts mehr mit zumindest Teilkompatibilität wie bei einer neuen Schaltgruppe - das da konnte un dkann man relativ gut verschiedene Systme nebeneinander fahren (bei Shimano ist nur der Sprung von 10- auf 11-fach problematisch, bei Campagnolo erfolgte der Schritt schon früher). Und angesichts der unklaren Entwicklung bzgl. Standards passt in fünf Jahren eben wieder nichts mehr und man müsste den gesamten Fuhrpark erneut umrüsten. Was auch passieren wird, falls sich die Scheibenbremsen nicht im von der Industrie erhofften Maß verkaufen lassen, denn dann ist damit ganz schnell wieder Schluss (die Marketingabteilung für den entsprechenden Text hat man ja sowieso).

Das Problem mit proprietären Systemen taucht erst dann auf (für den Hersteller), wenn er keine genüngend große Jüngerschaft (mehr) hat, die ihm auf allen Wegen und Irrwegen blind folgt. Apple wäre es fast so ergangen, obwohl sie technisch und bzgl. Benutzerfreundlichkeit IBM und Konsorten weit voraus waren. So lange, wie blind eine Marke gekauft wird, ist jeder neue Standard aka "Fortschrittt, signifikante Verbesserung"TM Marketingabteilung gut für die Bilanz.

Alpenmonster
10.05.2016, 14:30
Ich kann mein Rad mit einer Serienbremse fahren und habe genügend LRS mit den passenden Steckachsen zur Verfügung. Mehr Standardisierung brauche ich nicht. Und in 5J werde ich eh wieder ein neues Rad kaufen.

Ja, die Klientel gibt es natürlich auch, die genau ein Rad hat und das einfach alle 5 Jahre komplett wegwirft und neu kauft. Für alle anderen - und das dürften im RR-Hobbybereich eher mehr sein - ist das aber mehr als blöd, wenn alle drei Wochen ein neuer "Standard" ausgerufen wird. Praktisch ist das nur für die Hersteller. Wer sein Material gestellt kriegt, dem ist es natürlich sowieso egal.

Schlammpaddler
10.05.2016, 15:03
Gerade unter den Hobbyfahrern gibts genug Beispiele für beide Extreme. Die einen brauchen spätestens alle zwei Jahre ein neues Rad als Motivation o.Ä., die Anderen fahren Ihr Material "bis zum Ende". Dazwischen dürfte es noch so einige Abstufungen geben. ;)
Für den Hobbyfahre sollte es auch kein Problem darstellen, mehrer austauschbare Laufradsätze zu fahren. Einfach die Scheiben mit entsprechenden Shims ausdistanzieren, dann passt das. Zur Not kurz zwei Schrauben am Bremssattel öffnen, Bremse ziehen und Schrauben wieder festziehen. So ist Schleifen sicher auf ein Minimum reduziert.
Das Problem zählt nur für Rennfahrer, die auf Fremdmaterial angewiesen sind, und auch da halte ich es für beherrschbar.
Meine Felgenbremsen nerven übrigens auch, wenn ich mal wieder im Regen unterwegs bin/war. Steinchen/Alupartikel im Bremsbelag, gelegentliches Quietschen, ...

Zum Thema "alle drei Wochen neue Standards":
Mein Rad ist in vielerlei Hinsicht oldschool: ext. Steuersatz, BSA-Lager, Vierkantkurbel. Aber ich habe überhaupt kein Problem irgendwelche Teile zu ersetzen. Dabei bin ich nicht mal auf extrem teure oder billige Teile angewiesen. Es gibt nach wie vor eine ordentliche Auswahl.
Wenn die RR Branche das Rad jetzt nicht komplett neu erfindet und sich an bereits etablierte Standards anlehnt, sehe ich mit der Teileversorgung keine Probleme.

Sigi Sommer
10.05.2016, 16:24
Zum Thema "alle drei Wochen neue Standards":
Mein Rad ist in vielerlei Hinsicht oldschool: ext. Steuersatz, BSA-Lager, Vierkantkurbel. Aber ich habe überhaupt kein Problem irgendwelche Teile zu ersetzen. Dabei bin ich nicht mal auf extrem teure oder billige Teile angewiesen. Es gibt nach wie vor eine ordentliche Auswahl.
Wenn die RR Branche das Rad jetzt nicht komplett neu erfindet und sich an bereits etablierte Standards anlehnt, sehe ich mit der Teileversorgung keine Probleme.

Interessantes Thema. Standards gabs ja früher auch keine, die Franzen, Tommies und Azzurri haben lange ihren eigenen Kram gemacht - warum soll auf einmal die Einheitsbremse her?

(Weiter leicht OT weil nicht speziell auf Bremse bezogen :Angel:)

Stattdessen beschäftigen sich industrielle Heerscharen an Radentwicklern, wie man um Normierungen herum kommt in dem sie eigene Werkstandards in den Umlauf bringt (z.B. Pressfit) und die gezielte Systembindung über einen schmissigen Technikvorteil an den Kunden moderiert.

Strategisch mag das im Sinne des Erfinders sein, nach meiner Ansicht sind nun derart viele eigene 'Hausstandards' im Umlauf, dass eine Teileversorgung über Jahrzehnte, wie das bisher noch der Fall ist, nicht mehr so einfach werden könnte ... bin auch gespannt, ob sich die Radklientel bei der Systemintegration soweit mitnehmen lässt wie z.B. beim Auto. Eigenes Thema ...

wilson
10.05.2016, 16:45
Ja, die Klientel gibt es natürlich auch, die genau ein Rad hat und das einfach alle 5 Jahre komplett wegwirft und neu kauft. Für alle anderen - und das dürften im RR-Hobbybereich eher mehr sein - ist das aber mehr als blöd, wenn alle drei Wochen ein neuer "Standard" ausgerufen wird. Praktisch ist das nur für die Hersteller. Wer sein Material gestellt kriegt, dem ist es natürlich sowieso egal.

Mein letztes Jahr wurde durch einen Sturz Schrott, das vorletzte schenkte ich meinem Vater, das vorvorletzte meinem Schwager. Wer weiß, was mit dem jetzigen passieren wird, aber fortgeworfen wird es sicher nicht.

DaPhreak
10.05.2016, 16:48
... habe genügend LRS mit den passenden Steckachsen zur Verfügung. ... Und in 5J werde ich eh wieder ein neues Rad kaufen.

Und die "genügenden" LRS? Was machste in fünf Jahren damit?

3RAUM
10.05.2016, 17:18
Man kann einen Laufradsatz nicht mit einem Trelager vergleichen. Die Kurbeln tausche ich unter meinen Rädern nie und Ersatzteile kaufe ich hier immer wenns nötig ist. Aber Laufräder tausche ich schon gerne öfter mal. Da sind die unterschiedlichen Standards bei mir im Keller schon jetzt nervig.
Alles mit Shims zu nivellieren, klappt leider nicht so einfach in der Praxis. Jedesmal Bremssattel ausrichten finde ich auch unnötig. Ich mag die Disc am RR, aber im Moment wird die Systemvielfalt zu groß: PM, FM, 140, 160, 135 mm, 142 mm, thraxle 12, 15........ Das ist Mist. Jahrzehnte gabs ein Einbaumaß für vorne und hinten, alles hat gepaßt. Jetzt paßt nix mehr und muß rumadaptiert werden.

Schlammpaddler
10.05.2016, 17:34
So ist das eben mit der Evolution. Der Mensch ist auch nicht mit einem Knall als aufrecht gehendes Wesen entstanden.
Bei Laufradneuanschaffungen würde ich im Moment auf jeden Fall auf umbaubare Naben achten. Dass sollte die größten Probleme vermeiden.

cadoham
10.05.2016, 17:57
Man kann einen Laufradsatz nicht mit einem Trelager vergleichen. Die Kurbeln tausche ich unter meinen Rädern nie und Ersatzteile kaufe ich hier immer wenns nötig ist. Aber Laufräder tausche ich schon gerne öfter mal. Da sind die unterschiedlichen Standards bei mir im Keller schon jetzt nervig.
Alles mit Shims zu nivellieren, klappt leider nicht so einfach in der Praxis. Jedesmal Bremssattel ausrichten finde ich auch unnötig. Ich mag die Disc am RR, aber im Moment wird die Systemvielfalt zu groß: PM, FM, 140, 160, 135 mm, 142 mm, thraxle 12, 15........ Das ist Mist. Jahrzehnte gabs ein Einbaumaß für vorne und hinten, alles hat gepaßt. Jetzt paßt nix mehr und muß rumadaptiert werden.

Niemand wird gezwungen, sich neue Rahmen / Räder zu kaufen,
die nicht mehr mit den LRS im Keller kompatibel sind, oder? ;)
Das weiss man doch schon vorher ...

Die Systemvielfalt bei Disc war schon immer gross, wenn man sich den MTB-Sektor anschaut.
Statt IS und PN, gibt es heute eben PN und FM beim RR/CX.
Die Wahl der Scheiben-Ø wurde immerhin auf 2 beschränkt und die Schalt/Bremshebel geben sogleich
die restliche Schaltung vor.

Letztlich baut man den Rahmen mit den Komponenten auf, die dazu passen.
Solange es entsprechende Teile am Markt gibt, ist doch alles problemlos machbar.

Wer kein Interesse hat, sich bzgl. Selbstaufbau mit der Materie vertraut zu machen,
kauft eben ein Komplettrad.

Goldfinger10
10.05.2016, 19:18
Niemand wird gezwungen, sich neue Rahmen / Räder zu kaufen,
die nicht mehr mit den LRS im Keller kompatibel sind, oder? ;)
Das weiss man doch schon vorher ...
....
Dann such einmal ein brauchbares MTB-Rahmenset für V-Brakes :rolleyes:

cadoham
10.05.2016, 19:56
Wer reden denn bitte von MTB`s :confused:
Thema überlesen?

Wieviele Pro MTB Fahrer wünschen sich denn bitte die Felgenbremse zurück? :lupe:

Alpenmonster
10.05.2016, 21:55
Gerade unter den Hobbyfahrern gibts genug Beispiele für beide Extreme. Die einen brauchen spätestens alle zwei Jahre ein neues Rad als Motivation o.Ä., die Anderen fahren Ihr Material "bis zum Ende". Dazwischen dürfte es noch so einige Abstufungen geben. ;)
Für den Hobbyfahre sollte es auch kein Problem darstellen, mehrer austauschbare Laufradsätze zu fahren. Einfach die Scheiben mit entsprechenden Shims ausdistanzieren, dann passt das. Zur Not kurz zwei Schrauben am Bremssattel öffnen, Bremse ziehen und Schrauben wieder festziehen. So ist Schleifen sicher auf ein Minimum reduziert.
Das Problem zählt nur für Rennfahrer, die auf Fremdmaterial angewiesen sind, und auch da halte ich es für beherrschbar.
Meine Felgenbremsen nerven übrigens auch, wenn ich mal wieder im Regen unterwegs bin/war. Steinchen/Alupartikel im Bremsbelag, gelegentliches Quietschen, ...

Äh, nein. Es lassen sich nicht alle LRS problemlos auf alle Scheibenbremsen adaptieren und schon gar incht auf Felgen- und Scheibenbremsen. Es wird komplizierter und teurer werden als bisher.


Zum Thema "alle drei Wochen neue Standards":
Mein Rad ist in vielerlei Hinsicht oldschool: ext. Steuersatz, BSA-Lager, Vierkantkurbel. Aber ich habe überhaupt kein Problem irgendwelche Teile zu ersetzen. Dabei bin ich nicht mal auf extrem teure oder billige Teile angewiesen. Es gibt nach wie vor eine ordentliche Auswahl.
Wenn die RR Branche das Rad jetzt nicht komplett neu erfindet und sich an bereits etablierte Standards anlehnt, sehe ich mit der Teileversorgung keine Probleme.

Mein Thema war nicht die Ersatzteilversorgung! Diese könnte zwar in Zukunft auch kritischer werden als bisher. Der Punkt ist, dass gerade wieder eine Menge proprietäerer Standard geschaffen werden, die am Ende die Wahlmöglichkeiten einschränken. Während BSA eben BSA blieb, egal, welches Lagersystem man einschraubte, sieht das gerade bei vom Rahmen abhängigen Punkten wie der Einbaubreite etc. ganz anders aus.

Alpenmonster
10.05.2016, 22:00
Mein letztes Jahr wurde durch einen Sturz Schrott, das vorletzte schenkte ich meinem Vater, das vorvorletzte meinem Schwager. Wer weiß, was mit dem jetzigen passieren wird, aber fortgeworfen wird es sicher nicht.

Ob Du es nun wegwirfst oder nicht, interessiert mich eigentlich höchstens bzgl. Nachhaltigkeit. Wer Räder unterschiedlichen Alters im Fuhrpark hat (und das dürften nicht wenige Hobbyfahrer sein), für den spielt es sehr wohl eine Rolle, ob dauernd die Standards wechseln und er auch immer wieder neues Werkzeug kaufen muss.

Joule Brenner
10.05.2016, 22:14
Ob Du es nun wegwirfst oder nicht, interessiert mich eigentlich höchstens bzgl. Nachhaltigkeit. Wer Räder unterschiedlichen Alters im Fuhrpark hat (und das dürften nicht wenige Hobbyfahrer sein), für den spielt es sehr wohl eine Rolle, ob dauernd die Standards wechseln und er auch immer wieder neues Werkzeug kaufen muss.

Korrekt. Gaaanz früher hatte ich einen Renner mit dem montierten LRS, fertig.

Zurzeit tummeln sich jedoch folgende "LR-Systeme" in meinem Fuhrpark:


26er FB
26er DB
28er FB
29er DB
RR 10fach FB
RR 11fach FB



Edit: Da kommt es auf einen weiteren Satz natürlich auch nicht mehr an. :ä

wilson
10.05.2016, 22:22
Ob Du es nun wegwirfst oder nicht, interessiert mich eigentlich höchstens bzgl. Nachhaltigkeit. Wer Räder unterschiedlichen Alters im Fuhrpark hat (und das dürften nicht wenige Hobbyfahrer sein), für den spielt es sehr wohl eine Rolle, ob dauernd die Standards wechseln und er auch immer wieder neues Werkzeug kaufen muss.

Ich habe mittlerweilen Werkzeuge in meiner Werkstatt, die regelrecht archaisch anmuten. Wie z.B. einen Kurbelabzieher, oder einen Vierkanttretlagerschlüssel. Wenn ich mich jedesmal einer Innovation verweigert hätte, nur um nicht dauernd meine Werkstatt aufrüsten zu müssen, dann würde ich noch heute mein Stahlrenner mit Rahmenschaltung fahren.

Abstrampler
10.05.2016, 22:31
Na, na... ganz schlechtes Beispiel und wieder die Innovationsverweigerer-Argumentation.
Man braucht für Schremshebel nun wirklich kein Spezialwerkzeug. Für viele innovative, aber auch unnötige Standards schon. ;)

Cubeteam
10.05.2016, 22:41
War der Rückschritt vom Gewinde im Tretlager zum Pressfit Lager auch eine Innovation? :rolleyes:

Nicht alles, was die Industrie als Neu und Toll verkauft, ist es auch in Wirklichkeit.

Das verstehen aber nur die Innovationsverweigerer :D

Abstrampler
10.05.2016, 22:51
Man muss das schon auseinanderhalten.

Innovation ≠ Fortschritt

;)

Sigi Sommer
10.05.2016, 22:57
Man muss das schon auseinanderhalten.

Innovation ≠ Fortschritt

;)

Das verstehst Du nicht - 'neu' ist das alte 'gut' :drinken2:

Azurblau
10.05.2016, 22:58
So ist das eben mit der Evolution. Der Mensch ist auch nicht mit einem Knall als aufrecht gehendes Wesen entstanden.


Du warst dabei !?

Joule Brenner
10.05.2016, 23:13
Das Thema gibt es auch als Postkarte: http://www.zazzle.ch/radfahrer_die_evolution_fahrrad_reiter_radfahren_p ostkarte-239563149212842180

562198


Edit: Noch ohne Scheibenbremse. :D

Abstrampler
10.05.2016, 23:29
Das verstehst Du nicht - 'neu' ist das alte 'gut' :drinken2:
Ah, jetzt ja. :D

Azurblau
10.05.2016, 23:36
Edit: Noch ohne Scheibenbremse. :D

Wo soll das noch hinführen ?

Alpenmonster
11.05.2016, 00:28
War der Rückschritt vom Gewinde im Tretlager zum Pressfit Lager auch eine Innovation? :rolleyes:

Nicht alles, was die Industrie als Neu und Toll verkauft, ist es auch in Wirklichkeit.

Das verstehen aber nur die Innovationsverweigerer :D

Werkzeuge für das Austreiben und Einpressen von Pressfit waren gezwungermaßen auch meine letzte Anschaffung - hätte ich die Wahl gehabt, dann würde ich immer noch mit eingeschraubtem Innenlager fahren.

wilson
11.05.2016, 08:12
Die Pressfitlager sind ja wohl wegen dem Bedürfnis der Zielgruppe nach immer leichteren Rädern eingeführt. Das war ja auch lange Zeit praktisch der einzige Innovationsantrieb der Industrie. Ich finds ehrlich gesagt auch doof. Schraublager waren deutlich leichter zu warten oder auszutauschen. Leichtbau war auch nie wirklich mein Ziel.

kaeptnepo
11.05.2016, 08:19
gibt es bei Scheibenbremsen denn noch das Problem des Fadings? Für mich wäre das einzige Argument für Scheibenbremsen mehr Sicherheit bei Abfahrten von Alpenpässen. Da ist mir mal ein Schlauch geplatzt. Weil die Felgen so heiss wurden. Manchmal muss man ja heftig Bremsen, wenn ein Hindernis auftaucht. Scheibenbremsen stelle ich mir da einfach Sinnvoller vor.

DaPhreak
11.05.2016, 08:26
... 'neu' ist das alte 'gut' :drinken2:
:Applaus:


Werkzeuge für das Austreiben und Einpressen von Pressfit waren gezwungermaßen auch meine letzte Anschaffung - hätte ich die Wahl gehabt, dann würde ich immer noch mit eingeschraubtem Innenlager fahren.

Na, siehste...

Hast also doch verstanden, um was es geht. ;)

Schlammpaddler
11.05.2016, 08:40
War der Rückschritt vom Gewinde im Tretlager zum Pressfit Lager auch eine Innovation? :rolleyes:
Vielleicht keine Innovation, aber möglicherweise eine Notwendigkeit.
In einem Stahl- oder Alurahmen ist es relativ egal, ob ich ein Gewinde einschneide oder die entsprechende Passung für ein Pressfitlager fertige, aber in Vollcarbon lässt sich nunmal kein haltbares Gewinde schneiden. Bleibt die Alternative Aluhülse (nicht ganz problemlos, wie Versuche in der Vergangenheit gezeigt haben. Kann funktionieren, muss aber nicht) oder Pressfit (bei Carbon recht einfach herzustellen).


Du warst dabei !?
Nein, muss ich aber auch nicht. Wenn Du ein Problem mit der Evolution hast, ist das ein anderes Thema.


Das Thema gibt es auch als Postkarte: http://www.zazzle.ch/radfahrer_die_evolution_fahrrad_reiter_radfahren_p ostkarte-239563149212842180

562198


Edit: Noch ohne Scheibenbremse. :D
Ist eben noch nicht aktualisiert worden. ;)

wilson
11.05.2016, 08:56
gibt es bei Scheibenbremsen denn noch das Problem des Fadings? Für mich wäre das einzige Argument für Scheibenbremsen mehr Sicherheit bei Abfahrten von Alpenpässen. Da ist mir mal ein Schlauch geplatzt. Weil die Felgen so heiss wurden. Manchmal muss man ja heftig Bremsen, wenn ein Hindernis auftaucht. Scheibenbremsen stelle ich mir da einfach Sinnvoller vor.

Ich hatte dieses Problem nur bei der Abfahrt von der kleinen Scheidegg mit dem MTB, wo man eine gute Stunde praktisch ohne Pause bremsen muss. Mit dem RR ist es noch nie aufgetreten. Man sollte aber die Bremse schon nicht schleifen lassen.

Abstrampler
11.05.2016, 08:58
Nun ja, die Gründe für das Aufkommen von Pressfit waren ja nicht irgendwelche Probleme mit den Alugewindehülsen in den Carbonrahmen.
Die funktionieren nämlich seit bald Jahrzehnten und erheblich unproblematischer als Pressfit.

Pressfit ist einfach billiger. ;)

res
11.05.2016, 09:40
Die Pressfitlager sind ja wohl wegen dem Bedürfnis der Zielgruppe nach immer leichteren Rädern eingeführt. Das war ja auch lange Zeit praktisch der einzige Innovationsantrieb der Industrie. Ich finds ehrlich gesagt auch doof. Schraublager waren deutlich leichter zu warten oder auszutauschen. Leichtbau war auch nie wirklich mein Ziel.

Nein.
Für die Industrie ist die Montage preiswerter.

Luigi_muc
11.05.2016, 09:51
Nun ja, die Gründe für das Aufkommen von Pressfit waren ja nicht irgendwelche Probleme mit den Alugewindehülsen in den Carbonrahmen.
Die funktionieren nämlich seit bald Jahrzehnten und erheblich unproblematischer als Pressfit.

Pressfit ist einfach billiger. ;)

Meines Wissens nach doch.
Sprich die Aluhülsen machten nicht selten Probleme. Die lösten sich teilweise, da nur im Co-Curing Verfahren eingeklebt, unterschiedliche Wärmeausdehnungen usw. Problem ist auch die Korrosionsthematik CFK-Alu.

Würde ich mir, bin ja in der CFK-Branche unterwegs, einen CFK-Rahmen bauen, hätte der zu 100% ein Pressfit Tretlager (PF46).

Pressfit ist bei CFK-Rahmen natürlich nicht nur einfacher sondern auch billiger. Aber dass sich Pressfit auch bei Alurahmen verbreitet hat, erklärt das nicht. Da dürfte nicht so viel um sein, ob man nun eine Passung dreht/fräst oder ein Gewinde schneidet, ist wohl nahezu egal.

3RAUM
11.05.2016, 10:21
Pressfit ist billig in der Montage und keiner will auf einer Linie viele Systeme, vermutlich deshalb gibts das an ALU-Rädern. Bei Plastikschüsseln machts ja Sinn.

Mich stört es, daß am Rennrad zuviele Standards bei den Bremsen existieren.
Am MTB ist man ja gewohnt, daß jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Wobei es da nicht so schlimm ist. Wer ein MTB intensiv nutzt, der hat nach ~2 Jahren sowieso oft das Lebensende erreicht, bzw. steht vor unwirtschaftlicher Reparatur.

Abstrampler
11.05.2016, 10:30
Meines Wissens nach doch.
Sprich die Aluhülsen machten nicht selten Probleme.

Nicht selten? Also bitte...

Es kann mir keiner erzählen, dass die Aluhülsen auch nur annähernd(!) so viele Probleme verursachen wie Pressfit.
Sprich mal mit ein paar Händlern über das Thema. ;)

DaPhreak
11.05.2016, 10:43
...

Es kann mir keiner erzählen, dass die Aluhülsen auch nur annähernd(!) so viele Probleme verursachen wie Pressfit.
Sprich mal mit ein paar Händlern über das Thema. ;)

So ist es.

Wie haben wir gelernt?
Es ist neu. Es hat also per Definition einfach besser zu sein als alles Vorhergehende.

Kees52
11.05.2016, 10:58
http://i66.tinypic.com/15dv3p3.png

DaPhreak
11.05.2016, 11:02
http://i66.tinypic.com/15dv3p3.png

http://www.corratec.com/technologien/ubbs-0

:Applaus:

Alpenmonster
11.05.2016, 14:34
:Applaus:



Na, siehste...

Hast also doch verstanden, um was es geht. ;)

Du, ich hab schon lange begriffen, wo das Problem solcher "Verbesserungen" für den normalen RR-Fahrer liegt... nicht zuletzt deshalb, weil ich seit 20 Jahren selber schraube und leider auch selber bezahle.

Luigi_muc
11.05.2016, 15:26
Nicht selten? Also bitte...

Es kann mir keiner erzählen, dass die Aluhülsen auch nur annähernd(!) so viele Probleme verursachen wie Pressfit.
Sprich mal mit ein paar Händlern über das Thema. ;)

Gibt es denn aktuelle Rahmen, die öfter Probleme machen?
(keine Einzelfälle weil die gibts auch bei BSA)

Ich seh das so: In den 90ern und Anfang 2000ern gabs Probleme mit den Aluhülsen (mir bekannt). Wundert auch nicht, in anderen Bereichen würde sowas ein CFK-Ingenieur aus Prinzip schon garnicht machen, Cobonding, Alu innen im Heißprozess, dazu garantierte Korrosion des Alus bei Kontakt mit CFK. Bei CFK macht solch eine Aluhülse, richtig verbaut, richtig Arbeit. Mit das beste wär eine nachträglich kalt eingeklebte, und das kann man ja jetzt schon nachträglich machen (sofern Tretlagerbreite 68mm).
Danach gabs Probleme mit Toleranzen, ob aus Unwissenheit, Vergesslichkeit oder Geiz ist nicht bekannt. Jedenfalls waren die Toleranzen der Rahmen zu schlecht. Daher stammen wohl die meisten negativen Erfahrungen.
Mittlerweile gibts Erfahrungen, und manche Hersteller kleben die Lager ja jetzt schon ein, oder man nimmt Lager die insich verschraubt sind (macht THM zB schon immer so bei PF46). Alles nicht ideal aber bei CFK wohl die einzig sinnvolle Lösung.
Ich hätte jetzt behauptet, dass die aktuellen Modelle relativ problemlos sind.

Man darf nicht vergessen, dass Radhändler (die guten) ein sehr sehr konservatives und in der Vergangenheit lebendes Völkchen sind:D

Allerdings, ja, auch ich halte bei Alurahmen ein geschraubtes Tretlager für am sinnvollsten. Hier kann man ohne zu viel Aufwand die Vorteile der BSA-Lager mitnehmen. Ich hoffe ja noch auf BSA47, das fände ich in Zeiten von oversized Rohren und 30mm-Kurbeln zeitgemäß.

DaPhreak
11.05.2016, 15:30
Gibt es denn aktuelle Rahmen, die öfter Probleme machen?
...

Äh, hast Du den Ironie-Smiley vergessen?

Hat mit den Rahmen an sich weniger zu tun. Eher mit dem System...

Aber hey, es ist "neu", hey, es kommt aus Amerika, HEY!

Ich habe aktuell acht Carbonrahmen mit eingeklebten BSA-Alu-Hülsen im Einsatz. Nicht ein einziger hat jemals irgendein Problem damit gemacht.

Aber mein Look 695 hat bereits nen vermurksten Lagersitz... Noch Fragen? :Applaus:

Luigi_muc
11.05.2016, 15:38
Äh, hast Du den Ironie-Smiley vergessen?


Nein, war ernst gemeint.

Ich kann jetzt auch aufzählen, und mein China-BB30-Rahmen im schlechtest-Wetter Einsatz läuft auch problemlos. Egal, dein Look gibts wielang, min 5 Jahre?

Ich mein, die Hersteller mussten auch dazulernen und ihre Erfahrungen machen. Aber im Bekanntenkreis sind viele neuere Räder unterwegs, alle logischerweise Pressfit, und keins macht Probleme.
Halt doch, ein Rose. Bekam neue Lager. Aber alle weiteren bisher problemlos, und von den großen Marken hört man hier auch immer weniger die letzte Zeit.

Noize
11.05.2016, 16:37
... Ich hoffe ja noch auf BSA47, das fände ich in Zeiten von oversized Rohren und 30mm-Kurbeln zeitgemäß.

Gibt es schon. Heißt T47 :D

http://www.bicycling.com/bikes-gear/previews/first-look-new-t47-bottom-bracket-standard