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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kaufberatung für Leitstungsmesssystem



maze-m
19.08.2017, 05:19
Hallo zusammen!

Ich bin am überlegen, mir ein Leistungsmesssystem zuzulegen und würde gerne diesbezüglich eure Erfahrungen wissen.

Ich spiele mit dem Gedanken, mir das Powertab P1 (https://www.powertap.com/product/powertap-p1-pedals) Leistungsmesssystem zuzulegen und habe schon sehr viel Gutes darüber gehört bzw. in der vorletzten Tour auch gelesen.

Was könnt ihr mir aus euren Erfahrungen dazu sagen? Oder habt ihr noch gute alternative Vorschläge?

Da ich mich zudem nicht wirklich mit der Auswertung der Daten auskenne, bin ich auch am überlegen, mir das Buch Wattmessung im Radsport und Triathlon (https://www.amazon.de/Wattmessung-Radsport-Triathlon-Hunter-Allen/dp/3936376735/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1503108723&sr=8-1&keywords=wattmessung+triathlon) von Andrew Coggan zuzulegen. Ich habe mir sagen lassen, dass Coggan als einer der "Pioniere" in diesem Bereich zählt.

Wie habt ihr euch an das Thema der Leistungsmessung im Radsport herangetastet und wie wertet ihr eure erhaltenen Daten aus?

Über vielerlei Tipps freue ich mich sehr.

Vielen Dank und viele Grüße,
Maze-M

Mifri
19.08.2017, 08:22
Moin

Die Idee, mit einem Leistungsmesser zu trainieren hatte ich vor ca. 9 Monaten auch, allerdings eher im Cyclocrossbereich, weil ich dort Lizenzrennen fahre. Hatte mir damals das p2m Angebot über 2 PM gesichert und mir auch das entsprechende Buch zugelegt. Montage und Inbetriebnahme der p2m Geräte ist schon sehr Kundenfreundlich und es ist schon ganz nett, die Wattwerte auf dem Garmin zu sehen. Auch die Darstellung der Werte in einer entsprechenden Software ist ganz nett, nur was damit anfangen?

Grundlage, diese Werte zu verstehen und auch richtig anzuwenden, ist erst einmal die persönliche FTP, also Schwellenleistung und zu verstehen, was in dem dicken Buch so geschrieben steht. Die FTP kann man professionell ermitteln lassen, oder eben selber bei einer Ausfahrt, eben auch bis zur Kotzgrenze und da die FTP je nach Trainingsstand schwanken kann, ist dieser Test regelmäßig über das Jahr zu wiederholen, weil man sonst in den falschen Bereichen trainiert.

Um das Ganze nun abzukürzen, mir war dieser Aufwand einfach zu groß, Daten zu sammeln, auszuwerten und danach dann irgenendeinen Trainingsplan zu erstellen. Ich fahre weiterhin nach Gefühl und komme damit ganz gut zurecht.

Patrice Clerc
19.08.2017, 08:59
Ich fahre weiterhin nach Gefühl und komme damit ganz gut zurecht.

Eigentlich kann man das erst sagen, wenn man Seriensieger oder gar Weltmeister geworden ist. :applaus:

Im erfreulich kompakt geschriebenen Buch von Coggan/Allen ist doch schön erklärt, wie man die Trainings plant. Also wie man die FTP ermittelt; im Netz gibt's zusätzlich Ausführungen von Coggan, AFAIK nennt er sie die "7 deadly sins". Es ist auch erklärt wie man Schwächen ermittelt und mit welchen Methoden man diese eliminiert.

Im übrigen ist der Powetermeter nur schon zur Einhaltung von Intervallen ein grossartiges Hilfsmittel. Beispielsweise sind L4- und L5-Intervalle mit Powermeter viel besser einzuhalten (auch aus mentalen Gründen) und der Trainingsnutzen IMO auch deutlich höher, als wenn man sie nach Gefühl fährt. Nach Gefühl fahren die meisten ("alle") zu Beginn des Intervalls zu hart und am Schluss zu schlapp und die ersten Intervalle im Durchschnitt noch richtig, die letzten aber auch wieder zu schlapp.

Quintessenz: gerade für kurze Rennen hilft der Powermeter enorm, im Training das richtige zu tun und das falsche, das primär müde macht ohne nennenswerten Zusatznutzen, ersatzlos wegzulassen.

Anmerkung zum Querfahren
Als Vorbereitung zum Intervalle auf der Strasse trainieren, ist der Powermeter gerade für Querfahrer ein extrem hilfreiches Werkzeug, da man als Querfahrer die angesprochenen L4- und L5-Intervalle und auch L6 häufig trainieren muss (andernfalls wird man die nötige Spitzigkeit und VO2max kaum haben). Aber im Gelände fand ich den Powermeter immer recht nutzlos, weil bspw. das Auf- und Abspringen, sowie die Laufpassagen nicht mitgerechnet werden, obwohl die recht fordernd sein können. Dort kommen IMO Werte raus, die nur mit viel Interpretation gedeutet werden kann. Und dann kann man auch nach Gefühl eine Einschätzung vornehmen. Bspw. gilt, wenn man sich im Cross zwischen 40 und 60 Minuten voll auskotzt, dass man pro Minute ca. 1 2/3 TSS erzielt.