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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beratung hinsichtlich elektronischer Schaltung



Sui77
17.04.2018, 19:35
Servus!

Ich möchte mir ein neues Rad aufbauen und im Zuge dessen auch eine elektronische Schaltung verbauen.
Eigentlich hatte ich mich auf die SRAM eTap festgelegt, wurde aber nun von einem Spezi zu Shimano gedrängt.
Allerdings tue ich mich damit etwas schwer, weil ich die ganze Di2-Geschichte immer von mir gewiesen habe.

Zur Ausgangslage:
Bremsen (DA 9000er) und Kurbel (SRAM Red/Force mit Quarq) werden übernommen, der Rest muss neu.

Nun die Frage:
Wie unterscheiden sich die R9150 & R8050, ist die Funktionalität identisch?
Gibt es Unterschiede zur 6870 bzw. 9070?

Tut mir leid, aber ich bin da echt etwas verloren :confused:

norman68
17.04.2018, 21:52
...

Nun die Frage:
Wie unterscheiden sich die R9150 & R8050, ist die Funktionalität identisch?


Kann ich nicht sagen bin noch keine der beiden selber gefahren.




Gibt es Unterschiede zur 6870 bzw. 9070?



Die 9070 ist eine klein wenig leichter und hat je einen Taster oben auf dem STI wo du noch zusätzlich Programmieren kannst um z.B. zu Schalten oder einen Garmin zu bedienen.

Rein von der Funktion wirst du aber zwischen den beiden Gruppen keinen Unterschied merken.

Ich hab aktuell die 6770, 6870 und 9070 in betrieb und kann keine Unterschiede feststellen. Funktion ist bei allen tadellos.

schwarzerpeter
17.04.2018, 22:37
...Also ich habe kurzzeitig, an einem gebrauchten TREK Madone, eine Ultegra Di2 gefahren. Ich habe mich noch nie so oft verschaltet - mit den sehr kleinen Bedienhebelchen beidseitig bin ich nicht klar gekommen (sind aber wohl inzwischen größer)
Fahre ansonsten aber an allen Rädern eine mechanische Red und habe jetzt das TREK auf eine Etap umgerüstet.
Schaltlogik ist wesentlich besser als bei Shimano (meine Meinung :ü)
Allerdings finde ich die Schaltlogik von der mechanischen Red zur Etap auf den Kopf gestellt.
Campa, Shimano und die mechanische Red schalten rechts auf den leichteren Gang (gut, bei der Red mit dem Hebel auch wieder runter), bei der Etap ist es gerade umgekehrt.
Ansonsten halt keine Kabel, keine Verteilerbox und einen feststehenden Bremshebel, Schaltverhalten "knackiger"...
Wie vieles Andere, halt auch Geschmacksache...;)

Sui77
17.04.2018, 23:04
Also ich mag das Schaltverhalten meiner mechanischen Force22 und Red20 auch sehr, gleiches gilt für die Schaltlogik.
Das spricht für mich eher für die eTap.

Mein Kollege hat mir nur etwas hinsichtlich der "Automatik" der Di2 vorgeschwärmt.

Ein Upgradekit Di2 9070 kostet 1150€, eine Di2 R8050 850€ und eine eTap ca. 1050€

:confused:

cadoham
18.04.2018, 00:45
Funktion
Die neuen STI der Ultegra Di2 (ST-R8050) haben auch die versteckten "Tasten" auf den Höckern,
mit denen du in Kombination mit einem Bluetoothsender einen Garmin, oder Wahoo ansteuern kannst.

Funktionell steht die neue Ultegra R8050 Di2 der Dura Ace daher in nichts nach,
zumal das mittellange Ultegra Schaltwerk auch bis 34 Zähne schalten kann,
während es das Dura Ace Schaltwerk nur als kurze SS Variante gibt.


Schaltmodus
Shimano bietet für die Di2, neben dem normalen Schaltmodus noch den Syncro Shift,
wie auch den Semi-Syncro Shift Modus an.

Bei der eTap gibt es nur 1 Schaltmodus, wobei für den Wechsel des Kettenblatts beide Schalthebel (links + rechts)
gleichzeitig gedrückt werden müssen.

Syncroshift
Man(n) gibt nur den Schaltbefehl, um in einen leichteren, oder schwereren Gang zu wechseln.
Ob dafür lediglich das Ritzel gewechselt werden muss, oder auch das Kettenblatt vorn,
übernimmt die "Automatik" für dich.
Auch das Gegenschalten hinten, bei einem Kettenblattwechsel, übernimmt die Automatik.

Semi-Syncroshift
Die Schaltvorgänge laufen wie gewohnt (zb. linker STI Umwerfer, rechter STI Schaltwerk),
aber bei Wechsel des Kettenblatts, schaltet das Schaltwerk automatisch gegen.

eTube
Mit eTube (Software) bietet Shimano die Möglichkeit, die Tastenbelegung anzupassen.

Man könnte den linken Hebel mit Syncroshift so belegen, das er in den schwereren Gang wechselt,
während der rechte Hebel immer in den leichteren schaltet.

Man könnte auch nur den rechten oder linken Hebel belegen und mit Syncroshift alles von einem STI bedienen.

Bei der eTap gibt es aktuell keine Möglichkeit, an der Tastenbelegung etwas zu ändern.

avis
18.04.2018, 01:04
Schalthebel der aktuellen DI2 sind ja größer geworden, klarer voneinander abgesetzt und mit mehr Feedback.
Objektiv sprechen für Di2 das schnellere Schalten, die Möglichkeit simultan vorne und hinten zu schalten und die ganze Individualisierung, sowie Syncroshift
Wenn schon elektrisch, dann finde ich vor allem die ersten drei Aspekte nicht unerheblich.
Ich persönlich finde die Etap Akkus halt hässlich hoch 10, aber das ist natürlich Geschmackssache.

cadoham
18.04.2018, 01:21
Mit der Ultegra Di2 ist das ganze auch von den Kosten nicht uninteressant,
vorallem wenn man mal einen Sturz hat und Schaltkomponenten / Hebel tauschen müsste.

Mifri
18.04.2018, 06:01
Wir fahren 1x Ultegra Di2 hydraulic Disc, mittlerweile 4 Jahre alt und 5x Etap HRD. Sind von der Etap begeistert. Di2 funktioniert halt auch, sogar ohne Syncro Shift. Wer diese Funktionen unbedingt braucht, landet automatisch bei der Di2.

Solange Shimano weiterhin mit Kabeln und einem Akku arbeitet werde ich keine Di2 mehr kaufen. Innerhalb der etwas über 4 Jahre mit Di2 an zwei CX musste ich 4x den Akku tauschen. Zugegeben unterliegen CX-Räder deutlich extremeren Umweltbedingungen und auch das reinigen, speziell nach bestimmten Rennen, ist da etwas „digitaler“.

Empfehlen kann man zumindest beide Systeme, die eben auch Vor- und Nachteile haben.

Rad_Thom
18.04.2018, 06:47
Ich persönlich würde IMMMER Shimano nehmen.

Ob nun Dura Ace oder Ultegra ist kein Unterschied.

Per Funk schalten hat sicherlich auch seinen Charme.

Syncroshift auch. Ob man das braucht? Paris-Roubaix kann man ohne gewinnen :D

Thomas

efan
18.04.2018, 07:30
Innerhalb der etwas über 4 Jahre mit Di2 an zwei CX musste ich 4x den Akku tauschen. Zugegeben unterliegen CX-Räder deutlich extremeren Umweltbedingungen und auch das reinigen, speziell nach bestimmten Rennen, ist da etwas „digitaler“.

Kannst Du das etwas mehr erläutern, was ist da genau kaputt gegangen? Vollausfall oder schleichend kaputt? Akku intern oder extern? Und was ist "digitales Reinigen"?

Voreifelradler
18.04.2018, 07:57
Im Test zur R8000 hat die Tour geschrieben, dass es sich leicht schalten lässt und man daher eigentlich keine DI2 mehr braucht. Ich fahre die R8000 in der Hydraulikversion und solch butterweiches schalten habe ich nie erlebt. Da freue ich mich schon auf meinen Maßrahmen, der die normale R8000 bekommt.

Was ich damit sagen will.
Shimano butterweich, SRAM knackig.
Die Force wurde von der Tour als annähernd veraltet bezeichnet. Ein Freund der SRAM Schaltlogik bin ich auch nicht, da mein Shimano-Hirn es nicht als logisch empfindet ;)

Willst du es hart und knackig bleibt bei SRAM.

noggadijn
18.04.2018, 08:40
solch butterweiches schalten habe ich nie erlebt.

das habe ich mir auch schon - allerdings nur im Stand schon gedacht, war ein bisschen neidisch bisher :D



Die Force wurde von der Tour als annähernd veraltet bezeichnet.

ganz ehrlich, darüber habe ich mich so aufgeregt, weil man sich ein Argument suchen musste, dass Canyon in besagtem Test gewinnt. Eine Ausgabe später gewinnt dann das Rose MIT Force. Bei solchen Tests gewinnt eben immer der, der am meisten bezahlt...

zum Thema:

Ich hab auf die eTap gespart. Alleine die recht simple Installation als Neuling war easy. Kein nachstellen mehr nötig und wenn doch (z.b. LRS Tausch) geht das eben auch einfach während der Fahrt.

Ich muss gestehen, dass mir bei den ersten Ausfahrten alleine die "Handarbeit" etwas fehlte, weil schalten einfach einfach geworden ist. In Gruppenfahrten finde ich, macht sich elektronisches Schalten aber äußerst komfortabel.

Ich habe auch quasi alles hier verschlungen zu dem Thema. Für MICH machen Millisekunden-Unterschiede beim Schalten keinen Unterschied und ehrlich, ich wage es zu bezweifeln, dass es das hier bei irgendjemandem macht.

Selbstredend aber schaue ich schon ein bisschen neidisch nach Japan wegen der oben ausgeführten Konfigurationsmöglichkeiten. Letztlich argumentiere ich für mich, dass sie einfach "nice to have" wären. V.a. Synchroshift würde ich gerne mal ausprobieren, aber das wird sicherlich auch irgendwann mal bei mir kommen, im günstigsten Fall via Softwareupdate von Sram.

Da mich schon mein klappernder Bremszug im Oberrohr nervt, kommt die Di2 bei aller Qualität eben noch nicht in Frage, auch wenn der "Fehler" da eindeutig bei mir liegt.

Ich finde auch die Möglichkeit des unkomplizierten Akkutausches Langfristig als Gewinn. Während der Fahrt, sollte ich mal das Laden vergessen haben, tausche ich einfach und bringe meine Tour normal zu Ende, oder ich gönne mir 2 Ersatzakkus und packe einen davon in die Satteltasche und bin immer safe.

Sui77
18.04.2018, 08:58
Danke für eure Ausführungen.

Ich persönlich kann mich als Techniker schon für das weiche Schalten begeistern, wenngleich ich z.B. die mech. Ultegra (10-fach) im Vergleich zu meiner SRAM Force/Red irgendwie schon zu samtig finde.

Mal freut man sich, dass es schön weich und geräuschlos geht, weil es einfach die Perfektion zeigt, zumeist finde ich aber das Schaltkonzept der SRAM DT und die schnellen, lauten Gangwechsel eher ansprechend. Klingt halt irgendwie nach Arbeit :D

Von der Di2 hält mich auch etwas das Verkabeln etc. ab, da ist die Montage einer eTap schon echt einfach.

Wahrscheinlich hängt es auch davon ab, was sich gerade günstig erwerben läßt.
So wie ich mich kenne, läuft das Projekt eh wieder aus dem Ruder :D

cadoham
18.04.2018, 09:20
Da mich schon mein klappernder Bremszug im Oberrohr nervt, kommt die Di2 bei aller Qualität eben noch nicht in Frage, auch wenn der "Fehler" da eindeutig bei mir liegt.

Es gibt extra Kabelbinder, mit denen das Di2-Kabel im Inneren an den Rahmen gedrückt wird,
um genau dieses Problem zu unterbinden.

Ich höre selbst das Gras wachsen und verlege meine Di2 Kabel daher prophylaktisch in einem Silikonschlauch. :D



Ich finde auch die Möglichkeit des unkomplizierten Akkutausches Langfristig als Gewinn. Während der Fahrt, sollte ich mal das Laden vergessen haben, tausche ich einfach und bringe meine Tour normal zu Ende, oder ich gönne mir 2 Ersatzakkus und packe einen davon in die Satteltasche und bin immer safe.

Wir haben uns daran gewöhnt, fast täglich unsere Smartphones aufzuladen und auch Geräte wie Garmin und Wahoo müssen bei regelmässiger Nutzung wöchentlich ans Netz.

Dagegen reicht die Akkukapazität bei der Di2 für 1500-2000km, was selbst bei einer jährl. Fahrleistung von 10.000km
nur alle 2 Monate laden bedeuten würde.
Im Flachland, wo ich fast ausschliesslich das Schaltwerk bediene, muss ich auch nach 2500km nicht ans Laden denken.
Fällt der Akkustand dann doch mal in den kritischen Bereich, wird erstmal nur der Umwerfer gesperrt,
während dem Schaltwerk genug Reststrom zur Verfügung stehen sollte, um heim zu kommen.

Bei der eTap werden bis zu 1000km mit einer Akkuladung angegeben, sodass hier über das Jahr gesehen,
häufiger nachgeladen werden muss. Kein Beinbruch, aber wenn man Sorge hat, öfter mal das Laden zu vergessen ... :)
Zusätzlich sollte man die Knopfzellen in den Schalthebeln im Hinterkopf behalten.

Mifri
18.04.2018, 09:23
Kannst Du das etwas mehr erläutern, was ist da genau kaputt gegangen? Vollausfall oder schleichend kaputt? Akku intern oder extern? Und was ist "digitales Reinigen"?

- Interner Akku, Sattelstütze
- mehr oder weniger schleichend immer weniger Kapazität. Am Montag z.B. noch grün und am Freitag, ohne Nutzung zwischendurch nichts mehr

- digitales Reinigen: Während CX Rennen und danach muss es schnell gehen, Kärcher oder Gartenschlauch und auch beim Training zu Hause Gartenschlauch. Und bei ca. 8000—9000km jährlich CX wird speziell über die Wintermonate recht häufig gereinigt. Ob es daran liegt, dass sich die Akkus regelmäßig verabschieden ist halt nur eine Vermutung. Mal sehen, wie sich die ETAP da verhält. Haben ja jetzt 3 CX mit ETAP HRD.

Voreifelradler
18.04.2018, 09:33
Kälte dürfte einen nicht kleinen Anteil am Akkuverbrauch haben@Mifri

Matt_8
18.04.2018, 11:02
Ich fahre schon mehrere Jahren eine Ultegra Di2 (10s) und seit ca. einem Jahr auch die Etap. Hier meine Meinung:

Schaltlogik: Beides unkompliziert und man stellt sich schnell um. Kein Problem für mich. Das Feedback der Taster ist bei der alten Ultegra aber schwammiger als bei der Etap.

Schaltvorgang: Hier ist imho die alte Ultegra etwas schneller als die Etap. Der Unterschied ist aber für einen Hobbyfahrer irrelevant in der Praxis.

Montage: Mit Etap natürlich einfacher, da es keine Kabel gibt. Allerdings erfordert der Etap-Umwerfer eine präzisere Einstellung, da er nicht trimmt.

Akkukapazität und Ladeabstände sind für mich jeweils völlig unproblematisch und kein Thema.

the_brain_mave
18.04.2018, 11:09
Der Etap Umwerfer macht keinen Korrekturschritt. Der DI2 Umwerfer passt seine Position mehrfach an die Position auf der Kassette hinten an. Daher hat man bei keiner Kombination ein Schleifen. Bei der Etap soll man trotzdem alle Gänge hinten schleiffrei fahren können - soll, also theoretisch :D

alfton
18.04.2018, 11:29
Der Etap Umwerfer macht keinen Korrekturschritt. Der DI2 Umwerfer passt seine Position mehrfach an die Position auf der Kassette hinten an. Daher hat man bei keiner Kombination ein Schleifen. Bei der Etap soll man trotzdem alle Gänge hinten schleiffrei fahren können - soll, also theoretisch :D

bis auf klein/klein geht das bei mir sogar.

@Sui77 bist du schon di2 oder eTap probegefahren? In München fahren ja genug Leute mit beiden System, da kriegt man sicher eine kurze Probefahrt organisiert.

Ich bin dieses Jahr von Di2 auf eTap umgestiegen. Ich muss sagen: beide Gruppen funktionieren gut, Di2 hat mehr Features. Die Entscheidung hängt also nur von 2 Faktoren ab: kommst du mit Griffform klar und brauchst du die Features, die Di2 bietet? Bzw. würdest du die überhaupt nutzen?

Mifri
19.04.2018, 06:10
Der Schaltwerk-Akku hält bei der ETAP nach meinen bisherigen Erfahrungen ca. 1300km und der Vorteil ist, dass man das Rad nicht zur Steckdose tragen muss, sondern nur den Akku.

Nachteil der ETAP wäre noch, dass Schaltwerk und Umwerfer nach, bzw. bei Bewegungen auf Empfang sind und somit der Akku über kurz oder lang langsam entladen wird. Ist also für den Transport interessant, wo die Akkus vorher zu entnehmen sind. Mich persönlich stört es nicht, vor jedem Transport die Akkus zu demontieren.

peru73
19.04.2018, 06:32
Hi,

zur Etap muss noch gesagt werden, dass aufgrund der Schaltlogik und dem nicht vorhandenen syncro Shift halt nur mit Verzögerung "gegengeschalten" werden kann. D.h. du musst aufs kleine Blatt und beide Hebel drücken und kannst erst mit kurzer Verzögerungen auf dem Ritzel korrigieren...mich stört es nicht, aber man sollte es in Erinnerung rufen.

Für mich ist die Etap die bessere, alleine das Verpacken im Radkoffer ist herrlich einfach. Mit der Zange die Kette auf, SW abschrauben, fertig. Das SW kannst so ganz einfach an einer absolut sicheren Stelle platzieren. Ansonsten musste ich das immer einwickeln und an der Kettenstrebe irgendwie befestigen. Klar, nicht für alle Radkoffer von Belang, ich freu mich aber jedesmal drüber :-)

Akku hält bei mir auch 1250-1400 km, kommt natürlich drauf an, wie oft Du schaltest :-). Die Ergonomie der HRD StI würde ich als geringfügig schlechter bezeichnen als die der DI2, sind breiter in der Hand, aber nicht unangenehm.

Bei meiner Etap gab es nach einer kleinen Anschlagskorrektur keinerlei Probleme mehr (fahre nen Red Quarq).

Und: Akku laden ist ein Klacks, kein Thema zu dem DI2 Geäffel von nem Kollegen im Trainingslager. Ich hätte keinen Bock im Radkeller immer nach nem Verlängerungskabel Ausschau zu halten...aber jeder wie er mag.

Und dass Du unterwegs die Akkus tauschen kannst hat mir auch schon mal geholfen.

Die DI2 vom Kollegen schaltet aber definitv schneller als die Etap, die nimmt sich a bisserl Bedenkzeit mehr :-). Ach ja, die Sprinter-Shifter von Shimano sind auf jeden Fall besser, die Blips sind schon echte Knubbel unterm Lenkerband, ist nicht so schön. Deswegen habe ich den Hack gebaut und die Shimano Sprinter Shifter an ein Blip gelötet und unterhalb des Oberlenkers Flachschalter vom Ali ebenfalls mit Blip Kabel verbunden. So tuts gut.
Erwähne das nur, weil für mich Sprinter Shifter an ner Elektro Schaltung ein Muss sind. Ich möchte die nimmer missen, schalte oft mit denen..

Sodele, viel Spaß bei der Entscheidung :-)

VG
peru

deirflu
19.04.2018, 07:13
Ich fahre seit erscheinen der ersten Generation Di2, aber nur am TT.

Letztes Jahr bin ich dann auf eine 8050 gewechselt wegen 11s, auf den kleinen Gewichtsvorteil der Dura Ace kann ich am TT verzichten.

Was soll ich sagen, alles funktioniert immer perfekt. Kein nachstellen, keine Kettenklemmer oder sonst was.

Syncroshift gefällt mir am TT nicht so weil ich selbst entscheiden will wann ich das KB wechsle bzw das bei TT Rennen nur mache wenn es die Strecke wirklich erfordert. Kleinere Hügel fahre ich da mit groß/groß usw.
Grundsätzlich mach die Funktion aber schon Sinn und funktioniert auch sehr gut.

Die läute die sich aufregen über das komplizierte aufladen kann ich nicht ganz verstehen. Wie oft muss man das wirklich machen? Ich genau drei mal, vor der Saison, vor dem Sommer und vor dem letzten großen Rennen im Herbst.
Wenn man den Akku vor einem Trainingslager auflädt muss man den in 90% der Fälle auch nicht während diesem nachladen bei über 2000km Reichweite und zuhause kann man sich ja ein passendes Kabel besorgen wenn man keine Steckdose beim Rad hat.

Gefühlt kommt mir vor das ich von mehr defekten ETaps gehört habe als wie Di2 und das bei deutlich geringerer Verbreitung?! Vor allem ist eine ausgefallene ETap schwierig zu Reparieren weil der Fehler meist am Funk liegt. Bei einer Di2 hat sich meist wegen unsachgemäßer Montage ein Kabel gelöst, auch nicht schön aber IMHO leicht zu reparieren.

Noch ein nachteil der Sram ist das es in Wirklichkeit vier Akkus sind wenn man die Batterien im Schalthebel dazu nimmt!

Viele andere Vor und Nachteile der beiden Systeme wurden hier schon genannt. Für mich ist die Di2 aber einfach die zuverlässigere Variante und am TT wegen der Blipbox der Sram auch alternativlos.

alfton
19.04.2018, 07:30
Die Problematik mit dem Laden von DI2 habe ich bis heute nicht verstanden.
Kann man die nicht mit einer Powerbank überall laden? Warum muss das Rad in die Wohnung oder ein Verlängerungskabel her?

Grifoncino
19.04.2018, 07:37
Die Problematik mit dem Laden von DI2 habe ich bis heute nicht verstanden.
Kann man die nicht mit einer Powerbank überall laden? Warum muss das Rad in die Wohnung oder ein Verlängerungskabel her?

Da hat er Recht. Habe ich seinerzeit auch immer so gemacht. Funktioniert absolut problemlos.

cadoham
19.04.2018, 10:30
Der Schaltwerk-Akku hält bei der ETAP nach meinen bisherigen Erfahrungen ca. 1300km und der Vorteil ist, dass man das Rad nicht zur Steckdose tragen muss, sondern nur den Akku.

Wenn ich bedenke, wieviele hier ihr Rad selbst in der Wohnung / im Haus stehen haben,
kann ich das Argument auch nicht ganz nachvollziehen, zumal die Häufigkeit im Jahr bei den meisten
an einer Hand abgezählt werden kann.

Auch lässt sich ein Rad mit Di2 ebenso leicht in einen
Radkoffer verpacken.

Kabel ab, SW abschrauben, fertig.

cadoham
19.04.2018, 10:32
Da hat er Recht. Habe ich seinerzeit auch immer so gemacht. Funktioniert absolut problemlos.

Stimmt.

Darauf bin ich auch noch nicht gekommen, aber ist eine gute Alternative.


Mir fehlen an der eTap die Möglichkeiten einer Di2.
Nur „kabellos“ zu schalten, beschränkt aus meiner Sicht die Möglichkeiten
einer elektronischen Schaltung, zumal die Bremsleitung immer noch sichtbar sind,
womit der „cleane“ Look noch nicht wirklich stimmt.

fantozzi
19.04.2018, 10:44
Fährt den keiner von euch Campagnolo EPS? Ich finde kaum Erfahrungsberichte zur EPS Gruppe :-(

the_brain_mave
19.04.2018, 10:52
Hi,


Für mich ist die Etap die bessere, alleine das Verpacken im Radkoffer ist herrlich einfach. Mit der Zange die Kette auf, SW abschrauben, fertig. Das SW kannst so ganz einfach an einer absolut sicheren Stelle platzieren. Ansonsten musste ich das immer einwickeln und an der Kettenstrebe irgendwie befestigen. Klar, nicht für alle Radkoffer von Belang, ich freu mich aber jedesmal drüber :-)

VG
peru

Bei der DI2 musst du hierfür zusätzlich ein Kabel abziehen. Dauert ungefähr so lange wie Handy vom Strom nehmen mit dem Kunststoff Werkzeug von Shimano ;)

bugfix
19.04.2018, 10:53
Fährt den keiner von euch Campagnolo EPS? Ich finde kaum Erfahrungsberichte zur EPS Gruppe :-(

Ich würde sagen, dass Campa ja allgemein eher ein Nischendasein führt. Man suche mal abgesehen von Liebhabern und auf Messen nach Kompletträdern mit Campa-Gruppe...

An den TE: Fahr einfach, worauf du Bock hast.

LanceArm
19.04.2018, 11:05
Fahre ansonsten aber an allen Rädern eine mechanische Red und habe jetzt das TREK auf eine Etap umgerüstet.
Schaltlogik ist wesentlich besser als bei Shimano (meine Meinung :ü)

Warum änderst du bei der Di2 nicht die Belegung so, dass sie dir gefällt?


Die Problematik mit dem Laden von DI2 habe ich bis heute nicht verstanden.
Kann man die nicht mit einer Powerbank überall laden? Warum muss das Rad in die Wohnung oder ein Verlängerungskabel her?

Ich verstehe das Problem auch nicht.
Wenn ich mit dem Rad im Auto zu einer Veranstaltung fahre, stecke ich das Ladegerät in einen USB-12V Adapter im Auto und lade das Rad während der Autofahrt.

Powerbank geht auch problemlos.

Ich finde die Trimmfunktion bei der Di2 überragend.

avis
19.04.2018, 11:20
Die Problematik mit dem Laden von DI2 habe ich bis heute nicht verstanden.
Kann man die nicht mit einer Powerbank überall laden? Warum muss das Rad in die Wohnung oder ein Verlängerungskabel her?

Zum einen das.
Zum anderen, wie schon hier geschrieben, wie oft muss ich den Akku denn laden?
Dürfte bei den allermeisten tatsächlich so auf 2-3 mal pro Jahr hinauslaufen.
Da finde ich es nervender mehrere Akkus alle paar Wochen laden zu müssen, selbst wenn ich die in der Hosentasche spazieren tragen kann...

cadoham
19.04.2018, 11:34
Da finde ich es nervender mehrer Akkus alle paar Wochen laden zu müssen, selbst wenn ich die in der Hosentasche spazieren tragen kann...

Lasst uns dennoch bei den sachlichen Fakten bleiben, denn auch die Akkus der eTap müssen nicht alle paar Wochen zum Aufladen entnommen werden, wenn bei gleicher Fahrweise der Di2 Akku nur einmal im Quartal Strom braucht. :)


Aus dem Nachbarforum (rennrad-news) zum Thema "wechselbarer" Akku:

http://up.picr.de/32439399eh.jpg
http://up.picr.de/32439400zm.jpg


Ich würde neben dem Geldbeutel, primär nach der Ergonomie der Schalthebel entscheiden,
sowie nach der Funktion, die mir die Schaltung bietet.

Ob der Akku zum Laden letztlich entnommen werden kann, oder das Rad in der Nähe einer Steckdose stehen sollte,
würde sich bei mir nicht auf die Kaufentscheidung auswirken.
Passen aber die Hebel nicht zur Hand, oder fehlen mir Möglichkeiten, die mir eine elektronische Schaltung bietet könnte,
würde ich mich bei jeder Tour darüber ärgern.

LanceArm
19.04.2018, 11:37
Bei der Etap ist der Vorteil, dass man die Akkus einfach entnehmen kann.

Wenn man ein Rad in einer Einzelgarage/sehr kaltem Keller hat, in dem die Temperaturen unter 0 gehen, würde ich dort kein Rad mit verbautem Akku lagern.

Bei der Etap kann man die Akkus einfach ins Warme mitnehmen.

Meine Räder stehen alle warm, ich habe noch keinen einzigen defekten Akku.

avis
19.04.2018, 11:40
Lasst uns dennoch bei den sachlichen Fakten bleiben, denn auch die Akkus der eTap müssen nicht alle paar Wochen zum Aufladen entnommen werden, wenn bei gleicher Fahrweise der Di2 Akku nur einmal im Quartal Strom braucht. :)


War durchaus ernst gemeint, wenn Mifri von 1300km spricht, die haben ambitionierte Fahrer ja in der Saison in einem guten Monat schon gefahren.

LanceArm
19.04.2018, 11:49
War durchaus ernst gemeint, wenn Mifri von 1300km spricht, die haben ambitionierte Fahrer ja in der Saison in einem guten Monat schon gefahren.

Bei gleicher Fahrleistung muss die Di2 aber auch häufiger an die Steckdose als:


2-3 mal pro Jahr

serottasepp
19.04.2018, 11:50
War durchaus ernst gemeint, wenn Mifri von 1300km spricht, die haben ambitionierte Fahrer ja in der Saison in einem guten Monat schon gefahren.

Na ja, dann hängt man wenn man daheim ankommt die Powerbank an die Schaltung und das Ding ist am nächsten Tag wieder fit.
(Der Ladevorgang wird hier ja dargestellt als wenn man erst was weiß ich alles veranstalten muss...)

Rad, Helm etc verstauen, Schuhe ausziehen etc dauert ja auch immer.

Beim Mobiltelefon scheint es ja auch niemanden mehr zu stören das die Geräte 1 Tag durchhalten...

...da finde ich das Argument Contra Elektroschaltungen dann doch überzogen.

avis
19.04.2018, 11:54
Bei gleicher Fahrleistung muss die Di2 aber auch häufiger an die Steckdose als:

Ja stimmt, aber halt schon seltener.

rolleur
19.04.2018, 12:18
Habe keine Elektronische Schaltung, bin aber eher auf der Etap-Seite, weil ich SRAM mag und weil es keine Kabel gibt.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die Halterung des Akkus bei der Etap bei häufiger Entnahme längerfristig kaputt geht, wie es auf den oberen Bildern zu sehen ist, oder sich einfach "nur" lockert. Insbsondere im Winter, wenn der Kunststoff temperaturbedingt sehr spröde ist, kann das ja schnell passieren.

Bei den 1300km/Monat sind das schon 12-15mal im Jahr, d.h. die Halterung "leiert" aus oder bricht halt irgendwann.

Das wäre das einzige, wo ich Bedenken hätte. So eine automatische Trimmfunktion würde mir bei der Etap auch fehlen.

efan
19.04.2018, 13:30
Prinzipiell hätte ich eigentlich auch lieber Etap genommen, ist aber dann doch Di2 geworden, weil

* längere Batterielaufzeit
* Auto-Trim (wie schon im anderen Thread gesagt, bin kein Einstell-Virtuose. Eine Motivation für elektrisch war die einfachere Einstellung, gerade vorne. Und da wurde ich auch null enttäuscht). Kam u.a. von einem Yaw Umwerfer, irgendwie habe ich den nie so richtig gut eingestellt bekommen.
* Reifenfreiheit. Fahre etwas breitere Reifen, das hätte mit dem Etap Umwerferakku dann nicht mehr gepasst bzw es wäre sehr knapp geworden. Wollte das nicht ausprobieren

Aber das wirklich schöne ist, man macht eigentlich mit keinem der beiden Systeme was verkehrt.

noggadijn
19.04.2018, 14:38
* Auto-Trim (wie schon im anderen Thread gesagt, bin kein Einstell-Virtuose. Eine Motivation für elektrisch war die einfachere Einstellung, gerade vorne.

Aber das wirklich schöne ist, man macht eigentlich mit keinem der beiden Systeme was verkehrt.

genau deshalb habe ich die eTap gewählt, weil einfach KEIN Trimmen notwendig ist! Und wenn ich das schon hinbekommen hab, dann schaffen das gewiss auch andere ;)

Sui77
19.04.2018, 18:28
Kurzer Zwischenstand: Ich bekomme nächsten Dienstag Bescheid hinsichtlich von Angeboten für Testräder direkt ab Hersteller.
Ich denke die Wahl der Elektrifizierung wird direkt mit den verfügbaren Rädern und deren Ausstattung korrellieren :D:rolleyes:

peru73
19.04.2018, 20:43
Kann ich so bestätigen..Trimmen war noch nie notwendig...


genau deshalb habe ich die eTap gewählt, weil einfach KEIN Trimmen notwendig ist! Und wenn ich das schon hinbekommen hab, dann schaffen das gewiss auch andere ;)