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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leichtbau und Steifigkeit mal in Perspektive gebracht



tango@team_bt
05.09.2018, 13:00
So, wie ich das Tour-Forum kenne, schiebe ich lieber gleich den Disclaimer vorweg: ich will niemandem auf den Schlips treten, ich will niemandem seine Leidenschaft und Begeisterung für Leichtbau, moderne Rahmen etc. nehmen. Aber vielleicht interessiert mein kleiner Versuch ("Test" wäre schon ein zu großes Wort) von gestern den einen oder anderen:

Auf einer meiner Trainingsrunden liegt ein kurzer Anstieg, laut Strava Kategorie 4: exakt 2 Km lang, 6% Steigung im Schnitt, an manchen Stellen auch 12% (was bei einer so kurzen Strecke aber nicht so ins Gewicht fällt). Am Samstag war ich mit einem Kumpel dort, der da mächtig motiviert reingehauen hat, ich mit. Oben war ich mir sicher, dass ich grade meine schnellste Zeit gepostet hätte, war aber, wie Strava wusste, nur die zweitschnellste. Gestern bin ich nochmal hin, weil ich gerne meinen Rekord dort unterbieten wollte.

Nahezu identisch oder identisch zu meinem persönlichen Rekord war gestern:

- die Temperatur
- der Wind (fast immer windstill, da im Wald)
- trocken
- max drei Autos an mir vorbei (ist insg. sehr wenig befahren)
- die "Aufwärmstrecke"/Anfahrt von zuhause

Anders war gestern:
- am vergangenen Samstag bin ich dort mit dem Titanrad hoch (leicht, aber schwerer als mein leichtestes Carbonrad). Bei meinem persönlichen Rekord wars zwar nicht das Titanrad, aber auch ein schwereres Rad als gestern.
- am vergangenen Samstag war ich schwerer "beladen": eine 0,7 L Trinkflasche (fast voll), einen Ersatztubular, Titanrad, insg. sicher 2 Kg mehr
- gestern: Focus Izalco Max (richtig leicht), R-Sys-LR (mein leichtester), fast leere kleine Trinkflasche, kein Ersatztubi, da mit Drahtreifen unterwegs

Ich war motiviert. 2 Km bergauf geht gut, da muss man sich wenig einteilen, sind ja keine ewig langen Anstiege (die ich eigentlich auch gut mache, ich bin eher Typ Bergfloh und am Berg ganz ordentlich unterwegs). Also voll reingehalten, wirklich all out, unten im etwas flacheren Abschnitt mit über 30 Kmh rein, dann Rhytmus finden, Puls einpendeln und hoch. Oben war ich total verausgabt, Schnitt Puls 183 auf diesen 2 Km, max Puls 186. Der Schnitt-Puls bei meinem persönlichen Rekord lag vor einem Jahr bei 176. (Letzten Samstag war die zweitschnellste Zeit, d.h. immer noch schneller als gestern.)

Mein Resümee: leichtes Rad oder schweres Rad? Wird überbewertet. Steifer Rahmen vs. weniger steifer Rahmen? Wird überbewertet. Ne Flasche mehr am Rad? Komm trink noch einen, macht nix.

Natürlich war ich angefressen, dass ich trotz mega-Motivation und dem festen Vorsatz, meinen Rekord zu knacken es nicht geschafft habe. Woran es liegt, dass ich trotz höheren Pulses langsamer war (Wattmesser hab ich nicht am Rad, wäre auch egal, weiß ja, dass ich weniger getreten habe) weiß ich nicht. Scheint wohl viele Facetten zu haben, die Leistungsfähigkeit.

MonsieurF
05.09.2018, 13:04
Wieviel Zeitunterschied war es am Ende?

deirflu
05.09.2018, 13:13
Wieviel Zeitunterschied war es am Ende?

Würde mich auch interessieren. Schon alleine die GPS Ungenauigkeit, auf die Daten greift Stava ja zurück, kann ganz schön was ausmachen vor allem im Wald.

tango@team_bt
05.09.2018, 13:23
11 Sek. langsamer. Denke schon, dass das hinkommt.

4labama
05.09.2018, 13:27
Ich würde Strava da nicht als Maß der Dinge sehen. Ich habe selber schon beobachtet, dass Zeiten/Vorsprünge zum PR im Segment um mehrere Sekunden springen (auf dem Garmin). Die endgültige Zeit auf Strava war dann wieder eine andere. Mit GPS Aussetzern, gerade im Wald, würde ich mich nicht auf Strava verlassen, um da konkrete Rückschlüsse zu ziehen.

woolee
05.09.2018, 13:46
Gib doch mal deine Werte bei Kreuzotter ein, dann siehst du gut, wie viel bzw. wie wenig das Gewicht ausmacht. Ist nichts neues, selbst wenn du 1kg am Rad sparst und nur 50kg mit Rad wiegst, hast du nur 2% Gewicht gespart, realistisch sind das also oft nur 1%.

100 Mal wichtiger sind Form und Vorbereitung: Also Uhrzeit, Trainingszustand, Essen (am besten wenig), richtiges Warmfahren. Also ein paar Intervalle vorher setzen usw.
Bei 2km kann aber wie du schreibst so viel passieren, dass die Zeit schnell mal positiv oder negativ beeinflusst wird.

Marin
05.09.2018, 13:49
Nachgerechnet (zB auf kreuzotter.de) bringen 2kg weniger auf 2km mit 6% ca. 6 Sekunden.

71kg, 300W, 7,5 bzw 9,5kg Rad


Aber: Oberlenker vs. Unterlenker bringt 12s! Ich nehme also an, dass Unterschiede in der Trikotwahl, Laufräder, und vor allem Windstärke und -richtung wesentlich mehr Auswirkung haben als typische Gewichtsdifferenzen zwischen Rädern.

Ich bau meine trotzdem gern leicht :D

tango@team_bt
05.09.2018, 13:54
Oberlenker vs. Unterlenker bringt 12s! Ich nehme also an, dass Unterschiede in der Trikotwahl, Laufräder, und vor allem Windstärke und -richtung wesentlich mehr Auswirkung haben als typische Gewichtsdifferenzen zwischen Rädern.

Selbst daran habe ich gedacht: Gestern extra enges Trikot, viel Unterlenker. Es muss wohl die Tagsform gewesen sein: höherer Puls (da war maximal noch Luft für 3 Schläge im Schnitt nach oben) und trotzdem langsamer.

Bezüglich Gewicht: ich verstehe dich. Ich baue meine auch gern leicht. Vielleicht mach ich den Test nochmal mit meinem 30 Jahre alten Stahlrenner. Wenn ich damit meinen Rekord breche, dann krieg ich ne Sinnkrise und verkaufe mein ganzes Carbonzeugs :D

406Heijn
05.09.2018, 13:57
Ist im Grunde nix neues aber immer äusserst ungerne gehört:
Gewicht ist nicht so entscheidend wie viele das gerne glauben, weil sie erhebliche Summen in die Reduzierung desselben versenkt haben.

Was auch untergeht:
Aerodynamik schlägt Gewicht bei weitem auch am Berg, (Achtung: Fürs Forum, wenn es nicht zu steil ist. So Alpe d Huez z.B.)
Sitzposition kann hier schon einen Unterschied machen.

Allerdings ist bei diesem Versuch leider ohne Leistugnswerte das Ergebnis nicht sauber einschätzbar, bzw. zu Bewerten.
Die R-Sys Laufräder sind ja auch Aerodynamisch nun ja ... nicht sooo toll...:rolleyes:

Ist im Grunde also Nachvollziehbar das Ergebnis.

woolee
05.09.2018, 14:00
Selbst daran habe ich gedacht: Gestern extra enges Trikot, viel Unterlenker. Es muss wohl die Tagsform gewesen sein: höherer Puls (da war maximal noch Luft für 3 Schläge im Schnitt nach oben) und trotzdem langsamer.


Noch ein Hinweis bzgl. Puls: Wenn du zu kalt in den Berg reingefahren bist, kann das auch zu einem zu hohen Puls führen, dann geht weniger Leistung, aber man ist fertiger. Wie oben geschrieben, die richtige Vorbereitung ist essenziell

Thunderbolt
05.09.2018, 14:05
Typischer Fall von "it's all about attitude"

Wahrscheinlich die Wettkampfsituation beim Fahren gegen Deinen Kumpel.

Oder der erste Rekord war einfach Dein Tag, Du hast Dich superwohl gefühlt und der Kopf war frei.

Material wird vollkommen überbewertet.

Habe mal ein Zeitfahrtraining angesetzt. In der Garage angekommen: HED-H3-Vorderrad platt, schnell 36 Speichen-Laufrad genommen.
Gefühlt in Spitze kein Unterschied.

Bin mal beim Zeitfahren auf der neuen Autobahn aufs Treppchen gekommen.
Schuld war so ein jungscher Type, der mich am Anfang (Start 10 Leute zeitgleich nebeneinander) gleich überholen wollte und dann aber abgestorben ist. Das ging bei meiner Vorderradallergie natürlich nicht.

Mein Kumpel hat sein Hf_max zuhause auf der Rolle rausgefahren. Nach dem Zeitfahren der Bayerntour musste er sie nochmal deutlich korrigieren...

Ach ja, für so ein All-Out Massaker ist das Einfahren natürlich extrem wichtig. Wird aber meist falsch gemacht oder vernachlässigt.

tango@team_bt
05.09.2018, 14:08
Noch ein Hinweis bzgl. Puls: Wenn du zu kalt in den Berg reingefahren bist, kann das auch zu einem zu hohen Puls führen, dann geht weniger Leistung, aber man ist fertiger. Wie oben geschrieben, die richtige Vorbereitung ist essenziell

Auf jeden Fall. Genau deshalb erwähnte ich, dass bei PR und gestern die Einfahr-/Anfahrtzeit/-strecke genau gleich war. ich wollte also nicht schummeln und mich unterschiedlich lange einfahren.

tango@team_bt
05.09.2018, 14:10
All-Out Massaker

:Applaus:

avis
05.09.2018, 14:10
Was auch untergeht:
Aerodynamik schlägt Gewicht bei weitem auch am Berg, (Achtung: Fürs Forum, wenn es nicht zu steil ist. So Alpe d Huez z.B.)
Sitzposition kann hier schon einen Unterschied machen.



Nö. Bitte nicht die Tourtests mit gemittelten 1% Steigung über 100km rekurrieren, das ist wenig realistisch.
Klar, wer berghoch deutlich über 20km/h fährt, da wird der Luftwiderstand wieder wichtiger.
Was an richtigen Bergen kein Hobbyfahrer auch nur annähernd schafft, da liegen die meisten eher klar unter 15km/h, im Gebirge oft auch einstellig.
Und selbst die Profis bauen im Gebirge ihre Räder auf Gewicht und sicherlich hungern die sich nicht völlig umsonst ans absolute physiologische Limit.
Richtig ist natürlich, dass Gewichtstuning auf unserem Niveau keine relevanten Unterschiede bedingt.
Das gilt aber für alle Optimierungen, Aero-tuning, oder schnelle Reifen ebenso.
Niemand fährt durch ein Venge oder Madone dauerhaft 3km/h schneller im Schnitt, oder weil er nun eine ganz besonders geformte Felge benutzt.
Auch hier, Tagesform, Klima, Wind, Ernährung, generelle Form [...] alles tausendmal wirkmächtiger.

Alumini
05.09.2018, 14:14
Motivation ist für eine echte All-Out Situation das A&O. Der kurze, heftige Adrenalinschub, wenn der Kumpel neben Dir am 15%er plötzlich reintritt, und man in einer Millisekunde entscheidet, ihn nicht fahren zu lassen und voll reinlatscht. Genau so habe ich meine 5-20s Bestwerte am Berg rausgefahren (Leistung), an die würde ich alleine nie wieder rankommen. Und auch für 2km ist jemand den man einholen, oder dem man wegfahren möchte enorm motivierend.

Laut Pacing-Tabelle, macht 1kg (ceteris paribus) beim Ötztaler insgesamt etwa 3 Minuten aus. Soviel also zur Wichtigkeit von Gewicht bei einem 2km-Anstieg.

Von daher: nette Geschichte, nachvollziehbar, aber empirisch wertlos. :)

cg75
05.09.2018, 14:18
Ich habe ein paar Segmente die ich schon wirklich oft gefahren bin, auch mehrfach all out. Seit paar Jahren an unterschiedlichen Rädern immer mit Wattmesser. Wenn die äußeren Bedingungen gleich waren sind bei solchen Zeitunterschieden auch wenn ich mich jedesmal gleich fertig oben angefühlt habe die Durchschnittswattwerte halt doch nicht gleich, sondern beim PR immer höher.

BOW82
05.09.2018, 14:32
Laut Pacing-Tabelle, macht 1kg (ceteris paribus) beim Ötztaler insgesamt etwa 3 Minuten aus. Soviel also zur Wichtigkeit von Gewicht bei einem 2km-Anstieg.

Von daher: nette Geschichte, nachvollziehbar, aber empirisch wertlos. :)

seh ich auch so...das wären auf 2km gerechnet dann 1,59sec schneller für 1kg weniger Ballast


das beste Gesamtpaket aus Allem macht die PR´s ... würd mich da jetzt nicht auf ein Thema beschränken
... oft fühlt man sich sehr gut und eine Auswertung der Daten bringt dann oft das traurige zu Tage.

ich wäre da immer sehr vorsichtig Begründungen für eine langsamere oder schnellere Fahrt zu nennen.

tango@team_bt
05.09.2018, 14:32
Ich habe ein paar Segmente die ich schon wirklich oft gefahren bin, auch mehrfach all out. Seit paar Jahren an unterschiedlichen Rädern immer mit Wattmesser. Wenn die äußeren Bedingungen gleich waren sind bei solchen Zeitunterschieden auch wenn ich mich jedesmal gleich fertig oben angefühlt habe die Durchschnittswattwerte halt doch nicht gleich, sondern beim PR immer höher.

Ich hab mich gefragt, ob ich mit Wattmesser anders rangegangen wäre. Aber wenn ich einen Durchschnittspuls von 183 auf diesem Segment habe, dann hätte mich ein Wattmesser auch nicht wirklich besser leiten können, oder? Der direkte Vergleich zwischen PR und gestern auf Strava zeigt, dass ich die ganze Zeit beim PR leicht schneller war. Obwohl ich gestern durchweg den höheren Puls hatte. :mad:

avis
05.09.2018, 14:41
Nicht ärgern ;)
Meine seit drei Jahren nicht gebrochene Bestzeit auf der -sehr bergigen- Trainingsrunde habe ich mit einem Rad gefahren, dass ca. 800gr schwerer als das seit dem benutzte ist und aerodynamisch eindeutig weniger optimal.
Dazu mit deutlich weiterem Trikot und Pilzhelm mit 30 Löchern...:D

Schlammpaddler
05.09.2018, 15:13
Nicht ärgern ;)
Meine seit drei Jahren nicht gebrochene Bestzeit ...
Jaja, man wird älter, aber selten besser! :D

Meine Erfahrung zeigt ebenfalls, dass Gewicht nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Leichter ist berghoch nie ein Nachteil, aber andere Dinge sind eben auch wichtig. Ein Puzzle beseht aus vielen Teilen.
Wenn mir verschiedenen Rädern gefahren wird, wirken sich vermutlich auch verschiedene Sitzpositionen und Geometrien stärker aus, als man vermuten würde. Vielleicht auch hier nur ein paar Sekunden, aber immerhin. Dann noch andere Schuhe, ...
Wie sieht es denn mit der Regeneration aus? Sicher, dass die letzte Runde komplett verdaut war?

avis
05.09.2018, 15:33
Das sollte bei mir noch(!) kein Thema sein...aber auf die Phase freue ich mich auch bereits :D:ü

cg75
05.09.2018, 17:16
Ich hab mich gefragt, ob ich mit Wattmesser anders rangegangen wäre. Aber wenn ich einen Durchschnittspuls von 183 auf diesem Segment habe, dann hätte mich ein Wattmesser auch nicht wirklich besser leiten können, oder? Der direkte Vergleich zwischen PR und gestern auf Strava zeigt, dass ich die ganze Zeit beim PR leicht schneller war. Obwohl ich gestern durchweg den höheren Puls hatte. :mad:

Vermutlich hättest auch mit PM nicht viel besser pacen können. Bei mir ist der Unterschied einfach Tagesform abhängig. Ob man die letzten 500m nochmal 20W draufpacken kann oder nicht. Hängt auch wie andere schon gesagt habenden Vorbelastung, Regeneration etc. ab.

Rolf1
05.09.2018, 18:54
Motivation ist für eine echte All-Out Situation das A&O. Der kurze, heftige Adrenalinschub, wenn der Kumpel neben Dir am 15%er plötzlich reintritt, und man in einer Millisekunde entscheidet, ihn nicht fahren zu lassen und voll reinlatscht. Genau so habe ich meine 5-20s Bestwerte am Berg rausgefahren (Leistung), an die würde ich alleine nie wieder rankommen. Und auch für 2km ist jemand den man einholen, oder dem man wegfahren möchte enorm motivierend.



Hallo,


wie die Vorredner bereits gesagt haben, ist Motivation fast alles. Natürlich ist am Berg ein leichtes Rad prinzipiell besser, aber da der Fahrer immer noch genau so schwer ist wie vorher, macht das nur wenige Prozent aus. Auch die Aerodynamik spielt selbst bei den geringeren Geschwindigkeiten am Berg eine Rolle.

Aber mal ganz prinzipiell zur Fragestellung:
Die eingangs gestellte Frage suggeriert, dass ein steifes Rad schwerer sein muss als ein leichtes. Es ist aber mühelos möglich, leichte und steife Carbonrahmen zu bauen (bei Rahmen aus Metall ist das nicht ganz so einfach). Man kann bestenfalls sagen, dass aerodynamische Räder etwas schwerer sind, weil da mehr Material notwendig ist. Aber wenn man sich klar macht, dass von ca. 80kg Systemgewicht (Fahrer + Rad) 70 - 75kg vom Fahrer kommen, dann ist klar, dass der Gewichtsvorteil zwar rechnerisch bestimmbar ist aber in der Praxis durch erhöhte Motivation komplett ausgeglichen werden kann. Rennradfahren ist für die meisten ein Hobby und da kann es sein, dass auch das Ausleben eines Leichtbaufimmels dazu gehört, ohne dass dadurch in der Praxis sofort signifikante Leistungsverbesserungen erreicht werden. Mir genügt es vollkommen zu wissen, dass ein prinzipieller Vorteil besteht nach dem Motto: Wenn die Kondition (schon allein altersbedingt) immer schlechter wird, dann muss wenigstens das Material top sein.....

Ciao Rolf

Marin
06.09.2018, 10:59
Vermutlich hättest auch mit PM nicht viel besser pacen können.

Du kannst vielleich nicht besser pacen (vielleicht aber auch schon) - aber du weißt jedenfalls am Ende ob du wirklich mehr gegeben hast als beim PR.

rumplex
06.09.2018, 11:17
Nö. Bitte nicht die Tourtests mit gemittelten 1% Steigung über 100km rekurrieren, das ist wenig realistisch.

Auch hier, Tagesform, Klima, Wind, Ernährung, generelle Form [...] alles tausendmal wirkmächtiger.

Was die Tourtests allerdings auch sagen: Maßnahmen wie optimierte Kleidung, Sitzposition, Arbeit am Eigengewicht usw. bringen weitaus mehr, und sind um einiges preiswerter als ein für viel Geld optimiertes Rad.

Hindert aber trotzdem nicht, das optimale Rad aufzubauen, wenns Spaß macht.:D

ChristophBM
06.09.2018, 12:45
Meine seit drei Jahren nicht gebrochene Bestzeit auf der -sehr bergigen- Trainingsrunde habe ich mit einem Rad gefahren, dass ca. 800gr schwerer als das seit dem benutzte ist und aerodynamisch eindeutig weniger optimal.



Das kenne ich . . . meine Bestzeit über 20 km von vor 40 Jahren erreiche ich nicht mehr, trotzdem ich immer noch dasselbe Rad [im Bestzustand] besitze und fahre . . . am Material liegt es also nicht ;-)

cg75
06.09.2018, 12:59
Du kannst vielleich nicht besser pacen (vielleicht aber auch schon) - aber du weißt jedenfalls am Ende ob du wirklich mehr gegeben hast als beim PR.

Richtig, wobei der Durchschnittspuls schon für eine ordentliches all out spricht.

Oxi
06.09.2018, 13:47
@Tango: hast du mal die beiden Runs übereinander gelegt? Ich kann mir vorstellen, dass du dir gleich zu Beginn zu schnell die Beine zugefahren hast, so motiviert, wie du warst.
Dann hätte ein PM sicher geholfen.

tango@team_bt
06.09.2018, 14:11
Hallo,


wie die Vorredner bereits gesagt haben, ist Motivation fast alles. Natürlich ist am Berg ein leichtes Rad prinzipiell besser, aber da der Fahrer immer noch genau so schwer ist wie vorher, macht das nur wenige Prozent aus. Auch die Aerodynamik spielt selbst bei den geringeren Geschwindigkeiten am Berg eine Rolle.

Aber mal ganz prinzipiell zur Fragestellung:
Die eingangs gestellte Frage suggeriert, dass ein steifes Rad schwerer sein muss als ein leichtes. Es ist aber mühelos möglich, leichte und steife Carbonrahmen zu bauen (bei Rahmen aus Metall ist das nicht ganz so einfach). Man kann bestenfalls sagen, dass aerodynamische Räder etwas schwerer sind, weil da mehr Material notwendig ist. Aber wenn man sich klar macht, dass von ca. 80kg Systemgewicht (Fahrer + Rad) 70 - 75kg vom Fahrer kommen, dann ist klar, dass der Gewichtsvorteil zwar rechnerisch bestimmbar ist aber in der Praxis durch erhöhte Motivation komplett ausgeglichen werden kann. Rennradfahren ist für die meisten ein Hobby und da kann es sein, dass auch das Ausleben eines Leichtbaufimmels dazu gehört, ohne dass dadurch in der Praxis sofort signifikante Leistungsverbesserungen erreicht werden. Mir genügt es vollkommen zu wissen, dass ein prinzipieller Vorteil besteht nach dem Motto: Wenn die Kondition (schon allein altersbedingt) immer schlechter wird, dann muss wenigstens das Material top sein.....

Ciao Rolf

Sorry, dann haben wir aneinander vorbei geschrieben. Ich wollte eigentlich sagen, dass mein Focus Izalco leichter UND steifer als mein Kocmo Titane ist...

tango@team_bt
06.09.2018, 14:17
@Tango: hast du mal die beiden Runs übereinander gelegt? Ich kann mir vorstellen, dass du dir gleich zu Beginn zu schnell die Beine zugefahren hast, so motiviert, wie du warst.
Dann hätte ein PM sicher geholfen.

Gute Frage, ja, habe ich. Ich wollte genau diesen Fehler nicht machen, sondern versuchen (versuchen!) unten nicht ganz so fett reinzulatschen, um nach oben raus nicht zu platzen. Beim Übereinanderlegen der Runs sieht man, dass ich beim PR durchweg minimal, fast konstant, schneller war als vorgestern, aufsummiert dann auf die 2 Km 11 Sekunden. Und trotzdem beim PR einen um 7 Schläge niedrigeren Durchschnittspuls.

Jetzt hängt nicht ja auch nicht mein Seelenheil und mein Glücksgefühl aufm Rad daran, ob ich da jetzt 11 Sek. schneller oder langsamer hochfahre, ich finde nur die Beobachtung interessant, dass ich an allen mir zugänglichen Parametern drehe (Systemgewicht, Kleidung etc., pacen etc.) und trotzdem langsamer bin. Der Faktor "Form" ist so vielschichtig... wäre so schön, wenn man einfach nen Schalter umlegen könnte und die Form würde immer stimmen :applaus:

Mifri
06.09.2018, 15:09
So ein 2 km Segment ist natürlich schon sehr sehr aussagekräftig, was Aerodynamik, Systemgewicht usw. betrifft.

Pedalierer
06.09.2018, 16:36
reicht schon unterschiedliche Windrichtung um das Ergebnis zu kippen.

tango@team_bt
06.09.2018, 17:43
@ TT02 und Pedalierer: Der Puls soll und kann keine Aussage darüber geben, welche Leistung ich gebracht habe. Dass sie geringer war als beim PR weiß ich doch, sonst wäre ich nicht langsamer gewesen. Wenn man aber mit Maximalpuls fährt, dann zeigt er an: egal wieviele Watt du gerade trittst, mehr geht nicht. Und Wind gabs keinen, schrub ich ja.

avis
06.09.2018, 19:07
Was die Tourtests allerdings auch sagen: Maßnahmen wie optimierte Kleidung, Sitzposition, Arbeit am Eigengewicht usw. bringen weitaus mehr, und sind um einiges preiswerter als ein für viel Geld optimiertes Rad.

Hindert aber trotzdem nicht, das optimale Rad aufzubauen, wenns Spaß macht.:D

Genau so!:drinken2:

Aerotic
06.09.2018, 19:50
Gute Frage, ja, habe ich. Ich wollte genau diesen Fehler nicht machen, sondern versuchen (versuchen!) unten nicht ganz so fett reinzulatschen, um nach oben raus nicht zu platzen. Beim Übereinanderlegen der Runs sieht man, dass ich beim PR durchweg minimal, fast konstant, schneller war als vorgestern, aufsummiert dann auf die 2 Km 11 Sekunden. Und trotzdem beim PR einen um 7 Schläge niedrigeren Durchschnittspuls.


Der Puls hat doch kaum Aussagekraft.
Bei mir schwankt er je nach Trainingszustand und Belastungsgrad der Vortage locker um 10-15 Schläge.

Im Vergleich über die Jahre sagt er also eher nix aus.

Marin
07.09.2018, 08:39
Ich tippe auch auf Wind, kaum fühlbare Brise aus 2 verschiedenen Richtungen reicht für den Unterschied.

Übrigens: 10° Temperaturunterschied machen auf der Strecke auch schon 2 Sekunden wegen Luftdichte :)

derDim
10.09.2018, 09:28
wind.

wenn man sich an einem punkt der strecke die wattwerte den geschwindigkeitswerten gegenüberstellt
also zb
am tag 1 200W 20 km/h
am tag 2 200W 18 km/h
dann kann die differenz an dem punkt nicht vom fahrer / tagesform / motivation kommen
und auch nicht von der rahmensteifigkeit
sondern wo anders

gewicht / luftwiederstand (wind / temperatur / feuchte / druck) / sonstwas
und ob jetzt eine leichte brise mit 2km/h von hinten oder von vorne kommt
merkt man nicht

buettni@team_bt
16.09.2018, 14:25
Heute habe ich mit einem Freund zusammen eine kleine Ausahrt gemacht. Wir sind praktisch immer nebeneinander gefahren, haben uns unterhalten, war eher ein geütliches Radeln. Nur zwischendurch sind wir ganz bewusst manche Segmente mit etwas mehr Schmackes gefahren.
Er mit einer Garmin Watch und ich mit einem Garmin Edge ausgestattet.
Auf drei längeren Segmenten habe ich ihn klar abgehängt, und musste danach sogar auf ihn warten, einmal bestimmt 20-30 Sekunden.
Er meinte dann schon, dass schon wieder ein Segment bei Strava an mich geht.
Nach der Tour bei der "Auswertung" folgte dann eine heftige Überraschung.
Auf Segmenten, wo wir wirklich immer nebeneinander waren, wurden zeitliche Unterschiede zwischen uns von bis zu 30 Sekunden ausgegeben, mal zu meinen und mal zu seinen Gunsten.
Der Hammer war dann aber das Segment, wo ich ihn klar abgehängt habe. Da brauchte er laut Garmin/Strava sogar 2 Sekunden weniger als ich.
Wir konnte es beide nicht glauben.
Daraus folgere ich, dass es bei der Zeitmessung doch erhebliche Toleranzen gibt, dass die Genauigkeit von Garmin/Strava sehr zu wünschen übrig lässt.
Tango, vielleicht warst du bei deinem letzten Versuch tatsächlich schneller und hast deinen PR unterboten, aber Garmin/Strava ware da etwas ungenauer und haben dich nicht schneller gesehen.
Man sollte sich nicht nur auf diese Systeme verlassen.

Aerotic
16.09.2018, 19:56
Wundert mich nicht, Garmin ist da regelmäßig ziemlicher Mist in Sachen GPS-Genauigkeit.
Wenn man dann noch die zahlreichen SW-Probleme zu den hohen Preisen in Betracht zieht, fallen sie bei mir regelmäßig aus jeder Kaufvorauswahl raus.

Patrice Clerc
17.09.2018, 07:43
Wundert mich nicht, Garmin ist da regelmäßig ziemlicher Mist in Sachen GPS-Genauigkeit.
Wenn man dann noch die zahlreichen SW-Probleme zu den hohen Preisen in Betracht zieht, fallen sie bei mir regelmäßig aus jeder Kaufvorauswahl raus.

Was wär dann drin, in der Vorauswahl? JFTR: Lezyne Super GPS ist bezüglich GPS-Genauigkeit gefühlt auf Stufe der Garmin Fenix 3, wenn ich auf Strava schaue, wie präzise meine Spur auf der Strasse ist.

derpuma
17.09.2018, 08:39
Heute habe ich mit einem Freund zusammen eine kleine Ausahrt gemacht. Wir sind praktisch immer nebeneinander gefahren, haben uns unterhalten, war eher ein geütliches Radeln. Nur zwischendurch sind wir ganz bewusst manche Segmente mit etwas mehr Schmackes gefahren.
Er mit einer Garmin Watch und ich mit einem Garmin Edge ausgestattet.
Auf drei längeren Segmenten habe ich ihn klar abgehängt, und musste danach sogar auf ihn warten, einmal bestimmt 20-30 Sekunden.
Er meinte dann schon, dass schon wieder ein Segment bei Strava an mich geht.
Nach der Tour bei der "Auswertung" folgte dann eine heftige Überraschung.
Auf Segmenten, wo wir wirklich immer nebeneinander waren, wurden zeitliche Unterschiede zwischen uns von bis zu 30 Sekunden ausgegeben, mal zu meinen und mal zu seinen Gunsten.
Der Hammer war dann aber das Segment, wo ich ihn klar abgehängt habe. Da brauchte er laut Garmin/Strava sogar 2 Sekunden weniger als ich.
Wir konnte es beide nicht glauben.
Daraus folgere ich, dass es bei der Zeitmessung doch erhebliche Toleranzen gibt, dass die Genauigkeit von Garmin/Strava sehr zu wünschen übrig lässt.
Tango, vielleicht warst du bei deinem letzten Versuch tatsächlich schneller und hast deinen PR unterboten, aber Garmin/Strava ware da etwas ungenauer und haben dich nicht schneller gesehen.
Man sollte sich nicht nur auf diese Systeme verlassen.

Vielleicht mal die Konfiguration des Garmins vergleichen. Wenn an nem GErät die "intelligente Aufzeichnung" ausgewählt ist, wird ein neuer Wegpunkt erst wieder gesetzt, wenn sich die Richtung/Geschwindigkeit ändert. Das kann schon zu ganz schönen Unterschieden führen, wenn ein Wegpunkt dann mal für ne längere Zeit neben der eigentlichen Strecke liegt.

Ansonsten völlig normal, da Strava nach dem Hochladen alle Daten unabhängig vom Gerät analysiert, das zum Aufzeichnen der Datei verwendet wird. Das die Segmentzeiten teils um mehrere Sekunden ungenau sind ist ja auch seit langem kein Geheimnis, liegt aber sicher nicht an Garmin sondern an der Tatsache wie solche Geräte Wegpunkte erfassen. Sprich wenn der Empfang manchmal durch Abschattung (Berg, Bäume, etc.) schlecht ist, kann kein GPS Gerät der Welt zaubern.

Es ist zu hoffen, dass das mit dem Ausbau von Galileo und dann einer weitaus höheren Anzahl von Satelliten wesentlich besser wird. Dazu braucht es dann aber auch neue Empfangs-Geräte mit neuen GPS Chips (Mehrfrequenz-Empfänger).

derDim
17.09.2018, 10:17
Heute habe ich mit einem Freund zusammen eine kleine Ausahrt gemacht. Wir sind praktisch immer nebeneinander gefahren, .....
Wir konnte es beide nicht glauben.
Daraus folgere ich, dass es bei der Zeitmessung doch erhebliche Toleranzen gibt, dass die Genauigkeit von Garmin/Strava sehr zu wünschen übrig lässt.
Tango, vielleicht warst du bei deinem letzten Versuch tatsächlich schneller und hast deinen PR unterboten, aber Garmin/Strava ware da etwas ungenauer und haben dich nicht schneller gesehen.
Man sollte sich nicht nur auf diese Systeme verlassen.

an der zeitmessung kanns nicht gelegen sein
die kommt von einer atomur aus dem satelliten

und bei einer abweichung von nur 1s
und einer lichtgeschwindigkeit von 299,792,458m/s
und mal abgesehen von der notwendigen triangulation
bekommt man eine abweichung von 299,792km

also eine erhebliche abweichung bei der zeitmessung wirds nicht gewesen sein

eher ist es so dass der zeitpunkt zu dem die position festgestellt wird
plus die normalen ungnauigkeiten
dazu führen dass für das eine gerät das segment schon erreicht ist
weils gerade jetzt gemessen hat
und das andere gerät gerade vorher gemessen hat
und das nächste mal erst in 5s wieder misst
am ende gibts nochmal das selbe problem

nachträglich könnte dann software aus den punkten bevor und nach zb erreichen des anfangs des segments
den genauen zeitpunkt nochmal genauer einschätzen
mit der vereinfachung zb dass sich die geschwindigkeit zwischen den punkten nicht verändert hat
unter einbeziehung weiterer punkte
usw usw laber bla

OCLV
17.09.2018, 18:49
Eine simple 10€ Swatch und man hat es genauer erfasst. :rolleyes:

Aerotic
17.09.2018, 18:59
Was wär dann drin, in der Vorauswahl? JFTR: Lezyne Super GPS ist bezüglich GPS-Genauigkeit gefühlt auf Stufe der Garmin Fenix 3, wenn ich auf Strava schaue, wie präzise meine Spur auf der Strasse ist.

Vielleicht hast du es noch nie gehört, aber ich verwende einen Bryton Rider 310.
GPS, Ant+, kein Navi, kein Farbdisplay, Akkulaufzeit um die 20h, aber alle wichtigen Radfunktionen inkl. Powermeter.

GPS-Genauigkeit ist nach meinen Erfahrungen wirklich gut, habe da keine großen Abweichungen feststellen können und P/L ist erheblich besser als Garmin.


nachträglich könnte dann software aus den punkten bevor und nach zb erreichen des anfangs des segments
den genauen zeitpunkt nochmal genauer einschätzen
mit der vereinfachung zb dass sich die geschwindigkeit zwischen den punkten nicht verändert hat
unter einbeziehung weiterer punkte
usw usw laber bla

Bzgl. Genauigkeit lässt sich bei Bryton GPS auf "Max. Leistung" und Recording von "Smart" (ca. 4 sek.) auf "1 sec mode" ändern.