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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Folgen knirschender Kuggellager im Steuersatz



Kuli12
30.01.2019, 14:03
Hallo Leute!

Mir wurde hier durch Stöbern in Eurem Forum schon oft geholfen. Jetzt ist es so weit, dass ich mal selbst aktiv werden muss. Damit ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt: Alles was ich über die Technik an Rennrädern weiß, habe ich aus Eurem Forum, Youtube-Videos und Learning by Doing.

Nach meiner letzten Streusalzfahrt mit dem Rennrad (Scott Addict 10 Disc 2018) und der darauffolgenden Putzaktion (mit Drucksprühgerät max. 3 bar) knirschte die Lenkung ein wenig - Funktion war noch i.O., also nur ein akustisches Problem... Ihr wisst aber, dass akustische Probleme die allerschlimmsten sind ;). Also recherchiert, wie man den Steuersatz auseinander nimmt und wieder zusammen baut. Recherchiert, getan.
Ergebnis: Das untere Lager knirscht ganz ordentlich. Wenn man das bloße Lager bewegen will, gibt es auch ein hin und wieder einen Widerstand zu überwinden. Beim Lenken sind die Kräfte allerdings so groß, dass man das nicht merkt, da hört man es nur.
Nächster Schritt: Lager öffnen, putzen und neu fetten. Ergebnis: Das Lager ist doppelt gedichtet! Keine Chance für mich, die jeweils zweiten Dichtungen zu entfernen.
Ersatzlager in passender Größe habe ich gefunden und bestellt.
Da davon auszugehen ist, dass ich die nächsten Wochen mal wieder mit Streusalz konfrontiert sein werde und dementsprechend mein Fahrrad wieder ähnlich putzen werde (falls das überhaupt das Problem war), nun die entscheidende Frage: Hat es für meinen Steuersatz gravierende Konsequenzen, mit dem knirschenden Lager noch ein paar Wochen weiter zu fahren und das Lager erst im Frühling zu wechseln? Wie gesagt: eingebaut verursacht das Lager nur akustische Probleme, kompletter Steuersatz (Lagerschalen und Gabelkonus, soweit ich das beurteilen kann, sind vollintegriert) ist frisch und reichlich gefettet, nach der Einstellung hat der Steuersatz kein Spiel bei ausreichender Beweglichkeit. Ich gehe nicht davon aus, dass mir die Lenkung in den nächsten Wochen abschmiert, ich möchte dem restlichen Steuersatz nur keinen nachhaltigen Schaden zufügen.

Vielen Dank und Sportliche Grüße

Kuli


PS: An den Anhängen bin ich leider gescheitert. Ich hoffe, die Beschreibung war ausführlich genug... bzw. Entschuldigung für die vielen Ausschweifungen an alle, die es kurz und knackig mögen :D

Ziggi Piff Paff
30.01.2019, 14:15
Hallo,

an meinem Crosser war das Steuerlager auch kaputt. Ich bin damit noch eine ganze Weile gefahren. Allerdings war es nicht gedichtet wie deines. Die Lagerschale hatte danach deutlich sichtbare Riefen.

Aber mit einem neuen Steuersatz läuft es wieder sehr sauber. Bei dir wird ja nur das Lager getauscht.

marcofibr
30.01.2019, 14:18
Lager aufmachen, entfetten, neues Fett rein!
Kann helfen!

marvin
30.01.2019, 14:51
Das Lager ist doppelt gedichtet! Keine Chance für mich, die jeweils zweiten Dichtungen zu entfernen...
Doppelt gedichtete Wälzlager sind mir im Fahrradbereich noch nicht untergekommen. Würde mich wirklich wundern.

Das ist doch vermutlich so ein ähnliches Lager:

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/81cKxG7wWNL._SX355_.jpg

Solche Lager haben typischerweise eine einfache Lippendichtung, die man (mit feinem Schraubenzieher und viel Gefühl) entfernen kann.

Auch wenn ich es persönlich nicht machen würde, aber das Weiterfahren mit knirschendem Lager ist in aller Regel unproblematisch. Die fallen nicht von jetzt auf nachher und einfach so auseinander.
Ein schlecht laufendes Lager im Steuersatz erschwert schlimmstenfalls das Freihändigfahren, eine echte Gefahr geht davon aber nicht aus.

woolee
30.01.2019, 15:15
Doppelt gedichtete Wälzlager sind mir im Fahrradbereich noch nicht untergekommen. Würde mich wirklich wundern.

Das ist doch vermutlich so ein ähnliches Lager:

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/81cKxG7wWNL._SX355_.jpg

Solche Lager haben typischerweise eine einfache Lippendichtung, die man (mit feinem Schraubenzieher und viel Gefühl) entfernen kann.

+1
Hat mich auch gewundert. Kann es sein, dass unter der ersten Dichtung ein fester Plastikring sitzt? Das hatte ich mal bei einem FSA-Innenlager. Kostet Kraft und man macht ihn leicht kaputt, aber dieser lässt sich entfernen.

marvin
30.01.2019, 15:30
+1
Hat mich auch gewundert. Kann es sein, dass unter der ersten Dichtung ein fester Plastikring sitzt? Das hatte ich mal bei einem FSA-Innenlager. Kostet Kraft und man macht ihn leicht kaputt, aber dieser lässt sich entfernen.
Vielleicht hat der TE auch den (Kunststoff-)Kugelkäfig als zweite Dichtung verstanden.

leisure17
30.01.2019, 16:13
Auch wenn es gelingt, die Dichtung zu entfernen und neu zu fetten, sind die metallischen Teile vermutlich schon angegriffen.
Die Hauptursache dürfte auch nicht das Salz sein, da es nur schwer an integrierte Lager kommt, sondern der Hochdruckreiniger.
Damit würde ich keinesfalls in die Nähe von Wälzlagern gehen.

phil-Hill
30.01.2019, 17:02
Auch wenn es gelingt, die Dichtung zu entfernen und neu zu fetten, sind die metallischen Teile vermutlich schon angegriffen.
Die Hauptursache dürfte auch nicht das Salz sein, da es nur schwer an integrierte Lager kommt, sondern der Hochdruckreiniger.
Damit würde ich keinesfalls in die Nähe von Wälzlagern gehen.

Na ja, 3 BAR als "Hochdruck" zu bezeichnen ist schon gewagt ;)

Kuli12
30.01.2019, 17:22
Hey Leute! Erst mal vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Rückmeldung!


woolee




Hat mich auch gewundert. Kann es sein, dass unter der ersten Dichtung ein fester Plastikring sitzt? Das hatte ich mal bei einem FSA-Innenlager. Kostet Kraft und man macht ihn leicht kaputt, aber dieser lässt sich entfernen.



Ja, das mit dem Plastikring könnte passen! Hab ich wohl fehlinterpretiert. Hab mich auf jeden krass an dem abgearbeitet. Dadurch, dass der Ring in Einkerbungen in äußerem und innerem Ring sitzt, denke ich, dass ich den mit meinen Skills nicht im Ganzen da raus bekomme.
Mein Lager sieht übrigens so ähnlich aus:
669928


marvin

Auch wenn ich es persönlich nicht machen würde, aber das Weiterfahren mit knirschendem Lager ist in aller Regel unproblematisch. Die fallen nicht von jetzt auf nachher und einfach so auseinander.
Ein schlecht laufendes Lager im Steuersatz erschwert schlimmstenfalls das Freihändigfahren, eine echte Gefahr geht davon aber nicht aus.

Alles klar. Dann werde ich den Februar über wohl noch mit dem Lager fahren. Wenn das Wetter wieder freundlicher wird, setze ich dann das neue Lager ein.


phil-Hill


leisure17
Auch wenn es gelingt, die Dichtung zu entfernen und neu zu fetten, sind die metallischen Teile vermutlich schon angegriffen.
Die Hauptursache dürfte auch nicht das Salz sein, da es nur schwer an integrierte Lager kommt, sondern der Hochdruckreiniger.
Damit würde ich keinesfalls in die Nähe von Wälzlagern gehen.
Na ja, 3 BAR als "Hochdruck" zu bezeichnen ist schon gewagt



Ich hatte eigentlich auch gehofft, dass von 3 bar keine Gefahr ausgeht. :D Nächstes mal halte ich nicht so direkt auf den Übergang Gabel/Steuerrohr!

Sportliche Grüße!

Kuli

phil-Hill
30.01.2019, 18:04
Von 3 - 10 Bar geht auch sicher keine Gefahr aus, wenn man nicht minutenlang auf Lager draufhält. Sonst müssten viele Tour de France Fahrer nach jedem "Putzen" ihre Innenlager entsorgen....

Mit 100 Bar würde ich aber nicht draufhalten :D

Cleat Commander
30.01.2019, 18:17
Auch wenn ich es persönlich nicht machen würde, aber das Weiterfahren mit knirschendem Lager ist in aller Regel unproblematisch. Die fallen nicht von jetzt auf nachher und einfach so auseinander.


Das kann man nie wissen!

https://forum.tour-magazin.de/attachment.php?attachmentid=668386&d=1547309419

:D

Kuli12
30.01.2019, 18:18
phil-Hill

Von 3 - 10 Bar geht auch sicher keine Gefahr aus, wenn man nicht minutenlang auf Lager draufhält. Sonst müssten viele Tour de France Fahrer nach jedem "Putzen" ihre Innenlager entsorgen....

Mit 100 Bar würde ich aber nicht draufhalten



So hatte ich mir das auch überlegt! Weiß nicht ob das Lager schon länger Faxen macht und es mir nur nicht aufgefallen ist, oder ob das wirklich frisch aufgetreten ist... Ein wenig wundere ich mich schon! Es war ja auch nicht trocken, als ich das erste mal reingeschaut habe...

spiff
01.02.2019, 20:22
Das kann man nie wissen!
:D

Das Bild zeigt ein Innenlager, die zerbröseln schon mal. Bei Steuerlagern passiert das so nicht.

wissender
01.02.2019, 20:30
Von 3 - 10 Bar geht auch sicher keine Gefahr aus, wenn man nicht minutenlang auf Lager draufhält. Sonst müssten viele Tour de France Fahrer nach jedem "Putzen" ihre Innenlager entsorgen....


Ich glaube du hast keine Vorstellung wie oft dort Lager und dergleichen gewechselt werden. Da ist nichts auf Langlebigkeit aus und dementsprechend wird damit umgegangen.
Es schadet nie die Lager nochmal richtig zu fetten, auch im Neuzustand.
Wenn ein Lager mal nicht mehr gut läuft, spülen (WD40, Rostentferner etc.) danach mit Druckluft trocken blasen, einölen und anschließend einfetten und zumachen.

spiff
01.02.2019, 21:01
Hab mich auf jeden krass an dem abgearbeitet. Dadurch, dass der Ring in Einkerbungen in äußerem und innerem Ring sitzt, denke ich, dass ich den mit meinen Skills nicht im Ganzen da raus bekomme.
Kuli

Doch die Lager können zerlegt werden. Ich habe an meinem Stronglight Steuersatz auch beide Schrägkugellager zerlegt. Wenn man weiß wie geht das sogar sehr einfach. Nicht aufwendiger wie bei jedem normalen Wälzlager. Ich wußte es zunächst nicht, es war mein erstes, und habe auch erst an einer vermeintlichen Dichtung gehebelt die sich später als Lagerkäfig herausstellte. Der wurde leider ein wenig beschädigt. Auf einer Seite war bei mir eine einfache Dichtscheibe die sich abheben lies. Dann habe ich am Innenring mit der Klinge eines Flachschraubendrehers vorsichtig angesetzt und den Innenring komplett abgehebelt. Das geht so nur bei Schrägkugellagern und nur von einer Seite, welche Seite ist selbsterklärend. Da ist lediglich eine Art Rastfunktion die überwunden werden muss. Danach kann man den offen liegenden Lagerkäfig mit Kugeln aus dem Außenring rausnehmen und alles reinigen und fetten. Wenn Du schon ein neues Lager hast würde ich das alte Lager sofort warten, du hast ja kein Risiko falls Du das alte Lager außversehen kaputt machst und vielleicht kannst Du es noch retten.

Außerdem, meines Erachtens ist es nicht das Salzwasser der Straße das in erster Linie die Lager zerstört. Das Spritzwasser von unten wird von den Dichtungen zurückgehalten. Das schlimme ist das Waschen, hier läuft Waschwasser am äußeren Gabelschaft runter und staut sich auf den Lagern, es kann am unteren Steuerlager am Gabelkopf nicht raus. Zusammen mit geringsten Mengen Salz drückt das stauende Wasser in die Lager und zerstört diese in kurzer Zeit. Zunmindest bei Gewindesteuersätzen ist das so. Mir ist das über die Jahre aufgefallen dass mir - der seine Räder sehr pflegt - oft die Steuersatzlager einrosten und dass das meinen Bekannten so nicht passiert, allesamt Putzmuffel. Ich wasche meine Räder übrigens nur händisch und vermeide Schwallwasser, also druckloses Waschen. Was auch hilft ist sofort nach dem Waschen das Rad auf den Kopf stellen zum "Leerlaufen" lassen.

spiff