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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Carbon Hinterbaubau



Klaus
21.09.2002, 22:36
Ich bin geradedabei mir ein neues Rad zusammenzustellen.
Dabei sind mir die unterschiedlichsten Meinungen zum Thema "Carbon Hinterbau" untergekommen.
Wie ist eure Meinung dazu, empfehlenswert oder nicht. Was spricht dagegen und was dafür?
Wie sieht es mit der Stabilität aus?

Danke

messenger
22.09.2002, 00:35
Diamantrahmen sind im Wesentlichen ausgereizt, jeder guckt sich ein bißchen was vom anderen ab und was nicht der uci entspricht, wird vom Markt nicht angenommen. Am Ende ähneln sich die Rahmen immer mehr und es wird schwer, Eigenständigkeit zu demonstrieren und den Markt zu pushen.
Also läßt man sich Modetrends einfallen wie Slopingrahmen, eiförmige Steuerrohre, integrierte Steuersätze oder eben Carbonhinterbauten. Die Werbeabteilung muß sich dann schlaue Sprüche einfallen lassen, warum man ohne das eigentlich garnicht fahren kann.

In dem Fall kann man wohl den TOUR-Testern glauben (weil sie ja am Markt-pushen selbst interessiert sind), daß Carbonhinterbauten im besten Fall keine Nachteile haben.

Gruß mess.

Klaus
24.09.2002, 20:13
Danke für die Postings,

Alexey, Heist "nicht so stabil" instabiles Fahrverhalten oder ist Deiner Meinung nach lediglich das verbinden der beiden Materialien Carbon/ALU problematisch?

Ich bin bislang der Meinung gewesen die Entwicklungen der letzten Jahre sind soweit fortgeschritten, daß beim verbinden dieser Materialien keine Nachteile entstehen.

Um meine Frage zu konkretisieren, sind Nachteile im Fahrverhalten zu erwarten, wird das Verhalten im Wiegetritt (z.B) schwammig, ist bei Abfahrten mit einer Neigung zum flattern zui erwarten, Ich spreche hier nicht von Abfahrten die bis zum Limit und an die Grenze des machbaren gehen. Danke

Chalupka
25.09.2002, 20:00
Hallo,

Carbonhinterbauten sind eindeutig eine Modeerscheinung.
Durch den Monostay, d.h. die Sattelstreben verbinden sich nach der Bremse zu einer Strebe, ist seitl. nicht so steif, wie Streben, die oben am Sattelrohr angeschweisst sind. Die Verklebung dürfte kein Problem sein.
Aber außer der Optik überwiegen die Nachteile:
- teuerer
- schwerer als die Streben an einem Top-Alu-Rahmen
- etwas weniger steif


viel Spass mit deinem neuen Rad

Tschau:D

pooky
25.11.2002, 21:15
Hi!

Ich stehe selbst vor der Entscheidung für einen neuen Rahmen. Ganze 400 Euro machen den Unterschied, ob mit oder ohne (Voll-) Carbon-Hinterbau - bei gleichem Rohrsatz (Columbus Starship). Bei mir steht natürlich die Funktion vor Design, aber optisch ist in meinen Augen ein Carbon-Hinterbau schon schick, zumal ich auch eine Sattelstütze, einen Sattel, die Bremshebel und auch eine Gabel aus Kohlenfaser habe.

Da die meisten jedoch davon abraten (gemeint ist Carbon-Hinterbau), tendiere ich eben doch zum Voll-Alu-Rad (auch leichter). Dennoch meine Frage: gibt es überhaupt Dinge, die FÜR eine solche Konstruktion sprechen? Welche Vorteile bietet sie und ist ein solches Rad generell IMMER WEICHER?

Danke für Eure Tipps!

Gruß,
Pooky

Skadieh
25.11.2002, 21:21
Mit ordentlich Materialeinsatz wird´s nicht weicher - aber dann ist es sicherlich schwerer als die "konservative Lösung"

pooky
25.11.2002, 21:25
Original geschrieben von Scott
Mit ordentlich Materialeinsatz wird´s nicht weicher - aber dann ist es sicherlich schwerer als die "konservative Lösung"


Danke ... laut Katalog sind es bei Carbon und 54er-Rahmenhöhe 95 Gramm mehr. Allerdings brauch ich ein kleineres Maß, so daß es noch ein wenig leichter wird.

Gruß,
Pooky

Cadence
25.11.2002, 21:42
Ich finde komplette Alurahmen schöner als welche mit Carbonteilen im Hinterbau.

Dieser Text ist von der Cannondale-Website und bezieht sich auf den Hinterbau:

"Unsere 90 Gramm leichten Sitzstreben sind aus einer Alu-Legierung nach Luftfahrt-Spezifikationen gearbeitet. Sie entziehen sich dem aktuellen Trend zu einteiligen Karbonfiber-Sitzstreben im „Wünschelruten“-Design, die mit dem Alu-Rahmen verklebt werden. Mit ihren üblichen Ergänzungen, nämlich drei schweren Metall-Endstücken, wiegen Wünschelruten-Sitzstreben volle 212 g, oder 2,3 mal so viel wie unsere Alu-Sitzstreben!
Und außerdem: die kurzen, geraden Karbon-Streben mit ihrer soliden Krone können nicht den gleichen Komfort bei der Stoßdämpfung bieten wie unsere langen, dünnen Rohre im geschwungenen Sanduhr-Profil."

Ich selbst fahre ein Cannondale und es fährt sich bequemer als andere Räder.
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass vieles, was Cannondale an Rahmen-Inovationen entwickelt, in Kürze bei anderen Firmen nachgemacht oder zumindest angedeutet wird?

Bsp: Hinterbau -> Versuchen jetzt auch ein paar Hersteller
Power-Pyramid-Unterrohr (Im Tretlagerbereich zunehmender Durchmesser mit geringerer Wandstärke, Steuerkopf ungekehrt; bringt bessere Stabilität) -> z.B. Red Bull Rahmen
Geometrie -> als Beispiel Stevens

Ganz dreist machen ja manche Hersteller das Cannondale-rot, den Namen und das Logo nach: Centurion und Canyon (In jedem Tourheft sind ein paar Canyon-Werbungen auf denen man das nachgemachte "C" sehen kann)


PS: Das Wort "Wünschelrutendesign" finde ich klasse !

PPS: Ich finde es schwachsinnig von Colnago, die Kettenstreben vom C40 jetzt an einer Stelle "zu teilen". Das soll Komfort steigern, bringt aber nichts, weil die "Wünschelrute" durch die Gerade Form sowieso hart und unfedernd ist.

pooky
25.11.2002, 21:52
Danke Cadence!

Ich merke, Du bist ein Cannondale-Fan wie mein Trainings-Kumpel. Finde ich auch in Ordnung, allerdings bin ich ein Freund der "italienischen Geometrie", das heißt: möglichst kurz und wendig. In Sachen Komfort bin ich etwas anspruchsloser - ich fahren einen AX-Lightness aus Carbon...Du verstehst!

Danke für Deine ausführlichen Infos...

Pooky

Cadence
25.11.2002, 22:15
Das finde ich auch wichtig, dass jeder das fährt, was ihm am besten passt / gefällt.

Ich fahre halt die Cannodale Geometrie sehr, sehr gern und mir gefallen die Räder, deshalb fahre ich Cannondale.

Zum Comfort: Ich weiß nicht, wo ich mich da einordnen soll...
Ich fahre zwar Fahrradhosen mit gut gepolsterten Einsätzen, aber ich würde mir niemals eine gefederte Sattelstütze kaufen !

Mir passt mein Cannondale, also fahre ich es. Hat ein Anderer Colnago gern, soll er Colnago fahren.

Skadieh
25.11.2002, 22:18
PPS: Ich finde es schwachsinnig von Colnago, die Kettenstreben vom C40 jetzt an einer Stelle "zu teilen". Das soll Komfort steigern, bringt aber nichts, weil die "Wünschelrute" durch die Gerade Form sowieso hart und unfedernd ist.

Die machen das wahrscheinlich auch nur, damit sie auch mal wieder eine (Schein-)Innovation haben. Aber vorallem können sie so etliche € mehr verlangen.

pooky
25.11.2002, 22:18
Original geschrieben von Cadence
Das finde ich auch wichtig, dass jeder das fährt, was ihm am besten passt / gefällt.

Ich fahre halt die Cannodale Geometrie sehr, sehr gern und mir gefallen die Räder, deshalb fahre ich Cannondale.

Zum Comfort: Ich weiß nicht, wo ich mich da einordnen soll...
Ich fahre zwar Fahrradhosen mit gut gepolsterten Einsätzen, aber ich würde mir niemals eine gefederte Sattelstütze kaufen !

Mir passt mein Cannondale, also fahre ich es. Hat ein Anderer Colnago gern, soll er Colnago fahren.

So soll es auch sein! :)

Skadieh
25.11.2002, 22:20
möglichst kurz und wendig

sonderlich wendig ist ein Colnago auch nicht...

Cadence
25.11.2002, 22:23
Original geschrieben von Scott


sonderlich wendig ist ein Colnago auch nicht...

Mit den ganzen Italienern kenne ich mich halt nicht aus. Mir ging es darum, das jeder das fahren soll, was er für richtig hält.

pooky
25.11.2002, 22:27
Also, wenn ich die Colnago-Tabelle richtig deute, dann ist mein Rahmen etwa ein-einhalb Zentimeter kürzer. Ich fahre einen 50er (Mitte-Mitte) bei 51,5er-Oberrohrlänge. Der Radstand beträgt 96,5 cm. Ein Cannondale hat immerhin 52,5er-Oberrohrlänge, aber fast den gleichen Radstand (96,7).

Aber wir kommen etwas vom Thema ab... ;)

Pooky

SteelRose
26.11.2002, 08:56
Carbon ist empfindlich!

Das sollte man sich immer wieder klar machen.
Carbongabeln und Hinterbauten?
Was war denn vor ein paar Jahren?
Da hat man diese Bauteile aus Stahl hartverchromt.

Einen Carbonhinterbau sollte man nicht an irgendwelche
Betonstufen anlehen, man sollte das Rad auch nicht
drauffallen lassen, die Kettenstrebe sollte möglichst
abgeklebt werden.

Und und und...

Will man dieses Risiko (bewusst :-))) eingehen, dann doch lieber gleich einen kompletten Carbonrahmen.
Das Fahrfeeling wird nicht nur durch den Hinterbau bestimmt, sondern durch das Tretlager und den Lenkkopf.
Für das synthetisch holzig spontane Feeling eines Carbonrahmens: alles aus Carbon.
Sonst bleibt es bei einem verwaschenen Alu-Feeling.

Das ist übrigens, dass was wirklich interessiert:
Das Fahrfeeling!

Ciao,

SR

dienstagsradler
26.11.2002, 11:14
Ich perönlich finde schon, daß die Räder mit Carbonhinterbau geil aussehen. Was sich mir aber verschließt ist der Nutzen. Wie es vorher schon gesagt haben, ist der Carbonhinterbau schwerer als einer aus Alu. Wilier hat den Sestriere in Alu und mit Deda Monobox Hinterbau. Nach Herstellerangabe sind da 180g Unterschied. ( 980g zu 1160g ). Dafür soll der mit Carbonhinterbau auch steifer sein. Kann ich mir auch gut vorstellen bei einem U2 Rohrsatz.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, daß Carbon am Hinterbau das bessere Material sein soll, am Rahmendreieck aber nicht. Meines Erachtens sind Rahmen aus einemm Material immer Materialmixzuren vorzuziehen ( egal ob Titan, Carbon, Alu oder Stahl).
Der Verstand spricht bei mir also für komplett Alu, das Herz und die Emotionen sprechen aber eine andere Sprache...........

pooky
26.11.2002, 12:32
Wenn ich das lese, was hier geschrieben wurde, dann tendiere ich eher zum Voll-Alu-Rahmen, auch wenn in meinen Augen ein Carbon-Hinterbau schön aussieht.


Original geschrieben von dienstagsradler
Der Verstand spricht bei mir also für komplett Alu, das Herz und die Emotionen sprechen aber eine andere Sprache...........

Endlich einer, der meine Sprache spricht... :D

Gruß,
Pooky

Skadieh
26.11.2002, 12:37
Mir ging es darum, das jeder das fahren soll, was er für richtig hält.

Mein Posting war keineswegs als Kritik zu verstehen!

J.G.
26.11.2002, 18:59
Ich fahre einen Carbonhinterbau und muss sagen, dass der Rahmen absolut steif ist, von daher zählt das Argument mit der Steifigkeit nicht! Komfortabel finde ich ihn auch! Ausserdem ist der Rahmen auch relativ leicht. Er wiegt in Grösse 58 ungefähr 1400g. Ist mit SC 61.10A Rohrsatz.

Tolmino Gios
27.11.2002, 11:19
Ich fahre einen Gios Carbon Rahmen mit dem über jeden Zweifel erhabenen Dedacciai V107 Rohrsatz und einem Carbon Hinterbau. In dieser Saison habe ich etwa 6000 Km unter den unterschiedlichsten Bedingungen, vom Berg- und Höhentraining in der Toskana bis zum Alltagstraining auf den teilweise miserablen Straßen in der Region um meinen Wohnort Bremen hinter mich gebracht. Mein Fazit nach dieser Distanz ist, daß ich sowohl was die qualitative Anmutung des Rahmens als auch den Fahrkomfort mit einem Carbon Hinterbau ausgesprochen zufrieden bin.
In den letzten 8 Jahren habe ich auf 5 unterschiedlichen Rennradrahmen meine Erfahrungen sammeln können. Zuletzt fuhr ich bis Ende 2001 einen Colnago Dream Plus Rahmen. Da meine Erinnerung an das Fahrgefühl auf diesem Rahmen noch am frischesten ist, möchte ich mich hierauf beziehen: Der Rahmen war sehr viel steifer und härter und dadurch extrem schnell im Antritt, von Komfort fehlte hier allerdings jede Spur. Genau das ist es allerdings, was den Gios Rahmen auszeichnet und ihm seine exzellente Ausgewogenheit verleiht. Es ist schwierig hier eine universell gültige Antwort darauf zu geben, ob Carbon Hinterbauten nun ein technischer Fortschritt oder nur ein unnötiger Modegag sind. Letztendlich kommt es einmal mehr darauf an, daß das Gesamtkonzept des Rahmens stimmig ist und das setzt gerade bei einem Carbon Hinterbau eine hervorragende Verarbeitung voraus. Da ich bereits Erfahrungen auf Rädern unterschiedlichster Hersteller sammeln konnte, die sich im Grunde alle eines guten Namens rühmen, weiß ich, daß es mit der hervorragenden Verarbeitung nicht immer weit her ist. Ich denke gerne an meinen De Rosa und meinen Look Rahmen zurück, wo es an der Verarbeitung nichts auszusetzen gab, beim Gedanken an Colnago und Denti stellen sich mir dagegen die Nackenhaare auf. Mein aktueller Rahmen von Gios definiert für mich die Spitze machbarer Handwerkskunst im Rennradbau: er ist leicht, super verarbeitet und wunderschön, so daß ich ihn nur wärmstens empfehlen kann.
Als Fazit läßt sich also festhalten, daß es schlußendlich eine Glaubensfrage ist, ob man Carbon Hinterbauten mag oder nicht. Ich bin begeistert davon und möchte mein Rad nicht so schnell wieder loswerden...

AndreasIllesch
27.11.2002, 11:54
5 rahmen in 8 jahren, wieso das denn? mit schlechtwetterrad, rollenrad oder wie?

Tolmino Gios
27.11.2002, 13:22
Nein, viel einfacher Gandalf: Einen Rahmen zur Zeit, aber alle hintereinander. Der Bruder eines ehemaligen Studienkollegen von mir betreibt ein kleines aber feines Radsportgeschäft in Bremen und überläßt mir die Rahmen zum Einkaufspreis. Da ich eigentlich immer auf der Suche nach meinem persönlichen Optimum war, habe ich die meisten nicht länger als eine Saison gefahren und danach ohne signifikanten Verlust wieder zu Geld gemacht. Bin von dem Gios Rahmen allerdings so angetan, daß ich ihn auf jeden Fall noch den Winter über und die nächste Saison fahren möchte.

J.G.
27.11.2002, 14:27
Ich denke, bei der Steifigkeit eines Rahmens beim Antritt wird es vor allem auf die Steifigkeit im Tretlager ankommen und nicht so sehr auf den Hinterbau. Oder liege ich da komplett falsch?

rennradjens
12.12.2002, 18:55
hi!Ich habe gehört, dass ein Carbonhinterbau schwerer ist als ein normaler Titan oder Aluhinterbau!!Aber natürlich bietet Carbon eine bessere Optik und ist etwas comfortabler.Ich selber fahre keinen Carbonhinterbau.Habe auch noch nie einen gefahren!ich denke ,dass ein solcher Hinterbau auch schneller bricht!!!


Gruss jens