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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : innenlager



tingel
03.03.2005, 09:17
Moin!

Sitze seit gestern vor meinem Innenlager - das muss raus!
Rührt sich gar nix. Kann mir nochmal einer genau sagen, welche Seite welches Gewinde hat, fahre über Mittag zu nem Kumpel in die Motorrad-Werkstatt, Rahmen einspannen.

Ich hab leider keine eindeutigen Aussagen gefunden. Die Logik würde mir sagen, linke Schale rechtsrum raus, rechte Schale linksrum, also normal. Halt immer gegen die Kurbeldrehung. Links und rechts immer in Fahrtrichtung gesehen. Ist ein 2004er 105er Lager. Gibt´s beim Ausbau ne bestimmte Reihenfolge?

Danke!

kampfgnom
03.03.2005, 09:25
Leider ist es immer genau andersherum als man logisch denkt, habe ich auch nie begriffen.
Kannst Du Dir aber merken, da es meistens auf dem linken Pedal steht: "L", also Linksgewinde;)
Beim Innenlager ist genau anders herum, also rechts Linksgewinde...

Wenn Du etwas einspannen willst, dann nimm nicht den Rahmen, sondern den Abzieher. Dann hast Du den Rahmen als Hebel und läufst weder Gefahr, Beulen zu drücken noch den Rahmen zu verkratzen.

Gruss, Kampfgnom

messenger
03.03.2005, 09:34
Stimmt aber nur, wenn ein BSA-Gewinde am Lager (was heute die Mehrheit ist) ist. Bei ital. Gewinde sind beide Seiten Rechtsgewinde.

Zuerst die linke Seite lösen.

Gruß mess.

maxe
03.03.2005, 09:37
Moin!

Sitze seit gestern vor meinem Innenlager - das muss raus!
Rührt sich gar nix. Kann mir nochmal einer genau sagen, welche Seite welches Gewinde hat, fahre über Mittag zu nem Kumpel in die Motorrad-Werkstatt, Rahmen einspannen.

Ich hab leider keine eindeutigen Aussagen gefunden. Die Logik würde mir sagen, linke Schale rechtsrum raus, rechte Schale linksrum, also normal. Halt immer gegen die Kurbeldrehung. Links und rechts immer in Fahrtrichtung gesehen. Ist ein 2004er 105er Lager. Gibt´s beim Ausbau ne bestimmte Reihenfolge?

Danke!

Ob Shimano oder Campa ist egal.
Wichtig ist das Tretlagergehäuse.
Da gibt es heute im wesentlichen 2 Masse. BSA und italienisch.
Beide haben links ein Rechtsgewinde, BSA aber rechts ein linksgewinde, ita hat auch rechts ein Rechtsgewinde.

Liebe Grüße,

Max

tingel
03.03.2005, 09:42
Gut, danke!

Also Rechts (Antriebsseite) hat ein Linksgewinde, dreht sich also rechtsrum raus. Links umgekehrt. Gut zu wissen. Aber jetzt bitte nicht mit Pedale kommen, das sind genau die Sachen, die verwirren.

Naja, ich wollt die Achse mit der Nuss in den Schraubstock spannen und den Rahmen drumherum drehen. So wie vorgeschlagen ;)

tingel
03.03.2005, 09:44
Ist BSA...

proek
03.03.2005, 09:53
Wenn Du etwas einspannen willst, dann nimm nicht den Rahmen, sondern den Abzieher. Dann hast Du den Rahmen als Hebel und läufst weder Gefahr, Beulen zu drücken noch den Rahmen zu verkratzen.


genau :Applaus: :Applaus:

isses jetzt draußen?

tingel
03.03.2005, 14:37
JETZT isses draußen. Ging auch ohne Einspannen, mit nem extra langen Schlüssel ;)

fausto-coppi
03.03.2005, 21:33
Leider ist es immer genau andersherum als man logisch denkt, habe ich auch nie begriffen.
[...]
Genau den gleichen Denkfehler hab ich auch mal gemacht, dann wurde ich von einem freundlichen Mechaniker darauf hingewiesen, daß durch das Kugellager das Drehmoment umgekehrt wird, so daß das Drehmoment, das auf die Lagerschale wirkt, in die andere Richtung wirkt wie das Drehmoment, das die Kurbel auf das Lager auswirkt. Deshalb müssen die Lagerschalen (zugegebenermaßen scheinbar paradoxerweise) jeweils in die Richtung eingeschraubt werden, in die sich auch die Kurbel dreht (Rückwärtstreten mal außer Acht gelassen).

messenger
03.03.2005, 21:46
Überzeugt noch nicht. Nimm mal ein Innenlager in die Hand und dreh die Welle. Will sich da das Gehäuse in die Gegenrichtung drehen? Wohl eher nicht.

Genauso bei den Pedalen. Ist sicher technisch korrekt, aber verstehen kann ichs nicht... :confused:

Gruß mess.

kampfgnom
03.03.2005, 21:53
Ist beim Schleifbock übrigens auch "falsch".
Der hat auf der rechten Seite ein Linksgewinde zum arretieren der Scheibe.
Ich habe immer gedacht, es müsse anders herum sein, da das Motormoment bei Linksgewinde dazu neigt, die Mutter zu lösen, wenn man sie festhält.
Ich denke mittlerweile, es geht bei der Orientierung nach Gleichlaufschwankungen.
Es gibt ja z.B. das Phänomen des Gegenmomentes, wenn man versucht, einen Hebel in eine Richtung zu schwenken.
Er reagiert mit einer kurzen Gegenbewegung, einem Federn in die entgegengesetzte Richtung.

Who knows... :ü

fausto-coppi
03.03.2005, 21:58
Überzeugt noch nicht. Nimm mal ein Innenlager in die Hand und dreh die Welle. Will sich da das Gehäuse in die Gegenrichtung drehen? Wohl eher nicht.

Genauso bei den Pedalen. Ist sicher technisch korrekt, aber verstehen kann ichs nicht... :confused:

Gruß mess.
Ich bin auch kein Techniker. So hab ich's halt erklärt bekommen, und fand's durchaus einleuchtend.
Zu deinem Einwand: Wir sind uns ja hoffentlich einig, daß im Fahrbetrieb andere Drehmomente auf das Lager einwirken, als wenn Du mit der Hand an der Welle drehst. Wenn dem nicht so wäre, bestünde nämlich keinerlei Gefahr, daß man eine Lagerschale überhaupt durch die normale Kurbelbewegung herausdrehen kann. Was man sich bei einer ersten Betrachtung eben meistens denkt, daß man die Lagerschale entgegen der Drehrichtung der Kurbel festziehen muß, um einem Herausdrehen entgegen zu wirken. Wg. oben beschriebener Umkehrung des Drehmoments durch die (Kugel-)Lagerung ist es eben (leider) genau umgekehrt. Wie sich's bei den Pedalen verhält, kann ich mir allerdings auch nicht herleiten :confused:

lelebebbel
03.03.2005, 22:15
ich hab mich auch jahrelang gefragt was das soll, bis mir es schliesslich einer im mtb-news.de forum einigermassen einleuchtend erklärt hat. hat etwas damit zu tun, dass die lagerkugeln aussen auf einem grösseren umkreis laufen als innen, dadurch entsteht das gegenmoment.
keine ahnung ob das nun die technisch korrekte erklärung ist, aber zumindest ist es irgendwie verständlich.

merke also: um rauszukriegen wie rum man bei pedalen oder innenlagerschalen drehen muss, einfach in gedanken mal "treten". in die richtung, in die sich das pedal bzw. die kurbel dabei dreht, muss man auch drehen um sie zu lösen.

james wood
04.03.2005, 12:05
Ist die Diskussion um die Losdrehkräfte nicht mittlerweile ziemlich akademisch?

Erstens halten sowohl italienische als auch BSA Gewinde, dürfte eigentlich nicht sein wenn diese von den Kugeln auf die Lagerschalen wirkenden Kräfte nennenswert wären (ich glaube so ein Lager würde ich auch gar nicht haben wollen, dann wären in meinem Innelager nämlich nennenswerte Reibungsverluste zu erwarten).

Zweitens, das ist glaube ich enscheidend, habe ich solche Lager nur noch n Rädern die älter als 10 Jahre sind (ok, macht diese Innenlager nicht schlechter). Bei mordernen Innenlagern sollte es diese Kräfte eigentlich nicht mehr geben da mit den Verschraubungen nur noch die gesamte Patrone verspannt wird.

kampfgnom
04.03.2005, 16:06
Von eben diesen Patronenlagern sprechen wir übrigens ;)

Obwohl das kaum einen Unterschied macht. Sowohl die Gewinde, als auch die Lagerart sind gleich geblieben (abgesehen davon, dass heutige Patronenlager meist Rillenkugellager verwenden).

proek
04.03.2005, 16:24
jepp, die lager übertragen dann die kraft auf die patrone und die auf die schalen... wahrscheinlich wolltest du genau das sagen.

ich hab am crosser ital., da ist sogar ein zwischenring eingebaut (das innelagergehäuse war re. etwas zu sehr abgedreht, und bei ca. 2mm zwischen kurbel und kettenstrebe hats die dann beim antreten berührt :D) und da hat sich bis jetzt auch nix gelöst.

vllt soll das ganze bei BSA ja auch dem leichteren ein/ausbau dienen?

messenger
04.03.2005, 16:28
Ist die Diskussion um die Losdrehkräfte nicht mittlerweile ziemlich akademisch?

Ers................


Nun ja in dem Fall vielleicht ein bißchen, allerdings grundsätzlich meine ich, daß den guten vom schlechten Schrauber u.a. unterscheidet, daß der eine stur nach Bastelbuch und Drehmomenvorgaben schraubt und der andere die technischen Zusammenhänge versteht...

Gruß mess.

kampfgnom
04.03.2005, 16:43
Zu beobachten ist jedenfalls auch, dass sich die festgefressene Lagerpatrone eines Pedals selbstständig macht und sich aus dem Pedalgehäuse dreht...

Bei einem werksseitig montierten Veloce-Innenlager hat sich mal die linke Lagerschale gelöst, was dann ein plötzliches Absacken der Kurbel beim Antritt am Berg zur Folge hatte.

Und nur, wenn ich solche Defekte begreife, kann ich ihrer Ursache entgegenwirken.
Ich mag es nicht, bei jedem Kinkerlitzchen, was nicht in einem schlauen Buch steht, sofort zum Händler zu rennen.
Wenn man sich mit der Materie beschäftigt, stellt man m.E. schnell fest, wie wenig Know-How eigentlich hinter vielen "Pofi"schraubern in Radläden steckt...

In diesem Sinne
Kampfgnom