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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rennrad / Reiserad



theodor
23.09.2002, 14:14
Wer kann mir für eine leichtgewichtige Frau einen Rennradrahmen
oder ein Komplettrad empfehlen, woraus man ein Reiserad aufbauen könnte.

- Ausfallenden mit Anlötösen für Gepäckträger
- Gabel und Hinterbau müssen Reifenbreite bis 28 besser 32 mm
zulassen
- Schutzbleche müssen montiert werden können.

wäre dankbar

theodor

AndreasIllesch
23.09.2002, 15:26
bei richtigen rennrädern sind schutzblechösen selten und gepäckträgerösen gar nicht vorhanden. auch mit der reifenbreite 30 mm gibts probleme.
was so aussieht wie ein rennrad und deine forderungen erfüllt, ist ein radonneur bike. hat im gegensatz zu einem rennrad einen langen hinterbau für besseren geradeauslauf, ist dafür aber nicht so wendig.
ein gutes radonneur mit guten komponenten ist z.B das von globetrotter. es ist auch vergleichsweise günstig.
auch das crossbike könnte für dich interessant sein.

http://www.globetrotter.de/de/shop/rubrik.php?&k_id=0303

SF_
23.09.2002, 16:24
Für meine Frau habe ich einen Stahlrahmen bei Wiesmann bauen lassen, der für Schutzbleche und Gepäckträger jeweils gesonderte Ösen am Ausfallende hat. Die Geometrie ist so gestaltet, daß man beim Lenkerdrehen auch nicht mit den Pedalhaken am Schutzblech streift. Abgesehen von einigen weiteren reiseradspezifischen Besonderheiten ist dies ein normales Rennrad (Palnatoki I), wegen der schmalen Schutzbleche und kurzen Rennbremsen allerdings nur für Reifenbreiten von 23 mm gebaut. Da Wiesmann den Rahmen einzeln anfertigt, kann er individuell auf Deine Wünsche eingehen. Wenn Du breitere Reifen willst, solltest Du auf keinen Fall Rennbremsen mit sehr langen Schenkeln nehmen. Die taugen nichts, z. B. für Abfahren mit viel Gepäck. Dann sind Bremsen aus dem MTB-Bereich vorzuziehen.

Anm.: Ich finde Reifenbreiten von 23 mm für Reiseräder mit Esge-Schutzblechen in Kombination mit Campa-Rennbremsen optimal (Shimano-Bremsen haben 2 mm kürzere Schenkel). Bei breiteren Reifen gibt es meiner Meinung nach nicht weniger, sondern mehr Reifenpannen.
Ungeeignet für 23 mm Breite sind Oberflächen mit lockerem Sand - aber da wirst Du auch mit 32 mm breiten Reifen nicht wirklich froh.

Windfänger
23.09.2002, 20:32
Ich denke, die Idee aus einem Rennrad ein Trekkingrad zu bauen, sollte man sich besser aus dem Kopf schlagen. Die Rahmen sind z.B. gar nicht dazu konstruiert, an den Rohre noch zusätzliche Lasten aufzunehmen, Schutzbleche lassen sich vorne z.B. überhaupt nicht anbauen, weil zwischen Rad und Unterrohr nicht genug Platz ist, (hinten kann man ja eins an die Sattelstütze klemmen) usw.

Aber Roberts Cycles z.B. baut Reiseräder, die ziemlich sportlich aussehen: http://www.robertscycles.com/products.html

Hab' aber keine Ahnung, was die kosten. Bestimmt teuer :(

AndreasIllesch
23.09.2002, 21:03
die kann man zum beispiel bei tnc hamburg beziehen.
da roberts ein massrahmenbauer ist, wird's wahrscheinlich nicht billig. der verkäufer bei tnc hat auch mal über den lack gelästert.

TNC- Hamburg, Grindelberg 45, 20144 Hamburg, Tel : 040/42910050, Fax : 040/42910053, E-Mail : info@tnc-hamburg.de

SF_
23.09.2002, 21:48
Original geschrieben von Windfänger
Ich denke, die Idee aus einem Rennrad ein Trekkingrad zu bauen, sollte man sich besser aus dem Kopf schlagen. Die Rahmen sind z.B. gar nicht dazu konstruiert, an den Rohre noch zusätzliche Lasten aufzunehmen, Schutzbleche lassen sich vorne z.B. überhaupt nicht anbauen, weil zwischen Rad und Unterrohr nicht genug Platz ist, (hinten kann man ja eins an die Sattelstütze klemmen) usw.

Aber Roberts Cycles z.B. baut Reiseräder, die ziemlich sportlich aussehen: http://www.robertscycles.com/products.html

Hab' aber keine Ahnung, was die kosten. Bestimmt teuer :(

Ich habe auch lange ein "Rennreiserad" für meine Frau gesucht und mich deshalb länger damit beschäftigt. Ein Schutzblech vorne braucht zwischen Laufrad und Unterrohr kaum Platz, wenn man z. B. das ESGE-Schutzblech so kürzt, daß der Metallwinkel durch die Gabel bis zum Bremsbolzen reicht an dem man das Schutzblech festmacht. Das Problem ist eher, daß man heute keine Anlötösen am Rennrad mehr hat (wie noch häufig in den 80ern zu finden). Man muß also Schellen nehmen - was ich nicht so toll finde. Für hinten gibt es evtl. eine relativ gute Lösung von Blackburn, wenn über dem Ausfallende eine dreieckförmige Aussparung im Rahmen ist (siehe Brügelmann-Katalog bei Gepäckträgern). Die obere Halterung vom Gepäckträger muß man aber wieder schellen. (Von angesteckten Schutzblechen halte ich übrigens gar nichts. Ich habe zwar keine persönlche Erfahrung damit, aber wenn man mit 80 km / h in ein Schlagloch fährt und das Ding fliegt einem ins Laufrad - dann gute Nacht.)
Das Hauptproblem ist aber für kleine Rahmen (Frauen sind im Durchschnitt eben kleiner) ein Geometrieproblem, nämlich die mangelnde Fußfreiheit für das vordere Schutzblech. Bei meinem 61er Rahmen und bei meiner Schuhgröße (41 bis 42) kann man z. B. eine "übliche" Rennradgeometrie bauen. Wenn man das bei einem 55er Rahmen macht, ist das ganze nicht mehr kollisionsfrei. Spezielle Tourenrahmen kannst Du auch vergessen. Die sind zwar auch bei 55er und kleineren Rahmenhöhen kollisionsfrei, haben aber einen Wendekreis wie ein Panzerkreutzer. Wer Rennradgemetrie gewohnt ist, fliegt damit bei der ersten Abfahrt aus der Kurve. Wenn man dann noch ein bischen in der Pampa herumfährt - was bei Reiserädern öfters vorkommt (manchmal unfreiwillig), wird man feststellen, daß ein Rennrad ein "ziemlich gutes MTB" ist, während die normalen Reiseräder meist einen geringen Abstand vom Tretlager zum Boden haben, so daß man schneller mit dem großen Kettenblatt auf großen herausstehenden Steinen aufsitzt. In leichten Kurven kann man auch eher nicht mittreten - alles Schrott für jemanden, der Rennradgeometrie gewohnt ist. Deshalb nochmal mein Rat für das kleine Reiserennrad: man gehe zum Rahmenbauer. Am besten kauft man sich die wichtigsten Komponenten schon vorher oder beim Rahmenbauer, so daß sie beim Bau zur Verfügung stehen. Dann hat der Rahmenbauer im Zweifelfall den schwarzen Peter, wenn was nicht paßt (ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen).
Und noch ein unerbetener Tip für das kurz gebaute Reiserennrad zur Verhinderung einer Fehlinvestition: Shimano Umwerfer greifen weiter nach hinten, so daß es eher zu einer Kollision mit dem Schutzbelch kommt. (Ich selber habe noch einen "modifizierten" Sachs-Umwerfer, meine Frau einen "modifzierten" Campa Racing-T. Ein Ultegraumwerfer war nach diversen "Verbesserungen" immer noch zu lang -> Schrottkiste)

SF_
23.09.2002, 22:03
Original geschrieben von Gandalf
die kann man zum beispiel bei tnc hamburg beziehen.
da roberts ein massrahmenbauer ist, wird's wahrscheinlich nicht billig. der verkäufer bei tnc hat auch mal über den lack gelästert.

TNC- Hamburg, Grindelberg 45, 20144 Hamburg, Tel : 040/42910050, Fax : 040/42910053, E-Mail : info@tnc-hamburg.de

Bei Wiesmann kann man den Rahmen veralisieren lassen. Ist nicht geeignet für Leichtwegwerfschrott. Für Reiserahmen, die lange halten sollen, gibt es aber nichts besseres.

siggi
23.09.2002, 22:04
Hallo

Schau Dir mal die Bilder in den Katalogen an wo bekannte Reiseradler Werbung für 28 Zoll Reiseräder der Hersteller machen.
Doch auf den Abbildungen auf denen die Reiseradler selbst sind sieht man sie fast nur mit 26 Zoll Reiserädern. 26 Zoll Reiseräder sind heute schon fast Standart. Man kann sie universell an alle Situationen anpassen, sie sind stabiler, die Ersatzteilbeschaffung ist in den meisten Ländern problemloser und sie fahren sich mit Gepäck einfach besser.

siggi

SF_
23.09.2002, 22:26
Original geschrieben von siggi
Hallo

Schau Dir mal die Bilder in den Katalogen an wo bekannte Reiseradler Werbung für 28 Zoll Reiseräder der Hersteller machen.
Doch auf den Abbildungen auf denen die Reiseradler selbst sind sieht man sie fast nur mit 26 Zoll Reiserädern. 26 Zoll Reiseräder sind heute schon fast Standart. Man kann sie universell an alle Situationen anpassen, sie sind stabiler, die Ersatzteilbeschaffung ist in den meisten Ländern problemloser und sie fahren sich mit Gepäck einfach besser.

siggi

Hallo Siggi,
an welche Situationen soll man Räder anpassen?
Wieso fahren sich 26 Zoll Räder mit Gepäck besser?

AndreasIllesch
23.09.2002, 23:53
26" räder sind allgemein stabiler und steifer als 28" räder.
was heist veralisieren?
das mit tnc hamburg bezog sich auf die roberts rahmen.

sensole
24.09.2002, 10:59
Was in einem anderen Beitrag schon geschrieben wurde, kann ich aus eigener Erfahrung nur unterstützen: Aus einem Rennrad ein Reiserad zu bauen, befriedigt nicht!

Mit ziemlicher Sicherheit wird das eine wacklige Angelegenheit, denn Rennrad-Rahmen sind nicht dafür gebaut, zusätzlich mit Gewicht bepackt zu werden. Besser eignen sich dafür sogenannte "Randonneure". Wenn Deine Frau nicht allzu gross ist, wäre es sinnvoll, ab Beginn auf 26"-Zoll zu setzen.

sensole
24.09.2002, 11:04
Veralisieren ist eine Oberflächenbehandlung, ein galvanisches Hartvernickeln. Leider trägt diese Bahandlung an sämtlichen Ecken und Kanten auf, so dass alle Gewinde und auch Rohranfänge nachbehandelt werden müssen, nicht ganz einfach.

theodor
24.09.2002, 13:07
Vielen Dank für eure konstruktiven Beiträge.
Ich weiß, ich bzw. sie suchen die eierlegende Wollmilchsau, d.h. ein Rad, das Agilität und Schnelligkeit eines Rennrads mit den Vorteilen eines Reiserades verbindet. Das dabei Kompromisse eingegangen werden müssen, ist klar. Jedoch sollte der Kompromiß näher beim Rennrad liegen,denn "Radfahren ist Rennradfahren" ,die Touren (es geht hauptsächlich um die Alpen) finden zum größten Teil auf Asphalt statt und nur wenig Gepäck(bis ca. 10 kg) muß mitgenommen werden.
Fast alle Modelle, die als Reiseräder oder gar Trekkingräder auf dem Markt angepriesen werden, sind viel zu schwer und zu behäbig und für jemand, der sportliches Fahren bevorzugt unbrauchbar. Die Tips Roberts und Hardo Wagner Cross kommen der Sache schon näher.
Mal sehen, was ich noch herausfinde und ob ich bzw. sie mit den Preisen der Rahmenbauer zurechtkommen.

Gruß

Theodor

Föhnfrisur
24.09.2002, 13:07
Hallo!

Habe in diesem Sommer mit meiner Freundin auch eine Tour unternommen. Zu diesem Zweck haben wir Mountainbikerahmen entsprechend mit Anbauteilen versehen. Auch ich bin seitdem für die 26 Zoll Lösung. Die Laufräder sind stabiler, das Rad ist wendiger und man kommt tatsächlich oft - auch durch die Hinweisgebung auf Radwegen - ins Gelände oder in Wälder.

Ich verwendete einen Trek 7000 Alurahmen. Mit zwei Gepäckträgern und Maximalbeladung hatte ich 30 kg Gewicht dabei. Dies hat sich in der Längsachse wegen der relativ leichten Rahmens durch Verwindungen bemerkbar gemacht. Erstaunlicherweise gewöhnt man sich aber auch daran.

Daher rate ich nun zum 26 Zoll Rad, obwohl sich ein Freund ein sehr schönes Utopia mit 28 Zoll aufgebaut hat.

Schönen Gruß

F.

SF_
24.09.2002, 13:40
Original geschrieben von sensole
Was in einem anderen Beitrag schon geschrieben wurde, kann ich aus eigener Erfahrung nur unterstützen: Aus einem Rennrad ein Reiserad zu bauen, befriedigt nicht!

Mit ziemlicher Sicherheit wird das eine wacklige Angelegenheit, denn Rennrad-Rahmen sind nicht dafür gebaut, zusätzlich mit Gewicht bepackt zu werden. Besser eignen sich dafür sogenannte "Randonneure". Wenn Deine Frau nicht allzu gross ist, wäre es sinnvoll, ab Beginn auf 26"-Zoll zu setzen.

In dieser allgemeinen Formulierung ist dies absolut falsch. Das zusätzliche Gewicht ist z. B. für meine Rennradrahmen überhaupt kein Problem. Dies trifft natürlich nicht auf Superleichtwegwerfräder zu. Ich nehme z. B. neben voll bepackten Lowridern und 55 l großen Satteltaschen noch Packsäcke für folgenden Inhalt mit: 2 Schlafsäcke, Zelt, Luftmatratze meiner Frau. Meine Frau transportiert nur meine Isomatte und die Zeltunterlage (das würde ich auch noch nehmen, passt aber nirgens mehr hin). Nach kurzer Eingewöhnung von ein paar Minuten ist das Fahren kein Problem - ob auf der Straße in den Alpen oder auf einem Waldweg im Schwarzwald. Früher bin ich alleine (deshalb ohne Lowrider) mit einem Stahlrahmen aus Serienproduktion (Dancelli) gefahren, das war vom Rahmen her auch kein Problem.

Was für den Rahmen gilt, ist entsprechend auch für die Komponenten sinnvoll. Finger weg von Superleichtteilen bei tragender Funktion, Einsatz normal erhältlicher Komponenten (z. B. 36 Loch Felgen) ist absolut ausreichend (ich rate eher zum hochpreisigen Marktsegment - dies ist allerdings vom Rahmen unabhängig).

Und um gleich das nächste Vorurteil auch abzuhandeln: Rennbremsen (in meinem Fall Record Bremskörper + Weinmann Bremsgriffe) sind durchaus auch bei steilen Abfahrten ausreichend zum Abbremsen. Ein Problem gibt es allerdings, das ist das Erwärmen der Felgen. Dies ist nicht nur von der Gesamtmasse, Topograhie und Bodenbeschaffenheit, sondern auch von Wetter und Fahrtechnik abhängig. Wir machen deshalb in besonderen Situationen (z. B. 2000 Höhenmeter Abfahrt auf nasser Straße) eben vorsichtshalber Mal eine Pause zum Abkühlen. Wer hier besondere Probleme hat oder in seinem hyperaktiven Urlaub nicht Mal 2 Minuten Pause machen kann, ist evtl. mit Scheibenbremsen besser bedient - wobei ich nicht beurteilen kann, ob die für das Fahrrad schon ausgereift entwickelt sind. Hier wäre dann eine verstärkte Gabel erforderlich.

SF_
24.09.2002, 13:45
Original geschrieben von sensole
Veralisieren ist eine Oberflächenbehandlung, ein galvanisches Hartvernickeln. Leider trägt diese Bahandlung an sämtlichen Ecken und Kanten auf, so dass alle Gewinde und auch Rohranfänge nachbehandelt werden müssen, nicht ganz einfach.

Außer Innenlager und Steuersatz habe ich am veralisierten Rahmen meiner Frau alles selbst montiert. Mit keinem Gewinde gab es ein Problem.

theodor
24.09.2002, 13:46
@Föhnfrisur

30 kg Gepäck????
was nehmt ihr da alles mit, den kompletten Haushalt?
dann ist klar, da kommt nur ein äußerst robustes Fahrzeug, ohne Rücksicht auf Agilität und Tempo in Frage. Genau das aber solls nicht sein. Bei der Dichte von Gasthäusern in den Alpen kommen mir schon 10 kg ( ich habe meistens incl. der Wanderschuhe weniger dabei) schon ziemlich viel vor.

gruß

Theodor

SF_
24.09.2002, 13:58
Original geschrieben von theodor
@Föhnfrisur

30 kg Gepäck????
was nehmt ihr da alles mit, den kompletten Haushalt?
dann ist klar, da kommt nur ein äußerst robustes Fahrzeug, ohne Rücksicht auf Agilität und Tempo in Frage. Genau das aber solls nicht sein. Bei der Dichte von Gasthäusern in den Alpen kommen mir schon 10 kg ( ich habe meistens incl. der Wanderschuhe weniger dabei) schon ziemlich viel vor.

gruß

Theodor

10 kg pro Person oder Gesamtgepäck für 2 Personen?

theodor
24.09.2002, 14:57
ich kann da nur für mich allein sprechen.
10 kg ist die maximale Gepäckmasse, die ich noch bereit bin mitzuschleppen. Ich nehme weder Kocher noch Zelt noch Schlafsack mehr mit, da ich von Polen bis Portugal genügend Gasthäuser, Hütten etc.. finde. Wenn ich nur radle, bleibts meistens unter 7 kg für die Woche.
Da ich jedoch genauso gerne Bergsteige bzw. -wandere, erhöhen Wanderschuhe, Biwaksack, Hüttenschlafsack, zusätzliche Kleidung und div. Kleinigkeiten die Gepäckmenge. Jedoch auch bei mehrwöchigen Touren wasche ich lieber unterwegs oder schicke Pakete hin und her als zuviel Gepäck aufs Rad zu packen.

gruß

Theodor

SF_
24.09.2002, 16:41
Original geschrieben von theodor
ich kann da nur für mich allein sprechen.
10 kg ist die maximale Gepäckmasse, die ich noch bereit bin mitzuschleppen. Ich nehme weder Kocher noch Zelt noch Schlafsack mehr mit, da ich von Polen bis Portugal genügend Gasthäuser, Hütten etc.. finde. Wenn ich nur radle, bleibts meistens unter 7 kg für die Woche.
Da ich jedoch genauso gerne Bergsteige bzw. -wandere, erhöhen Wanderschuhe, Biwaksack, Hüttenschlafsack, zusätzliche Kleidung und div. Kleinigkeiten die Gepäckmenge. Jedoch auch bei mehrwöchigen Touren wasche ich lieber unterwegs oder schicke Pakete hin und her als zuviel Gepäck aufs Rad zu packen.

gruß

Theodor

Hallo Theodor,
eigentlich geht es mich ja nichts an. Ich frage mich nun allerdings folgendes:
Fährt die Dame, für die Du ein Rad suchst, die Touren mit Dir? Dann kannst Du doch die 15 kg oder so alleine nehmen und Deine Begleiterin fährt mit Ihrem normalen Rennrad. Normalerweise ist der Leistungsunterschied zw. Mann und Frau (v. a. bei starkem Gegenwind oder langen Steigungen) meist recht groß - so daß sich eine ungleiche Gewichtsverteilung geradezu anbietet. Oder seit Ihr leistungsmäßig gleich stark?

GerdV
25.09.2002, 17:57
Hi,
fahre ein Hardo Wagner Randoneuer. Das wiegt mit Ständer, Lowrider, Gepäckträger Lichtanlage etc. 12.5 kg. Das höhere Gewicht zum Rennrad mache ich spielend mit dem 3-fach Kettenblatt am Berg wett. Wie schon weiter oben erwähnt ist der Lenkradius größer als beim Rennrad. Na und ? Ich fahr doch mit Gepäck keine Rennen. Ich bin bisher noch um jede Kurve gekommen. Wesentlich unangenehmer ist die Umstellung von Shimano STI ( Rennrad) zur Campa Ergo, da hätte ich vielleicht doch besser auf Shimano bestanden. Ansonsten kann man mit dem Teil im Winter trainieren, im Alltagsbetrieb fahren und mit Gepäck reisen. Für alle anderen Situationen habe ich das Rennrad.
Gruss
G.

siggi
25.09.2002, 18:46
Original geschrieben von SF_


Hallo Siggi,
an welche Situationen soll man Räder anpassen?
Wieso fahren sich 26 Zoll Räder mit Gepäck besser?


Hallo SF
Reiseräder soll man an die Strecke anpassen die man fahren will.
Es macht ja einen Unterschied ob man durch die Wüste, über Alpenpässe, durch Mecklenburg Vorpommern oder durch die Mongolei fahren will. Ein MTB als Reiserad ist wohl das einzigste, das man optimal an solche Sitiutionen anpassen kann, da die Auswahl an Bereifung, Federgabeln, Rahmen usw. einfach größer ist.
Ich bin vor einigen Jahren vom 28 Zoll Reiserad auf ein MTB als Reiserad umgestiegen. Mit Slicks z.B. Conti Avenue rollt es voll beladen besser als ein Reiserad mit dünnen Reifen und auf den Abfahrten kommt keine Unruhe auf.

siggi

theodor
25.09.2002, 18:59
Hallo Gerd

so etwa wollte ich es meiner Bekannten vorschlagen und bin auch schon auf Hardo Wagner gestossen. Welches Modell hast du und woher bezogen. Wie lange / wieviele km in Betrieb und bist du mit der Qualität zufrieden?

gruß

Theodor

sensole
26.09.2002, 15:13
Dann versuch doch einmal mit 50 kg Gepäck im Wiegetritt einen Pass hinauf zu fahren! RR-Rahmen der Normalklasse (bis max 2 kg) sind nicht dafür gebaut.

SF_
26.09.2002, 21:25
Original geschrieben von siggi



Hallo SF
Reiseräder soll man an die Strecke anpassen die man fahren will.
Es macht ja einen Unterschied ob man durch die Wüste, über Alpenpässe, durch Mecklenburg Vorpommern oder durch die Mongolei fahren will. Ein MTB als Reiserad ist wohl das einzigste, das man optimal an solche Sitiutionen anpassen kann, da die Auswahl an Bereifung, Federgabeln, Rahmen usw. einfach größer ist.
Ich bin vor einigen Jahren vom 28 Zoll Reiserad auf ein MTB als Reiserad umgestiegen. Mit Slicks z.B. Conti Avenue rollt es voll beladen besser als ein Reiserad mit dünnen Reifen und auf den Abfahrten kommt keine Unruhe auf.

siggi

Nun ja, wenn Du Rahmen, Bereifung und Gabel je nach Strecke wechselst, bist Du ja ein absoluter Perfektionist. Hierfür bin ich viel zu faul. Ich baue mir lieber einmal ein Reiserad zusammen, mit dem ich überall da hin fahren kann, wo ich hinfahren will.

Ein Rad mit 28 Zoll Reifen läuft natürlich nichtgenerell leichter als eines mit 26 Zoll Reifen – oder dünne Reifen besser als dicke. Das hängt von vielen Faktoren ab. Allerdings geht hier auch einiges durcheinander. Laufräder mit großem Durchmesser müssen nicht unbedingt schmälere Reifen haben als kleine Reifen. Die breiteste Version von Deinem Conti Avenue ist 47 – 559. Einen 47 – 622 er "Marathon" gibt es doch an jeder Ecke. Wenn dein 26 Zoll Rad auf festem Untergrund mit Gepäck leichter läuft als Dein Rennrad, heißt das nur, daß es auch ohne Gepäck leichter läuft.

Die meisten asphaltierten Alpen- und Pyrenäenpässe über 2000 m bin ich schon gefahren und zwar immer mit Campinggepäck und Probleme mit aufkommender Unruhe hatte ich dabei noch nie. Im Gegenteil habe ich auf schlechten Strecken sogar das Gefühl, irgendwie ruhiger zu fahren.

Und zum Punkt schmale Rennreifen: Es gibt hier durchaus ungünstige Bedingungen.
Lockerer Sand: Fährt sich echt schlecht. Ich tippe darauf, man fährt mit möglichst dicken, schlecht aufgepumpten Reifen besser. Habe davon aber zugegeben keine Ahnung. Falls es nun wirklich die allerdicksten Reifen in 26 Zoll gibt, ist es sicherlich ratsam duch die Sandwüste mit 26 Zoll Reifen zu fahren.
Rutschigen Hang schräg entlang fahren ist ohne Profil schwierig. Man muß etwas nach oben lenken, um auf der gleichen Höhe zu bleiben. Titt dies häufig auf, sind evtl. Cross-Reifen angesagt. Ob die in 26 oder 28 Zoll gefahren werden, ist mir nicht bekannt. Ich habe von Cross keine Ahnung. In welchem Land man ständig schräg den Hang entlang fährt ist mir auch nicht bekannt.
Eis: Vorsicht in Kurven. Auf gerader Strecke kein Problem beim Fahren, allerdings hat man einen sehr langen Bremsweg. Bei der Wintertour Fairbanks – Anchorage würde ich deshalb den Snow-Stud 40 –622 nehmen – der hat Spikes. Ist mir aber viel zu kalt.
Schnee: niedriger Schnee auf flachem Gelände ist kein Problem für schmale Rennreifen, in den Kurven ist allerdings Geschwindigkeitsreduzierung angesagt. Schnee bei Steigungen mit z. T. gefrorenem Untergrund ist schwierig zu fahren (bin schon mal im Winter auf einem Waldweg auf die Schwarzwaldhochstraße gefahren). Deshalb keine Slicks fahren. Bei hohem Schnee bricht man durch die Oberfläche durch, versinkt und kann einfach nicht mehr fahren.
Bei Winterradtouren in Sibirien empfehle ich deshalb Theodor um Rat zu fragen. Der kann bestimmt ein geeignetes Rad aus seinem Baukasten zusammenstellen – natürlich mit 26 Zoll-Reifen.
(O. K. - die letzten beiden Sätze waren unsachlich und doof – bitte aus dem Gedächtnis löschen.)
Downhillfahren: würde ich nicht mit schmalen Reifen, weil man dann mit gebrochenen Felgen rechnen muß. (Man kann aber durchaus mit Gepäck "langsam" eine Treppe herunterfahren, ohne hinterher einen Achter zu haben.)
Natürlich sind auf schlechten Wegen nur wenige Rennradreifen geeignet, aber es genügt ja wenn man wenigstens einen kennt. Und - zu Deiner großen Befriedigung - zweimal mußte ich auch schon Laufen, wo ich mit einem MTB wahrscheinlich noch gefahren wäre. (Einmal am Gavia vor fast 20 Jahren, damals hatte ich noch miese Billigfelgen - da habe ich auf vielen Stücken des Weges gekniffen. Einmal im Schwarzwald, da war es zu steil für meinen kleinsten Gang 30 vorne, 34 hinten).

Da ich mit dem Rad von Offenburg aus nie weiter als bis in die Alpen bzw. Pyrenäen gekommen bin – und das auch nur im Sommer – sind die oben genannten ungünstigen Bedingungen für schmale Rennradreifen ziemlich selten und deshalb hat mein Reiserad eben nur schmale Rennreifen 23 – 622 (früher 25 – 622). Trotzdem wünsche ich Dir viel Spaß mit Deinem MTB.

SF_
26.09.2002, 21:27
Original geschrieben von sensole
Dann versuch doch einmal mit 50 kg Gepäck im Wiegetritt einen Pass hinauf zu fahren! RR-Rahmen der Normalklasse (bis max 2 kg) sind nicht dafür gebaut.

Fährst Du mit 50 kg Gepäck? Also ich fahr bestimmt mit weniger, obwohl bei mir schon alles voll ist. Ich suche einen größeren Gepäckträger für hinten, damit ich noch eine Isomatte und eine Zeltunterlage unterbekomme – bisher transportiert das meine Frau. Und die ist am Berg sowieso so langsam. Es sollte ähnlich aussehen wie der Tubus Cargo nur zweistöckig oder mit Bügel nach hinten oder so. Kennst Du zufällig sowas exotisches (und dann auch noch für 28 Zoll Bereifung)?

GerdV
27.09.2002, 10:51
Original geschrieben von theodor
Hallo Gerd

so etwa wollte ich es meiner Bekannten vorschlagen und bin auch schon auf Hardo Wagner gestossen. Welches Modell hast du und woher bezogen. Wie lange / wieviele km in Betrieb und bist du mit der Qualität zufrieden?

gruß

Theodor

Fahre den Randonneur 28 Zoll mit Centaur von Campa, Tubus vorne und hinten, Nabendynamo, Plietscher Ständer in einem tollen Rot mit schwarzen Anbauteilen. Die Qualität ist, wenn ich das beurteilen kann sehr gut. Einzig die Tectro VBrakes machen mir Probleme, die Einstellung ist mm Arbeit. Werde mir aber die sogenannten STI Extender montieren. Damit hat man mehr Hebelspielraum für die Bremse.
Gruss
G.

GerdV
27.09.2002, 10:53
Original geschrieben von SF_


Fährst Du mit 50 kg Gepäck? Also ich fahr bestimmt mit weniger, obwohl bei mir schon alles voll ist. Ich suche einen größeren Gepäckträger für hinten, damit ich noch eine Isomatte und eine Zeltunterlage unterbekomme – bisher transportiert das meine Frau. Und die ist am Berg sowieso so langsam. Es sollte ähnlich aussehen wie der Tubus Cargo nur zweistöckig oder mit Bügel nach hinten oder so. Kennst Du zufällig sowas exotisches (und dann auch noch für 28 Zoll Bereifung)?
Versuchs doch mal mit einem Anhänger. Ich fahre einen Bob Yak, mit dem man übrigens auch ein RR reisetauglich machen kann. Da passt schon ne Menge rein !
Gruss
G.

theodor
27.09.2002, 14:46
@GerdV

Hallo Gerd

ich habe mir schon sowas aehnliches gedacht und meiner Bekannten zu einem Hardo Wagner Tracer mit 26 Zoll Rädern ( sie ist ziemlich klein) geraten. Die - bisher - beste Lösung zum Bremsenproblem am Reiserad mit Rennlenker ist für mich Lenkerendschalter Dura Ace + Dia Comp Rennbremshebel für V-Brakes.
Noch eine Frage zum Bob-Yak Trailer. Bei Abfahrten mit höheren Geschwindigkeiten so ab 45 - 50 Km /h und gleichzeitiger Beladung mit 20 kg oder mehr, fängt bei mir die Fuhre an zu schlingern, da der schiebende Anhänger unkontrollierbare Kräfte in die Hinterachse einleitet.
Hast du ähnliche Erfahrungen oder liegts an meinem relativ weichen Rahmen?

gruß

Theodor

GerdV
27.09.2002, 15:45
Hallo Theodor,

mit dem Anhänger ist bei 40 kmh Schluss. Da habe ich kein gutes Gefühl mehr und bremse lieber ab.
Gruss
G.

siggi
27.09.2002, 16:27
Hallo Theodor

Wenn ich mit der Familie Radurlaub mache, dann nehme ich immer den BOB Yak. Ich darf dann das ganze Gepäck von Tochter Frau und mir schleppen. Meine Frau hat nur zwei kleine Packtaschen mit der Tagesverpflegung und ein paar leichten Kleinigkeiten am Rad. Zum Tempo kann ich sagen V/max war bis jetzt voll beladen die Wendefurter Steige 14% im Harz mit 78,6 Km/h, absolut kein Problem. Leider mußte ich abbremsen da ein LKW vor mir war sonst wären über 80 Km/h drin gewesen. Ich fuhr mit meinem MTB Reiserad. Ich muß aber sagen, daß ich den BOB Yak selber gebaut habe und zwar die Deichsel extra kurz für 26 Zoll 20 Zoll Laufrad und Ladefläche unter dem Schwerpunkt. Dadurch verbessern sich die Fahreigenschaften ganz erheblich.

siggi

theodor
27.09.2002, 16:34
die ganze Diskussion ist für mich sehr aufschlußreich. Es gibt offensichtlich doch noch eine Menge Radfahrer, für die Reiseräder am Rennrad orientiert werden müssen.
Leider ist die Auswahl von Rädern / Rahmen die gleichzeitig für sportliches Fahren und Reisen geeignet sind, sehr eingeschränkt.
Denen, die unter Rennradfahren nur wettbewerbsmäßiges fahren verstehen und für die Reisen mit Gepäck unter die Kategorie " ich fahr mal eben zum Bäcker" fällt, sei gesagt, daß aller Rennradsport aus dem sportlichen Reisen entstanden ist. Leider ist diese Erfahrung etwas untergegangen, weil das Fahrrad als Verkehrsmittel auch bei einem großen Teil der Rennradler keine Rolle spielt. Die Anreise zur Tour / zur RTF / zum Rennen / zum Trainingslager wird mehr oder weniger selbstverständlich mit Auto /Flugzeug zurückgelegt.
Aber merkts euch, die Akzeptanz der Rennradler auf Straßen hängt in aller erster Linie von der Akzeptanz des Fahrrades als Verkehrsmittel ab, d.h. der zum Bäcker radelnde Opa bestimmt letztendlich, ob wir als Rennradler im Verkehr als gleichberechtigt akzeptiert werden.

gruß

Theodor


P.S. bin selber Opa, aber der schnellste am Ort

SF_
27.09.2002, 17:24
Original geschrieben von GerdV
Hallo Theodor,

mit dem Anhänger ist bei 40 kmh Schluss. Da habe ich kein gutes Gefühl mehr und bremse lieber ab.
Gruss
G.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich meinen Anhänger nicht für Radtouren in die Berge einsetze - und Campingradtouren mache ich nur in die Berge.

SF_
27.09.2002, 17:37
Original geschrieben von theodor
die ganze Diskussion ist für mich sehr aufschlußreich. Es gibt offensichtlich doch noch eine Menge Radfahrer, für die Reiseräder am Rennrad orientiert werden müssen.
Leider ist die Auswahl von Rädern / Rahmen die gleichzeitig für sportliches Fahren und Reisen geeignet sind, sehr eingeschränkt.
Denen, die unter Rennradfahren nur wettbewerbsmäßiges fahren verstehen und für die Reisen mit Gepäck unter die Kategorie " ich fahr mal eben zum Bäcker" fällt, sei gesagt, daß aller Rennradsport aus dem sportlichen Reisen entstanden ist. Leider ist diese Erfahrung etwas untergegangen, weil das Fahrrad als Verkehrsmittel auch bei einem großen Teil der Rennradler keine Rolle spielt. Die Anreise zur Tour / zur RTF / zum Rennen / zum Trainingslager wird mehr oder weniger selbstverständlich mit Auto /Flugzeug zurückgelegt.
Aber merkts euch, die Akzeptanz der Rennradler auf Straßen hängt in aller erster Linie von der Akzeptanz des Fahrrades als Verkehrsmittel ab, d.h. der zum Bäcker radelnde Opa bestimmt letztendlich, ob wir als Rennradler im Verkehr als gleichberechtigt akzeptiert werden.

gruß

Theodor


P.S. bin selber Opa, aber der schnellste am Ort

Ich habe eher den Eindruck, daß das rennradorientierte Reiserad immer mehr verschwindet. Zunächst ist hierfür natürlich der subjektive Eindruck vieler verantwortlich, daß ein Rennrad nichts aushält und ein sonderempfindliches Filigrangebilde ist. Dann sorgt die MTB-Mode sowie die rennradfeindliche Infrastruktur (deutsche Radgehwege, Radwegebenutzungszwang usw.) dafür, daß die Leute erst gar nie die Vorteile eines Rennrades kennlernen. Der Preis spielt auch eine Rolle: ein gutes Rennreiserad ist teurer als ein MTB-basiertes Reiserad, das genau so viel aushält. 18 bis 20- jährige haben mehr Geld und fahren eben nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto in den Urlaub. Zuletzt sorgt in unserer automobil- und flugzeugorientierten (und subventionierten) Gesellschaft die Betrachtung des Rades nur als Sportgerät eben dafür, daß die Leute nur noch an ihrem Wohn- oder Urlaubszielort den Rennrad- oder MTB-Sport ausüben. Der wahre Trumpf des Rennreiserades, nämlich ökologisch, bequem, volkswirtschaftlich preiswert und - für Fahrradverhältnisse - relativ schnell große Distanzen überwinden zu können, findet deshalb leider keine marktrelevante Resonanz mehr.

AndreasIllesch
27.09.2002, 18:27
also ich finde, mit diesen cross- oder hybridbikes mit geradem lenker, also mtb's mit 28" rädern ist sportliches, agiles fahren möglich.
sie haben zwar meist einen etwas längeren hinterbau als rennräder aber dafür ein kürzeres oberrohr, so dass der radstnd verhältnismäßig kurz bleibt.
ich kenne kein hybridbike, das nicht schutzblech und gepäckträdertauglich wäre. mit etwas bastelei kann man auch einen rennlenker anbauen.
bei der reifenbreite kannst; glaube ich, bis auf 28mm runtergehen für die treckingfelge.
oder du läßt dir eine rennradfelge einspeichen, da gehts mit der reifenbreite rauf bis 25 mm.
hybrid bikes gibt's wie sand am meer, und mit ein paar umbauten hat man ein gepäcktaugliches rennrad.

siggi
27.09.2002, 20:52
Original geschrieben von SF_


Das ist einer der Gründe, weshalb ich meinen Anhänger nicht für Radtouren in die Berge einsetze - und Campingradtouren mache ich nur in die Berge. ,


Hallo SF

Du hast wahrscheinlich noch nicht den richtigen Anhänger hinterm Rad gehabt. Mein selbstgebauter BOB Yak läuft wie auf Schienen. Von dem Eigenleben des original BOB Yak habe ich aber schon gehört. Er hat zwei Nachteile
- Ladefläche auf Achshöhe
- senkrecht Verbindungsstrebe zu weit hinten, dadurch verwindet
sich der obere Rahmen zum unterem Rahmen. Man hat sie so
weit nach hinten gesetzt um die Deichsel nach innen schwenken
zu können.
Diese Nachteile habe ich ausgeschaltet und mein Anhänger wiegt auch nur 6 Kilo.
Bild ist im Anhang

siggi

siggi
27.09.2002, 21:29
Original geschrieben von SF_


Ich habe eher den Eindruck, daß das rennradorientierte Reiserad immer mehr verschwindet. Zunächst ist hierfür natürlich der subjektive Eindruck vieler verantwortlich, daß ein Rennrad nichts aushält und ein sonderempfindliches Filigrangebilde ist. Dann sorgt die MTB-Mode sowie die rennradfeindliche Infrastruktur (deutsche Radgehwege, Radwegebenutzungszwang usw.) dafür, daß die Leute erst gar nie die Vorteile eines Rennrades kennlernen. Der Preis spielt auch eine Rolle: ein gutes Rennreiserad ist teurer als ein MTB-basiertes Reiserad, das genau so viel aushält. 18 bis 20- jährige haben mehr Geld und fahren eben nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto in den Urlaub. Zuletzt sorgt in unserer automobil- und flugzeugorientierten (und subventionierten) Gesellschaft die Betrachtung des Rades nur als Sportgerät eben dafür, daß die Leute nur noch an ihrem Wohn- oder Urlaubszielort den Rennrad- oder MTB-Sport ausüben. Der wahre Trumpf des Rennreiserades, nämlich ökologisch, bequem, volkswirtschaftlich preiswert und - für Fahrradverhältnisse - relativ schnell große Distanzen überwinden zu können, findet deshalb leider keine marktrelevante Resonanz mehr.

Hallo SF Hallo Theodor

Da habt ihr natürlich Recht, daß in unserer Gesellschaft das Rad meist nur als Spielzeug höchstens noch als Sportgerät angesehen wird. Daß das Rad ein vollwertiges Verkehrsmittel ist, wollen die meisten nicht wahr haben. Besonders bei den verantwortlichen Politikern ist diese Denkweise verhaftet zudem fürchten sie Alles, was eine Konkurrenz zum Auto darstellt.
Das der MTB Boom aber an den schlechten Radwegen Schuld ist, wie SF behauptet, das stimmt nicht. 90% der Leute die mit dem Rad unterwegs sind, sind keine Alltagsradler sondern nur Gelegenheitsfahrer. Diese Leute sind mit allen Wegen zufrieden die man ihnen anbietet und ist kein Radweg da, dann fährt man eben auf dem Fußweg weiter oder schiebt. Sie fahren nur Rad wenn sie Zeit haben sonst wird wieder das Auto genommen.
So werden die restlichen 10% es immer schwer haben gegen schlechte Radwege anzukämpfen oder das Rad als effektives Verkehrsmittel anzupreisen.
Eure Meinung, daß man nur mit dem Rennreiserad schnell unterwegs ist und nur damit lange Distanzen zurücklegen kann woher nehmt ihr die? Mich hat in meiner langjähren MTB Reisezeit bis jetzt noch kein Rennreiseradler überholt ;) Im übrigen finde ich es Unsinn die Radreisenden hier in Lager zu spalten. Diese Gruppen können auch schön gemeinsam eine Radreise machen. Auch wenn dadurch die Gefahr besteht, daß die Rennreiseradler immer neidisch auf die MTB Reiseradler schauen ;)

siggi

SF_
30.09.2002, 14:54
Original geschrieben von siggi


Hallo SF Hallo Theodor

Da habt ihr natürlich Recht, daß in unserer Gesellschaft das Rad meist nur als Spielzeug höchstens noch als Sportgerät angesehen wird. Daß das Rad ein vollwertiges Verkehrsmittel ist, wollen die meisten nicht wahr haben. Besonders bei den verantwortlichen Politikern ist diese Denkweise verhaftet zudem fürchten sie Alles, was eine Konkurrenz zum Auto darstellt.
Das der MTB Boom aber an den schlechten Radwegen Schuld ist, wie SF behauptet, das stimmt nicht. 90% der Leute die mit dem Rad unterwegs sind, sind keine Alltagsradler sondern nur Gelegenheitsfahrer. Diese Leute sind mit allen Wegen zufrieden die man ihnen anbietet und ist kein Radweg da, dann fährt man eben auf dem Fußweg weiter oder schiebt. Sie fahren nur Rad wenn sie Zeit haben sonst wird wieder das Auto genommen.
So werden die restlichen 10% es immer schwer haben gegen schlechte Radwege anzukämpfen oder das Rad als effektives Verkehrsmittel anzupreisen.
Eure Meinung, daß man nur mit dem Rennreiserad schnell unterwegs ist und nur damit lange Distanzen zurücklegen kann woher nehmt ihr die? Mich hat in meiner langjähren MTB Reisezeit bis jetzt noch kein Rennreiseradler überholt ;) Im übrigen finde ich es Unsinn die Radreisenden hier in Lager zu spalten. Diese Gruppen können auch schön gemeinsam eine Radreise machen. Auch wenn dadurch die Gefahr besteht, daß die Rennreiseradler immer neidisch auf die MTB Reiseradler schauen ;)

siggi


1. Ich behaupte nicht, daß der MTB-Boom an den schlechten Radwegen schuld ist. Auch wenn es so ist, daß sich hier zwei Faktoren verstärken. Mit einem langsam fahrenden Kaufhaus-MTB mit wenig Luft wird man eine holperige Fahrstrecke und eine diskriminierende Wegeführung halbwegs akzeptieren. Umgekehrt kaufen sich die Leute eher ein fettreifiges, gefedertes MTB, wenn sie schon eine mangelhafte Infrastruktur antreffen.
Allerdings ist für Verkehrsplaner das Material und die Ansicht von Radfahrern i. a. völlig nebensächlich. Die eigentliche Ursache für die schlechte Situation für Radfahrer liegt in der oben genannten Prioritätensetzung für das Auto.

2. Auf langen Touren finde ich ein Rennrad bequemer bzgl. abwechslungsreicher Körper- und Handhaltung, weniger Gewicht, weniger Pannen usw. Andere Leute fahren mit anderem Material und anderem Stil andere Strecken und haben eben andere Erfahrungen gemacht. Manche finden dann ein MTB bequemer und pannensicherer. Selbstverständlich ist die Geschwindigkeit - gerade beim voll gepackten Reiserad - vorwiegend vom Leistungsvermögen des Radlers abhängig und wenn für Dich z. B. eine lange Strecke (lang ist relativ, früher waren es für mich 250 km, heute sind es 100 km - gemeint ist, daß man eben viele Stunden im Sattel sitzt) mit Gegenwind mit dem MTB besser zu bewältigen ist als mit dem Rennrad ist das auch O.K. Jeder fährt natürlich mit dem Radtyp fahren, den er bevorzugt.

Trotzdem ist es hier sinnvoll gegensätzliche Standpunkte und Erfahrungen auszutauschen. Dies kann für alle nützlich sein und dient nicht der Herabsetzung des anderen. Man kann so den ein oder anderen Tip aufschnappen und Mitlesende (z. B. Einsteiger) können sich besser eine eigene Meinung bilden (als nur auf den Radverkäufer um die Ecke zu hören, der evtl. selber nie Mehrtagestouren mit Campingausrüstung fährt).

Gruß
Stefan

SF_
01.10.2002, 19:07
Original geschrieben von theodor
Vielen Dank für eure konstruktiven Beiträge.
Ich weiß, ich bzw. sie suchen die eierlegende Wollmilchsau, d.h. ein Rad, das Agilität und Schnelligkeit eines Rennrads mit den Vorteilen eines Reiserades verbindet. Das dabei Kompromisse eingegangen werden müssen, ist klar. Jedoch sollte der Kompromiß näher beim Rennrad liegen,denn "Radfahren ist Rennradfahren" ,die Touren (es geht hauptsächlich um die Alpen) finden zum größten Teil auf Asphalt statt und nur wenig Gepäck(bis ca. 10 kg) muß mitgenommen werden.
Fast alle Modelle, die als Reiseräder oder gar Trekkingräder auf dem Markt angepriesen werden, sind viel zu schwer und zu behäbig und für jemand, der sportliches Fahren bevorzugt unbrauchbar. Die Tips Roberts und Hardo Wagner Cross kommen der Sache schon näher.
Mal sehen, was ich noch herausfinde und ob ich bzw. sie mit den Preisen der Rahmenbauer zurechtkommen.

Gruß

Theodor

Sparvariante könnte evtl. der Basso-Touring bei Brügelmann und alle darauf basierenden Kompletträder wie der Wordrider sein. Zumindest letztes Jahr gabe es für Stahlrahmenfans bei Brügelmann auch noch den Basso Highway 535 ab Rahmenhöhe 49,5. Ob die Rahmen zu wenig "rennradmäßig" sind, kannst Du ja selber entscheiden.

DerBergschreck
15.04.2005, 07:59
Ich habe eher den Eindruck, daß das rennradorientierte Reiserad immer mehr verschwindet. Zunächst ist hierfür natürlich der subjektive Eindruck vieler verantwortlich, daß ein Rennrad nichts aushält und ein sonderempfindliches Filigrangebilde ist. Dann sorgt die MTB-Mode sowie die rennradfeindliche Infrastruktur (deutsche Radgehwege, Radwegebenutzungszwang usw.) dafür, daß die Leute erst gar nie die Vorteile eines Rennrades kennlernen. Der Preis spielt auch eine Rolle: ein gutes Rennreiserad ist teurer als ein MTB-basiertes Reiserad, das genau so viel aushält. 18 bis 20- jährige haben mehr Geld und fahren eben nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto in den Urlaub. Zuletzt sorgt in unserer automobil- und flugzeugorientierten (und subventionierten) Gesellschaft die Betrachtung des Rades nur als Sportgerät eben dafür, daß die Leute nur noch an ihrem Wohn- oder Urlaubszielort den Rennrad- oder MTB-Sport ausüben. Der wahre Trumpf des Rennreiserades, nämlich ökologisch, bequem, volkswirtschaftlich preiswert und - für Fahrradverhältnisse - relativ schnell große Distanzen überwinden zu können, findet deshalb leider keine marktrelevante Resonanz mehr.

Gut gebrüllt, Löwe!
Das mit dem angeblich so empfindlichen Rennrad ist ein nicht auzurottendes Märchen. Habe mal mit einem Bekannter (er mit einem billigen Baumarktrad, ich mit Rennrad) eine kleine Tour gemacht. Dabei war eine flotte Abfahrt auf ziemlich mieser Straße. Dabei hat sein Rad hundserbärmlich geklappert, daß man glaubte, es würde sich in seine Einzelteile zerlegen.

Hinterher meinte er, ob den nicht vielleicht meine Felgen einen Seitenschlag haben müßten, da ich so materialmordend deutlich schneller als er die Abfahrt heruntergebrettert sei. Ein kurzer Dreh und anpeilen an den Bremsklötzen zeigte: alles in Ordnung.

kampfgnom
15.04.2005, 08:46
Trotzdem kann man ja nicht bestreiten, dass es Grenzen für Bereifungen 622x23 gibt, oder?
Ich fahre seit 9 Jahren Touren und vertraue dabei auf 37er Reifen.
Die haben genug Reserven, um mich auch mit 30kg Gepäck noch sicher über Schlaglöcher und Schotter zu tragen, ohne "Hoppeln" oder die Gefahr von Durchschlägen.
Auch ich bin kein Freund von MTB-Reiserädern mit 2"-Reifen, aber ich beschränke meine Touren auch nicht auf asphaltierte Strecken.
Für 23er Rennreifen wäre bei 130kg Gesamtgewicht die o.g. Grenze in meinen Augen überschritten...

faggin10
15.04.2005, 09:07
hab jetzt nicht alles hier gelesen. aber meine erfahrungen mit meiner alten blauen immer gute erfahrungen gemacht. allerdings ohne schutzbleche. 2 taschen, 1schlafsack und 1 zelt. gewicht zw. 10-12 kg. lenkverhalten ist leicht gewöhnungsbedürftigt, geht aber nach recht kurzer zeit. ist ein alter rahmen. sehr kurz gebaut, alte technik (keine ergos,
alte bremstechnik) keine ösen, max. 23 mm reifen. befestigung mittels schellen. gibt jetzt aber eine neue befestigunstechnik. in der aprilausgabe des rennradmagazins, o.s.ä. gibt es einen ausführlichen artikel darüber.
viel spaß & gute reise.faggin10

Gerolf
15.04.2005, 09:14
http://www.sheldonbrown.com/lasvegas/2003-show/images/20-longhaultrucker.jpg

Bis 54er Rahmen 26", ab 56 28". Alle Ösen. Viel Reifenfreiheit (mindestens 37er). Rahmen 400-500 Euro.

www.surlybikes.com

Gerolf

DerBergschreck
15.04.2005, 10:34
Da ich mit dem Rad von Offenburg aus nie weiter als bis in die Alpen bzw. Pyrenäen gekommen bin – und das auch nur im Sommer – sind die oben genannten ungünstigen Bedingungen für schmale Rennradreifen ziemlich selten und deshalb hat mein Reiserad eben nur schmale Rennreifen 23 – 622 (früher 25 – 622).

Warum bist Du von 25ern sogar noch auf 23er heruntergegangen? Merkt man zwischen dne beiden überhaupt noch einen Unterschied? Welche 23er fährst Du auf dem Reiserad?

DerBergschreck
15.04.2005, 10:37
Fahre den Randonneur 28 Zoll mit Centaur von Campa, Tubus vorne und hinten, Nabendynamo, Plietscher Ständer in einem tollen Rot mit schwarzen Anbauteilen. Die Qualität ist, wenn ich das beurteilen kann sehr gut. Einzig die Tectro VBrakes machen mir Probleme, die Einstellung ist mm Arbeit. Werde mir aber die sogenannten STI Extender montieren. Damit hat man mehr Hebelspielraum für die Bremse.

Ich habe mit den *kurzen* Tektro Mini-V und Rennbremshebeln sehr gute Erfahrungen gemacht. Falls STI-Extender diese komischen Umlenkrollen sind: habe ich mal getestet und fand sie richtig mies. Total schwammiger Druckpunkt, bäh!

DerBergschreck
15.04.2005, 10:38
Hallo Theodor,

mit dem Anhänger ist bei 40 kmh Schluss. Da habe ich kein gutes Gefühl mehr und bremse lieber ab.


Also für die Alpen keine Lösung.
Nehme ich eben einen Tubus Träger.

DerBergschreck
15.04.2005, 10:54
die ganze Diskussion ist für mich sehr aufschlußreich. Es gibt offensichtlich doch noch eine Menge Radfahrer, für die Reiseräder am Rennrad orientiert werden müssen.

Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus. *Das Reiserad" ist per Definition ein Rennrad mit einem mit längerem Hinterbau und Radstand, sodaß Träger und Bleche Platz finden und wurde Anfang der 80er Jahre von der Reiseradgruppe Güterloh (= ADFC-"Urgestein") zusammen mit einem gütersloher Fahrradhändler und der Firma Gazelle entwickelt.

Die erste "Reiseradwelle" fand dann auch in den Medien ein vielfaches Echo. Als dann der Andrang zurückging und das Mountainbike populär wurde, benutzten alle möglichen Hersteller den Begriff "Reiserad" für ihre hybriden Räder, um damit den "Duft der großen weiten Welt" einzufangen und dem Kunden damit das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das erste, was bei diesen "Reiserad"-Plagiaten gemacht wurde, war den Rennradlenker durch einen MTB-Besenstiel zu ersetzen und damit einen wichtigen Teil von Ergonomie und Fahrkomfort zu zerstören.

DerBergschreck
15.04.2005, 11:06
mit etwas bastelei kann man auch einen rennlenker anbauen.

Solange sich der Tip mit den kurzen V-Brakes nicht herumgesprochen hat (viele Fahrradhändler wissen das nicht), wird man durch die Montage veralteter Cantileverbremsen dabei eine schlechtere Bremsleistung erhalten.

DerBergschreck
15.04.2005, 11:08
Auch wenn dadurch die Gefahr besteht, daß die Rennreiseradler immer neidisch auf die MTB Reiseradler schauen ;)

Das geht zumindest auf der Straße schlecht, denn die Rennreiseradler müßten dann auf ständig über die Schulter nach hinten schauen. ;-)

DerBergschreck
15.04.2005, 11:17
... und wenn für Dich z. B. eine lange Strecke (lang ist relativ, früher waren es für mich 250 km, heute sind es 100 km - gemeint ist, daß man eben viele Stunden im Sattel sitzt) mit Gegenwind mit dem MTB besser zu bewältigen ist als mit dem Rennrad ist das auch O.K. Jeder fährt natürlich mit dem Radtyp fahren, den er bevorzugt.

Natürlich sei jedem die Radwahl selbst überlassen, aber daß jemand meint speziell bei Gegenwind mit einem MTB leichter fahren zu können, ist einfach eine Fehleinschätzung und wäre durch eine Messung im Windkanal leicht zu widerlegen. Die Sitzposition ist einfach höher als beim Rennrad und beim geraden MTB-Lenker fehlt einfach eine Unterlenkerposition wie sie beim Rennlenker möglich ist. Das nun einmal Fakten, aber leider neigen viele MTB-Fahrer/innen dazu, diese Nachteile wegzureden.

DerBergschreck
15.04.2005, 11:22
Trotzdem kann man ja nicht bestreiten, dass es Grenzen für Bereifungen 622x23 gibt, oder?
Ich fahre seit 9 Jahren Touren und vertraue dabei auf 37er Reifen.
Die haben genug Reserven, um mich auch mit 30kg Gepäck noch sicher über Schlaglöcher und Schotter zu tragen, ohne "Hoppeln" oder die Gefahr von Durchschlägen.
Auch ich bin kein Freund von MTB-Reiserädern mit 2"-Reifen, aber ich beschränke meine Touren auch nicht auf asphaltierte Strecken.
Für 23er Rennreifen wäre bei 130kg Gesamtgewicht die o.g. Grenze in meinen Augen überschritten...

Auf jeden Fall! Bei richtig viel Gepäck und ab und zu kleinen Geländeeinlagen werden 23er Reifen überfordert sein. Ich bin früher auch mit 32ern und mehr Gepäck gefahren und das hat mir auch Spaß gemacht.

Doch nun möchte ich die neue "Leichtigkeit" einmal auf der Reise probieren. Ich habe dazu mein Gepäck - inkl. Campingausrüstung auf etwa 10 kg (!) reduziert und kann so alles in zwei Packtaschen am Rennrad unterbringen. Werde das im Sommer mal richtig genießen und im Herbst darüber berichten.

mountainbiker
15.04.2005, 11:34
Es geht doch nichts über einen gepflegten Monolog...

Spargel
15.04.2005, 11:38
Habe mir sowas ähnliches auch überlegt, war aber skeptisch, ob am doch kurzen Rennrad mit 10kg nur hinten die Fahreigneschaften nicht zu sehr leiden.
Deshalb wurde die Gabel mit Lowriderösen bestellt, selbst wenn das zu ein Kilo mehr Ballast führt (Lowrider, Leichttaschen) könnte das vielleicht besser sein. Ich werde es sehen. Waren die Lowriderösen unnötig, fahre ich halt 17 Gramm zuviel rum. Naja bei nem Stahlrahmen...

ciao Christian

P.S. mir wurde vom Rahmenbauer der leichtere Tubusträger mit zwei Streben empfohlen (nicht der mit zwei Einhängestreben). Ich sehe gerade, daß es den (nicht mehr?) als Edelstahlvariante gibt. :mad: Also noch schwerer oder das Fly-Äquivalent, hmm..

little Joe
15.04.2005, 12:03
Es geht doch nichts über einen gepflegten Monolog...

insbesondere wenn der Ausgangsthread schon 2,5 Jahre alt ist ;-)

DerBergschreck
15.04.2005, 12:11
Es geht doch nichts über einen gepflegten Monolog...

Ich habe einfach auf mehrere Beiträge geantwortet. Daß bei diesem Forum das nicht ersichtlich ist, liegt an der rudimetären Darstellung der Baumstruktur eines Threads.

SF_
15.04.2005, 17:26
Trotzdem kann man ja nicht bestreiten, dass es Grenzen für Bereifungen 622x23 gibt, oder?
Ich fahre seit 9 Jahren Touren und vertraue dabei auf 37er Reifen.
Die haben genug Reserven, um mich auch mit 30kg Gepäck noch sicher über Schlaglöcher und Schotter zu tragen, ohne "Hoppeln" oder die Gefahr von Durchschlägen.
Auch ich bin kein Freund von MTB-Reiserädern mit 2"-Reifen, aber ich beschränke meine Touren auch nicht auf asphaltierte Strecken.
Für 23er Rennreifen wäre bei 130kg Gesamtgewicht die o.g. Grenze in meinen Augen überschritten...

Sicher gibt es Grenzen - die gibt es aber bei jeder Bereifung. Allerdings hängt die nur indirekt von der Reifendicke ab. Als Begrenzung sehe ich die Felge an.

Durchschläge gibt es nur bei zu niedrigem Reifendruck, das hat nichts mit der Breite zu tun.
"Hoppeln" verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht - man muß natürlich sein Gepäck richtig fest machen - aber das hat doch nichts mit der Reifenbreite zu tun?

Die größten Beschränkungen bei dünnen Reifen sind nicht physikalischer Natur, sondern ergeben sich aus dem geringen Angebot (Nischenmarkt).
Das wichtigste ist, daß man weiß, daß es auch gute 23er Reifen wie den Specialized Aramadillo für schwierigeres Gelände gibt. Vorne reicht mir meist ein Straßenreifen wie der Axial Carbon (nur 8 bar, trotzdem sehr guter Straßenreifen) - den habe ich aber auch schon einmal auf ganz scharfkantigem Schotter / Geröll angeschnitten, so daß ich den Mantel danach austauschen mußte.

SF_
15.04.2005, 17:34
Auf jeden Fall! Bei richtig viel Gepäck und ab und zu kleinen Geländeeinlagen werden 23er Reifen überfordert sein.
...



Falsch!

SF_
15.04.2005, 17:48
Warum bist Du von 25ern sogar noch auf 23er heruntergegangen? Merkt man zwischen dne beiden überhaupt noch einen Unterschied? Welche 23er fährst Du auf dem Reiserad?

1. Je schmäler der Reifen (bei gleicher Bauart, ohne Stollen) desto mehr Pannensicherheit. Mehr Auswahl. Bei kurzen Bremsen + Schutzblech + 25er Reifen ist das Ausrichten unmöglich bis schwierig. Und ich nehme an, dann streift jedes Laubblatt und jeder Stein der bei Regenwetter am Reifen kleben bleibt.

2. Nein, nicht bei Reifen gleicher Marke. Bin allerdings Grobmotoriker.

3. Hängt von der Tour ab. Guter Kompromiß für nicht zu schweres Gelände: Specialized Turbo Armadillo (hinten), Axial Carbon (vorne). Gibt es beides nicht mehr - so nehme ich an. Aber für beide gibt es entsprechende Nachfolgemodelle, die hoffentlich genau so pannensicher sind. (Wenn ich was gutes finde, kaufe ich mir immer gleich einen Vorrat.)

SF_
15.04.2005, 17:56
Habe mir sowas ähnliches auch überlegt, war aber skeptisch, ob am doch kurzen Rennrad mit 10kg nur hinten die Fahreigneschaften nicht zu sehr leiden.
Deshalb wurde die Gabel mit Lowriderösen bestellt, selbst wenn das zu ein Kilo mehr Ballast führt (Lowrider, Leichttaschen) könnte das vielleicht besser sein. Ich werde es sehen. Waren die Lowriderösen unnötig, fahre ich halt 17 Gramm zuviel rum. Naja bei nem Stahlrahmen...

ciao Christian

P.S. mir wurde vom Rahmenbauer der leichtere Tubusträger mit zwei Streben empfohlen (nicht der mit zwei Einhängestreben). Ich sehe gerade, daß es den (nicht mehr?) als Edelstahlvariante gibt. :mad: Also noch schwerer oder das Fly-Äquivalent, hmm..

Ich fahre selber mit Lowrider, seit ich noch den Krempel für meine Frau transportieren muß ("Sherpa"). Bei nur 10 kg würde ich es an deiner Stelle lieber ohne ausprobieren - d. h. Probefahrt unter sinnvollen Randbedingungen. Fahren mit Lowrider ist bei extrem böigem Seitenwind schwierig - ich bin aber sowieso kein technisch guter Abfahrer.
Ich empfehle übrigens eine Lenkertasche (mit durchsichtigem Kartenfach auf der Oberseite).

gerold
15.04.2005, 21:05
Hallo Bergschreck ! Ich habe auf meinem alten "Reiserennrad" 105er STI´s mit den kurzen Tektro-Vi-Brakes zu kombinieren versucht und bin dann doch wieder auf die Lösung mit der Umlenkrolle (vom Rose-Versand, aber die mit der Nachstellschraube ! Wichtig !) zurückgekommen. Ohne die Rolle mussten die Bremsen - damit sie überhaupt bremsen - so eng gestellt werden, dass ein Aushängen des Bremskabels (z.B. zum Radausbau im Pannenfall) nicht möglich gewesen wäre. Ok., hätte man durch eine Kabelnachstellschraube (z.B. von Cannondale) irgendwo im Bremszug beheben können, ich finde das Bremsgefühl mit der Rolle aber einfach besser.

Mit diesem Rad (Fotos auf meiner HP) bin ich sowohl Mavic-RR-Felgen als auch breitere Trekking-Felgen (z.B. für die gravel-roads in NZ, dort mit 32er Reifen) gefahren. Für gutasphaltierte Straßen baue ich mir gerade zusätzlich ein RR mit fly-Gepäckträger zusammen (siehe die fly-Diskussion). Gruß Gerold