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lancer
28.09.2002, 14:16
lassen sich gebrochendecarbonteile wieder kleben oder besser gesagt hält das?:o

yoda
28.09.2002, 17:31
Niemals! Wenn einmal das Kohlefasergewebe gerissen/gebrochen ist, lässt sich nichts mehr machen. Das ist ähnlich wie bei Textilien, wenn ein Stoff gerissen ist kannst du ihn nicht wieder zusammenkleben, du müsstest ihn nähen. Kohlefasern kann man aber nicht "nähen".

jenne
28.09.2002, 18:52
Die Frage könnte man mal im www.liegeradforum.de stellen. Dort sind einige Carbonrad-Bauer dabei. Darin gerade mal so gefunden habe ich einen Thread: http://f21.parsimony.net/forum37385/messages/11667.htm , in der folgenden Diskussion geht es auch um Reparieren von Carbon.
j.

yoda
28.09.2002, 20:28
Ich bezweifle es das so etwas sinnvoll ist, auch wenn Frank aus jenem Liegeradforum schrieb:

"Carbon kann man prima flicken, einfach ein bischen Gewebe drauf, schön beispachteln, fertig! Ist bei Glasfaserkajaks gang und gäbe. (...)"

Es mag sein, dass man einen Kajak flicken kann, aber wohl kaum Teile für ein Fahrrad, die oft sehr filigran sind und hohen Belastungen stand halten sollen/müssen! Ein Carbonflicken hält vielleicht auf den ersten Blick, es wird aber nie die stabilität erreicht werden, die ein heiles Teil hat und haben muss! Wenn Belastung auf das Teil kommt kann es erneut brechen! Ich möchte nicht mit einem geflickten Record Bremsgriff eine Vollbremsung machen oder eine rasante Abfahrt mit einem geflickten Carbonrahmen!!!

Aber auch in der Praxis wird es kaum funktionieren, denn wer hat schon Kohlefasermatten bei sich zu Hause rumliegen, hinzu kommt, dass Carbon nicht gleich Carbon ist, es gibt etliche Carbongewebe mit unterschiedlichen eigenschaften.
Außerdem muss man schon Experte sein um die Fasern richtig zu verarbeiten.

jenne
29.09.2002, 09:27
Ich bin auch kein Carbon-Verarbeiter, aber vielleicht wohnt einer der corbonverarbeitenden Leute aus dem Liegerforum in der Nähe (Rene, Ralf Schmidt, Thomas Schott etc., die haben sehr viel Ahnung. Thomas baut den leichtesten Tieflieger der Welt). Die könnten da dann evtl. helfen (?). Ralf meinte, es hält, wenn man es ordentlich macht (wohl genug Lagen).
Unter http://wiki21.parsimony.net/cgi-bin/wiki/program/db-view.cgi?wiki37385;28 (das ist im Wiki des Liegeradforums) sind auch ein paar Links zu Carbon-Postings.
j.

Rascal
29.09.2002, 10:53
Vorsicht!

bei GFK-Booten geht es lediglich darum, die wieder wasserdicht zu bekommen. Die Bootskörper sind aber keinen nennenswerten mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Bei Radteilen wie Gabeln, Vorbauten, Sattelstützen usw. unbedingt die Finger von weglassen - wegschmeissen, durch neue ersetzen.

Am Rad kann man sowas bestenfalls an der Rennverkleidung machen :D

Rascal

jenne
29.09.2002, 13:19
Vielleicht noch interessant, was Ralf Schmidt im Liegeradforum auf Carstens (caboe) Posting schrieb, siehe unten. Ralf hat auch schon selbst ein Carbon-Rennrad u.v.m. gebaut.
Aber ich denke auch, es ist bei Booten was ganz anderes als beim Rahmen.
j.
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...
> Aber kann man einen beschädigten Rahmen wirklich durch Überkleben reparieren, wie weiter oben erwähnt?

Durch "Überkleben" nicht wirklich, aber durch eine fachgerechte Reparatur ja, ohne Festigkeitseinbußen.

> Bei einem Heckkoffer OK, aber bei einem Rahmen, dem man die letzten 100 Gramm abgerugen hat, dürfte das doch kaum möglich sein.

Das ist bei praktisch keinem Rad der Fall (ausgereitzt bis auf 100g). Außerdem: 100gramm Mehrgewicht bei einem 3.000€-Rahmen sind ok, oder?

>Der ganze Kraftfluß ist doch unterbrochen.

Jain, der Kraftfluß ist sowieso häufiger unterbrochen. Die Krafteinleitung muß dementsprechend groß sein - z.B. durch Schäften. Der Vorgang ist (fast) identisch mit Holz, ist ja auch ein Verbundwerkstoff. Bei Rohren (oder angenäherten Formen) kann man auch einfacher einen "Strumpf" in Form von ein paar Lagen Gewebe drüber legen, genau wie beim Gibsverband.

>Ich weiß, es ist nicht die Super-Referenz, aber in der Tour vor ein paar Monaten stand, daß Carbonrahmen viel stärker gefährdet sind, nach einem Sturz einen Totalschaden zu erleiden als Alurahmen.

Die Tour...... Ein angebeulter Alurahmen geht in die Tonne, den repariert NIEMAND mehr.

> Soll daran liegen, daß Fasern eben nur entlang des Kraftflusses ausgerichtet sind. Wirkt eine Kraft quer dazu, kann sie viel mehr Schaden anrichten, als bei einem Metallrahmen.

Diese Kräfte kann ein C-Rahmen immer aufnehmen. Kritisch ist es bei wirklich ausgereizten Teilen - das gleiche gilt aber auch für die sog. Cola-Dosen Rahmen. Auch sehr leichte Stahlrahmen beulen leicht ein. Gefährlich bei Carbon ist aber das eine Delamination im Rahmen erfolgt und man diese nicht von außen sieht.