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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schaltröllchen: Öl, Fett oder C



greyscale
25.03.2003, 09:09
Moin,

mal 'ne ganz profane Frage: Meine Schaltröllchen quietschen wie junge Schweine, schmiert man die mit Öl, Fett oder Graphit?

Ich tippe mal auf Fett.

Gruß

Phaseshift

Litespeed
25.03.2003, 09:31
Hallo Phaseshift !

Ja, wie Du schon richtig vermutet hast, kannst Du Schalt- und Leitröllchen mit Sinterbronzelager einfach mit etwas Fett zur Ruhe bringen, Schaltröllchen mit Keramiklager, sollten sie denn wirklich einmal quietschen, lieber mit Teflon Trockenschmiermittel (Lösungsmittel mit Teflonpartikel gibt's als Kettenschmierung) behandeln.
Graphit wird wohl keinen Schaden anrichten, hab ich aber noch nie ausprobiert.

Gruss
Baschdel

SF_
25.03.2003, 20:05
Nachdem ich Mal eine Zeit lang meine Kette mit WD40 geschmiert hatte, hatten die Schaltungsrädchen bei mir auch das Pfeifen angefangen. Dann habe ich die Rädchen ausgebaut und mit Kugellagerfett (Galli) geschmiert. Seither ist Ruhe (und die Kette schmiere ich mit anderen Mitteln).

greyscale
26.03.2003, 09:17
Moin,

ja, danke für die Antworten. Ich habe da gestern für Ruhe gesorgt. Interessanterweise haben die beiden Röllchen (Shimano Ultegra RD 6500) verschiedene Lager: unten ein Bronzelager (habe ich gefettet), oben ein Keramiklager (habe ich schnell wieder zu gemacht).

Gibt's für den Einsatz verschiedener Lager in den Röllchen eine nachvollziehbare Begründung?

Neugierig

Phaseshift

sensole
26.03.2003, 09:35
Da habe ich mich auch schon gewundert!

lord helmchen
26.03.2003, 09:57
Ich bin immer davon ausgegangen, daß die Rollen unterschiedlicher Belastung ausgesetzt sind. Daher die 2 Lagerungen.

sensole
26.03.2003, 11:14
Na ja, ganz unrecht hast Du ja schon nicht, aber irgendwie scheint mir der Aufwand nicht ganz gerechtfertigt. Ganze Volkerstämme fahren bei anderen Produkten mit zwei gleichen "Lagern" herum.

greyscale
26.03.2003, 11:38
Hallo Lord Helmchen,


Original geschrieben von lord helmchen
Ich bin immer davon ausgegangen, daß die Rollen unterschiedlicher Belastung ausgesetzt sind. Daher die 2 Lagerungen.

Im Prinzip ist die Antwort ja richtig, wenn auch etwas trivial :). Aber wirklich erkären, warum die Japaner auf die Idee kommen, mit zwei Lagervarianten zu arbeiten tut's auch nicht.

Wenn ich das richtig auf dem Schirm habe, kann das obere Röllchen leicht schräg laufen.
Ich könnte mir vorstellen, dass sowas mit einem Bronzelager nicht geht, weil sich Riefen bilden. Keramiklager sind in erster Linie hart, da rieft so schnell nichts ein. Und unten ist ein Bronzelager billiger.

Das wäre mein Erklärungsversuch für mich selbst. Aber wie gesagt, ich würde gerne mal hören, was die Materialfreaks dazu sagen.

Eigentlich eine seltsame Diskussion um Pfennig-Artikel...

Gruß

Phaseshift

Cracken
26.03.2003, 12:43
HI,
Ich glaube das triffts. Ich dachte nur immer,daß das untere Röllchen mehr seitliche Kräfte aushalten muss weil ja die Kette da evtl. von etwas schräg ankommt und minimal umgeleitet wird.

@SF: Mit WD40 kann man Motoren putzen aber nicht wirklich was schmieren. Das Zeug ist einfach zu flüssig. Die Viskosität (Dickflüssigkeitsgrad) sagt was über die verdrängung des Schmierstoffes an der Schmierstelle aus. Wenn das WD40 o.ä. dann mal gefordert wird ist es ruck zuck von der Stelle wo´s gebraucht wird verdrängt und ist nur noch an Stellen zu finden wo es nicht mehr wirken muß und nur noch als Staubfänger arbeitet. An der Stelle wo es im Lager eigentlich schieren sollte ist dann aber auch kein altes Fett mehr weil das Zeug ja auch reinigungskriechund irgendwas Funktionen hat.

Ich hoff ich hab die Prinzipien richtig verstanden. Und wiedergegeben.
Wenn nicht, bitte berichtigen.

Windfänger
26.03.2003, 13:12
Original geschrieben von Phaseshift
Eigentlich eine seltsame Diskussion um Pfennig-Artikel...

Wo gibt's die Rollen denn für Pfennige?!?
Ich könnte ein Paar gebrauchen (10 Zähne), die an meiner Stadtmöhre sind runtergenudelt, Pfennige hab' ich bestimmt auch noch irgendwo rumliegen...

greyscale
26.03.2003, 15:25
@windfänger:

Die Röllchen kosten, glaube ich, beim Radhändler je nach Güte 'nen knappen Zehner das Paar.

Die Lager liegen aber mit Sicherheit preislich im Groschenbereich.

@ den ganzen Rest:

bei mir war's auch WD-40 auf der Kette.
Ist klar, was ich nicht mehr nehme?

Gruß

Phaseshift

Cracken
26.03.2003, 15:34
Jepp,
da ist das olle Silikonöl von Aldi :) hundertmal besser.
Das muss aber auch öfter nachgesprüht werden. Macht ja nix man putzt und sprüht ja eh recht oft.

Cracken

Windfänger
26.03.2003, 18:05
Original geschrieben von Phaseshift
Die Röllchen kosten, glaube ich, beim Radhändler je nach Güte 'nen knappen Zehner das Paar.

Ach, so schlau war ich auch schon :rolleyes:



Die Lager liegen aber mit Sicherheit preislich im Groschenbereich.
Einzeln hab' ich die noch nicht gesehen, gibt's vermutlich auch nicht im Handel (außer bei den Kugelgelagerten), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Plastik(Nylon)-Rädchen den übergroßen Anteil der Kosten der Schaltröllchen ausmachen.

Aber meine Lager sind ja auch noch in Ordnung, die Plastikräder drumrum sind verschlissen... :(

Litespeed
26.03.2003, 22:39
Das (obere) Leitröllchen muss sich etwa einen Millimeter axial verschieben können, damit die Hyperglide-Geschichte ohne Überschalten funktionniert.
Wenn man bei günstigeren Gruppen, die dort kein Keramiklager haben nach ein paar Jahren das Sinterbronzelager anschaut, erkennt man auch gleich, warum die Schaltung trotz frischer Züge nicht mehr so recht will : Das Lager ist im mittleren Bereich eingelaufen und kann sich kaum noch verschieben. Bei Keramiklagern liegt die Lebensdauer um ein Vielfaches höher, weil sie viel spröder sind als Sinterbronze.
Das (untere) Spannröllchen kann ruhig immer in seiner Spur bleiben, da ist es auch nicht schlimm, wenn das Lager eingelaufen ist.

Übrigens : Ich benutze seit Jahren O-ring Kettenfett für's Moped. Das ist superzäh und haftet daher bestens auf der Kette. (wegen der viel grösseren Rotationsgeschwindigkeiten von Motorradketten) Kostet auch nicht die Welt. Grosse Dose kostet um die 7 Euro bi Louis oder Hein Gericke.

Gruss
Baschdel

SF_
26.03.2003, 22:40
Original geschrieben von Cracken
HI,

@SF: Mit WD40 kann man Motoren putzen aber nicht wirklich was schmieren. Das Zeug ist einfach zu flüssig. Die Viskosität (Dickflüssigkeitsgrad) sagt was über die verdrängung des Schmierstoffes an der Schmierstelle aus. Wenn das WD40 o.ä. dann mal gefordert wird ist es ruck zuck von der Stelle wo´s gebraucht wird verdrängt und ist nur noch an Stellen zu finden wo es nicht mehr wirken muß und nur noch als Staubfänger arbeitet. An der Stelle wo es im Lager eigentlich schieren sollte ist dann aber auch kein altes Fett mehr weil das Zeug ja auch reinigungskriechund irgendwas Funktionen hat.

Stimmt - war keine gute Idee. Am Schrottrad hatte ich WD40 an der Kette vorher ausprobiert und da hatte es gut geklappt. Ca. 1 Mal im Monat aufgesprüht - die wasserabweisende Wirkung hat mich begeistert. Am guten Rad trage ich Schmierstoffe immer nach der Bauernregel "viel hilft viel" auf. War mit WD 40 absolut kontraproduktiv: Lagerschaden in der Hinterradnabe, Kettenröllchen fingen an zu pfeifen usw. Jetzt nehme ich WD40 wieder nur zum Putzen der Schaltung.

Litespeed
26.03.2003, 22:45
Und noch was :
Kettenfett jeglicher Art in zu grossen Mengen aufgetragen läuft durch die Zentri...äh..petalkraft (war doch so ?) die Speichen hinunter in die Speichennippel, so dass diese sich leichter losdrehen. Ein solches Hinterrad hat einem guten Kunden einen sehr langen Fussmarsch eingebracht.
Im schlimmsten Fall läuft das überschüssige Fett auf die Felge und stoppt das nervige Quieetschen der Hinterradbremse !

Baschdel

Cracken
27.03.2003, 09:56
Jepp Litespeed, da hab ich auch noch ne Dose von rumliegen, und mangels Mopped könnte die noch seehr alt werden ;-)
Ist das nicht die ...fugalkraft die in Kurven nach aussen zeigt und so das Fett in die Nippel drückt?
Zu dem Kettenfett: Wenn man das abends aufträgt und erst am nächsten Tag wieder damit fährt dürfte das eigentlich nicht passieren weil das Lösungsmittel dann fast völlig verdampft ist und das Fett schon sehr zäh sein müßte.
Frage die zu Thread passt: Kann man den Lagern (Keramik oder Sinterbronze) denn sehr schaden wenn man den falschen Schmierstoff verwendet?

Gruss
Cracken