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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstinspektion



sdaub
31.03.2003, 09:13
Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich der Erstinspektion.
Kann man diese auch selber durchführen? Was wird da normalerweise alles gemacht?

Vielen Dank für die Hilfe

Steffen

Jack
31.03.2003, 09:26
Kein Problem.
Schrauben und Speichenspannung kontrollieren, fertig :)
Jack, der noch nie ein Rad bei einer Inspektion hatte
www.alpenrennradtouren.de

bergfloh
31.03.2003, 10:02
Die Erstinspektion ist eher ein Verkaufsgag der Radhändler - im Sinne von das erste Service ist gratis. Bei einer guten Erstmontage und dem Kauf von gut eingespeichten Laufrädern ist ein Service erst nach dem Auftreten der ersten Verschleißerscheinungen erforderlich (nach ca. 1 Jahr). Das einzige was man beim Rennrad nach einigen Hundert Kilometern nachstellen muß sind die Schaltzüge (die geben anfangs etwas nach) - mit der Schraube am Schaltwerk etwas nachspannen. In weiterer Folge werden die Bremsbeläge abgenutzt und die Bremsen müssen mit den Schrauben auf den Bremskörpern nachgestellt werden.

Litespeed
01.04.2003, 13:59
Ausserdem und ganz wichtig :
Nicht vergessen den Steuersatz zu kontrollieren. Die Lagerschalen setzen sich nach den ersten 100 bis 200 Kilometern noch um ein paar Hundertstel Millimeter, was einen losen Steuersatz zur Folge hat. Dies führt wiederum dazu dass die Lager durch das Spiel kleine Dellen in die Lagerbahnen schlagen und somit eine "Mittenstellung" bilden.

Gruss
Baschdel

Ete
01.04.2003, 14:05
@ Litespeed
Ich hab hin und wieder probleme mit der Mittelstellung des Steuersatzes. Wie du beschrieben hast passiert es hin und wieder, dass der Lenker ein wenig in Mittelstellung (geradeaus) rastet. kann man das beheben oder muss da auf lange Sicht ein neuer Steuersatz her ??

gruß
Ete

bergfloh
01.04.2003, 14:33
Original geschrieben von "Ete" Wolf
@ Litespeed
Ich hab hin und wieder probleme mit der Mittelstellung des Steuersatzes. Wie du beschrieben hast passiert es hin und wieder, dass der Lenker ein wenig in Mittelstellung (geradeaus) rastet. kann man das beheben oder muss da auf lange Sicht ein neuer Steuersatz her ??

gruß
Ete

Dann mußt Du das Rad zum Service bringen. Bei manchen Steuersätzen gibt es das eigentliche Lager als Ersatzteil - das kommt dann billiger, ansonsten brauchst Du einen neuen Steuersatz.

Gruß, bergfloh

Joey
01.04.2003, 15:00
@ Ete

Ganz so schnell musst Du den Steuersatz wahrscheinlich noch nicht wechseln.
Wenn es Industrielager sind, wuerde ich folgendes versuchen: Lagereinheiten ausbauen, von aussen putzen und bischen fetten und dann verdreht wieder einsetzen (urspruengliche Stellung vor dem Ausbau merken). Mach ich bei meinem Stadtrad mit STX-Steuersatz, der sehr viel Schlaege und Winterdreck aushalten muss, alle paar 1000 km, hat noch jedesmal geholfen. Mittlerweile hat der Steuersatz schon einen Rahmen ueberlebt, ohne dass ich irgendetwas austauschen musste.
Bei offenen Kugelringen solltest Du die Kugeln lose, d.h. ohne Kaefig einlegen, dann gehen mehr rein, und die Belastung verteilt sich besser.
Erst wenn das alles nichts nuetzt, und das Rasten so schlimm wird, dass z.B. Freihaendigfahren nicht mehr geht, muss Ersatz her.

Gruesse,
Joey

Ete
01.04.2003, 19:19
Original geschrieben von bergfloh


Dann mußt Du das Rad zum Service bringen. Bei manchen Steuersätzen gibt es das eigentliche Lager als Ersatzteil - das kommt dann billiger, ansonsten brauchst Du einen neuen Steuersatz.

Gruß, bergfloh


@bergfloh

hab ich schon zweimal zum Service gebracht, so richtig was gebracht hat es nicht. Zwar rastet es jetzt gerade nicht, aber ich bin davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Ist übrigens ein Ritchey Steuersatz ....

Gruß
Ete

Misch
07.02.2004, 18:50
Original geschrieben von Jack

Schrauben und Speichenspannung kontrollieren, fertig :)


Hallo Jack, der noch nie ein Rad bei einer Inspektion hatte, wie genau und mit welchem Werkzeug kann ich die Speichenspannung kontrollieren?

K,-
07.02.2004, 21:50
Original geschrieben von bergfloh
Die Erstinspektion ist eher ein Verkaufsgag der Radhändler - im Sinne von das erste Service ist gratis.
Da frag ich mich, was ich all die Jahre in der Werkstatt an all den Rädern wie doof geschraubt habe, wo nix zu schrauben war.:(

Costalpino
08.02.2004, 09:28
habe mir bei der Erstinspektion das Rad umschmeißenlassen, den Vorbau mit ungenügender Klemmlänge auf der durch die Werkstatt zu kurz abgesägte Gabel montieren lassen und einen Einkaufsgutschein für den vom Mechaniker verursachten Lackschaden (Reduzierhülse auf Oberrohr beim Auspacken des Vorbaus) geben lassen.

- kann man vermeiden, wenn man`s selbst macht!!

fighterplane
08.02.2004, 10:30
Ausserdem sollte man die Kurbelarme nochmal nach 500-700Km festziehen,sonst kann es passieren,dass sie sich lockertreten und durchrutschen,dann ist die Kurbel futsch.
Bei Octalink passiert sowas glaub´ ich net mehr.

Sattelstütze auch kontrollieren.
Die meisten wundern sich,wenn sie mal mehr als 300Km in der Woch fahren,dass der Satte sich während der Fahrt lockert.

knuster
08.02.2004, 10:34
Original geschrieben von Misch


Hallo Jack, der noch nie ein Rad bei einer Inspektion hatte, wie genau und mit welchem Werkzeug kann ich die Speichenspannung kontrollieren?
Du kannst entweder 2 benachbarte Speichen umgreifen und etwas drücken und halt die Spannung vergleichen oder du nimmst nen Schraubenzieher, zupfst sie an und vergleichst das Geräusch

mrd
08.02.2004, 10:37
Original geschrieben von Costalpino
- kann man vermeiden, wenn man`s selbst macht!!


Kann man so unterschreiben.


Da ein Fahrrad nicht ganz so kompliziert aufgebaut ist wie eine Marssonde oder eine internationale Raumstation, mithin aus einer doch eher überschaubaren Anzahl Schraubverbindungen besteht, sollte der konsequenten Selbsthilfe nichts im Weg stehen.

Letztendlich, wenn du gerade den ersten unfreiwilligen Schritt zur Privatpilotenlizenz machst, sitzt der dafür verantwortliche Schraubendrehmensch aus dem Laden deines Vertrauens gerade in aller Ruhe vor einer Tasse Kaffee...

Neinnein, es gibt natürlich auch ganz hervorragende und vertrauenswürdige Mechaniker in Fahrradläden...

... aber ich vertrau' nun mal am liebsten mir selbst.


Nach und nach ein paar Werkzeuge zukaufen ... Montageanleitungen lesen&bißchen Vorsicht walten lassen ... bei der Finanzierung eines Drehmomentschlüssels etwas weniger knauserig sein ... dann reift ein neuer Kellermeistermechaniker zu voller Blüte heran ...


MRD

fighterplane
08.02.2004, 10:42
Seltsamer Weise versagt meine,auf mehrere tausend Kilometer zuverlässige Mechanik,beim Rennen,wenn ich am Abend vorher selbst was schraube.-Freudsche Fehlleistung?-könnte ja gewinnenß:(

Misch
08.02.2004, 11:23
Ich ziehe die Schrauben am Rad nach Gefühl fest - muss man eigentlich bei bestimmten besonders aufpassen sie nicht zu fest nachzuziehen?

Ich hatte nämlich mal vor Jahren im Übereifer die pickups meiner Gitarre zu tief in den Corpus geschraubt, so dass nur noch wenig zu hören war...

kogafreund
08.02.2004, 12:06
@mrd

Dein Vergleich mit der Marssonde ist einerseits rhetorisch ja ganz ausgefuchst und andererseits in der Sache wenig hilfreich.
Die Ausbildung zum Zweiradmechaniker dauert immerhin und aus gutem Grund 2 1/2 Jahre. Und in diesem Jahr wurde dieser Beruf sogar ganz abgeschafft: Zukünftig wird es nur noch Motorrad- und Fahrradmechaniker geben. Gerade weil die Fahrradtechnik und die verwendeten Werkstoffe in den vergangenen Jahren immer umfangreicher geworden sind, wurde der Beruf in die o.g. Bereiche aufgeteilt.
Und beim Fahrrad geht es übrigens auch nicht ausschließlich um Schraubverbindungen ! Ich habe mal einen versierten Schrauber dabei beobachtet, wie der seine Gabel getauscht hat. Natürlich hatte er nicht auf die korrekte Vorbiegung geachtet. Das Gelächter war groß, als die Karre nicht fuhr und er immer schön mit dem Fuß am Vorderrad kratzte... .
Deinen Rat der "konsequenten Selbsthilfe" würde ich deshalb nur mit allergrößter Vorsicht weitergeben.
Richtig ist allerdings, daß es in jeder Berufsgruppe große Nieten gibt. Die Zweiradtechnik ist hier keine Ausnahme. Ich habe da - als Kunde - auch schon haarsträubende Sachen erlebt.

@misch

Mit Verlaub:
Die Schrauben "nach Gefühl" festzuziehen ist bereits die fortgeschrittene Stufe des Pfusches. Sicher wird in den wenigsten Fahrrad-Werkstätten mit einem Drehmomentschlüssel gearbeitet.
Das geschieht aber nur aus Zeitgründen. Alle renommierten Hersteller schreiben die einzustellenden Drehmomente vor.
Und das ganz sicher nicht ohne Grund !
An meinen eigenen Rädern und insbesondere an meinen Motorrädern verwende ich immer einen Drehmomentschlüssel.
Ich kann dann besser schlafen.

kogafreund

mrd
08.02.2004, 13:03
Original geschrieben von kogafreund
[...]Gerade weil die Fahrradtechnik und die verwendeten Werkstoffe in den vergangenen Jahren immer umfangreicher geworden sind, wurde der Beruf in die o.g. Bereiche aufgeteilt.
[...]
Und beim Fahrrad geht es übrigens auch nicht ausschließlich um Schraubverbindungen ! Ich habe mal einen versierten Schrauber
[...]
Deinen Rat der "konsequenten Selbsthilfe" würde ich deshalb nur mit allergrößter Vorsicht weitergeben.
Ich denke wir können uns darauf verständigen daß wir hier nicht davon reden einen Alurahmen selbst zusammenzuschweißen oder einen Carbonrahmen selbst zu laminieren, oder?

Natürlich kann man, nur so als Beispiel, den Standpunkt vertreten daß es wahnsinnig gefährlich ist ein Laufrad selbst zu zentrieren oder - Gott behüte - es gar selbst aufzubauen. Denn es handelt sich dabei ja um ein sicherheitsrelevantes Bauteil (wo sich natürlich fragt was an einem Rennrad nicht sicherheitsrelevantes Bauteil sein könnte).

Es muß jedoch erlaubt sein darauf hinzuweisen daß man eine (gaanz vorsichtige, gaanz kurze) Runde mit einem selbst zentrierten Laufrad mitunter sogar ohne schwere Verletzungen überleben kann. Die Wahrscheinlichkeit mag klein sein, indes ist sie nicht null.

Ähnliches gilt meiner unmaßgeblichen Meinung nach auch für andere selbst durchführbare Arbeiten am muskelbetriebenen Einspurfahrzeug.


MRD

georg
08.02.2004, 14:28
Hallo,

aber dann bitte nicht wundern wenn der Hersteller keine Gewährleistung gibt!!!!!!!!!!!

es mag sein, daß ein Rennrad kein Auto ist, aber mit ein bißchen rumschrauben ist es am Rennrad auch nicht getan.

Gruß Georg

kogafreund
08.02.2004, 14:44
Original geschrieben von georg
Hallo,

aber dann bitte nicht wundern wenn der Hersteller keine Gewährleistung gibt!!!!!!!!!!!

es mag sein, daß ein Rennrad kein Auto ist, aber mit ein bißchen rumschrauben ist es am Rennrad auch nicht getan.

Gruß Georg

So ist es !
Zumal mit dem Rennrad für gewöhnlich höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Und wenn dann etwa die zwei Vorbau- Klemmschrauben "nach Gefühl" und mit unterschiedlichem Drehmoment angezogen sind, dann...naja...gute Nacht !

@ mrd

Ich weiß ja, was Du meinst.
Dennoch ist Dein Beitrag in unakzeptabler Weise verharmlosend.

kogafreund

Toni
08.02.2004, 15:02
Wer unsicher im schrauben ist oder seinem Fahrradhändler vertraut, sollte das Rad auch dort hinbringen.
Ich selber traue in unserer Stadt keinem Fahrradhänder in Sachen
Inspektion .
Ich nehme mir Zeit und arbeite mit Sorgfalt an meinem Rad .
Habe es auch noch nie bereut (Schlafe nachts auch gut ;) )

SF_
09.02.2004, 18:34
Original geschrieben von Litespeed
... Die Lagerschalen setzen sich nach den ersten 100 bis 200 Kilometern noch um ein paar Hundertstel Millimeter, was einen losen Steuersatz zur Folge hat. ...
Gruss
Baschdel

Ist das der Normalfall, produktabhängig oder eher die Ausnahme?
Also ich habe das noch nie gemacht und noch nie ein Problem mit einem Steuersatz gehabt.

mrd
09.02.2004, 18:38
Original geschrieben von kogafreund
Dennoch ist Dein Beitrag in unakzeptabler Weise verharmlosend.


Dann verklag' mich, Mausi.


MRD

fighterplane
09.02.2004, 18:38
Eben schreib´ ich noch,dass die Kurbel locker gehen kann,heute ist es mir passiert:mad: :D -Octalink fällt aber nicht so schnell ab,wie Vierkant.:cool:

SF_
09.02.2004, 18:43
Original geschrieben von Misch
Ich ziehe die Schrauben am Rad nach Gefühl fest - muss man eigentlich bei bestimmten besonders aufpassen sie nicht zu fest nachzuziehen?

Ich hatte nämlich mal vor Jahren im Übereifer die pickups meiner Gitarre zu tief in den Corpus geschraubt, so dass nur noch wenig zu hören war...

Bevor ich einen Drehmomentschlüssel hatte, hatte ich die Tendenz kleine Schrauben zu fest und große Schrauben zu wenig anzuziehen. Das wird aber individuell verschieden sein. Es hat früher auch ohne Drehmomentschlüssel alles gehalten - meistens funktioniert es eben auch gepfuscht.

Allerdings ist mir früher ab und zu nach längerer Benutzung der Bremszug oder der Schaltzug an der Befestigungsstelle eingerissen - seit ich den Drehmomentschlüssel benutze nicht mehr. Kann aber auch mit dem besseren Material zusammenhängen, daß ich heute fahre.

mrd
09.02.2004, 18:44
wg. Jagdflugzeug:

35-50NM Innensechskant SW8; alle 1/4 bis 1/2 Jahre mal nachprüfen. Denn tut das halten...


MRD

SF_
09.02.2004, 18:52
Original geschrieben von fighterplane
Eben schreib´ ich noch,dass die Kurbel locker gehen kann,heute ist es mir passiert:mad: :D -Octalink fällt aber nicht so schnell ab,wie Vierkant.:cool:

Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich die neueren Vierkantkurbeln von Campa selbständig vom Innenlager lösen, wenn man - wie in der Gebrauchsanleitung beschrieben - den Vierkant und die Kurbel entfettet (NICHT einfettet) und dann mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anzieht (z. B. 32 - 38 Nm bei meiner Racing-T).
Ich lasse mich aber ("un"-)gerne eines anderen belehren, falls jemand Entsprechendes zu berichten weiß.