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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : höhe des schmerzensgeld nach sturz



bike_andy
24.01.2006, 14:50
hi zusammen,

kann mir jemand sagen wie viel man für ein gebrochenes steißbein bekommt?

bin geschnitten worden und dadurch gestürzt. :heulend:
die gegnerische versicherung hat den sachschaden schon anerkannt und einen vorschuß gewährt.

jetzt muß ich mir überlegen was ich als schmerzensgeld ansetzt.
drei tage kopfweh, zwei wochen rückenschmerzen und vier wochen ausheilungszeit sind eh schlimm genug, aber wie bringt man das in eine summe? :confused:

ich hoffe auf einen erfahrungswert oder kompetente auskunft.
danke

andy

ritzeldompteur
24.01.2006, 14:51
ab zum anwalt damit.
den muß eh die gegnerische versicherung zahlen.

Koga-Miyata
24.01.2006, 18:06
ADAC-Tabellen.....frag mal Deinen Anwalt. Bei einem Unfall mit Personenschaden hätte der Unfallverursacher in jedem Fall die Polizei an den Unfallort holen müssen. Dann wäre die ganze Geschichte sofort ihren formellen Weg gegangen. Was willst du denn jetzt für ein Schmerzensgeld ansetzen? :confused:
Such Dir nen guten Anwalt (www.gelbe-seiten.de ;) ) und der regelt das für Dich. Kosten werden ja wohl vermutlich nicht für Dich entstehen, da die Aussicht auf Erfolg Deiner Schilderung nach = 99% ist.

Vetta
24.01.2006, 19:12
Such Dir nen guten Anwalt (www.gelbe-seiten.de ;) )Aussicht auf

Kannnst aus Gründen der Fairness auch die Konkurrenz erwähnen
http://www.goyellow.de/
:D

Koga-Miyata
24.01.2006, 20:21
Konkurrenz

Mitbewerber :Angel:

ritzeldompteur
24.01.2006, 21:51
Bei einem Unfall mit Personenschaden hätte der Unfallverursacher in jedem Fall die Polizei an den Unfallort holen müssen.

muß er das?

liegt das daran, daß sowas ja prinzipiell mal ne strafrechtliche sache wär?

Dr. H. Odensack
24.01.2006, 22:55
Also ich würde in deiner Angelegenheit auch auf jeden Fall zum Anwalt gehen. Die Bemessung von Schmerzensgeld ist Ermessenssache, vgl. § 253 II BGB.
Maßgebliche Kriterien sind u.a.: Schwere der Verletzungen, das hierdurch bewirkte Leiden, die Dauer der Verletzung, ggf. Grad des Verschuldens des Verursachers,...
Ich kann mir da nicht vorstellen, dass die gegenerische Versicherung sich (freiwillig) auf einen hohen Betrag einlässt. Für die dir angetane "entgangene Lebensfreude" würde ich nicht von einem geringen Betrag ausgehen, der dir zusteht.

Koga-Miyata
24.01.2006, 23:06
muß er das?

liegt das daran, daß sowas ja prinzipiell mal ne strafrechtliche sache wär?
Nach §142 StGB kann das als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (=Fahrerflucht!) ausgelegt werden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht polizeilich aufgenommen wird. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft könnte bei einem bedingt negativen Interesse die Angelegenheit nicht so lustig finden...

bike_andy
25.01.2006, 08:50
vielen dank. :Applaus: :Applaus: :Applaus: :Applaus: :Applaus:

aus dem geschriebenen ratschlägen habe ich geschlossen den anwalt anzurufen und die sache an ihn zu übergeben.
das übersteigt meine kompetenz.

ich melde mich aber noch mal wenn alles erledigt ist.

salü andy

ritzeldompteur
25.01.2006, 08:53
Nach §124 StGB kann das als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (=Fahrerflucht!) ausgelegt werden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht polizeilich aufgenommen wird. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft könnte bei einem bedingt negativen Interesse die Angelegenheit nicht so lustig finden...


ok, danke ...

nur, was ist "bedingt negatives interesse" :confused:

Koga-Miyata
25.01.2006, 09:18
ok, danke ...

nur, was ist "bedingt negatives interesse" :confused:
Die Staatsanwaltschaft könnte selbst als Kläger auftreten, falls gegen die betreffende unfallverursachende Person ein negatives Interesse vorliegt. Beispiel: schon der dritte umgefahrene Radfahrer von dem Herrn / der Dame...sehr hypothetisch aber die Möglichkeit besteht.
So bald ein Unfall mit Personenschaden bei der Polizei gemeldet wird, ergeht eine Anzeige und die Staatsanwaltschaft ist am Ruder. I.d.R. besteht aber kein negatives Interesse und solange kein vorsätzliches Verschulden oder ein Unfall mit Todesfolge bzw. schweren Verletzungen verursacht worden ist, dürfte das Verfahren auch wieder eingestellt werden.

ritzeldompteur
25.01.2006, 09:26
hm, ok ... finde den ausdruck "negatives interesse" trotzdem irgendwie komisch und eher verwirrend ...

ChrHurek
25.01.2006, 11:40
hm, ok ... finde den ausdruck "negatives interesse" trotzdem irgendwie komisch und eher verwirrend ...
Verwirrt mich auch; bis heute. :ü

Das negative Interesse ist der sog. Vertrauensschaden, das ist der Schaden, den du erleidest, weil du auf das bestehen eines Vertrages vertraut hast (und der dann später z.B. angefochten wurde).

Hättst du das gewusst, hättest du das Auto (als Beispiel) für 1000€ mehr an mich verkaufen können. Dir ist also ein Geschäft entgangen.

ChrHurek
25.01.2006, 11:42
So bald ein Unfall mit Personenschaden bei der Polizei gemeldet wird, ergeht eine Anzeige und die Staatsanwaltschaft ist am Ruder. I.d.R. besteht aber kein negatives Interesse und solange kein vorsätzliches Verschulden oder ein Unfall mit Todesfolge bzw. schweren Verletzungen verursacht worden ist, dürfte das Verfahren auch wieder eingestellt werden.
Verwechselst du da nicht das negative mit dem besonderen öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung bei Antragsdelikten?

ritzeldompteur
25.01.2006, 12:19
Verwechselst du da nicht das negative mit dem besonderen öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung bei Antragsdelikten?

hm, den ausdruck würde ich in dem fall sogar logisch finden.

Paul vom Rhein
25.01.2006, 12:22
Die Staatsanwaltschaft könnte selbst als Kläger auftreten, falls gegen die betreffende unfallverursachende Person ein negatives Interesse vorliegt. Beispiel: schon der dritte umgefahrene Radfahrer von dem Herrn / der Dame...sehr hypothetisch aber die Möglichkeit besteht.
...

Kann mich nicht beherrschen und muß korrigieren:
in einem Strafverfahren ist die Staatsanwaltschaft im Anklägerin, im Zivilverfahren (also wenn es um Schadensersatz geht) ist im Regelfall der Geschädigte der Kläger. Umgekehrt: Staatsanwaltschaft hat im Zivilverfahren nix zu suchen.

Zum negativen Interesse wurde ja schon alles gesagt.

Die Sache mit dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort (bei Personenschäden) wäre mir neu, gibt's da weitere konkrete Informationen zu?

neugierig

PvR

Koga-Miyata
25.01.2006, 12:22
Verwechselst du da nicht das negative mit dem besonderen öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung bei Antragsdelikten?
Ja sorry, den Begriff "negatives Interesse" gibt's im Strafrecht so nicht....schäm :hidesbehi
Dennoch, ihr wisst ja wie ich das gemeint hatte...

Koga-Miyata
25.01.2006, 12:29
Kann mich nicht beherrschen und muß korrigieren:
in einem Strafverfahren ist die Staatsanwaltschaft im Anklägerin, im Zivilverfahren (also wenn es um Schadensersatz geht) ist im Regelfall der Geschädigte der Kläger. Umgekehrt: Staatsanwaltschaft hat im Zivilverfahren nix zu suchen.
Das hab ich ja auch gar nicht in Abrede gestellt. So hatte ich es doch auch geschrieben. Die Staatsanwaltschaft könnte als Klägerin auftreten, muss es aber nicht....und geschätzte 90% der (wohlgemerkt Bagatell-) Unfälle werden doch eh mangels öffentlichen (noch mal Sorry...) Interesse nicht weiter strafrechtlich verfolgt. Sorry wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe!
Aber die Ausgangsfrage war ja eh eine andere, nämlich Höhe des Schmerzensgeldes...und da wurde ihm ja geholfen..denke ich.. ;)

RREbi
25.01.2006, 14:36
Es gibt da auch noch das besondere öffentliche Interesse in der StPO...

RREbi

ChrHurek
25.01.2006, 23:26
Es gibt da auch noch das besondere öffentliche Interesse in der StPO...

RREbi
Lies mal das Zitat zwei Beiträge über deinem ;) :rolleyes:

RREbi
26.01.2006, 11:27
Lies mal das Zitat zwei Beiträge über deinem ;) :rolleyes:

Ich sollte mir mehr Zeit nehmen für das Lesen des kompletten Inhaltes....
Asche auf mein Haupt.

RREbi

Koga-Miyata
26.01.2006, 11:46
Die Sache mit dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort (bei Personenschäden) wäre mir neu, gibt's da weitere konkrete Informationen zu?
Also ich hab da leider auf die Schnelle nichts genaues zu gefunden, bin mir aber relativ sicher, dass es dazu schon Urteile gegeben hat, in dem das unter §142 StGB gefallen ist...