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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fast verschlissenes Kettenblatt tauschen?



DerBergschreck
13.03.2006, 15:20
Bei meiner Ultegra 3x10 habe ich mal wieder 'ne neue Kette montieren müssen. Das Rad hat jetzt 11.000 km 'runter, das meiste davon auf dem mittleren Blatt gefahren.

Jetzt wo die neue Kette drauf ist, gibt sie auf dem mittleren Blatt mahlende Geräusche von sich - klar: neue Kette und altes Blatt mögen sich erst mal nicht. Die Kette springt zwar nicht über, ist aber rein akustisch nicht weit davon entfernt.

Wa würdet ihr machen:

a) altes Kettenblatt mit neuer Kette "gefügig" machen und vermutlich nach dieser Kette entsorgen

b) neues Kettenblatt montieren (alles paßt dann schön zusammen) und dem alte Kettenblatt nochmal im nächsten Winter für ein paar tausend Kilometer mit einer halb verschlissenen Kette den Rest geben

Quarkwade
13.03.2006, 15:32
c. ein verschlissenes Kettenblatt gehört entsorgt.

wolf jackskin
13.03.2006, 15:36
..das ist die Gelegenheit, auf 2x10 Dura Ace zu wechseln :D

Tom
13.03.2006, 16:01
Ein Kettenblatt ist IMHO verschlissen, wenn die Kette springt oder es sich nicht mehr vernünftig schalten läßt. Aber bei mir ganz sicher nicht nach 11.000 Km, bei etwas Kettenpflege auch nicht nach 22.000. Den Verschleiß erkennt man recht gut an den Sägezähnen. Wenn Du kein Carbon-Blatt fährst, solltest Du eigentlich noch Kettenblatt für viele Km haben.

Thommylein

marvin
13.03.2006, 17:17
Wenn Dich der winzige Moment "in die Leere" treten nicht stört, würde ich sagen, lass es drauf.
Im Gegensatz zu einer angenudelten Kette schädigst Du Dir mit einem abgenudeleten Kettenblatt nicht die anderen Antriebskomponenten.

DerBergschreck
13.03.2006, 17:58
Ein Kettenblatt ist IMHO verschlissen, wenn die Kette springt oder es sich nicht mehr vernünftig schalten läßt. Aber bei mir ganz sicher nicht nach 11.000 Km, bei etwas Kettenpflege auch nicht nach 22.000. Den Verschleiß erkennt man recht gut an den Sägezähnen. Wenn Du kein Carbon-Blatt fährst, solltest Du eigentlich noch Kettenblatt für viele Km haben.

Thommylein

Mein jetziges Ultegra 39er Kettenblatt hat aber schon ziemlich ausgeprägte Sägezähnchen, die Kette rutscht aber, wie gesagt, noch nicht durch.

Eine Laufleistung von über 20.000 km fände ich wirklich erstaunlich. Ich vermute aber, daß schafft man nur, wenn man alle relativ gleichmäßig? Dann verteilt sich der Verchleiß natürlich auf zwei bzw. drei Kettenblätter - klar, daß die dann wesentlich länger halten.

Das 52er und 30er an meiner 3fach-Kurbel wird dagegen vermutlich 50.000 km halten - da ich die beiden relativ selten fahre.

In den letzten 15 Jahren habe ich auf drei verschiedenen Rädern um die 150.000 km gefahren. Die Komponenten lagen immer in der Qualitätsklasse von Ultegra bzw. Deore XT. Das *meistgefahrene* Kettenblatt hat nie länger als 10.000 - 15.000 km gehalten.

DerBergschreck
13.03.2006, 18:03
Wenn Dich der winzige Moment "in die Leere" treten nicht stört, würde ich sagen, lass es drauf.

Das ist es ja nicht mal. Die Kette "rubbelt" nur hör- und fühlbar auf dem mittleren Blatt herum, rutsch aber nicht durch. Also kein winziger Moment des "ins Leere tretens" fühlbar.

Vielleicht bin ich da auch zu sensibel. Ich finde ein Rennrad muß schnurren wie ein schweizer Uhrwerk. (Naja, wenn die Kette das Blatt ein paar hundert km bearbeitet hat, schnurrt's ja auch wieder...).

dooyou
13.03.2006, 18:13
Bei meiner Ultegra 3x10 habe ich mal wieder 'ne neue Kette montieren müssen. Das Rad hat jetzt 11.000 km 'runter, das meiste davon auf dem mittleren Blatt gefahren.

Jetzt wo die neue Kette drauf ist, gibt sie auf dem mittleren Blatt mahlende Geräusche von sich - klar: neue Kette und altes Blatt mögen sich erst mal nicht. Die Kette springt zwar nicht über, ist aber rein akustisch nicht weit davon entfernt.

Wa würdet ihr machen:

a) altes Kettenblatt mit neuer Kette "gefügig" machen und vermutlich nach dieser Kette entsorgen

b) neues Kettenblatt montieren (alles paßt dann schön zusammen) und dem alte Kettenblatt nochmal im nächsten Winter für ein paar tausend Kilometer mit einer halb verschlissenen Kette den Rest geben

Tausch das Kettenblatt aus, kostet nicht die Welt und du wirst wieder mehr Freude beim treten haben.

siggi
13.03.2006, 19:52
Das Problem bei verschlissenen Kettenblättern ist, dass das Blatt die Kette unten nicht mehr sofort frei gibt. Die Haifischzähne halten die Kette immer noch etwas fest und versuchen die Kette unten immer etwas anzuheben bevor sie abläuft. Das kostet zusätzliche Energie.

medias
13.03.2006, 20:08
Unabhängig von deiner Frage,brauchst du überhaupt 3-fach,du fährst ja immer auf dem mittleren Blatt.

PAYE
13.03.2006, 20:11
Unabhängig von deiner Frage,brauchst du überhaupt 3-fach,du fährst ja immer auf dem mittleren Blatt.

Guck doch mal auf sein Benutzerbild!
Bei 43% Steigung ist eine kleine Sicherheitsreserve nicht schlecht ... :D

medias
13.03.2006, 20:13
AHA,da braucht er 4-fach.
Entschuldiung!

Holsten
13.03.2006, 20:20
Unabhängig von deiner Frage,brauchst du überhaupt 3-fach,du fährst ja immer auf dem mittleren Blatt.

Steig um auf Singlspeed

HeikoP
13.03.2006, 20:54
Das Problem bei verschlissenen Kettenblättern ist, dass das Blatt die Kette unten nicht mehr sofort frei gibt. Die Haifischzähne halten die Kette immer noch etwas fest und versuchen die Kette unten immer etwas anzuheben bevor sie abläuft. Das kostet zusätzliche Energie.

..das ist wohl das geringste Problem. Wenn die Kette sich von unten wieder aufs Kettenblatt wickelt, gibts einen heftigen Ruck, wenn der Antrieb blockiert. Da kann man sich im Zweifelsfall auch aufn Bart legen, oder die Schaltung demolieren.

Gruß
Heiko

Mayo-GP
13.03.2006, 21:01
Mein jetziges Ultegra 39er Kettenblatt hat aber schon ziemlich ausgeprägte Sägezähnchen, die Kette rutscht aber, wie gesagt, noch nicht durch.

Eine Laufleistung von über 20.000 km fände ich wirklich erstaunlich. Ich vermute aber, daß schafft man nur, wenn man alle relativ gleichmäßig? Dann verteilt sich der Verchleiß natürlich auf zwei bzw. drei Kettenblätter - klar, daß die dann wesentlich länger halten.

Das 52er und 30er an meiner 3fach-Kurbel wird dagegen vermutlich 50.000 km halten - da ich die beiden relativ selten fahre.

In den letzten 15 Jahren habe ich auf drei verschiedenen Rädern um die 150.000 km gefahren. Die Komponenten lagen immer in der Qualitätsklasse von Ultegra bzw. Deore XT. Das *meistgefahrene* Kettenblatt hat nie länger als 10.000 - 15.000 km gehalten.
Bitte? In meinem Verein fahren ab U19 praktisch alle >10000km/Jahr, ein paar auch mehr als 20000km. Und ich würde mich doch arg täuschen, sollten die alle einmal pro Saison ihre Kurbel wechseln :eek:
Viel Spaß bei DA/Record, da wird man ja arm...
Meine alte Ultegra hält zumindest seit 3 Jahren bzw. 35000km ohne Probleme...

marvin
13.03.2006, 22:21
Da wären wir ja wieder beim allseits beliebten Thema "wie oft sollte ich meine Kette wechseln..."
Ich finde auch, dass 10TKM keine grossartige Laufleistung für ein Strassenkettenblatt sind. Das fahre ich am MTB locker mit einem Blatt (inklusive Schlammfahrten).
Bei regelmässigem Kettenwechsel halte ich 20TKM am Strassenrad für absolut realistisch. Aber unter "regelmässig" verstehe ich halt auch so ca. spätestens alle 2000km.

medias
13.03.2006, 22:28
Wenn man die Blätter mal reinigt und die Kette zur Zeit wechselt liegt auch noch mehr drin.

goldstar
13.03.2006, 23:03
ein paar Hundert KM u. die Kette ist wieder kompatibel (zum Kettenblatt u. Ritzel) :)

DerBergschreck
14.03.2006, 08:42
Guck doch mal auf sein Benutzerbild!
Bei 43% Steigung ist eine kleine Sicherheitsreserve nicht schlecht ... :D

Genau! Habe das kleine Blatt zwar nur wenige hundert Kilometer in den Alpen gebraucht, aber dort hätte ich nicht darauf verzichten wollen. Und bergab auch nicht auf das 52er :-)

DerBergschreck
14.03.2006, 08:49
Bitte? In meinem Verein fahren ab U19 praktisch alle >10000km/Jahr, ein paar auch mehr als 20000km. Und ich würde mich doch arg täuschen, sollten die alle einmal pro Saison ihre Kurbel wechseln :eek:
Viel Spaß bei DA/Record, da wird man ja arm...
Meine alte Ultegra hält zumindest seit 3 Jahren bzw. 35000km ohne Probleme...

Die U19er eieren aber nicht wie ich den größten Teil ihrer Kilometer auf dem kleinen Blatt herum. Ich tippe mal 60% großen Blatt, 40% kleines Blatt. Da ist die Belastung gut auf beide Blätter verteilt. Und wenn man dann zugrunde legt, daß Dura Ace Kettenblätter, die dort vermutlich gefahren werden, bei doppelten Preis gegenüber Ultegra Kettenblättern mindestens doppelt so lange halten, ist es kein Problem mit *einem Satz* Kettenblätter vielleicht 40.000 km zu fahren.

DerBergschreck
14.03.2006, 08:54
Da wären wir ja wieder beim allseits beliebten Thema "wie oft sollte ich meine Kette wechseln..."
Ich finde auch, dass 10TKM keine grossartige Laufleistung für ein Strassenkettenblatt sind. Das fahre ich am MTB locker mit einem Blatt (inklusive Schlammfahrten).

Interessant. An anderer Stelle hatte ich gelesen, daß MTBler froh sind, wenn Kettenblätter 'mal länger als 1.000-2.000 km halten.

Kann es sein, daß der Verschleiß von Kettenblättern ähnlich Streuungen aufweist, wie bei Verschleiß von Reifen? Der Conti GP3000 z.B. hält ja bei einigen angeblich keine 3.000 km, andere dagegen fahren 8.000 km damit.



Bei regelmässigem Kettenwechsel halte ich 20TKM am Strassenrad für absolut realistisch. Aber unter "regelmässig" verstehe ich halt auch so ca. spätestens alle 2000km.

Alle 2.000 km ist aber schon sehr pessimistisch. Mit der 0.7er Seite des Rohloff Calibers gemessen halten bei mir die Ultegra und Dura Ace 10fach-Ketten um die 3.000 km.

Tom
14.03.2006, 09:46
Ich schalte mich hier nochmal ein.
Der Grund, warum ich nicht kompakt fahre, ist, daß ich fast alles auf dem "kleinen" Blatt fahre. Nur wirklich schnelle Einheiten in der Ebene fahre ich auf dem großen und natürlich bergab. Geschätztes verhältnis groß/klein 80:20. Und auch wenn's bei Dir anders ist, meine Kettenblätter halten immer über 20TKm.

Deswegen mein Rat: Vielleicht die Kette etwas früher wechseln? Und noch was: neue Ketten laufen aufgrund des zähen Kettenfetts am Anfang oft etwas rubbelig. Das gibt sich in der Regel mit der ersten Ölung ;)

Thommylein


[QUOTE=DerBergschreck]Die U19er eieren aber nicht wie ich den größten Teil ihrer Kilometer auf dem kleinen Blatt herum. Ich tippe mal 60% großen Blatt, 40% kleines Blatt. Da ist die Belastung gut auf beide Blätter verteilt. Und wenn man dann zugrunde legt, daß Dura Ace Kettenblätter, die dort vermutlich gefahren werden, bei doppelten Preis gegenüber Ultegra Kettenblättern mindestens doppelt so lange halten, ist es kein Problem mit *einem Satz* Kettenblätter vielleicht 40.000 km zu fahren.[/QUOTE

marvin
14.03.2006, 10:04
Interessant. An anderer Stelle hatte ich gelesen, daß MTBler froh sind, wenn Kettenblätter 'mal länger als 1.000-2.000 km halten.
:eek: Ne, also davon hab ich noch nicht gehört. Bei 1000-2000km Haltbarkeit und XTR-Austattung hätte ich schon längst Privatinsolvenz anmelden an das Hobby an den Nagel hängen müssen.
Wie gesagt, wechsel ich die Ketten aber recht häufig - da schafft auch das MTB-Kettenblatt in jedem Fall 10TKM. Bei hochwertigen Gruppen (XTR, DA, Record, Chorus...) ist die Kette ja in jedem Fall das billigste Teil im Antrieb.

Abbath
14.03.2006, 10:18
tausch lieber. dass das verschlissene kettenblatt die anderen komponenten nicht in mitleidenschaft zieht stimmt nämlich nicht wirklich. das passt sich die kette an und die mach dann auch den rest kaputt.

rennrad blätter halten bei mir so um die 25-30000 km. allerdings fahr ich auch lieber auf dem großen blatt :p ;) ich tausche allerdings meist beide aus, damit die abnutzung gleichmäßiger ist. vermutlich aber eher dumm.

mtb hält wirklich nicht lange. hängt aber mit der geringeren größe der blätter und dem dreck (besonders beliebt unser senner sand :rolleyes: ) zusammen - vor allem sind die blätter so teuer, daß du gleich ne neue kurbel kaufen kannst...

Klassik-Renner
14.03.2006, 10:25
Warum nicht das verschlissene Kettenblatt auch noch einmal aufarbeiten? Der Austausch eines Kettenblatts ist für mich die letzte (weil teuerste) Lösung.

Mit einem Dremel-Tool und einem runden Schleifstein kann man das Kettenblatt mit 5 Minuten Arbeit wieder so aufbereiten, dass eine springende Kette nicht mehr hüpft.

Man nehme einen Schleifstein mit dem Durchmesser in der Größe eines Kettenröllchens (oder etwas kleiner) und fahre in der auf dem Bild gezeigten Pfeilrichtung minimal in die Zähne rein. Dadurch erhält die Zahnflanke wieder ihr altes Profil und die Kette hört auf, zu hüpfen. Alles läuft nach einer solchen Behandlung beim "Kettenblatt-Zahnarzt" wieder ganz perfekt.

PS: Die Methode funktioniert analog auch bei verschlissenen Ritzeln. Habe ich schon öfter so gemacht und das alte Material noch etliche 1000 km weiterfahren können.

DerBergschreck
14.03.2006, 10:49
Ich schalte mich hier nochmal ein.
Der Grund, warum ich nicht kompakt fahre, ist, daß ich fast alles auf dem "kleinen" Blatt fahre. Nur wirklich schnelle Einheiten in der Ebene fahre ich auf dem großen und natürlich bergab. Geschätztes verhältnis groß/klein 80:20.

Du meintest aber 20:80 - also groß 20%, klein 80%, oder?
Das wäre dann ja so ähnlich wie bei mir.


Deswegen mein Rat: Vielleicht die Kette etwas früher wechseln?
Ich wechsle die immer, wenn die 0.7er-Seite des Rohloff Calibers 'reinrutscht - das ist eigentlich schon ziemlich früh. Sind meistens so um die 3.000 km.

Vielleicht bin aber, was Kettengeräusche angeht, übersensibel. Wenn ich manche Antriebe bei RTFs höre (als Hinterradlutscher kriegt man da ja viel von mit ;-), wird mir immer ganz anders...