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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : An die Hochgebirgserfahrenen



Olm
04.04.2006, 08:11
Im Sommer möchte ich mal wieder ins Hochgebirge. In einer Procycling war mal so ein Tourvorschlag, der über Col de la Croix de Fer, Telegraph, Galibier und Alpe d`Huez ging. Das ist mal was anderes, als Odenwald.
Das letzte Mal war ich als "junger Bub" in den Alpen, ist schon 20 Jahre her. Damals sind wir aufs gerade Wohl losgetigert.
Auf jeden Fall nehme ich mein "gutes" Rad mit. Da fahre ich mit Schlauch-
reifen. Was meint Ihr sollte ich alles dabei haben (außer genug Kondition) ?
Vielen Dank für Anregungen und Tips!

cone-A
04.04.2006, 08:14
Schau nach, ob der Paß wirklich asphaltiert ist und rechne mit schnellen und extremen Wetterstürzen.

Es ist auch von Vorteil, wenn die Bremsbeläge noch nicht ganz abgefahren sind.

Ansonsten sind Pässe was zum Genußradeln. Stundenlang bombiges Panorama, ohne sich zu sehr auf die Straße konzentrieren zu müssen.

Viel Spaß!

Gruß cone-A

pinguin
04.04.2006, 08:25
Sinnvoll kombinierbare Kleidung, die auch einem Wettersturz standhält. Langfingerhandschuhe, Mütze usw.

Wenn du Bilder machen willst: frische Batterien windgeschützt einpacken.
Wenn du das Höhenprofil mit'm geeigneten Tacho aufzeichnen willst: auch frische Batterien... :D

Und halt das Übliche an Ersatzkram und was zu futtern und so weiter. Kennst dich ja aus...

Jean Gangolf
04.04.2006, 08:34
...Col de la Croix de Fer...Schon sehr lange her, dass ich da mal drüber war (aber mit dem Auto!). Damals (1986) war oben nicht alles asphaltiert. Mit Sicherheit findest Du aber hier; auf einer motorradspezifischen Seite; Infos:

http://www.toureninfo.de/

Hellracer
04.04.2006, 08:43
Als ich über den Col de la Croix de Fer gefahren bin, war schon alles asphaltiert - war in dem Jahr, als Pantani die Tour gewann. (so um 1995)

Telegraphe und Galibier waren damals auch asphaltiert. ;)

Alpe d'Huez - keine Ahnung - aber im Fernsehen ist der immer asphaltiert :D

Ich finde das Programm etwas zu heftig - evtl. solltest Du einen der 3,5 Pässe auslassen.

frankie-w
04.04.2006, 09:05
Hi,

aus Erfahrung= vorne Drahtreifen, der Schlauchreifen wird wandern und es ist lästig nach jeder 4ten Kurve das Vorderrad zu drehen (wenn doch denk an einen zweiten Tachomagneten). Denk dran du hast keine gesperrten Straßen und bist kein Pro also hängste oft an der Bremse. ;)

Grüße

martl
04.04.2006, 09:16
Hi,

aus Erfahrung= vorne Drahtreifen, der Schlauchreifen wird wandern und es ist lästig nach jeder 4ten Kurve das Vorderrad zu drehen (wenn doch denk an einen zweiten Tachomagneten). Denk dran du hast keine gesperrten Straßen und bist kein Pro also hängste oft an der Bremse. ;)

Grüße
Also ich weiß nicht, ob das ein guter Tipp ist, mit zwei verschiedenen Reifentypen wird das Mitnehmen von Ersatzmaterial zur Pein. Soooo häufig wandert der Vorderreifen ja auch wieder nicht. Sollte halt kein superleicht-Material sein, das ist bei Alleinfahrten unklug.
Ein bis zwei*) Ersatzschlaucheifen reichen (* man will ja nach einem Platten nach 40km nicht umdrehen müssen).

Zur Bekleidung: Man sieht oft, dass unerfahrene Bergfahrer einen Haufen Klamotten mitschleppen und sichauf der Paßhöhe anziehen wie im Winter. Oft unnötig, weil die Paßhöhe halt der allerkälteste Platz sind, wegen des Windes, der da gerne drüberpfeift. 3,4 Serpentinen tiefer ist es dann schon wieder zu warm. Also auf der Paßhöhe nicht lange verweilen!
Meiner Meinung nach reichen eine winddichte Jacke und Ärmlinge, wenn die Wetterlage nicht zu unsicher ist. Vielleicht noch Schuhkappen. Da Regen auf nackten Fingern sehr unangenehm kalt ist (Verdunstung), haben sich bei mir Latexhanschuhe im Werkzeugtascherl für alle Fälle bewährt.
Wetterbericht prüfen, und im Hochsommer früh aufbrechen, weil da gerne Nachmittagsgewitter entstehen.

M.

pjotr
04.04.2006, 09:20
Die Strecke die Du vorhast entsprich dem Marmotte-Marathon, dürften demnach so 180km und 5000 Hm sein, je nach Startort. Heftiges Programm aber sehr sehr schön.
Zur Ausrüstung ist ja einiges schon gesagt worden. Allgemein ist zu sagen, dass die Pässe in dieser Gegend wettermäßig schon stabiler sind, als etwa die in den nördlichen Alpen. Bei der Übersetzungwahl ist zu berücksichtigen, dass Galibier, Alpe-d'Huez und auch der Croix de Fer teilsweise unangenehme Steilstücke aufweisen, beim Galibier vor allem auf den letzten Kilometern, am Croix de Fer gibt es an der Auffahrt von Rochetaille eine kurze steile Abfahrt mit einer ebenso steilen Gegensteigung (schätze mal 14%), da ist vor Jahren die Straße abgerutsch und man hat sie einfach auf die andere Hangseite verlegt. Alpe-d'Huez ist weniger spektakulär, allerdings haben die ersten 3 km um 10% Durchschnittssteigung, mit 170 km und fast 4000 Hm die Du dann schon in den Beinen hast, ist das heftig. Bei der Übersetzungswahl ist also vorsichtig zu planen.

Du solltest Dich vorher nochmal erkundigen ob alle Straßen offen sind. Im letzten Jahr war die Nordrampe des Croix de Fer im unteren Teil wegen in Tunnelnarbeiten gesperrt. Wir sind diesen Abschnitt von St. Michelle kommend über den Col de Mollard umfahren, das bedeutete freilich 400 Hm extra. Alternative wäre der dann noch der Glandon, falls da wieder irgendwas geschlossen sein sollte.

pinguin
04.04.2006, 09:56
@ Martl

Kannst du bitte mal beschreiben, wie der Unterschied zwischen Latexhandschuhen und Fingern ohne Handschuhe ist - sprich: Wieviel bringt das? Mit Latexhandschuhen meinst du doch die Dinger, die in Verbandskästen enthalten sind?

Die Idee finde ich gut, bin mir nur nicht sicher, ob das meinen empfindlichen Fingern helfen könnte...

Speedskater
04.04.2006, 10:02
@ Martl

Kannst du bitte mal beschreiben, wie der Unterschied zwischen Latexhandschuhen und Fingern ohne Handschuhe ist - sprich: Wieviel bringt das? Mit Latexhandschuhen meinst du doch die Dinger, die in Verbandskästen enthalten sind?

Die Idee finde ich gut, bin mir nur nicht sicher, ob das meinen empfindlichen Fingern helfen könnte...

Das bringt richtig was. Ich hatte als Zivi mal meine Radhandschuhe vergessen und hab dann einfach Latexhandschuhe von meiner Arbeitsstelle mitgenommen. Hat auch nen guten Grip, wenn sie eng sind. Nachteilig ist, daß man schnell schwitzt, aber das ist ja bei dem Einsatzzweck egal.

martl
04.04.2006, 10:13
@ Martl

Kannst du bitte mal beschreiben, wie der Unterschied zwischen Latexhandschuhen und Fingern ohne Handschuhe ist - sprich: Wieviel bringt das? Mit Latexhandschuhen meinst du doch die Dinger, die in Verbandskästen enthalten sind?

Ja. Sie packen viel kleiner, und wenn sie im Werkzeug sind, hat man sie immer dabei. Warmhalten tun sie überraschend gut, weil das Hauptproblem beim Abfahren der Fahrtwind in Verbindung mit der Nässe ist.
Mir haben sie letztes Jahr hervorragende Dienste geleistet, als ich bei meiner Tour über die drei Colle (Cayolle, Champs, d'Allos) in einen Wetterumschwung geriet und 2 davon bei Gewitter/Graupel/Hagel und 10° fuhr. Die Füße waren Eiszapfen, aber die Finger blieben warm :)

Wenn man gar nichts dabei hat, kann man sich auch an einer Tanke Dieselhandschuhe holen - besser als nichts :)


Martl

espresso
04.04.2006, 11:43
....... Die Füße waren Eiszapfen, aber die Finger blieben warm :)

Super Tipp :oke:, muss ich auch probieren!

Gibt es eigentlich auch Latex-Überschuhe? :confused: :D :confused: :D :confused: :D

C40
04.04.2006, 11:45
Hi,

aus Erfahrung= vorne Drahtreifen, der Schlauchreifen wird wandern und es ist lästig nach jeder 4ten Kurve das Vorderrad zu drehen (wenn doch denk an einen zweiten Tachomagneten). Denk dran du hast keine gesperrten Straßen und bist kein Pro also hängste oft an der Bremse. ;)

Grüße


..das ist ja lachhaft, selten so ein Blödsinn gelesen :rolleyes:. Ich fahre seit fast 30 Jahren Schlauchreifen (auch in Alpen z.B. Bonnet und Dolomiten "Fedaja oder Ciao"), da ist noch nie ein Reifen gewandert. Gerade im Hochgebirge (schlechte Straßen) sind Schlauchreifen absolut Top (21-23er) wegen den Fahreigenschaften und der geringeren "Durchschlagsgefahr". ;) :D

Gruß C40

cbeinecke
04.04.2006, 12:27
@ Martl

Kannst du bitte mal beschreiben, wie der Unterschied zwischen Latexhandschuhen und Fingern ohne Handschuhe ist - sprich: Wieviel bringt das? Mit Latexhandschuhen meinst du doch die Dinger, die in Verbandskästen enthalten sind?

Die Idee finde ich gut, bin mir nur nicht sicher, ob das meinen empfindlichen Fingern helfen könnte...
Bei Nässe sind sie wirklich praktisch. Ich habe es allerdings auch mal im Winter probiert (unter den Skidaunenhandschuhen). Da haben sie aber nicht wirklich warmgehalten. Seit dem ziehe ich im Winter Plastiktüten über die Handschuhe. Aber bei Nässe ist die Wärme ja weniger das Problem, sondern nur dass die Finger trocken bleiben. Warm wird's dann beim nächsten Anstieg wieder.
:quaeldich

gruß

Carsten

Tristero
04.04.2006, 12:39
Ist ne sehr schöne Runde, bin ich schon gefahren. Allerdings ohne Alpe am Schluß. Das kam dann nen andernmal. Am besten man startet in Bourg d'Oisans oder am Ostfuß des Croix de Fer. A propos, wenn man da oben schon mal ist, kann man mal kurz auf dem Glandon vorbeischauen. Wichtig ist vor allem, daß man diese Runde im Uhrzeigersinn fährt. Andernfalls machen Dich die Lkw auf dem Weg Richtung Lautaret platt. Zur Bekleidung: bei gutem Wetterbericht im Sommer reicht mir immer folgendes: Windweste, Knielinge, Armlinge. Genug Riegel etc. sind wichtig.

wizard1972
04.04.2006, 12:44
Im Sommer möchte ich mal wieder ins Hochgebirge. In einer Procycling war mal so ein Tourvorschlag, der über Col de la Croix de Fer, Telegraph, Galibier und Alpe d`Huez ging. . Was meint Ihr sollte ich alles dabei haben (außer genug Kondition) ?
Vielen Dank für Anregungen und Tips!

Vergiß den Organspenderausweis nicht :D :D

und das Handy mit der Notrufnummer :eek:

desdichado
04.04.2006, 13:27
Ist ne sehr schöne Runde, bin ich schon gefahren. Allerdings ohne Alpe am Schluß. Das kam dann nen andernmal. Am besten man startet in Bourg d'Oisans oder am Ostfuß des Croix de Fer. ...

Wieviel Zeit muss man für die Runde berechnen?

rider
04.04.2006, 13:28
Meiner Meinung nach reichen eine winddichte Jacke und ÄrmlingeFull ack. Im Sommer, bei typisch warmem Wetter reicht in der Zentralschweiz auch bei den hohen Pässen (Susten: > 2200 m, Furka: > 2400 m) erfahrungsgemäss eine leichte Regenjacke als Windschutz in den Abfahrten. Aber ich bin im Sommer die meisten Passabfahrten (auch von hohen Bergen) ohne die Jacke gefahren, weil es wie Martl schön erklärt hat, weiter unten bald wieder sehr warm ist.

curry
04.04.2006, 13:41
also ich bin im letzen jahr auch besagte pässe gefahren - und meine schlauchreifen gingen keinesfalls auf wanderscha :ligtdubbe ft

cbeinecke
04.04.2006, 13:46
also ich bin im letzen jahr auch besagte pässe gefahren - und meine schlauchreifen gingen keinesfalls auf wanderscha :ligtdubbe ft
Das scheint auch einer der Mythen zu sein die sich ewig halten. Wenn ein SR richtig verklebt ist, wandert der auch nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel (siehe Beloki TdF 2003).

Gruß

Carsten

HeikoP
04.04.2006, 13:50
Full ack. Im Sommer, bei typisch warmem Wetter reicht in der Zentralschweiz auch bei den hohen Pässen (Susten: > 2200 m, Furka: > 2400 m) erfahrungsgemäss eine leichte Regenjacke als Windschutz in den Abfahrten. Aber ich bin im Sommer die meisten Passabfahrten (auch von hohen Bergen) ohne die Jacke gefahren, weil es wie Martl schön erklärt hat, weiter unten bald wieder sehr warm ist.

naja, ne Windweste hat noch niemandem geschadet ;) selbst bei der Tour im Juli fahren einige mit Windschutz ab. Ausserdem, wer weiß schon, wie lange es "typisch warm" bleibt. Innerhalb einer Woche in teils unterschiedlichen Regionen kann es da auch mal empfindlich kalt werden. Der Empfehlung einer Windjacke kann ich deshalb uneingeschränkt zustimmen.

...die Latexhandschuhe sind übrigens Gold wert. Schützen ungemein gut vor hohen wärmeentzug durch Verdunsungskälte auf den Fingern.


Gruß
Heiko

Niffindor
05.04.2006, 20:53
Hallo!
Ich bin die Runde ohne Alpe d'huez auch schon gefahren; alpe d'huez dann am nächsten Tag mit Sarenne.
Auf jeden Fall im Uhrzeigersinn fahren; bei gutem Wtter hast du vom Lautaret bis hinter Bg. d'oisans (Abzw. Cr. de Fer) allerdings heftigen Gegenwind.
Du kannst es auch erst einmal Glandon ohne Crois de Fer fahren und als zusätzliche Tour Croix de Fer mit Mollard - dieses Jahr zum ersten mal im Tour de France Programm. Hat ganz wenig Verkehr als alternative zur Croix de Fer-Auffahrt von Osten.
Viel Spaß
Niffindor

Daddy yo yo
05.04.2006, 22:14
Als ich über den Col de la Croix de Fer gefahren bin, war schon alles asphaltiert - war in dem Jahr, als Pantani die Tour gewann. (so um 1995)1998 :icon_roll

juergens
05.04.2006, 22:51
www.la-marmotte.com

viele Links, ua. zu einer DVD:

http://www.aviationvideo.nl/Marmotte2006.htm

mit Preview zum Download, 5 Stunden Marmotte zum Einstimmen...

Interessant: 2005 knapp 5000 TN, davon 2500 aus Benelux und gerade mal 43 aus D :eek:

Juergen

Wenn du nicht an einem Stück fahren willst, kannst du Alpe d'Huez, Glandon und Croix de Fer locker an einem Tag, am anderen Telegraph und Galibier machen. Müsstest dann nur einen Transfer machen. Oder den Galibier von Bourg d'Oisans aus. Die Strecke hat allerdings mind. eine langen Tunnel, der nicht so prickelnd sind...

Jack
06.04.2006, 10:25
Infos Fotos Höhenprofile zu fast allen genannten Pässen findest du hier: http://www.alpenrennradtouren.de/lfrance.html

LKG
06.04.2006, 10:29
Wieviel Zeit muss man für die Runde berechnen?

Geschätzt 7-8 Stunden, kenne nur einzelne Teile der Runde.