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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lenkkopfwinkel: Aussagekraft für Fahrverhalten?



dawillichhoch
09.04.2006, 08:52
Jetzt mal eine Frage an alle Spezialisten:

Kann man direkt von dem Lenkkopfwinkel auf das Fahrverhalten eines Rades schließen?
Mir ist aus rein physikalischen Gründen klar, dass das immer spurstabiler geradeaus läuft (und damit kurvenunwilliger wird), je kleiner der Lenkkopfwinkel ist.
Kann man daher direkt vom Winkel auf das Fahrverhalten schließen, d.h. gibt es konkrete Erfahrungswerte, anhand derer man das Fahrverhalten einschätzen kann (z.B. bis 72 Grad sher spurstabil, über 75 Grad extrem nervös etc.) oder spielen da noch mehr Faktoren eine Rolle, so dass ein Rückschluss nicht möglich ist.

Hintergrund der Frage ist der, dass auch ich als absolut Unerfahrener bei Probefahrten mit versch. Rädern große Unterschiede beim Fahrverhalten festgestellt habe. Ein Cannondale mit Caad 5 empfand ich als recht wendig und angenehm, wohingegen z.B. ein Bulls 600 fast in eine Kurve gezwungen werden musste (hat mir überhaupt nicht gefallen). Insofern wäre es natürlich interessant, wenn man alleine aufgrund der Prospektangaben schon erste Schlüsse ziehen könnte.

messenger
09.04.2006, 09:30
Weitere Faktoren: Gabelvorbiegung, Radstand, Sitzposition(Gewichtsverteilung) auf dem Rad, Vorbaulänge, Felgengewicht....

Gruß mess.

dawillichhoch
09.04.2006, 09:32
Also nur einer von vielen Faktoren, d.h. ohne viel Aussagekraft.

Tom
09.04.2006, 09:51
So würde ich es nicht sagen. Es ist ein wichtiger Faktor der Rahmengeometrie für's Fahrverhalten. Gabelvorbiegung ist ein weiterer sehr wichtiger... und zusammen mit dem Radstand sind das wohl die Hauptgrößen, die das Fahrverhalten eines Rahmens definieren.

Am kompletten Rad kommen dann nochmals einige Faktoren dazu. Aber ich wage mal zu behaupten, daß sich zwei identisch aufgebaute Räder bei unterschiedlicher Rahmengeo auch deutlich unterschiedlich fahren.

Thommylein

rider
09.04.2006, 11:30
Der Lenkwinkel ist ein wichtiger Faktor, um die Fahreigenschaften des Velos zu bestimmen - aber nur einer von vielen (siehe Messenger). Zu ergänzen wäre noch, dass der Vorderreifen ebenfalls einen Einfluss auf das Lenkverhalten hat (je schwerer, breiter und weniger gepumpt, desto träger das Lenkverhalten).

Aaaaaaber: in der Praxis spielt das alles keine entscheidende Rolle, jedenfalls solange der Lenkwinkel und die übrigen Parameter innerhalb des üblichen Spielraums bleiben. Ich selber stelle beispielsweise beim "umsteigen" vom Quervelo (IIRC 71 Grad Lenkwinkel) auf den Starrlaufbock (IIRC 74 Grad, ggf. noch mehr, wegen der Exzenterhinterradnabe) zwar einen "eindeutigen" Unterschied fest, aber der ist nach wenigen Minuten vergessen. Man kann beide Velos hinreichend gut in die Kurven lenken und es ist mit beiden kein Problem, Strich zu fahren (jedenfalls, wenn man das technisch drauf hat).