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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Helm: Sicher ist nicht gleich sicher!



wilson
20.04.2006, 15:15
Laut Test (http://www.dk-content.de/bike/pdf-archiv/tests/Helmtest_ausw.pdf) in der aktuellen Bike sind Helme, die bei uns verkauft werden und alle die Sicherheitsnormen erfüllen, nicht alle gleich sicher. So absorbieren die im Labor z.T. ganz unterschiedlich die Energie, die bei einem Sturz auf den Kopf wirken würden. Besonders sicher wurde z.B. ein Modell von Uvex getestet, der nebenbei noch der Leichteste und einer der günstigsten ist. Erstaunliches Ergebnis. Die wesentlich teureren Modelle wie z.B. der Giro schnitten wesentlich weniger gut ab!

bata express
20.04.2006, 15:56
Sehr interessante Testergebnisse, werde ich mir evtl. mal in der Zeitschrift durchlesen. Einiges kann ich ja kaum glauben. Letzte Woche hatte ich bei Karstadt den MET Veleno in der Hand und habe mich kaum getraut, den Probeweise aufzusetze, weil einige Rippen sehr filigran waren. Daß der die schlechteste Belüftung haben soll, kann ich kaum glauben.

wilson
20.04.2006, 16:36
Für mich ist kaum zu glauben, dass ein Helm, der weniger als ein Drittel von meinem Atmos kostet, in allen Punkten ausser der Belüftung die Höchstnote macht und erst noch in Deutschland produziert wird. Manchmal sollte man eben doch die Vernunft entscheiden lassen....

Speedskater
20.04.2006, 16:53
Ich denke, es ist wie bei anderen Radteilen auch. Wenn man weniger aufs Gewicht (oder Belüftung) achtet, kann man für weniger Geld sicherere Teile produzieren. Wobei die Frage ist, wie sicher sicher ist. Daß es schwieriger und teurer ist, gut belüftete Helme aus weniger Material mit der gleichen Sicherheitsleistung zu bauen, sollte klar sein. Neuere Technologien sorgen sich ja auch in erster Linie darum, ein Zerbrechen des Helms zu verhindern, weniger um die Energieabsorption. Diese wiederum scheint ja das Kriterium im zitierten Test gewesen zu sein. Wie praxisrelevant das Ganze ist, sei mal dahingestellt. We war das; wer viel mißt, mißt Mist.

Ein Punkt dabei ist auch die Belüftung. Je nachdem wie der Helm angeströmt wird, wird sich wohl auch die Belüftung unterscheiden. Wenn man nun nem Pofihelm in Touriposition antrömt und er dann schlecht belüftet ist, heißt das noch lange nicht, daß er für den gedachten Einsatzzweck schlecht belüftet ist.

jott_ka
20.04.2006, 17:13
Letzte Woche hatte ich bei Karstadt den MET Veleno in der Hand und habe mich kaum getraut, den Probeweise aufzusetze, weil einige Rippen sehr filigran waren. Daß der die schlechteste Belüftung haben soll, kann ich kaum glauben.

Hier wurde erst das umlaufende Stirnpad gelobt, dann aber die Belüftung kritisiert. Sehr sonderbar eigentlich. Dass ein Helmpad, welches von einem Ohr bis rüber zum nächsten reicht den Helm an der Stirn stärker abdichtet, als drei kleinere ist doch ganz logisch und kann dann nicht plötzlich als Nachteil hingestellt werden.

alialbert
20.04.2006, 18:37
So weit auseinander liegen die Testergebnisse ja nicht. Zumindest wurde nicht ein einziger Helm schlecht bewertet. Erstaunlich ist nur das ein Giro "mal wieder" der "schlechteste" der getesteten war.

aquatic
20.04.2006, 18:52
die frage ist, obs entscheident ist, wie viel energie der helm absorbiert. wenns mich so hinlegt, dass der helm an seine grenzen kommt, hab ich noch andere probleme, als ein bisschen mehr oder weniger gehirnerschütterung. und ernsthafte kopfverletzungen sollten alle verhindern

Silencium
20.04.2006, 19:28
Als ob du dann nur eine Gehirnerschütterung hättest.
Wenn der Helm bricht und du genug Schwung hattest wird es wohl etwas schlimmeres werden.
Ich würde klar den sichersten nehmen egal ob es nur ein bisschen besser ist.
Soviel ist mir meine Gesundheit dann doch wert!

Speedskater
20.04.2006, 19:36
Als ob du dann nur eine Gehirnerschütterung hättest.
Wenn der Helm bricht und du genug Schwung hattest wird es wohl etwas schlimmeres werden.
Ich würde klar den sichersten nehmen egal ob es nur ein bisschen besser ist.
Soviel ist mir meine Gesundheit dann doch wert!

Die Frage ist eben, wie gut die Testbedingungen den Ernstfall widerspiegeln. Wenn ein Helm etwa im Labor herrlich viel Energie absorbiert, im Ernstfall aber bricht, ist nichts gewonnen.

alialbert
20.04.2006, 19:56
Jeder echte Sturz ist individuell!!!! Und nicht unter Labor Bedingungen nachzuvollziehen. Da gibt es halt nur Vergleichswerte.

wilson
20.04.2006, 20:05
Das Problem für uns Konsumenten ist doch, dass die Absorptionswerte nicht deklariert werden. Man kann sich nur auf eine recht arbiträre Norm verlassen. Das reicht mir nicht. Deshalb sind solche Tests gut auch wenn das Modell nicht jede reelle Situation wiederspiegeln kann. Immerhin scheinen sich die Hersteller bei der Konstruktion nicht minimalistisch auf das Erfüllen der Norm zu beschränken, sondern bestrebt zu sein, die Sicherheit zu optimieren. Find ich gut. Der Uvex liesse sich bestimmt leichter und luftiger und somit verkaufsförderner konstruieren, wenn man nicht ein gewisses Plus an Sicherheit einbauen würde.

alialbert
20.04.2006, 20:16
Kaufe den Uvex er leicht und sitzt sehr gut
habe ihn ca 8 Monate super !!! :D :D
Ob er gut sitzt ist leider sehr individuell!!! Mir passen z.B. nur Bell und MET Helme richtig gut. Hab natürlich noch nicht alle ausprobiert, aber ne Menge!!!

Esthetica
20.04.2006, 21:19
Nur ganz nebenbei, liebe Rennradfahrer, hier geht es um einen Test von Mountainbike-Helmen.

Luke
20.04.2006, 21:22
Jeder echte Sturz ist individuell!!!! Und nicht unter Labor Bedingungen nachzuvollziehen. Da gibt es halt nur Vergleichswerte.

Ja gut, wenn du in eine Dachkante beisst, dann nützt dir der beste Helm nichts mehr. Aber die Testergebnisse beruhigen schon, vorallem weil ich vom Giro auf Bell Sweep R (Baugleich wie der Sweep XC) umgestiegen bin :D . Aber ich bin auch der Meinung: Die Schüssel muss in erster Linie auf den Kopf passen (was der Sweep R mit dem Einstellmechanismus wohl bei den Meisten der Fall sein wird :D :D :D ). Und dann, ein bisschen gefallen sollte er schon :rolleyes:

m.a.t.
20.04.2006, 22:52
Nur ganz nebenbei, liebe Rennradfahrer, hier geht es um einen Test von Mountainbike-Helmen.
Und wo sind da deiner Meinung nach die entscheidenden Unterschiede. Oder haben die Downhill-Helme getestet?
Ich nehm meinen MET Stradivarius (RR-Helm) auch fürs Mtb, das sind 70% meiner km. Bis auf das fehlenden, aber überflüssige, Visier wüsste ich jetzt keinen Unterschied zu einem 'echten' Mtb-Heml?

wilson
21.04.2006, 07:18
MTB Helme haben ein Visier. RR Helme nicht. Das ist der einzige, überhaupt nicht massgebliche Unterschied.

Wonko
21.04.2006, 08:43
Hier wurde erst das umlaufende Stirnpad gelobt, dann aber die Belüftung kritisiert. Sehr sonderbar eigentlich.Kein bisschen - das nennt sich differenzierende Betrachtungsweise.


Dass ein Helmpad, welches von einem Ohr bis rüber zum nächsten reicht den Helm an der Stirn stärker abdichtet, als drei kleinere ist doch ganz logisch und kann dann nicht plötzlich als Nachteil hingestellt werden.Doch, selbstverständlich. Schlechtere Belüftung ist ein Nachteil und warum sollte das Deiner Meinung nicht berücksichtigt oder genannt werden dürfen? Die durchgehende Stirnpolsterung hat halt Vor- und Nachteile, wie die meisten Dinge im Leben.

wilson
21.04.2006, 09:05
Kein bisschen - das nennt sich differenzierende Betrachtungsweise.

Doch, selbstverständlich. Schlechtere Belüftung ist ein Nachteil und warum sollte das Deiner Meinung nicht berücksichtigt oder genannt werden dürfen? Die durchgehende Stirnpolsterung hat halt Vor- und Nachteile, wie die meisten Dinge im Leben.

Ich halte die Wichtigkeit einer guten Belüftung eher für untergeordnet. Der Sicherheit bestimmt. Wenn man einen Hitzekollaps erleidet ist wahrscheinlich nicht der Helm, sondern mangelnder Trainingszustand und die Überschätzung der Leistungsfähigkeit im Rennen schuld!

AndreasTidl
21.04.2006, 09:10
Die Testergebnisse sind ja mal wieder höchst interessant. Jede Zeitschrift testet was anderes was zu anderen Ergebnissen führt.
Hier z.B.
http://www.stiftung-warentest.de/online/freizeit_reise/test/1246743/1246743/1250671/1250674.html

Dort war der heimliche Testsieger der Helm auf Platz 2, den es diese Woche für 7 EUR bei Aldi gab. :eek:

kedo
22.04.2006, 21:31
Wenn ein Helm etwa im Labor herrlich viel Energie absorbiert, im Ernstfall aber bricht, ist nichts gewonnen.

im "ernstfall" bricht jeder helm. ist "normal" so. ";) "

martl
22.04.2006, 21:50
im "ernstfall" bricht jeder helm. ist "normal" so. ";) "
nö, und nö. Weder bricht ein Helm immer im Unfall-Fall, noch ist das normal oder gut.
Ein Radhelm ist darauf ausgelegt, dadurch Energie aufzunehmen, dass sich das Material plattdrückt (verdichtet). Wenn der Helm bricht, kann man davon ausgehen, dass er seinen Zweck (gemäß Spezifikation; wie groß diese ist, kann man zB hier http://myhome.iolfree.ie/~hardshell/physik.html nachlesen; achtung, die Seite ist helmkritisch :) ) nicht bzw. nur zum Teil erfüllt hat.
Selbstversuch: Es ist bedeutend einfacher, eine Styroporplatte zu brechen, als sie plattzudrücken.

kedo
23.04.2006, 20:17
wenn du mit dem kopf im helm :D richtig auf den boden knallst, ist das risiko eines helmbruches selbstverständlich gegeben, wenn nicht sogar hoch. innerhalb der letzten drei wochen hielt ich einen dreigeteilten ghisallo eines kollegen (aufprall hinterkopf) und meinen zweigeteilten ippogriffo (aufprall strinseitig) in den händen.

wie sollen denn auch die verbindungsstege oder besser -stegchen unendlich halten? außerdem hält die plasteschale den helm auch so noch einigermaßen zusammen, falls man während des sturzes mehrmals mit der rübe aufschlägt *aua*.

bata express
23.04.2006, 20:23
Wo du gerade einen auseinandergebrochenen Ghisallo bewundern konntest: Laut Werbung soll der doch ein schlagzähes Innenskelett haben, der zumindest das Auseinanderfallen der Bruchstücke verhindern soll. Wie verhält es sich nun damit? Sind die Bruchstücke wirklich komplett voneinander getrennt oder hängen sie noch an diesem Skelett zusammen? Ulles Uvex FP1, der auch ein solches Skelett hat und mit dem er letztes Jah bei der Tour gestürzt ist, war auch an der Seite komplett ohne verbliebene Verbindung zerbrochen, obwohl genau dort laut Werbeanzeige sich diese innere Struktur verbergen soll. Vielleicht ist es ja auch nur Verar..., um den Kunden zu ködern und sie haben gar nichts verbaut.

kedo
23.04.2006, 21:13
der helm war nicht vollständig dreigeteilt, sondern hielt noch irgendwie zusammen. möglich, dass da noch etwas wie ein innenskelett drin steckt. und wie gesagt, die aussenschale geht ja auch nicht so schnell kaputt.

wilson
23.04.2006, 21:21
Die Augabe eines Fahrradhelms kann nicht sein, den Kopf bzw. das Gehirn bei einem direktem Primäraufprall mit dem Kopf zu schützen. Das kann er nicht, genausowenig wie der Gurt im PW den Körper schützen kann, wenn die Fahrgastzelle komplett eingedrückt wurde. Für derartige Gewalteinwirkung ist er nicht konstruiert. Vielmehr soll er vom Sekundäranprall schützen (der Körper prallt nach dem Sturz zuerst auf, erst dann der Kopf). Zuviel Sicherheit darf man dem Helm auf keinen Fall zuschreiben, wie sich auch die Risikobereitschaft durch das Tragen des Helms nicht erhöhen sollte.