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velo-fanatic
23.05.2006, 07:49
Hallo allen TOUR-Velosophen,

ich möchte als Teilnehmer des EZF und Teamszeitfahrens an dieser Stelle auch meine "geistigen Ergüsse" als konstruktive Kritik loswerden:

Bevor ich jedoch auf die Zeitfahren eingehe, möchte ich kurz zum Samstag und dem Marathon etwas bemerken:

In meiner langjährigen "Hobby-Renn-Karriere" habe ich selten ein derart besch... Wetter erlebt. Meiner einer saß in der warmen Bude und bedauerte von ganzem Herzen alle Athleten. Helm ab zum Gebt für alle Teilnehmer - der kleinen Schar der Sportler die über 200 Km "paddelten" ein besonders großes, anerkennendes Lob!!!

Bzgl. der Kritik von Cosmas an anderer Stelle, kann ich ihm nur beipflichten. Mit Günther Höllige als Zweiter über die Ziellinie zu "donnern" heißt schon was...Respekt! Dann aber die Enttäuschung verkraften zu müssen nur auf Rang sieben gelistet zu werden, ist fast schon die größere Leistung.

Dieser ganze Mist mit Brutto und Nettozeiten veranlasst mich, primär nur noch Zeitfahren in Angriff zu nehmen. Dies ist zumidnest in der
Hobby-Renn-Szene wohl die ehrlichste Art sich sportlich zu messen...so zumindest mein persönlicher Eindruck.

Zwischenzeitlich gibt es bei Hobby-Rennveranstaltungen bereits Auswüchse, wie "Stehversuche" am Start um möglichst spät starten zu können und somit am Ende einen Vorteil vor anderen Konkurrenten ergattert zu haben.
Ganze Temataktiken werden hierauf bereits ausgerichtet.
Selbst erlebt beim Henninger Turm 2006...

Aber nun zum eigentlich Grund meines "Geschreibsels":

1. Einzelzeitfahren:

Ich habe mich maßlos geärgert.
Warum?
In der veröffentlichten Streckenführung, die für alle Teilnehmer zur Orientierung erstellt wurde waren 20,2 Km und 560 Höhenmeter angegeben.
De facto waren es dann doch nur 19,2 Km und 450 Höhenmeter. Grundsätzlich kein Problem - ABER:

Gerade im Zeitfahren bemüht sich der ehrgeizige Sportler ja doch um eine optimierte Renneinteilung. Ich befuhr am Vortag die Rennstrecke und konnte erkennen, dass die Strecke auf den letzten gut 1000 Metern nochmal richtig "kernig" gestaltet war...Schlussanstieg mit bis zu 10 Prozent.
Als ich dann im Rennen urplötzlich mit der Tatsache der Streckenverkürzung konfrontiert wurde, konnte ich nicht mehr schnell genug reagieren - und "bummelte" mehr oder weniger über die Ziellinie.

Die weithin sichtbare Zielschneise wurde von mir als "lultimo cilometro"-Hinweis gedeutet...da ich mich auf die offiziell ausgeschriebene Streckenführung verließ. Hätte ich geahnt, das mir der Schlussanstieg erspart bleibt, hätte ich mir das Rennen auf den letzten 2-3 Kilometern völlig anders eingeteilt. So etwas darf einfach nicht passieren.

Meine am gleichen Abend übermittelte Kritik an die Rennleitung wurde uneingeschränkt eingesehen, und für die Folgejahre Besserung gelobt...

Denn: So etwas "darf" dem zahlenden Kunden und ambitionierten Sportler durchaus vor dem Start mitgeteilt werden. Notfalls hätte auch ein Schild am Straßenrand ausgereicht - "Streckenänderung: letzte 1000 Meter", oder ähnliches...

2. Teamzeitfahren:

Ich denke es ist nicht zuviel erwartet, wenn ich als Sportler davon ausgehe, dass die Strecke bereits am Vortag ausgeschildert seien sollte. Gerade in solch einem Wettbewerb ist die Streckenkenntnis von großer Bedeutung.
Meine Bemühungen, am Vortag dies zu klären, endeten in stundenlangem chaotischem Befragen mehrerer Organisationsmitglieder. Am Ende mußte ich mich eigenständig auf "Safari" begeben...Die Organistionsmitglieder waren allesamt freundlich bemüht, aber eben zum Großteil überfordert und ahnungslos...

Fazit:

Liebes TOUR-Festival-Orga-Team: Macht weiter und lasst euch nicht entmutigen, weder vom Wetter noch von Kritik.
Aber: Bitte schaut auch mal über den eigegen Tellerrand hinaus. Veranstaltungen wie "Rund um Köln, Henninger Turm, D-Tour, und Riderman" haben (noch) mehr zu bieten. "Werksspionage" ist hier erlaubt und empfehlenswert. Denn auf allen genannten "Events" sind ebenfalls Fachausteller anzutreffen. Diese zu besuchen ist ausnahmslos kostenfrei...Hier dem Kunden Eintritt abzuverlangen halte ich für geschmacklos und unseriös. Der Gedanke der Abzocke drängte sich bei viiiielen Teilnehmern stark auf. Vergleiche mit der "eurobike" sind haltlos.
Denn dort werden neue Produkte präsentiert, ganz abgesehen von den Dimensionen der Austellerzahlen...

Das Teamzeitfahren ist aus meiner Sicht eine absolut geniale und einmalige Idee...hieran solltet ihr festhalten. Ein Novum in der Hobby-Rennszene.
Kompliment für die Idee und Inspiration...EINMALIG!!!
Eine Bereicherung für alle Hobby-Rennfahrer...

Ich drücke fest die Daumen, dass die kommenden Jahre aus dem
TOUR-Festival das machen, was die Idee verdient hat:
Einen Höhepunkt im Rennkalender aller Hobby-Rennfahrer...

Kette rechts
Thomas

cosmas
23.05.2006, 13:04
Mit Günther Höllige als Zweiter über die Ziellinie zu "donnern" heißt schon was...Respekt! Dann aber die Enttäuschung verkraften zu müssen nur auf Rang sieben gelistet zu werden, ist fast schon die größere Leistung.
Danke für die Blumen. Günter hat mich aber schon kurz vor meinem Platten abgehängt bzw. ich wollte ihn nicht bremsen und ließ ihn wegfahren. Bin dann rund 5 Minuten nach ihm über die Ziellinie, also auch ohne Platten mit deutlichem Abstand. Günter war genauso wie am Vortag beim EZF eine Klasse für sich!

Cosmas

winner
23.05.2006, 16:25
Hallo, auch ich danke für die ganzen Lobe. Nur zu zweit konnten wir uns die Meute auf Distanz halten. Die letzten 10 - 15 km waren dann schon hart - so ganz allein.
Hier möchte ich auch nochmal die Motorradfahrer und Streckenposten loben, die inbesondere auf den eckigen letzten 20 km für den notwendigen Überblick gesorgt haben.
Wenn man 90 km nur zu zweit fährt kann man wohl nicht von Schonung für den Sprint - so wie es irgendwo in dem offiziellen Bericht heisst - sprechen!
Es kann zwar nur einen Sieger geben, aber bei einer Differenz von 7 Hunderdstel hätte man auch zwei erste Plätze beim EZF ausweisen können!

Sonst bis zum nächsten Mal.
Gruß
Günter

cosmas
23.05.2006, 17:31
Wenn man 90 km nur zu zweit fährt kann man wohl nicht von Schonung für den Sprint - so wie es irgendwo in dem offiziellen Bericht heisst - sprechen!
Hallo Günter!

Das fand ich auch und habe mal an die Veranstalter geschrieben. Überhaupt ist der "Bericht" recht ärmlich - offenbar von jemandem verfasst, der überhaupt nicht dort war und nur die Ergebnislisten vorliegen hatte. Ich bekam dann auch Antwort von einer Firma "Ehsdruck", die offenbar die Texte macht, und daraufhin wurde mein Kommentar einfach an den Bericht drangehängt, aber immer noch kein richtiger Bericht vom Rennen reingestellt. Guck mal nach, das müsste noch im WWW sein unter 2. Tag (http://www.tour-festival.de/live/tag2.asp).


Es kann zwar nur einen Sieger geben, aber bei einer Differenz von 7 Hunderdstel hätte man auch zwei erste Plätze beim EZF ausweisen können!
Stimmt. Ich hatte zuerst 7 Sekunden gelesen, das war schon knapp, sind aber tatsächlich nur 7 Hundertstel. So genau kann eigentlich kein Messsystem wirklich messen.

Du kriegst demnächst E-Post!

Viele Grüße,
Cosmas