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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geometrie Hinterbau -- Nabe (hinten)



firebolus
18.05.2003, 20:39
Da ich in letzter Zeit etwas Probleme mit einem nicht mittigen Hinterrad hatte, das aber sehr gut zentriert und das Rad selbst absolut mittig (Zentrierlehre) war, hab ich heute mittag spaßeshalber die Geometrie von versch. Rahmen und verschiedenen Hinterradnaben vermessen.

Das Ergebnis hat mich doch sehr "verwundert". Also:

Rahmen (Abstand der Ausfallenden - von innen nach innen gemessen)
1.) Trek OCLV: 131,7mm
2.) CAAD3: 129,7mm
3.) Canyon: 127,4mm

Dann die Naben von meinen Laufrädern (hier das entsprechende Maß zu oben)
1.) DT Onyx 129,8mm
2.) Ksyrium SL 130,5mm
3.) Citec 130,7mm

Inzwischen ist mir auch klar, warum das eine Hinterrad mit der Onyx Nabe so weit an der einen Kettenstrebe des Trek OCLV Rahmens steht. Hier sind fast 2mm Spiel beim Einbau und durch das Zusammenziehen mit dem Schnellspanner wird wohl die eine Seite vom Hinterbau etwas stärker "hineingezogen" wie die andere. Deswegen steht das Laufrad nicht mittig, sondern etwas seitlich versetzt.

Ich werd da jetzt mal versuchen etwas mit Unterlegscheiben zu arbeiten, um das mittig zu bekommen.

Hat jemand schon mal sowas ähnliches festgestellt? oder ist bei Mechanikern das Arbeiten mit Unterlegscheiben in diesem Bereich Normalität?

firebolus
18.05.2003, 20:44
Ups, das Canyon hatte 129,4mm und nicht 127,4mm. das wär dann etwas zu krass gewesen.

edgar
18.05.2003, 21:49
HiFirebolus,

Dein Problem ist mir bekannt. Ich würde hier von Toleranzen innerhalb der Fertigung sprechen und den von Dir genannten Produkten auf keinen Fall ihre Qualität absprechen wollen. Ich löse es für mich nach folgender Methode:
der Rahmen wird in den Montageständer gehängt und die zu verwendende Hinterradnabe in die Ausfallenden eingespannt. Sind verstellbare Anschläge vorhanden, kommen sie in eine neutrale Position.
Eine etwa 3m lange Schnur wird nun mittig um das Steuerrohr gelegt und am Sitzrohr vorbei zur Hinterradnabe geführt. Man selbst steht an der Nabe und hält die beiden Schnurenden.
Wenn das Sitzrohr von der Schnur nur leicht berührt wird, macht man mit einem dünnen Filzstift je eine Markierung auf den Nabenkörper.
Der Abstand dieser Markierungen zu den Ausfallenden kann nun mit einer Schieblehre gemessen werden, im Idealfall sind beide Werte gleich.
Nun kann die ideale Position der Felge zur Nabenmitte berechnet werden und ein für diesen Rahmen optimal passendes Hinterrad aufgespeicht werden. Wenn die Felge z.B. 2mm links von der Nabenmitte liegen soll (in Fahrtrichtung) bekommen die Speichen auf der Kranzseite eine günstigere Lage.
@gar

messenger
18.05.2003, 22:14
Wow, was gelernt :)

Könnte aber auch an nicht fluchtenden Ausfallenden liegen, d.h., das Laufrad steht minimal schräg im Rahmen. Dafür gibts die Umschlagprobe (oder so ähnlich): Das LR einmal normal, einmal mit Kranz nach links montieren. Steht die Felge beide Male zu dicht an der gleichen Kettenstrebe, liegts am Rahmen; ist es einmal links, einmal rechts kommts vom Rad/Nabe.
Dagegen gabs früher die Schräubchen am Ausfaller....

Gruß mess.

firebolus
18.05.2003, 22:53
Original geschrieben von messenger
Wow, was gelernt :)

Könnte aber auch an nicht fluchtenden Ausfallenden liegen, d.h., das Laufrad steht minimal schräg im Rahmen. Dafür gibts die Umschlagprobe (oder so ähnlich): Das LR einmal normal, einmal mit Kranz nach links montieren. Steht die Felge beide Male zu dicht an der gleichen Kettenstrebe, liegts am Rahmen; ist es einmal links, einmal rechts kommts vom Rad/Nabe.
Dagegen gabs früher die Schräubchen am Ausfaller....

Gruß mess.

Ne das ist es nicht, es tritt an drei versch. Rahmen auf. Es liegt definitv an der (sch****) Onyx Nabe. Bei dem Trek ist wegen der größten Toleranz am stärksten.

Nichts gegen Onyx, die sind eigentlich super, aber diese starke Abweichung ist ärgerlich.

firebolus
18.05.2003, 22:59
Original geschrieben von edgar
HiFirebolus,

Wenn die Felge z.B. 2mm links von der Nabenmitte liegen soll (in Fahrtrichtung) bekommen die Speichen auf der Kranzseite eine günstigere Lage.
@gar

Gut das ist recht simpel. Bloß kann man dann das Rad nur für diesen Rahmen benutzen.
Andererseits dürfte das Einmitten über die Speichenspannung keine Nachteile mit sich bringen.

edgar
19.05.2003, 00:57
Ne das ist es nicht, es tritt an drei versch. Rahmen auf. Es liegt definitv an der (sch****) Onyx Nabe. Bei dem Trek ist wegen der größten Toleranz am stärksten. Das finde ich nicht. Wenn Deine Messwerte stimmen liegt die Onyx Nabe nur -0,2mm vom Sollmaß (130mm) entfernt, die anderen Naben aber +0,5 und +0,7mm. Die Einbauweiten der Rahmen liegen von -0,6 bis +1,7mm auseinanader, also absolut 2,3mm. Ohne nun ein Produkt aus Deiner Liste schlecht machen zu wollen möchte ich sagen, daß die Onyx-Nabe dem angestrebten Sollwert von 130mm am nächsten kommt. Sie ist also keineswegs sch****. Bitte sag uns, wie Du die Maße auf einen zehntel mm genau ermittelt hast!
@gar

firebolus
19.05.2003, 01:27
Original geschrieben von edgar
Das finde ich nicht. Wenn Deine Messwerte stimmen liegt die Onyx Nabe nur -0,2mm vom Sollmaß (130mm) entfernt, die anderen Naben aber +0,5 und +0,7mm. Die Einbauweiten der Rahmen liegen von -0,6 bis +1,7mm auseinanader, also absolut 2,3mm. Ohne nun ein Produkt aus Deiner Liste schlecht machen zu wollen möchte ich sagen, daß die Onyx-Nabe dem angestrebten Sollwert von 130mm am nächsten kommt. Sie ist also keineswegs sch****. Bitte sag uns, wie Du die Maße auf einen zehntel mm genau ermittelt hast!
@gar

Na mit einer Schieblehre. Ok Du hast Recht bezüglich der Onyx Nabe, aber mit der läuft das Hinterrad am nähsten zu der linken Kettenstrebe.
Also irgendwie kotzt mich das gewaltig an, da müssen mehrere Faktoren im Spiel sein. Irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass die eine Kettenstrebe etwas länger wie die andere ist. Das würde auch erklären, warum das Hinterrad unten etwas nach links neigt, oben bei der Bremse aber etwas nach rechts.

Das Problem ist halt, das sich das ganze ziemlich bescheiden vermessen lässt und man deswegen das Übel nicht direkt an der Wurzel packen kann, sondern nur an den Symptomen rumdoktert. Ich könnte mal probieren, ein dünnes Blech in das eine Ausfallende zu klemmen, um so vielleicht die unterschiedliche Länge zu kompensieren.

firebolus
19.05.2003, 22:25
Problem gelöst. Es lag doch an den Ausfallenden, besser gesagt dem linken. Hier steht die Radachse etwa 1mm zu hoch im Ausfallende (bzw. auf der rechten Seite 1mm zu tief). Ich hab da jetzt etwas Jeansstoff reingequetscht (zwischen Radachse und Ausfallende), den Schnellspanner gut festgezogen und das Rad steht steht an den Kettenstreben und der Bremse wieder mittig im Hinterbau.

Ist das ne Dauerlösung mit dem Stoff oder soll ich besser irgendne Art Metallfolie nehmen? Halten tut es ziemlich gut bisher.